Erwartungen an einen Alkoholiker

  • gipfel

    natürlich war das mein Ernst mit dem Vertrauensaufbau.


    Zitat

    Das ist nicht Dein Ernst, oder ?

    Was habe ich denn mit den "Befindlichkeiten" meiner Angehörigen zu tun ???

    Sucht ist kein kriminelles Delikt sondern eine Erkrankung !
    So gesehen brauche ich kein Vertrauen aufzubauen.
    Wer mit mir lebt, der muß darauf gefaßt sein, daß auch ein Rückfall zu meiner Erkrankung gehören kann.
    Wer das nicht akzeptieren kann oder will, der gehört nicht zu meinem Umfeld.

    Wenn Du mit Angehörigen leben möchtest, die Dir nicht vertrauen, so kannst Du mit dieser Einstellung rumlaufen.
    Und Deine Angehörigen mit Ihren Ängsten.
    Jemandem mit Deiner Einstellung z.B. würde widerum ich nicht vertrauen - ist aber auch nicht notwendig.

    Ich habe von enttäuschtem Vertrauen gesprochen und wenn ich das wieder aufbauen möchte, so tue ich etwas dafür.

    LG Jürgen
    -------------------------------------------------------
    Meine Meinung. Keine Suchtberatung.

  • Hallo Gela,

    Zitat

    Nun würde mich mal sehr interessieren, wie sich Deiner Meinung nach ein Angehöriger verhalten sollte?

    Ich bekomme diese Erwartungshaltung ja life mit: zum Beispiel in der SHG, wo auch die Co´s mitreden. Dort wird seitens der Co´s viel von Erwartung gesprochen, immer und immer wieder die alten Geschichten aufgewärmt, obwohl der Partner jetzt schon 5 Jahre trocken ist. Der trockene Alk. sitzt meist sehr devot daneben und starrt auf den Fußboden.

    Gott sei Dank stoppt unser Gruppenleiter immer wieder solche Monologe und begründet es, dass jeder bei sich bleiben sollte, wenn er spricht und auf sich schauen sollte. Genau so, wie die Co. es ja auch irgendwann gelernt haben sollten - nicht nur bei sich zu bleiben beim nassen Alk., sondern auch beim trockenen Alk. Erwartungshaltungen sind bei einer Erkrankung eben nicht angebracht und stören die Rehabilitierung (die meines Erachtens das ganze Leben dauern kann) imens.

    Genauso sehe ich es auch: bei sich bleiben und sich gut um sich selber kümmern, im Hinterkopf haben, dass man sich mit einem chronisch kranken Menschen eingelassen hat, wo die Symptome jederzeit wieder ausbrechen können. Man muß keine Erwartungen haben, wenn man sich gut um sich selber kümmert. Dann braucht man nämlich auch nicht beim Anderen auf etwas zu warten, sondern gibt es sich selber.

    Wenn ich das nicht kann, dann sollte ich mir überlegen, ob ich überhaupt in der emotionalen Lage bin, eine Beziehung mit einem chronisch kranken Menschen einzugehen.


    Gruß

    BC

  • Hallo BC,

    Zitat von BlueCloud

    Genauso sehe ich es auch: bei sich bleiben und sich gut um sich selber kümmern, im Hinterkopf haben, dass man sich mit einem chronisch kranken Menschen eingelassen hat, wo die Symptome jederzeit wieder ausbrechen können. Man muß keine Erwartungen haben, wenn man sich gut um sich selber kümmert. Dann braucht man nämlich auch nicht beim Anderen auf etwas zu warten, sondern gibt es sich selber.

    Wenn ich das nicht kann, dann sollte ich mir überlegen, ob ich überhaupt in der emotionalen Lage bin, eine Beziehung mit einem chronisch kranken Menschen einzugehen.

    Du äußerst hier nun Deine Erwartungen an einen Angehörigen. Und ich frage nicht, ob diese angebracht sind, denn sie sind nun mal schlicht und einfach da.
    Wenn jemand mir gegenüber diese Erwartungen äußern würde - und ich wollte, dass er das tut, weil es nichts bringt, sich oder dem anderen was vorzumachen - dann würde ich sagen, dass ich diese Erwartungen nicht erfüllen kann, denn was Du beschreibst, hieße für mich, meine Gefühle bezüglich meines Partners auszuschalten. Wozu habe ich aber einen Partner, wenn der mir egal ist? Dann kann ich auch allein bleiben.
    Ich würde mich also daraufhin zurückziehen...

    Will nur damit sagen, dass es die Frage, ob eine Erwartung angebracht ist oder nicht, meiner Meinung nach nicht geben kann. Es gibt nur die Frage, ob Erwartungen zusammen passen und wenn sie das nicht tun, dann passt man mit dem Partner auch nicht zusammen. Um das rauszukriegen, sollte man diese Erwartungen aber äußern.

    So, ich hab mich jetzt glaub ich ganz schön oft wiederholt. :oops:

    Gruß Gela

  • Hallo Jürgen,

    Zitat

    Ich habe von enttäuschtem Vertrauen gesprochen und wenn ich das wieder aufbauen möchte, so tue ich etwas dafür.

    "enttäuschtes Vertrauen" ???
    Warum ? Hast Du was verbrochen ?
    ..... oder bist Du einfach nur Suchtkrank ?
    Hast Du Schuldgefühle weil Du erkrankt bist ?
    .... und mit "dauerhafter Trockenheit" willst Du "alles wiedergutmachen" ?


    sorry, Du mußt mir diese Fragen natürlich nicht beantworten, die sich da für mich auf tun.
    Eine andere Erklärung fällt mir auf Deine Aussage nicht ein.

    lg
    gipfel

  • Speranza

    Zitat

    Da wäre meine Frage dazu erwartest du etwas von anderen Menschen?

    Bezüglich meiner Suchterkrankung ein ganz klares NEIN

    Ich kann nicht erwarten, daß andere Menschen sich mit meiner Krankheit befassen.
    Es liegt doch letztlich ganz allein an mir, ob ich trocken bleibe oder nicht.


    lg
    gipfel

  • Hallo Speranza,

    Zitat

    Sind Erwartungen nicht auch ein Geben und Nehmen wie viele andere zwischenmenschliche Dinge? Geht es in unserem Leben überhaupt ohne Erwartungen?

    Das sagt ja keiner, dass es im Leben ohne Erwartungen geht - nur kann ich Erwartungen in der Richtung haben, dass ein Alkoholiker trocken bleibt?

    Zitat

    Ich für meine Person stellte schon Erwartungen an meinen Partner auch die Erwartung dass er aufhört zu trinken. Ich habe dieses von ihm erwartet weil die Beziehung total gelitten hat und ich auch ein Recht auf ein schönes Leben habe.

    Dieses Recht auf ein schönes Leben nimmt Dir ja gar keiner, aber wenn ein Alkoholiker aufgrund seiner Erkrankung nicht in der Lage ist, Deine Erwartung zu teilen, dann kannst Du nur alleine dafür sorgen und nicht durch eine Erwartungshaltung.

    Zitat

    Stellt derjenige bei dem du dir Hilfe holen willst keine Erwartungen an dich? Erwartet er nicht dass du die Termine pünktlich wahrnimmst? Erwartet er nicht von dir dass du "trocken" bleibst?

    Wenn ich um proffesionelle Hilfe bitte, dann ist es für mich etwas anderes. Dann kommt der Antrieb von mir und nicht aus der Erwartungshaltung meines Partners. Aber in der Regel bittet ein trockener Alk. seine Partnerin nicht, ihm dergestalt zu helfen - wenn doch - dann läuft ziemlich viel schief. Mein Therapeut erwartet z. B. nicht, dass ich trocken bin - wenn ich sturzbetrunken dort auflaufen würde, dann würde er mich wieder nach Hause schicken und mich ggf. bitten, das nächste Mal nüchtern zu kommen. Genauso wäre es auch in der SHG - dort darf jeder hinkommen - auch mit Stoff intus - solange er/sie sich halt benimmt und nicht ausfällig wird. In Kliniken ist es dasselbe - es steht einem immer frei zu trinken - nur der Therapieerfolg wird halt drunter leiden. Bei Wohngruppen weiß ich, dass man sich bei einem Rückfall zu melden hat (da kenne ich aber nur die hier im Ort), damit man Präventiv-Maßnahmen ergreifen kann. Erwartet wird in der Selbsthilfe, so wie ich sie kenne, nirgendwo was.

    Gruß

    BC

  • Hallo gipfel!


    Das stimmt es liegt einzig uns allein an dir ob du trocken bleibst und es ist dein Ding. Nur du selber kannst es schaffen das ist mir klar.

    Ich kenne deine Lebensumstände ja nicht aber als du noch getrunken hast hattest du da keine Erwartungen dass dir jemand hilft? Damit meine ich nicht dass jemand für dich etwas macht das musst du wirklich selber.

    In dem Moment indem du um Hilfe bittest weil du suchtkrank bist, befasst sich jemand mit deiner Krankheit, du wirst entgiftet, jemand kümmert sich um einen Therapieplatz usw .

    Andere Menschen befassen sich mit deiner Krankheit indem sie ihre Erfahrungen weitergeben oder dir vielleicht die Augen öffnen, ich denke da an eine SHG oder ein Forum.

    Natürlich musst du den Weg letztendlich alleine gehen das ist aber bei jeder anderen Erkrankung auch so.

    Liebe Grüsse
    Speranza

    LG Marie

    Wer nichts ändern will für den ist die Opferrolle die beste Strategie!

  • Hallo Gela,

    Zitat

    Du äußerst hier nun Deine Erwartungen an einen Angehörigen. Und ich frage nicht, ob diese angebracht sind, denn sie sind nun mal schlicht und einfach da.

    Nicht meine Erwartungen sind schlicht und einfach da - meine Erkrankung ist schlicht und einfach da. Wenn Du einen Partner hast, der im Rollstuhl sitzt, dann wirst Du ja auch nicht erwarten, dass er wieder läuft - der Rollstuhl ist Teil seiner Erkrankung - genauso, wie der Rückfall Teil meiner Erkrankung ist.

    Stell Dir mal vor, Du würdest ihm dann immer nur die Zeiten erinnern, als er noch in der Lage war zu laufen - meinst nicht, dass sowas unangebracht ist?


    Gruß

    BC

  • gipfel ,

    ich bin kein "Sozialautist".

    Ich habe mitgenommen, dass Du nicht möchtest, dass Dir jemand vertraut.

    Ich habe auch mitgenommen, dass Du sämtliche Fehlhandlungen in Deiner nassen Zeit der Sucht zuschreibst und somit die Verantwortung dafür abgegeben hast.
    Diesen Zustand hatte ich nicht erreicht und möchte ich nicht erreichen. Als ich meine Handlungen nicht mehr verantworten konnte (Trunkenheitsfahrt mit Filmriss) , habe ich die Notbremse gezogen.

    Ich persönlich komme mit Selbstverantwortung besser klar.
    Ich habe freiwillig, aus eigenem Antrieb und bevor anderen Personen Schaden entstand die Notbremse gezogen, weil ich die Schuld, andere im Suff an Leib und Leben verletzt oder gar getötet zu haben, nicht ertragen könnte. Ich könnte einen Verkehrsunfall im Suff mit Personenschaden oder gar Toten nicht mental einer Krankheit zuschieben.

    Vertrauen: - edit, bitte nichts aus dem Internet einkopieren, danke, Linde -

    LG Jürgen
    -----------------------------------------------
    Meine Meinung. Keine Suchtberatung.

  • Hallo BlueCloud!

    Zitat

    Das sagt ja keiner, dass es im Leben ohne Erwartungen geht - nur kann ich Erwartungen in der Richtung haben, dass ein Alkoholiker trocken bleibt?

    Wenn der Partner mit mir zusammenleben möchte erwarte ich es schon, die Garantie kann mir natürlich keiner geben.

    Zitat

    Dieses Recht auf ein schönes Leben nimmt Dir ja gar keiner, aber wenn ein Alkoholiker aufgrund seiner Erkrankung nicht in der Lage ist, Deine Erwartung zu teilen, dann kannst Du nur alleine dafür sorgen und nicht durch eine Erwartungshaltung.

    Ist es bis zu einem gewissen Punkt nicht normal dass ich zu meinem kranken Partner stehe? Sagt man nicht"in guten wie in bösen Tagen"?

    Klar ist für mich dass ich meinen Partner irgendwann verlassen muss wenn er seine Krankheit so auslebt dass ich kein schönes Leben mehr habe.

    Zitat

    Wenn ich um proffesionelle Hilfe bitte, dann ist es für mich etwas anderes. Dann kommt der Antrieb von mir und nicht aus der Erwartungshaltung meines Partners.

    So mancher Alkoholiker sucht Hilfe weil er Druck von seinem Partner bekommt, was natürlich zum Scheitern verurteilt ist.

    In den Kliniken die ich kenne ist absolutes Alkoholverbot, aber ich kenne nur Akutkliniken in denen entgiftet wird. Früher oder später wird man jede Wohngemeinschaft verlassen müssen wenn man nicht trocken bleibt einfach zum Wohle der anderen Mitbewohner.

    Es würde mich jetzt aber schon interessieren was für einen Zweck eine SHG hat wenn man dort betrunken erscheinen darf?

    Liebe Grüsse
    Speranza

    LG Marie

    Wer nichts ändern will für den ist die Opferrolle die beste Strategie!

  • Hallo Speranza,

    Zitat

    aber als du noch getrunken hast hattest du da keine Erwartungen dass dir jemand hilft?

    ich war bereits klinisch tot und hatte keine Erwartungen mehr zu haben.
    Das Krankenhauspersonal und die Ärzte haben ihren Job getan - nicht mehr und nicht weniger.
    Na klar war das zu "erwarten", denn dafür werden sie bezahlt.

    Zitat

    In dem Moment indem du um Hilfe bittest weil du suchtkrank bist, befasst sich jemand mit deiner Krankheit, du wirst entgiftet, jemand kümmert sich um einen Therapieplatz usw .

    siehe oben.
    Jeder hat seinen Job gemacht, und dafür bin ich auch dankbar.


    Zitat

    Andere Menschen befassen sich mit deiner Krankheit indem sie ihre Erfahrungen weitergeben oder dir vielleicht die Augen öffnen, ich denke da an eine SHG oder ein Forum.

    Nein ! Jeder befaßt sich mit seiner eigenen Krankheit (die zufällig die selbe ist).
    SHG steht für Selbsthilfegruppe.
    Ich bin da allein hingegangen, habe meine Geschichte erzählt, habe nicht erwartet, daß mir jemand zuhört, habe nicht erwartet, daß mir jemand "hilft"

    Das vorerst wichtigste, das ich in der LZT lernte war, daß ich nicht mehr trinken "darf", was ich für mich umgemünzt habe in "trinken will".

    Ich will nicht mehr trinken - ich habe selbst für mich Sorge zu tragen.
    Andere Menschen spielen dabei kaum eine Rolle.
    Natürlich ist ein Erfahrungsaustausch hilfreich und wird von mir gesucht, aber ERWARTEN kann ich nichts. Weder hier noch irgendwo anders.

    wie könnte ich "erwarten", daß sich jemand in meinen Kopf denkt und mir exakt die Antworten gibt, die ich in dem Moment benötige ?
    Ich bin kein Roboter und andere Menschen keine Programmierer.

    Hilfe suchen und Hilfe annehmen, ja. Hilfe erwarten - nein !

    lg
    gipfel

  • Hallo Jürgen,


    Es wird hier z. B. erwartet, dass keine Zitate verwendet werden - Dein Zitat habe ich gerade auf Wikipedia gefunden - komisch, dass man gerade Dir nicht vertrauen kann..... :)


    Merkst was?


    Gruß

    BC


    - edit, habe das Zitat rausgenommen, Linde -

  • Hallo Blue Cloud,

    das mit dem Hinweis auf Zitate nehme ich gerne an und halte mich in Zukunft daran.

    Die Schlussfolgerung belustigt mich zugegebenermassen etwas.
    Es wirkt ein wenig rechthaberisch.
    Aber formal hast Du sicher recht.

    LG Jürgen

  • Hallo Speranza,


    Zitat

    Es würde mich jetzt aber schon interessieren was für einen Zweck eine SHG hat wenn man dort betrunken erscheinen darf?


    Weil es Teil unserer Krankheit ist, dass man Rückfälle hat und die SHG keinerlei Erwartungshaltung hegt - sonst würde nämlich keiner kommen.

    Gruß

    BC

  • Hallo gipfel!


    Zitat

    Das Krankenhauspersonal und die Ärzte haben ihren Job getan - nicht mehr und nicht weniger.
    Na klar war das zu "erwarten", denn dafür werden sie bezahlt.

    Das sehe ich zwar etwas anders, es ist nicht nur ein Job den man (ich) mache es ist viel mehr. Für das wenige Geld das man dabei verdient zeigt man oft sehr viel Engagement um den Alkoholkranken wieder auf die Beine zu helfen damit sie überhaupt in der Lage sind aus ihrer Suchtspirale rauszukommen.

    Es ist nicht nur ein Job und ob du es glaubst oder nicht, ich freue mich für jeden der es schafft.

    Eine Frage hätte ich doch noch, du musst sie aber nicht beantworten wenn sie dir zu persönlich ist: Was war für dich der Anlass oder wodurch hat es letztendlich "klick" gemacht?

    Liebe Grüsse
    Speranza

    LG Marie

    Wer nichts ändern will für den ist die Opferrolle die beste Strategie!

  • Hallo Jürgen,

    der Teufel steckt manchmal im Detail und ich habe ja extra ein Smiley dahinter gemacht :-).


    Wenn ich allerdings die Erwartung an Dich gehabt hätte, dass Du Dich an die Forenregeln hälst - wäre ich sicherlich jetzt menschlich sehr enttäuscht, was unseren zukünftigen Umgang miteinander sicherlich sehr beeinträchtigen würde.


    Aber: Natürlich erwarte ich nicht, dass Du Dich an die Forenregeln hälst und vertrauen würde ich Dir soviel, wie ich auch anderen vertrauen würde. Sollte also keine Abwertung sein - nur ein kleiner Spaß - zur Auflockerung der Runde :)

    Hoffe, es ist auch so als Spaß rübergekommen.....


    Gruß

    BC

  • liebe BC,

    Zitat

    Wenn Du einen Partner hast, der im Rollstuhl sitzt, dann wirst Du ja auch nicht erwarten, dass er wieder läuft - der Rollstuhl ist Teil seiner Erkrankung - genauso, wie der Rückfall Teil meiner Erkrankung ist.

    nein ich kann nicht erwarten das er aufsteht und läuft. aber ich erwarte von jemand der in einem rolli sitzt das er sich fortbewegt und nicht drin sitzt und meint ich schiebe ihn durch die gegend und mach ihm das leben angenehmer, habe da mitleid mit ihm. das ist aufgabe von ihm, sich das leben so einzurichten das es ihm gut geht. auch damit klar zu kommen das erwartungen von angehörigen an ihn gestellt werden können.

    mir kommt es auch so vor das du erwartest das ich meine erwartungen abstellen soll, was ich nicht kann.

    gruß melanie

  • Hallo Melanie,

    nö - erwarten tue ich nix - aber es macht keinen Sinn für mich, über Äpfel zu reden, wenn Du über Birnen schreibst...

    Gruß

    BC

  • Hallo BC,

    Zitat


    Wenn Du einen Partner hast, der im Rollstuhl sitzt, dann wirst Du ja auch nicht erwarten, dass er wieder läuft - der Rollstuhl ist Teil seiner Erkrankung - genauso, wie der Rückfall Teil meiner Erkrankung ist.

    dieser Vergleich passt nicht, denn ein Rollstuhl wirkt unterstützend bei einer Erkrankung, der Rückfall wirkt zerstörerisch und das wollte ich mir nicht angucken.

    Ich vermute, dass Du folgendes noch einmal bildlich darstellen wolltest?:

    Zitat von BlueCloud


    Ich bekomme diese Erwartungshaltung ja life mit: zum Beispiel in der SHG, wo auch die Co´s mitreden. Dort wird seitens der Co´s viel von Erwartung gesprochen, immer und immer wieder die alten Geschichten aufgewärmt, obwohl der Partner jetzt schon 5 Jahre trocken ist. Der trockene Alk. sitzt meist sehr devot daneben und starrt auf den Fußboden.

    Damit kann ich eher was anfangen. Mich überrascht, dass trockene Alkoholiker und Co´s in einer Selbsthilfegruppe gemeinsam aufarbeiten?
    Kann mir da eigentlich kein Urteil erlauben, frage mich aber, wie das überhaupt funktionieren soll? Können nicht beide nur das Thema für sich aufarbeiten? Unabhängig voneinander? Um genau solche Situationen eben zu vermeiden???

    Im übrigen gehts mir wie Melinak. Ich hab die ganze Zeit das Gefühl, dass Deiner Meinung nach Angehörige ihre Erwartungen abstellen sollen. Ich hätte das auch nicht gekonnt. Aber das schrieb ich bereits.

    Gruß Gela

Unserer Selbsthilfegruppe beitreten!

Du hast noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registriere dich kostenlos und nimm an unserer Community teil!