Beiträge von juergenbausf

    Hallo online,

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    Sie steht hier noch rum. Aber ich trinke sie nicht.

    es geht nicht darum, ob Du sie trinkst.

    Du stellst Dir Dein Suchtmittel unmittelbar "vor die Nase" und "fütterst" damit Dein Suchtgedächtnis.
    Das kann sich Tage, Wochen, Monate, Jahre später "rächen".

    Zusätzlich meinst Du "Stärke zu zeigen", weil Du sie nicht trinkst.
    "Stärke zu zeigen" ist aber, sie sofort zu entsorgen oder zu vernichten, da Du sie ja sowieso nie wieder benutzen möchtest und da Du Dein Suchtgedächtnis nicht "füttern" möchtest.

    Ich habe mir angewöhnt, "Stärke zu zeigen", indem ich solche Dinge nicht annehme oder sofort vernichte / aus dem Haus schaffe.
    Ich möchte mein Suchtgedächtnis nicht unnötig "füttern".

    LG Jürgen

    Hallo Heyzel,

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    Ich habe so eine große Angst das sie bald nicht mehr da ist. Aber geht es so weiter..sehe ich schwarz. Das mag sich egoistisch anhören aber ich will nicht das sie bald geht.. ich brauche sie noch. Das ist mir zu früh..

    nach Deiner Beschreibung frage ich mich, ob sie das wofür Du sie zu brauchen glaubst, Dir überhaupt noch wird geben können - trinkend, am Leben.
    Es wird Sinn machen, daß Du Dich damit auseinandersetzt, ob Du diese Hilfe von anderen Menschen bekommen kannst oder ob Du Dich von der Tochter zu einer eigenständigen Person entwickeln kannst, die die Hilfe der Mutter nicht mehr "braucht".

    Ich verstehe aber Deine Angst davor, daß sie sterben könnte.
    Ich kann nur für Deine Mutter beten, daß sie den Punkt erreicht, wo sie aufhören will zu trinken.

    LG Jürgen

    Hallo Angela,

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    Eine wichtige Erkenntnis war/ist, dass ich in soweit nocheinmal "von der Schippe" gesprungen bin und nicht körperlich abhängig geworden bin. Wobei eine psychische Abhängigkeit nicht minder gefährlich ist. Dessen bin ich mir bewußt, aber ich kann mich mit dieser Erkenntnis auf "meinen Kopf" konzentrieren.

    ich muss schmunzeln.
    Alkoholabhängigkeit bedingt immer zuerst eine psychische und dann ggf. eine körperliche Abhängigkeit.
    Rückfälle nach mehr als 3 Monaten Abstinenz entstehen fast überwiegend aufgrund der psychischen Abhängigkeit.
    Insoweit ist Dir vielleicht 5% der Arbeit an Deiner Abstinenz erspart geblieben.

    LG Jürgen

    Hallo mario77,

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    Ich versuche zumindest das Beste aus meiner Alkoholsucht zu machen und ich kann mir eigentlich nix besseres Vorstellen, als wenn meine Erlebnisse und Erfahrungen irgendwem anders weiterhelfen können. Mit irgendwem meine ich niemand bestimmten, sondern alle die hier lesen.

    ich denke, die Hilfe, die ich anderen geben kann bezieht sich im wesentlichen darauf, wie ich ( und andere vielleicht ) abstinent bleibe (n).
    Die Beschreibung von Lebenswegen und Situationen dient bestenfalls für die Erkenntnis, daß ich Alkoholiker bin und zur Standortbestimmung für andere, wenn sie sich dort ggf. "wiederfinden".
    Die Frage warum stellt sich für mich nicht (mehr), ich akzeptiere es als gute(!) Tatsache, ich bin dankbar, daß ich das Problem "Saufen" nicht mehr habe.

    LG Jürgen

    Hallo nys,

    da Thema "antrainiertes Fehlverhalten" bezieht sich bei mir auf den Umgang mit "negativen Gefühlen" wie Angst, Trauer, Wut, Einsamkeit.
    Ich hatte mir antrainiert - auch durch falsche Prägung in der Kindheit - diese mit Alkohol zu betäuben. Das werde und muß ich umtrainieren.
    Ich habe Alkohol nicht zur Verstärkung positiver Gefühle mißbraucht.

    Da ich zuletzt mit Alkohol ein sehr unzufriedenes Leben führte, ergibt sich das Gegenteil - zufriedenes Leben - schon langfristig von allein durch das Weglassen von Alkohol.
    Ich habe "mein Schicksal" soweit wie möglich wieder in der Hand und das macht mich handlungsfähiger und zufriedener.

    LG Jürgen

    Hallo nys, hallo mario77,

    insbesondere bei Alkoholabhängigen finde ich es immer wieder amüsant, daß einerseits die Sache als Krankheit definiert wird und dennoch im nächsten Atemzug versucht wird, sich zu erklären, warum man "Alkoholiker" geworden sei.
    Seit ich nicht mehr trinken möchte, ist mir relativ egal warum ich alkoholabhängig wurde. Ich versuche lediglich daran zu arbeiten, daß der Wunsch nach dem Trinken nicht mehr aufkommt und daß ich mein "antrainiertes Fehlverhalten" umtrainiere.

    Ich frage mich gerade, ob Co-Abhängigkeit heilbar ist, oder ob der Co-Abhängige nicht ein für alle Mal die Finger von Süchtigen lassen sollte.
    ( Kopf bzw. gesunden Egoismus einschalten )

    LG Jürgen

    Hallo Carmelita,


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    Gestern Morgen z.B. hat es damit angefangen, dass meine Stieftochter sich wieder mal aus dem Staub gemacht hat, als es nach Hilfe in der Küche aussah.... Dann habe ich meinem Mann gegenüber eine Bemerkung in diese Richtung gemacht. Der fing dann SOFORT an, mich anzupflaumen und dann kam meine Tochter und meinte, dass ich endlich aufhören soll, mich wie ein Fußabtreter behandeln zu lassen...

    Am Ende habe ich kein Wort mehr mit Mann und Stieftochter gesprochen und bin mit meinen Töchtern in die Stadt gefahren. Und gekocht habe ich dann auch nicht (wir haben uns in der Stadt was geholt).

    ich denke, nicht zu kochen, wenn Dir keiner hilft, war ja schon mal der richtige Schritt.
    Ansonsten nächstesmal gleich die Stieftochter fragen/verhaften wegen Hilfe und nicht erst beim Mann drüber reden.

    Ich denke, Du wirst mit der Dauer Deiner Abstinenz auch gelassener werden.
    Eine Auszeit mit dem Hund tut bestimmt sehr gut bei Stress.

    LG Jürgen

    Hallo teddamitzu,

    Du gibst ihm ja gerade eine "zweite Chance", wenn ich Dich richtig verstehe.
    Du brauchst lediglich abwarten und Dich an Deine Versprechen halten.
    Ich bin kein Hellseher, mein Vater hat immerhin mal 5-7 Jahre mit alkfreiem Bier ausgehalten. Ohne Reden, SHG, Arzt oder sonstiges.
    Wenn er sich nicht als Alkoholiker sieht, wird er zu 100% irgendwann wieder trinken.
    Wenn er sich als Alkoholiker sieht, wird er zu 80% irgendwann wieder trinken.
    Alles klar !?

    LG Jürgen

    Hallo Carmelita,

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    Eins beschäftigt mich aber im Moment sehr. Ich merke, dass enorm viele unangenehme Gefühle jetzt wieder an die Oberfläche kommen. Viel Wut und Frust, die ich mit Alkohol betäubt habe, stürzen jetzt ungebremst auf mich ein.

    Ich kann die ewige Einmischerei meiner Schwiegermutter nicht mehr kommentarlos akzeptieren. Die Haltung meines Mannes, wenn seine Ex wieder einmal die ganze Arbeit und Verantwortung für "ihre" Kids auf mich abwälzt (was ja schon seit 12 Jahre der Fall ist) bringt mich zur Weißglut und ich muss es rausschreien.

    Wut und Frust spüren ist normal, die Frage ist nun aber, wie die angemessene Reaktion auf Wut und Frust ist.
    Hier kann ich Dir nur empfehlen, Dich weniger damit zu beschäftigen, die Wut irgendwo abzulassen, sondern mehr damit,
    warum sich dies überhaupt anstaut.
    Denn Wut ist ja die Steigerung von Ärger, Zorn, Wut.
    Ich bemühe mich mittlerweile schon einzugreifen, wenn ich Ärger spüre und die Dinge dann
    ( da geht das nämlich noch einigermaßen freundlich ) gleich befriedigend und ehrlich mit anderen zu lösen.

    Im übrigen gilt: viel viel Geduld und Gelassenheit mit allen Problemen entwickeln.
    Nicht gleich aufregen, das schadet in aller Regel allen Beteiligten - auch Dir.

    LG Jürgen

    Hallo newlife,

    ich bemühe mich, mir außerhalb der SHG keine Gedanken um die Alkohol-Dinge anderer zu machen.
    Es ist Ihre Aufgabe, sich zu kennen und rechtzeitig zu reden.
    Es gibt viel zu viele "Schauspieler" auch und gerade in SHGs.

    Ich bin vollkommen zufrieden, wenn ich mich kenne, spüre und selbst abstinent lebe.

    LG Jürgen

    Hallo Georg,

    Zitat

    Ein paar in der Runde wissen bereits, dass ich Alki bin, einigen weiteren werde ich es erzählen. Ich hab bereits in den vergangenen zwei Urlaubsrunden "offiziell" nichts getrunken (da war ich noch "heimlicher" Trinker), so dass ich zumindest in keinen Erklärungsnotstand bzgl. Nicht-Trinken komme. Es gibt aber eh genug in der Runde, die nix trinken.

    diesmal bitte etwas anders machen ! Es besteht ja "Wiederholungsgefahr".

    LG Jürgen

    Hallo Georg,

    mit Deiner Teilnahme an solch einer Silvesterfeier sehe ich zwei Gefahren.

    1. Ich kann mir nicht vorstellen, daß Du den Anwesenden auf der Party auf die Nase binden möchtest, daß Du Dich als "Alkoholiker" siehst. Ich jedenfalls hätte da nach 2 Monaten Trinkpause damals eher Probleme gehabt, dies zu tun, da ich mich bei einem späteren Rückfall ja nicht "lächerlich machen" wollte. Und der ganze Rattenschwanz der eigenen und fremden Vorurteile gegen "Alkoholiker" war ja auch noch da.

    2. Gerade die "Normalität" des Umgangs mit Alkohol zu solchen Festivitäten triggert den Wunsch, auch "normalen Umgang" mit Alkohol zu pflegen.
    Im Kopf wird das dann gern übersetzt mit " 1 Gläschen in Ehren ... "
    Je öfter Du "normalen Umgang" mit Alkohol pflegst, ohne klare Position als Alkoholiker zu beziehen, desto mehr wird sich der eigene Glaube schwächen, Alkoholiker zu sein.

    Sobald Du und alle wissen "Ich trinke keinen Alkohol und wenn der Vesuv neben mir ausbricht ... " sind solche Partys schon eher mal "tolerabel".
    Das dauert aber seine Zeit.

    Egal - genug der Worte - Du wirst sowieso hingehen.

    LG Jürgen

    Hallo c2... ,

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    Mit "nicht-kopflastig" werden i.d.R. fehlende Kenntnisse und Ausdrucksmängel euphemistisch verbrämt.

    oder der mangelnde Wunsch, Distanz durch Sprache herzustellen.
    Ich finde es durchaus praktischer, so zu sprechen, daß es die anderen Menschen verstehen.
    Ich muß niemanden durch meine Worthülsen beeindrucken.
    Intelligenz bedingt nicht automatisch Intellekt.

    LG Jürgen

    Hallo carmelita,

    Zitat

    Eigentlich bin ich im Moment einfach nur dankbar für jeden Tag, den ich trocken erlebe! Ich mein Ziel ist, dass es von nun an JEDEN Tag so sein wird. Ob ich es in der nächsten Zeit vielleicht das eine oder andere Mal als "Verzicht" sehen werde, weiß ich nicht.

    Aber langfristig, sollte das natürlich nicht mehr der Fall sein.

    ich habe im ersten Jahr meiner Abstinenz durchaus auch Tage erlebt, an denen ich auf die Zähne beißen mußte. Ich halte das für normal.
    Mein Ziel war abstinent werden und das sah ich frühestens nach 1 Jahr erreicht.
    Nach 1 Jahr konnte ich dann Umschalten von "abstinent werden" auf "abstinent bleiben". Da ich Tatsachen sehr gut akzeptieren und abhaken kann, habe ich es als Tatsache definiert, daß ich keinen Alkohol mehr trinke. Ich müsste also komplett neu anfangen mit Alkohol trinken und darin sehe ich überhaupt keinen Sinn mehr.
    Dennoch führt es gelegentlich auch bei mir zu Nachdenklichkeit im Alltag wenn ich auf einem Konzert, Party, Sportveranstaltung o.ä. überwiegend Menschen treffe, die dies komplett anders sehen.
    Ich weiß aber, das ist normal. Ich akzeptiere meine Nachdenklichkeit und das Gefühl der "Einsamkeit" mit dieser Meinung an diesem Abend.
    In anderer Umgebung ( Forum, SHG, persönliches Umfeld ) bin ich mit dieser Meinung ja nicht allein.

    LG Jürgen

    Hallo carmelita,

    Zitat

    Nach meinem gestrigen Arztbesuch wurde ich diese Woche krankgeschrieben und habe gestern Abend angefangen diese Medis zu nehmen (ich denke ihr wisst, was ich meine).
    Mein Gott was macht mein Bauch mir dadurch zu schaffen, grrrr
    Hoffentlich hören diese Nebenwirkungen bald auf, schließlich soll ich das Medikament ein Jahr lang nehmen

    ähm, ich habe wegen Alkoholabhängigkeit nicht ein einziges Medikament genommen.
    Ich sehe auch bestenfalls kurzfristig einen Sinn darin, bis ggf. vorhandene körperliche Entzugserscheinungen überwunden sind.
    Die psychischen Ursachen für Alkoholabhängigkeit würde ich auch psychisch aufarbeiten, denn nur das hilft langfristig.

    Sollte es parallele Indikationen wie Angststörungen, Depressionen, Psychosen o.ä. geben, dann ist die Sachlage natürlich anders, dann sind diese Medikamente aber auch zur Normalisierung dieser Krankheit gedacht, die letztlich unabhängig von der Alkoholabhängigkeit behandelt und betrachtet werden sollte.
    Die langfristig einzig sinnvolle "Medikation" gegen Alkoholabhängigkeit ist Abstinenz und ggf. Psychotherapie für die Begleiterkrankungen.

    LG Jürgen

    Hallo Linde, hallo carmelita,

    Linde Du schriebest:


    Zitat

    Hallo Jürgen, hallo Carmelita,

    das halte ich für hochriskant. Denn dann hast du den Anblick eines "maßvoll Trinkenden" vor der Nase und kommst vielleicht auf die Idee, daß du das auch mal wieder könntest. Und daheim hast du den Alkoholgeruch neben dir im Bett liegen. Das alles kann triggern.

    ich teile durchaus Deine Meinung, daß dies eine Belastung darstellen kann und wird. Ich weiß aber aus eigener Erfahrung, daß ich mich nicht auf einer "grünen Wiese" befinde. Da ich zur Zeit nicht in einer Beziehung lebe, kann ich nicht erwarten, die "totalabstinente ledige Traumfrau" kennenzulernen und werde insoweit die machbaren Kompromisse anstreben.
    Ich z.B. würde dies immer so regeln, daß ich an einem solchen Abend auf Küsse und Zärtlichkeiten verzichte, ggf. getrennt bei mir übernachte, wenn es mich stören sollte.
    Auch carmelita "lebt nicht auf einer grünen Wiese" insoweit kann es zielführend sein, bei solchen Abenden mit Ihrem Mann maßvolles Trinken zu vereinbaren, sich eine getrennte Fahrmöglichkeit im Vorwege zu sichern und den Mann auf getrenntes Schlafen einzustellen. Zusätzlich sicherlich den Mann animieren, sich in Foren und in SHGs eigenständig zu informieren, wie er seine Frau am besten unterstützen kann.
    Diese Abende werden ja wohl eher nur 1-mal im Monat vorkommen, oder ???

    Wichtig ist es aus meiner Erfahrung diese Dinge im Vorwege anzusprechen, dann gibt es auch keine Mißverständnisse in einer solchen Situation.
    Entscheidend ist übrigens immer die eigene Konsequenz, weniger das Verhalten oder die Meinung des anderen.

    LG Jürgen

    Hallo Newlife,

    Zitat

    Das hört sich alles gut an - aber es ist nicht immer so einfach wie es sich schreibt. Die Leute in der SHG sind alle sehr lieb, aber oft habe ich auch das Gefühl ich sitze in einer Gruppe von Selbstdarstellern und keiner sagt so deutlich was ihn bewegt. Das ist natürlich auch schwierig wenn 15 Personen im Kreis sitzen und nur 2 Stunden Zeit sind.

    das ist manchmal so, halt es einfach aus und schau Dich in Ruhe in anderen SHGs um, die vielleicht auch klare Regeln bzgl. der max. Sprechzeit haben.
    Bei max. 10 Min. Redezeit - wie wir es z.B. vereinbart haben - reduziert sich zumindest die Menge an Selbstdarstellung des Einzelnen pro SHG-Termin.

    Trinkst Du denn nicht mehr, weil Du wirklich die Schnauze voll hast oder geht es vorerst nur um die MPU und den Lappen ?
    In der Tat - es wird wichtig sein zu schauen, in welchen Situationen bei Dir die Trinkwünsche wieder hochkommen und warum Du nach 11 Monaten "immer noch" in solche Situationen kommst.

    Ich freue mich, mehr von Dir zu hören.

    LG Jürgen