Beiträge von Micha

    Hallo mibo und willkommen,

    gehörst du hierher ?

    Wir können das ja mal umdrehen. Ich sage dir, um was es hier geht und du beantwortest dir selbst, ob du hierher gehörst.

    Dies ist ein Forum für Alkoholiker, also Leute, die krankhaften Umgang mit Alkohol haben oder hatten. Und für Co-Alkoholiker, das lasse ich hier aber in deinem Zusammenhang außen vor.

    Hier kann man von erfahrenen trockenen Alkoholikern lernen, wie man trocken, also restlos ohne Alkohol lebt. Um das zu lernen muss man bereit sein, Hilfe anzunehmen und Ratschläge zu befolgen. Erste Vorraussetzung ist aber, dass Wollen des eigenen trockenen Lebens. Die Einsicht ist wichtig, dass ein Alkoholiker nicht mit Alkohol umgehen kann. Es geht also nicht darum, zu lernen wie man so trinkt, dass es nicht so schlimm ist, sondern einzusehen, dass es für einen Alkoholkranken unmöglich ist, ein maßvolles Trinken zu praktizieren. Man muss trocken leben wollen.

    Der Prozess der Bewusstwerdung der Krankheit ist schleichend. An welcher Stelle du in diesem Prozess stehst, kannst du letztlich nur alleine bewerten.

    Einen Anhaltspunkt kann dir dieser Test hier liefern. Kannst ihn ja mal machen und erzähl' mal von deinem Ergebnis: Test


    Micha

    Zitat

    Freiheit und Disziplin! Stehen die im Gegensatz ?

    Die Freiheit für mich als höchstes Gut hat mich davon befreit, Alkohol zu trinken. Die Arbeit zwingt mich zur Unfreiheit. Die Freiheit des Unternehmertums läßt mir alle Freiheit. Disziplin empfinde ich als Unfreiheit. Selbstdisziplin als etwas Grausames.


    Hallo Yorkie,

    ich mach' das auf diese Art nicht gerne. Mag das nicht so, dieses Auseinanderpflücken von Zitaten.
    Aber diese Sätze sind - bei allem Respekt - für mich Kauderwelsch.

    Die Freiheit hat dich davon befreit Alkohol zu trinken ??

    Nein Yorkie, das geht nicht.

    Die Arbeit hat dich vom Alkohol befreit. Deine Arbeit an dir selbst. Deine Arbeit, hat dir dank deiner Selbstdisziplin die Freiheit gebracht.

    Erst ist die Disziplin, diese ermöglicht konstruktives Arbeiten, die im besten Fall in die Freiheit führt. Im Falle der Alkoholabstinenz ist dir das geglückt.

    Im Falle deiner gewerblichen Arbeit noch nicht. Weil du die dafür erforderliche Disziplin als Zwang empfindest, als Verlust, grausam sogar. Wie kann man da ein erfolgreiches Unternehmen aufziehen.

    Stell' dir vor, jemand würde das Unternehmen "Trockenwerden" so aufziehen wollen. Jemand, der die Selbstdisziplin die für die Arbeit an sich selbst erforderlich ist, als grausam bezeichnen würde. Welche Chancen würdest du ihm einräumen bei seinem Unternehmen zufrieden zu werden?

    Herzliche Grüße vom

    Micha
    der ein kleines Einmannunternehmen führt und damit zufrieden und so frei ist, wie es die derzeitige Marktwirtschaft zulässt

    Danke dir Jochen, ich habe noch vergessen dazuzusagen, dass ich etwa 3,5 Monate trocken bin.
    Da ich seit dieser Zeit täglich Zwiegespräche mit dem aufdringlichen Stoff führe, wollte ich mal loswerden wie ich über ihn denke, damit er weiß wo er steht und ich auch. Micha

    Hallo Alkohol,

    heute will ich mal ein paar Zeilen an dich richten.
    Du versuchst ja nun jeden Tag auf deine etwas plumpe Art mit mir Kontakt aufzunehmen und bist vermutlich etwas irritiert, dass ich dir meine Sympathie entzogen habe so von heute auf morgen.

    Aber sei ehrlich Alkohol: so überraschend war das gar nicht. Du tust jetzt nur so. Du wusstest doch schon viel länger als ich selbst, dass wir ein sehr einseitiges Pärchen waren. Ich habe nur nicht gepeilt, was du in Wirklichkeit von mir wolltest. Du hast gut gelogen, Hut ab. Du weißt wie man menschliche Schwächen ausnutzt.

    Ich will dir nichts vormachen Alkohol, wenn es nach mir ginge wäre ich dafür, dich aus dieser Welt auszurotten. Ich will dir das nur sagen, damit du weißt woran du bei mir bist. Natürlich weiß ich, das das nicht geht und dass du mich noch überleben wirst, aber eben nicht so wie du dir das gedacht hast. So sind die Fronten erstmal geklärt zwischen uns.

    Und ich will dir noch was sagen. Ich bin nicht mehr so naiv, wie ich mal war. Ich glaube dir nichts mehr. Manchmal bin ich ein Spätzünder, häufig sogar, aber wenn ich einmal etwas verstanden habe, dann habe ich es mir selbst erarbeitet und nichts und niemand kann es mir wieder nehmen.

    Ich weiß, dass du ein sehr virtuoser Gegner bist. Ich will dir nur sagen: Unterschätze mich nicht. Ich weiß genau, dass du deine Strategie mich wieder einzufangen augenblicklich ändern kannst. Jetzt gibst du Ruhe, wiegst mich in Sicherheit. Du hast die Geduld die ich immer gerne gehabt hätte. Du wartest auf mich, um mich dann heimtückisch zu überfallen.
    Ich weiß, dass du gut bist Alkohol. Gut in Heimtücke. Aber ich bin besser. Ich habe gelernt. Ich habe dich studiert. Du bist überschaubarer als ich dachte. Ich dachte schon, ich könnte nichts machen gegen dich. Aber heute kenne ich deine Tricks.

    Kennst du Inspektor Clouseau , gespielt von Peter Sellers aus Der rosarote Panther? Kennst du seinen Haushälter Kato, den er beauftragt hat, ihn immer dann aus dem Hinterhalt anzugreifen, wenn er am wenigsten damit rechnet ? So hat er sich für den Eventualfall gerüstet. Kato sprang ihn von hinten an wenn er nach Hause kam und malträtierte ihn mit asiatischem Kampfsport ... aber immer vergeblich.Der Inspector war auf der Hut. Und das bin ich auch.

    Ich muss dir sagen, dass ich dich gehasst habe. Aber du hast es geschafft so tief in meine Psyche einzudringen, dass du diesen Hass subjektiv in einen Selbsthass umwandeln konntest. Immer wenn ich mich von dir lösen wollte, hast du mir geschickt das Gefühl vermittelt, dass das was ich dabei an negativen Gefühlen hochkommen hatte von dir beseitigt werden könnte. Leider hat das zum Teil sogar funktioniert. Ich wusste ja nicht, dass es nur bei den Teilen funktioniert hat, die von dir selbst vorher produziert wurden. Ich konnte das ja nicht mehr unterscheiden in meinem schwammigen Brausekopf. Du solltest dich schämen auf solche hilflosen Personen einzuschlagen.

    So dachte ich, ich hasse mich selbst und du willst mir helfen. Und das fiel auf fruchtbaren Boden. Ich hielt wirklich nicht viel von mir. Wirklich gutgemeinte Versuche von außen mich vom Gegenteil zu überzeugen schlug ich in den Wind. Ich blieb lieber bei dir.

    Weißt du Alkohol, du kennst mich ja nun auch schon ein Weilchen und ich denke du ahnst, dass es müßig ist bei mir ernsthaft noch einmal fußfassen zu wollen. Ich weiß aber, dass dich das nicht davon abhalten wird, es zu probieren. Nur zu. Das gehört zu meinem Leben wie das Hineintreten in einen Hundehaufen. Nicht schön, aber man streift den Mist ab und es geht weiter. Selbst wenn es nicht abginge, Alkohol, mach' dir keine Hoffnung. Ich würde den Schuh wegschmeißen und barfuß weiterlaufen.

    Du weißt, dass ich nicht lange fähig oder willens bin zu hassen. Und ich weiß, dass du das ausnutzen möchtest. Vergiss' es, Alkohol.
    Wenn ich aufhöre zu hassen, heißt das nicht, dass ich vergessen habe. Es heißt, dass ich verarbeitet habe und abgehakt. Das ich nicht bereue und nach vorne blicke. Und vorne ist von dir weit und breit nichts zu sehen.
    Ich weiß du kommst ganz flink von hinten zurück in mein Blickfeld um dich aufzudrängen, hoffst auf einen Überraschungseffekt. Das du schon zu so einer Taktik greifen musst macht mich stolz, denn es zeigt mir, dass ich auf dem richtigen Weg bin. Versuch' es nur. Ich werde ganz gelassen die Augen für einen Augenblick schließen, tief ausatmen und dich mental wieder ausspucken, so schnell kannst du gar nicht gucken.

    Wir beide werden solange ich lebe paralell existieren, aber nie wieder gemeinsam. So schwer ich mich tue mit Entscheidungen, aber wenn es mal so weit ist bin ich auch konsequent. Es gibt Bereiche, wo ich sagen würde: 'Sage nie nie', oder die ich immer einen Spalt offenlassen würde um noch neuen Argumenten zugänglich zu sein. Weil ich mich nicht Neuem verschließen möchte und mich weiterentwickeln. Das ist eine Tugend wie ich finde. Aber wenn man jemanden kennt wie dich Alkohol kann es natürlich zu einem Fluch werden, weil du es dadurch bei mir leicht hattest, einen Fuß in die Tür zu bekommen.

    Ich bin stolz dir sagen zu können, dass ich mich verändert habe. Ich kann Türen schließen. Es muss noch nicht einmal laut sein. Zu müssen sie sein, zu. Und du musst auch nicht denken, dass mir das leid tut, wenn du vor der Tür sitzt und winselst. Ich freue mich, dich nicht mehr im Haus zu haben. Ich empfinde nicht die geringste Form von Trauer. Und du brauchst auch nicht darauf setzen, dass es mich aggressiv oder ängstlich macht, wenn du dagegen tritts und sie aufbrechen willst. Du weißt wie ich, dass die Tür dick genug ist und nur auf meiner Seite eine Klinke. Die Klinke steckt aber nicht mehr im Schloss. Ich kann diese Klinke nicht völlig aus meinem Lebensraum eleminieren, aber ich kann sie unbrauchbar machen, durch körperliche, seelische und geistige Kraft unbrauchbar machen für einen Fall, den ich nicht vorhersehen kann.

    Also Alkohol, dies ist also nur bedingt ein wirklicher Abschiedsbrief, denn wir werden ja noch öfters voneinader hören, nur zusammenkommen werden wir beide nicht mehr.

    Micha

    'n Abend Eveline,

    ich kann mich noch ganz gut erinnern, wie du dich hier anmeldetest. Du warst ziemlich verstört und zerknirscht nach deinem Rückfall.

    Du hast dich in dieser kurzen Zeit sehr positiv verändert und entwickelt. Das merkt man deinen Beiträgen deutlich an.

    Dazu möchte ich dir ganz herzlich gratulieren und dir ein trockenes "WeiterSo" zurufen.

    Herzliche Grüße vom


    Micha

    Hallo Ryan, (aber auch für Annika)

    dieses Gefühl kenn' ich gut. Man fühlt sich nicht mehr als Raucher und noch nicht als Nichtraucher.
    Das scheint ein recht ungemütlicher Zustand zu sein, ich habe lange Zeit in ihm verbringen müssen. Ich sage scheint, denn heute weiß ich, dass er schon einen Schritt in die richtige Richtung bedeutete.

    Ich habe ungezählte Male versucht, das Rauchen zu quittieren, aber nur einmal ist es gelungen. Bei diesem einen Mal hatte ich das Rauchen vorher restlos entzaubert. Ich machte mir keine Illusionnen mehr darüber, dass es zu irgendetwas nutze sein könnte. Ich habe also von Anfang an nichts vermisst, weil ich wusste, dass es nichts zu vermissen gibt. Das ist bis heute so geblieben. Rauchen ist so unnötig wie ein Kropf.

    Bei dir war der Anlass anscheinend eine Stressbelastung. Du hattest dich innerlich noch nicht völlig von der Annahme befreit, dass dich das Rauchen stressbelastbarer macht.

    Was würdest du nun sagen ? Hast du etwas gewonnen, indem du wieder angefangen hast? Hat es dir geholfen, deine Aufgaben besser zu erledigen? Oder hast du nur noch einen Stressfaktor hinzugewonnen durch das Rauchen? Was meinst du heute?

    Ich habe neulich ein paar Aufzeichnungen von mir gefunden. In einem Schulheft. Ich habe dort eine Momentaufnahme meiner Gefühle dem Rauchen gegenüber notiert. Es muss mir wohl nicht so gut gegangen sein mit dem Rauchen. Es war im Nachinein sehr aufschlussreich für mich, weil ich mich nicht daran hätte erinnern können.


    Ich war damals 29 (wie ich selbst nur dem Text entnehme) und musste noch fast 12 Jahre weiterrauchen, bevor ich es schaffte. Aber ich habe es immer wieder versucht, ich habe niemals aufgegeben. Heute bin ich 44 Jahre und über 2,5 Jahre glücklicher Nichtraucher, der seither nichts vermisst hat.

    Ich hab' dir das mal hier aufgeschrieben, genauso wie ich es schrieb:

    Wohlbemerkt habe ich es damals noch nicht gepackt. Wenn ich das heute so lese, muss ich staunen, wieviel Fragen ich mir noch zu beantworten hatte, bevor ich meine Sucht richtig begriff und abstreifen konnte.
    Kein Wunder, dass ich nicht lange durchhielt damals.
    Das Einzige, was damals wohl schon klar zu sein scheint war, dass Rauchen widerwärtig und krankmachend war und das ich noch einiges zu klären hatte.


    Also Ryan .... weitermachen. Vielleicht auch mal Notizen machen. Ich habe da Notizenmachen jetzt im Zuge meines Trockenwerdens wiederentdeckt und es hilft mir, mich und mein Verhalten besser zu verstehen.

    Warum willst du nicht rauchen? Warum tust du es trotzdem? Findest du Abhängigkeiten prickelnd? Ist es nicht eine Lüge zu behaupten, Zigaretten würden schmecken? ...

    Zitat

    "Man darf ruhig mal hinfallen, man muss nur wieder aufstehen".
    (Iku, Chef der Panzerknacker in einer Motivationsrede an seine Leute, nachdem mal wieder ein Coupe, Onkel Dagoberts Geldspeicher zu knacken in die Hose gegangen war)


    Und dir liebe Annika wünsche ich bald die innere Einsicht und Ruhe, den richtigen Zeitpunkt nicht weiter verschieben zu müssen.

    Rauchfreie und selbstverständlich trockene Grüße vom


    Micha

    Morgen Gabi,

    ich hatte während meiner früheren Trinkpausen immer dieses Gefühl, nichts trinken zu dürfen. Deswegen sind es auch immer nur Pausen gewesen, weil ich das nie lange ausgehalten habe.

    Bis in mir die Einsicht wuchs, dass ich wirklich nichts mehr trinken will. Ich habe auch keinerlei Verlustgefühl. Wenn ich an Alkohol denke - was oft der Fall ist - dann denke ich aber nie darüber nach, dass ich welchen trinken möchte, sondern dass ich froh bin, keinen mehr trinken zu müssen. Und was er anrichtet.

    Und darüber keinen trinken zu müssen freue ich mich. Jeden Morgen. Heute traf mich der Wecker zum Beispiel voll im Tiefschlaf und ich war ganz schön matschig. Während des Wachwerdens erinnerte ich mich und stellte mir vor, da würde noch ein ganz übler Kater dazukommen. Ich wäre auf jeden Fall liegengeblieben.

    So aber sitze ich mit meinem Kaffee hier im Alkoholikerforum, geh' jetzt arbeiten und wünsche dir und allen anderen einen trockenen schönen Tag

    Micha

    Hallo ...

    ich habe auch nur Bier getrunken.

    Bevor ich mir klar wurde, dass ich Alkoholiker bin und was das für mich bedeutet hatte dieses Wort noch zweierlei Bedeutung für mich:

    Zum einen beschrieb es schlicht den Fakt, dass ich ausschließlich Bier trank.

    Zum anderen machte ich innerlich auch einen Unterschied zwischen hartem und weichen Alkohol. Und dachte auch: ich trinke ja keinen Schnaps, also kann es ja nicht so schlimm sein.

    Heute weiß ich natürlich auch, dass das der absolute Blödsinn ist und ich habe mir durch dieses Denken noch einige Jahre genommen, die ich noch weitertrank auf der Basis dieses Irrglaubens.

    Und da möchte ich mich euch deutlich anschließen. Für alle die daran zweifeln sollten: Natürlich macht das für einen Alkoholiker keinen Unterschied, in welcher Produktform er seinen Stoff zuführt.

    Das Piccolöchen ist keinen Deut besser als Schnaps. Es geht um die Substanz Alkohol.

    Wie diese teilweise in verdünnter Form in immer bunteren Verpackungen von der Industrie auf den Markt geschmissen und dadurch verharmlost wird, damit wir und unsere Kinder weitersaufen, erzeugt in mir eine große Wut (aber das ist schon wieder ein anderes Thema).


    Allzeit trock'ne Wege wünscht

    Micha

    Hallo Luftballon,

    ich gratuliere dir zu deinem Entschluss, dem Alkohol den Rücken zu kehren.

    Ich will dir keinen Stress machen, möchte dich aber doch darauf hinweisen, dass es ein grundlegender Unterschied ist, eine Trinkpause von beispielsweise 10 Tagen oder auch länger einzulegen, oder wirklich trockenes Denken in den Kopf einziehen zu lassen. Aber das hast du hier bestimmt schon gelesen. Gerade wenn man relativ wenig Probleme mit dem Entzug hatte und die Welt wieder relativ schnell nett ausschaut ist die Verleitung nicht zu unterschätzen, dass sich ein Denken einstellt, man wäre vielleicht doch nicht so ein Alkoholiker, der jeden Tag aktiv daran arbeitet nichts zu trinken und man könne sich doch mal wieder ein Gläschen genehmigen. Aber genau das kann man eben nicht. Das ist ein Gedanke, den du nie wieder vergessen darfst.

    Darüberhinaus steht dann natürlich einem zufriedenen trockenen Leben nichts entgegen, das ich dir wünsche. Damit du jeden morgen das Gefühl hast, klar aufzuwachen


    Micha

    Hallo Skye und herzlich willkommen [Blockierte Grafik: https://beispiel.rocks/beispiel.rocks/www.cosgan.de/images/smilie/froehlich/a010.gif] ,

    schön, dass du den Weg zu uns gefunden hast. Wir kennen uns ja nun schon ein ganzes Weilchen und ich finde, dass man allein deiner "kurzen" Einleitung deutlich anliest, wie sehr du dich bereits mit der Materie auseinandergesetzt hast und schon vorangekommen bist.

    Ich selbst bin relativ wenig im Co-Bereich zu Gange, da ich noch reichlich zu tun hab' mit der Aufarbeitung meiner eigenen aktiven Alkoholkarriere.

    Wenn du deinen Weg ähnlich konsequent weitergehst wie beim Nichtrauchen, dann bin ich sicher, dass du dich auch in dieser unglückseligen Situation deinem inneren Frieden Schritt für Schritt nähern können wirst.

    Ich wünsche dir den erforderlichen Mut, die Kraft die du brauchst und viel Erfolg dabei.

    Herzliche Grüße


    Micha

    P.P.S: Ich möchte noch kurz auf ein Wort eingehen, das du verwendet hast. Du sagtest du fühlst dich "unzulänglich".

    Ich ich denke das ist eine sehr gute allgemeine Beschreibung für ein Gefühl, das einem der Alkohol gibt. Genau das gilt es durch Trockenwerden zu beseitigen. Und das funktioniert.

    Und das kennen wir alle. Glaub' mir. Lass' dich nicht von der Trockenheit anderer 'runterziehen, sondern richte dich an ihnen auf. Die helfenden Hände für dich sind ausgestreckt, aber du musst sie als Hilfe annehmen. Du musst es anpacken. Wenn du erstmal dabei bist, geht alles seinen Gang ...

    Hallo O.S.,

    das sehe ich auch wie Katerlukas. Ich bin jetzt drei Monate trocken und fühle mich auch noch am Anfang stehend.

    Ich glaube es kommt nicht darauf an wielange man trocken ist, sondern das man überhaupt trocken ist oder wird. Niemand fängt bei 4 oder 5 Jahren an. Jeder hat mal mit dem ersten Tag begonnen und hat diese lebenserhaltende Entscheidung eines Tages getroffen und jeder, der das erfolgreich geschafft hat, arbeitet seit dem jeden Tag daran, diese Entscheidung umzusetzen.
    Das haben wir alle gemeinsam, auch mit dir. Von dem Tag, da du nichts mehr trinkst und daran arbeitest sitzt du sofort mit im selben Boot. An deinem Platz.

    ich wünsch' dir viel Kraft und Mut für deine Entscheidung

    Micha

    P.S.: Natürlich lese ich Beiträge von Menschen, die schon mehr Erfahrung haben auch anders als z.B. meine eigenen. Aber das schreckt mich nicht ab, sondern macht mir Mut. Du kannst doch sehr viel lernen von Menschen, die schon trocken sind.

    Hallo Michael und herzlich willkommen,

    da darf ich natürlich nicht fehlen.
    Ich gratuliere dir zu deiner wiedererlangten Trockenheit.

    Ich selbst bin 3 Monate trocken und denke, du hast hier eine richtig gute SHG entdeckt.

    Alles Gute und immer trock'ne Wege wünscht dir


    Micha (einer von allen)

    Hallo Spaknet,

    ist doch schon mal ein Anfang, das Zeug wegzuschütten.

    Du bist einen Tag ohne Alkohol und dachtest, du würdest dich schneller wieder fit fühlen ? Und das nach jahrelangem Alkoholmissbrauch? Nach einem Tag? Das kann ich gar nicht glauben.

    Du scheinst ja soweit noch ganz gut beieinander zu sein. Wunderheilung darfst du nicht erwarten. Wichtig ist jetzt auch nicht, dass du in kürzester Zeit Topform erreichst, sondern überhaupt mal weiter durchzuhalten nichts zu trinken. Tag für Tag. Darauf kommt es an. Erwarte nicht zuviel und zu schnell. Es ist schon großartig für einen Alkoholiker keinen Alkohol zu trinken.

    Die Erfahrung, dass sich das Trockenwerden auch auf den Bekanntenkreis auswirkt hast du ja schon beim Kiffenaufhören gemacht. Das ist sehr wichtig zu wissen, dass man nicht einfach alles so weiterleben kann wie gewohnt und lediglich den Alkoholkonsum einstellen. Man muss schon bereit sein, einiges im Leben zu verändern und es so einzurichten, dass das Trockensein gewährleistet bleibt und sich alles andere danach einordnet.

    Ich wünsch' dir viel Erfolg bei deinem Vorhaben


    Micha

    Hallo Andrea,

    ob du mit ihm ganz Schluss machen solltest musst du natürlich am Ende selbst entscheiden. Das hängt davon ab, wie groß dein eigener Leidensdruck bei der ganzen Sache ist.

    Wie Dante sagte solltest du ihm weiter auf die Füße steigen und ihm unmissverständlich klar machen, dass er etwas verändern muss, wenn ihm an eurer Beziehung gelegen ist. Und eben am besten, wenn er nüchtern ist. Er ist doch manchmal nüchtern?

    Natürlich kann er es schaffen mit dem Alkohol Schluss zu machen. Hier gibt es viel Menschen die es jeden Tag schaffen. Aber die Vorraussetzung ist die eigene Einsicht darin, dass man ein Problem hat. Du kannst ihm das Problem nicht einreden, ihm nur dabei helfen wollen das Problem zu erkennen.

    Darüberhinaus musst du auf dich selbst aufpassen, damit du nicht mit ihm zusammen den Bach 'runtergehst. Partner von alkoholkranken Menschen sind auch gefärdet indirekt am Alk kaputt zu gehen.

    Lies mal ein bisschen im Forum für Co-Alkoholiker weiter unten auf der Seite.

    Ich wünsch dir alles Gute

    Micha

    Hallo Thomas,

    solch' eine Mücke wird leider von alleine zum Elefanten.

    das was deine Frau da macht kenne ich von mir. Ich habe auch immer noch "den Film zuende geguckt". jedenfalls als ich noch eine partnerschaft hatte. Als ich dann allein war, brauchte ich nur noch Ausreden für mich selbst. Bis ich auch die nicht mehr aufbrachte und mich schlicht betrank.

    Ob deine Frau nur dir oder auch sich selbst was vormacht, kann man nicht genau sagen. Vielleicht ist es ihr selbst noch nicht richtig bewusst. Das kommt auch für sie schleichend.

    Sprich sie weiter darauf an, so hilfst du ihr, sich vielleicht schneller darüber bewusst zu werden.

    Alles Gute wünscht

    Micha

    Hallo Mondlicht,

    willkommen kann dich nicht heißen, weil du schon viel länger hier bist als ich. Aber dies scheint dich nicht vom Trinken abgehalten zu haben.

    Ich habe etwas in deinem Tagebuch geblättert und hatte den Eindruck, du wolltest kontrolliert trinken und nicht Trockenwerden.

    Was hast du nun vor ? Trockenwerden oder deinen "Genusspegel" 'runterschrauben ?

    Interessierte Grüße

    Micha

    Hallo Paula,

    das ist doch eine gute Methode: Wenn das nächste Mal der Gedanke an eine Flasche Wein im Anflug ist, den Start gar nicht unterbrechen sondern einfach keine Landeerlaubnis erteilen und vorbeifliegen lassen :wink:

    Ich wünsch' dir und euch allen einen trockenen, schönen Tag

    Micha

    Hallo Andrea,

    Von dem was du da über das Trinkverhalten deines Mannes erzählst spricht leider alles für ein abhängiges Verhalten dem Alkohol gegenüber.Wer erst ein Ende durch "einschlafen" findet beim Trinken, sollte lieber die Finger davon lassen. Auch, dass er es dir gegenüber kleinreden will kann ein Zeichen sein. Allein die Regelmäßigkeit spricht Bände. Wenn er schon mit Fahne von der Arbeit kommt, kennst du ihn ja praktisch gar nicht mehr nüchtern.

    Das Schlechte ist, dass man einem Alkoholoiker erst helfen kann, wenn er sich helfen lässt. Und dazu müsste er erstmal eine Einsicht in seine Abhängigkeit entwickeln. Selbst dann ist es immer noch schwer genug, aber das ist minimale Grundvorraussetzung. Wenn du durch Reden nichts erreichst und er dann sogar noch anfängt zu streiten wirst du sehen müssen, dass du etwas für dich tust und dich dadurch nicht mit fertigmachen lässt.

    Hier im Forum ist eine Rubrik für Co-Alkoholiker. Dort geht es um Menschen wie dich, die selbst mit dem Alk keine Probleme haben aber mit einem alkoholkranken Partner. Dort wirst du sicher den einen oder anderen guten Tipp bekommen können, von Leuten, die mit deiner Lebenssituation vertraut sind.

    Ich wünsch' dir alles Gute

    Micha