Doro bringt es sehr treffend auf den Punkt. Das Trinkverhalten ist vor allem gesellschaftlich bestimmt & die Gesellschaft ist patriarchaisch strukturiert.
Allerdings ist daraus nicht zwingend zu folgern, dass eine Therapie bei Frauen anders aufgebaut sein muss als bei Männern. Das Trinkmuster zu verändern ist nämlich nicht Ziel einer Therapie sondern die Stärkung der Abstinenz. Trinkmuster & Ursache des Alkoholismus bei jeder einzelnen Person ist nicht ein & dasselbe. Genauso wie der Weg in die Sucht trotz aller Ähnlichkeiten zueinander letztendlich individuell ist, ist es der Weg aus der Sucht auch. Die jeweiligen individuell vereinbarten Therapieziele gehen natürlich darauf ein, das Grundmuster einer Therapie ist jedoch immer gleich. Ob man dann seine Therapie gezielt geschlechtsspezifisch machen möchte ist eine persönliche Entscheidung, die mit dem Therapieefolg nicht unmittelbar im Zusammenhang stehen muss. Diese Entscheidung ist vergleichbar mit der, ob man Gruppen- oder Einzeltherapie machen möchte, ob ambulant oder stätionär.
Der Anteil an Frauen unter Alkoholikern liegt bei geschätzten 30% & ist somit im Schnitt der meisten anderen Geschlechterverhälnisse bezüglich Drogen (Bei Medikamenten ist´s übrigens genau umgekehrt). Die Tendenz ist allerdings mit der schleichenden Erosion des Patriarchats ungünstig d.h. Richtung 50/50.