Marion und Matthias, vielen Dank für Eure guten Wünsche!
Tja heute hab ich also zum ersten Mal seit neun Monaten in meinen Arbeitsplatz "reingeschnuppert" (für alle die dies noch nicht so lange mitlesen, ich arbeite in einem Wohnhaus für 24 Menschen mit geistiger und/oder psychischer Behinderung, auch viel Pflege ist dabei - Rollstuhlfahrer, Bettlägerige, alte Menschen). Mein Ersteindruck ist zwiespältig.
Ich hab gemerkt daß ich nach der langen Abwesenheit einen ganz anderen Blick auf dieses Haus habe, einen "Außenblick" gewissermaßen; vieles, was mir, solange ich Jahr um Jahr dort beschäftigt war, ganz normal vorgekommen ist kommt mir jetzt ganz anders vor. Ich bin eben nicht mehr im Elfenbeinturm; und die Frage ob diese Tätigkeit - oder jedenfalls manche Aspekte davon - für mich und mein Leben noch das Richtige ist wird mich noch sehr intensiv und lange beschäftigen.
Auf einiges habe ich wieder Lust, es reizt mich und ich habe Motivation und Interesse. Andere Aspekte der Tätigkeit dort schrecken mich ab, es gibt Dinge, von denen ich das Gefühl habe: "Nee das willst du nicht mehr. Das hast du lange genug gemacht". Aber in diesem Beruf gibts halt nur das Gesamtpaket... ich kann mir nicht nur die Schokostückchen raussuchen...
Für eine Gesamtbewertung ist es zu früh. Außerdem gibts ja die Gespräche über eine Veränderung innerhalb der Firma, die demnächst weiterlaufen werden.
Mir gehts ganz gut jetzt (Rückenzwicken mal ausgenommen), aber eines ist mir sehr klargeworden heute: ich werde verdammt gut auf mich aufpassen müssen.
Selbstausbeutung ist in sozialen Berufsfeldern immer nah und ihnen fast schon immanent. Da gegenzuhalten ist nicht einfach - aber für mich absolut unerläßlich.
Auf sich zu achten ist ja (finde ich) sowas wie der Grundbaustein auf dem die andren Grundbausteine aufbauen... und darin war ich früher nicht besonders gut (Co-Anteile!), da lern ich noch.
Und daß ich dort der Exbeziehung unter der ich so gelitten hatte früher oder später auch wieder über den Weg laufen werde beschäftigt mich auch: mehr als ich gehofft hatte... es ist eben nix je weg, es kann nur verarbeitet werden umd dazu muß man Schmerzen aushalten.
Also viel zu tun im Hause Garcia.
Allen einen schönen Abend wünscht - Frank