Beiträge von Dante

    Ob heute oder vor einigen Tagen: Ich bleibe bei dem, was ich sagte. Körperliche Übergriffe sind schlicht & ergreifend Ausdruck allerhöchster Missachtung der Lebenspartnerin. So etwas würde ich mir nicht gefallen lassen.
    Leider ist´s immer wieder so: Das Alkohlproblem steht selten alleine für sich da.
    &
    Zufriedene Abstinenz beinhaltet eine Fülle von Änderungen im Leben.

    Es ist sicher einfach, gute Ratschläge abzulassen, wenn man frisch unter dem Eindruck des gelesenen steht & seiner Empörung irgendwie Luft zu verschaffen das Bedürfnis hat. Ich tue es einfach mal.
    Du solltest deinem Mann morgen, wenn er nüchtern ist, eines klipp & klar sagen:
    Das war das letzte mal, du schreibst das großzügigerweise seiner Besoffenheit zu. Dieses machst du aber kein weiteres mal: Wenn er sich noch einmal an dir vergreift, nimmst du dir einen Anwalt & machst ihn fertig.
    Dieses musst du aber auch konsequent durchziehen. Du wirst niemals trocken bleiben, wenn du dir diesen häuslichen Zustand antust.
    Im Extremfall, & der ist eingetreten, wenn er wiederum handgreiflich reagiert, rufst du die Polizei. die verhängt in solchen Fällen Aufenthaltsverbote. Dann muss er sich zur Weihnacht eben einen gemütlichen Brückenbogen suchen.
    Ach, noch etwas: Trockenheit hat was mit Veränderung in seinem bisherigen Leben zu tun. Nur Abstinenz ist nicht ausreichend. :wink:

    Hallo Wuezel,

    die von dir beschriebene Energielosigkeit & die Stimmungslabilität kenne ich auch noch von meinem Anfang. Das ist völlig normal & sollte dich nicht weiter beruhigen. Wenn man sich täglich mit Alkohol betäubt, hat das auf Dauer zur Folge, dass der Hormonhaushalt gerade bezüglich der sog. Glückshormone gehörig durcheinander gerät. Es dauert mitunter mehrere Monate, bis das wieder ins Lot kommt.

    Hallo Lisa & willkommen im Forum,

    den Begriff Coabhängigkeit hast du sicher schon gehört oder hier im Forum gelesen. Obwohl ich selbst Alkoholiker bin & keine Co´s in meinem Umfeld habe, glaube ich dir doch einiges schreiben zu können.
    Dein Vater ist sich seiner Alkoholkrankheit bewusst. Ihn damit zu konfrontieren macht also so wenig Sinn. Was du tun könntest, ist von ihm konsequent Nüchternheit zu fordern, sollte er auf deine Anwesenheit oder die deiner Geschwister Wert legen. Auf keinen Fall ist es vernünftig, zu ihm zu ziehen oder auch nur längere Zeit bei ihm zu verweilen. Die ständigen Anrufe, die Suizidandrohung, all das sind ganz klassische Methoden eines alkoholkranken Menschen, den sozialen Kontakt nicht zu verlieren & trotzdem seiner Sucht weiter unbeeinflusst weiter nachgehen zu können. Du schreibst ja selbst, dass du dich völlig ausgesaugt fühlst & dich um dein eigenes Leben kümmern musst. Eine räumliche Bindung an deinen Vater würde deinen dir selbst sehr unangenhmen Zustand noch erheblich verschärfen....ohne ihm wirklich damit zu helfen.
    Also: Weihnachten nur ein Tagesbesuch zusammen mit all deinen Geschwistern & auch nur, wenn er nüchtern ist! (plant unter euch Geschwister eine Rückfallebene, falls euer Vater wider seinem Versprechen angetrunken sein sollte, in diesem Fall dürft ihr nicht bei ihm bleiben). Macht ihm klar, was du hier schon angedeutet hast: Ihr müsst euch um euer eigenes Leben kümmern. Sprecht euch Geschwister auf jeden Fall gründlich ab!
    Dein Vater hat schon eine Therapie gemacht & weiß um die Möglichkeiten, wie man Verwandtschaft in seinen Suchtalltag einbindet, einschließlich der üblen Folgen, die es für einen Coabhängigen da gibt.
    Lass dich, lasst euch nicht einfangen resp. befreit euch tunlichst davon wieder! Ihr tut ihm keinen Gefallen & euch nur schlechtes an.
    Lese bitte die Threads hier im Forum-Alkoholiker im Bereich Coabhängigkeit & suche eine kompetente Beratungsstelle auf (Caritas, Diakonisches Werk z.B.).

    Da ist sie wieder: unsere christlich-preußische Sozialisation. :lol:
    Die Formulierung "hart an sich arbeiten" ist so ein Indiz dafür. Ich z.B. möchte nicht jeden Tag an mich oder an sonstwas hart arbeiten, um abends totdmüde, nach außen von seiner Rechtschaffenheit überzeugt aber innerlich unerfüllt & damit eigentlich unzufrieden todmüde ins Bett zu fallen. So ein Lebenstil kann unter Umständen zur Alkoholsucht oder ähnlich Schlimmen führen!
    Umgekehrt sollte kein trockener Alkoholiker glauben, "nun muss ich nüchtern leben, das Leben geht von nun an ohne Spaß an mir vorbei, da muss ich halt irgendwie durch (oder erlaube mir eben mal den einen oder anderen Ausritt aus der Abstinenz)".
    Hier greift der Hinweis zum Wurzel des Problems weiter. Die Wurzel ist nämlich, dass Alkohol zum fröhlich oder glücklich sein zwangsläufig zuzugehören scheint. Das das nicht stimmt, ist unzählige Male von trockenen Alkoholikern z.B. in entsprechenden SHGen belegt (Bei den Berliner Guttemplern z.B. geht zu Sylvester auch "die Post ab").
    Abstinenz ist nicht gleichbedeutend mit Verzicht auf Lebensqualität. Das zu lernen ist allerdings ein anfangs recht mühevoller & vor allem langwieriger Prozess.
    Wer als Abhängiger den Verzicht auf Alkohl immer als Verlust betrachtet, wird sich sich wie ein Dauerdiäthalter oder kontrolliert trinken wollender sein Lebtag quälen - & letztendlich doch scheitern.
    So etwas sollte man sich nicht antun. Das Leben ist doch schließlich Genuss. 8)

    Lieber Wuezel,

    zum Entschluss einer trockenen Lebensführung gehört auch, dass man sich sehr gründlich mit den Nahrungsmitteln beschäftigt, die man für die Zukunft zu sich zu nehmen gedenkt.
    Das deutsche Lebensmittelrecht bietet eine Vielzahl von Lücken, in denen man Bestandteile "verschwinden" lassen kann, d.h. nicht aufzuführen braucht. Getränke mit einem Alkoholgehalt unter 0,5 % z.B. dürfen sogar als alkoholfrei vertrieben & beworben werden, was mitunter fatale Folgen für wenig kritische Abstinenzler hat. So mancher Alkoholiker ist durch "alkoholfreies" Bier nämlich in sein altes Trinkverhalten zurückgekehrt.
    Damit sind wir beim eigentlichen Thema: Ist es überhaupt sinnvoll, auf Getränke zurückzugreifen, die, sei es durch die Flaschenform oder den Umstand, das diese gebraute sind, an Bier erinnern? Muss man auf mit Alkohol aromatisierte Speisen verzichten, die ja allgemein nicht betrunken machen? Wie sieht es z.B. mit Weingummi aus, wo man das Weinaroma eigentlich gar nicht herausschmeckt?
    Hier spielt der eigentliche, der geistige Bruch mit Alkoholgenuss egal welcher Art ein große Rolle. Ich z.B. will für alle Zukunft mich von allem trennen, was irgendwie geschmacklich mit Alkohol in Verbindung gebracht wird. Dieser Bruch hat eine hohe psychologische Wirkung.
    So gesehen war also dein Griff zur Malzbierflasche ein Rückfall, aber du hast vollkommen recht, wenn du dich damit nicht allzusehr belasten möchtest. Wichtig ist, in seiner Entwicklung zur Abstinenz nicht stehen zu bleiben. Wichtig ist, durch typische Anfängerfehler nicht den Mut zu verlieren.

    Der Umkehrschluss ist nicht schlüssig, Eselchen.
    "Nur kluge Leute essen Käse" sagte meine Mutter immer.
    Daraus folgt aber nicht, dass Menschen, die keinen Käse essen, zwangsläufig dumm sein müssen. :wink:

    Nun ist die "Abenddämmerung" über meine Therapie eingebrochen. Bei vielem ist das Ende schon absehbar, bestimmte Therapieeinheiten sind schon nahezu abgeschlossen. Erste Angelegenheiten, die zum Abschiedsprozedere gehören, müssen in Angriff genommen werden. Wenn ich hier sitze & diese Worte schreibe, werde ich traurig, was ich als ein klares Zeichen dafür werte, dass mir diese Therapie gut gefallen & mir eine Menge gebracht hat. (Überhaupt Gefühle zuzulassen ist übrigens eines der zentralen Themen gewesen :lol: )

    Ich hoffe, dass das in der Therapie Erworbene nicht über die Zeit in Vergessenheit gerät. Überhaupt geht es natürlich nicht so einfach zurück in die böse Welt, wenn ich die Tagesklinik zum letzten mal als Patient verlassen werde: Die Nachsorge, die mindestens ein halbes Jahr dauert, werde ich auf jeden Fall in Anspruch nehmen!

    Hallo Astrid,

    die zwei Flaschen Bier erinnern mich an meinen (bisher einzigen) Rückfall: Bei mir war alles in Butter, die Therapie "eingerührt", alle wussten Bescheid & alle Formalitäten waren erledigt, die Abreise zur Klinik stand 2 Tage später an. Da dachte ich mir, als ich vom Einkauf an meinem Biergarten vorbeikam: "Jetzt warst du so eifrig und alles lief pervekt, so artig darfst du da gar nicht erscheinen sonst glauben sie dir das womöglich gar nicht. Es ist eh das letzte mal." So zog ich in den Biergarten, bestellte mir eine Maß, trank, stellte fest, dass es mir eigentlich gar nicht mehr schmeckte & .... soff weiter. Vier Maß habe ich geschafft, meine gewöhnliche Tagesdosis im Biergarten.
    Diesen "Schlussstrich" hinter den Flaschen hattest du im Kopf, als du sie fandest. "Es ist ist eh das letzte mal."
    Allerdings sitzen wir da unserer eigenen Lebenslüge auf: Wenn wir ein "letztes mal" zulassen, finden wir immer wieder Anlässe zum "letzten mal". Sehr schnell schleicht sich da das alte Trinkverhalten ein.
    Sei also nicht traurig & getröstet; anderen passiert das auch. Weine auch nicht den 5 Tagen hinterher, denn nicht diese sind verloren, sondern der Trinktag danach, den du dir gestattet hast.

    Du hast durchaus recht, Meni, wenn du glaubst, dass wäre ein Therapiethema. All die Konflikte, Aggressionen oder sonstigen Empfindungen hattest du einfach ertränkt. Jetzt drängen sie sich ins Bewusstsein. Ich schrieb schon, es reicht nicht aus, den alten Weg nur eben trocken weiter zu gehen. Hinter jeder Sucht stecken Ursachen, & die gilt es herauszuarbeiten. Mein Angebot aus der PN steht noch, Meni. :wink:

    Die Gefahr liegt darin, auf gewohnten Wegen zu gehen & zu glauben, dabei einfach nur den Alkohol weglassen zu können. Ich persönlich überlege mir jedesmal sehr gründlich, ob ich bestimmte Veranstaltungen noch besuchen kann & warum ich das damals überhaupt tat. Stellt sich als wesentlicher Grund dann "um Alkohol zu trinken" heraus, wird ein Platz in meinem Terminkalender frei.

    Wieder ist eine Woche herum. Irgendwie bin ich voll in Fahrt. Häufig kenne ich mich selbst nicht mehr, soviel Schwung & Energie entwickle ich zur Zeit. Auch mit meinen Mitpatienten hat sich das Verhältnis sehr gut entwickelt. Ich glaube, ich bin auf dem Höhepunkt meiner Therapie.
    Nicht unschuldig daran ist auch eine liebe Mitpatientin, der ich mich irgendwie sehr verbunden fühle. Ich glaube, sie ist der Schlüssel zu meiner Entwicklung.
    Langsam nähert sich das Ende der Therapie. Die Zeit unmittelbar danach muss geplant & in Angriff genommen werden: Entlassung, Arbeit, Resturlaub, bahnärztliche Untersuchung, Weihnachten, Sylvester; das alles drängt sich in die letzte Woche in diesem & der ersten im neuen Jahr. Ich bin indes zuversichtlich, das auch alles zu packen.

    Zur Beantwortung dieser Frage lies dir einfach mal den zweiten Absatz von Berni durch.
    gehäufte Rückfälle - alte Weihnachtsmänner - neue Weihnachtsmänner --- In diesem Satz steht nichts drin, das ist so platt & beliebig interpretierbar, so einen großen Nagelkopf gibt es gar nicht. Es würde mich nicht wundern, das Berni einen im Tee hatte, als er das schrieb.

    Hallo, liebe Forumsteilnehmer

    Ist euch auch aufgefallen, dass sich hier in der letzten Zeit die Rückfälle gehäuft haben? Weihnachtszeit, Jahresendstress, Beziehungsprobleme , kurze dunkle Tage... eine Fülle von Auslösern oder Beschleunigern eines Rückfalls stehen zur Zeit an.
    Ich wollte mit diesem neuen Thread anregen, darüber zu schreiben, wir ihr damit umgeht, was ihr in eurer ersten trockenen Weihnachtszeit so getan habt oder was euch als "Neulinge" (zu denen ja auch ich noch gehöre) angesichts des Fests bedrückt. Oder schreibt einfach, wie ihr eure ersten trockenen Feiertage zu gestalten gedenkt.
    Ziel dieses Threads soll es sein, zu erkennen, wo für euch evtl. Rückfallgefahren stecken, damit ihr diesen Gefahren auch aktiv entgegentreten könnt.