Beiträge von lawyer

    Liebe Speranza,

    auch wenn ich diesen Beitrag eher in "meinem" Thread schreiben sollte, aber hier wirst Du ihn wohl eher lesen:
    Habe gestern Deinen Beitrag bei mir aus irgendwelchen Gründen "überlesen", sorry! Deshalb bin ich auch nicht darauf eingegangen. Vielen Dank für Deine Worte. Von der Einsicht, die ab und zu vorhanden ist, lasse ich mich nicht mehr blenden.

    Ich glaube, erst nachdem man die Entscheidung für eine Trennung getroffen hat oder sich bereits getrennt hat, erst dann wird einem so richtig bewusst, wie groß die Belastung war, mit der man gelebt hat.

    Wünsche Dir weiterhin alles Gute auf Deinem Weg.

    LG
    Julia

    Hallo JJE,

    der Austausch hier tut schon sehr gut.

    Sei froh, dass Du nach zwei Jahren den Absprung geschafft hast. Es war sicher auch nicht leicht für Dich.

    Es ist wirklich war - es ist einfach nur Zeit- und Energieverschwendung, wenn man jahrelang darauf wartet, dass sich ein Alkoholiker, der nicht trocken werden will, ändert. Man könnte seinen Gedanken und Kräfte doch in schöne Dinge investieren...

    LG
    Julia

    Hallo JJE,

    ja, ich mache schon Druck, weil ich jetzt Taten sehen will. Aber hinter den Taten soll auch seine Überzeugung stehen, trocken werden zu wollen und daran fehlt es leider.

    Vielleicht will ich mir einfach noch nicht eingestehen, dass er nicht zu ändern ist und deshalb fordere ich von ihm, dass er etwas tut, so dass ich noch hoffen kann. Ich gebe es zu, es ist schon etwas feige, dass ich noch keine endgültige Entscheidung getroffen habe.

    LG
    Julia

    Hallo Sonne 27,

    das mit dem ständigen auf und ab kommt mir sehr bekannt vor. Trinkt er mal ein paar Tage nichts, dann überwiegt wieder die Hoffnung. Fängt er dann wieder an, sind Wut und Enttäuschung so groß, dass man wieder an Trennung denkt. Ein ewiges hin und her.
    Ich selbst habe mich auch noch nicht endgültig entschieden - tendiere im Moment aber mehr zur Trennung, da mein Mann nicht den ernsthaften Willen zeigt, vom Alkohol wegzukommen.
    Mein Mann hat seine Langzeittherapie letztes Jahr auch nur "für mich" gemacht, deshalb konnte es nicht gutgehen. Er war sieben Monat trinkfrei (um mir zu beweisen, dass er es im "Griff" hat) und dann fing er wieder an.

    Drücke Dir die Daumen, dass Du bald in der Lage sein wirst, die richtige Entscheidung für Dich zu treffen.

    LG
    lawyer

    Hallo JJE,

    die Trinkerei, die Lügen und die Unzuverlässigkeit meines Mannes belasten mich sehr. Er sagt, ich soll mich nicht so viel mit dem Thema "Alkohol" beschäftigen, das würde nur meine Laune verschlechtern. Als ob er dann aufhören würde zu trinken! Anderen sagen, was sie zu tun und zu lassen haben aber nicht bereit sein, an sich selbst zu arbeiten!

    Ich würde mir sehr wünschen, dass mein Mann eine Langzeittherapie macht, so dass ist er aus dem Haus ist oder dass er freiwillig auszieht, wenn er nicht aufhört. Er sollte heute für uns einen gemeinsamen Termin vereinbaren beim Suchtberater, dort würde ich das Thema Langzeittherapie ansprechen. Ich hoffe, dass er auch wirklich einen Termin gemacht hat.

    LG
    Julia

    Hallo Sonne27,

    Du solltest Deinem Freund auf jeden Fall ins Gesicht sagen, dass Du seine Lügen bemerkst. Das wird zwar wahrscheinlich nichts an seinem Trinkverhalten ändern, aber er soll wissen, dass Du nichts so blöd bist, dass Du es nicht bemerkst. Mein Mann lügt mich auch oft an und ich fühle mich einfach besser, wenn ich ihm sage, dass ich es bemerke.

    Sage ihm auch ganz klar, dass Du nicht mit ihm zusammenbleiben willst, wenn er weiter trinkt. Wenn Du wirklich bereit bist, Dich von ihm zu trennen, falls er so weitermacht, dann kannst Du ihm das ruhig "androhen".

    LG
    lawyer

    Hallo JJE,

    dass Dir er sehr schwer gefallen ist, den Wunsch Deiner Mutter nach Geld abzulehnen, kann ich gut nachvollziehen. Es ist immer einfacher "ja" zu sagen als dass man etwas ablehnt. Aber es war in Deinem Falle richtig so.

    Wenn Leute aus Deinem Umfeld denken, dass Du hartherzig bist, dann sollen sie eben so denken. Hauptsache ist doch, dass Du mit Dir zufrieden bist zumal es ja auch genügend Leute gibt, die Dich nicht als hartherzig empfinden.

    Du hast schon viel erreicht und bist mir Dir selbst im Reinen - Du kannst mit Grund stolz auf Dich sein.

    LG
    Julia

    Hallo JJE,

    es ist gerade nicht mehr so, dass mein Mann alles gemacht kriegt. Weder wasche noch bügle ich seine Wäsche, mitkochen für ihn tue ich nur an trinkfreien Tagen (das Kochen übernimmt aber auch er sehr oft), im Schlafzimmer darf er nur schlafen, wenn er nicht getrunken hat. Ich glaube er merkt schon, dass ich für ihn nicht mehr so viel mache wie früher.

    Eine solche lebensbedrohliche Situation wie Du habe ich zum Glück noch nie erlebt. Mein Mann hat sich betrunken auch noch nie ans Steuer gesetzt. Das würde noch fehlen.

    Mit dem Geld bin allerdings auch sehr vorsichtig. Wenn er in Trinklaune ist, passe ich auch sehr auf, dass meine Geldbörse in "Sicherheit" ist.
    Wenn mein Mann trinkt, kommt es vor, dass er sehr großzügig mit seinem Geld umgeht. Außer dass er Alkhohol kauft, verschenkt er sein Geld "aus Mitleid" an Bettler, fährt weite Strecken per Taxi (bei uns in der Großstadt gibt es alle denkbaren öffentlichen Verkehrsmittel). So haben wir schon viel Geld verloren. Eigentlich ist mein Mann ein sehr sparsamer Mensch.

    Ich selbst habe die Sicherheit, dass ich finanziell unabhängig bin. Das gibt mir ein sehr gutes Gefühl und ich fühle mich dadurch auch sehr flexibel, da ich - finanziell gesehen - jederzeit die räumliche Trennung durchziehen könnte. Wie gesagt, mein Mann muss jetzt zeigen, dass er an sich arbeitet, trocken zu werden. Er weiß, dass ich ihm da keine Zeit mehr gebe. Das war lange genug so.

    LG
    Julia

    Hallo JJE,

    ja, das ist eine gute Frage, warum ich das meinem Mann gesagt habe. Zum Einen wollte ich es loswerden und zum anderen mache ich mir immer noch irgendwie Hoffnung, dass es doch bei ihm ankommt (er war ja nüchtern in dem Moment). Aber im Prinzip hast Du recht, meistens rede ich gegen eine Wand.

    Gestern hat er nicht getrunken. Das mit der Kündigung hat ihn doch sehr geschockt. Er will auch unbedingt gleich eine neue Arbeit suchen, obwohl ich jetzt eine Langzeittherpie angebracht fände, dann hätte ich erst mal eine Weile Ruhe. Ob der Verlust des Arbeitsplatzes ein Grund für ihn ist, das Trinken aufzugeben, wird sich zeigen.

    Wünsche Dir noch einen schönen Tag.

    LG
    Julia

    JJE : Habe heute morgen meinem Mann auch ins Gesicht gesagt, dass der Verlust des Arbeitsplatzes nur der Anfang ist, und dass der Verlust der Familie und/oder eine kaputte Gesundheit die nächsten Schritte nach unten sind. Ich glaube das hat er gar nicht realisiert, weil er an so etwas nicht denken will.
    Das Wohlbefinden meines Kindes und mein eigenes Wohlbefinden stehen für mich an oberster Stelle. Das Wohlbefinden meines Mannes ist mir nur dann genauso wichtig, wenn er sich für ein trockenes Leben ohne Wenn und Aber entscheidet.

    Blumenwiese : Unsere Situation scheint wirklich sehr ähnlich zu sein! Ich kann Dich sehr gut verstehen. Dass Dein Partner sein Problem nicht angehen will und dann einfach behauptet, Du hättest ein Problem, das kenne ich. Mein Mann sagte kürzlich zu mir, ich bräuchte dringend eine Therapie (zugegeben, das würde mir sicher gut tun), während er es nicht einmal für nötig hält, die Suchtberatungsstelle für ein Einzelgespräch aufzusuchen.
    Bei uns gibt's auch kein Bier zu Hause, keine Flaschen, nichts! Aber draußen wird gesoffen.
    Das was man unseren Partnern vorwerfen kann, das werfen Sie uns vor! Sie sind es doch, die nur an sich denken! Lass Dich da auf keinen Fall von ihm verunsichern! Du bist auf dem richtigen Weg, wenn Du jetzt an Dich denkst.
    Eine Wut in sich zu haben, ist nichts Schönes. Aber wie Du schon sagst - die Wut hilft uns auch, uns so verhalten, dass wir nicht mehr bereit sind, alles "mitzumachen". Wünsche Dir alles Gute & lass von Dir hören!

    Hallo JJE,

    ja, das ist man sich einfach schuldig, auf sich zu achten und anderen gegenüber aufzuzeigen, wo die eigenen Grenzen sind. Insoweit scheinst Du schon viel erreicht zu haben.

    Vielleicht hat auch die räumliche Distanz zu Deinem Elternhaus (Du lebst schon einige Jahre in England) dazu beigetragen, dass Du Dich aus Deiner Co-Abhängigkeit (in Bezug auf Deinen Stiefvater) befreist. Das könnte ich mir sehr gut vorstellen.

    LG
    Julia

    Hallo JJE, hallo Speranza,

    danke für Eure Beiträge und Eure Tipps.

    Da in den Augen meines Mannes der Alkohol nicht der Grund für die Kündigung ist, gibt es aus seiner Sicht ja auch keinen Grund, damit aufzuhören! Wie kann man die Augen nur so vor der Realität verschließen? Der Schock (die Kündigung kam für ihn völlig überraschend, er wähnte sich auf der sicheren Seite) ist wohl wirklich nicht groß genug, um jetzt etwas zu ändern wollen. Aber wenn er es darauf ankommen lassen will - ich werde ihn nicht weiter auffangen.

    Die Wut, die ich auf ihn habe, ist riesengroß :twisted: . Bestimmt kennt Ihr das.

    LG
    Julia

    Hallo zusammen,

    von meiner Seite gibt es etwas neues - nichts Erfreuliches, aber für mich auch keine Überraschung: Mein Mann hat gestern von seinem Arbeitgeber eine Kündigung erhalten. Der Grund war nicht angegeben, aber es müssen die massiven Fehlzeiten (dieses und letztes Jahr insg. knapp 200 Tage) gewesen sein, die den Arbeitgeber zur Kündigung veranlasst haben. Grund für die Fehlzeiten war natürlich sein Alkoholkonsum. Mein Mann war sich immer sicher, dass er keine Kündigunng erhalten wird, da er wisse, wie seine Firma "tickt". Weit gefehlt. Meiner Meinung nach geschieht es ihm recht.

    Die Kündigung war natürlich wieder ein Grund zu trinken anstatt in die SHG zu gehen.

    Das Beste ist, dass mein Mann sich einredet (und so wird er es auch anderen gegenüber kommunizieren), dass nicht sein Alkoholkonsum der Grund für die KÜndigung ist, sondern weil er dieses Jahr wegen seiner Depressionen so lange in der Klinik war. Ratet mal, warum die Depressionen so schlimm waren, dass er plötzlich in die Klinik musste!

    Ich sagte meinem Mann, dass ich ihn bei nichts unterstützen werde in Bezug auf Arbeitssuche, Kündigungsschutzklage etc., solange er nicht daran arbeitet trocken zu werden. Ich glaube, ich werde spätestens nächste Woche einen Termin bei einem Anwalt machen um mich zu informieren, wie die Chancen stehen, dass mir für den Fall unserer Trennung die Wohnung alleine zugewiesen wird.

    Gibt es unter Euch jemanden, dessen Partner ebenfalls aufgrund seiner Suchtkrankheit den Job verloren hat? Wie seid Ihr damit umgegangen?

    Viele Grüße
    Julia

    Guten Morgen JJE,

    über die Geschehnisse, die sich bei Deinen Eltern ereignet haben, bin ich sehr geschockt. Dass der Brustkrebs Deiner Mutter höchstwahrscheinlich hätte geheilt werden können, wenn sie damals gleich zum Arzt gegangen wäre, ist eine Tatsache, an die man am liebsten gar nicht denken würde. All das zeigt, wie tief Deine Mutter in der Co-Abhängigkeit dringesteckt hat. Sie war trotz des Verdachtes, sie könnte ernsthaft erkrankt sein, nicht in der Lage, im Sinne ihrer Gesundheit zu handeln. Damit setzte sie - vielleicht unbewusst - ihr Lebens aufs Spiel.

    Es freut mich sehr, dass Deine Mutter heute noch lebt und in guter klinischer Behandlung ist. Ich wünsche ihr sehr, dass sie heute trotz ihrer körperlichen Beschwerden noch ein bisschen Lebensqualität hat und nicht so oft an die (nasse) Zeit mit Deinem Stiefvater zurückdenken muss .

    Du wirst zwar die Ereignisse von damals nie vergessen können, ich wünsche Dir aber von ganzem Herzen, dass Du sie verarbeiten und in Zukunft besser damit leben kannst. Der Austausch hier im Forum wird Dir sicherlich dabei helfen.

    Alles Liebe
    Julia

    Hallo Speranza,

    wilkommen zurück im Forum!

    Schön, dass Du Deine Rheinfahrt so genossen hast. Ich glaube so eine Auszeit könnten viele von uns mal gebrauchen.

    Wünsche Dir alles Gute für den Start in Deinen eigenen vier Wänden!

    LG
    Julia

    Hallo JJE,

    diese Hinhaltetaktiken sind mir bestens bekannt! Nicht nur der Gang zum Psychotherapeuten und zur SHG wird zeigen, dass er es ernst meint, sondern auch, wie mein Mann sich ansonsten verhält. Sein Verhalten zu Hause wird zeigen, ob es ihm ernst ist, in dieser Hinsicht kann er mir einfach nichts vormachen! Wenn mein Mann mir mit seinen Blicken aus dem Weg geht und sich zurückzieht, dann weiß ich, er hat etwas zu verbergen (hat wieder getrunken). Wenn er offen ist, kommuniziert, aktiv ist und sich für andere Dinge interessiert, dann weiß ich, er trinkt nicht. So ist das bei ihm.

    Zunächst denke ich nur an eine räumliche Trennung.

    LG
    Julia

    Hallo zusammen,

    Aurora , vielen Dank für Deine klugen Worte. Ich muss mir selbst eingestehen, dass ich bisher einfach zu feige war, ihn ganz klar vor die Entscheidung zu stellen entweder Familie oder Alkohol. Heute morgen bevor ich zur Arbeit ging konnte ich sicher gehen, dass er einen klaren Kopf hat, deshalb habe ich ihm gesagt, dass ich nicht nur erwarte, dass er nicht trinkt, sondern auch, dass er aktiv daran arbeitet, trocken zu werden, d.h. sich eine sinnvolle Beschäftigung zu suchen, Beratungsstelle aufsuchen etc. Wenn in den nächsten Wochen nichts passiert, dann muss ich wohl davon ausgehen, dass er nichts ändern will und dass er dann ausziehen muss. Von Trennung wollte er nichts hören und er sagte, er wolle ja aufhören. Ich sagte ihm, dass seine Taten zeigen werden, wie ernst er es meint.


    JJE , danke der Nachfrage. Das Wochenende war o.k. Samstag war trinkfrei und gestern war ich nicht zu Hause und als ich nach Hause kam, schlief er. Ich schließe aber nicht aus, dass er gestern getrunken hat, obwohl ich keine Anzeichen dafür bemerkt habe.

    Das mit dem Anlügen hast Du richtig verstanden. Damit kann ich leider überhaupt nicht umgehen, weil es einfach nur respektlos und feige ist. Wenn er getrunken hat und es hinterher zugibt, dann ist die Wahrheit zwar nicht schön, aber dann steht er wenigstens dazu, dass er "Mist"gebaut hat.

    LG
    Julia

    Rhein : Ich sehe es nach wie vor so, dass man es schafft, vom Alkohol wegzukommen und trocken zu bleiben, wenn man den unbedingten Willen dazu hat. Der Griff zur Flasche ist in der Regel eine bewusste und willentliche Entscheidung. Etwas anderes trifft nur auf solche Menschen zu, die ihren Willen nicht mehr steuern können und infolgedessen nicht wissen was sie tun. Das wird nur bei den allerwenigsten der Fall sein.

    Das Wort "Garantie" ist m.E. überhaupt nicht angebracht - eine Garantie gibt es für nichts im Leben!

    Gruß
    lawyer

    Hallo Yvonne,

    und genau da liegt mein "Fehler". Ich war - so wie ich es auch schon bei vielen anderen Angehörigen gelesen habe - bisher nicht konsequent genug. Konsequent sein ist manchmal verdammt schwer :( . Dennoch glaube ich, dass mein Mann weiß, dass ich es ernst meine. Aus diesem Grund lügt er neuerdings ("ich habe doch nichts getrunken"). Denn wenn er nichts getrunken hat, dann gibt es ja auch keinen Grund, warum er ausziehen sollte. Schlimm, was er sich selbst damit vormacht! Diese Lügen sind für mich genauso schlimm wie das Trinken.

    Und genau wegen unserem Kind will ich es jetzt unbedingt durchziehen!

    LG
    Julia