Leb wohl, Du schnöder Alkohol

  • Hey sternenhimmel12,

    Auch auf die Gefahr hin, dass man mir vorwerfen könnte, ich würde mich hier als Möchtegern-Moderator aufspielen, aber das hier störte mich irgendwie:

    Zitat

    Du bist der Meinung , s.z. hätte sich mir gegenüber anders ausdrücken könne.Meine Meinung dazu ist,vllt. kann er es ja auch noch nicht und ich denke das man mit seiner Trockenheit(auch staubtrockenene) nicht alle Verhaltensweisen, eigene Persönlichkeit oder in dem Falle die Sprache ablegen kann/muss.Auch sind wir Menschen so verschieden und wer eben nur die assoziale Spache kennengelernt hat,so what.Ich muss ja nicht mit jedem reden und solche Menschen wie s.z., erreichen mich sowieso nicht auch wenn er trocken ist.

    Auch wenn einem das manchmal so vorkommt, es sind ja nun mal keine Privatgespräche, die hier ablaufen. Und so abfällig über andere Mitglieder zu urteilen, ohne sie überhaupt direkt anzusprechen, ist sicherlich etwas, was Dir andersherum auch nicht gefallen würde.

    Gruß, Bruce

  • Hallo Bruce,

    leider ist es so wie du schreibst. Es wird mehr übereinander als miteinander gesprochen . Ist ja auch einfacher woanders zu schauen als den Blick auf sich zu richten.

    Andreas hast du schon mal über dein CO Verhalten nachgedacht ? Ist dir schon aufgefallen das du des öfteren für andere sprichst und den Zeigefinger erhebst wie oder was nach deine Ansicht zu formulieren ist ? Ich denke die User können selbst für sich sprechen .

    Zudem es egal ist ob du Witze über den Alkohol machst, solange es dich betrifft. Für mich ist das triefendes nasses Denken . Mehr gibt es auch nicht dazu zu sagen oder zu diskutieren .

    Gruß Hartmut

    Gruß Hartmut

    ------------------

    Wer will, findet Wege. Wer nicht will, findet Gründe!

    Trocken seit 2007

  • Moin Sternenhimmel,

    tja, mit der Sprache ist das so ne Sache...auf der Baustelle bediene ich mich manchmal auch ganz gerne der etwas derberen Ausdrucksweise...da ist man unter sich, weiß, wie man das auch einzuordnen hat...ich kann aber auch blitzschnell umswitchen, wenn der Bauherr auftaucht...nur eines kann ich partout nicht bzw. versuch es gar nicht erst: Hochdeutsch :)
    Für mich ist mein Dialekt ein Teil meiner Identität, die ich nicht leugnen will...meinen Kindern hab ich es freigestellt, wie sie sich ausdrücken wollen...ich bin der Meinung, daß sie das selbst entscheiden sollen.
    Ich find es übrigens selbstverständlich, jemanden zu helfen, wenn er Probleme hat...bezogen auf Dein Bushaltestellenbeispiel...bei Frauen helf ich natürlich noch viel lieber :) Ich denke, ich bin da wirklich keine Ausnahme...ich kenne viele Männer, die so reagieren würden...vielleicht ist das Bild, das sich "Frau" von "Mann" macht, doch nicht immer ganz richtig...umgekehrt gilt natürlich dasselbe.
    Ich sehe das übrigens nicht als Co-Verhalten, auch wenn der gute Hartmut das gerne so einordnen würde. Im Gegenteil, die Einstellung, sich ja nicht einzumischen und sich nur um sich selbst zu kümmern, find ich befremdlich. Freu mich über Dein Hoch...bleib trotzdem vorsichtig...

    @ Hartmut:

    sorry, aber ich hab echt keine Lust, mich mit Deinen engstirnigen Posts zu beschäftigen...ich kann inzwischen recht gut unterscheiden, wann es sich lohnt, mich einzubringen und wann nicht...Deine Posts gehören für mich eindeutig zur zweiten Kategorie.

    Wünsche allen einen guten Start in die Woche. Schöne Zeit.

    LG Andreas

  • Hallo carpenter,

    Zitat

    Man sieht das halt vermutlich aus seiner eigenen Perspektive heraus und geht davon aus, daß es anderen Usern eben auch nix ausmacht, mal nen Witz über sich selber und die eigene Krankheit zu machen.

    grad am Anfang meiner Abstinenz hatte ich ein grösseres Bedürfnis, die Sache mit ( Galgen - ) Humor zu betrachten.
    Da hab ich mich öfter mal als Dipl. Alk. a.D., 16 Semester Kräuterlikör- und Whiskykunde bezeichnet.
    Ist ja auch eine kurze prägnante Art und Weise die Fakten rüberzubringen.
    Ich halte das für völlig legitim und es hat mir geholfen, die manchmal "böse Erkenntnis", "Alkoholiker" zu sein, zu verarbeiten ...
    Im wesentlichen war es deswegen eine "böse Erkenntnis", weil auch ich unbewussterweise Vorurteile gegen andere (!) "Alkoholiker" schob bzgl. Asozialität.
    Zu diesen Typen wollte ich sicher nicht gehören und ich wollte auch nicht, dass andere denken, ich hätte jemals dazugehört.

    Heute sind mir unnötige Kopfschmerzen anderer weitestgehend egal, es sind Ihre Kopfschmerzen - nicht meine.
    Bei engen Freunden oder Verwandten frag ich schon mal aus Interesse nach Ihren möglichen Kopfschmerzen über mich, da ich Ihnen die gerne nehmen möchte, wenn ich kann.

    Schöne Woche.


    LG Jürgen

  • Zitat von juergenbausf

    Hallo carpenter,


    grad am Anfang meiner Abstinenz hatte ich ein grösseres Bedürfnis, die Sache mit ( Galgen - ) Humor zu betrachten.
    Da hab ich mich öfter mal als Dipl. Alk. a.D., 16 Semester Kräuterlikör- und Whiskykunde bezeichnet.
    Ist ja auch eine kurze prägnante Art und Weise die Fakten rüberzubringen.
    Ich halte das für völlig legitim und es hat mir geholfen, die manchmal "böse Erkenntnis", "Alkoholiker" zu sein, zu verarbeiten ...

    Moin Jürgen,

    so ähnlich sehe ich das aus. Mein Kumpel ist seit 13 Jahren trocken und hilft mir mit seinen Erfahrungen auch gewaltig weiter. Wir laufen zusammen und tauschen uns regelmäßig über das Thema aus...ne laufende SHG sozusagen :)
    Und da wird dann über das Thema auch mal gelacht, man nimmt sich selbst auf die Schippe...das ist keine Verniedlichung des Problems, sondern einfach eine andere Art und Weise, damit umzugehen. Tja, und bei meinem Kumpel hat sich diese Art und Weise inzwischen 13 Jahre lang bewährt...trotz gelegentlicher Selbstironie.
    Hartmut hat insofern recht, daß es denoch nicht in dieses Forum gehört, wenn die Mehrheit der User damit ein Problem hat.
    Reiß ich meine gelegentlichen Witze eben zuhause :)

    Wünsch Dir auch ne schöne Woche

    LG Andreas

  • Hallo Andreas,

    Zitat

    sorry, aber ich hab echt keine Lust, mich mit Deinen engstirnigen Posts zu beschäftigen...

    warum tust du es dann ?

    Wenn hier ein User der gerade mal ein paar Monate trocken sein möchte dann über dritte Personen diskutiert, hat das für mich etwas vom Stammtischcharakter. Wer bist du denn oder was qualifiziert dich um sich bei andern Pesonen einzumischen ?

    Nun kannst du das wieder in die zweite Kategorie schieben :)

    Gruß Hartmut

    Gruß Hartmut

    ------------------

    Wer will, findet Wege. Wer nicht will, findet Gründe!

    Trocken seit 2007

  • Hallo Andreas

    wie war die Woche? Meine erste Arbeitswoche war entspannter als der Urlaub. Ich stelle fest, daß zuviel Arbeit, 0,00 Freizeit und durchwachte Nächte wg. Arbeit absolutes Gift für mich sind.
    Doch manchmal gibt es no way out.

    Stehe grad an ner steilen Klippe und hoffe, daß der Rand hält. Einen Schritt weiter und ich stehe dort wo ich vor meiner Anmeldungn hier war.
    Ich hoffe das verhält sich wie mit Saufdruck, der vorbei geht wenn man nur hartnäckig genug dagegen angeht. Ablenken - Kopf klar kriegen - und so tun als wär Sehnsucht kein Suchtgedächtnis sondern die schöne Melancholie des Lebens,

    LG Nys

  • Moin Nys,

    ja, diese Phasen hab ich auch...manchmal brauch ich den Stress, geh richtig offensiv ran, bürde mir nen gewaltigen Berg auf, nur um wenig später über mich selbst den Kopf zu schütteln. Ich hab ehrlich gesagt auch grad so ne Phase, in der mir alles zuviel wird...außerdem hab ich schon wieder ne Erkältung, dabei bin ich sonst nie krank...das ist dem Wohlgefühl nicht gerade dienlich :)

    Wie sieht denn Deine Klippe aus ? XY wieder ? Du klingst eigentlich immer so klar strukturiert, arbeitest ein Deine Fragen über Deine Co-Krankheit Stück für Stück ab...aber mir ist tatsächlich aufgefallen, daß Du immer dann, wenn man das Gefühl hat, jetzt ist sie wieder ein großes Stück weiter, Probleme bekommst...sich dann durch Arbeit komplett unter Stress zu setzen, ist vielleicht wirklich keine so gute Idee. Wenn man den ganzen Tag bis in die Nacht am Schuften ist und am nächsten Tag geht es genauso weiter, da kommt man schon leicht auf die Idee, daß dies doch nicht der Sinn des Lebens sein kann...und dann gewinnen Träume und Wünsche ganz automatisch wieder die Oberhand.

    Ich hab mich dbzgl. etwas selbst diszipliniert...ich laße meine melancholischen Stimmungen immer nur dann zu, wenn ich mir auch die Zeit dafür nehmen kann...wenn ich im Stress bin, schieb ich sie.

    LG Andreas

  • Moin Andreas

    erkältet bin ich auch schon wieder. Zum Glück nicht so schlimm wie das letzte Mal - aber es nervt. Dazu kommt das Übel das uns Frauen in mtl. Abständen heimsucht und auch oft mit etwas Dünnhäutigkeit einhergeht. Insofern versuche ich meine Stimmungen nicht überzubewerten.

    Meine Melancholie kommt immer auf dem selben Weg und ich kann sie nicht schieben. Das ist das Hauptproblem. Gerade wenn ich so viel arbeiten muß und keine Zeit zum Denken habe, dann scheint bei mir der gesamte Stoffwechsel auf Hochtouren zu laufen. D.h. es kommt zu (na sagen wir mal) vermehrtem Wunsch nach Streßabbau auf die angenehmste Art, die sich die Natur für uns ausgedacht hat. ------- Das ist nicht bei allen Menschen so - und manche Männer haben bei Streß nur noch den Wunsch ins Fitness zu gehen, zu hanteln oder Gitarre zu spielen. Also bleibe ich mit dem Abbau alleine und habe dann jeden Tag mehr den Wunsch nach einer intensiven Nähe, die es in diese Form in diesem Leben, das ich gerade führe wohl auch nie geben wird. Vllt. wünsche ich mir deshalb doch noch Mutter zu werden. Ich lebe Beziehungen intensiv - weiß aber gerade nicht wohin damit. So und dann kommt die Erinnerung an jemand, mit dem die Intensität ein bis dahin unbekanntes Ausmaß hatte.
    Dann kommt zuerst ein bißchen Bitterkeit darüber, daß diese Intensität nicht gereicht hat, daraus auch ein reales Leben miteinender zu entwickeln. Dann kommen Zweifel, wie verletzt er war, als ich sagte, daß es zwischen uns nichts mehr zu sagen gibt. Und dann ist die Sehnsucht da.
    Noch einmal reden zu wollen (flüstert mir ein Teufelchen ins Ohr) und ich sage NEIN da wird nix besser nur schlimmer. Aber es bohrt un bohrt. Es setzt mich unter Druck. Das schiebe ich weg. Konzentriere mich auf den Tagesplan. Sobald ich ins Bett sinke ist das Teufelchen wieder da. Mit dem Defizit-Gefühl schlafe ich ein und wache am Morgen wieder auf. Inzwischen ist das Verlustgefühl und die Sehnsucht nach dieser gelebten Symbiose so groß, daß ich nicht mehr in der Lage bin, sie mir dort zu holen, wo es jetzt möglich wäre. Ich erwarte nur noch, daß man mir das abspürt und mich rettetIch sag dann auch mal was,. s' kommt aber nur Freundlichkeit und ein Händedruck. Ist ja bald Wochenende.....dann.. Mein innerlicher Druck wird größer. Ich denke an -streßabbau und habe ein Flashback, das mir den Verstand raubt.

    So läuft das ab. Immer das selbe Muster. Schlimm ist, daß es nicht im Kopf anfängt und so plötzlich aufkommt, daß ich es nicht schieben kann. Es erwischt mich teilweise beim Autofahren oder mitten im Papierkrieg. Baut sich tagelang auf und ist eine Bedrohung für meinen Verstand. Es fängt immer ganz harmlos an. Ich bemerke den Anfang nicht. So kam ea nach 2 Tagen innerem Druck zu folgender Situation:

    Ich hatte eine lange Pause,weil ich auf Kunden warten mußte die nicht kamen. Schon den ganzen Vormittag gingen mir die Erinnerungen nach. Dann habe ich das gemacht, was er letztes Jahr jeden Tag gemacht hat. Von Juli bis zu meinem Geb. im Jan......ich hab angerufen und aufgelegt als er dran ging. -........er klang sehr leise, traurig und beinahe ängstlich, als er sich meldete (ich hatte die Nr. unterdrückt)............... 3 Std. später ruft mich eine unterdrückte Nr. an und legt auf, als ich meinen Namen sage. Es war 13.15 Uhr. seine Mittagspause. Die Zeit in der er allein zuhaus ist.

    Das ist wie einmal am Glas nippen. Ich habe unkontrolliert gezittert und hatte Herzrasen. Gleichzeitig war alles wieder so als hätte ich ihn gestern das letzte Mal gesehen. Juli 2012 war gestern ? Nein Juni, der Tag imJuli zählt nicht, das war der einzige Tag an dem ich das Gefühl hatte, er hätte mich nur vera***. Es war das Gefühl wie davor. Intensive Nähe. Ich fühlte mich satt. Mehr wollte ich nicht. Wissen, daß ich nicht egal geworden bin.
    Wissen,daß er mir nicht böse ist. Es gibt mir Frieden. Aber wie lange? ich traue mir nicht. Wie Du schon sagst: man denkt sie hätte jetzt einen guten Schritt geschafft. Ich habe Angst vor meiner Sucht.

    LG Nys

  • Hi Nys,

    puh, das klingt zunächst einmal wirklich übel...Kontaktsperre brechen ist mMn. wirklich der erste Schritt zum Rückfall, wie beim Alkoholiker das von Dir beschriebene Nippen.
    Ich hab ehrlich gesagt keine Ahnung, wieso Du wieder den Kontakt suchst...d.h., ich kann mir schon vorstellen, warum, es gleichzeitig aber nicht wirklich mehr verstehen. Dieses Herzrasen hatte ich auch mal...aber auch das hat irgendwann aufgehört...aber erst, als ich mich auf eine strikte Kontaktsperre eingelassen habe...keine sms, kein Telefongespräch mehr, keine email...kein zufälliges Vorbeifahren, keine Fragen an andere, wie es denn Frau xy so geht. Und bei mir hat es nach Monaten geholfen...wenn ich jetzt so über diese Zeit nachdenke, wird mir klar, daß diese ganze Intensität, die es am Anfang gab, nie im Verhältnis stand zu den Verletzungen, den einsamen Abenden, dem Leid, das man sich und anderen zugefügt hat. Und was mich betrifft, gibt es auch nichts mehr zu klären, nichts mehr zu bereden...es gibt einfach nichts mehr zu sagen...warum Einzelheiten klären, wenn man weiß, daß das Ganze nicht gestimmt hat, nie gestimmt hat.

    Vielleicht solltest Du tatsächlich mit Deinem Mann offen darüber reden, ihm einfach sagen, daß Du ne schwere Phase hast und jetzt unbedingt seine Hilfe brauchst...und seine ungeteilte Nähe.

    Und bau v.a. auch mal etwas Arbeit ab...mMn. übernimmst Du Dich zur Zeit...durch Arbeit kann man einiges an Aufarbeitung vor sich herschieben, aber es wird eben nicht aufgearbeitet...und dann trifft es einem eben auf einmal und somit umso härter.

    Ich will ehrlich sein:

    Du mußt aufpassen, jetzt nicht alles aufs Spiel zu setzen...ein harmloser Anruf ist normalerweise nur der Anfang...

    Wünsch Dir alles Gute und viel Kraft

    LG Andreas

  • Danke Andreas

    das kann ich gut gebrauchen. Ich seh die Gefahr genauso wie Du. Bin deshalb auch froh, daß wir am Telefon nichts miteinander gesprochen haben. Aber ich habe Angst, daß ich das wieder tun könnte. Oder er.

    Muß man nicht verstehen.Ist Sucht und hat deshalb leider keinen logischen Zugang. Das macht es so unberechenbar. Es kann sein, daß ich plötzlich wieder klar bin und einen Tag später fast zwanghaft am sehnen.

    Leider ist das offene Gespräch in seiner Dringlichkeit nicht ganz angekommen und die Arbeit läßt mir null Chance auf zurückschrauben. Ich habe sonst echte Probleme, die mich noch mehr unter Druck setzen würden. Die Gesetzesumstellung hat mir viel Einarbeitungszeit abverlangt und alles ist zeitaufwendiger geworden. Dafür sind die Fristen jetzt so knapp, daß ich jeden Tag tagfertig alles abgewickelt haben müßte. Das geht garnicht. Die Koll. trifft es genauso und da muß ich evtl. bald wg. einem. Todesfall einspringen. Ein Grund mehr, auf dem Laufenden zu sein.
    Aber auch ein Grund zu spüren, was man sich wünscht....für dieses Leben.

    Ich hoffe, daß jetzt wenigstens die Gedankenkreisel um Bitterkeit und die Schuldgefühle meinerseits weg sind. Es gab halt nicht so viele Verletzungen wie bei Dir. Nur eine tiefe Verunsicherung vor den Kopf geschlagen sein und einen Rückzug meinerseits. Aber wie gesagt, der Suchtdruck kommt an der Logik locker vorbei. Da zählt nur der Moment.
    Da will man nur, daß der Schmerz aufhört. danach die Sintflut. vor dem habe ich Angst. Zumal mein Mann demnächst ins Ausland reist.
    Nicht lange- aber Ausland hin oder her. Es ist sowieso ein anderes Leben auf das ich nie süchtig werden würde. Also hilft es auch nur so gut wie Wasser gegen Alk. Ich muß stark sein und aushalten lernen. Das Defizit kommt aus meiner Kindheit und wird deshalb bleiben und mich anfällig machen für die Erinnerung an Momente in denen es zur Ruhr kam.
    Deshalb hilft Dir die Kontaktsperre (und mir auc)h -aber nicht so effektiv wie Dir. Sie ist aber die einzige Sicherheit, die es gibt. Wie die Vermeidung von Sauffesten, kein Alk im Haus etc...

    Danke, LG
    Nys

  • Hallo Forum,

    will mich auch kurz mal wieder melden.

    Bei mir ist alles im grünen Bereich...endlich darf ich meine heißgeliebten, kurzen Hosen wieder anziehen...ich bin kein besonders wetterfühliger Mensch, aber der lange Winter hat dann doch etwas aufs Gemüt und v.a. auch auf die Motivation gedrückt...ich war die letzten beiden Wochen ungewohnt lethargisch und antriebslos...kaum ist die Sonne wieder da, geht es steil bergauf, wenn ich mir den Nick eines Users hier mal kurz ausleihen dürfte :)

    Alkohol ist nach wie vor kein Thema mehr für mich...ich bin stabil abstinent und die Trockenheit wird immer mehr Teil meines Lebens...Gedanken an Alkohol sind inzwischen überhaupt nicht mehr da, es ist normal geworden, nix mehr zu trinken...und das fühlt sich einfach nur gut an. Durch die Trockenheit nimmt man zwar jetzt Baustellen, die schon länger auf Erledigung warten, erst richtig wahr, aber man ist auch endlich in der Lage, sie anzugehen.

    Ich hab mir einige Gedanken zum Forum gemacht und gelange immer mehr zu der Überzeugung, daß ich hier niemanden Tipps geben kann...und wenn ich mich dann doch ab und zu entschließe, mich zu einem Thema zu äußern, dann wird von höchstberufener Stelle sofort negativ reagiert...darauf hab ich, ehrlich gesagt, keine Lust mehr. Es ist einfach ermüdend und kraftraubend, immer wieder sinnlose Diskussionen zu führen...viele User, die ich gerne gelesen habe, melden sich nur noch sehr selten und einige treiben sich hauptsächlich im Geschlossenen rum. Ich werde meine Aktivitäten deshalb runterfahren. Sicher werd ich hier ab und an mal reinspitzen, schließlich interessiert es mich doch, wie es bei einigen Usern hier weitergeht.

    Ich werd mich ab und zu mal melden und schreiben, wie es mir geht und wie es mit meiner Trockenheit aussieht.

    Ich wünsche allen Usern hier eine schöne Zeit und möchte mich für die Unterstützung, die ich seit Dezember hier erfahren habe, recht herzlich bedanken. Bleibt auf Eurem Weg...bleibt trocken...

    LG Andreas

  • Hallo Carpenter,

    wie so oft finde ich mich in Deinen Kommentaren wieder. Ich freue mich sehr, dass es Dir in Sachen Alkohol genau so gut geht wie mir. Bei mir war ja gestern das erste halbe Jahr "ohne" rum und ich hab - nur für mich ganz allein - eine kurze Rückschau gehalten. Und auch ich bin verdammt froh, dass es kein Kampf ist, das erste Glas stehen zu lassen, sondern dass das Leben ohne Alkohol ganz normal geworden ist.

    Zum Thema "sinnlose Diskussionen" hab ich ja schon mehrfach etwas geschrieben. Ich denke, man kann ihnen aus dem Weg gehen, indem man diverse Kommentare einfach ignoriert. Manchmal hat die alte Binsenweisheit "der Klügere gibt nach" durchaus ihre Berechtigung :wink:.

    Du schreibst:

    Zitat von Carpenter

    daß ich hier niemanden Tipps geben kann...


    Was ich bei AA für mich sehr hilfreich finde, ist, dass dort normalerweise keine Tipps gegeben werden, sondern dass jeder von sich und seinen Erfahrungen berichtet.
    Genau das macht der "olle Correns". Und deshalb schreibst Du bei ihm ganz richtig:

    Zitat von Carpenter

    Dein Beispiel zeigt, was man mit Ruhe und Ausdauer erreichen kann...und damit bist Du ein Vorbild, nicht nur was das Laufen angeht.


    Genau. Selbst ich mit meiner kurzen Abstinenz hab sowohl bei meiner ambulanten Suchttherapie als auch bei AA gemerkt, dass ich durchaus meine "Erfahrung, Kraft und Hoffnung" teilen kann. Ich weiß, dass das jetzt bei dem einen oder anderen Langzeittrockenen ein höhnisches Lachen provoziert. Sei's drum, es ist meine Erfahrung. Ich sehe es ja auch bei meinen Kindern: Es bringt nichts, den großen Knüppel auszupacken. Druck erzeugt Gegendruck. Vorbild ist da immer der bessere Lehrmeister...

    Was ich für mich auch gemerkt hab: Manchmal tut es mir einfach gut, nach einen turbulenten Tag abends die vielen Gedanken zu sortieren und aufzuschreiben. Manches, bei weitem nicht alles, landet dann hier.

    Ich wünsche Dir weiterhin (D)einen guten Weg und gutes Gelingen dabei, anderen Leuten "auf's Dach zu steigen".

    Best wishes, Schorsch

    Suche nach Erfolg, nicht nach Perfektion. Vergiss nie dein Recht, dich zu irren, weil du dann die Fähigkeit verlieren wirst, Neues zu lernen und in deinem Leben vorwärts zu gehen. Erinnere dich daran, dass sich hinter Perfektionismus immer Angst verbirgt.

  • Hi Andreas,


    ich wünsch Dir dass Du es schaffst trockenzubleiben! Du scheinst ja die Weichen schon alle richtig gestellt zu haben und Deine Baustellen bekommst Du mit Sicherheit auch noch alle gerade, irgendwann.
    Ich wünsch es Dir.


    LG Maik

  • Guten Morgen Andreas,

    ich bin derzeit noch fleißig an der Befolgung
    Deines Rats vom letzten Sonntag und ruhe mich aus ;)

    Du hast ja derzeit Deine Aktivitäten hier im Forum etwas runtergefahren.
    Das ist nicht die schlechteste Reaktion, wenn Du Dich genervt fühlst.
    Vor zwei Jahren war ich auch sehr forumsabstinent.
    Aber irgendwann bin ich dann zum Regelmäßigschreiber mutiert.
    Das Nichtschreiben hat sich für mich als gefährlich rausgestellt.

    Horch einfach weiter in Dich rein, was Dir gut tut.
    Wenn es ab und zu ein kleines Update von Dir gibt, freue ich mich.

    Ansonsten wünsche ich Dir eine gute Balance
    Viele Grüße
    Correns

  • Hallo Forum,

    mich haben einige Beiträge der letzten Tage hier etwas nachdenklich gemacht.

    Bei einigen Usern hat man das Gefühl, die Situation habe sich seit deren Trockenheit verschlechtert. Ich frage mich, warum das so ist. Liegt es vielleicht daran, daß man sich seine Probleme, die man vorher hatte, schön- bzw. weggesoffen hat ? Haben sich die Probleme durchs Saufen nicht eher noch vermehrt, ganz unabhängig von der Gefahr, die das Saufen für die Gesundheit mit sich bringt ? Führerscheinentzug, Probleme am Arbeitsplatz bis hin zum Arbeitsplatzverlust, gestörte Beziehungen zur Familie, Verlust des Selbstbewußtseins durch alkoholbedingte Ausgrenzung, Scheidung, Isolation, Verlust der Selbstwahrnehmung, idiotische Verschwendung von Lebenszeit in Form von Tagen, die man damit verbringt, wieder einigermassen nüchtern zu werden, seinen Rausch auszuschlafen....es gibt so unglaublich viele Gründe, warum das trockene Leben um soo viel besser ist als das nasse...

    Die meisten Probleme, die wir abstinenten Alkoholiker noch zu bewältigen haben, sind doch erst entstanden, weil wir gesoffen haben, weder Maß noch Ziel kannten, weil wir vor uns und unseren Problemen lieber davongelaufen sind bzw. uns beim geringsten Widerstand zugeschüttet haben...nicht umgekehrt.

    Ab und zu hilft eine kleine Gegenüberstellung, um sich selbst klarzumachen, was man durch die Trockenheit dazugewonnen hat...und das ist eine ellenlange Liste (zumindest bei mir). Mir hilft diese Gegenüberstellung immer dann, wenn ich mal wieder nicht so zufrieden bin, wenn sich Probleme häufen, wenn man den Horizont nicht mehr richtig sehen kann....immerhin, man sieht ihn wieder und weiß, daß er da ist und daß man ihn erreichen kann...Rückschläge gehören zum Leben dazu...aber jeder Stein, den man aus dem Weg räumt, macht einen selbst etwas stärker, gibt einem Selbstvertrauen, zeigt einem, was wirklich möglich ist. Und besoffen kann man nunmal keine Steine aus dem Weg räumen.

    Trocken sein bedeutet nicht zwangsläufig, immer gut gelaunt zu sein, Euphorie ist auch trocken kein Dauerzustand...aber dieser Zustand ist zumindest echt...ich finde, das ist es, was zählt.

    Ich wünsch Euch allen ein schönes WE...

    LG Andreas

  • glück auf andreas

    Zitat von Carpenter

    Die meisten Probleme, die wir abstinenten Alkoholiker noch zu bewältigen haben, sind doch erst entstanden, weil wir gesoffen haben ...

    n apfel

    Zitat von Carpenter

    Ab und zu hilft eine kleine Gegenüberstellung, um sich selbst klarzumachen, was man durch die Trockenheit dazugewonnen hat...und das ist eine ellenlange Liste (zumindest bei mir).

    ich habs schriftlich - und hab mir angewöhnt, grade in so "... situationen" weitere "gewinne" hinzuzufügen.

    Zitat von Carpenter

    jeder Stein, den man aus dem Weg räumt, macht einen selbst etwas stärker, gibt einem Selbstvertrauen, zeigt einem, was wirklich möglich ist. Und besoffen kann man nunmal keine Steine aus dem Weg räumen.

    noch n apfel

    schöne zeit

    :D
    matthias

    trocken seit 25.4.1987 - glücklich liiert - 7 Kinder - 17 Enkel

  • Guten Morgen, Forum

    so, ich habe gestern dann tatsächlich meinen Wandermarathon geschafft und überlebt...45 Kilometer bei Dauerregen und Wanderwegen, die, bedingt durch den Regen, eher einer matschigen Sumpflandschaft glichen.

    Hätte ich das durchgehalten, wenn ich noch saufen würde ?

    Klare Antwort: NEIN.

    Somit kommt auch das auf meine ominöse Liste, ebenso wie knarrende Kniescheiben und aufgeschwollene Füsse :)

    Das war mal wieder ein deutliches Zeichen, was man für sich bewegen kann, wenn man abstinent bleibt...und, ich muß gestehen, diesmal hat sich auch eine gewisse Euphorie eingestellt, die man zumindest indirekt der Abstinenz zuordnen kann.

    Nee, das trockene Leben ist nicht freudlos, langweilig, entbehrungsreich...es ist genau umgekehrt...man muß nur etwas aus dem Arsch kommen.

    Wünsche noch ein schönes Restwochenende

    LG Andreas

Unserer Selbsthilfegruppe beitreten!

Du hast noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registriere dich kostenlos und nimm an unserer Community teil!