Beiträge von klabund

    Hi Sascha!

    Nun wird ja auf dem Familenfest nicht so heftig getrunken, aber ein Wein ist eben auch dabei. Und den habe ich dann auch immer getrunken. Vor der Familie konnte ich mich ja auch zusammenreißen. War ich dann wieder zuhause, gings erst richtig los...

    Ich weiß nicht, aber zu dem Thema hab ich hier oft gelesen, dass man solche Situationen meiden sollte. Mein Gefühl sagt mir, dass da was dran sein könnte. Denn ich kann ja nicht wissen, was es mit mir macht. Ich denke, diejenigen, die sehr lange trocken sind, können am besten berichten.

    Also Hardcores beim Trinken zuschauen, dann auch noch Kollegen, das würde ich nicht wollen und ich glaube auch nicht dass Dir das wirklich gut tut.

    Mein Problem ist nur, dass es mich sehr schmerzen würde, nicht zu einem Geburtstag eines Familienangehörigen gehen zu können. Das wäre ein sehr schwerer Tag für mich.

    lg

    klabund

    Hey Sacha!

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    und finde das manchmal absurd, bis lächerlich was ich dann zu hören bekomme...

    So habe ich das gestern auch empfunden. Zumal er auch an nichts und niemandem ein gutes haar läßt: Gesellschaft schei..., Leute zum Kotzen, alles geht den Bach runter etc. Ich kanns nicht mehr hören. Es bewegt mich sehr, da ich sonst kaum Bekanntschaften habe, aber andererseits hab ich mich heut gefragt, ob das Wort Freund da überhaupt noch paßt. Ich werde den Brief schreiben und einfach mal abwarten.


    Zitat

    und ich rede da auch von mir selbst

    Ja, so gings mir auch beim Gespräch, ich hörte meine eigenen Argumente. Mir ist das plötzlich sowas von aufgefallen, es sprang geradezu aus den Sätzen heraus.

    Dir auch einen schönen Tag, trocken!

    Huhu zurück, liv!
    Du hast geschrieben:

    Zitat

    Durch den Austausch hier mit Dir, nehme z.B. ich auch vieles für mich mit.


    Das freut mich natürlich, obwohl ich ganz ehrlicherweise schreiben muß, dass ich momentan hier einfach nur ablade. Ich verstehe langsam, dass das auch kein Problem und das Forum auch dafür da ist. Mir hilft es jedenfalls irgendwie mein Denken auf die Reihe zu kriegen. Andererseits bin ich auch auf Rat angewiesen. Gerade der Arztbesuch hat mir das gezeigt. Ich bin hin, obwohl ich eigentlich gedacht habe, es sei nicht nötig. Ah, da hat sich aber gezeigt, dass es gut war. Also will ich versuchen, hinzuhören.

    Ich habe gestern und heute auch in Euren Starterthreads gelesen, was mir recht zu Herzen gegangen ist. Ich fühle mich nicht in der Lage, mich in anderen Threads zu melden, wollte aber gerne schreiben, dass ich sie verfolge, sehr beeindruckt bin und es teilweise sehr starke Emotionen bei mir auslöst. Ich wünsche jedem, dass er es schafft und fühle Respekt.
    Hier ist aber auch eine Sache, die ich für mich als Gefahr ansehe. Teilweise sind die Geschichten sehr heftig und ich beginne, meine Geschichte mit der anderer zu vergleichen. Und da will sich doch der Gedanke melden: na siehst Du, schau mal wie krass die getrunken haben, so warst DU aber nicht drauf...und mir ist klar, dass das gefährlich für mich ist. Ich will meine Einsicht, Alkoholiker zu sein, nicht damit festigen, dass ich wieder trinke.

    Weiteres Problem: nahende Familienfeiern. Die Alternativen: weg bleiben, hin gehen und beim Trinken zu sehen (will ich nicht), keiner der Familie darf trinken (find ich diktatorisch).
    Ich hab noch ne Woche Zeit, für mich eine Lösung zu finden. Ich habe teilweise schon gelesen, was hier dazu steht, aber das ist doch ein Brocken. Ich weiß, dass von meiner Familie kommen wird: naja, da trinkst Du halt nicht. Das mußt Du jetzt eben lernen. (War auch so beim Gespräch am Sonntag).

    Uff, das war wieder viel,

    lg,

    klabund

    PS.

    Zitat

    Wenn ich dabei irgendwann weiter kommen sollte, leite ich das an Dich weiter ...


    Da wäre ich sehr dankbar! :wink:

    Guten Morgen liebes Forum,

    ich muß einfach ein bißchen schreiben.

    Bin grad vom Doc zurück. Ewig gewartet, dann rein zum Blutabnehmen. Als die Arzthelferin kurz raus war, hab ich auf den Monitor des Rechners geschielt und las ganz kurz Leber/Verdacht auf Diabetis. Da gings wohl darum, warum das Blutbild gemacht werden soll. Da habe ich gedacht: so, so... fühle mich körperlich soweit recht gesund, aber ich weiß ja (auch durch dieses Forum) wo die Reise hingeht.

    Die Nacht war wieder merkwürdig. Kaum geschalfen, dann wirre Träume- tatsächlich von Alkohol! Ich sollte eine absurd riesige Bowle zusammenkippen aus hunderten von Hartstoffflaschen. Es war ein Alptraum und ich bin sehr zerschossen aufgewacht.

    Jetzt fühle ich mich aber doch glücklich, trotz allem, denn ich habe eine Entscheidung getroffen. Und egal welche Schwierigkeiten kommen- der Alkohol hat sie bisher immer verschärft. Wie mein Leben dann, bis auf den Umstand, nicht zu trinken, aussehen wird, weiß ich nicht.

    (Ich merke grad- das wird ein langer Text :oops: )

    Ich weiß genau, dass meine Trinkerei auch etwas mit meinen inneren Ängsten zu tun hat. Zu oft denke ich daran, was andere von mir denken, ob sie mich mögen, etc.
    Ich neige einfach dazu, mich selber zurückzunehmen, charmant und einnehmend zu sein, selbst wenn mir eine Situation nicht paßt und ich es auch sagen sollte. Oft bin ich auch von anderen menschen sehr eingeschüchtert. Dadurch entsteht bei mir innerer Druck. Alles soll glatt laufen, bitte keine Probleme.
    Mit dieser Einstellung bin ich, begleitet vom Alkohol, in meine Isolation und Arbeitslosigkeit geraten. Innerlich habe ich aber ein ganz anderes Bild von mir, möchte stark sein, ein "normales" Leben führen. Und wenn dieser Zwiespalt zu groß wird: schwupp! Besäufnis.
    Anlässe gabs dann genug und es ist auch nicht so, dass ich wirklich spürbaren Kummer haben mußte. Es reichte dann einfach die Gelegenheit: Feste, Freunde treffen (ihre Freunde, alle weg), die Freundin hat gerade ne Kiste besten Wein geliefert bekommen... Wir hielten die Trinkerei ja auch für so eine Art von Lebensstil. Boheme und so. Die besten Künstler haben gesoffen, bla, bla...
    Die ersten Gläser dann gemütlich, ab einem bestimmten Pegel aber bis nichts mehr geht, bis ich eingepennt bin. Nach zwei Gläsern hab ich immer einen unglaublichen Zug gespürt, so ein Zerren am Körper, gleich nachzuschenken. Dieser Zeitraum, bis ich einfach nicht mehr konnte und geschlafen habe, wurde mit der Zeit immer länger. In den letzten 1,5 Jahren dann auch schon mal fast 2 Tage.
    Da dies aber nicht jeden Tag vorkam, war der Gedanke, Alkoholiker zu sein für mich sehr abwägig.
    Dazu dann noch eine zweifelhafte Beziehung zu einer Frau, an die ich mich sehr gehängt habe, die aber selber voller Probleme steckt. Dann Krise, ewiges hin und her. Ich habe einen Horror vor Trennungen (Scheidungskind) und ich habe alles getan, damit es irgendwie weiter geht. Die Versöhnungen wurden dann mit Wein und Wodka "gefeiert".
    Dann wieder Trennung (im Suff), die Alkoholmenge wurde bedenklich mehr, vor 10 Tagen Totalabsturz. Sonntag Nacht um 3 Uhr aufgewacht, in Klamotten, keine Ahnung was passiert ist.
    Da habe ich einen Film gesehen:"Heute habe ich nicht getrunken". Mitten in der Nacht, total am Ende und habe geweint und geweint. Das Trinkverhalten war ja nicht meins, aber im Verlauf der Geschichte wurde gezeigt, dass es nicht so sein muß. Dass es Lösungen gibt.
    Eine Selbsthilfegruppe wird gezeigt, die Gespräche, die Beschäftigung und da hat sich was getan. Dann bin ich schnell auf dieses Forum gestoßen, habe gelesen, mich gewehrt, um jetzt doch zu sagen: Ich bin Alkoholiker. Das ist doch schon mal was. Ich habe ein Problem. All dies Destruktive soll aus meinem Leben verschwinden. In meinem Leben ist noch Potential, es ist noch nicht zu ende, wie ich oft gedacht habe.
    Obwohl viel in mir gährt, genieße ich trotzdem die Nüchternheit und überlege viel, was ich nun tun will. Die Probleme verschwinden ja nicht von alleine (Arbeitslosigkeit, Ängste, Sehnsucht nach Nähe und doch auch wieder Scheu vor ihr).
    Ich lese und lese hier, will lernen und freue mich über mich selber, da ich nun weiß, was los ist. Ist es normal, so durcheinander zu sein?

    Naja, ich schreibs mir von der Seele
    :wink:

    Was ich heute Gutes tue: Ein Geschenk verschicken, Spaziergang mit Fotoapparat, etwas Gutes kochen, nachdenken, sortieren und ruhig werden.

    Danke fürs Lesen und einen lieben Gruß,

    klabund

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    Klabund, wenn du weiter so konsequent dran bleibst, dann tust du dir echt was Gutes. Weiter so.

    Danke, linde66! Ich fühle, dass da noch ein Leben ist, das ich noch gar nicht gelebt hab. Das möchte ich gerne. Vielleich mach ich im Moment zu viel, will zuviel auf einmal. Aber ich hab irgendwie das Gefühl, das ich mich "absichern" muß. Soviele Jahre gegen ein paar Tage- da krieg ich schon ein bißchen Respekt...

    Gruß zurück,

    klabund

    ich sollte wirklich erst nachdenken, dann tippen :wink: :

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    Andererseits hat er auch überhaupt keine Einsicht in seine Krankheit und auch kaum Möglichkeit (kein Internet), sich zu informieren.

    Was weiß ich denn schon, ob er krank ist. Ich kümmer mich um mich und muß sehen, dass ich jetzt ohne Alkohol klar komme. Ich denke, ich werde ihm in einem Brief schildern, was los ist, wie ich meine Krankheit sehe und das es besser ist, sich nicht zu treffen, da mich das in Versuchung führt und ich keinen Bock habe, mir seine Trinkgeschichten anzuhören. Gespräch bringt nix, da dann ja eh nur blöde Argumente kommen.

    Weitere Maßnahmen- ich habe grad bei meinem Mailanbieter eingehende Mails meiner Ex sperren lassen, das gleiche beim Telefon: es wird kein Anruf mehr von ihr durchkommen. Ich weiß genau, dass mich das schwer durcheinander bringen würde.

    So- mal wieder mußte ich das loswerden... Bin auch ruhiger. Die Dinge lösen sich.

    Allen Mitlesern eine gute Nacht,

    klabund

    Hi K.U.D.68,

    Dank für Deine Meinung!

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    ich hoffe du meinst nicht so ein Milieu

    Naja, die Gegend hier ist schon heftig, aber ich selber habe (noch) nicht vor dem Supermarkt gestanden und gebechert. Deshalb konnte ich mir ja auch so gut vormachen, alles sei in Ordnung, ich hätte alles im Griff. Ich glaube, ich verschiebe die Frage nach dem Umzug auf später, da ich jetzt eh nix dran machen kann.

    Hi Nobby,

    Zitat

    ich höre nicht mehr hin. Es interessiert mich nicht mehr.


    Schön, dass das bei Dir gut klappt!

    Ein Telefonat eben hat mir die Augen geöffnet. Ich ahne, wohin es geht. Allgemeiner Tenor: er hat ja schon mal 6 Monate nicht getrunken, das bringt nichts, das Leben ist zu öde ohne Trinken, jetzt sei das anders, da trinke er nicht mehr jeden Tag. Ich hab ihm vom Termin erzählt, er hat mir erzählt, wie cool es war, gestern 6 Halbe zu trinken.

    Auf die Frage, wann wir was zusammen unternehmen wollen, hab ich geantwortet, erstmal nicht, konnte aber nicht sagen, warum.


    Die Ironie ist, dass er in seiner 6 monatigen Trinkpause mir immer vorgeworfen hat, ich würde zu viel trinken, was ich natürlich entrüstet abgelehnt habe.

    Ich will das nicht und werde mit niemendem verkehren, der mir erzählt, wie toll das Trinken ist, wenn ich ihm erzähle, ich gehe zur Suchtberatung. Das macht mich sogar irgendwie sauer. Rede ich denn Chinesisch? Andererseits hat er auch überhaupt keine Einsicht in seine Krankheit und auch kaum Möglichkeit (kein Internet), sich zu informieren.

    Vielleicht bin ich jetzt zu egoistisch, aber ich werde jetzt mal nur an MICH denken!

    Das zweite Mal heute bin ich ein wenig aufgewühlt und grüße euch,

    klabund

    liv :

    Zitat

    Erwarte und verlange nicht zuviel von Dir.

    Das werd ich versuchen. Ich laß jetzt einfach mal locker. Meine erste Erkenntnis hat mich halt so umgehauen, dass ich dachte, ich müßte alles auf einmal machen. Ich konzentriere mich darauf, nicht zu trinken und Situationen zu meiden, die bisher dazu geführt haben. Viele praktische Fragen drängen sich mir da ( ich stell mal zwei weiter unten :wink: )
    Linde66 :

    Hi Linde66,

    ich denke, dass die Anmeldung dort gut für mich wäre. Werde die Tage überlegen und dann ggf den Antrag stellen.

    Die Fragen beziehen sich einmal auf einen Freund und wie und ob ich mit ihm noch Umgang haben kann oder nicht. Und wenn nicht, wie ich es ihm mitteile. Er hat mir klipp und klar gesagt, dass er mein Vorgehen für übertrieben hält und es einfach Situationen gibt, bei denen er auf Alk nicht verzichten will.
    Er würde nicht vor mir trinken oder mich animieren, aber andererseits haben wir schon viele Trinkabende hinter uns. Und das Gespräch würde doch immer mal wieder auf Alkohol kommen. Das ist eben die Vergangenheit. Kann ich mit ihm mal DVDs schauen, muß ich ihn hinter mir lassen?

    Die zweite Frage bezieht sich darauf, dass ich in einer Gegend wohne, wo viele Menschen mit sozialen Problemen auf einem Haufen sind, Trinker vor dem Supermarkt etc. Muß ich wegziehen? Ich mag meine Wohnung sehr und der Gedanke an einen Umzug schlaucht mich. Dafür hab ich sicher nicht die Energie. Aber überall wird hier getrunken, ich hab ja selber hier getrunken, die Kioske, die Buden...

    Ich hoffe, das war so unverfänglich wie möglich. Dies sind ernste Fragen für mich und ich würde mich über einen Rat des einen oder anderen, der soetwas kennt, sehr freuen.

    lg

    klabund

    PS. Ich denke ich nehme Eure Hilfe sehr einseitig in Anspruch, aber aus eigener Erfahrung habe ich ja auch noch nix beizutragen :oops:

    Hi Sascha,

    das waren aufmunternde Worte. Ich habe die Befürchtung, einfach zuviel auf einmal zu wollen. Ich werde die Woche abwarten, die nüchternen Tage genießen, weiter viel hier lesen und schreiben. Wahrscheinlich lags auch dadran, dass ich einfach die Nacht vor dem Termin sehr aufgeregt war.

    Über den erweiterten Forenzugang werde ich nachdenken, denn ich merke hier eine Grenze, über Persönliches zu berichten, Familie, Freunde, Stichwort: alkoholfreies Umfeld. Ich kann dann aber nix schreiben, weil die Menschen sich ja locker wieder erkennen können. Auch meine wohnliche Situation, zu der ich Fragen hätte, kann ich deshalb nicht erörtern.

    Jedenfalls gut zu sehen, dass Du eine ähnliche Erfahrung gemacht hast, aber Dich davon auch nicht hast irritieren lassen.

    lg,

    klabund

    Hey liv,

    dank für die Antwort!

    Zitat

    dann hast Du vor mir auch mal etwas mehr Ruhe


    Nee klar... ich fühle mich regelrecht bedrängt :wink:

    Zitat

    Was hast Du Dir denn von diesem Gespräch erhofft?


    Ich habe einfach momentan das Gefühl, ich müßte diese Erkenntnis, dass ich Alkoholiker bin, ohne wenn und aber, festigen und aussprechen. Obwohl ich momentan kein Verlangen habe, zu trinken, wird mir aus dem Lesen der Beiträge hier klar, dass ein einfaches weiter so, nur ohne Alkohol, nicht funktioniert. Ich will diese Erkenntnis einfach nicht vor mir verharmlosen und auch in keine Situationen reinrutschen, die mich davon wieder abbringen könnten.

    Ich habe die Grundbausteine gelesen: Umfeld ändern, Kontakte abbrechen, feiern meiden etc. Ich versuche das, für mich anzunehmen und hatte mir von dem Termin einfach Tips und Hilfestellung erwartet, wie ich mit dem umgehe, auf dass ich zu gehe.

    Das Forum hilft mir schon jetzt sehr. Ich halte hier auch ne Menge Persönliches zurück, da ich ja wiedererkannt werden kann. Ich hatte aber gedacht, der geschützte Bereich wär eher Leuten vorbehalten, die schon längere Zeit ohne Alkohol leben und eben keinem "Frischling".

    Zitat

    Ich würde eine Woche warten, oder siehst Du Punkte, die Dir Sorgen machen? Etwas konkretes, wo Du Hilfestellung brauchst?

    Darüber denke ich mal nach. Vielleicht ist es die Angst, dass mein Kopf noch nicht so stark ist, wie ich mir das wünsche. Meine Erkenntnis, ein Alkoholproblem zu haben, ist noch so frisch, daher kann ich mir selber noch nicht trauen und bin darauf angewiesen, wie es Leute sehen, die sich einfach "besser auskennen". Das meine Verhaltensweisen nicht in Ordnung sind, sehe ich ja dadran, wo ich nun gelandet bin. Daher fällt es mir schwer, mir selber zu vertrauen, es alleine zu versuchen.

    Ist vieleicht ein wenig wirr, aber ich war auch ein wenig aufgewühlt. Geht nun wieder...

    lg,

    klabund

    Danke, liv!

    Ich komme gerade genervt und frustriert von meinem Termin. Gebügelt, bebürstet und reichlich nervös stand ich da, dann hieß es, alles sei nur ein Mißverständnis gewesen. Der Termin sei erst am nächsten Montag. Bei der telefonischen Terminabsprache hieß es einfach nur Montag, ohne Datum, daher bin ich von heute ausgegangen. Als die Frage kam, ob ich denn sicher sei, mich wirklich dort gemeldet zu haben, kam ich mir schon sehr blöd vor.

    Es tut mir leid, ich weiß nicht, ob das Forum für sowas da ist, aber ich muß es einfach loswerden. Was mache ich denn nun? Noch ne Woche warten? Mein Vertrauen in diese Einrichtung ist natürlich auch nicht mehr das Beste. Oder erwarte ich einfach zuviel. dass alle sagen: Tada! Endlich sind Sie da! Alles stehen und liegen lassen und sich um mich kümmern...

    Wenn ich jetzt erzählen muß, mein Termin sei geplatzt, denken doch alle mit denen ich geredet habe, ich will mich drücken. Mir ist es so wichtig, jetzt was in die Wege zu leiten.

    Vielleicht kann mir jemand einen Tip geben, was ich nun tun kann. Eine Woche warten? Wo anders hingehen?

    Oh mann.... :wink: ich trink jetzt erstmal n Kaffee und rauch eine, muß runterkommen...

    lg

    klabund

    Hab grad nochmal meinen Beitrag gelesen:

    Zitat

    Meine Schilderungen haben mir selber aber auch sehr klar gemacht, wo ich stehe.

    Aber ist das wahr? Ich will nicht mehr trinken. Mehr weiß ich nicht. Was da alles auf mich zu kommt, weiß ich doch gar nicht. Ich weiß auch nicht, wie es wird und es macht mir Angst.

    Morgen um 9.30 Termin Suchtberatung, Hilfe holen.

    lg

    klabund

    Hallo liv,

    bin grad nach Hause gekommen und sortiere meine Gedanken. Ich kann ja nicht so sehr ins Detail gehen (Intimsphere und so).

    Zuerst herrschte Skepsis vor, aber dann habe ich einfach ein paar Geschichten erzählt, die sehr eindeutig waren. Sie stimmten mir zu, dass ich ein Alkoholproblem habe, Alkoholiker bin. Natürlich hab ich ihnen angemerkt, dass sie sehr traurig waren, was mich wiederum sehr traurig gemacht hat, aber ich fühle mich verstanden. Sie haben mir klipp und klar gesagt, dass sie mich unterstützen- wenn sie sehen, dass ich etwas tue.

    Es war ein harter Schritt für mich, da ich es immer geschafft habe, die Fassade zu wahren und sie sich wohl auch einfach nicht vorstellen konnten, wie ich gesoffen habe und was ich getan habe.

    Ich bin froh, dass es raus ist, aber gleichzeitig hin und her gerissen, so als hätte ich ihnen einfach meinen Müll vor die Füße gekippt. Ich weiß ja, dass sie sich jetzt Sorgen machen.

    Meine Schilderungen haben mir selber aber auch sehr klar gemacht, wo ich stehe. Kein Doppelleben mehr. Unmöglich. Es ausgesprochen zu haben, macht ab jetzt einen normalen Umgang mit dem Thema Alkohol unmöglich. Darüber bin ich froh, denn es minimiert ja auch die Versuchung.

    Gerade ihr Verständnis macht mich momentan so traurig, komisch oder?

    @ Martin

    Zitat

    Das war ja nicht "ich" sondern der Säufer der jetzt trocken ist und es eh nicht mehr ändern kann.

    Ich hoffe, dass ich es auch mal so sehen kann, noch denke ich, dass doch ich es war, der dies alles getan hat. Kein fremder Mensch.

    lg,

    klabund

    @K.U.D.68

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    Das rationale Denken kommt wieder.


    Ich hoffe doch :lol: Aber bis dahin werd ich wohl noch so manche Zeile raushauen müssen :wink:
    Es ist wirklich beruhigend, die Möglichkeit zum Schreiben zu haben. Ich schreibe auch viel für mich , Gedanken und Gefühle, aber hier im Forum tut es wirklich gut!

    liv :
    Geprügelt hab ich mich ersteinmal, unfreiwillig - und unterlegen...allerdings auch besoffen. Das war in so einer Absturzkneipe. Schrecklich, wenn ich dran denke! Ich glaub zur Aufarbeitung all dieser Ereignisse werd ich wohl ein bißchen länger brauchen.

    Lieben Dank für Deine Wünsche. Ich bin eigentlich ganz ruhig, hab mir einen Ingwertee gemacht und werde gleich noch bei Kerzen ein Stück Musik hören, das besänftigt....

    Euch beiden (und allen anderen) eine gute Nacht,

    lg,

    klabund

    K.U.D.68,
    Mit 20, das ist ja wirklich sehr jung. Ich bin immer wieder so erstaunt über die Lebensgeschichten, die ich hier lese, und kann nur jeden bewundern ,der es schafft.

    Ich weiß auch nicht, warum ich gerade diese Frage in den Kopf bekommen habe, ich schätze mal, es ist mein Schuldbewußtsein. Vieles ist eben kaputt gegangen oder hat nicht einmal begonnen. Es ist eine Krankheit und keine Charakterschwäche, schreibst Du. Also waren das wohl sinnlose Gedanken von mir.

    Heute vor einer Woche war das letzte Mal. Ich realisier es. Morgen wird schwer. Ich werde berichten (und sies nur, um es mir von der Seele zu schreiben). Ich wünsch Euch einen schönen Abend,

    lg,

    klabund

    Hey nobby,

    gut, dass es bei Dir immer besser geht!
    Mein morgiges Gespräch mit meinen Eltern macht mich schon ein bißchen bange, aber es nützt ja nix.
    Ich hab früher schon mal versucht im Stillen eine Zeitlang nichts zu trinken, aber ansonsten überall dabei zu sein. Das erntete nur Unverständnis (logisch, wenn man sich nicht erklärt) und diese Abende waren sehr hart für mich, weil ich eigentlich nur die Weingläser und das Trinken der Anderen beobachtet habe. Ein, zwei mal ging das gut und das wars dann auch. Das sind alles Bausteine, aus denen sich mein Verdacht, alkoholkrank zu sein, nährt.

    Eine Frage treibt mich auch schon länger um. Beim Trinken habe ich mich oft sehr negativ verändert, gestritten, beleidigt, mich provozierend verhalten etc.
    Ich frage mich nun, ob dies wirklich nur am Alkohol lag oder ob man wirklich so einen kleinen miesen Wesenskern hat, der erst mit Alkohol raus kommt, denn nüchtern bin ich ein recht umgänglicher Typ.
    Ich las hier was von Dr. Jekyl und Mr. Hyde und hab mich erschrocken, denn so hat mich meine Ex im Spaß schon mal genannt... Damals haben wir darüber gelacht, mittlerweile find ich das nur noch schrecklich.

    Mich würde die Meinung derer interessieren, die schon länger nicht mehr trinken- wie sehen sie ihre früheren Ausbrüche? Teil des Charakters oder doch der Alkohol- oder beides?

    Lg

    klabund

    PS. Ich hoffe, das ist nicht zuviel Text- mir geht halt mittlerweile so einiges durch den Kopf...

    Hi liv,

    Freibad hört sich nett an. Ich war auch grad ein bißchen draußen, Sonne tanken, aber es ist nicht ganz so heiß und gut auszuhalten.

    Zitat

    Bei mir haben die ziemlich schnell nachgelassen, als ich selber ruhiger wurde.

    Ich hoffe, das wird bei mir auch so sein, daher hab ich auch auf ne Pille verzichtet. Irgendwie hab ich das Gefühl, ich will das ganz bewußt "durchmachen", schon alleine, um zu sehen, was für Erkenntnisse kommen.

    Zitat

    Wenn ein Sohn zur Mutter kommt und sagt "ich bin Alkoholiker", ist das natürlich auch für diese hart zu akzeptieren.

    Das verstehe ich ja, es ist halt nur so, dass ich mich ja auch erst mit dem Gedanken beschäftigen muß. Irgendwie warte ich wohl noch darauf, dass mir jemand sagt: Du bist es oder Du bist es nicht. Ich tu mich mit dem Wort einfach schwer, weiß aber, dass ich nicht trinken will. Und so gehe ich all die Situationen durch, während der ich getrunken habe...

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    Fällt es Dir schwer, die Zeit, die Du vorher mit trinken verbracht hast zu füllen?

    Eigentlich nicht. Es ist eher so, dass ich diesen stillen Raum suche, der mittlerweile da ist. Ich sitze, schreibe viel, höre Musik, gehe spazieren etc. Ich hab schon eher eine Scheu vor Kontakten zur Zeit, da mich das wohl nur in Erklärungsnöte bringen würde. Andereseits gibt es ein paar Sachen, die ich in näherer Zeit gerne tun würde, die ich aber nie angegangen bin. Momentan brauch ich aber noch die Zeit zum Denken.

    Naja, morgen ist erstmal Familie, dann ist ja Montag der Termin bei der Suchtberatung, Dienstag Blutbild und EKG beim Doc. Das reicht mir erstmal völlig :wink:

    Zitat

    zudem werde ich darauf angesprochen, falls ich doch mal wieder trinken will oder trinke

    Ich wünsche Dir sehr, dass das nicht passiert (das Trinkenwollen oder Trinken mein ich)!

    Einen lieben Gruß,

    klabund

    Hey Sacha,

    Zitat

    ch muss auch sagen, das ich besser und fester schlafe, als noch zu meiner nassen Zeit.

    Das ist doch schön. Ich denke, dass meine Schlaflosigkeit auch nicht unbedingt vom Verlangen nach Alkohol kommt, sondern von den Gedanken, was die letzten Jahre so gelaufen ist und wie es weitergeht. Ich denke, das legt sich, sobald ich ein paar Schritte weiter bin.
    Auf jeden Fall schön zu sehen, dass der Schlaf wiederkommt und es andere gibt, bei denen sich der Schlaf wieder eingestellt hat (oder gar besser wurde). Ansonsten werd ich mal Schäfchen zählen :wink:

    lg,

    klabund