Beiträge von lawyer

    Hallo Else,

    ich finde es gut dass Du die Sache nicht so nah an Dich ran lässt. Es nützt ja auch nichts - hinterher ist die Enttäuschung nur um so größer.

    Ich mache mir inzwischen auch nicht mehr so 'nen Kopf über gewisse Dinge (z.B. ob er am nächsten Morgen rechtzeitig aus dem Bett kommt, weil er abends gesoffen hat) und damit geht es mir viel besser!

    Du schreibst selbst, dass es Dir gut tut, Dich auf Deine Sachen zu konzentrieren. Bleib dabei, das gibt Dir Kraft und Selbstvertrauen.

    Alles Gute!
    lawyer

    Hallo zusammen,

    Jürgen : dass die Abstinenz oberste Priorität hat, hat man meinem Mann auch nach seiner Langzeittherapie, die letztes Jahr war, gesagt. Da war er froh, dass er nicht noch die Psychotherapie "am Hals" hatte. Leider hat er aber auch nicht ernsthaft an seiner Abstinenz gearbeitet, so dass der Rückfall vorprogrammiert war. Es wird sich zeigen, ob es so funktioniert, wie es derzeit angedacht ist (s.o.).

    Aurora : Ich denke schon, dass ich meinen Mann noch liebe. Es gibt ja auch schöne Zeiten mit ihm. Aus diesem Grund hoffe ich ja immer noch, dass er es mit Hilfe der SHG und der Psychotherapie schafft. Ich denke das mit dem Hoffen kannst Du bestimmt nachvollziehen - habe schon einige Beiträge von Dir gelesen. Ich will nicht mehr lange abwarten, jetzt, in den nächsten Wochen muss sich definitiv etwas tun. Wenn er nichts ändert an seiner Situation (was ich leider nicht ausschließe), werde ich mich von ihm trennen, da ich dann keinen Sinn mehr in unserer Beziehung sehe. Dann soll er gehen. Ich will mit unserem Kind in der Wohnung bleiben und könnte dies auch alleine finanzieren, das gibt mir viel Sicherheit. So denke ich jetzt. Hoffentlich werde ich es dann auch so durchziehen.

    Hallo Spritti001,

    Deine Gedanken und Zweifel kann ich, ebenfalls Frau eines Alkoholikers, sehr gut nachempfinden.

    Du willst, dass Dein Mann mit dem Trinken aufhört und wenn er das wirklich will, wird er es auch schaffen. Die Erkenntnis, dass er abhängig ist, ist der erste Schritt und er hat ja auch schon eine Therapie in Aussicht. Bestimmt wird es nicht leicht, die Zeit bis Januar zu überbrücken. Falls das geht, sollte er auch in dieser Zeit jederzeit die Möglichkeit haben, sich in "kritischen Situationen" an eine Beratungsstelle zu wenden (in Großstädten geht das jedenfalls). Vielleicht könntet Ihr Euch insoweit nochmals informieren, ob es bei Euch eine solche "Notfallnummer" gibt, die man jederzeit anrufen kann.

    Was Du tun kannst: Ganz wichtig ist, dass Ihr miteinander redet und dass Du Deinem Mann zeigst, dass Du ihm auf seinem Weg, trocken zu werden, unterstützt.

    Drücke Euch fest die Daumen!

    Liebe Grüße
    lawyer

    Hallo JJE,

    ich verfolge Deinen Thread schon seit Anfang an und heute möchte ich auch mal was dazu schreiben.

    Es ist toll, dass Du Dich aus Deiner Co-Abhängigkeit befreit hast und Du Dir heute nichts mehr gefallen lässt. Heute weißt Du, dass Du es gar nicht nötig hast, Dich für andere aufzuopfern, nur damit sie Dich lieben.

    Ich freue mich sehr für Dich, dass Du heute in einer glücklichen Beziehunng lebst. Das ist das, was Du verdient hast.

    Alles Liebe,
    Julia

    Hallo!

    Speranza und JJE, Ihr habt vollkommen recht!

    Auf jeden Fall muss parallel zu den Depressionen auch die Sucht behandelt werden. Das hat auch die Psychotherpeutin gesagt. Mein Mann war bis Ende Oktober für 6 Wochen stationär in einer psychosomatischen Klinik, da wurde die Sucht eigentlich gar nicht behandelt, sie war nur gelegentlich Gesprächsthema.

    Zitat

    Das Optimale wäre dass er einen Entzug macht, nicht mehr trinkt und gleichzeitig die Depressionen behandeln lässt.

    Ja, Speranza, das wäre optimal! Aber mein Mann hat jetzt erst viele Wochen bei seiner Arbeit gefehlt und jetzt kann er nicht schon wieder fehlen. Ich finde (und auch mein Mann will es so), dass er es zunächst mit Psychotherapie und SHG versucht. Ich habe aber ehrlich gesagt Zweifel, dass dies funktioniert.

    JJE : Danke für Deine ermutigenden Worte!

    LG
    Julia

    Hallo zusammen,

    vielen Dank für Eure zahlreichen Antworten und Zusprüche.

    Wie die meisten von Euch geschrieben haben, ist es letztendlich wirklich egal, ob jemand psychisch oder körperlich abhängig ist, da beides sehr schlimm ist.

    schnuffig : Dein Beitrag schildert sehr eindrucksvoll, dass auch eine psychische Abhängigkeit die Hölle auf Erden sein kann. Vielen Dank!

    Liebe Grüße
    Julia

    Hallo Speranza,

    genauso ist es bei meinem Mann! Er ist lt. Aussage der Ärzte nicht körperlich abhängig, deshalb denkt er, das sei nicht so schlimm! (Vielleicht) deshalb und weil er keine körperlichen Beschwerden hat, trinkt er weiter.

    JJE : Ich trinke schon deshalb keinen Alkohol, weil er mir überhaupt nicht schmeckt. Wir haben auch keinen Alkohol zu Hause. In unserer Wohnung herrscht absolutes Alkoholverbot. Mein Mann trinkt nie zu Hause, das würde ich gar nicht dulden. Es ist schlimm genug, dass er betrunken nach Hause kommt.

    LG
    Julia

    Hallo JJE,

    danke für Deinen neuen Beitrag.

    Ja, "bald" kann vieles bedeuten. Ich erwarte zumindest, dass mein Mann innerhalb der nächsten Tage einen Termin bei der Psychotherapeutin ausmacht für die erste Therapiestunde. Natürlich muss er weiterhin auch die SHG besuchen, wenn sein Dienstplan es zulässt. Mein Mann hat nämlich oft das "Glück", dass er die SHG nicht besuchen kann (oder in seinen Augen "nicht besuchen muss"), weil er Dienst hat.

    Es ist wichtig, dass er "dranbleibt". Die kommenden Monate werden zeigen, wie ernst er es meint.

    Unser Sohn wird im Frühjahr zwei Jahre alt.

    LG
    Julia

    Hallo Hartmut,

    ich finde es nicht schlimm, wenn jemand diese Frage stellt.

    Ich glaube wir reden aneinander vorbei. Dass ein langjähriger Alkoholkonsum den Körper schädigt (davon redest Du in Deinem Beitrag) , ist die eine Sache. Meine Frage ist aber die nach der körperlichen Abhängigkeit, also dass der Körper den Alkohol "braucht". Das sind m.E. zwei verschiedene Dinge. Korrigiere mich, wenn ich damit falsch liege.

    Deine Kommentare möchte ich nicht abwerten, aber ich möchte doch nicht einen Mann, den ich (noch) liebe kontrollieren, inwieweit er verfällt!!!

    Ich wüsste auch nicht, inwieweit die Erkenntnis, dass es langfristig zu einer körperlichen Abhängigkeit oder zu Gesundheitsschäden kommt, mir dabei helfen sollte, mich aus meiner Co-Abhängigkeit zu befreien.

    Gruß
    lawyer

    Hallo JJE,
    einen genauen Zeitrahmen habe ich ehrlich gesagt nicht gesetzt, ich erwarte aber, dass jetzt bald etwas passiert. Eine Psychotherapeutin hat mein Mann schon gefunden. Eine Psychotherapie kann lange dauern und ich erwarte auch nicht, dass mein Mann sich schlagartig in jeder Hinsicht zum Positiven verändert. Ich möchte, dass er kontinuierlich (!) an sich arbeitetet mit dem Ziel, psychisch stabil und dauerhaft trocken zu werden.
    Da Kinder alkoholkranker Eltern (ich habe übrigens schon gestern Deinen Thread gelesen!) selber stärker gefährdet sind, selbst Alkoholiker oder Co. zu werden, mache ich mir wg. unserem Sohn besondere Sorgen. Der Kleine kriegt zwar die Trinkerei nicht mit, aber oft den Streit darum (auch wenn er nicht versteht, worüber wir streiten). Bevor mein Sohn anfängt mehr zu verstehen, muss sich unbedingt etwas ändern!
    LG
    Julia

    Hallo zusammen,

    bin mit einem Alkoholiker verheiratet und es würde mich mal interessieren, ob es bei jedem Alkoholiker zur körperlichen Abhängigkeit kommt, wenn er nichts gegen seine Sucht unternimmt. Oder gibt es Alkoholiker, die ihr Leben lang "nur" psychisch abhängig bleiben (was natürlich schlimm genug ist!)?

    Freue mich über Eure Antworten.

    Gruß
    lawyer

    Hallo Mike,

    ich kann mich den vorigen Kommentaren nur anschließen. Auch wenn es leicht gesagt ist, Du solltest Dich auf keinen Fall emotional erpressen lassen.

    Dass die Selbstmorddrohung Deiner Ex ernst zu nehmen ist, spricht - neben dem Alkholkonsum - nicht gerade dafür, dass Dein Sohn bei ihr gut aufgehoben ist.

    Ich könnte an Deiner Stelle Deinen Sohn nur mit gutem Gewissen bei Deiner Ex "zurücklassen", wenn sie zeigt, dass Sie an Ihrer Situation etwas ändern will und es auch durchzieht.

    LG
    lawyer

    Hallo Mike,

    kannst Du einschätzen, ob die Selbstmorddrohungen ernst gemeint sind?

    Wir weit weg wirst Du in Zukunft wohnen von Deinem Sohn und Deiner Ex? Müsste Dein Sohn die Schule wechseln, wenn er bei Dir leben würde?

    Wenn Deine Ex so uneinsichtig ist, würde ich trotz Ihrer Selbstmorddrohungen dafür sorgen, das alleinige Sorgerecht zu bekommen. Ich könnte es jedenfalls nicht übers Herz bringen, mein Kind beim trinkenden Elternteil zu lassen unnd selbst wo anders zu wohnen. Ich würde auch keine Kompromisse eingehen, wenn es um das Kindeswohl geht.

    LG
    lawyer

    Guten Morgen zusammen,

    vielen Dank für Eure Antworten.

    @JJE:Ich stelle mir die Zukunft vor entweder mit meinem Mann, der durch seine Taten zeigt, dass er um jeden Preis trocken sein will (das ist aber bisher nicht der Fall) oder ohne meinen Mann und seine leeren Versprechungen, seine Unzverlässigkeit etc. Im Moment rede ich nur das Nötigste mit ihm, ich mache auch nichts für ihn (kein Wäschewaschen etc.). Meine Hoffnung ist eben noch, dass er bald eine Psychotherapie wg. seiner Depressionen anfängt und wenn er psychisch stabiler wird, dass er auch mit dem Trinken aufhört.

    Aurora : Habe natürlich schon ernsthaft über eine Trennung nachgedacht. Das habe ich ihm auch schon öfters gesagt. Er glaubt aber, dass ich es nicht ernst meine. Ich will mit unserem kleinen Kind in der Wohnung bleiben und möchte, dass er geht. Er will keine Trennung, da er es ja bei uns so gut hat (wir sind seine kleine Vorzeigefamilie). Da wir beide den Mietvertrag unterschrieben haben, würde ich nach meinem Auszug haften, wenn mein Mann die Miete nicht bezahlt. Das will ich nicht! Außerdem sehe ich es nicht ein, dass der "Unruhestifter" bequem in der Wohnung bleibt und ich mit Kleinkind einen Umzug bewältigen und das Kind aus seiner gewohnten Umgebung reißen muss. Solange er nicht körperliche Gewalt anwendet, gibt es keine Handhabe, ihn aus der Wohnung zu verweisen.

    gipfel : Kann Dir schon in gewisser Weise zustimmen. Auch wenn es keine körperliche Gewalt ist, so ist es doch sehr verletzend, dass er stänidg Dinge gegen meinen Willen tut.

    Ich habe hier im Forum schon viel gelesen, und dass viele Angehörige schon schlimmere Sachen erlebt haben als ich. Vielleicht bin ich einfach noch nicht entschlossen genug, um eine Trennung tatsächlich durchzuziehen. Wahrscheinlich denkt jemand, der um jeden Preis die Trennung will, gar nicht mehr über Mietvertrag und so etwas nach.

    Bin jedenfalls sehr froh, dass es Euch gibt :wink:

    LG
    Julia

    PS.: Gestern hat er zugegeben, getrunken zu haben und kam abends an mit Blumen. Ich fand es einfach nur lächerlich.

    Hallo zusammen,

    ich bin erst seit wenigen Tagen hier angemeldet und sehr froh, dieses Forum entdeckt zu haben.

    Mein Mann, mit dem ich schon mehr als 10 Jahre verheiratet bin, trinkt schon immer gerne, aber in den letzten Jahren hat es zugenommen. Es blieb bis zum Beginn seiner Therapie letztes Jahr kaum ein Tag aus, an dem er nicht getrunken hat. Zwar war es "nur" Bier, mal mehr, mal weniger, aber schlimm genug. Erst vor ca. zwei Jahren war mir klar, dass er ein ernsthaftes Alkoholproblem hat. Letztes Jahr hat er eine Langzeittherapie gemacht, aber nicht weil er das Ziel hatte, dauerhaft vom Alkohol wegzukommen, sondern weil er einfach eine "Auszeit" vom Arbeits- und Familienalltag wollte. Nach der Therapie war er über ein halbes Jahr trinkfrei ("trocken" wäre zuviel gesagt). In dieser Zeit hat er öfters gesagt, ich solle mir keine Hoffnung machen, dass er künftig die Finger ganz vom Alkohol lässt. Er wolle schon ab und an mal trinken.

    Seit seinem Rückfall im Frühjahr dieses Jahres gab es keine Trinkpause, die länger als zwei Wochen andauert. Ihm selbst ist inzwischen auch klar, dass er Alkoholiker ist und er sagt, er wolle nichts mehr trinken und er verspricht, es auch nicht mehr zu tun, aber es passiert immer wieder. Er besucht eine SHG, aber ich glaube nur um zeigen zu können, dass er etwas gegen seine Sucht tut. Als ich einmal dabei war in der SHG, hat er dauernd auf die Uhr geschaut und war dann froh, als Pause war.

    Inzwischen ist er auch so weit, dass er mich anlügt. Dass ich seine Lügen bemerke, sage ich ihm auch ins Gesicht. Dennoch leugnet er oft, getrunken zu haben (wenn er meint es sei so wenig gewesen, dass es niemand bemerkt).

    Vielleicht kann mir jemand einen Ratschlag geben, wie ich mit den Lügen und der Einstellung meines Mannes zum Alkohol umgehen soll. Ich will jedenfalls nicht mehr so weitermachen. Fühle mich hilflos, weil ich weiß, dass ich meinen Mann nicht ändern kann.

    Ich habe es bis jetzt mit meinem Mann ausgehalten, weil er nicht gewalttätig ist, nicht (mehr) zu Hause trinkt und nicht zuletzt weil wir ein kleines Kind haben. Außerdem habe ich immer noch die Hoffnung, dass er in absehbarer Zeit einsichtig wird. Wir haben gerade einen schönen Urlaub hinter uns, in dem die Trinkerei kein Thema war.

    Freue mich über Eure Antworten.

    LG
    Julia

    Hallo Californiagirl,

    bin neu hier im Forum und Ehefrau eines Alkoholikers. Die Hoffnung, dass nach der Geburt unseres Kindes alles besser wird, hatte ich auch. Leider war es nicht so. Während der Schwangerschaft ging es mir ähnlich wie Dir - auch ich saß oft allein zu Hause, während mein Mann unzählige Abende am Kiosk verbrachte. Als unser Baby da war, war mein Mann völlig überfordert mit der neuen Familiensituation.Er hat dann zwar eine Langzeittherapie gemacht, wurde aber nach sieben Monaten wieder rückfällig und hat seitdem Trinkpausen von höchstens zwei Wochen am Stück. Mein Mann liebt unseren Sohn über alles, aber er ist alkoholkrank. Die Sucht ist leider stärker als der Wille, ein harmonisches Familienleben zu führen, zumindest wenn man noch nicht 100% überzeugt ist, dass man die Finger ganz vom Alkohol lassen muss.
    Das Wichtigste ist, dass Du an Dich und Dein Baby denkst. Sorge dafür, dass es Euch beiden gut geht und investiere Deine Energie dafür! Wenn das Baby da ist, wirst Du gar nicht in der Lage sein, ständig auf Deinen Mann "aufzupassen".

    Wünsche Dir viel Kraft und alles Gute!
    LG
    lawyer