Guten Morgen Ianna! Guten Morgen an alle!
Lustig dass du bei mir schreibst. Ich habe gestern auch bei dir gelesen und es ist nur am Zeitmangel gescheitert dass ich nicht geschrieben habe.
Man verdrängt so lange wie man kann. Das ist doch völlig normal! Aber irgendwann ist die "Abstellkammer" voll, und dann bricht es aus dir raus. Wie sich das dann äussert, das weiss man nicht. Ich habe Panikattaken und Schlafstörungen seit einem Jahr. Ich, die mit der grossen Klappe hat Panikattaken. Oh Mann!
Wenn der Leidensdruck groß genug ist, dann kommt was in Bewegung. Das wir hier sind ist doch schon ein gutes Zeichen.
Wir können was bewegen wenn wir wollen. Wir können uns bewegen. Wir schwimmen uns frei, ob der Partner mitschwimmt oder untergeht, dass können wir nicht beeinflussen. Und das ist das Schwerste, denn natürlich tut es uns weh wenn der Mann den man ja mal nicht ohne Grund geheiratet hat, heulend und jammernd vor uns liegt. Das tat mir viele Jahre leid. Jetzt finde ich es nur noch erbärmlich. Denn sein Leid hat er selbst verschuldet.
Auch wenn er jetzt schon ein Stück auf dem richtigen Weg ist, wir brauchen Zeit. Und er muss mir beweisen dass er den Weg bis zum Ende geht. Ich bin mir bewust dass ich viel verlange. Aber es geht ja auch um mein Leben. Ich will ein glücklicheres Leben. Ich will freier sein, das muss nicht heissen ohne ihn, aber auf jeden Fall ohne Alkohol. Ich habe so oft nachgegeben. Wieder weggeschaut. Habe seine Ausreden gelten lassen. Manchmal war ich zu schwach um konsequent zusein, vielleicht auch zu feige. Jetzt geht es, obwohl ich kräftemäsig am Ende bin. Aber so muss es wohl sein. Erst wenn es fast nicht mehr geht, dann kratzt man die letzten Reserven zusammen und steht auf. Und man wundert sich über sich selbst. Und ein bißchen bin ich auch stolz auf mich. Ich fühle jedenfalls dass ich es jetzt richtig mache, und das ist ein gutes Gefühl!
Ich wünsche dir und allen anderen ein schönes langes Wochenende!
Liebe Grüsse Clärchen 