Guten Morgen Emma!
Oh, ich kann dich so gut verstehen! Dieses leere Gefühl, die Verzweiflung,die Müdigkeit. Es gab Tage da bin ich nur noch für meine Kinder aufgestanden, habe mich zur Arbeit geschleppt und ansonsten abgeschottet, auch gegen ihn. Wir haben zwar noch zusammen gewohnt, aber ich habe versucht so wenig wie möglich mit ihm zutun zuhaben. Das ging lange so, sicher 1,5 Jahre. Dann war meine Kraft auch dafür zuende. Ich bin zusammengebrochen, Panikattaken. Es hat eben nicht funktioniert nur so nebenher zuleben und zu ignorieren. Aber selbst da habe ich es noch nicht geschafft das Problem richtig anzugehen.
Als ich dann aber 100 km entfernt von zuhause nachts eine Autopanne hatte (mit unserer Tochter im Auto) und er nicht mit dem zweiten Auto zur "Rettung" kam, da war bei mir Schluss. Ich kam mir so verraten und verkauft vor. Unsere Tochter war fassungslos dass Papa nicht kam.Er hat in der Nacht noch nicht mal mehr angerufen um zu hören wo wir schlafen oder so. Mein Onkel der ist 40 km von der Pannenstelle entfernt wohnt, der ist dann nachts um 2 losgefahren und hst uns eingesammelt. Und auch am nächsten Tag kam mein Mann nicht. Mein Onkelhat uns dann wieder zum Auto gefahren mit uns auf die gelben Engel gewartet und mein Mann hat nur angerufen um zufragen wann wir endlich wieder da sind!
Da war klar, hier geht gar nichts mehr. Ich war fuchsteufelswild.
Natürlich konnte er in der Nacht nicht kommen weil er voll war! Aber dass er so gleichgültig war wie wir dort zurecht kommen, dass kann ich nicht verzeihen, er hätte doch am nächsten Tag kommen können.
Du merkst, ich bin heute noch wütend, auch wenn ich besser verstehe was damals passiert ist. Seine Geliebte der Alkohol hat ihn festgehalten und am nächsten Tag war er depressiv weil er wusste dass es falsch war. Also hat er wieder getrunken. Als wir heim kamen tat er so als ob alles OK wäre. Aber ich bin geplatzt. Ich habe ihm unser Leben um die Ohren gehauen. Ich habe gefordert dass er aufhört zutrinken oder er muss ausziehen.
Er war dann tatsächlich eine zeitlang trocken, hat sich eine Therapeutin gesucht. Aber es war nicht die richtige, er ging nicht oft hin fing wieder an zutrinken.
Wieder habe ich mich einige Zeit totgestellt. Aber dann ist er zusammengebrochen und wollte so nicht mehr. Und das ist jetzt unsere Chance.
Wir alle müssen diesen Tiefpunkt erreichen um zuhandeln, wir Cos und die Alkis auch, wenn man Glück hat passiert das gleichzeitig und man hat eine Chance. Aber wenn du meinen Tread gelesen hast dann weisst du dass auch ich Angst habe, Angst dass er nur für mich aufhört. Und das würde nicht funktionieren.
Auch ich habe eine Therapie angefangen, das hilft.
Wenn du jetzt nicht an dem Punkt bist zuhandeln, dann ist das so. Aber pass auf dich auf, ich hätte von mir nie gedacht dass ich so weit unten sein könnte. Wir sind leidensfähiger als wir denken!
Ganz liebe Grüsse Clärchen