Hallo Doro,
Zitat von Doro
Nach der Definion, die du bringst, war ich übrigens nie co-abhängig. Ich hatte immer mein eigenes Leben. Ich habe mich nie über ihn definiert. Aber die Sucht hat mein Leben einfach sehr beeinträchtigt - Aggressionen, Unzuverlässigkeiten, usw.
Und ich hatte das Gefühl, irgendwie für sein Schicksal große Verantwortung zu tragen. Diese gefühlsmäßige Verstrickung nenne ich co-abhängig.
Das kommt mir bekannt vor, wenn auch in der Mutter-Tochter-Beziehung. Ich hatte auch mein eigenes Leben, Schule etc. Hab meinen Abschluss gemacht, doch ich machte alles irgendwie nebenbei und immer nur das nötigste, um nicht aufzufallen, denn im Hinterkopf kreiste immer ein: Wie kommt sie da raus? Nicht, weil ich toll und selbstlos war, sondern, weil ich selbst wollte, dass der Stress endlich aufhört und weil ich mich schuldig und verantwortlich fühlte. Aber darum gehts nicht.
Wo ist die Grenze zur Sucht? Ist es Sucht, erst wenn mein eigenes Leben zusammenbricht, weil ich alles vernachlässige und mich mit mir selbst gar nicht mehr befassen kann? Oder ist es schon Sucht, wenn ich zwar meine eigenen Dinge noch geregelt kriege, um nicht aufzufallen, mich selbst aber nicht mehr weiter entwickle, weil ich ausschließlich mit dem anderen beschäftigt bin? Wahrscheinlich gibts die Antwort im Thread schon tausendfach, ich hab sie aber noch nicht gefunden.
Hallo BC,
Sorry, fürs Missbrauchen deines Threads, denn eigentlich passt das hier nicht mehr so rein.
Zu dem, was Du geschrieben hattest: Richtig, wenn das Objekt der Sucht nicht vorhanden ist, lebe ich sie auch nicht aus. Aus reinem Selbstschutz würde ich deshalb den Rückzug antreten. Das heißt natürlich nicht, dass ich mich mit dem Thema deshalb nicht befassen muss. Ich kann ganz gut einfühlen, aber sehr schlecht abgrenzen. Dieses Abgrenzen gilt es weiter zu lernen.
Was Erwartungen angeht, so bin ich weiterhin der Meinung, dass man diese nicht abstellen kann und deshalb verstehe ich den Sinn der Frage danach, ob das angebracht oder unangebracht ist, nach wie vor nicht. Ich kann nur mein eigenes Handeln, Denken, Verhalten ändern. Nicht das der anderen.
Dennoch finde ich den Thread sehr interessant und hilfreich.
Gruß Gela