Beiträge von Dante

    Liebe Demi,

    ein Grund für die Reaktion deiner Freundin kann daran liegen, dass sie sich nicht in dich hinein versetzen kann. Es ist für sie nicht vorstellbar, dass es Menschen gibt, die ihren Alkoholkonsum nicht kontrollieren können & bei denen die altgewohnte Sylvesterparty ein extrem hohes Rückfallrisiko darstellt. Sie wird sich nur abgewiesen fühlen, sich vielleicht in eine Ecke von Sprities gestellt fühlen, in die sie nicht hinein gehört.
    Such nochmal das Gespräch mit ihr & stell das klar. Bitte sie um Unterstützung & vor allem Verständnis für deine Entscheidung. Sag ihr, dass es nicht um sie geht sondern um deine Trockenheit. Wahrscheinlich wird sie das dann auch verstehen.
    Menschen, die Krankheit für Schwäche halten & denen sie sich überlegen fühlen, gibt es allerdings viele. Diese können aber unsere Freunde nicht sein.

    Sicher halten wir das aus, Kijara. Irgendwann wird es nämlich einem in Fleisch & Blut übergehen, auf seine Gefühle zu achten, vorausgesetzt, man unterdrückt sie nicht, wie ich das jahrzehntelang tat.

    Die letzte Woche war die wohl schwierigste meiner Therapie. Ich habe wohl etwas zu sehr resümiert & darf mich eigentlich nicht über das dann negative Ergebnis wundern.
    Der Abschluss der Therapiewoche war für mich sehr erfreulich. Ich habe endlich näheren Kontakt gefunden. An meiner guten Stimmung merke ich, wie wichtig mir das in Wirklichkeit ist. Der Indikator "Gefühl" ist bei mir recht schwach entwickelt, der wohl wichtigste Grund für meine Stimmungsschwankungen nicht nur in Sachen Therapie.
    Ein wenig munterer und vor allem optimistischer geht es nun für mich weiter.

    Mir geht es schon wieder deutlich besser.
    Ich glaube, ich koche zu sehr im eigenen Saft. Diese Erkenntnis schuf mir gleich deutliche Erleichterung, was ein Hinweis dafür ist, dass ich richtig liege. :)

    Hallo Jukka,

    aus deiner Stinkstiefeligkeit würde ich mir gar nichts machen. Das ist eine ganz natürliche Folge des weggefallenen Alkoholkonsums. Das lässt sich auch biochemisch erklären:
    Bedingt durch die doppelte Löslichkeit der Alkohols (sowohl Wasser- als auch fettlöslich) bewirkt der Genuss eine schnelle Auflösung der fetthaltigen Blut-Hirnschranke, die wie ein Schutzfilter des Gehrins wirkt. Durch die Auflösung kommt es zu einer ungehemmten Ausschüttung der Endorphine, des Hormons, das in uns Glücksgefühle auslöst. Das ist die erwünschte angenehme Stimmung, weswegen wir den Alkohol tranken.
    Bei dauerhaftem Konsum von Alkohol ist der Endorphinhauhalt natürlich gehörig durcheinander, was wir (ich auch) als heftige emotionale Schwankung erleben. Die Regeneration kann viele Monate dauern, aber sie kommt.
    Sei also unbesorgt. :wink:

    Heute ist wohl ein neuer Tiefpunkt erreicht. Ich gehe nur noch schlecht gelaunt von der Therapie, grüble die ganze Zeit nach, kann mich auf nichts mehr konzentrieren, bin niedergeschlagen & deprimiert.
    Habe ich die richtige Therapieform gewählt? Bin ich überhaupt therapiefähig?
    So habe ich mir das ganze nicht vorgestellt. Vor allem kann ich nicht einfach da abbrechen, in meinem Zustand kann ich auch nicht zur Arbeit.

    Die Zeit der Sondertermine ist vorbei. Mit meiner Therapie bin ich eigentlich nicht weiter gekommen. Zuviel Ablenkung gab es in der letzten Woche.
    Unschönste Erkenntnis ist die, das ich in meiner Bezugsgruppe noch nicht angekommen bin & wohl auch nicht mehr ankommen werde. Warum ist mir das nicht gleichgültig? Warum bin ich nicht in der Lage, mich dort auf meine Mitpatienten einzustellen & mich in sie hineinzuversetzen? Warum ist mir das hier im Forum oder im Chat weitaus mehr möglich?
    Die Sonderveranstaltungen haben mir gezeigt, dass ich mich alleine wesentlich sicherer & in der Folge wohler fühle. Umgekehrt quält mich die Einsamkeit. Bin ich überhaupt beziehungsfähig?
    Mein Therapeut sagte, ich solle mich mehr auf meine Gefühle konzentrieren & sie zur Geltung kommen lassen, aber ich bin dieser Aufgabe irgendwie nicht gewachsen.
    Die kommende Woche wird der Abschluss von zwei wichtigen Sachen beinhalten: Der letzte Patient, der länger als ich in der Gruppe ist, wird entlassen & ich somit Gruppenältester. Der Computerkurs wird abgeschlossen & ich gehe danch in die 4-Wochen-Gruppe zur Vorbereitung des Therapieabschlusses. Irgendwie bin ich unzufrieden.

    Hallo bigear & herzlich willkommen im Forum,

    auch ich absolviere zur Zeit eine teilstationäre Therapie, d. h. ich bin am Ende jeden Tages wieder zu Hause & muss mein gewöhnliches Tagewerk außer meinen Beruf nebenher erledigen. Für mich persönlich hat sich diese Form als die richtige herausgestellt, weil ich immer wieder Gelegenheiten brauche, mich von anderen zu isolieren & nicht gerade gesellig bin.
    Damit habe ich schon etwas sehr wichtiges angedeutet: Für jede Person bedarf es in verschiedenen Lebenssituationen auch andere Therapieformen. Wer z. B. seinen Freundeskreis vor allem in der Kneipe hat, kommt für eine teilstationäre Therapie nicht in Frage. Auch ist eine gewisse stabile Abstinenz vorher sehr hilfreich & wird teilweise auch gefordert.
    Eine stationäre Therapie hat den Vorteil, dass sich der Patient um nichts anderes kümmern muss außer seinen persönlichen Angelgenheiten (Wäsche usw.). Eine solche Therapie ist natürlich intensiver, hat aber auch den Käseglockeneffekt zur Folge, der nicht für jederman erträglich ist.
    Zusätzlich gibt es noch die Einzeltherapie, über die ich dir allerdings nichts erzählen kann außer, dass sie über mehrere Jahre läuft.
    Welche Therapieform nun die für dich geeignte ist, dürfte sich im Laufe der Entgiftung herausstellen, jedenfalls wird so etwas dabei auch besprochen. Sinnvoll ist es allemal, dem fachärztlichen Rat zu folgen (bei mir war es ein Schlag ins Wasser, aber das tut nichts zur Sache). Die persönlichen Wünsche sollten allerdings nicht unberücksichtigt bleiben. Immerhin gibt es auch in der Ausrichtung & in der Hausordnung der stationären Einrichtungen erhebliche Unterschiede. Prinzipiell gilt allerdings, dass man dich nicht gegen deinen Willen in eine bestimmte Therapieform oder auch in eine bestimmte Klinik zwingen kann. Festgelegt wird die Klinik jedoch vom Kostenträger d.h. in der Regel vom Rentenversicherungsträger.
    Gleiches gilt auch für die Zuzahlung zur Therapie. Bei stationären Einrichtungen ist ein Tagessatz von 10 € für maximal 42 Tage üblich, die teilstationären verzichten i.d.R. auf diese Einnahmen, so sie überhaupt dazu befugt sind. Der Tagessatz ist nämlich mit dem Selbstkostenbeitrag in den Krankenhäusern vergleichbar.

    Halbzeit ist.

    Was ist pasiert in den vergangenen 6 Wochen am Tannenhof? Habe ich mich verändert? Bin ich vielleicht doch nicht dem Umfang therapierbar, wie ich es mir wünsche? Kommt vielleicht noch etwas?
    Ehrlich gesagt stehe ich dieser Zwischenbilianz ziemlich hilflos gegenüber. Aber vielleicht wollt ihr mir ein wenig helfen. Veranstalten möchte ich ein sog. Feedback, d. h. ich möchte alle Teilnehmer des Alkoholikerchats einladen, sich zu äußern, ob sie glauben, an mir hätte sich irgend eine Veränderung eingestellt. Ich bin schon ganz gespannt. :shock:

    Liebe Meni,
    mir fällt in deinen Texten eine ganze Reihe von ziemlich unschönen Missständen auf, so dass ich gar nicht weiß, wo ich zuerst etwas anmerken soll. Sicherlich würden diese Anmerkungen den Rahmen eines Forumbeitrages sprengen.
    Eines möchte ich dir aber schon jetzt sagen: Eine ambulante Therapie wird nicht ausreichen. Du musst unbedingt aus deinem täglichen Trott hinaus, sonst "verdampft" das in den Therapietreffen erarbeitete mit dem Betreten deiner Wohnung, wo du stets erwarten musst, die Zahl der nicht durch Hausarbeit genutzten und somit verschwendeten Minuten vorgerechnet zu bekommen.
    Sei bei der Erstellung des Sozialberichts, (der für die Bewilligung der Reha durch den Rentenversicherungsträger notwendig ist), äußerst sorgsam! Ich bin schon geneigt, dir da einen Tipp zu geben.
    Eine längere Abwesenheit kommt nicht in Frage, weil sich niemand um den Haushalt kümmert? Da steckt wohl ein Schlüsselproblem deines Alkoholkonsums. Am Ende deines Weges in die Abstinenz muss bei euch eine ganz andere Hausordnung stehen, sonst bleibt nur die Trennung oder du schaffst es nicht & gehst vor die Hunde.

    Fast 6 Wochen bin ich jetzt dabei, der ganze Betrieb der Reha hat sich bei mir so eingeschliffen, als hätte ich seit Jahren nichts anderes getan. Die Spannungen mit meinen Mitpatienten sind irgendwie verschwunden, was auch daran liegen mag, dass immer weniger Patienten anwesend sind, die vor mir die Therapie begannen. Vielleicht hat man meinen Drang nach Isolation auch akzeptiert. Umgekehrt lässt das Streben danach in mir auch ziemlich nach, was aber eher eine Folge der Gewöhnung als eines Therapieerfolges sein dürfte.
    Darin tat sich nämlich in der vergangenen Woche sehr viel. Mit meinen Emotionen umzugehen, die ich jahrzehntelang in die hinterste Ecke meines Bewusstseins schob, ist sehr anstrengend. Wünsche kommen in mir hoch, die ich seit meiner Jugend nicht mehr hatte.
    Die Therapie ist nicht nur anstrengend sondern in der Folge auch ermüdend. Eine Erkältung habe ich mir auch noch eingefangen. Ich merke, dass ich körperlich nicht auf der Höhe bin.

    Hallo ren & Willkommen im Forum!

    ich kann mir vorstellen, dass das Wochenende draußen auf der Straße lockt, in Kölle ist 11.11., & überall ist das Bier ganz selbstverständlich dabei. Wenn du dich also entschlossen hast, diesen Reizen nicht nachzugeben & nichts anzufangen weißt, dann komm doch einfach hier in den Alkoholikerchat. Um diese Zeit ist immer etwas los.
    Bis denne :wink:

    Wieder ist eine Woche herum. In den letzten Tagen hat sich um mich herum alles etwas normalisiert. Zu meinen Mitpatienten ist das Verhältnis geklärt. Im großen & ganzen ist dieses distanziert, aber nicht mehr von Unleidlichkeiten geprägt.
    Zunehmend bin ich nicht mehr neu in der Patientengruppe, im Gegenteil. In der kommenden Woche werden mehr Patienten nach mir angefangen haben als vor mir schon dabei waren. Die Zeit vergeht wie im Fluge. Das Ende der Therapie ist schon abzusehen & nichts bewegendes scheint sich ereignet zu haben.

    Hallo Schnuppchen,

    ich fürchte, du musst konsequenter mit deinem Mann umgehen. Mach ihm klar, dass er schlichtweg die ganze Ehe riskiert, sollte er sich nicht entschließen, seinen Therapeuten aufzusuchen & sich helfen zu lassen. Wie die ganze Cö-Abhängigkeit auswachsen kann, kannst du ja unter der entsprechenden Rubrik hier im Forum lesen.

    Hallo Micha & willkommen im Forum,

    dass der Alkohol ursächlich für dein Beziehungsproblem ist, hast du ja erkannt. Tu dir einen Gefallen & nimm jetzt keine Trotzkopfhaltung ein vom Typ "jetzt erst recht".
    Um dir für heut Abend noch etwas zu raten, ist es natürlich zu spät. Wenn du noch wach sein solltest, dann blättere dich durchs Internet (guck dir z. B. diverse Websites zum Thema Alkoholabhängigkeit an) oder höre Musik, putze die Wohnung oder räum den Keller auf.
    Das Abstinenz der Schlüssel für die Zukunft auch in Beziehungsfragen für dich ist, brauche ich ja wohl nicht extra zu erwähnen. :wink:

    Seit dreieinhalb Wochen bin ich nun in der Therapie, und ich stelle fest, dass sich meine Erwartungen in der abgelaufenen Woche doch sehr gedämpft haben.
    Bestimmt war die Woche für mich um mein Verhältnis zu den anderen Patienten, mit sehr ernüchterndem Schluss. Ich gehe zur Zeit auch nicht mehr davon aus, in den betreffenden Therapiezielen etwas zu erreichen.
    Ich werde mich auf das Beiprogramm konzentrieren, um möglichst viel für mich allein zu erarbeiten. Darin liegt ja auch meine Stärke.
    Die Diskussionsrunden werde ich natürlich nach wie vor genau verfolgen, allerdings mich möglichst nicht daran beteiligen. Vielleicht ist noch etwas herauszuhören & für mich verwertbar.

    Heute begann meine dritte Woche im Tannenhof. Mittlerweile habe ich mich sehr gut eingelebt. Auch das frühe Aufstehen macht mir längst keine Schwierigkeiten mehr. Ich nehme an, das die Therapie in der nächsten Woche so richtig "beginnen" wird. Bis jetzt wurde ich nicht allzusehr gefordert.