Beiträge von juergenbausf

    Liebe melanie,

    ich fasse es mal kurz.

    Ich hatte eine Beziehung mit einer Co-Abhängigen.
    Ich bin immer sehr offen mit meinem Alkoholkonsum umgegangen,
    es gab da keinerlei Heimlichkeiten. Sie hat auch mitgetrunken.

    Ich habe mich getrennt, übrigens bevor ich abstinent wurde.
    Sie litt und leidet noch heute an Fressucht, Kaufsucht und Tiersucht und
    redet bis heute da nicht offen drüber, sondern vertuscht und verheimlicht, wo es geht.

    Woran leidest Du und redest nicht offen drüber ?

    LG Jürgen

    Hallo Karsten,

    insgesamt wollte ich damit ausdrücken, daß der Abstinenzwille ( nie wieder trinken ) im Laufe einer Abstinenz ansteigen kann
    und selten am Anfang einer Abstinenz bei 10 ( auf einer Skala von 1-10 ) liegt.
    Insoweit vertraue ich auch darauf, daß bei frisch abstinenten Alkoholikern, die sich intensiv mit der Materie auseinandersetzen
    und sich selbst auch kritisch reflektieren der Abstinenzwille noch wachsen kann und wird.
    Die Zeit haben wir beide gebraucht, insoweit gestehe ich das auch jedem anderen zu.
    Daher kann ich auch besser damit umgehen, wenn jemand am Anfang bei 7-9 steht, mit denen die gefühlt bei 1-3 stehen weniger.

    LG Jürgen

    Hallo melinak,

    Zitat

    hast mal nen beispiel aus deinem leben als co das eventuell lebensnaher ist als sowas?

    sicher könnte ich hier von dem passenden Beispiel erzählen.
    Es ist aber besser wenn Co-Abhängige selbst ehrlich über Ihren seelischen Zustand, Ihre eigenen Gefühle,
    Ihre eigenen Gedanken, Ihre eigenen Süchte erzählen, als über das Fehlverhalten Ihrer Partner.

    LG Jürgen

    Hallo equinoxe, hallo carl57,

    ich finde es jetzt unnötig, so auf das Wort Willensschäche anzuspringen.
    Ich würde es auch eher als "antrainiertes Fehlverhalten" bezeichnen.
    Und was ich mir 20 Jahre falsch antrainiert habe, muß ich mir halt geduldig wieder abtrainieren.
    Zu dem "Abtrainieren" gehört definitiv Einsicht, jahrelange Geduld und Willensstärke.

    LG Jürgen

    Hallo blubber,

    solange Du dir noch Gedanken um die Vorurteile anderer machst, wenn Du nicht mehr trinkst, bist Du weit entfernt von Abstinenz.

    Was bitte, sollte es daran zu kritisieren geben, wenn sich jemand vernünftig verhält und nicht mehr trinkt.
    In Wahrheit hast Du wohl eher Angst vor dem Gerede, wenn Du wieder trinkst, d.h. Du räumst Dir dies gedanklich noch ein.

    LG Jürgen

    Hallo melinak,

    stecke mal einen aktiven Co-Abhängigen in eine Gruppe von Menschen, die mit Ihren Sorgen allein klarkommen.
    Würde er jetzt seine eigenen Sorgen auspacken ?
    Dem wird es hundselend gehen, weil da niemand ist, an dessen Sorgen er sich selbst aufbauen kann.
    Deshalb ziehen aktive Co-Abhängige ja auch magisch immer wieder Sorgenkinder an.

    LG Jürgen

    Hallo Karsten,

    ich zitiere mal:

    Zitat

    Hier geht es ausschließlich ums nicht trinken und wer wieder mal trinken möchte, wird in anderen Foren auch Gleichgesinnte finden, die eben auch irgendwann wieder trinken wollen.

    Ich habe in meine Langzeittherapie im Kursus "Rückfallprävention" einen Psychologen gehabt, der mit uns gerade auch die angenehmen Gründe fürs Trinken durchgegangen ist - weil auch das Rückfallgründe sein können - und am Ende konnte jeder anonym einen Punkt für seinen Abstinenzwillen ( für immer ) auf einer Skala von 1-10 aufkleben. Diese Vorgehensweise fand ich gut.
    Mein Pünktchen war damals auch nicht bei 10, ich habe mir ganz bewußt erstmal ein Jahr vorgenommen um nach einem Jahr ehrlich und offen ein Resümee zu ziehen, ob es mir ohne Alkohol nun besser geht oder ob ich wieder anfangen möchte zu trinken.

    Zu diesem Jahrestag nach einem Jahr - und nur dann - hatte ich mir das Recht eingeräumt, wieder mit dem Trinken zu beginnen, wenn es mir tatsächlich schlechter ginge als vor der Abstinenz.

    Das Ergebnis kannst Du Dir denken ...
    Ich habe festgestellt, daß ich nie wieder mit dem Trinken beginnen möchte.
    Insoweit war mein Abstinenzwille ( für immer ) erst nach einem Jahr bei 10.

    LG Jürgen

    Hallo,

    aus meiner Sicht beschäftigen sich Co-Abhängige lieber mit den Problemen und dem Denken anderer, da sie mit sich selbst nicht klarkommen.
    Dieses Verhalten erspart Ihnen den Frust über die ständige Verschüttung der eigenen Baustellen.
    Die Details ergeben sich daraus.

    LG Jürgen

    Hallo hasenfuss,

    Zitat

    Ach mich machts auch so traurig das meine familie so gar nicht hinter mir steht. Alki sein ist für die ebend der Einzähnige mit vollbart, der frühs schon sein schnaps brauch

    Immer ieder höre ich: "du bist nicht alkoholikerin, wir kennen alkis und die sind so und so..." ich denk mir, ja ihr habt ebend keine ahnung. Nicht von den wirklichen tatsachen und schon garnicht von meinem aktuellen dasein. Mein dasein dreht sich einfach die meiste zeit nur darum.. WANN kann ich mich am besten UNGESTÖRT, weil ich mich so schäm besaufen? Resultat-> ich mutiere zum wrack und bin so dumm für meine umwelt eine maske aufzupolieren die mit mir nichts zu tun hat.

    Es ist überhaupt nicht wichtig, daß Deine Familie in dieser Sache hinter Dir steht.
    Es ist wichtig, daß DU dahinterstehst.
    Meine Nachbarin war am Anfang auch dieser Meinung, nach nun mehreren Jahren gibt es solche Diskussionen überhaupt nicht mehr.
    Sie akzeptiert, daß ich keinen Alkohol trinke und achtet auch drauf, keinen Kuchen mit Alkohol einzukaufen.

    Es ist auch relativ egal wie Du es nennst, was Du hast oder bist.
    Ich habe das Gefühl, Du lenkst mit diesen Argumenten von Deiner eigenen "mangelnden Ernsthaftigkeit" ab.

    Arbeite intensiv an Deinem eigenen Abstinenzwillen und nicht an den Gedanken anderer.

    LG Jürgen

    Hallo hasenfuss,

    Zitat

    warum fällt es nur so schwer sich zu entscheiden? ich glaube mein größtes problem ist, dass ich meinen kleinen freundeskreis aufgeben müsste. Die sind gut unterwegs.

    ist ja ein guter Witz ! Ohne Alkohol -> keine Freundschaft !?

    LG Jürgen[/u]

    Hallo bloona,

    Zitat

    Bin heute abend im Supermarkt um meine bevorzugten Biersorten herumgeschlichen und von einem Bein auf das andere getreten. Bin dann zum alkoholfreien Bier gegangen und dachte "Na komm, dann wenigstens ein einziges alkoholfreies". Das gab's aber nur im Sixpack. Ich weiß nicht wieviele Minuten ich vor dem Bierregal gestanden habe, bis ich laut zu mir gesagt habe "Jetzt ist Schluss" und zur Kasse gegangen bin. Als ich den Supermarkt hineingegangen bin, hatte ich bereits beschlossen es drauf ankommen zu lassen.

    Alarmstufe rot, DefenseCondition5 würde der "WarGamesFan" sagen.
    Wie gedenkst Du, wieder zu deeskalieren ???

    LG Jürgen

    Hallo,

    ganz normale Gedanken am Anfang einer Abstinenz.
    Es macht natürlich Sinn, sich mit den "positiven Erinnerungen" auseinander zu setzen, wenn man Alkohol trank,
    um positive Gefühle zu erzeugen oder zu verstärken.
    Rückfallgefahren werden sich nämlich genau in solchen Situationen ergeben.

    Mein Tip: Sich ein Jahr Abstinenz vornehmen und durchziehen.
    Danach mal die eigene Lebenssituation bewerten.
    Ich hatte bisher nicht das Bedürfnis, mit dem Trinken wieder anzufangen.
    Ich dürfte es jederzeit, so wie jeder andere Erwachsene auch.
    Ich müßte aber die Konsequenzen tragen, die sind mir zu unangenehm.

    LG Jürgen

    Hallo bloona,

    Deine Freunde werden im besten Fall sagen "Find ich toll, daß Du das machst" und fröhlich Ihr Leben mit Alkohol weiterleben.
    Ein Rückfall Deinerseits würde zur Kenntnis genommen und Du würdest halt wieder trinken. Alles wäre wie vorher.

    Im zweitbesten Fall werden sie versuchen, Dich in irgendeiner subtilen Weise wieder zum Trinken zu animieren, da sie Mittrinker brauchen, um sich wohler zu fühlen und da fehlst Du ja nun.

    Im drittbesten Fall werden sie sich heimlich das Maul darüber zerreißen, daß Du Alkoholikerin bist und darüber sinnieren, was Du wohl alles unter Alkohol angestellt hast. Sie selbst sind natürlich weit davon entfernt.

    Alles wirst Du irgendwann entspannt aushalten müssen und können.
    Bei Alkoholismus geht es ausschließlich um Deine Entscheidung, nicht mehr zu trinken.

    Langfristig werden sie sich "einen Dreck" um Deinen Alkoholismus scheren, es betrifft sie einfach nicht.
    Zudem ist das Thema bäh - insbesondere wenn man selbst Alkoholmißbrauch / Suchtmittelmißbrauch betreibt - und das tun viele.

    LG Jürgen

    Hallo bloona,

    Zitat

    Wäre ja irgendwie schon "cooler", so zu tun als hätte man einfach so keine Lust mehr auf Alkohol und könnte dabei verschweigen, dass man in Wirklichkeit nicht mehr ohne kann und dass man es ohne Hilfe nicht schafft.

    das führt mit Sicherheit nicht in die dauerhafte Abstinenz, sondern in mehr oder weniger kurze Trinkpausen und (noch) mehr Heimlichkeiten.
    Das wirst du aber irgendwann selbst feststellen, daß es besser und zielführender ( -> Ziel = Abstinenz ) ist, "die Hosen runterzulassen" - wenn Du wirklich nicht mehr trinken willst und einräumst alkoholsüchtig zu sein.

    LG Jürgen

    Hallo caligula,

    sei mir nicht böse, klingt insgesamt wie "viel Lärm um nichts".
    Voller Widersprüche, Heimlichkeiten, Scham und Vorurteilen über Alkoholismus, Vorwürfe an Verwandte, böse Gerichtsvollzieher, ellenlange Begründungen und Rechtfertigungen, usw.
    Willst Du uns demnächst Dein Buch hier präsentieren !?
    Ich jedenfalls ziehe mich nicht an den "Horrorgeschichten" anderer Alkoholiker hoch und kaufe solche Bücher nicht.
    Hier habe ich das Gefühl, Du drängst uns deine Geschichten quasi auf.

    Ich kenne Dutzende, die mit weniger Lärm wesentlich mehr erreicht haben.

    LG Jürgen

    Hallo Caligula,

    ich versuche Dir den Eindruck zu übermitteln, den Du bei mir erweckst.
    Deine "reflexartige" Verteidigungshaltung erinnert mich an den Anfang meiner Abstinenz.
    Auch ich mußte mich mal mit Vorurteilen anderer auseinandersetzen und reagierte am Anfang zu empfindlich drauf.
    Steuerte aber dagegen und lief nicht weg. Übte gelassen darauf zu reagieren.
    Waren sogar reichlich Therapeuten drunter.
    Pöse Purschen aber auch.

    Im Endeffekt gilt es, die eigenen Vorurteile gegenüber dem "Alkoholiker" abzulegen, anderen Menschen ihre Vorurteile zu lassen und schlicht und einfach zu sagen, daß sie nicht zutreffen, wo sie nicht zutreffen bzw. das Gegenteil langfristig unter Beweis zu stellen.

    Warum Du aus dem Wort "rückfallgefährdet" eine Ferndiagnose, Schmuddelecke usw. ableitest erschliesst sich mir so nicht.
    Ich kann es mir nur damit erklären, daß Du Dich nach wie vor in der Schmuddelecke siehst, weil Du Deiner eigenen Abstinenz nicht traust.
    Dafür sprechen aus meiner Sicht die Formulierungen mit "noch", "eine Zeitlang", "Königsweg", "meine Kollegen kennen mein Problem" und einige Widersprüche zu Deinem Trinkverhalten ( 99% Alleintrinker aber Rückfallgefährdung beim Fußballspielgucken mit Freunden, bei,während,nach dem S**, ( hääää ? , redest Du mit Partnerinnen auch über Deine Alkoholsucht ????? ) , Suche nach dem Grund für Alkoholismus usw ...

    Insgesamt rate ich Dir zu intensiver weiterer eigener Standortbestimmung, Selbsterkenntnis und natürlich Abstinenz.
    Unterhaltsam wird es sicher werden mit Dir hier.

    LG Jürgen

    Hallo Caligula,

    ich suche gar keinen Königsweg.
    Ich lebe einfach und trinke und esse keinen Alkohol.
    Ich habe auch kein Problem - ich trinke und esse schlicht und einfach keinen Alkohol mehr.
    Ich erlaube mir freiwillig keinen Leichtsinn gegenüber dem Alkohol, auch nicht gedanklich.
    Ich habe nicht die Absicht, rückfällig zu werden.
    Ich sehe Alkoholabhängigkeit nicht viel anders als Nikotionabhängigkeit.
    Kein Drama, beherrschbar, indem ich keinen Alkohol mehr konsumiere.
    Ich arbeite intensiv daran, daß sich diese Einstellung nicht verändert, denn darin bestünde die höchste Gefahr.
    In die Zukunft sehen kann ich auch nicht, genauso wenig wie Du.
    Viel Glück auf Deinem Weg.

    LG Jürgen

    Hallo caligula,

    Zitat

    Es wird zwar aus meiner Beobachtung heraus zum einen einfacher, dem Druck zu widerstehen, zum anderen wächst aber latent der Faktor Leichtsinn an. Zu dem ich als Rheinländer zugegebenermaßen neige. Noch habe ich den Griff. Hoffe, dass das auch noch eine Zeit lang anhält.

    Deine Worte. Du neigst zum Leichtsinn. Noch hast Du den im Griff.
    ( Aha und was kommt nach noch ??? )
    Du hoffst, dass das auch noch eine Zeit lang anhält.
    ( Aha und was kommt nach der Zeit lang ? )

    Diese Sprachwahl, mangelnde Offenheit (Scham?) über Deinen Alkoholikerstatus, Suche nach Gründen für Deinen Alkoholismus,
    "Nebelkerzen" wenn Du Dich angegriffen fühlst...

    All dies lassen Dich als höchst gefährdet erscheinen und von daher würde ich Dir zu erheblich höherer Vorsicht gegenüber dem Alkohol raten.
    Lieber ab und zu einsam als tot.

    LG Jürgen