Beiträge von Leonia

    Hallo Eklisee,

    Zitat von eklisee

    Wir haben jetzt beschlossen, uns beraten zu lassen, gemeinsam. (Die Paatherapeutin in der Klinik hat uns beiden nicht all zu viel gebracht, auch vielen anderen dort nicht, wie er sagt).
    Er will nicht mit mir hin, wenn es auf Trennung hinaus läuft, (das kann er alleine). Und ich will nicht hin, nur um unsere Ehe zu retten.
    Ich bin der Meinung, wir gehen da hin, lassen unsere Situation mal von einem Dritten betrachten, egal in welche Richtung das jetzt laufen wird. Vielleicht kann man ja im Umgang miteinander was lernen.

    das halte ich für eine sehr gute Idee. :)

    Ich denke, Du kannst mit therapeutischer Unterstützung viel eher rauskriegen, wo Du nun genau stehst, ob Du eher Richtung Trennung tendierst oder Richtung Zusammenbleiben.

    Zudem kann Euch der Therapeut vermutlich auch ein paar Tips und Strategien an die Hand geben, mit denen Ihr Euere Ehe, wenn Ihr es möchtet, wieder etwas verbessern könnt.
    Ich find`s jedenfalls toll, dass Du und Dein Mann Euch darauf einlasst.

    Herzliche Grüße
    Leonia

    Hallo em(m)a,

    eine sehr interessante Frage ist das, finde ich: "Was wünsche ich mir in einer gesunden Beziehung?"
    Was mir dazu gleich als erstes einfällt: Ich wünsche mir, mit meinem Partner auf Augenhöhe sein zu können, gleichberechtigt, beide eigenverantwortlich handelnd: Er verantwortlich in der Erledigung seiner Angelegenheiten, ich verantwortlich bei meinen.


    Zitat

    Ich merke dann oft, dass ich mich nicht traue, Bedürfnisse zu äussern oder ewig "rumeier" und wenn ich es dann gesagt habe überrascht bin, dass a) nix "Schlimmes" passiert und b) im günstigsten Fall sogar der Wunsch / das Bedürfnis erfüllt bzw. ein Kompromiss gefunden wird.

    Meinst Du, dass Du als Co sehr daran gewöhnt warst, Deine eigenen Bedürfnisse hintenanzustellen und Dich nach dem Partner zu richten und dass es Dir nun schwer fällt, die Erfüllung Deiner Wünsche einzufordern?

    Das wäre sehr verständlich. Denn gerade der Co neigt ja dazu, seine eigenen Bedürfnisse hinten an zustellen. Wenn man sich vom eigenen Co-Verhalten lösen will, wird man auf jeden Fall auch lernen müssen, besser bei sich selbst wahrzunehmen, was man will und was nicht, um dann auch im zweiten Schritt die eigenen Bedürfnisse dem Partner gegenüber besser vertreten und durchsetzen können, denke ich.

    Herzliche Grüße
    Leonia

    Zitat

    glück auf leonia
    es ist möglich.

    Das macht mir Mut. Vielen Dank, Matthias.

    Alles Gute auch Dir!

    Hallo Melanie,

    Zitat

    ich kenne ehen, die wieder zusammengekommen sind. allerdings NUR DESHALB, weil BEIDE sich erstmal ALLEIN um IHRE ABHÄNGIGKEIT gekümmert haben und dadurch SICH SELBST entwickeln konnten.dafür brauchts nunmal die notwendige distance zum partner.

    Die notwendige Distanz zum Partner... Meinst du damit eine vorübergehende Trennung?

    Mein Partner und ich haben derzeit viel Distanz zueinander. Aus dem einfachen Grund, weil wir so sehr mit unserer jeweiligen Genesung beschäftigt sind. Er geht in seine Betroffenen-Gruppen, ich in meine. Er zu seiner Suchtberatung, ich zu meiner Angehörigen-Beratung. Wir sind daher ganz oft abends getrennt unterwegs und haben gar keine Zeit dazu, ständig aufeinander zu hocken.
    Trotzdem oder gerade deshalb fühlen wir uns innerlich nahe. Können darüber reden, was uns bewegt.

    Herzliche Grüße
    Leonia

    Hallo Spedi,

    Zitat

    Du hast es immer noch nicht verstanden. Hier geht es ausschließlich um Dich, nicht um Deinen Freund. Wenn er abnippelt, weil er rückfällig wird und wieder trinkt, ist das seine Entscheidung - aber nicht Deine Verantwortlichkeit. Deine Coabhängigkeit endet nicht für Dich tödlich.

    ich find´s echt sehr mühseelig, mich ständig zu wiederholen. Denn in meinem strang habe ich bereits genau erklärt, wie das bei mir ist. Ich habe genau zwei Möglichkeiten:

    1. Entweder ich bleibe bei meinem Freund, er wird trocken und ich arbeite an meiner Co-Abhängigkeit, damit wir beide zukünftig eine gute Beziehung führen können oder
    2. mein Freund bleibt langfristig nicht trocken, dann werde ich mich trennen müssen und um nicht wieder einen hilfebedürftigen Mann als Partner anzuziehen, werde ich genauso an meiner Co-Abhängigkeit arbeiten müssen.

    Für mich ist die Arbeit an meiner Co-Abhängigkeit also in jedem Fall sehr, sehr wichtig.

    Zitat

    Die meisten Partnerschaften gehen im ersten Jahr nach Beginn der Abstinenz auseinander, weil dann der trockene Partner so weit ist, dass er für sich erkennt, was gut für ihn ist, und was ihn an einem freien und selbstbestimmten Leben hindert.

    auch hier kann ich mich nur wiederholen. Du bist mit Deiner Frau immer noch zusammen, obwohl Du früher nass und jetzt trocken bist. Ihr habt den Übergang also auch geschafft.

    Generell möchte ich Dir auch sagen, dass ich im Moment viel zu sehr mit meiner Genesung von meiner Co-Abhängigkeit beschäftigt bin, um Dir hier immer wieder dieselben Fragen, die Du mir stellst, gebetsmühlenartig zu beantworten. Wenn Du meine alten Antworten aufmerksam und achtsam lesen würdest, müsste ich mich hier nicht immer wiederholen.

    Zudem bist Du für mich für das Thema der "Co-Abhängigkeit" nicht der richtige Ansprechpartner, denn Du schreibst als trockener Alkoholiker. Selbst wenn Du vor über 10 Jahren, also weit vor Deiner Ehe, mal co-abhängig gewesen sein solltest, wie Du kürzlich angedeutet hast, warst Du da vermutlich nasser Alkoholiker und daher in einer völlig anderen Situation.

    Von daher bitte ich Dich um Verständnis, wenn ich mich hier mit Antworten an Dich künftig zurückhalte.

    Hallo Melanie,

    Zitat

    und dadurch auch eure partnerschafen niemals gesunde, gleichberechtigte partnerschaften sein werden. das sind nunmal fakten.

    Du denkst also, dass jemand, der mit einem nassen Partner zusammen war und der dann trocken geworden ist, keine gesunde gleichberechtigte Partnerschaft mit ihm führen kann?
    Wie ist das dann mit Spedi`s Ehe? Spedi war ja auch nass, wurde trocken und hat immer noch dieselbe Frau, die bestimmt auch Co gewesen ist, sonst wäre sie ja wohl nicht jahrelang mit Spedi als nassem Alkoholiker zusammen gewesen, oder? Können Spedi und seine Frau also Deiner Meinung nach keine gesunde, gleichberechtigte Partnerschaft führen?

    Aber egal, wie gesagt, ich habe weder Zeit noch power mich hier ständig zu wiederholen. Daher bitte ich auch Dich um Verständnis, wenn ich auf Deine Schreiben künftig nicht mehr so eingehe.

    Generell denke ich, dass es offensichtlich hier für einige Leute schwer auszuhalten ist, dass ich (und bei Emma ist es wohl genauso) nicht vorhabe, mich von meinem Partner zu trennen. Ich möchte den Weg, (meinen Ausstieg aus meiner Co-Abhängigkeit und seinen Ausstieg aus seiner Sucht) mit ihm gemeinsam gehen, wenn es möglich ist.

    Ich würde mir sehr wünschen, dass dieser Ansatz hier nicht generell verteufelt, sondern, wenn schon nicht verstanden, dann wenigstens respektiert wird.

    Herzliche Grüße
    Leonia

    Hallo Spedi,

    Zitat

    Eine Fremde Erfahrung selbst weitergeben, heisst: Märchen erzählen. Kaffeesatzlesen. Rätselraten. Mutmassen....
    Ich vertraue niemand mehr, der mit fremder Erfahrung hausieren geht.

    Auch die "Grundbausteine der Co-Abhängigkeit", die hier im Unterforum ganz oben stehen, basieren auf fremder Erfahrung. Trotzdem sind sie hier die Grundlage für den Austausch.
    Also kann man ja doch wohl einiges in der Literatur finden, woraus man wichtige Erkenntnisse für sich selbst ziehen kann, oder nicht?

    Zitat

    In meiner Krankheit Alkoholismus geht es im Kern um Leben und Tod. Ich bin dem Tod nun von der Schaufel gekommen.

    Da trifft sich Deine Erfahrung fast mit meiner. Denn auch bei mir und bei meinem Freund geht`s um Leben und Tod. Denn wenn ich es nicht schaffe, gegen meine Co-Abhängigkeit anzugehen, wird er langfristig kein trockenes Leben führen können, solange wir zusammen sind. Und bei seinem Gesundheitszustand könnte ein Rückfall ganz schnell tödlich verlaufen.

    Gerade deswegen bin ich auch so verzweifelt, energisch und unerbittlich auf der Suche nach allem, was mir dabei hilft, meine eigene Co-Abhängigkeit abzubauen.
    Dabei nehme ich alles mit, was ich an Erkenntnissen kriegen kann, aus der Literatur, aus den realen Selbsthilfegruppen, aus meiner Therapie und auch hier aus dem Forum.

    Was mir aber im Moment nicht weiterhelfen würde, wäre, wenn ich in meinem strang regelmäßig Bericht über meine Situation abgeben sollte: "Alles okay bei mir, ich gehe zur Therapie, Schatzi und ich besuchen Selbsthilfegruppen etc." Das bringt mir leider gar nix.

    Da muß ich schon ein bißchen tiefer graben.

    Für mich, lieber Spedi, ist es im Moment ganz wichtig, rauszukriegen:

    - Wo kommt meine Co-Abhängigkeit her? (In der Hoffnung, dass ich sie dann besser bekämpfen kann),
    - wo hat sie ihre Wurzeln? Und auch:
    - Wo sind die Stolpersteine, wenn der Partner trocken wird?
    - Was macht dann Probleme?
    - wie schaffe ich es vom Co zur Partnerschaftlichkeit zu finden?
    - wie haben das andere Co`s hingekriegt?

    Um diese Fragen zu beantworten, muss ich einfach jede verfügbare Quelle anzapfen (Literatur, Forum, Selbsthilfegruppen etc.), weil´s einfach für mich um sehr viel geht.

    Ich hoffe, ich konnte mich Dir jetzt ein bißchen verständlicher machen. :)

    Herzliche Grüße
    Leonia


    Liebe Emma,

    sorry, dass dieser Austausch hier nun in Deinem statt in meinem strang stattgefunden hat. Hat sich einfach irgendwie so ergeben. :(
    Wir können aber auch gerne alle zu mir rüberwechseln , falls dazu noch Klärungsbedarf bestehen würde.

    Dir und allen anderen noch eine gute Nacht. :)

    Liebe Grüße
    Leonia

    Liebe Emma,

    darf ich auch mal schnell was in Deinem strang zu diesem Thema sagen?

    Zitat

    Wie Du uns darin wissen lässt, bist Du nicht an einem Austausch von eigenen Erfahrungen interessiert, sondern möchtest angelesenes oder gehörtes Wissen weitergeben

    ,

    denn auch mir wurde ja schon Ähnliches vorgeworfen.

    Lieber Spedi,

    was ist so schlimm an angelesenem oder gehörtem Wissen? Warum meinst Du, sollte man das nicht weitergeben?

    Denkst Du, dass jeder Mensch nur seine ureigenen Erfahrungen machen muss und seien sie auch noch so katastrophal? Meinst Du, dass jeder Mensch das Rad wieder neu erfinden muss?

    Hast Du hingegen noch nie die Erfahrung gemacht, ein gutes Buch zu lesen und ein Aha-Erlebnis für Dich selbst zu haben? Oder bei einem Therapeuten zu sein oder in einer realen Selbsthilfegruppe zu sitzen oder auch unter Freunden und da sagt einer was und Dir geht ein Licht nach dem anderen auf?

    Findest Du es nicht verständlich, wenn man das, was einem selbst geholfen hat, dann auch an andere weitergeben möchte? In der Hoffnung, dass andere auch was zu dem Thema einbringen, was einen selbst dann wieder weiter bringt. So eine Art von echtem Austausch bringt mir persönlich viel mehr, als nur meine eigene Geschichte zu erzählen. Deswegen bin ich auch hier im Forum.

    Herzliche Grüsse
    Leonia

    Liebe Emma,

    Zitat

    Irgendwie habe ich den Drang, nochmal etwas völlig Neues anzufangen,
    möchte auf eine kreative berufliche Schiene umsteigen.


    Denn war die letzten Jahre total auf "Sinnsuche und Selbsfindung" eingestellt, jetzt versuche ich meine Energie nochmal mitten der Gesellschaft auszuleben.
    Aber bin noch am Ausprobieren und auf der Suche nach Menschen, mit ähnlichen Interessen.

    ja, mach`das. Mach´was Dir gut tut, wo`s Dich hinzieht, lebe Deine Begabungen und Interessen aus. :)

    Du weißt ja: Wenn man was wirklich will, dann zieht man auch die richtigen Begegnungen und Menschen dafür an, diejenigen, die man braucht, um Schritt für Schritt immer weiter in die neue Richtung gehen zu können. :)

    Ich wünsche Dir ganz viel Zufriedenheit und Erfolg dabei.

    Herzliche Grüße
    Leonia

    Hallo Jürgen,

    Zitat von juergenbausf

    Melde Dich doch einfach wieder,
    wenn ER WIEDER SÄUFT

    Darf ich mich auch dann melden, wenn mein Schatz weiterhin trocken ist? :wink:

    Uns geht`s gut, richtig gut. Wir gehen gerne und regelmäßig in unsere jeweiligen Gruppen, ich in die Angehörigengruppen, er in die für Betroffene und wir genießen unser Leben.
    Daher brauche ich zur Zeit auch keine Tips und Anregungen zu meiner Situation. Danke aber der Nachfrage!

    Hallo Spedi,

    Zitat

    Bist Du denn mit Deiner Arbeit an Dir schon fertig? Fühlst Du dich von der Coabhängigkeit geheilt?

    was ist das für eine Frage? So, wie ich die ganze Thematik "Co-Abhängigkeit" verstanden habe, kann man doch unmöglich innerhalb von einigen Wochen von seiner Co-Abhängigkeit geheilt sein, oder? :x

    Aber, Du kannst ganz beruhigt sein. Ich arbeite daran, stetig, ausdauernd und voller power.

    Hallo liebe Emma,

    wie geht`s Dir denn? Ich denke öfter mal an Dich. Wünsche Dir alles Gute und Liebe. :)

    Herzliche Grüße
    Leonia

    Liebe Eklisee,

    Zitat

    Das mir mal der Typ dazwischen gekommen ist, in den ich mich da verschossen habe, habe ich mir nicht ausgesucht. Das war einfach mal so, hat allerdings noch mehr durcheinander gebracht. Ich könnte ihn fast verfluchen.

    nur mal so zu meiner Orientierung gefragt: Der Typ ist keine Option für Dich? Gäbe es theoretisch die Möglichkeit, dass Ihr beide eine Beziehung eingehen könnte oder ist der Mann gebunden oder kommt er aus anderen Gründen als Partner für Dich nicht in Frage?

    Zitat

    Das schlimme ist, ich habe hier nicht den Raum mich zu erholen. Wenn ich bei ihm nicht so funktioniere, wie er sich das vorstellt, gibts permanent Stress, zynische Sprüche und Anschuldigungen, später dann wieder Entschudigungen. Das ist das gleiche Muster wie zu Alkzeiten, einfach nur zum weglaufen.

    Vermutlich hat Dein Mann jetzt so richtig Angst, dass Du die Ehe beendest und verhält sich deshalb so klammerig. In Krisenzeiten zeigt man ja leider selten die Schokoladenseite, denn an die kommt man da ja nicht richtig ran... :cry:

    Trotzdem würde ich an Deiner Stelle versuchen, mich eindeutig gegen dieses Verhalten Deines Mannes abzugrenzen. Ihm klipp und klar sagen, dass er Dich damit erst so richtig von ihm weg und in die Flucht treibt. Ihm immer wieder, genau in dem Moment, wenn Du Dich bedrängt fühlst, klar "stop" sagen. "Stop", das ist mir jetzt zu viel, bitte nimm`z.B.: Deine Hand weg oder laß`uns z.B.: diesen Abend mal getrennt verbringen, weil ich das jetzt brauche".

    Liebe Eklisee, versuche bitte auch, irgendwas zu finden, was Dich aufbaut. Nur Dich, ohne dass Dein Mann dabei ist. Ich kann Dir dazu immer wieder Angehörigengruppen empfehlen. Mir tut das sooo gut, da ungestört und in geschütztem Raum erzählen zu können, was mir in Bezug auf meinen Partner einfach so durch den Kopf schießt.

    Denn, wenn der Partner trocken wird, dann ist das auch für die Partnerin kein Pappenstil. Das ist so`ne Umwälzung, da kann man Austausch und Unterstützung nur zu gut gebrauchen. :)

    Ich könnte mir auch gut vorstellen, dass Deine distanzierten Gefühle Deinem Mann gegenüber auch damit zu tun haben, dass Du, bevor er trocken wurde, endlich, nach einigen schlimmen Ehejahren an den Punkt gekommen bist, wo Du Dich trennen wolltest, an den point of no return, wo`s eigentlich kein Zurück mehr für Dich gab.
    Ausgerechnet da ist Dein Mann dann trocken geworden, ist aufgewacht, hat das Ruder rumgerissen. Das muss sich doch für Dich ein bißchen so wie früher anfühlen, als Dein Mann, der Alkoholiker immer noch einen überraschenden Trumpf in der Hinterhand hatte und Du als Partnerin regelmäßig in die Röhre schauen konntest, oder?

    Aber diesmal handelt es sich nicht um ein neues Spielchen eines nassen Alkoholikers. Diesmal gibt es wirklich eine Chance zur Verbesserung. Das würde zwar dauern und ziemlich viel Geduld von Euch beiden erfordern, aber jetzt könntet Ihr eine Beziehung unter ganz anderen Vorzeichen führen, ohne den Alkohol.

    Wichtig ist aber, dass Du Dich jetzt schon traust, Deine eigenen Bedürfnisse klar zu artikulieren und auch durchzusetzen. Der trockene Alkoholiker muss nicht mit Samthandschuhen angefasst werden, man kann ihm nicht ständig seinen Willen erfüllen, auch Du als Partnerin hast das Recht, für Deine Wünsche einzutreten und sie zu realisiern. :)
    Unabhängig davon, ob Dein Mann nun erstmal davon angetan ist oder nicht.

    Ich wünsche Dir viel Erfolg dabei. :)

    Herzliche Grüße
    Leonia

    Hallo Eklisee,

    schön, dass Du wohlbehalten wieder zuhause angekommen bist und klasse, dass Du den Urlaub geniessen konntest. :)

    Dass Du Deinem Mann gegenüber wenig Nähe zulassen kannst, finde ich persönlich sehr nachvollziehbar. Denn er hat während seiner nassen Zeit sicher ganz viel Mist gebaut, Dich bestimmt oft und nachhaltig verletzt.
    Eigentlich müsstest Du, müsstet vielleicht auch Ihr die Chance dazu bekommen, das alles mit therapeutischer Unterstützung behutsam aufzuarbeiten, denke ich.

    Ich wollte Dir übrigens noch auf Dein letztes posting an mich antworten. Du hast geschrieben:

    Zitat

    Vielleicht warst du noch nicht solange in Alkzeiten mit deinem Partner zusammen, dass du noch die Kraft hast dafür zu kämpfen.

    Stimmt, so ist es vermutlich. Aber ich kenne auch die andere Seite der Medaille, die, mit der Du gedanklich bestimmt immer wieder liebäugelst: Trennung. Denn die habe ich früher öfter durchgezogen, wenn´s mit einem Partner nicht mehr so richtig funktioniert hat.
    Ich bin allerdings jetzt für mich zu dem Schluß gekommen, dass das auch nicht der Königsweg ist, da der nächste Partner oft nur andere Mängel und Macken hatte und es mit ihm insgesamt nicht unbedingt einfacher und leichter war.

    Heute denke ich, dass es vielleicht besser ist, nicht vorschnell die Flinte ins Korn zu werfen. Und gerade wenn der Partner trocken wird, bedeutet das erstmal für die Partnerin eine immense Umstellung. Denn der Partner ist vielleicht angespannter als früher, will mehr Nähe, erwartet mehr etc.

    Mein Freund z.B.: schläft nun deutlich weniger, ist viel mehr um mich rum, als vorher. Ich genieße das zwar momentan, könnte mir aber auch vorstellen, dass das ein anderer als nervig empfinden könnte.

    Ich habe derzeit viel Kontakt zu Leuten, deren ehemals nasser Partner trocken geworden ist. Aller erzählen davon, dass das anfangs für sie nicht nur schön, sondern auch oft sehr schwer war. Sie sagen, dass sie

    - immer wieder Angst vor einem Rückfall des Partners hatten und sie das sehr belastet hat,
    - der trockene Partner anfangs oft viel grantiger, angespannter und anstrengender war als vorher als nasser
    - sie sich erst daran gewöhnen mussten, ihr Co-Verhalten abzubauen,
    - sie ganz viel dafür arbeiten mussten, um eine neue Nähe zum Partner aufbauen zu können.

    Ich denke, dass gerade die erste Zeit, wenn der Partner trocken wird, ganz oft zum Stolperstein für die Beziehung werden kann und öfter auch ins Beziehungs-Aus führen kann. Weil sich einfach soo viel ändert und plötzlich vieles ganz anders ist als vorher.

    Ich bin gespannt, wie sich das alles bei Dir/ bei Euch entwickelt. Wünsche Dir jedenfalls alles Liebe und Gute. :)

    Herzliche Grüße
    Leonia

    Hallo eklisee,

    tja, die Anfangsphase, in der der vorher nasse Alkoholiker plötzlich trocken ist und unter seiner Alkoholhaube hervorschlüpft, kann ganz schön anstrengend für den Partner sein. :roll:

    Da verändert sich dann schon so einiges, z.B.: wie in Deinem Fall, dass der vorher antriebslose Partner, der vermutlich am Feierabend überwiegend geschlafen hat oder apatisch irgendwo rumhing, plötzlich wach ist, gemeinsam Zeit verbringen will, einen vielleicht beobachtet etc. Da geht erstmal ganz schön viel eigener Freiraum, den man vorher hatte, verloren und oft ist es schwierig, sich auf die neue, veränderte Situation einzustellen.

    Denn der nasse Partner hatte zwar für den Partner, der ja in der Regel nicht nur Partner sondern leider oft auch co-abhängig ist, viele Nachteile, aber eins war er bestimmt: Pflegeleicht, da er viel Schlaf brauchte oder oft alkoholbedingt wenig handlungsfähig war.

    Natürlich gibt es noch viele andere Härten und Stolpersteine für den Co, wenn der Partner trocken lebt. Die Angst, die man hat, dass der Partner rückfällig wird; die Tatsache, dass man dem trockenen Alkoholiker wieder Aufgabenbereiche überlassen muss, die man vorher in Eigenregie hatte usw.

    Ich bin ja selber auch in der Situation, dass mein Partner nun, für mich überraschend, seit einiger Zeit trocken ist und sich seitdem andauernd was verändert. Sowohl bei ihm, als auch bei mir. Ich habe sogar den Eindruck, diese Entwicklung geht so rasant, dass ich mich richtig anstrengen muss, um mithalten zu können.
    Denn ich muss ja von meiner vertrauten und nicht ganz ungeliebten Co-Rolle, die ich in der Beziehung ausgeübt habe, Abschied nehmen und glaub`mir, so einfach ist das nicht! :(

    Mir hilft dabei der Austausch in einer realen Selbsthilfegruppe, in der Angehörige von Alkoholiker sind, am meisten. Denn da erfahre ich, dass genau das, was Du und ich, wenn auch in abgewandelter Form, gerade erleben, einige andere Angehörige von Alkoholikern schon hinter sich haben und höre auch, wie sie mit dieser Situation umgegangen sind.
    Ich kann Dir nur empfehlen, da mal reinzugehen.

    Vorher wünsche ich Dir aber noch einen wunderschönen Urlaub. :)

    Herzliche Grüße
    Leonia

    ups, sorry, hab`s vergessen zu schreiben.
    Du musst natürlich diese Fragen nach (evtl. verdeckten) Suchtstrukturen in Deiner Herkunftsfamilie keinesfalls hier beantworten, sondern erstmal "nur" für Dich.
    Das auch in aller Ruhe und wenn möglich in geschütztem Rahmen.

    Herzliche Grüße, Leonia

    Liebes Sonnenblümchen,

    erstmal möchte ich Dich freundlich in Deinem neuem strang grüßen, ich finde es toll, dass Du ihn aufgemacht hast. :)
    Ich denke, Du bist ebenso engagiert und vermutlich auch ein bißchen verzweifelt wie ich auf der Suche danach, wie man die eigene Co-Abhängigkeit abstellen könnte. Wo, verflixt nochmal ist der Schalter, der Stecker dazu? Man will ihn doch einfach nur rausziehen.

    Angeregt durch meine gestrige Erfahrung zu dem Thema möchte ich Dir eine Anregung weitergeben, die mir persönlich gerade super viel hilft:

    Wenn Du mal ein bißchen Rückschau hälst, gab es denn in Deiner Herkunftsfamilie jemanden, der regelmäßig irgendwelche Substanzen (Alkohol, Tabletten oder Drogen) eingenommen hat? Hast Du erlebt, dass eine Person aus Deiner Familie, die Dir als Kind sehr wichtig war, wie z.B.: Deine Mutter, Dein Vater, Deine Oma, Dein Opa oder ein Geschwister seine eigenene Gefühle mittels irgendwelcher Substanzen "manipuliert" hat und dadurch für Dich nie so ganz greifbar und einschätzbar war?
    Dass dieses Verhalten aber stets wegrationalisiert und von anderen Leuten in der Familie quasi gedeckt worden ist, so dass es Dir vielleicht bis heute völlig natürlich und nachvollziehbar erscheint?

    Es ist ja nämlich so, dass man als Erwachsener oft genau das sucht, was einem als Kind vertraut gewesen ist. War eine wichtige Bezugsperson also für das Kind nicht richtig greifbar und einschätzbar, da sie irgendwelche Substanzen eingenommen hat, dann kann es leicht sein, dass das ehemalige Kind als Erwachsener wiederum eine Person, diesmal als Partner sucht, die ähnlich drauf ist.

    Dieser Frage solltest Du für Dich, am Besten mit Unterstützung, in aller Ruhe nachgehen. Alle Gedanken und Erinnerungen zulassen, die zu dem Thema hochkommen. Sie nicht bewerten und nicht abwürgen.

    Falls Du fündig wirst und es war da was mit (vielleicht verdeckter) Sucht in Deiner Herkunftsfamilie, dann denke ich, ist es wichtig, sich damit auseinanderzusetzen. Denn das könnte der Schlüssel sein, der in das Schloß Deiner Co-Abhängigkeit passt.

    Ich hoffe, ich konnte Dir eine kleine Anregung zu Deinem Thema geben. :)

    Herzliche Grüße
    Leonia

    Hallo Liv,

    Zitat von liv


    wie lange schon ist Dein Partner "trocken"?
    Ist es das erste mal, dass er "so lange" abstinet lebt?

    wie lange mein Partner jetzt trocken ist, hatte ich in meinem Eingangsposting geschrieben, das ist aber editiert bzw. gelöscht worden. Von daher denke ich nicht, dass ich das hier schreiben darf und werd`s also lieber nicht nochmal machen.

    Hallo Spedi,

    Zitat

    Ich vermisse Deine Antwort auf meine Frage.
    Ja oder Nein.

    ich dachte, daß ich diese Frage, ob ich mich von meiner Co-Abhängigkeit befreien möchte, schon mehrfach hier beantwortet habe. Meine Antwortet darauf lautet eindeutig JA.

    Hallo Melanie,

    Zitat

    schon allein der gedanke in beziehung leben zu müssen und nicht einmal dahin zu gehen gedanklich sich mal auf ein alleinsein allein leben können zu richten zeigt wie sehr du dich von anderen abhängig machst.

    mein Weg für mich ist ganz klar: Sollte es mein Partner schaffen, weiterhin trocken zu bleiben, denke ich, daß ich voraussichtlich, jedenfalls falls er als Trockener nicht zum unausstehlichen Typ mutiert, mit ihm zusammenbleiben werde. Falls er rückfällig wird und nichts dagegen tut, werde ich mich aber trennen.
    Da lebe ich dann viel lieber alleine. Ich habe, bevor ich mit meinem Freund zusammengewohnt habe, auch alleine gelebt und es hat mir relativ gut gefallen.

    Zitat

    theoretisieren können alle, bücher lesen auch, aber umsetzen?

    Das ist sicher von Mensch zu Mensch unterschiedlich. Ich bin jemand, der gerne liest und die durchs Lesen gewonnen Erkenntnisse in der Regel auch gut umsetzen kann.

    @all,

    vielen Dank an alle, die sich bisher hier in meinem strang engagiert haben. Ich muß und möchte mich nun ein bißchen mehr dem real life widmen und das umsetzen, was ich vorhabe:

    - viel Gutes für mich tun, das, was mir Spaß macht
    - Therapie machen
    - Selbsthilfegruppen besuchen.

    Daher werde ich mich ein bißchen aus meinem strang hier zurückziehen. Wenn`s was Neues gibt, neue innere oder äußere Entwicklungen bei mir, werde ich Euch das aber gerne mitteilen. :)

    Herzliche Grüße
    Leonia

    Zitat

    Sonnenblümchen Ja, ich sehe es geradezu so, daß ich etwas ändern muß, wenn ich so nicht weiterleben will. Und ja, aus diesem zunächst Zwangs-Muß erhebt sich ein Wunsch. Ein "Ich will es ändern".

    Das ist meine Position Ob "man" das auch so macht... ;)

    Genauso geht es mir auch.

    Ich muß mich aber nun erstmal hier verabschieden, muß was arbeiten.

    Wünsche allen noch einen schönen Tag. :)

    LG Leonia

    Hallo Spedi,

    Zitat von Spedi

    Nein, warum sollte jemand müssen?

    Nur der, der das auch tief aus seinem Innersten will, wer wirklich bereit ist, sein eigenes Leben zu ändern, der wird das tun - weil er will, und nicht, weil er muss.

    Wer muss, hat schon verloren. Der soll einfach weitersaufen oder beim Partner bleiben. Habe fertig. :x

    hat Deine Frau, wenn ich richtig gelesen habe, nicht auch den "Übergang" geschafft? Ward Ihr beide nicht auch schon zusammen, als Du ein nasser Alkoholiker warst und seid auch dann zusammengeblieben, als Du trocken geworfen bist?

    LG Leonia

    sorry, ich komm`nicht dahinter, was Du meinst? Wie stellst Du Dir das "Aussteigen aus einer dysfunktionalen Beziehung" konkret vor? Soll ich nun meinen Freund plötzlich aus der Wohnung werfen oder aktuell nicht mehr im KH besuchen?

    Mehr als für mich einen Termin beim Therapeuten auszumachen, eine Selbsthilfegruppe zum Thema zu besuchen und hier zu schreiben kann ich doch für meine Genesung von der Co-Abhängigkeit nicht machen, oder?

    Was gäbe es denn, Deiner Meinung nach, noch, was ich tun könnte?

    LG Leonia

    Zitat von Grazia

    Ohne geht es nicht. Und ja, oft, wurde ich sogar behaupten, fast immer ist die trennung die veraussetzung für die genesung. Nicht als Ziel, sondern als Weg.

    Warum, meinst Du, ist das so?
    Ist es nicht auch möglich, gerade in einer ehemaligen Co-Beziehung, daß, wenn der eine trocken wird, der andere versucht, aus seiner Co-Rolle rauszukommen? Denn im tiefsten Inneren sehnt sich ja auch der Co nach einem gleichberechtigten, starken Partner an seiner Seite und wenn der nun als Trockener auf dem Weg dazu ist, ist da nicht auch der Co motiviert dazu, was für sich zu tun und aus seiner Co-Rolle rauszukommen?
    Ich kenne jedenfalls einige, die mit ihrem Partner, der während der Beziehung trocken geworden ist, zusammen geblieben sind.

    LG Leonia