Beiträge von Petter

    Lieber Hanseat,

    das mit der "Kopfsache" beim Rauch-Stopp erkläre ich mir so: die körperliche Sucht beim Rauchen hält sich i.d.R. in Grenzen: in den seltensten Fällen steht ein Raucher nachts auf, um schnell mal eine zu rauchen. Das Nikotin wirkt einfach nicht lange und wenn ich mich richtig erinnere, kam mein Kick beim Rauchen eigentlich immer nur bei den ersten Zügen. Alle weiteren Zigaretten qualmte ich aus Gewohnheit. Bei anderen Süchten, wie zum Beispiel beim Alkohol, drängte mich die körperliche Sucht irgendwann mehr, als die seelische. Es stellten sich komische Gefühle ein, die ich nicht zuordnen konnte (Entzug), aber ich wusste: mit einem Bierchen ist die Welt wieder in Ordnung. Ist man erstmal in diesem Stadium, kommt man vom Alk nicht mehr so schnell weg, denn man hat körperliche Entzugssymptome, die mit den seelischen Symptomen verhängnisvoll einhergehen. Beim Rauchentzug leidet man keinen körperlichen Entzug. Beim Rauchen entscheidet u.a. die Gewohnheit - wie man sich nikotinmäßig konditioniert hat: "Wann habe ich geraucht?" oder "Wieso habe ich zu welchen Situationen eine Zigarette angemacht?" ... Macht man sich das einmal klar, erkennt man schnell sein eigenes Rauchverhalten und kann ziemlich gut gegensteuern. Was wir hier aus unserem Notfallkoffer nehmen, kannst du genauso gut bei deiner Rauch-Entwöhnung einsetzen. Ich verwende ganz bewusst Entzug für Alkohol und Entwöhnung für Nikotin und ich denke, ich liege damit nicht falsch.

    Das alles macht die Entwöhnung nicht leicht. Aber sich sein Rauchverhalten bewusst zu machen, bevor man mit dem Rauchen aufhört, hilft sehr.

    Hofft:

    Peter

    Liebe Freunde,

    nach acht Jahren guten Lebens in meiner Wahlheimat Rheinland-Pfalz nehme ich Abschied von hier. Mein ganzes Arbeitsleben bin ich stets freiwillig von Ort zu Ort gezogen, immer auf der Suche nach einer schöneren Umgebung, nach besseren Arbeitsbedingungen, nach einem besseren Leben. Das hatte ich hier im Ahrtal gefunden. Die Jahre meiner zahlreichen Orts- und Arbeitswechsel waren sehr anstrengend und das habe ich nur durch mein nüchternes und trockenes Leben hinbekommen. Dieses Mal aber gehe ich aus Trauer und Verzweiflung von einem Ort fort, der mir viel mehr ans Herz gewachsen ist, als ich jemals zu glauben gehofft habe. Die Flut im Sommer hat das alles auf den Kopf gestellt, inklusive meines bis dahin geglaubten stabilen Lebens.

    Gestern habe ich innerlich einen Schlußstrich gezogen und heute habe ich begonnen, ganz vorsichtig meinen Weggang zu planen. Ich habe die Zusage eines neuen Arbeitgebers in der Tasche und ziehe zurück in meine alte Heimat im Norden. Es geht tief aufs Land, zwischen Bremen, Hamburg und Cuxhaven. Auf der Hinfahrt im Zug habe ich ab kurz vor Bremen die Landschaft bewusst aufgenommen und in mich gehorcht. "Willst du das? Geht das?" und je weiter ich fuhr, desto mehr konnte ich "Ja" sagen. Die flache Landschaft, die kleinen roten Backsteinhäuser, die vielen Kühe und Pferde. Es ist eine Rückkehr, die die Flut erzwungen hat. Und ich weiss, es wird nun eine gute Rückkehr. Zudem ist es eine Rückkehr in meine Kindheit. Meine Schwestern freuen sich, daß ich komme und ich freue mich auch.

    Noch nie habe ich an einem so verwüsteten Ort gewohnt, wie zur Zeit. Niemand verpflichtet mich, hier zu bleiben und das ertragen zu müssen. Ich bin flexibel und ich kann nach vorne schauen. Ich möchte nicht zu denen gehören, die hier jahrelang leidend bleiben wollen oder müssen. Ich gehe. Meine Trauer dauert nun seit dem 14. Juli. Ich kann hier nichts reparieren, aber ich kann meine Trauer nun langsam ablegen, bevor ich selber zum Trauerfall werde. Magenschmerzen, Herzrumpeln und ein Tinnitus reichen. Hier saugt das Elend sämtliche Lebensfreude auf. Das geht nicht. Nach einer dreimonatigen Frist kann ich den Arbeitgeber wechseln und umziehen. Bis dahin leiere ich den Hausverkauf an und suche etwas anderes im Norden. Ich habe ein gutes Leben verdient - und das hole ich mir nun zurück.

    Danke fürs Lesen.

    Peter

    Hallo Fabienne,

    "Endlich!" schoß mir gerade durch den Kopf ... Ich freu mich sehr für euch.

    Du hast das alles so toll gemacht - ich ziehe den Hut (den ich gar nicht hab, fällt mir gerade ein...)!

    Eine Bitte: nimm´eine Kiste Oettinger. Das genügt!

    LG Peter

    Guten Morgen liebe Freunde,

    dreimal werde ich noch wach - dann habe ich Urlaub. Auch wenn sich, wie ich in der letzten Nachricht schrieb, der Alltag wieder in mein Leben schleicht, ist das Außergewöhnliche leider immer noch sehr nachdrücklich vorhanden. Gestern war mein Klavierstimmer da, saß am Instrument und schaute aus dem Fenster. "Damit müssen Sie nun leben?" fragte er. .. Allein die Frage war ein Schlag. Später war ich in Bad Neuenahr beim Optiker, um meine neue Lesebrille abzuholen. Da saß ein alter Mann auf einem Stuhl, den Tränen nahe, weil er bisher (nach der Juli-Flut) noch nicht in der Stadt gewesen war: "Ich habe mich nicht getraut, sagte er ganz leise und erschüttert, "und nun weiss ich, warum." .. Immer wieder spüre ich bei solchen Situationen, wie mächtig sich die Tränen auch bei mir ihren Weg bahnen wollen.

    Seit einigen Tagen spukt im Kopf mein Abzug aus dieser so schrecklich verwundeten Gegend herum. Ich stöbere in Stellenanzeigen, schreibe Bewerbungen, spreche mit Freunden und meinen Schwestern. Es ist so viel zu bedenken, daß ich schon davor fast einknicke. Aber es sind auch ganz wichtige Gedanken und die zwei für mich im Moment wichtigsten Gedanken dazu sind: "Wie verändere ich mich angesichts dieser Katastrophe? und "Schaffe ich das überhaupt - hier wohnen zu bleiben und mich auch wohlzufühlen?" .. Die Folgen der Flut werden uns jahrelang beschäftigen. Immer noch haben wir keine Kanalisation, immer noch keine richtige Straßenbeleuchtung, immer noch kein Telefon, immer noch Schlammpisten statt Straßen. Meine Arbeit ist weggespült und statt bislang 10 MInuten Fußweg zum Bahnhof habe ich nun 70 Kilometer Autofahrt zu wuppen. Dazu kommt die Ungewißheit über den Wiederaufbau der Bahnstrecke, die meine Arbeit war, und die voraussichtliche Dauer des Wiederaufbaus, die schon jetzt weit hinter meinem Renteneintrittsalter liegt.

    "Da kannst du auch gleich gehen." geht (nicht nur) mir immer wieder durch den Kopf und das ist nicht ganz falsch. Ich bin erstaunt und glücklich, daß ich angesichts dieser ungeheuren Lage und Zustände noch einen klaren Kopf habe. Unvernebelt von Alkohol und Zigaretten. "Nüchtern bin ich am besten!" weiss ich sehr wohl von mir zu behaupten und das bleibt auch so. Die Wunden in der Seele sind riesig und was weiter auf mich zukommt, sollte ich diesen Schritt und einen Neuanfang wagen, ist ganz schön happig. Und doch ist es irgendwie "nur" wie bei einem Urlaub: Das Schlimmste an Entscheidungen ist die Vorbereitung, das Abwägen, das Hin und Her, das Toben der Gefühle gegen die Vernunft. Die Heimat zu verlieren ist schlimm. Seit der Flut weiss ich ein klein bisschen besser, was Flüchtlinge durchmachen. Naürlich nur ansatzweise, denn ich lebe nicht in einem Kriegsgebiet, auch wenn es hier so aussieht.

    Nun bin ich neugierig, ob ich mich (wieder) nur in einer Phase befinde, die zum Überleben gehört. Oder ob das schon etwas Wegweisendes ist, was ich da gerade in und an mir erlebe.

    Danke, daß ich das alles hier lassen kann.

    Peter

    Hallo Fabienne,

    du bist bisher alles gut und mutig angegangen und ich glaube, du wirst es auch zuende gehen. Aus deiner letzten Nachricht sprechen sowohl die Überzeugung, den eingeschlagegen Weg weiterzugehen - als auch die Erinnerung an eine schönere Zeit. Veränderungen tun mitunter sehr weh, aber manchmal sind sie die letzte Möglichkeit, auf einen für sich besseren Weg zu kommen. Zudem ist gar nicht gesagt - wie Sunshine schon schrieb - daß er nicht noch zur Besinnung kommt, wenn er erst einmal erkennt, wie gut es deinen Kindern und dir in einer neuen Umgebung geht. Momentan aber ist in keiner Weise erkennbar, daß auch er die Kurve zur Rettung seiner Familie kriegt. Also ist es allein an dir, diese Kurve zu nehmen. Für deine Kinder und für dich.

    Wenn du doch weisst, daß dein Grübeln dich so traurig macht, dann lass´es sein! Schau nach vorn. Das geht!

    Liebe Grüße

    Peter

    Was ich grad nicht ganz begreife: wir halten uns im Forum immer schön zurück, wenn es um Medikamente geht. Warum aber tauscht man sich hier mit frappierendem Allgemein- und Halbwissen über Vitamine aus? Das ist nämlich - wie auch eine Medikamentenverordnung - Sache der Ärzte und zwar nach einer Untersuchung und WAS in WELCHER Dosis und was nicht. Sich im Supermarkt oder Online Nahrungsergänzungpillen zu schnappen und einzuwerfen halte ich für ziemlich sinnlos und kann durchaus bedenklich werden - jemand schrieb schon was dazu. Wir sind i.d.R. keine Ärzte, sondern wir sind meist genesene Alkoholiker und auf diesem Gebiet ziemlich gute "Fachleute" :) Also lasst es uns doch so halten, wie wir es auch bei Medikamenten tun, meint:

    Peter

    Guten Tag Raini50,

    willkommen im Forum auch von mir - schön, daß du hier bist! Mein Trinkverhalten war zwar ein ganz anderes, mehr so tägliche Regelmäßigkeit. Dennoch kann ich mir zwei Dinge gut vorstellen, die dich gerade umtreiben.

    Das eine ist dein gewohntes Umfeld und die Schwierigkeiten, vor denen du plötzlich stehst, wenn du mit dem Trinken aufhören willst. Bei mir hiess es "Oje, mit dem Peter ist ja nix mehr los, das ist der totale Langweiler geworden." und so weiter. Das hat mich aber nicht gehindert, meinen trockenen und nüchternen Weg weiterzugehen und ich möchte dir das auch empfehlen, denn es lohnt sich enorm und wird dich um ein Vielfaches belohnen.

    Das andere ist deine Suche nach dem WARUM? und das du nicht verstehen kannst: "wieso gerade ich, wieso Abstürze in diesem Zeitrahmen, wieso, wieso..."

    Glaub mit bitte, auch wenn es sich komisch anhört: diese Fragen sind sinnlos und werden dir nicht weiterhelfen, da hat Cadda schon was zu geschrieben! Allein weiterhelfen kann dir dein Entschluß, nicht mehr zu trinken und nun alles anzugehen, was du dazu brauchst: du hast dich bereits einer Ärtzin anvertraut und du bist dabei, die Frau & Freunden zu öffnen. Zudem hast du dich hier angemeldet. Lies dich hier ein und durch - du wirst viele Parallelen erkennen. Und für Fragen aller Art sind wir hier :)

    Ich wünsch dir viel Glück auf deinem neuen Weg!

    Peter

    Nur weil das Buch von Carr damals nicht geholfen hat, muss das heute nicht genauso sein, oder?

    Alles hat seine Zeit. Lies es nochmal, auch vor dem Hintergrund deiner Trockenheit. Du bist weiter, als damals. Du wirst es jetzt anders lesen und verstehen. Der Begriff Freiheit wird dir vermutlich nicht mehr aus dem Kopf gehen, und das ist auch gut so.

    Wenn ich mal direkt antworten darf, Hanseat?

    Zitat: "Meine Chancen stehen schlecht, aber ich werde es mal ernsthaft versuchen." ist ganz schlecht - so wird das nix :) Du baust ja schon dem Versagen vor!

    Nun aber:

    1. Gute und wunderbare Idee! :)

    2. Bereite es mental vor - du bist ja schon dabei!

    3. Stell sich drauf ein ohne Angst.

    4. Freu dich auf ein neues Abenteuer!

    5. Sei mutig!

    Ich drück die Daumen! Und: Bücher zum Thema gibt es unendlich viele. Sie helfen bei der Einstimmung.

    Lieben Gruß, Peter

    Lieber Raucher, Ex-Raucher und Nichtraucher,

    das ist ein gutes Thema. Es gibt so einige Verhaltensähnlichkeiten beim Rauchen im Vergleich zu anderen Abhängigkeiten, wie Alkohol oder Cannabis. Die Suchtverlagerung lasse ich mal etwas beiseite - die liegt ohnehin auf der Hand. Bei mir verlagerte sich das am Anfang zum Sport. Aber Suchtverlagerung ebbt eigentlich irgendwann wieder ab. Beim Rauchen wird das jedoch schwer.

    Die für mich auffälligste Ähnlichkeit zur Alkoholabhängigkeit ist beispielsweise die Bevorratung, die ich immer wieder beobachte und erzählt bekomme. Morgens keine Kippen im Haus? Undenkbar. Da krabbelt Mann oder Frau lieber abends noch aus dem Bett, um sich anzuziehen und "schnell" Kippen für den nächsten Morgen zu holen. Sogar, wenn es draussen regnet. Ein Glück, wenn man einen Hund und damit Grund hat, nochmal das Haus verlassen zu "können" ;) ... Was für ein Aufwand. Das ist nicht rational, oder? Oder der Satz: "Ich kann ja jederzeit aufhören." ... Das mag stimmen, was den unbestimmten Zeitpunkt angeht, aber das war es dann auch schon mit der Freiheit, einfach aufhören zu können. Das geht eben nicht so einfach, sonst würden viel mehr Menschen mit dem Unsinn Schluß machen. Das Suchtpotential von Nikotin ist enorm, es wirkt halt nur nicht besonders lange und darum greift man immer wieder "mal" zu einer Zigarette. Bei mir waren das "mal" am Ende 40-50 Zigaretten.

    Beim Kiffen kehren sich all jene "Erscheinungen" von Cannabis-Konsumenten im Laufe der Jahre ins Gegenteil, wegen derer sie mal mit Zeug angefangen haben: zur Ruhe kommen, einschlafen können, relaxen. Einsicht? Nein. Meist ist die Welt schlimmer geworden, am Konsum aber liegt es nicht und weil ja alles so schlimm ist, wird sich weiter betäubt. Ein Hamsterrad.

    Man könnte diesen armen Rauchern drastisch sagen: was auch immer ihr macht: es löst sich in Luft auf. Das Rauchmaterial, aber auch eure Gründe, es zu tun und euer Geld: *puff* und weg ist alles schön geredete Zeug für den kurzen Augenblick des Genusses. Es interessiert sie aber nicht, denn die Sucht hat sie voll im Griff und lächelnd stecken sie sich die nächste Kippe an.

    Ich war mir am Ende meiner Rauch-Karriere dermaßen zuwider, weil ich aus jeder Pore nach Qualm stank, daß ich Auswege suchte und besonders, weil ich hustete, ohne krank zu sein. Ich musste erleben und erkennen, daß es wirklich verdammt schwer ist, damit Schluß zu machen. Bis heute empfinde ich meinen Ausstieg vom Rauchen viel schwerer als meinen Ausstieg vom Saufen. Alkohol hat mein Leben natürlich viel grausamer beeinträchtigt, als das Rauchen. Aber die Sucht war nicht weniger und das Ende schwer. Es musste, und das war meinem Alkohol-Ende ähnlich, im Kopf *klick* machen. Ich hatte eine Art Sättigungspunkt erreicht und mir gesagt: "Warte ab, hab´es im Kopf und such dir den richtigen Zeitpunkt." Bei der nächsten starken Erkältung habe ich die Gelegenheit genutzt und immer Tag für Tag auf die Kippe verzichtet. Vorher habe ich immer wieder im Buch "Endlich Nichtraucher" gelesen, was ich mir als Vorbereitung für den Tag X besorgt hatte. Immer und immer wieder habe ich darin gelesen und vieles nicht so recht verstanden, aber ich habe es einfach gemacht und mich von Augenblick zu Augenblick gehangelt. Mein Stolz war schon am ersten Morgen nach einem Tag ohne Kippe riesig. Anderer Geschmack im Mund und der Wunsch nach einem Tag "mehr" ohne Nikotin. So genoß ich meine starke Erkältung sehr, weil ich sie benutzt habe, um diese Sucht loszuwerden. Das hat bis heute gehalten - und das war 2004 :) Ich muss gerne zugeben, daß mir der Erfolg Auftrieb gab und Mut machte, auch meine Alkoholsucht anzugehen. Das hat dann zwei Jahre später geklappt.

    Wer sich Gedanken macht, aufzuhören:

    1. Such dir einen guten, einen "richtigen" Zeitpunkt aus, der dir

    2. ermöglicht, das ohne Beeinflussung von außen durchzuziehen.

    3. Geniess jede Minute und bei Rauchdruck denk daran, warum du das erfolgreich beenden möchtest. Ziele setzen hilft.

    Ein gutes Thema, danke dafür. Nun bin ich weiter sehr gespannt, was andere dazu schreiben!

    Lieben Gruß,

    Peter

    PS: Sehr bezeichnend ist der immer wieder gehörte Vorwurf von Rauchern: "Ehemalige Raucher sind die schlimmsten Nichtraucher!" .. Dieser Spruch hat mich jahrelang genervt, weil er so dämlich ist. Heute sage ich dann: "Ich war auch mal nikotinabhängig. Ich kenne jede deiner Ausreden." und dann ist meist Ruhe. :lol:

    Hallo Jas,

    es gibt ganz sicher andere und bessere Methoden. Sich auf die Nachtruhe einstellen zum Beispiel. Gegen Abend alles runterfahren. Nicht mehr in Bildschirme also Fernseher, Handy oder Computer schauen, sondern damit mindestens eine Stunde vor dem Zubettgehen Schluß machen. Was warmes trinken, einen Kakao zum Beispiel. Lesen. Sich bewusst machen, daß man anders lebt und anders leben möchte. Sich klar machen, daß es ein schöneres und lebenswerteres Leben ist.

    Vor allem aber Geduld aufbringen. Vieles ist in deinem Körper durcheinander geraten und das wieder in den "Normalbereich" zu bringen, dauert einfach. Psyche, Stoffwechsel und vieles mehr. Damit Geduld zu haben ist viel besser, als sich mit Nebenwirkungen herumzuschlagen, die man ja auch nicht haben möchte. Jedes Schlafmittel birgt die Gefahr einer Gewöhnung. Vom Regen in die Traufe - das sollte man besser gar nicht anfangen!

    Liebe Grüße,

    Peter

    Hallo Myopie,

    auch von mir noch ein herzliches Willkommen im Forum und natürlich Glückwunsch zum ersten alkoholfreien Monat. Damit bist du schon sehr weit!

    Was ist so gar nicht verstehe: warum lässt du das Einfachste liegen? Wenn du dauerhaft nüchtern und von Alkohol befreit leben willst, ist die eigene Wohnung elementar wichtig. Warum ist dort noch Alkohol? Aus Gewohnheit? Wenn die "Plörre" ohnehin ungenießbar ist - warum wirfst du das Zeug nicht raus? Du beginnst einen ganz neuen Lebensabschnitt - was haben da "Erinnerungen" an Urlaube zu suchen, die aus Alkohol bestehen? Das geht mir nicht in den Kopf und ich halte es für zumindest sehr fahrlässig. Wenn dich nämlich doch mal der Teufel im falschen Augenblick anpiekst, wirst du auch die "Plörre" aufreissen und saufen, so ist das. Genauso verhält es sich mit Wein im Keller. Was gibt es schöneres, als wenn der Weg für einen Alkoholiker nicht weit ist?

    Myopie - ein guter Monat ohne Alkohol ist eine schöne Leistung. Mach´sie dir nicht kaputt mit blöden Erinnerungen. Alkohol hat im Umfeld eines trockenen Menschen nichts zu suchen. Wirf´das Zeug weg oder verschenk es.

    Sagt dir:

    Peter


    Und Paulchen Panther sagt dazu: "Denn die Nähe der ersehnten Tränke erhöht die Sprungkraft der Gelenke!" was man überstzen könnte mit: wenn Alkohol in der Nähe ist, geht alles viel schneller - auch der Rückfall.

    Hey Duke,

    ich mache die Anrede mal etwas lockerer. Überssetzt wärst du ja ein Herzog oder Fürst - dann würde ich dich natürlich distanzierter anreden :D

    Zuerst mal ein DANKE für deine Schilderung deines kalten Entzuges. Das habe ich so deutlich noch nie gelesen und natürlich gehört diese drastische Schilderung in ein Forum wieder dieses. Wohin sonst? Drei Jahre hast du schon geschafft. Ich würde mal sagen: bleib dabei und entsorge die überflüssige Flasche hinter dem Fischfutter, sonst gehen die Fische noch daran. Weg damit!

    Im Gegensatz zu dir konnte ich selbst beim Motorrad fahren den Alkohol nicht lassen und das nicht nur einmal. Es ist ein Wunder, daß ich heute hier schreibe und mich schauderts, wenn ich an meine Leichtsinnigkeit zurückdenke.

    Ich freu mich, mehr von dir zu lesen! Herzlich willkommen im Forum.

    Peter

    Hallo Jas,

    auch von mir herzlich willkommen - schön, daß du hier bist!

    Etwas Aufmunterung: ich hatte nur anfangs Schwierigkeiten. Ich denke, man braucht Geduld. Wenn du es dir erlauben kannst, dann würde ich mit den Schlaftabletten sehr sparsam sein und die Packung mit spitzen Fingern anfassen. Man gewöhnt sich leider zu schnell daran und zudem ist es auch kein echter, natürlicher Tiefschlaf.

    Vielleicht nutzt du die Zeit des Nichtschlafes für ein Buch - oder schreibst auf, was dich bewegt.

    Hab Geduld! Es wird!! :)

    Lieben Gruß,

    Peter

    Meines Wissens war in dieser sog. "Milchschnitte" früher deutlich mehr Alkohol enthalten, genauso wie in den "YES-Törtchen". Damals gab es langsam steigende Proteste gegen diese Produkte, die vor allem von Kindern gegessen wurde. Ich glaube, die hiess sogar mal "Kinderschnitte", aber das weiss ich nicht mehr so genau.

    Was ich weiss: in fast allen Fertigkuchen von Dr. Oetker ist Alkohol drin, sogar in Marmorkuchen. Also Finger weg und selber backen - ohne Alk :)


    PS: In einer "Kinderschnitte" sind natürlich keine Kinder drin, genauso wie keine Katzen in "Katzenzungen" stecken. Von daher sagt der Name "Milchschnitte" ja alles. Vor allem Zucker ist da drin - aber "Zuckerschnitte" hätte man das Ding nie und nimmer genannt! :mrgreen:

    Guten Morgen liebe Freunde im Forum,

    mir gehts heute ganz gut, der Alltag schleicht sich endlich endlich endlich zurück in mein Leben. Bestimmt von der Arbeit und dem Tages-Rythmus hole ich mir Tag für Tag die Stabilität zurück, die mir die entsetzliche Flut am 14. Juli fast genommen hatte. Nichts ist schlimmer, als der Verlust von Vertrauen und Lebensgewissheiten.

    Immer weniger erlebe ich die Attacken meiner Tränen, die mit Macht raus wollten. Gestern mal wieder kurz, aber ich habe das langsam immer besser im Griff und lerne damit umzugehen. Ein Zulassen meiner Gefühle, aber kein Zulassen, daß diese Gefühle die Kontrolle über mich bekommen. Auch das erfordert wieder mal eine Mischung aus Disziplin... und großer Dankbarkeit, daß ich überlebt habe, daß mein Schaden sich in Grenzen hält.

    Und wieder ist es wirklich ein Wunder, daß ich mich in diesen schrecklichen Monaten nicht einmal mit Alkohol betäuben wollte.

    Das Leben geht weiter - geniessen wir es. Nüchtern im Leben und mit klarem Verstand :) schaffen wir fast alles!

    Liebe Grüße aus dem Ahrtal

    Peter

    Hallo Christian,

    herzlich willkommen im Forum auch von mir. Hier bist du richtig! Was freu´ich mich, daß noch ein "alter Hase" hier bei uns angeklopft hat! Womit natürlich nicht unser Lebensalter, sondern unsere Trockenzeit gemeint ist :)

    Danke für deinen offenen Beitrag, in dem du deinen dramatischen Tiefpunkt schilderst. Auch wenn ich schon etwas länger trocken & nüchtern bin, fasst mich so eine Geschichte immer wieder an: sie zeigt, wo wir herkommen und was möglich ist, wenn wir den kleinen Ausgang zum Leben finden und nutzen!

    Ich freue mich, weiter von dir zu lesen!

    LG

    Peter