Beiträge von Waschbaer

    Hallo Step und willkommen in unserem Forum.

    Zitat

    Und was habe ich aktuell für Stimmungsschwankungen! Bis vor einigen Tagen war ich voll Euphorie und Tatendrang, sah meine nächsten Schritte ganz klar vor mir.

    das kenne ich noch zur Genüge. Ich hatte immer den Eindruck das mein Körper etwas anderes verlangte als meine Empfindungen der Nüchternheit gegenüber. Es dauerte eine lange Zeit beide Empfindungen auf den gleichen Nenner zu bringen.Dazu passt auch dein geschriebenes.

    Zitat

    Dabei besucht mich der Einflüsterer (diese Bezeichnung habe ich hier irgendwo gelesen und fand sie perfekt ) eher selten. Und wenn er es tut, dann kommt mir nicht der Gedanke „Oh, jetzt ein Glas Sekt“ sondern „Mhm, früher habe ich in dieser Situation was getrunken und nun?“

    Bei mir nahm das trinken einen großen Raum in meiner Freizeit ein. Noch wesentlich mehr Raum nahm dann die vernebelte Zeit ein. Danach folgten extreme Schlafphasen. Beschäftigung mit anderen Dingen war kaum möglich da der Raum dafür fehlte und frühere Interessen auf der Strecke blieben.
    Dieses "und Nun?" musste nach der Entgiftung und den ersten nüchternen Tagen gefüllt werden. Im "und nun" erkannte ich schnell eine große Gefahr in die falsche Richtung. Ich suchte Ablenkung.
    Ich versuchte frühere Interessen wieder auszubauen. Manche gescheiterten Versuche habe ich hinter mir. Aber sie waren für mich besser als das stetige Abwarten auf Abwechslung oder Zerstreuung. Nach einiger Zeit fand ich zu einem früheren Hobby zurück und bin bis heute zufrieden damit unterwegs. Dadurch das ich frühere Trinkzeiten gut ausfüllen konnte kamen auch immer weniger Gedanken dazu auf.

    Lieben Gruß
    Nobby

    Hallo Dr.Gerner

    Zitat

    denn Euphorie kann noch gefährlicher für einen trockenen Alkoholiker sein als Trauer.

    dem stimme ich einfach zu. Zu große Euphorie zeigte mir am Anfang oft das es doch ohne Alk. ganz leicht geht. Der Gedanke daraus folgte sofort. Dann könnte ich ja mal den einen kleinen Schluck wieder zu mir nehmen. Die Gedanken fingen an zu kreisen. Druck machte sich breit. Eigene Wahrnehmungen ernster betrachten brachten dann weitere Erfolge.

    Lieben Gruß
    Nobby :wink:

    Hallo Alex, Hallo Slowly,

    Zitat

    Wenn ich mir deine Beweggründe warum du Alkoholikerin geworden bist vor Augen führe, komme ich mir schon beinahe etwas beschämt vor.

    Ich versuche nun einmal einige deiner Ausführungen auf mich zu beziehen, auch wenn das natürlich nicht immer Eins zu Eins möglich ist:


    Der alleinige und einzige Grund für meine Alkoholsucht war der Alkohol. Erst als ich schon längst,unbewusst Alkoholiker war, fing ich an Gründe fürs saufen zu finden. Die Rechtfertigungen gegenüber dem Umfeld mussten ja Bestand haben. Würde ich die Tatsache umdrehen, hätte ich enorme Ängste bei einem erneuten Tiefpunkt in meinem Leben. :roll:

    Lieben Gruß
    Nobby :wink:

    Guten Morgen Dr.Gerner,

    Zitat

    Ja, ich ärgere mich noch zu sehr über das Schlafproblem,

    vor meinem abstinenten Leben regelte ich, da ich auf Wechselschicht arbeite, Schlafprobleme mit Alkohol. Als ich dann nüchtern durch den Tag schlenderte kamen sie unaufhaltsam. Schlafprobleme. Der Körper muss sich halt sehr umstellen ohne das „Schlafmittel Alkohol“ Es hat schon ein paar Monate gedauert bist sich der Körper an den Rhythmus ohne Hilfen gewöhnt hatte. Heute ist es der pure Genuss, ausgeruht und voller Zuversicht, in den Tag zu starten. Bei mir holt sich der Körper fast selbsttätig seine Ruhephasen. Nur ist heute alles dabei sehr ausgeglichen. Du kannst ja auch mal deinen Doc. darauf ansprechen. Nur kämen für mich keine Schlaftabletten als Alternative zum Alk. ins Haus.

    Zitat

    Aber gestern als ich ewig nicht einschlafen konnte, merkte ich, wie mein Hirn mich reinlegen wollte, denn der Gedanke kam, dass ich zur Tanke fahren sollte und was holen, dass ich damals mit dem Entzug nur übertrieben habe und einmal nichts macht...ohne Witze, der Gedanke kam

    Als Alkoholiker sind das keine witzigen Gedanken. Sauflustgefühle und Saufdruck gehörten/gehören auch bei mir zum Weg in die Nüchternheit. Auch heute nach den vielen Monaten Nüchternheit verspüre ich ab und an noch den Wunsch trinken zu wollen. Durch das immer wieder Aufdröseln der Situationen erkannte ich aber sehr oft den Auslöser. Durch das meist schnelle aufschreiben, hier im geschützten Bereich, bekam ich sehr viele hilfreiche Rückmeldungen. Ich lernte auf Dauer damit anders umzugehen. Vielleicht magst du ja mal den Bereich für 3 Monate ausprobieren.

    Lieben Gruß
    Nobby :wink:

    Hallo Dr.Gerner,

    nun bist du ja schon eine Weile aus der Käseglocke ( KH) raus und in deiner bekannten Umgebung.
    Ich wollte mal nachfragen wie es dir heute dabei geht ? Ich kann mich noch gut an meine Zeit erinnern.
    Irgendwie war am Anfang meine gewohnte Umgebung befremdlich.

    Lieben Gruß und schönes Wochenende
    Nobby :wink:

    Hallo Alex und ein verspätetes Willkommen im Forum,

    heute morgen habe ich mich ein wenig quer durchs Forum gelesen. Dabei ist mir dein geschriebenes aufgefallen.

    Zitat von Alex69

    Grüß euch, alle zusammen :wink: !
    @ Dr.Gerner


    Freut mich wirklich sehr, daß du gestern auch einen schönen Tag verbracht hast :wink: . Mir ging es gestern ganz ähnlich. Wir waren auch essen und es wurde Alkohol konsumiert. Ich kann für mich auch sagen, daß mir das nichts ausmacht. Die einzig kritische Situation war der Nachmittag wo es eine Schwarzwälder-Kirsch-Torte gab. Da mußte ich natürlich dankend ablehnen. War aber kein Problem - niemand war mir böse, da ja alle von meiner Krankheit wussten :wink: .
    Alex


    Nach meiner Entgiftung im KH dachte ich am Anfang, das der Alkohol mir nicht mehr so schnell zu schaffen macht. Nach kürzerer Zeit schaute ich mir dann auch wieder Reklame von alkoholischen Getränken an. Was sollte denn passieren. Ich war ja jetzt „Trocken“ und so wird es mir bestimmt auch nichts ausmachen. Nun es passierte dann zeitversetzt, das ich mächtigen Saufdruck bekam. Es folgten dann noch ein paar wenige ähnliche Situationen. Ergo lernte ich solche Dinge zu vermeiden. Selbst nach sehr vielen Monaten der Nüchternheit sah ich im Urlaub zufällig wie ein Gast in einem Außenkaffee seinen letzten Schluck aus dem Bierglas machte. Was sollte es mir nach so langer Zeit der Nüchternheit ausmachen ? Nun ich spürte aber beim Anblick, das ich förmlich mit schluckte. Der ganze Nachmittag war dann für mich gelaufen, da ich mich mit den Auswirkungen des kurzem miterleben auseinandersetzen musste. Noch heute nach 3 Jahren Trockenheit bedeutet für mich, das nichts ausmachen, ein Balanceakt auf des Messers Schneide ist. Freiwillig werde ich diesen Balanceakt nicht suchen.

    LG Nobby :wink:

    Hallo Correns,

    Zitat

    Eine Sicherheit, dass wir trocken bleiben, gibt es auch nicht.
    Wir müssen einfach dran bleiben. Und dieses "müssen" tu ich gerne.

    genau so ist es. Heute Nacht hatte ich seit sehr langer Zeit wieder mal einen Alk. Traum. Ich saß mit vielen mir bekannten Menschen an einem großen Tisch. Der, der mir gegenüber saß, schob mir plötzlich eine geöffnete Flasche mit weißer Flüssigkeit herüber. Seine Worte höre ich noch genau. " Trink dir erst mal einen " Nun ich nahm die Flasche auf und bemerkte sofort das es Wodka war. Trotzdem machte ich einen großen Schluck. Als der Schnaps in meinem Mund war überlegte ich noch kurz die Folgen des schlucken. Dann war es geschehen. Meine Gedanken und Gefühle fingen an Achterbahn zu fahren.

    Heute Morgen beim Frühstücken dachte ich über diesen Traum nach. Was wollte er mir zeigen. Meine Erkenntnis daraus ist ziemlich einfach. Schnell, ja sogar sehr schnell kann das Trockensein ein jähes Ende finden. Das minimieren des Risikos, dem Alkohol ständig zu begegnen, ist heute für mich ein großer positiver Lebensinhalt geworden. Ich erkenne darin in keinster Weise eine Lebenseinschränkung. Ich habe nur mein ganzes Umfeld in diese Richtung verändert. Dieses Umfeld ist heute fast Alkoholfrei und ich baue es mit der heutigen Erfahrung immer weiter aus, damit ein Alkoholtraum auch wirklich einer bleibt.
    Die Trockenheit ist heute nach Jahrzehnten des Saufens eines der schönsten Geschenke die ich mir je machte.
    Und so soll es auch in Zukunft bleiben.

    Gruß Nobby :wink:

    Hallo Dr.Gerner,

    du hattest im Thread bei Alex69 folgendes geschrieben:

    Zitat

    In manchen Momenten sitze ich da und dann kommt der Gedanke "Ist dir das jetzt echt alles passiert? Du bist trockener Alkoholiker, darfst nie mehr trinken, warst in einer Suchtklinik, etc..." :oops:


    Nun möchte ich dich fragen wer dir denn das trinken verbietet ?
    Du kannst zu jedem dir gewählten Zeitpunkt wieder zum Alkohol greifen. Aber ich gehe mal ganz stark davon aus, das Du es von dir aus nicht mehr möchtest. Zwischen dürfen und möchten liegen aber Welten. Ich selber brauchte eine etwas längere Zeit den Unterschied für mich zu erkennen und zu verinnerlichen.
    Dieser Gedanke an das "nie mehr trinken dürfen" machte mich am Anfang ganz kirre. Dieser Gedanke vermasselte mir dann auch sehr oft die Freude darüber, endlich auf Dauer Nüchtern sein zu dürfen.
    Sehe deinen Weg in die Trockenheit nicht als Strafe für vergangene Zeiten an. Nehme ihn als große Chance in eine hoffentlich schöne Zukunft. Als trinkender Alkoholiker sieht die Zukunft nicht sehr rosig aus. Ich kannte einige Menschen die diesen Weg nicht gehen wollten oder nicht mehr konnten. Heute trocken, kann ich mit diesen Menschen leider nicht mehr sprechen. Ihr Weg führte leider in den Tod. Selbst als ich diese Wege als aktiver Alkoholiker mitverfolgte erkannte ich nur ihr Schicksal. Ich war ja nicht so weit. Ich habe ja bei mir alles unter Kontrolle.

    Die Schlafschwierigkeiten zu Anfang meiner Nüchternheit kenne ich noch sehr genau. Es dauerte eine Ewigkeit bis mein Körper verstanden hatte ohne die Wirkungen des Alkohols wieder normal zur Ruhe zu kommen. Das stellte sich dann irgendwann von alleine ein.

    LG Nobby :wink:

    Hallo an alle die mich noch kennen oder auch noch nicht,

    die letzten Wochen schaute ich oft auf meine Gedanken und Gefühle zum Thema Alkohol. Nun bin ich über 3 Jahre trocken.

    Ich schaute als erstes auf den Stellenwert.
    Alkohol kommt heute in meinen Gedanken vermehrt vor wenn ich mich hier in Forum bewege. In meinem normalen Alltag spielt er fast keine Rolle mehr. Ich bemerke ihn heute Hauptsächlich im Fernsehen. Angemacht werde ich davon fast gar nicht mehr, da ich mich davon nicht mehr beeinflussen lasse. Oft habe ich nur das Gefühl, das die Alkohollobby einiges dafür tut in sehr vielen Beiträgen ihre Produkte zu zeigen. Alkohol ist im TV so gegenwärtig geworden wie die Luft zum Atmen. Schlimme Zeiten für Trocken werdende.

    Alkohol und Verzicht.
    Auch heute verspüre ich in wenigen Lebenssituationen noch den ein oder anderen Verzichts Gedanken. Nur jetzt tue ich mir nicht mehr selber leid dabei. Ich habe es verstanden, das es zum Krankheitsbild eines Alkis wohl noch eine Weile dazugehört. Ich habe gelernt, zu schauen, was diesen Verzicht hervorruft. Oft sind es ganz banale Dinge. Situationen die früher mit sehr viel Alkohol begleitet wurden. Dieser Verzicht kommt meistens aus der jahrelang erlernten Symbiose zwischen Alk. und Handlung. Diese Symbiosen gilt es heute zu erkennen und zu trennen. Darin liegt zur Zeit meine größte Aufmerksamkeit. Ich empfinde manchmal ein Unterwandern meiner bewussten Gefühle und Gedanken.

    Alkohol und Tagesgeschäft.
    Ich zähle mich immer noch zu den süchtigen Lusttrinkern.
    Trotzdem erkenne ich heute oft, in bestimmten erlebten Situationen, mir auch Frust weg getrunken zu haben. Stress auf der Arbeit, Ärger zu Hause ließen mich schneller zur Flasche greifen. Nun habe ich nüchtern oft erlebt, das die einzelnen Situationen durch den stetigen klaren Blick oft nicht mehr so scharf rüber kommen. Das erleben der gestressten Situation ist heute wesentlich anders. Die Gelassenheit hat heute Vorrang.
    Diese Gelassenheit ist proportional zum älter werden und der Dauer der Nüchternheit gewachsen. Stresssituationen gleiche ich heute damit aus, das meine Gedanken in Richtung „Egal“ gehen.
    Heute erkenne ich sehr wohl, das jeder Mensch ersetzbar ist. Auch wenn der einzelne Mensch das so gar nicht für sich erkennen möchte. Also ist auch Stress mit seinen Komparsen ersetzbar. Die Situation bleibt eben die gleiche nur die Hauptdarsteller sind auswechselbar. Was für ein befreiender Gedanke.

    Alkohol und Hobby
    Bevor ich süchtig trinken musste ( das „müssen“ verstehe ich heute auch) hatte ich viele schöne Hobbys. In vielen Jahren der süchtigen Trinkerei verloren alle jeglichen Stellenwert. Ich war in meinem Handeln dermaßen eingeschränkt das es nur eine Schlussfolgerung gab. Mehr trinken. Was für ein schlimmer Kreislauf. Im ersten Jahr meiner Trockenheit suchte ich daher sehr intensiv nach einem ausgeglichenem Hobby. Manche Dinge die ich in jüngeren Jahren machte waren jetzt nicht mehr ohne Schwierigkeiten umzusetzen. Nach ein paar Fehlversuchen mit neuen Hobbys besann ich mich auf Dinge die ich schon immer mehr oder weniger machte. Auch sollte es zu meinem Wohlbefinden passen. Nun bin ich wider sehr aktiver Hobbyfotograf. Darin sehe ich für mich eine Aufgabe, die ich noch lange bis ins hohe Alter machen kann. Es fordert vor allem meine kreative Tätigkeit. Den Gegenpol bietet mir seit langem das beschäftigen mit Computern an. Immer wieder die eigenen Interessen voranzutreiben, im Neugierig sein, sind heute für mich ein wichtiger Bestandteil der Trockenheit.

    Alkohol und Zufriedenheit.
    Heute für mich zwei absolute Gegensätze die nicht auf einen Nenner gebracht werden können.

    Alkohol und Zukunft.
    Das ist für mich ein schwieriges Thema. Immer wider schaue ich dabei auf das Heute. Das gestern mit Alkohol kenne ich zur Genüge. Das jetzt ohne Alkohol gefällt mir ausgesprochen Gut.
    Nur wird das alles reichen um in Zukunft auf den Alkohol zu verzichten. Noch immer steht es für mich in den Sternen. Heute schaue ich manchmal eine Woche zurück. Oft, sehr oft, empfinde ich Zufriedenheit. Der Alkohol fehlt nicht. Ich vermisse ihn heute nicht mehr. Doch es wird immer das Restrisiko bleiben. Das bewusste Erkennen, das es ganz schnell wieder Vorbeisein könnte
    lässt mich manchmal mit gemischten Gefühlen in die Zukunft blicken.

    Lieben Gruß an alle die es bis hier geschafft haben.
    Nobby :wink:

    Hallo Dr.Gerner,

    Risikominimierung ist ein sehr wichtiger Punkt, aber beinhaltet viele weitere Unterpunkte. Z.B. sollte der eigene Wohnbereich absolut alkoholfrei sein.
    Weiterhin gehe ich nicht freiwillig zu Orten wo im Vorfeld schon klar ist das dort Alkohol konsumiert wird. Dazu zählen alkohollastige Veranstaltungen jeglicher Art.
    In meinem direkten Umfeld befindet sich heute kein Alkohol mehr.
    Auch zählten für mich die eigenen Freunde und Familienmitglider zu meinem direkten Umfeld. Ich bin sehr offen mit meiner Krankheit in meinem Umfeld, aus Selbstschutz, umgegangen. Ich hatte allen klar gemacht, wenn Alkohol ins Spiel kommt, bin ich weg. Heute ist es bei einer Einladung eine Selbstverständlichkeit das dort kein Alk. auf den Tisch kommt. Im laufe meiner Nüchternheit erkannte ich viele Stolpersteine. Durch das stetige schreiben hier im geschützen Bereich bekam ich viele gute Anregungen.
    Für mich entstand dadurch ein „ aber ich könnte doch..“ Argument erst gar nicht. Viele Jahre habe ich nach meinen Argumenten gelebt. Alle waren falsch.
    Erst als ich hier die vielen Anregungen der Langzeittrockenen ohne wenn und aber umsetzte begann mein Weg in meine Trockenheit.
    Die Begegnung mit dem Alk. zu vermeiden ( eben das Risiko) war und ist bis heute mein bester Selbstschutz.

    Lieben Gruß
    Nobby :wink:

    Hallo Dr.Gerner,

    auch hier ein herzliches Willkommen.

    Zitat

    Was habt ihr eigentlich nach dem Entzug gemacht? Irgendeine Nachsorge?

    Ich habe für mich diese Shg. als große Nachsorge angesehen. Ein für mich wichtiger Punkt war dabei die Risikominimierung.
    Diesen Punkt habe ich von Anfang an ohne jegliche Kompromisse durchgezogen.
    Er ist noch heute der wichtigste Stützpfeiler in meinem Ausbau der Trockenheit.
    Am Anfang hat mir das denken und handeln in 24 Stunden Schritten sehr geholfen.

    Lieben Gruß
    Nobby :wink:

    Hallo Prusselliese,

    Zitat

    So langsam schwant mir, was da auf mich zu kommt. Es ist ja nicht nur die "Gefahr", die auf Festen usw. lauert (ja, die soll ich meiden , weiß ich ja inzwischen).....da ist die Reklame und das Fernsehen (mir ist noch nie aufgefallen, dass dort so viel getrunken wird). Trockenwerden und bleiben scheint in unserer Gesellschaft nicht so einfach zu sein.


    Um Sucht oder Saufdruck zu vermeiden schaute ich am Anfang keine Reklame an. Bei Sendungen im TV wo Alk. konsumiert wurde, verließ ich kurze Zeit das Zimmer oder schaltete einfach um. Alles was mich nur annähernd dem Alk. näherbrachte versuchte ich zu vermeiden. Suchdruck ist nicht schön. Er sollte niemals unterschätzt werden. Ich habe eine Situation erlebt, wo ich nach längerer Trockenheit einen Film mit einer Alk. Szene gesehen habe. Unweigerlich wollte ich trinken. Das verlangen war schon sehr groß.
    Meine Wohnung war zum Glück von der ersten Sekunde nach der Entgiftung alkoholfrei. So konnte ich die Situation mit viel vernünftigen Handeln entschärfen.
    Noch heute nach 3 Jahren Trockenheit gibt es hin und wieder Szenen in Filmen die mich Alkohol mäßig anmachen. Heute habe ich gut gelernt damit umzugehen. Wenn es mir manchmal zu viel wird, gehe ich kurz aus dem Zimmer. Ich habe gemerkt, wenn ich solche triggernde Szenen aushalte, das es mir manchmal Stunden später schlecht geht. Meine positive Einstellung verändert sich dann manchmal. Heute bin ich sehr zufrieden trocken unterwegs. Das möchte ich nicht mehr gefährden. Danach habe ich heute mein Leben abgestimmt. Vermissen tue ich dabei rein gar nichts. Durch das lernen und annehmen der verschiedenen Möglichkeiten der Konfrontationsvermeidung, auch in der sogenannten Gesellschaft, lebe ich heute sehr gut ohne Alkohol. Alles vermeiden geht nicht. Es ist fast schier unmöglich. Doch wo Alkohol konsumiert wird, da gehöre ich einfach nicht mehr hin. Es gehört heute zu meiner ganz normalen Selbstverständlichkeit, geschuldet dem schönen trockenen Leben. Aber mit der Zeit wird der starke Suchdruck immer mehr zu einem kurzen Aufflackern der Krankheit. Suchdruck kündigte sich bei mir nicht an. Er war einfach da. Oft innerhalb weniger Minuten. Bei mir reichte oft der genauere Blick zum falschen Zeitpunkt.

    Gruß Nobby

    Hallo Prusselliese, willkommen im Forum.

    Heute Morgen hab ich hier in meiner Shg. ein wenig quer gelesen.
    Das was du gestern zu deiner Ärztin geschildert hast war schon der Hammer. Gut das du die Ratschläge nicht befolgt hast.

    Nun zu etwas anderem, was mir beim lesen aufgefallen ist.

    Zitat

    Ich bin froh und glücklich, dass ich mich wieder in die Welt wagen kann, ohne Angst vor unangemessenem Verhalten haben zu müssen! Es wird ein Tanz auf dem Drahtseil werden....aber ich habe noch einige Tage Zeit mich zu festigen,

    Du bezeichnest dein Event schon selbst im Vorfeld, als Tanz auf dem Drahtseil. Als nicht gelernter Seiltänzer würde ich mich nicht in schwindelnde Höhen begeben. Auch ich funktionierte als trinkender Alkoholiker sehr gut. Ich hatte keinen "richtigen" Tiefpunkt. Aber eine einigermaßene Festigung gegenüber dem Alk. stellte sich bei mir erst so nach 2,5 Jahren Trockenheit ein. Nach ca. einem halben Jahr Nüchternheit bin ich gegen jede Warnung in den Urlaub gefahren. Urlaub empfand ich immer als Möglichkeit unbeaufsichtigt trinken zu können. Der Urlaub war so ausgesucht, das ich dort nicht auf Alk. treffe. Trotzdem lief ich dann mit ständigen weichen Knien rum. Im tiefsten Innern fehlte immer etwas. Da war gar nichts mit gefestigt sein. Dadurch wurde mir schnell bewusst, das ich nicht mal so nebenbei trocken werden kann.
    Selbst heute gehe ich allem Alkohol aus dem Weg.

    Zitat

    Die Ratschläge, die ich hier schon gelesen habe - im ersten Jahr zu keiner Feier gehen usw. - will ich nicht beherzigen.

    Es sind ja viele selbstgemachte Erfahrungen. Aus diesen Erfahrungen konnte ich lernen. Ich musste sie ja nicht erst selbst durchleben. Die Erfahrungen haben gezeigt, das ein Sicherheitsgurt im Auto leben retten kann. Also lege ich ihn immer an. Unfallfrei fahre ich aber schon seit über 30 Jahren. Ich bin zu Feiern gegangen. Doch die Menschen um mich herum wussten von meiner Krankheit. Ergo wurde kein Alkohol konsumiert.
    Die Feiern waren trotzdem sehr schön.

    Gruß Nobby

    Hallo Martin,

    Glückwunsch zur ersten Woche ohne Alk.
    Ich wünsche dir gute Gespräche in der realen Shg.

    Zitat

    Ich war heute einkaufen. Das was man halt so brauch, aber ich hab mich
    erwischt wie ich das Weinregal gemustert habe. Mir ist ein Schauer den
    Rücken runter gekrochen . . . hätte losheulen können . . .

    sei dir bewusst, das das mustern der Weinregale schnell wieder den Wunsch nach Alk. hervorholen kann. Bei mir war es am Anfang eine Frage der Zeit. Schnell merkte ich beim Anblick die aufsteigende Lust auf Alk. Also vermied ich solche Begegnungen.

    Gruß Nobby

    Hallo Lyni,

    Zitat

    wenn jemand 10, 20 oder 30 Jahre am Stück getrunken hat oder wie ich nur ein paar Jahre und nicht täglich...ich finde schon, dass es einen Unterschied macht.

    Wen jemand mit 80 oder mit 28 Jahren stirbt ist dann die/der 28 jährige anders tot ? :roll:

    Gruß Nobby

    Hallo Lyni,

    meinen Glückwunsch zu deiner ersten Woche ohne Alk.
    Ich wünsche dir noch viele weitere.
    Hoffentlich kannst du nach dem ganzen Bombardement von gestern,
    heute deine Gedanken dazu Revue passieren lassen.
    Mir wäre das ganze Einprasseln der guten Gedanken am Anfang zu viel gewesen.

    Lieben Gruß
    Nobby :wink:

    Hallo Lyni,

    bitte lese dir unsere Grundbausteine nochmals durch. https://beispiel.rocks/beispiel.rocks…echternheit.php
    Besonders den Punkt Alkoholfreies Umfeld solltest du dir zu eigen machen. Der Wunsch alkoholfrei zu leben bringt viele Veränderungen mit sich. Es ist ein langer Weg gepflastert mit vielen Steinen. Ich muss aber nicht auf die Steine zugehen. Wenn ich sie erkenne kann ich ihnen frühzeitig ausweichen. Du hast noch ein langes hoffentlich trockenes Leben vor dir. Werfe es nicht schon gleich am Anfang über den Haufen.

    Zitat

    Ich gehe heute zu Männern, weil es verabredet war, weil die Spaß haben wollen

    wie jetzt, weil die Spaß haben wollen !! Bist du dir so wenig wert ? Wenn du nicht bereit bist etwas in deinem jetzigen Leben zu ändern, wird es mit deiner begonnenen Nüchternheit nicht lange andauern. Der Doc. war ein wichtiger Anfang, die nächsten Schritte die du nun machst werden deinen weiteren Weg bestimmen. Gehe den richtigen Weg. Die Abzweigung liegt jetzt dicht vor dir. Wir können ihn dir nur aufzeigen, gehen musst du ihn für dich alleine.

    Bis dann
    Nobby :?