Hallo Hepzibah,
ich hab echt immer Panik, deinen Namen falsch zu schreiben.
Ich möchte dich nicht anklagen, auf keinen Fall.
Wir hatten neulich mal eine Diskussion hier im Forum, du kannst sie ganz oben im Thread "er" nachlesen. Vielleicht kannst du so erkennen, was in deinem Thread grad los ist.
Dein Thread ist ziemlich, ziemlich heftig und übersteigt wahrscheinlich das, was man sich so vorstellen kann. Daher um so heftiger die Reaktionen mancher hier.
Generell ist man hier sehr direkt, was manchmal falsch aufgefasst werden kann.
Natürlich können wir hier keine Diagnosen stellen aus der Ferne; möglicherweise gehen in dir Dinge vor, die du hier nicht schreibst.
Aber auch ich dachte schon, dass die Gedanken, die der klassische Co-Abhängige hier schreibt, doch andere sind. Da geht es um eine übertriebe Verantwortung, Schuldgefühle, Angst, den anderen fallen zu lassen und damit ihm den Rest zu geben... Um Kontrolle ausüben, damit er seinen Konsum im Griff hat etc. Bisher liest man, dass er dich unter Kontrolle in seiner Gewalt hat, dass er dich massiv unter Druck setzt und du alles machst, was er verlangt. Aus Angst und keine Konsequenzen für dich ziehst. Wenn man da den Alkohol ausklammert, dann bleibt einfach eine Hörigkeit übrig. Ich denke das ist das, was Jonas sagen wollte.
Jonas argumentiert sehr sachlich, ohne dich anzugreifen.
Vielleicht hat sich bei dir nur so viel Leidensdruck angesammelt, dass das erstmal dein Thema ist und du dich daher nun erstmal sortierst, indem du berichtest, was er tut. Und dir die Sorge um ihn schon vergangen ist? Ich weiß es nicht, aber es ist auch egal.
Im Prinzip ist es an dieser Stelle egal, ob man nun von Co-Abhängigkeit spricht oder von Hörigkeit.
Es ändert nichts an deiner Situation, aus der du dich dringend befreien solltest.
Ich bin immer noch ziemlich erschrocken, was da abgeht. Aber letztendlich ist es deine Verantwortung, ob du das weiterhin mit dir machen lässt, oder nicht.
Wenn du nichts änderst, wird er weitermachen. Also bist nun du dran.
Solche Manipulationen wie "Wir gehören doch zusammen" "Und wenn ich krank bin, kümmerst du dich um mich" und überhaupt kenne ich von meinem Vater nur zu genüge. Und er ist kein Alkoholiker, es geht auch daohne. In meinen Vater kriege ich das nicht mehr rein, dass er begreift, wie falsch er sich verhält und wie er mir schadet. Da bleibt mir also nur der Weg, für mich die Konsequenzen zu ziehen.
Du hast schonmal begonnen zu schreiben, was du möchtest. Mir Respekt behandelt werden, wie ein Mensch behandelt werden.
Aber von wem? Soll er sich ändern, willst du jemand anderes an seiner Stelle?
Und wie willst du das angehen? Was muss sich ändern?
Versuche, öfters das Wort "ich" zu schreiben und "weniger" er.
Wenn du in meinen Thread schaust, wirst du sehen, dass auch ich das lernen musste.
Schönen Abend noch,
Natalie