Hallo Willowtree!
Vieles was du schreibst habe ich auch genauso erlebt. Ich habe wirklich so lange durchgehalten bis die Kinder aus dem Haus waren. Ich war auch immer unglücklich weil mein Mann zuviel getrunken hat. Lange Zeit war es nach dem Fussball oder bei Feiern, er war dann fast jedesmal betrunken, ich habe mich total geschämt und statt zu handeln habe ich mich immer mehr zurückgezogen.
Er war auch ein Mann der immer gearbeitet hat, wir hatten ein schönes Haus, immer genug Geld, fuhren in Urlaub und ich dachte oft ich hätte keinen Grund so unglücklich und unzufrieden zu sein. Aber ich war es und versuchte mir alles schön zu reden, was immer weniger geklappt hat. Als die Kinder aus dem Haus waren ging es erst richtig los mit seinem Konsum und er war immer öfter betrunken.
Meine Argumente hat er total ignoriert, die Story mit dem Rauchen kenne ich auch. Ich habe mich total verbogen um wenigstens nach aussen den Frieden zu wahren. Er hat mir auch viele Vorwürfe gemacht, ich wäre so kalt, ich wäre empfindlich, ich solle mich nicht so anstellen.
32 Jahre habe ich das mitgemacht und hatte nie den Mut etwas zu ändern. Ich war zu der Zeit depressiv und ohne jegliche Lebensfreude in mir. Ich dachte wenn ich jetzt nichts ändere wird der Rest meines Lebens auch so unglücklich sein. Aber tief in mir drin wollte ich auch ein schönes Leben, Freude empfinden, den Tag schön gestalten, kein Alkoholgestank mehr im Schlafzimmer, ganz einfach, ich wollte ihn nicht mehr so wie er war.
Ich habe ihm die Pistole auf die Brust gesetzt wenn er nicht aufhören würde zu trinken wäre ich weg. Das hatte ich schon öfters gesagt aber diesmal habe ich es durchgezogen. Nach und nach ging es mir auch wieder besser, es hat noch lange gedauert bis ich ein gutes Leben hatte.
Das liegt schon sehr lange hinter mir und es geht mir wieder gut. Was ich immer noch bereue daß ich nicht schon viel früher gegangen bin, ich hätte mir viel Leid ersparen können.
Du mußt in Bewegung kommen, er wird bestimmt nichts ändern, er hat ja seinen Alkohol und sein Zuhause. Die Sucht ist das Bestimmende bei ihm, die stellt er oben an. Darüber solltest du nachdenken ob du das auf Dauer so mitmachen willst. Es gibt immer einen Weg, man muß nur den Mut haben ihn zu gehen.