Sagt mal, eine Frage die mich (und wohl viele Andere hier) beschaeftigt:
wann hoert es auf, Missbrauch zu sein und faengt an, Sucht zu werden (sein)?
Der Uebergang ist sicher schleichend und nicht eindeutig, das ist schon klar. Auf der einen Seite hat er schon massive praktische Konsequenzen erzeugt ( 2 mal Fuehrerschein weg, das zweite mal war sogar noch waehrend er keinen hatte, also "Fahren ohne Fuehrerschein, Unfall, koerperliche Schaeden durch den Unfall, eingeschraenkte Arbeitsfaehigkeit, jedenfalls nicht mehr in seinem erlernten Beruf (Bau), fast in den Knast gewandert, da er die Strafe wegen fahrens ohne FS nicht bezahlen konnte, etc, etc........)
Auf der anderen Seite hatte ich, als er noch auf der Intensiv-Station lag, mal den behandelnden Arzt auf ein moegliches Suchtproblem angesprochen....die Antwort des Arztes war mehr als unbefriedigend. Sinngemaess, er koenne mir als "Nicht-Angehoerige" keinerlei Auskuenfte erteilen. Wenn es mir helfen wuerde, koenne er mir nur mitteilen, dass XY in der Zeit seines Klinikaufenthaltes keinerlei Entzugsymptomatik gezeigt haette.......
Na prima. Ich darf mir also aussuchen, ob ich es mit einem Kranken zu tun habe, dessen Krankheit eine mehr als schlechte Prognose auf Heilung hat, oder einfach mit jemand, der "mutwillig", also Zurechnungsfaehig, sein (und gewissermassen auch mein) Leben in die Tonne tritt. Denn wenn er (noch) nicht im koerperlichen Abhaengigkeits-Stadium ist, lautet die Schlussfolgerung ja wohl, dass er das alles bewusst (im Sinne von bei Bewusstsein) tut....
Nun kann ich schon die Antworten hoeren "Bleib bei Dir, schau auf das, was Dir gut tut" und was dann immer so kommt. Das bringt mich aber nicht weiter.
Ich will das Problem nicht klein- oder weg-reden, fuer mich persoenlich heisst es so oder so, den Absprung schaffen. Und Erzatz-Cos stehen schon parat, sogar welche, die besser spuren, als ich. Seine Mutter z.B.
Ist ja auch nicht normal, das Verhaeltnis!
Welcher erwachsene Sohn springt morgens in die Klamotten, um den ersten Kaffe bei "Muttern" zu trinken (meiner schmeckt angeblich nicht). Dann arbeiten gehen. Mittagessen bei Muttern. Halbe Stunde Siesta bei uns zu Hause, Nachmittags im Bastelstuebchen, bei Muttern, Fernsehen, bei (ihr ahnt es) Muttern. Abendessen bei uns, wobei mein Gekoche nicht schmeckt ..... oft laesst er mich mit der Lasagne (Pizza, Putensteak in Orangensauce) stehen und haut sich zwei Spiegeleier in die Pfanne. Die Eier sind, na, ihr ahnt es, von Muttern.....
Selbst WENN das Alk-Problem geklaert werden koennte, das "Mutti"-Problem gibt es auch noch. Ich habe persoenlich den Kontakt zu Schwiegerfamilie total abgebrochen. Ich mache sowieso nie was richtig, bin immer "die Deutsche", ziehe Sohnemann ins Verderben, etc...
Ich persoenlich denke, dass sich hier bestimmt die ursache fuer den Alk-Missbrauch finden liesse, wenn sich jemand die Muehe geben wuerde, danach zu suchen. Als Beispiel, ich renne wutenbrannt zu Schwiegermutti (wohnt nur 20 meter entfernt) und berichte ihr, dass ihr brillianter Sohn gerade besinnungslos im Wohnzimmer auf dem Steinboden zusammengesunken ist. Was sagt die besorgte Mama? Du hast ihn doch hoffentlich zugedeckt, sonst erkaeltet er sich noch, der Arme....
Ich meinte daraufhin, dass ich das nicht vorhaette zu tun. Aber Schuld daran bin natuerlich ich, denn als ihr Soehnchen noch bei ihr lebte (mit uber 40!), haette es sowas nicht gegeben (was ich bezweifle).
Sorry, das musste mal raus! Immer kann ich auch nicht einstecken und den "Buh-Mann" abgeben.