Klar, warum nicht? Ich habe keine Angst mehr davor, richtig hinzuschauen ...
Beiträge von Just
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Ja, ich träume aber zZ eher von belastenden Situationen aus dem Jetzt und Hier ...ab und an mal von der Schule aber von meiner Kindheit nix.
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Ihr könnt Euch noch so genau erinnern, an "Vorwürfe" etc. Bei mir ist da alles weg ...ich kann mich nur noch an ganze markante Aussagen erinnern.
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An Gewalt kann ich mich nicht erinnern ...mein Vater war eher ein Mensch, der mit "Worten" einen psychisch fertig gemacht hat ...und im betrunkenen Zustand war er wohl unausstehlich. Ich kann mich immer nur an Situationen erinnern, wo wir "geflüchtet" sind ...und wie "peinlich" er im besoffenen Kopf gewesen ist ...er hat sich dann als der tolle "Hecht" gesehen und war einfach nur peinlich ...mir war das vor meinen Freunden immer sehr unangenehm.
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schnuffig
So wie Du wurde mir das auch von meiner Mutter mitgeteilt: wenn das Kind mal groß geworden ist, dann verlasse ich Dich ...so waren immer ihre Aussagen zu meinem Vater. Ich habe das alles mitbekommen ....meine größte Angst war nach nem Streit zwischen meinen Eltern immer, ob denn wieder alles "in Ordnung sei" ... -
Ich überlege die ganze Zeit, warum wir das als "normal" empfunden haben und ich zB am Anfang meiner Therapie gesagt habe, meine Kindheit wäre super gewesen ...ich glaube, ich habe das, was ich erlebt habe, dieses "keine Familie sein", keine Sicherheit in der Familie erfahren, nicht wirklich wichtig zu sein als normal empfunden.
Das Normalität für ein Kind anders aussieht muss ich mir nun hart erarbeiten ...gerade denke ich daran, welche Gefühle mir alle verloren gegangen sind ...weil wir halt keine "normale" Familie waren ... -
Eine Beobachtung dazu, die ich zZ mache. Wenn mein Sohn bei mir ist, dann habe ich Probleme, mich mit ihm immer zu beschäftigen. Manchmal sitze ich dann am Rechner, lerne für die Uni oder beschäftige mich anderweitig und er schaut zB Kinderfernsehen ...er ruft mich dann immer, ich solle mich zu ihm setzen aber das kann ich auch nicht so gut ...ich kann mich dann schlecht auf die Situation einlassen ...ich merke dann an mir, wie mir das Leid tut ...wie traurig ich deswegen bin, dass ich ihn da "alleine" lasse ....ich habe so das Gefühl, ich spüre da seine "Trauer" ...ich möchte da unbedingt dran arbeiten aber es fällt mir nicht leicht. Ich liebe meinen Sohn und ich spüre das Gefühl der Liebe auch ganz deutlich bei ihm aber einige Sachen kann ich ihm einfach zZ noch nicht geben und ich bin dann traurig, dass er traurig ist.
LG
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Ich wollte einfach mal eine Sammlung von Gefühlen, Gedanken auflisten, die mir einfallen, wenn ich an meine Kindheit denke. Vielleicht habt Ihr ja Lust, da Einiges zu ergenzen.
Angst; Peinlich; Unsicherheit; Verlustangst; Angst Papa und Mama zu verlieren; Gefühl, unwichtig zu sein; keiner kümmert sich um Einen, man "läuft" nur nebenher mit ...; Scham; Stress; man fühlt sich "verloren"; Angst vor Krankheiten; Gefühl, abgeschoben zu werden, alleine gelassen zu werden; keine Sicherheit fühlen; manchmal hatte ich das Gefühl, ich müsste die Familie "zusammen halten".
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Hallo,
durch meine Therapie habe ich für mich herausgefunden, dass ich mir selber keine Sicherheit geben kann (in vielen Bereichen) und ich dann immer andere Menschen brauche, die mir Sicherheit geben. Ich frage viel, hole mir dann die Selbstsicherheit. Manchmal merke ich das schon gar nicht mehr...jetzt, nach der Therapie fällt mir das Verhalten auf und ich möchte mir selber die Sicherheit geben, die ich brauche. Leider ist das nicht so einfach ...wer kennt diese Problematik und wie geht Ihr damit um?
LG
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Danke Linde,
ich schätze Deine Beiträge immer sehr. Ich denke drüber nach, was ich mache.
Vielleicht habe ich auch Angst vor dem Ergebnis ...das dominiert bei mir auch sehr stark.
Ich lasse kein Blutbild zB machen, weil ich Angst vor dem Ergebnis habe etc. Das zieht sich so durch mein Leben. -
Wie geschrieben, ich hatte Kontakt mit drei Beratungsstellen und die haben mir alle gesagt, ich hätte keinen Risikokontakt gehabt und ein Test wäre nicht erforderlich.
Wenn die was Anderes gesagt hätten, dann würde ich den Test machen aber die sind die Profis auf dem Gebiet und ich habe halt die Möglichkeit, mit der Angst zu arbeiten. -
Zitat von Linde66
Hallo Just,
warst du denn selber auch schon beim HIV-Test? Der ist meines Wissens beim Gesundheitsamt kostenlos und anonym machen zu lassen.
Viele Grüße, Linde
Nein, die Beratungsstellen haben gesagt, das wäre nicht erforderlich und mein Therapeut hat gesagt, ich solle die Angst aushalten lernen. Ein Test wäre nur Kontraproduktiv.
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Hallo,
meine Vorgeschichte habe ich ja hier in einigen Threads geschrieben. Vater war Alkoholiker wo ich Kind war und ich habe schlimme Situationen erlebt.
Habe folgendes Problem bei mir festgestellt: Ich kann mir und anderen nicht mehr vertrauen. Ich kann mir keine Sicherheit mehr geben ...kennt das Einer von Euch auch?
Ich hatte am Anfang des Jahres Sex mit einer lieben Frau ...es war alles Safe. - edit, bitte keine Details, Linde - Seitdem renne ich mit einer Angst vor HIV durch die Gegend. Sie hat mir sogar die Rechnung eines HIV Tests gezeigt und sagt mir immer wieder, dass alles ok sei ...ich kann das aber nicht akzeptieren. Das reicht für 3 Stunden Sicherheit und danach fange ich wieder an zu Zweifeln. Drei AIDS Beratungsstellen haben mir unabhängig voneinander gesagt, dass kein Risiko bestand ...ich kann das nicht akzeptieren ...kennt sowas einer von Euch? Sich selber keine Sicherheit mehr geben zu können? Ich kann nicht mehr vertrauen und kann auch mir selber keine Sicherheit mehr geben. Angst etc bestimmt zZ das Leben.LG
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Hatte jetzt zwei Monate keinen Kontakt zu meinem Vater. Es ging mir in der Zeit ganz gut. Gestern Abend dann der Anruf: warum ich mich denn nicht gemeldet hätte, ob ich irgendetwas hätte ...ich habe Smaltalk gehalten, seine Probleme angehört und dann das Gespräch nach 20 Minuten beendet. Manchmal wäre es besser, er hätte sich nicht mehr gemeldet ...
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Wollte Euch mal mitteilen, wie das mit der Konfrontation weiter gegangen ist. Ich habe einen Brief an meinen Vater geschrieben. Dort habe ich mir den Frust von der Seele geschrieben und ich habe gemerkt, wie ich beim Schreiben aggressiv wurde ...den Brief habe ich meinem Therapeuten vorgelesen und ihn dann dort gelassen ....abgeschickt habe ich ihn nicht ...ich habe gefragt, ob Konfrontation was bringen würde ...darauf hin hat mein Therapeut mir das Buch mitgegeben: der Soziopath von Nebenan. Ich solle es lesen und danach entscheiden, ob ich eine Konfrontation möchte ...Buch liegt hier noch aber ich weiss schon, auf was es abzielt ...Soziopathen haben kein Gewissen, lieben nur sich, alle anderen sind dumm, blöd ...
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Ist das eigentlich normal? Ich beschäftige mich jetzt intensiv mit meiner Kindheit, habe meine Mutter gestern angesprochen und ihr gesagt, wie ich in der Kindheit gefühlt habe etc.
Wie sie mich alleine gelassen hat durch den Alkoholismus meines Vaters etc.
Weiter mache ich zZ Übungen mit meinem inneren Kind ....ich habe das Gefühl, die DP wird seit dem schlimmer ....kann das sein?LG
Just
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So, ich habe meine Mutter konfrontiert. War der leichtere Weg ...war ein gutes Gepräch.
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Ich habe gestern mal angefangen, einen Brief zu schreiben. Ich habe das aufgeschrieben, was mir noch so eingefallen ist und was mich beschäftigt. Ich war dann selbst überrascht, in welchem agressiven Ton ich den Brief geschrieben habe ...da schwanz ganz viel Wut mit. Mal schauen, was ich mit dem Brief mache ....
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Puuh, im Buch "vergiftete Kindheit" steht, dass man seine Eltern konfrontieren soll mit den "Problemen", die durch das Verhalten der Eltern entstanden sind. Ich weiß, dass mein Vater so reagieren wird: Ach komm, so schlimm war das doch gar nicht, außerdem hat der Nachbar X viel mehr getrunken und deine Mutter hal alles dramatisiert. Weiter wird er wohl sarkastisch werden, grinsen und das ins Lächerliche ziehen ...er ist der King und alle anderen sind doof ...wie soll dann eine Konfrontation stattfinden? Ich überlege schon, ob ich einen Brief schreiben soll ....ich habe keine Angst vor der direkten Konfrontation, weiß aber auch, dass er die ins Oberflächliche ziehen wird.
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@Linde
Ja, ich habe nächste Woche Therapie. Da kann ich das besprechen.
Heute fühle ich mich besser, klarer vom Empfinden her. Ich arbeite Abends im Bett meistens noch an meinem "inneren Kind". Ich stelle mir dann Situationen vor, die mit Ängsten etc. in meiner Kindheit verbunden waren und versuche dann, mein "inneres Kind" zu beschützen, Zuneigung zu geben und Vertrauen, also das, was damals nicht da war. Interessanter Weise schlafe ich immer bei dieser Übung ein ...