Na, Teufelchen,
es ist immerhin tröstlich, dass es nicht um meine Befindlichkeiten ging. 
Ich hab mir gestern vorgenommen, das ganze sacken zu lassen & eine Nacht zu überschlafen. Und schon das ging nicht so recht. Als ich hundemüde das Licht ausschaltete & mir die Sache wieder einfiel, wurde ich nämlich sehr böse, was mich 1 1/2 Stunden Schlaf gekostet hat.
Diese Typen haben mir erzählt, dass ich 1. unglaubwürdig bin & nicht mit dem trinken aufhören will oder mich in irgendwelche Therapien aus Angst vor berufliche Schwierigkeiten flüchten will, dass ich 2. nichts, auf was sie sagen, Erklärungen abgeben brauche, weil sie schon so viele in ihrem Laden haben durchgehen sehen & sowieso von dem, was sie denken, nicht abrücken würden und 3. das ich das Ergebnis ja erleben werde.
Wenn nun die SHG ihre Gruppenabende aus einer Kette von Monologen gestaltet, wo jeder für sich etwas einbringt & keiner auf den anderen eingeht, was will ich denn da für Fragen stellen?
Schlimmer noch, wenn das in der SHG genauso los geht wie in der Salus-Klinik, wo ich mich als unmündig & gewissermaßen halbkriminell behandelt fühlte, bin ich, der ich mir so etwas nicht gefallen lasse, nicht therapieunfähig? Lohnt sich da überhaupt noch der Antrittsbesuch beim Tannenhof?
Mit solch einer Stimmung stand ich früh auf & ging zu meiner Sozialpädagogin. Ein Spitzengefühl, mit einem zur Faust geballten Gesicht zu denen zu gehen, von denen man sich helfen lassen will.
Sie konnte mich allerdings doch ziemlich schnell beruhigen & hat mir das Konzept, das dahinter steckt, auch erläutert. Sie sagte, wenn ich zur Vorbereitungsgruppe gehe, ist es nicht so dringend, eine SHG zu besuchen.
Im Tannenhof war mein erstes Vorbereitungstreffen sehr gut! Als ich mich vorstellte, habe ich mein Abenteuer auch erzählt & im Ergebnis sagte die Psychotherapeutin, sie möchte, dass ich dort nicht mehr hingehe, sollte das nochmal passieren. Nach dem Treffen gab sie mir einen Stapel Broschüren von anderen SHGen.
Die Vorbereitungungsrunde hat mir sehr gut gefallen. Wenn das als allgemeiner Trend für die Therapie gelten kann, bin ich sehr zuversichtlich.