Beiträge von Immergrün

    Liebe anima,

    das was Melanie geschrieben hat, kann ich unterschreiben.

    Genau das versuche ich meiner Mutter gerade klar zu machen. Dabei passiert es, dass ich sie verletzte. Aber nur, weil sie zu viel von mir verlangt. Nur weil sie immer gleich springt, wenn jemand sagt hüpf. Mach ich das nicht auch, aber genau das will sie. Wenn sie alles macht, muss ich auch alles machen. Ich konzentriere mich auf mich und sage NEIN.

    Ich kann nicht ihre Probleme lösen. Sie hat sich doch damals für diesen Weg entschieden. Und sie entscheidet sich jeden Tag neu dafür.

    Bei uns ist das so, dass meine Mutter manchmal anscheinend nicht daran denkt, wie alt ich bin. Ich finde es normal, dass man einer 10 Jährigen Pflichten aufgeben kann, auch wenn man 17 oder 19 ist. Aber irgendwann geht das nicht mehr. Dann muss man ansehen, dass die Kinder erwachsen sind. Das man ordentlich Dinge absprechen muss. Wenn man zusammen lebt, dann sollte es einer WG gleichen, wo jeder ein Mitspracherecht hat, wer was macht.

    liebe Grüße
    Laura

    Zitat von Maxima888


    Vorallem fällt mir schwer den Unterschied zu sehen, ob ich gerade das mache, was ich möchte, oder ob ich einfach nur nicht das mache, was meine Eltern wollen.

    Hallo Maxima,

    den Unterschied zu finden, geht nicht von heute auf morgen. Aber wenn man anfängt, Sachen zu hinterfragen, bekommt man dafür ein Gefühl. Ich habe irgendwann bemerkt, dass ich immer gedacht habe "ich muss". Und nur ganz selten "ich will". Also habe ich angefangen, es nicht zu machen, wenn mein Kopf "ich muss" dachte. Das geht sicher nicht bei allen Sachen. Aber ich habe gestaunt, wie viele es im Endeffekt waren.

    Dabei hat mir meine Wut geholfen, dadurch habe ich angefangen an mich zu denken.

    liebe Grüße
    Laura

    Hallo Maxima,

    ja es ist schwer von einer Sache Abstand zu bekommen, wenn man damit täglich konfrontiert wird. Wann planst du denn auszuziehen?

    Eine Sache habe ich mir selber nie erlaubt, nämlich Fehler zu machen. Meine Eltern haben mir immer (und versuchen es noch heute) erzählt, wie was gemacht werden muss. Es gab also nur ihren Weg. Irgendwann musste ich aber meine Eltern in Frage stellen, weil besonders mein Vater mich immer wieder mit seinem Verhalten verletzt hat. Und gleichzeitig erzählt er mir, wie sehr er mich liebt. Erst da habe ich versucht, meins zu finden. Ich denke, wenn man jemanden liebt, tut man ihm nicht weh.

    Auch deine Eltern sind nur Menschen. Sie sind erwachsen, aber du bist auch erwachsen. Du darfst das machen, was du möchtest. Du musst auch kein schlechtes Gewissen haben, weil du etwas anders machst als deine Eltern. Du darfst deine eigenen Werte setzen und danach leben.

    Ich habe auch gehofft, dass meine Mutter mich mehr unterstützen würde. Aber viel wichtiger ist es, dass ich selber an mich glaube. Mein Vater hat letztens wieder gesagt, ich könnte stolz darauf sein, seine Tochter zu sein! Mal ganz ehrlich, da kann ich genauso gut stolz darauf sein, dass ich ein Mensch bin. Ich kann doch nur auf Sachen stolz sein, die ich selber geschafft habe.

    Du wirst zwar immer das Kind deiner Eltern bleiben, aber du bist kein Kind mehr. Es ist egal, wie deine Eltern dich sehen. Weil ihre Meinung wirst du nicht ändern können, aber du kannst anfangen, dich selber anders zu sehen. Weil du kannst dich ändern.

    liebe Grüße
    Laura

    Hallo Maxima,

    willkommen hier im Forum.

    Es ist vermutlich ein typisches Verhalten, was deine Eltern an den Tag legen. Es gibt kein Problem mit Alkohol, also muss es auch nicht gelöst werden. Bei uns zu Hause wurde auch sehr selten, über Alkohol geredet, aber es wurde nie thematisiert, dass mein Vater Alkoholiker ist, er trinkt halt manchmal nur zu viel. Ich habe mal mit 22 zu einer Freundin gesagt, dass mein Vater Alkoholiker sei und habe mich dafür Monate gehasst. Ich habe erst mit 27 wirklich den Ausmass seiner Erkrankung erkannt. Ich finde es erschreckend wie lange ich gebraucht habe.

    Lass dir nicht einreden, dass du es falsch siehst. Ich habe auch immer gedacht, weil ich kein Alkohol trinke, könnte ich nicht einschätzen, was zu viel und was normal ist.

    Ich habe viel hier im Forum gelesen, dass hat mir sehr geholfen. Erschreckend war, wie oft ich mich in Texten wiedergefunden habe.

    liebe Grüße,
    Laura

    Hallo Hanna,

    willkommen hier im Forum, schön das du den Weg hergefunden hast.

    Ich finde nicht, dass du gemein bist. Du schützt nur dich selbst. Ich denke nicht mehr so, ich sehe mich nicht als gemein wie ich mich verhalte. Ich finde, dass das mein Recht ist, an mich zu denken. Ich habe die letzten Jahre meine Kraft und Energie in meine Familie gesteckt, und das hat mir nicht gutgetan. Ich bin immer unglücklicher geworden.

    Sicher können wir Verhaltensweisen die uns von unseren Eltern beigebracht wurden, nicht von heute auf morgen ablegen. Das dauert seine Zeit, und am Anfang tut es weh. Aber für mich ist es mit der Zeit leichter geworden. Ich sperre mich nicht gegen meine Familie, aber was mir nicht guttut, lass ich nicht an mich ran. Ich versuche mich einzeln zu sehen, und nicht Teil des Ganzen.

    liebe Grüße
    Laura

    Hallo sadgirl,

    ich habe mich auch immer gefragt, warum trinkt mein Vater. Sieht er nicht, was er sich und auch uns damit antun. Warum macht er das?

    Und dann habe ich meinen Weg zu diesem Forum gefunden. Ich habe erst nur gelesen. Und habe meine Fragen gefunden. Irgendwo stand da eine Antwort, die mir sehr geholfen hat. Sein Leben funktioniert mit Alkohol. Seine Familie ist ja noch bei ihm. Seine Arbeit ist ja auch noch da. Die wenigen Freunde die er hat, sind auch noch da. Und wenn nicht, dann hat er sie aus seinem Leben verbannt. Warum sollte man sein Leben ändern, wenn es funktioniert. Und bei deiner Mutter wird es ähnlich sein. Warum solllte sie etwas ändern, wenn ihr Leben so funktioniert. Ein Alkoholiker hört erst auf, wenn sein Leben für sich nicht mehr funktioniert. Wenn er einiges verloren hat, und versteht, dass er selbst Schuld hat und nicht irgendwer anders.

    Damals habe ich für mich verstanden, mein Vater wird nie aufhören zu trinken. Es gibt keine Hoffnung. Denn er wird nie so weit fallen, dass er nichts mehr im Leben hat. Und wenn, dann würde es mich sehr überraschen. Erst als ich aufhören konnte zu hoffen, konnte ich ihn loslassen. Und habe versucht, mein eigenes Leben in den Griff zu bekommen.

    Ich habe dann zu ihm gesagt, dass es okay ist, dass er trinkt. Aber das ich es nicht ertrage ihn trinken zu sehen. Und das ich deshalb Abstand von ihm nehme.

    Es ist nicht einfach, aber ich versuche, mehr mich zu sehen, als meine Eltern. Ich will ihnen zwar keine Schuld geben, wie mein Leben ist. Aber ich will mir nicht weiter mein Leben versauen lassen, indem ich mich in ihre Sachen reinziehen lasse. :roll:

    liebe Grüße
    Laura

    Hallo sadgirl,

    willkommen zurück hier im Forum.

    Mein Vater trinkt auch, und wir haben auch ein Familienbetrieb. Kann mir ungefähr vorstellen, wie es bei euch aussieht.

    Ich weiß nicht ganz, wo ich anfangen soll. Glaubst du ein Kind sollte seine Eltern kontrollieren? Deine Mutter ist ein erwachsener Mensch. Wenn sie trinken möchte, kann sie trinken. Wenn sie Hilfe haben möchte, wird sie Hilfe bekommen. Aber du kannst sie weder zwingen Hilfe anzunehmen, noch kannst du sie kontrollieren. Das gilt auch für deinen Vater. Er ist nicht für deine Mutter verantwortlich.

    Jeder Mensch hat das Recht, das Leben so zu führen wie er will. Und ganz ehrlich, wir Kinder sind nicht für unsere Eltern verantwortlich. Auch nicht, wenn wir Erwachsen sind. Sie haben ihr Leben und wir haben unser Leben.

    Auch wenn du noch Student bist, hast du ein Recht auf ein selbstbestimmtes Leben. Geh weiter deinen Weg.

    liebe Grüße
    Laura

    liebe anima,

    ich glaube, ich habe in den letzten Tagen x-mal gesagt, dazu sage ich nichts. Ist nicht meine Sache. Sicher brennt mir ein Kommentar auf der Zunge, aber ich schluck es runter.

    Das ist sehr anstrengend. Aber langsam hören sie auf mich zu nerven beziehungsweise nicht in ihren Kram reinzuziehen.

    Wann kannst du denn ausziehen?

    liebe Grüße
    Laura

    Ohje! Ich habe meine Mutter vor zwei Wochen angeschreien. Ich konnte einfach nicht mehr. Sie ist doch nach der Trennung über mir eingezogen und hat mir alles abgenommen. Echt ich musste überhaupt nichts mehr bei mir machen. Und wenn ich was gemacht habe, war ich ihr zu langsam. Sie verbreitet immer so einen Stress...

    Es tut mir wirklich leid, dass ich meinen Frust an ihr ausgelassen habe. Sie macht wirklich viel für uns. Ich könnte sie nachts anrufen und sagen, dass sie mich abholen muss aus, und sie würde kommen. Nur ich wünschte mir wirklich mehr Unterstützung und Zurückhaltung von ihr.

    Aber ich kann meine Mutter nicht ändern. Sie ist doch viel älter als ich, sie hat ihren festen Charackter. Ihr wird immer irgendein Satz rausrutschen, mit dem sie mir auf den Schlips tritt. Sie meint es eigentlich nicht böse. Ich habe ihr gesagt, dass ich mehr Freiraum brauche, und das ich kein Kind mehr bin. Seitdem darf ich meine Wäsche wieder selber waschen. ;)

    Du hast schon 4 Monate geschafft, die letzten beiden schaffst du auch noch!
    lg, laura

    Hallo Lina,

    ich kann nur sagen, dass Line vollkommen Recht hat. Wenn dein Vater ohne euch ausziehen würde, würde eure Mutter es an euch auslassen. Du schreibst ja jetzt schon, dass sie es macht.

    Wenn deine Mutter so ist, wie du sie beschrieben hast, wäre es doch besser für euch, wenn ihr sie nicht mehr täglich sehen würdet. Was ich jetzt schreibe hört sich hart an, aber wenn deine Eltern sich trennen, muss deine Mutter selbst sehen, wie sie ihr Leben schafft. Da ist egal, wie viel Geld sie verdient. Besonders ist es nicht dein Problem.

    Wie sollte denn eine Mutter sein? Ein Kind sollte sich geschützt und sicher bei ihr fühlen. Und das tust du nicht. Sicher liebt man als Kind seine Eltern, aber manchmal muss man um sich selbst zu schützen, gehen.

    Wie Line schon schreibt, dann muss der Alltag umstrukturiert werden. Wenn dein Vater da ist, kauft er genug ein. Wenn was kleines fehlt, kann deine Schwester auch mal einkaufen gehen. Sicher dadurch könntet ihr beide schneller erwachsen, aber das würdet ihr wahrscheinlich auch bei euerer Mutter.

    Ich hoffe, ihr habt am Wochenende miteinander gesprochen.
    viele Grüße
    Laura

    Liebe anima,

    da hatte ich ja den richtigen Eindruck. :)

    Aber mir wurde so oft im Leben erzählt, dass das schlimmste was passieren kann eine Trennung ist. Das mir heute davon schlecht wird. Bei uns wurde so oft darüber geredet, immer wenn meine Mutter meinen Vater zu doll unter Druck gesetzt hat. Aber eine Trennung kam nie in Frage, weil das den Kindern schadet. :x

    Ja ich sag auch ständig, ich lüge nicht mehr. Mein Vater hat doch tatsächlich erst letztens zu mir gesagt, aber nicht das du wieder petzt! Ich dachte ich spinne. Ich meinte nur, dass er seine Spielchen ohne mich machen muss. Es ist wirklich traurig, was der Alkohol aus ihm gemacht hat...

    Also Kopf hoch, irgendwann fühlt sich das alles nicht mehr so komisch an. Bleib bei dir, und hör auf deinen Bauch.
    liebe Grüße,
    Laura

    Hallo Lina,

    willkommen hier im Forum. Sicher bist du hier richtig. Du denkst zwar im Moment, dass es um deine Schwester geht, aber es geht auch um dich. Du versucht deiner Mutter zu helfen, du unterstützt deinen Vater und du versuchst deine Schwester zu schützen.

    Aber mal ganz ehrlich, normalerweise sollten die Eltern ihren Kinder helfen, unterstützen und schützen. Und ich meine damit nicht nur deine Mutter, sondern auch deinen Vater. Sie sind die Erwachsenen, und sie sind viel älter als du. Du bist für deine Schwester nicht verantwortlich, dass sind deine Eltern.

    Und wenn du weißt, was mit deiner Mutter los ist, dann sag es deiner Schwester. Warum sollst du lügen? Aber eins sollte dir klar sein, niemand kann deiner Mutter helfen, außer sie selbst.

    Bei uns in der Familie wurde über das Thema nie gesprochen, jeder wusste zwar, dass mein Vater Alkoholiker war, aber es wurde nicht beim Namen genannt. Als ich es dann das erste Mal ausgesprochen habe, haben mich meine Freunde mit großen Augen angesehen und gesagt, das wusste ich doch. Das Thema wird totgeschwiegen und verkannt.

    Mein kleiner Bruder ist zwar schon ein wenig älter als deine Schwester, aber mein Vater belabbert ihn ständig. Am liebsten würde ich mich dazwischen drängen und den Kleinen beschützen, aber das geht nicht. Wenn es ihm zu viel wird, muss er gehen. Ich habe ihm gesagt, dass er jederzeit zu mir kommen kann. Ich rede ein wenig darüber und er hört zu. Er will nicht darüber sprechen und das akzeptiere ich. Jede geht anders damit um. Aber ich bin froh, dass ich ihm sagen kann, dass da was nicht richtig läuft.

    viele Grüße,
    Laura

    Hallo Kämpferherz,

    na dann verstehe ich die Reaktion von deiner Schwiegermutter überhaupt nicht. Es kann natürlich sein, dass sie der Meinung ist, dass man mit seinen Eltern reden musst. Diese Diskussion führe ich zur Zeit mit meiner Mutter wegen meinem Vater. Aber das ist nicht so wichtig, wieso sie so gehandelt hat. Es ist dein Leben und du entscheidest darüber.

    Wenn du dir ausgenutzt vorkommst, kannst du es ihr sagen. Ich weiß ja nicht, wie oft ihr euch seht und wie nah sich dein Freund und seine Mutter stehen. Aber du musst es ihr auch nicht sagen, und kannst dich auch einfach erstmal zurückziehen. Es ist seine Mutter und er kann dafür sorgen, dass sie ihr Enkelkind sieht.

    Und was deine Verwandtschaft nun macht ist doch egal, manche Leute müssen lästern, damit ihr Leben nicht so trostlos ist. Wochenbettdepression ist eine Krankheit, wer das nicht versteht, ist selber Schuld.

    liebe Grüße
    Laura

    Hallo Kämpferherz,

    reagierst du so heftig, weil hinter deinem Rücken über dich geredet wurden ist, als offen mit dir oder weil man dir nicht zutraut, dass du deine Probleme selbst bewältigen kannst?

    Ich finde das auch nicht in Ordnung, dass sie sich so in dein Leben mischt. Ich denke mal, dass wird sie jetzt auch mitbekommen haben. Anderseits könnte es sein, dass sie verstehen wollte, was eine Wochenbettdepression ist und wie man dir helfen könnte, warum sollte sie sonst ihren Arzt fragen. Ich weiß nicht, wie euer Verhältnis ist, aber vielleicht hatte sie einfach Angst vor deiner Reaktion, wenn sie dich gefragt hätte. Sag ihr einfach, dass sie mit dir reden kann, und das du nicht willst, dass sie Dinge für dich hinter deinem Rücken regelt, dass du zu ihr kommst, wenn du mal ihre Hilfe brauchst. Wenn sie sich nicht daran hält, kannst du dich immer noch zurückziehen.

    liebe Grüße
    Laura

    Liebe anima,

    ach irgendwie weiß ich gar nicht, was ich dir genau schreiben soll. Dabei hat meine Mutter genau das gleiche zu meinem Vater im April gesagt. Eine Woche später haben sie sich getrennt. Und meine Mutter hat es gemacht, weil ich meinte, ich will ihn nicht mehr sehen. Sie hatte Angst, sie sieht mich dann auch nicht mehr. Also wahrscheinlich war das der Auslöser für sie, alles mal klarer zusehen.

    Aber für mich war die Trennung nicht schlimm. Ich bin dadurch nicht noch tiefer ins Loch gefallen. Ich war der Meinung, nur durch Veränderungen kann sich was ändern. Außerdem hab ich mir schon seit Jahren gewünscht, dass sie sich trennen. Da war für mich keine Liebe. Es war keine Harmonie in unserer Familie.

    Ich war damals viel mit dem Hund unterwegs, bin in den Urlaub gefahren, habe wieder angefangen zu lesen, Filme gesehen... Musste mir aber selber oft sagen, dass meine Mutter eine erwachsene Frau ist und ich ihr nichts einreden kann. Aber ich wusste einfach für mich, dass meine Familie keine Familie ist, so wie ich sie mir gewünscht habe. Dennoch habe ich eine Familie.

    Also du bist kein dummes Kind. Du hast nur deine Gefühle, die du hast in Worte gefasst. Und daran ist nichts falsches.

    liebe Grüße
    Laura

    Liebe Moni,

    ja du hast ein Recht auf ein eigenes Leben. Auch als Mutter. Ich glaube, für mich wäre vieles einfacher, wenn meine Eltern uns nicht immer als Einheit gesehen hätten. Also wenn es nicht immer WIR geheißen hätte, sondern auch mal ICH.

    Meine Mutter ist eine Übermutter. Sie hat immer versucht, das Beste für uns zu machen. Nur leider kann ich das gerade nicht annehmen. Ich frage mich ständig, warum sie dann nicht vor Jahren unseren Alkoholiker-Vater verlassen hat. Das steht unserer Beziehung im Weg. Und ich will Abstand und sie klammert, weil sie sonst niemanden hat. Meine Schwester hat sich schon vor Jahren distanziert, was ich immer schade fand und nun verstehen kann. Ja meine Mutter drückt mir auch immer ihre Sichtweise der Welt auf.

    Ich weiß nicht, was richtig wäre in unserer Situation. Und frage mich ständig, ob ich meine Kinder gehen lassen könnte. Mich stellt sich die Frage noch nicht, weil ich noch keine habe. Aber machen Kindern Eltern immer Vorwürfe, weil irgendwann irgendwas falsch gelaufen ist?

    Ich will damit sagen, ich habe eine tolle Mutter, die ständig ja sagt. Aber das ist selbstverständlich. Sie hat mich so erzogen und erwartet von mir auch, dass ich ständig ja sage. Und das ich dankbar dafür sein soll, dass sie alles macht. Aber sie macht mir damit mein Leben nicht einfacher. Indem sie mir Sachen abnimmt, muss ich sie nicht selber machen. Aber ich frage sie nicht mal, ob sie es macht. Sie macht es einfach. Ich brauche keine Hilfe, und sie denkt aber ich brauche welche. Deshalb wäre es mir lieber, wenn sie auch mal nein sagt...

    liebe Grüße
    Laura

    Hallo anima,

    ich hatte das schon ganz vergessen, aber das habe ich auch gemacht. Wir saßen am Tisch, meine Eltern fingen anzustreiten und ich habe versucht, da Ruhe reinzubringen, damit das Problem gelöst wird.

    Es wurde nie ein Problem gelöst. Einfach weil unsere Eltern Menschen sind, die wissen wer sie sind. Also sie sind für sich irgendwo angekommen. Sie hatten sie vorgenommen zu Heiraten, Kinder zu bekommen usw. Und das haben sie gemacht, selbstverständlich haben sie auch Probleme. Aber das sind ihre Probleme. Dafür sind ihre Kinder nicht verantwortlich. Und wir Kinder können unsere Eltern nicht ändern. Wir Kinder können die Probleme unserer Eltern nicht lösen.

    In uns ist doch immer noch die Hoffnung, dass irgendwann alles gut ist. Aber für unser Glück, sind nur wir verantwortlich. Sicher erträgt man es schwer, wenn die Eltern streiten. Aber ich bin dann weggegangen. Wenn sie schon streiten, will ich nicht dabei sein. Wenn man nicht zu Hause wohnt, ist es einfach das zu sagen. Aber die letzten zwei Jahre war ich ständig bei ihnen. Ich bin dann einfach in den anderen Raum oder bin spazieren gegangen...

    liebe Grüße,
    Laura

    Hallo Dani,

    herzlich willkommen hier im Forum. Du bist hier richtig, hier sind wir alle erwachsene Kinder von Alkoholikern. Und das bist du auch Erwachsen. Das war eine der ersten Sachen die ich verstehen musste. Ich bin Erwachsen und mein Vater auch. Ich habe mein Leben und mein Vater hat sein.

    Ich habe mich lange Zeit nicht getraut, diesem Mann zu widersprechen. Sein Wort war Gesetz. Nicht mal heute kann meine Mutter mich da verstehen. Und ich selber finde es erschreckend, mit 27 so von seinem Vater abhängig zu sein bzw gewesen zu sein.

    Also um die Angst loszuwerden, musst du von ihm weg. Am einfachsten ist es, wenn du einfach ausziehst. Da das Leben aber nicht einfach ist, und du nicht einfach eine Wohnung mieten kannst. Muss diese Abgrenzung in deinem Kopf passieren, bis du einen Weg gefunden hast auszuziehen.

    So wie schnuffig schreibt, was kann passieren! Denk darüber nach. Macht er dich nur mit Worten fertig, dann versuche nicht zu zuhören. Sei nicht mehr die liebe Tochter. Schütz dich selbst und geh deinen Weg, auch ohne ihn. Es ist natürlich schwer, wenn du wirklich niemanden hast. Aber manchmal findet man ganz unverhofft eine neue gute Freundin oder einen Freund.

    liebe Grüße
    Laura

    Hallo line,

    deine Entscheidung ist richtig. Du musst keinen Schritt auf deine Mutter zugehen, du kannst, wenn du willst.

    Ich weiß noch, wie ich meinen Vater das erste Mal nach dem Krach gesehen habe. Das Gefühl war schrecklich und ich habe gezittert. Er hat sogar mit mir geredet und ich habe nur gesagt, dass ich nicht mit ihm reden kann und bin gegangen. Aber mit jedem Mal ist es einfacher geworden.

    Da ich noch für ihn arbeite, muss ich ihn ab und an sehen, ein bis zweimal die Woche meistens, aber wir reden so gut wie gar nicht miteinander. So merk ich, dass ich ohne ihn klar komme. Ich will ihn nicht mehr in meinem Leben und verabschiede mich stücken weise von ihm. Meine Schwester hat es komplett anders gemacht. Sie hat gekündigt und hat ihn vier Monate nicht gesehen. Er hat sie auch tagtäglich angerufen und mit mails bombardiert. Letztens sind sie sich über den Weg gelaufen und er hatte nicht den Mumm mit ihr zu reden. Er musste einsehen, dass sie ihr Leben ohne ihn hinbekommt. Weder für mich noch für sie ist die Situation einfach, wir haben beigebracht bekommen, dass unser Vater eine Respektperson ist. Aber diesen Respekt hat er verloren, er behandelt uns nicht respektvoll. Für ihn sind wir Schachfiguren, die er schieben kann, wie er will. Nur machen wir da nicht mehr mit. Du hast dein Leben, und du hast dich von ihr oft genug verletzten lassen. Wenn du es also nicht aushältst, dass sie dich nicht in Ruhe lässt, musst du versuchen eine Lösung zu finden. Es kann aber auch sein, dass es dich bald kalt lässt. Mein Vater hat nach zwei Monaten das Interesse verloren, meine Schwester weiter zu nerven.

    Liebe Grüße, Laura

    Hallo Linde,

    danke für den Zuspruch, der "objektiven Ansprechpartner" gibt mir noch mal einen Anstoß wirklich zu suchen.

    Und ich kann ja jetzt schon suchen. Daran habe ich noch nicht gedacht, ist irgendwie mal wieder alles einmal.

    liebe Grüße, Laura