Beiträge von juergenbausf

    Hallo girasole,

    ich bin ja nun kein Co-Abhängiger und halte mich daher in solchen Fäden eher zurück, weil ich mit eigenen Erfahrungen nicht glänzen kann.
    Dein Beitrag gefällt mir ausnehmend gut und ich kann nur raten, ihn auszudrucken und bei Zweifeln immer wieder zu lesen ...

    Gruß Jürgen

    Hallo ung guten Abend,

    Zitat

    Ich hab niemanden. Und ich meine jetzt wirklich niemanden. Leide sehr unter meiner Einsamkeit. Habe auch keine Arbeit, hänge zuhause in meinen 4 Wänden und grübel vor mich hin.
    Ja, ich bin in Behandlung, Therapeutisch, schon seit Jahren immer mal wieder, mit mässigem Erfolg. Aber meine Angst vor anderen, Angst vor Ablehnung und meine Selbstwerprobleme schleppe ich immer noch mit mir rum.
    Und zu all dem ganzen Kram jetzt auch noch das! Er hat so vieles um das ich ihn beneide, und das alles zerstört er.

    ... und da machst DU Dir Gedanken, ob er in 10 oder 20 Jahren Löwenzahn für "seine Kaninchen" pflücken wird.
    Mach dir mal lieber Gedanken, wo Du in 10-20 Jahren sitzt, wenn Du nicht anfängst, an Deinen Dingen zu arbeiten.

    Guß Jürgen

    Hallo,

    Zitat

    Meine Gruppe und auch mein Aquarienverein schwächeln etwas . Wir bekommen einfach keine neuen Mitglieder. Wenn es nun daran liegen würde das immer weniger getrunken wird , wäre ich damit zufrieden , aber so ist es sicher nicht. Gestern standen auf Videotext Zahlen die mich erschauern lassen. Jedes Jahr 75000 Tote durch Alkohol und noch mehr durch die Qualmerei .

    ich kann mir nicht helfen, aber warum sollte mich das mehr erschrecken, daß es 75.000 sind und nicht 50.000 ?
    Mag mein Zynismus sein, aber problematischer ist doch wohl der teilweise 30-40 Jahre währende Leidensweg der Familienangehörigen, die das mitanschauen dürfen.
    Nicht der Tod durch Alkohol ist erschreckend, sondern die letzten 10-20 Jahre des Lebens MIT Alkohol. Ähnliches gilt für Nikotinabhängige (Kettenraucher) .
    Ich würde mir das weder mit anschauen noch anderen Familienangehörigen zumuten wollen.

    Gruß Jürgen

    Hallo,

    nachdem ich aufhörte zu trinken, konnte ich vieles nach und nach einfach abhaken.
    Ich habe geschaut, wo ich stehe und wo ich hin will.
    Die Gründe, warum ich dort stand, wo ich stand, waren für die Zukunft fast nie von Belang, es sei denn, es wären Verhaltensweisen von mir zu ändern.
    Das Wort "Warum" ist über Bord zu werfen.
    Fakten feststellen, sich und die Dinge ändern.

    Gruß Jürgen

    Hallo Oli,

    ich wollte da gar keinen Zusammenhang zur Alkoholabhängigkeit herstellen.
    Bestenfalls weil meine "Chipstütenleeresssucht" - die ich schon immer habe - auch unter "selbstschädigendes Verhalten" fällt und ich solche Verhaltensweisen ablegen möchte.
    Die Sache mit dem Kaffee ist deswegen "kritischer", weil ich unter ständigem Brustdruck leide ( "Somatisierungsstörung" sagen die Ärzte ) und Kaffee das eher noch verstärken kann bei mir.
    Das kannst Du aber natürlich nicht wissen.

    Im übrigen habe ich vor einigen Wochen beschlossen, mich nicht schlechter als meinen Hund zu behandeln und seitdem läuft einiges (noch) besser. Habe bereits 5 kg abgenommen seitdem.
    Dem schenke ich ja auch keinen Rum in seinen Napf ein, stecke ihm keine Kippen oder Joints ins Maul, hau ihm nicht 1 kg Mett am Tag in den Napf und gönne ihm viel Bewegung, Entspannung und frische Luft.

    Gruß Jürgen

    Hallo Olli,

    ja - ist bei mir so, es werden schon mal 5-6 an einem Tag.
    Ich gönne mir des öfteren einen Milchkaffee (zuviel) und zwar nicht, weil ich Durst hätte.
    Mit 15-20kg Übergewicht kann ich das Prinzip der "oralen Belohnung" auch nur schwer leugnen ... ich esse häufiger aus Appetit denn aus Hunger.
    Es wird aber besser, da ich bewusster esse.

    Gruß Jürgen

    Moin,

    die leider übliche sinnlose Diskussion über die Abstinenz anderer.
    Das ist der Grund, warum ich nichts von Begriffen wie "trocken", "nüchtern", "nasse Birne", "Trinkpause", "Trockenrausch", "gedanklicher Rückfall", etc. halte -
    es sei denn der Betroffene verwendet sie selbst, um etwas zu beschreiben.
    Dann lasse ich mir auf deutsch erklären, was er wirklich meint.

    Den "Vogel" schoss jemand ab, der mir in einem minutenlangen Vortrag erklärte, wie er nach seiner Alkoholabstinenz Jahre später zunächst auf Cannabis verzichtete und dann irgendwann auf Zigaretten.
    Da war er dann endlich "nüchtern" geworden - in seinen Augen die Steigerung von "trocken" - , worauf ich entgegnete - ok dann war ich ja vom 1. Tag an "nüchtern" - alles klar.

    Mir ging es bei meinem Beitrag nicht um den Alkoholgehalt der eingenommen Dinge, sondern um das "Füttern des Suchtgedächtnisse" aufgrund ähnlichen Verhaltens.
    Ich sehe jedenfalls keinen Sinn darin, mich mit alkoholfreiem Sekt, Bier, Wein o.ä. für irgendetwas "zu belohnen".
    "Orale Belohnung" durch Einnahme von Flüssigkeiten praktiziere ich gar nicht mehr.

    Gruß Jürgen

    Hallo carpenter,

    noch ein Zitat aus einem anderen "Fred" ...

    Zitat

    Jürgen :

    Diese autarke Lebensweise hat mich seit jeher fasziniert. Und ein Leben abseits der bürgerlichen Gesellschaft muß ja nun wirklich nicht das Schlechteste sein. Kein Konsumterror, keine Amtsschimmel, keine selbstverliebten Vorgesetzen...das klingt erstmal richtig gut. Wie man das finanziell geregelt kriegt, ist mir nach wie vor ein Rätsel. Aber ich freu mich sehr für Dich, daß Du das gebacken bekommst.
    Ich wünsch Dir viel Spaß beim Bildhauen (egal, ob mit Stein oder Holz).

    Das geht letztlich nur deshalb, weil ich zwischen 20-37 sehr gut verdient habe, zwischen 37-45 trotz Sauferei und Selbständigkeit viel Geld ranschaffen konnte und mir ein etwas größeres Grundstück mit mehreren Gebäuden kaufen und erhalten konnte, von dem ich die Teile vermiete, die ich nicht benötige.
    Also mit "in den Tag hineinleben" wird das in aller Regel nix.

    Gruß Jürgen

    Hallo skyline,

    Zitat

    Ich bin 190cm groß und wiege über 100 Kilo, was soll das bitte bei mir bewirken ? Sehr glücklich

    ist mir neu, daß Übergewicht vor einem Rückfall schützt ... :shock:

    Ich bin 1,98m groß und wiege 120 kg, ich rieche und schmecke den Mist trotzdem, wenn mir mal sowas in die Hände gerät.
    Wenn ich es nicht rieche oder schmecke, ist es harmlos.
    Also die Nummer mit Senf, Ketchup und Gurken meiden muss ich mir nun auch nicht geben - ich rieche + schmecke da nichts.

    Gruß Jürgen

    Moin carpenter,

    ich kopier einen Passus aus einem anderen "Fred" mal hier hinein.

    Zitat

    Ich trinke gelegentlich mal ein Malzbier und es kommt auch schon vor, daß ich zu besonderen Anlässen auch mal ein alkoholfreies Bier trinke. Gemäß Deiner Ausführung bin ich somit bereits rückfällig.

    Ich seh das etwas anders. Ich habe weder das Bedürfnis, danach dem einen alkoholfreien Bier noch sieben weitere hinzuzufügen, noch lauere ich am nächsten Tag darauf, mir wieder so ein Getränk einzuverleiben. Auch spreche ich mit dem alkoholfreien Bier kein Belohnungszentrum an.

    Als ich abstinent wurde, hat mir mein Arzt gesagt, daß ab und an ein alkoholfreies Bier unbedenklich wäre, solange ich nicht wieder in alte Verhaltensmuster fallen würde.
    Heute würde ich am Anfang der Abstinenz möglicherweise diese Aussage etwas kritischer sehen. Grad am Anfang scheint mir das nicht angeraten und da sehe ich Deine Bedenken auch als berechtigt an.

    Mein Bekannter ist nun seit über 10 Jahren trocken und trinkt auch gelegentlich mal ein alkoholfreies Bier (genau wie ich ein 0,0 %). Er wurde nie rückfällig und geht unbeirrt seinen trockenen Weg. Er ist weit entfernt davon, nass zu denken...
    Insofern kann ich Deine Argumentation, er wäre durch den Konsum enes gelegentlichen, alkoholfreien Bieres bereits rückfällig geworden, nicht so recht nachvollziehen.
    Wenn jemand sich alle heilige Zeit ein Malzbier zu Gemüte führt, würde ich ihn jetzt auch nicht als rückfällig bezeichnen.

    Ich habe mir abgewöhnt, das Verhalten anderer zu beurteilen.
    Ich denke, der (gedankliche) Schritt vom alkoholfreien Bier zum "richtigen" Bier ist ein wesentlich kleinerer als von der Limo zum Bier.
    Und darum geht es ja, das Suchtgedächtnis "umzuprogrammieren" ( mir jedenfalls ) .
    Mit allem, was den Namen Bier trägt, wird das nicht gelingen.

    Gruß Jürgen

    Hallo,

    ich hatte zu Beginn meiner Abstinenz zwei 4-monatige Trinkpausen.
    Die eine beendete sich, als ich zu dem Kumpel mit dem ich immer alkoholfreies Bier trank sagte: "Gib mir mal ein richtiges Bier."
    Die andere beendete sich, soweit ich mich richtig erinnere durch den Genuß dieser Dinger mit Schoko, Kirsche und Schnappes drin, die beim Lebensgefährten meiner Mutter in der Schale mit den Naschis lagen.
    Tage bis Wochen später war dann wieder abends der Wein fällig mit der Freundin.

    Fairerweise muss ich aber auch sagen, daß ich zu der Zeit die Sache auch noch nicht mit "Alkoholismus" betitelt hätte, also konnte das eher nix werden.

    Also Hände weg vom regelmäßigen Genuß alkoholfreier Biere oder auch vom einmaligen Genuß von Schnapspralinen, Eis mit Schnaps, Kuchen mit Schnaps etc.

    Gruß Jürgen

    Hallo,

    Zitat

    Aber wenn ich hier nicht gelesen hätte, dass Schwarzwälder Kirsch Torte auch Alkohol beinhaltet, dann hätte ich diese auch weiterhin genossen.

    hä, das rieche (!) ich mittlerweile schon auf Längen und schmecken ohnehin ...
    Zunge und Nase im A**** ? Kettenraucher ???

    Gruß Jürgen

    P.S.:

    Wenn ich nach 2010 weitergesoffen hätte, wäre vermutlich das Haus mittlerweile versteigert und ich würde obdachlos, frustriert, anderen die Schuld gebend durch Hamburg tingeln.
    So nah liegen "Glück" und "Unglück" beeinander.

    Gruß Jürgen

    Hallo,

    Glkückwunsch zu mehreren Jahren Abstinenz, kann ich auch jedem empfehlen.
    Ich zähle nur abstinente Kalenderjahre, das waren bei mir die Jahre 1964-1978 und 2011-2013.
    Ich bin 1964 geboren. Bis 2001 war der Alkoholkonsum eher im "Normalbereich".

    Ich hatte schon immer das Bedürfnis, ein "außergewöhnliches Leben" zu führen, das hat sich mit meiner Abstinenz insoweit nicht geändert, als daß ich ja durch die Alkoholabstinenz ja "straight edge" lebe, und sehr offen mit meiner Abstinenz und meinem Engagement in Hamburger Selbsthilfegruppen umgehe. Ich habe keinerlei negative Erfahrungen gemacht, ich stehe aber eh abseits der "bürgerlichen Gemeinschaft" und werde diesen Weg auch konsequent weitergehen.
    Ich arbeite quasi seit 2011 konzentriert an meiner finanziellen Unabhängigkeit von Erwerbsarbeit und werde dies in 2015 oder 2016 ohne jegliche staatliche Unterstützung ( Rente, o.ä. ) so umsetzen können.
    Es war immer mein Traum, ab einem Alter von 50 Jahren machen zu können was ich möchte, z.B. Bildhauen mit Holz und Stein und diesen Weg werde ich auch gehen und gehen können, da ich wirtschaftlich nicht auf Einkünfte daraus angewiesen sein werde.

    Insoweit hat mein Alkoholismus meinen Lebensweg nur die 9 Jahre beeinflusst, die ich stark getrunken habe, ich hatte - und ich arbeite hart daran, daß das so bleibt - , das Glück eine frühe Einsicht zu erlangen, daß ich ein selbstschädigendes Verhalten eingeschlagen hatte.

    Die Depressionen und das negative Denken der Saufzeit ( 2001 - Mitte 2010 ) sind so gut wie weg, ich arbeite allerdings seit 4 Jahren mit strengen Prioritäten aktiv daran in SHGs, Foren, Suchthilfe- und Obdachloseneinrichtungen.

    Gruß Jürgen