Beiträge von juergenbausf

    gipfel ,

    ich mag da ein Sonderfall sein.

    Von mir hat - als ich trank - (noch) NIEMAND jemals erwartet, dass ich damit aufhöre.
    Das liegt schlicht und einfach daran, dass ich Alleintrinker bin und dass ich in einem frühen Stadium der Alkoholkrankheit aufgehört habe - Mitte der kritischen Phase - siehe dazu Jellinek.
    Insoweit würde auch ich mit niemandem ausser mir selbst einen solchen Vertrag abschliessen, da es schlicht und einfach nicht notwendig ist.
    Meine Alkoholkrankheit hat (noch) NIEMANDEN in seiner Lebensführung, in seiner körperlichen Unversehrtheit, in seinem Vermögen geschädigt.
    Ich hab 2-mal die vollgepisste Hose in meiner Küche morgens gefunden und hab 1-mal eine Fahrt im Vollsuff mit Filmriss zelebriert.
    Dann hat es mir persönlich gereicht.

    Insoweit werde auch ich mit keinem Angehörigen oder Partner einen Vertrag schliessen, dass ich nicht mehr trinken werde - es sei denn, die Initiative und der Wille dazu geht von mir aus.

    LG Jürgen
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    Meine Meinung. Keine Suchtberatung.

    @franky,

    gut, dass Du weitere Massnahmen eingeleitet hast.
    Du hast schlicht und einfach Deine Abstinenz bisher nicht an die 1. Stelle gesetzt.
    Du hast die Arbeit an Deiner Abstinenz zugunsten der beruflichen Arbeit vernachlässigt.

    Ob aus Dummheit, Leichtsinn, Selbstüberschätzung, mangelnder Krankheitseinsicht, oder, oder, oder kannst nur Du wissen.
    Verhaltensänderung und Prioritätenänderung ist angesagt.

    LG Jürgen
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    Meine Meinung. Keine Suchtberatung.

    Hallo BC,

    ich glaube, das habe ich nicht anders dargestellt.

    Vertrauen ist eine gemeinsame Erwartungsbasis an Handlungen in der Zukunft.
    Beide Partner können sich auf einer neuen Basis einigen.
    Ich sollte das Vertrauen in mich haben, das ich die neue Vereinbarung erfüllen kann und werde.
    Mein Partner sollte das Vertrauen haben, das ich die neue Vereinbarung erfüllen kann und werde.

    Was auch passieren kann ist, dass keine neue Vereinbarung getroffen wird.
    Das hat dann allerdings nichts mehr mit Vertrauen zu tun.

    LG Jürgen
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    Meine Meinung. Keine Suchtberatung.

    Hallo BC,

    ja klar.

    Zunächst mal: Vertragsbruch ist Vertrauensbruch.
    Die Bank, die mein Haus finanziert, behandelt mich nicht anders.
    Glaub es mir.

    Es ist jetzt an mir, Vertrauen wieder herzustellen.
    Wenn ich der Bank dies klarmachen kann, wird sie einen neuen Vertrag mit mir schliessen - nämlich eine Stundung und eine Ratenzahlung für die auflaufenden Schulden vereinbaren.
    Wenn die Bank mir nicht mehr vertraut - auch das kommt ja vor - wird sie mich aus dem Haus notfalls rausklagen.

    So ists mit der Bank. So ists auch mit dem Mieter.

    LG Jürgen
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    Meine Meinung. Keine Suchtberatung.

    P.S.: Wer also mit einem Partner einen Vertrag eingehen möchte: "Ich werde nie wieder Alkohol trinken, sollte sich genau überlegen, ob er das unter allen Umständen einhalten kann. Im übrigen ist der Vertrag nach einer Trennung aber hinfällig und unwichtig. Er ist auch nicht einklagbar. Solch ein Vertrag erzeugt moralischen Druck - falls die entsprechende Moral vorhanden ist. Ich würde einen solchen Vertrag nicht abschliessen, da die unbestimmte, hoffentlich lange Laufzeit zu viele Unsicherheiten mit sich bringt. Ich halte ihn auch für unnötig, da ich für mich abstinent bin und nicht für einen Partner.

    Hallo BC,

    ja - das ist ein Vertrauensbruch.

    Ich kann von ihm erwarten, dass er die Wohnung mietet, die er innerhalb der Kündigungsfrist auch zahlen kann.
    Ich kann von ihm erwarten, dass er sich rechtzeitig eine günstigere Wohnung mietet.
    Wenn er nicht zahlen kann, kann ich von ihm erwarten, dass er erstens mit mir vorher darüber spricht und zweitens aufgelaufene Schulden später abbezahlt.

    LG Jürgen
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    Meine Meinung. Keine Suchtberatung.

    Hallo und guten Morgen,

    ich habe es ja schon mal geschrieben, Vertrauen hat etwas mit Erwartungen zu tun.
    Wer keine Erwartungen erfüllen möchte, kann bei anderen Menschen kein Vertrauen herstellen.

    Ich finde es nur wichtig, das zu wissen.
    Ich möchte niemandem Vorschriften machen, wie er leben möchte.
    An einen Eremiten beispielsweise hätte ich keine Erwartungen, da er sein Leben in keinster Weise nach anderen Menschen ausrichtet.

    LG Jürgen
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    Meine Meinung. Keine Suchtberatung.

    Hallo BC,

    Zitat

    Das wäre der Fall, wenn die Sucht zu 100 % von mir steuerbar wäre, was sie letztendlich nicht ist. Mit Willen kann man sehr viel erreichen, aber eben nicht alles.

    Ähm?
    Ist das jetzt der Freifahrtschein für den Rückfall?
    Oder die meinst Du die ominöse höhere Macht, die es angeblich braucht?
    Müssen mir jetzt lebenslänglich wildfremde Menschen die schlimmsten Eskapaden zutrauen?
    Bin ich als trockener Alkoholiker nun unberechenbarer als der "aktive Vieltrinker"?

    LG Jürgen
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    Meine Meinung. Keine Suchtberatung.

    Hallo,

    Hut ab, dass Du Dich sofort nach Deinem Rückfall hier gemeldet hast.
    Das ist mit Sicherheit die erste gute Massnahme, den Rückfall zu stoppen.
    Nun ist wirklich die Frage, wieviel Zeit Du Dir lässt, konkrete weitere Massnahmen einzuleiten. Möglichst wenig - würde ich sagen.
    Zu einer guten Suchtberatung solltest Du auch ohne Termin gehen können, vielleicht haben die weitere Tips und Anlaufstellen.

    LG Jürgen
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    Meine Meinung. Keine Suchtberatung.

    Hallo BC,

    ich habe über die rein praktischen Gründe "philosophiert", warum man die Alkholkrankheit wieder in den Status einer Krankheit erhoben hat.

    - Diagnostizierbarkeit durch Ärzte
    - Möglichkeit der Krankschreibung
    - Möglichkeit der Umlegung der Krankheitskosten, Therapiekosten, Kosten von Dauerfolgen auf das Sozialsystem ( Krankenversicherung, Rentenversicherung )
    - Möglichkeit, Betroffenen Schuldgefühle zu nehmen
    - Möglichkeit, Betroffene im Endstadium gegen Ihren Willen zu behandeln

    Ich habe von diesen Möglichkeiten nur von Möglichkeit 3, Therapiekosten, Gebrauch gemacht. Die anderen waren nicht nötig und ich hoffe, das bleibt auch so.
    Ich hätte Möglichkeit 3 notfalls auch selbst getragen - wenn dies nicht durch die Rentenversicherung gedeckt gewesen wäre.
    Möglichkeit 3 lässt aber erst die Behandlung mittelloser Betroffener zu.

    Die o.a. Möglichkeiten wurden zum Wohle der Betroffenen UND der Gesellschaft wieder geschaffen - aus rein praktischen Gründen.
    Weil es insgesamt die Behandelbarkeit von Alkoholabhängigkeit verbessert. Wer das als Vorwurf empfindet, hat eigene Schuldgefühle.
    Ich nicht.

    LG Jürgen
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    Meine Meinung. Keine Suchtberatung.

    Hallo,

    1. Ich habe nichts dagegen, wenn mir einer die Klassifizierung von Co-Abhängigkeit nach ICD-10 zeigt und erklärt.
    In aller Regel dürfte wohl die Mischung einiger anderer psychischer Erkrankungen vorliegen.
    2. Mir ist schon klar, dass meine persönliche Einstellung für manch einen ungemütlich erscheint.
    3. Nein - Alkoholabhängigkeit ist kein Verbrechen - es ist eine Sucht.
    Seit 1968 eine SuchtErkrankung.
    4. Ich persönlich halte es nach dem Prinzip der Selbstverantwortung.
    Ich übernehme Veranwortung für alle meine Handlungen, auch die unter Suchtmitteleinfluss. Ich übernehme die Verantwortung für meine Abstinenz und für jeden Rückfall.
    Ich habe aufgehört, Alkohol zu trinken, als mir die Verantwortung für mein Handeln entglitt. ( Filmriss, Gefährdung Anderer )
    5. Ich möchte diese Position niemandem aufdrängen, aber darstellen, dass es auch trockene Alkoholiker gibt, die so denken.

    LG Jürgen
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    Meine Meinung. Kein Suchtberatung.

    Hallo,

    1. Alkoholiker sind per Definition rückfallgefährdet.
    2. Vertrauen hat was mit Erwartungen zu tun. Ohne eine gemeinsame Erwartungsbasis kann ich kein Vertrauen aufbauen. Wer das nicht möchte muss mit Ängsten anderer rechnen und leben.
    3. Co-Abhängigkeit ist keine Sucht, sondern eine Persönlichkeits- / Verhaltensstörung. Lest mal bei Wikipedia nach.
    4. Alkoholismus mag seit 1968 als Krankheit anerkannt sein, ich persönlich halte das für ein Hilfsmittel Schuldgefühle zu nehmen, für ein Hilfsmittel Kosten des Alkoholismus auf die Sozialgemeinschaft umzulegen, für ein Hilfsmittel Menschen gegen Ihren Willen behandeln zu können.
    5. Ich übernehme grundsätzlich die Verantwortung für all mein Handeln, vielleicht bin ich insoweit kein "typischer" Alkoholiker. Ich weiss es nicht.
    Insoweit ist auch ein Rückfall in meiner Verantwortung.

    LG Jürgen
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    Meine Meinung. Keine Suchtberatung.

    gipfel ,

    ich bin kein "Sozialautist".

    Ich habe mitgenommen, dass Du nicht möchtest, dass Dir jemand vertraut.

    Ich habe auch mitgenommen, dass Du sämtliche Fehlhandlungen in Deiner nassen Zeit der Sucht zuschreibst und somit die Verantwortung dafür abgegeben hast.
    Diesen Zustand hatte ich nicht erreicht und möchte ich nicht erreichen. Als ich meine Handlungen nicht mehr verantworten konnte (Trunkenheitsfahrt mit Filmriss) , habe ich die Notbremse gezogen.

    Ich persönlich komme mit Selbstverantwortung besser klar.
    Ich habe freiwillig, aus eigenem Antrieb und bevor anderen Personen Schaden entstand die Notbremse gezogen, weil ich die Schuld, andere im Suff an Leib und Leben verletzt oder gar getötet zu haben, nicht ertragen könnte. Ich könnte einen Verkehrsunfall im Suff mit Personenschaden oder gar Toten nicht mental einer Krankheit zuschieben.

    Vertrauen: - edit, bitte nichts aus dem Internet einkopieren, danke, Linde -

    LG Jürgen
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    Meine Meinung. Keine Suchtberatung.

    gipfel

    natürlich war das mein Ernst mit dem Vertrauensaufbau.


    Zitat

    Das ist nicht Dein Ernst, oder ?

    Was habe ich denn mit den "Befindlichkeiten" meiner Angehörigen zu tun ???

    Sucht ist kein kriminelles Delikt sondern eine Erkrankung !
    So gesehen brauche ich kein Vertrauen aufzubauen.
    Wer mit mir lebt, der muß darauf gefaßt sein, daß auch ein Rückfall zu meiner Erkrankung gehören kann.
    Wer das nicht akzeptieren kann oder will, der gehört nicht zu meinem Umfeld.

    Wenn Du mit Angehörigen leben möchtest, die Dir nicht vertrauen, so kannst Du mit dieser Einstellung rumlaufen.
    Und Deine Angehörigen mit Ihren Ängsten.
    Jemandem mit Deiner Einstellung z.B. würde widerum ich nicht vertrauen - ist aber auch nicht notwendig.

    Ich habe von enttäuschtem Vertrauen gesprochen und wenn ich das wieder aufbauen möchte, so tue ich etwas dafür.

    LG Jürgen
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    Meine Meinung. Keine Suchtberatung.