Hallo orangeblau!
Als ich hier ins Forum kam hatte ich mich bereits getrennt. Ich bin aus einer langjährigen Beziehung ausgebrochen weil ich dachte wenn ich jetzt nicht gehe werde ich den Mut und die Kraft nicht wieder aufbringen, so fertig war ich damals. Hier im Forum habe ich viel dazugelernt was den Alkoholiker betraf. Für mich war ER der Böse der mich aus meine Paradies vertrieben hat und mich empfand ich als armes Opfer.
Das ich co-abhängig war habe ich erst nach und nach begriffen. Irgendwann wollte ich gar nicht mehr wissen was ein Alkoholiker so empfindet, ich las zwar sehr viel bei den Alkoholikern aber so richtig verstehen kann ich es bis heute nicht. Muss ich aber auch nicht, es ging ja um mich und meine Zukunft, die ja ohne ihn stattfinden sollte.
Das Einzige was ich bedaure ist daß ich nicht schon viel früher den Absprung gemacht habe. Ich hätte mir viele bittere Jahre ersparen können. Alkoholismus ist zwar eine Krankheit aber nicht meine Baustelle. Ich könnte noch den Rest meines Lebens grübeln und erzählen was ich so Schlimmes erlebt habe aber was bringt das?
Mein Mann ist vor 9 Jahren an seiner Sucht verstorben, er hat zum Schluß sehr gelitten. Irgendwann habe ich auch verstanden daß die Sucht so stark sein kann daß es viele nicht schaffen mit dem Trinken aufzuhören. Ich fühlte mich nicht mehr schuldig und verantwortlich für seine Sucht.
Natürlich denke ich noch öfters an meinen Mann, ich habe aber Frieden geschlossen damit. Ich habe gelernt auf mich zu schauen und mich in den Vordergrund zu stellen. Meistens bin ich recht zufrieden mit mir, ich habe 2 wunderbare erwachsene Kinder und ein liebes Enkelkind. Ich möchte real nichts mehr mit der Sucht zu tun haben, mir sind andere Dinge viel wichtiger geworden.
Es ist ein längerer Prozess sich von allem zu lösen und du sollst viel Geduld mit dir haben, du hast viel geschafft.