Beiträge von juergenbausf

    Hallo carpenter,

    Zitat

    Man sieht das halt vermutlich aus seiner eigenen Perspektive heraus und geht davon aus, daß es anderen Usern eben auch nix ausmacht, mal nen Witz über sich selber und die eigene Krankheit zu machen.

    grad am Anfang meiner Abstinenz hatte ich ein grösseres Bedürfnis, die Sache mit ( Galgen - ) Humor zu betrachten.
    Da hab ich mich öfter mal als Dipl. Alk. a.D., 16 Semester Kräuterlikör- und Whiskykunde bezeichnet.
    Ist ja auch eine kurze prägnante Art und Weise die Fakten rüberzubringen.
    Ich halte das für völlig legitim und es hat mir geholfen, die manchmal "böse Erkenntnis", "Alkoholiker" zu sein, zu verarbeiten ...
    Im wesentlichen war es deswegen eine "böse Erkenntnis", weil auch ich unbewussterweise Vorurteile gegen andere (!) "Alkoholiker" schob bzgl. Asozialität.
    Zu diesen Typen wollte ich sicher nicht gehören und ich wollte auch nicht, dass andere denken, ich hätte jemals dazugehört.

    Heute sind mir unnötige Kopfschmerzen anderer weitestgehend egal, es sind Ihre Kopfschmerzen - nicht meine.
    Bei engen Freunden oder Verwandten frag ich schon mal aus Interesse nach Ihren möglichen Kopfschmerzen über mich, da ich Ihnen die gerne nehmen möchte, wenn ich kann.

    Schöne Woche.


    LG Jürgen

    Hallo s.z.,

    Zitat

    Was ich nicht nachvollziehen kann ist, als Du noch gesoffen hast, mußtest Du nichts verheimlichen, nun als Du die bessere Variante des Alkoholismus (Trockenheit) versuchst, musst Du anfangen zu verheimlichen? das schnall ich nicht.....

    ich schnall es nur insofern, als dass ich denke, dass sich diese Protagonisten den "gefühlvollen Rückweg bei voller Hochachtung Ihrer nichtwissenden Umgebung" offenhalten wollen ...

    Mir ist das schon immer relativ egal gewesen, jeder hat das Recht zu trinken, wenn ich wieder trinke, darf jeder wissen, dass es "wieder schmeckt".
    Es gibt Millionen "schwerere Fälle" - nämlich die Millionen Säufer, die sich und anderen einreden sie hätten gar kein Problem ...

    LG Jürgen

    Hallo Mitch,

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    Ich habe keine Lust, irgendwelche Mätzchen zu veranstalten, um mit dem Rauchen aufzuhören, aber ich werde wissen, wenn ich innerlich die Entscheidung getroffen habe, den Blödsinn zu lassen. Dann mache ich mich auch auf diesen Weg.

    richtige Einstellung ! Ganz oder gar nicht.
    Damit dieser Tag schneller kommen möge, heute einfach eine Schachtel extra rauchen :) .
    Wer schneller läuft kommt schneller ans Ziel ...

    LG Jürgen

    Hallo Mitch,

    Zitat

    Ich mache keinen Hype aus dem abstinenten Leben. Ich komme auch nie auf die Idee, es Nichtsüchtigen zu empfehlen oder es in den schönsten Farben zu schildern.

    Ich lerne oft Alkoholiker in SHGs kennen, deren Leben - auch trocken - extrem um den Alkohol kreist. Alkoholische Egozentrik.
    Ich bin abstinent.
    Ich lebe mein Leben.
    Besser und entspannter als viele andere.

    Ich kann es sehr wohl jedem Menschen empfehlen, seine Drogen einfach mal für 12 Monate in dem Mülleimer zu werfen ...
    Er kann sich ja nach 12 Monaten mal ehrlich (!) fragen, ob es ihm besser oder schlechter geht. So bin ich da heran gegangen.

    Mache ich in der Praxis nicht, da es die Viertelsüchtigen, Halbsüchtigen, Vollsüchtigen eh nicht hören wollen. Vergebene Liebesmüh.
    Nur erstaunte Gesichter, dass ich das Leben ohne Suff, Kippen oder Drogen "aushalte".
    Gesabbel von "Königsweg" - was ein süchtiges Gedröhne ...

    LG Jürgen

    Hallo maik,

    Zitat

    Einfach nicht aber ich wollte es einfach schnell hinter mich bringen.

    in meiner Sichtweise gibt es nichts, was ich "hinter mich bringen müsste".
    Der Weg ist das Ziel.
    Und ich möchte mir den Rest meines Leben schön, angenehm und nach meinen Wünschen gestalten.
    Das funktioniert - bei mir - am besten ohne Alkohol.
    Bei fast allen anderen (!) würde es übrigens ohne Alkohol, Kippen und Drogen auch viel besser funktionieren, ich kann mir das heute innerlich lächelnd anschauen und Ihnen die 20-50 Jahre Hamsterrad und Irrsinn gönnen, die es dann auf jeder "Party" zu betäuben gilt ...
    Wenn es mir zu "irre" wird, schau ich woanders hin.

    LG Jürgen

    Hallo,

    "nur nichts trinken" hat bei mir in den ersten 12 Monaten sehr gut funktioniert !
    Ich hatte mir für 12 Monate ganz bewusst keine weiteren Ziele als Abstinenz gesteckt.
    So konnte ich mich auf Abstinenz konzentrieren.
    Alles weitere hatte Zeit, in den Jahren darauf in Ruhe erledigt zu werden.
    Das wird es nun, Stück für Stück.

    LG Jürgen

    Hallo Maik,

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    Jetzt da meine Freunde wissen, dass es mir diesmal total ernst ist, mit meinem neuen Leben, kommt es mir so vor, als ob sie mit dieser Tatsache noch schlechter umgehen können, als wo sie wussten ja Maik sehen wir bloß betrunken.

    je klarer Du für Dich wirst, desto besser können andere damit umgehen.
    Arbeite hart an Deiner Abstinenzentscheidung und daran, dass Dir kein Grund einfällt, wieder mit dem Trinken zu beginnen.
    Dazu gehört für mich eben ggf. mehrmals die Woche in SHGs zu gehen und sich intensiv mit mir, meinen Gefühlen, meinen anderen Erkrankungen ( Schmerzerkrankung und Depression ) zu beschäftigen.
    Niemand, der mich nicht kennt, würde mir irgendeine der 3 Krankheiten überhaupt ansehen oder zutrauen, die ich habe.
    Ich muss(te) definitiv eine Basis dafür schaffen, dass es für andere "leicht" aussieht, wie ich es schaffe keinen Alkohol mehr zu trinken.
    Es ist definitv nicht leicht, es gehört harte konzentrierte Arbeit im Hintergrund dazu.
    Dadurch ist es - für mich (!) - in der konkreten Situation in einer Musikkneipe nicht anstrengend, keinen Alkohol zu trinken.
    Wenn ich aber spüre, den Abend passt etwas nicht, dann gehe ich auch nach Hause.

    So "wie früher" wird es nie wieder, den Anspruch und Wunsch habe ich aber auch nicht.
    Das Leben ist eine Einbahnstrasse, es führt kein Weg zurück, nur "Geisterfahrer" versuchen das.
    Aktive Alkoholiker wirken auf mich wie "Geisterfahrer".
    Ich möchte weder mit Ihnen kollidieren noch in die gleiche Richtung fahren.

    LG Jürgen

    Hallo contemplation,

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    Frage mich dann halt ob es das nun schon gewesen ist für mich. Ob ich meinen richtigen Tiefpunkt eigentlich schon hatte und wie schlimm der wohl sein muss dass es auch für den Rest des Lebens reicht mitm Saufen. All so nen Kram halt.

    ich kann verstehen, dass die Frage öfter hochkommt, je jünger man ist.
    Ich stelle mir solche Fragen einfach nicht (mehr) .
    Solange ich keinen Sinn daran sehe, mit dem Trinken wieder anzufangen, wird nichts passieren.
    Also arbeite ich daran, die negativen Erinnerungen meiner Persönlichkeitsveränderung durch Alkohol immer wach zu halten und die Trinkzeiten vor meiner Alkoholabhängigkeit nicht zu verherrlichen.

    LG Jürgen

    Hallo Maik,

    Zitat

    Die meisten Sachen die man mit Freunden machen kann, sind irgendwie mit Alkohol verbunden. Also bei mir ist es jedenfalls auch noch so, dass mir da die Alternativen fehlen. Aber wie gesagt, dass ist ja auch das schwierige daran. Sich ein neues alkoholfreies Leben aufzubauen, mit allem was dazu gehört.

    ganz wichtig.
    Freunde, die viel trinken, habe ich nicht mehr.
    Ich gehe nicht mit "Vieltrinkern" los, im Zweifelsfall dann lieber allein.

    LG Jürgen

    Hallo maik,

    Zitat

    Jürgen Deine Zeilen machen mir mut. Ich hoffe ich bekomme es irgendwann genauso hin wie Du. Das hört sich ja eigentlich ganz "normal" an wie Du Dich durch die Gesellschaft bewegst.

    "normal" ist es gerade nicht, denn der "normale" Umgang mit Alkohol ist für die meisten Rock-Kneipen-Gänger ist "Trinken".
    Im übrigen sehe ich 10 Jahre jünger aus, trage immer noch lange Haare und die meisten Leute in einer Musikkneipe "erwarten" etwas ganz anderes von mir, als drin steckt und jemals drin steckte.
    Da ich nie rauchte, kiffte oder andere Drogen nahm bin ich jetzt quasi "straight edge" und damit schon ein ziemlicher Exot in unserer Gesellschaft.
    Erst recht, wenn man wie ein "Rocker" aussieht.
    Das ist mir bewusst und damit muss und möchte ich klarkommen.

    Da ich im Herbst ein Studium der sozialen Arbeit beginnen werde, wird auch mein "zweites Leben" ( ab dem 45. Lebensjahr ) alles andere als "normal" verlaufen und ich möchte das so.
    Ich bin aber glücklicherweise nicht mehr auf eine (Vollzeit-) Erwerbstätigkeit angewiesen und könnte wenn ich feststelle, dass das Studium oder die Sozialarbeit mich überfordern oder nicht zu mir passen jederzeit problemlos "den Stecker ziehen".

    Ich engagiere mich bereits in Bahnhofsmission, Obdachlosenhilfe und Attac. Auch dort treffe ich regelmässig auf Angetrunkene, Bekiffte, etc. und ich habe nur ein Problem wenn diese agressiv werden - was bei meiner Grösse und Gewicht sehr selten vorkommt.

    LG Jürgen

    Hallo Hartmut,

    Zitat

    Hier geht es doch nicht mehr um Erfahrungen die ausgetauscht werden sondern nur noch um die Verteidigung des eigene gegangen Weges. Das ist traurig und dadurch werden Annahmen wie etwas funktionieren könnte gegenüber einen mehrmals erprobten Weg vorgezogen .

    also was meine Person betrifft erzähle ich über den von mir gegangenen Weg.
    Ich habe weder das Bedürfnis da etwas zu verteidigen noch das Bedürfnis meinen Weg anderen Menschen zu empfehlen geschweige denn aufzudrängen.
    Ich empfinde auch keine Trauer oder Genugtuung, wenn andere "auf die Schnauze fallen".
    Es ist Ihr Weg und ich kann und will nicht 24h 7 Tage die Woche auf andere aufpassen.

    Selbstverantwortung und positives Denken sind für mich die Zauberworte.
    Das gilt es bei jedem Einzelnen zu fördern.

    LG Jürgen

    Hallo Hartmut,

    ich nehme alles zurück und behaupte das Gegenteil ...
    Das sehe ich mal wieder, wie schnell ich Dinge in andere Menschen hineininterpretiere.
    Du machst schon Dein Ding und ich meins.
    Beide abstinent - darum geht es (hier) .

    LG Jürgen

    Hallo georg66,

    Zitat

    Was ich einfach nicht schaffe: Mir stehen jetzt so viele zusätzliche Stunden mit klarem, un-vernebeltem Verstand zur Verfügung. Doch der Stress wird nicht weniger. Das Hamsterrad dreht sich immer weiter und ich finde den Not-Aus-Taster noch viel zu selten.

    das ist der Punkt, der irgendwann wieder kritisch werden kann und wird.
    Ich würde langfristig Verpflichtungen reduzieren oder Hilfe organisieren.

    LG Jürgen

    Hallo blossom,

    Zitat

    Erklärt es mir bitte, vielleicht bin ich einfach wirklich zu jung, blond, dumm oder zu kurz trocken um zu verstehen wieso ich nicht meinem Leben wieder einen Wert geben kann, indem ich an kulturellen Veranstaltungen teilnehme.

    mit Sicherheit zu kurz abstinent.
    Das Wort "trocken" würde ich mal gepflegt aus dem Wortschatz streichen bis 24 Monate verstrichen sind.
    Ich habe mich mehrere Jahre intensivst mehrmals wöchentlich in SHGs mit mir und anderen Gedanken zum Thema Saufen auseinandergesetzt und tue das heute noch.
    Nach wenigen Wochen Abstinenz wär ich nicht unter Trinkende gegangen - schlicht aus Vorsicht gegenüber der noch instabilen Abstinenz.

    LG Jürgen

    Hallo NNGNeo,

    du schriebst :

    Zitat

    wenn ich wieder in kneipen gehen würde und dort nur wasser trinke, würde es bestimmt nicht lange dauern bis ich
    1. blöd angeschaut werde mit meinem wasser
    2. ich denke ich gehöre nicht dazu (das tu ich auch nicht mehr)
    3. die gefahr viel zu groß ist
    4. das besoffene gelaber nicht mehr ertragen kann
    5. wieder ein bier in der hand habe

    Ich gehe in Musikkneipen und

    1. ich werde nicht blöd behandelt, wenn ich BitterLemon oder Cola bestelle - im Gegenteil ...
    2. ich gehöre genausowenig dazu oder nicht dazu wie früher. Das ist nicht mein Wohnzimmer dort und wird es auch nie werden
    3. ich kann die Gefahr für mich einschätzen, sie ist sehr gering
    4. ich unterhalte mich ggf. mit den nicht Betrunkenen, besoffenes Gelaber höre ich mir eh nicht an - noch nie
    5. ich nehme keine Alkoholflaschen in die Hand
    6. wenn ich schlecht drauf, müde bin, gehe ich da nicht hin. In aller Regel gehe ich vorher ins SHG-Nachtmeeting.

    So ist jeder anders, ich bin allerdings bereits einige Jahre abstinent.
    Ich habe nicht das Problem, dass ich gegen meinen Willen trinken muss.
    Ich kann sehr gut Nein sagen.
    Ich kann ohne Alkohol Spass haben.
    Ich bin gnadenlos ehrlich, es darf jeder wissen, dass ich nicht mehr trinke und es auch nicht werde um anderen zu gefallen.

    Das ist keine allgemein empfohlene Verhaltensweise, sie erforderlich ein hohes Mass an Selbstbeobachtung, Selbstreflektion, Selbstsicherheit.

    LG Jürgen

    Hallo cora,

    Zitat

    Es gibt leider nicht den Weg. Es gibt euren Weg und viele andere Wege, ich kenne einige Leute, die es eben nicht so gemacht haben wie ihr und erfolgreich sind. Für mich entsteht Alkoholismus oder Sucht allgemein nicht einfach so sondern hat eine, je nach der Person, tief sitzende Ursache die immer wieder zum Rückfall führen kann. Ich sage bewußt kann und nicht muss, wie gesagt, seit 1989 ist eine lange Zeit in der ich viele Leute kennen gelernt habe, die auch mit unserem Problem kämpfen.

    in der Tat, jeder muss und darf seinen eigenen Weg gehen.
    Auch wenn er nicht mit Abstinenz gepflastert ist oder sein wird.
    Ich kann Dir nur empfehlen, Dich darauf zu konzentrieren, wie Du abstinent bleibst - so Du es denn zu 100% willst und eben nicht nur 72% oder 89% oder oder oder.

    Mein Weg ist auch nicht genau der Weg von Karsten oder Hartmut.
    Ich begebe mich sicherlich auch näher an Alkohol heran als die meisten hier, aber nur deshalb weil ich nie ein Kneipen- oder Partytrinker war.
    Ich kann problemlos in einer Musikkneipe mit Livemusik verkehren.
    Ich bin rückfallgefährdet bei Schmerz, Depression und Einsamkeit.
    Alkohol im direkten Umfeld wiederum - z.B. trinkende Partnerin in meinem privaten Bereich würde gar nicht gehen.

    LG Jürgen

    Hallo georg66,

    willkommen zurück.

    Zitat

    Aber als die Tage so an mir vorbeizogen, wurde mir klar, dass mir das Thema "Alkohol" einfach nur noch zum Hals raus hängt. Ich konnte es nicht mehr hören und lesen. War drei Wochen weder bei AA noch bei meiner Therapie und es war einfach nur schön, so viele freie Abende zu haben.

    das kann mal passieren - ist mir auch schon passiert, das es mir zum Hals raushing.
    Passiert mir in aller Regel, wenn ich mich zuviel mit dem Thema ansich beschäftigt habe und weniger mit meiner Alkoholabhängigkeit.
    Ich frage mich aber schon, ob mich nicht mein eigener Leichtsinn reinlegen möchte oder ob ich wieder ( wie zu Trinkzeiten ) vor einem Problem weglaufen möchte.
    Mein wöchentlicher SHG-Termin z.B. ist der wichtigste Termin, da gestatte ich mir keine Ausreden oder Befindlichkeiten, lediglich ernsthafte Krankheit kann mich hindern den wahrzunehmen.


    Zitat

    Eigentlich möchte ich nie wieder etwas mit dem Thema Alkohol zu tun haben.

    Das Gefühl kenn ich auch, ich sehe es eher als Alarmzeichen bei mir.

    LG Jürgen

    Hallo sternenhimmel, hallo enya,

    danke für den Tipp mit dem Tee und für die freundschaftlichen Worte.
    Ich denke, wir sollten das Thema in carpenters Fred beenden und die eigene Alkoholabhängigkeit ggf. im eigenen Fred weiter "schönschminken" ...
    Ich habe noch nie "Make-Up für Alkoholiker" benötigt, bevor ich aus dem Haus gehe.

    LG Jürgen