Hallo
Es vergehen gerade wichtige Tage, in denen mir einiges bewusst wird!
Natürlich frage ich mich, warum ich gescheitert bin und was meine Situation jetzt von der vor einem Jahr unterscheidet! Und tatsächlich ist es bis jetzt recht wenig, zumindest was das Alkohol-/Drogenproblem angeht!
Aber ich finde Antworten darauf!
Zum Beispiel ist mir klar, dass eines der Probleme die ich momentan (wieder) habe, die Endgültigkeit meiner Entscheidung ist! „Geht da nicht doch was? Irgendwann einmal, vielleicht nach meiner Depression?“ Das kann man zwar am Anfang ganz gut verdrängen, doch es kommt eben wieder und wird immer drängender, je mehr Zeit vergeht!
Ich glaube, das was Spedi mir sagen wollte ist, dass ich frei von diesen Gedanken sein muss. Ich müsste demnach Alkohol auf die selbe Stufe stellen wie Ecstasy oder Koks. Dann würde ich mich nicht mehr so sehnsüchtig nach einem „feucht-fröhlichem“ Grillen sehnen! Da nun aber Alkohol wesentlicher etablierter und gesellschaftsfähig ist, macht es das schwierig, dieses Gefühl zu bekommen!
Des weiteren kommt natürlich auch der Gedanke nach dem Kick, dem ultimativen Glücksgefühl, das Abschalten und Vergessen von Zeit, Alltag und Raum wieder auf. Paradoxerweise waren die Momente, in denen ich diesen „Idealrausch“ erlebt habe, äußerst rar und sogar (schon damals) ohne Drogen vorstellbar. Ich habe es eben nur noch nie wirklich praktiziert.
Ich vermute, dass ist damit gemeint, sein Denken (grundlegend) zu ändern. Nicht zu fragen „wie wäre es?“ sondern den Augenblick auszukosten. Einfach so, nüchtern! Habe ich ja auch schon erlebt, nur sind es eben nur wenige Erinnerungen, die dann noch vom „Suchtgedanken“ verdrängt werden!
Als ich gestern mit meiner Mutter telefoniert habe, ihr alles „gestanden“ hatte, habe ich ihr genau von diesen Gedanken erzählt („Was ist in 5 Jahren, blablabla...“ ) und habe nach dem Auflegen erkannt, dass egal wann ich erneut trinke, höchstwahrscheinlich (Depression hin oder her) das selbe passieren würde, wie das letzte Jahr! Ein „gutes“ Trinken, ein weniger „gutes“, einen Rückfall, ein Reinfall usw. Vielleicht würde es dank Disziplin länger dauern, aber es wäre nicht aufzuhalten. Ein Hockeyschläger im Diagramm.
So konnte ich zum ersten Mal wahrhaftig „fühlen“, was die Krankheit bedeutet!
(Schon wieder beim Nachlesen darüber gestolpert, dass ich von der Krankheit schreibe, dabei meinte ich MEINE Krankheit
)
Ich denke, ich tue gut daran, solche Gedanken und Gefühle mit Euch hier zu teilen.
@Spedi
Ich habe mich sehr geärgert und dennoch über deine Worte lange nachgedacht! Erst wollte ich viel schreiben, jetzt nur noch wenig:
Im Grunde genommen hast du recht.
Doch wenn ich davon ausgegangen wäre, dass ich nicht „Nachholbedarf“ habe und mein Vorhaben anders angehen müsste, dann wäre ich nicht hier her gekommen! Dafür, dass du mich darauf hinweisen wolltest, dass ich am 4.1.12 noch derselbe gewesen bin, wie vor einem Jahr, bin ich dir dankbar. Ich hatte es geahnt 
Jedoch:
Der Ton macht die Musik!
Aus deinen Worten lässt sich die Wut raus lesen, die du vermutlich auf dich selbst hattest, als du in meiner Situation warst und noch nicht raus gefunden hattest!
Doch mit Wut hilft man niemanden! Eher neigt man dazu unsachlich zu werden.
Und auch wenn ich jetzt gerade schon wieder mehr schreibe, als ich mir eigentlich vorgenommen hatte, möchte ich doch ein Beispiel geben:
Wenn du mir schreibst, dass mit Offenheit und Risikominimierung es zu „brenzligen“ Situation nicht kommen sollte, dann ist das schlichtweg falsch! Ich bin 28, versuche wieder ins Leben zurückzufinden und es werden verdammt viele brenzlige Situation kommen, auf die ich mich eben unbedingt vorbereiten muss.
So nun habe ich das für mich geklärt und bin dir ja trotzdem für deine Hilfe dankbar! Nachtragend bin ich auch nur mir selbst gegenüber also betrachte ich den Konflikt zwischen uns als gelöst! Ok?
Liebe Grüße
Erik
(heiß ich übrigens
)