Beiträge von Zimttee

    Ein kleiner Denkanstoß:
    Wie hast du dich denn in den letzten Wochen wegen ihm gefühlt? Miserabel, panisch, verletzt, enttäuscht, traurig, verzweifelt und noch mehr, oder?
    Hat er sich darum geschert, einmal nachgefragt, wie es dir geht und er die helfen kann? Nein?
    Dann hör auf, dich wegen ihm schlecht zu fühlen und freue dich deines Lebens, was nun mit zig neuen Perspektiven vor dir liegt. :)
    Das ist nun nicht böse gemeint ober abfällig.. Nur ein Anstoß.

    Alles Liebe,
    Natalie

    Es gibt noch etwas zu feiern, das hatte ich nicht erwähnt.
    Ich habe diese Woche erfolgreich mit der Dozentin gesprochen und habe einen Schein bekommen, der mir so nicht zustand, da ich den falschen Kurs damals besucht habe. Dazu ist auch noch zu sagen, dass meine Klausur von damals 29/30 Punkten hatte, was ich bisher nicht wusste.
    Sonst hätte ich damit ein richtiges Problem gehabt, etwas zu fordern, was ich nicht haben darf. Aber dieses mal hatte ich sogar eine Strategie. Das wäre früher undenkbar gewesen. Aber auf der anderen Seite standen die Probleme, die das verursacht hätte- da war ein wenig Egoismus sicher okay ^^

    Da ich momentan so entspannt bin, haben meine Fingernägel eine noch nie dagewesene Länge von etwa 3mm erreicht =) Mir geht es soweit echt gut, ich habe wieder ein paar KG runter- Weihnachten und Silvester sind vergessen ^^

    Danke, Nys =) Den Job habe ich bereits seit >2 Jahren. Aber langsam halte ichs nicht mehr aus und sehne mich nach einer Vertretungsstelle für nach dem Studium. Aber muss jetzt noch 2 Monate durchhalten.

    Soviel zum Status quo.

    Hallo Miriel,

    ich lese grad die weitere Entwicklung in deinem Thread. Mhm, ich wollte dich nicht mit meinem Beitrag verletzen. Ich hatte ihn zuerst im Aktiv geschrieben und dann noch gedacht, dass das vielleicht abfällig klingen könnte. Daher hab ich das Ganze dann ins Passiv (es wurd eine Karte gekauft) geändert.
    Auf jeden Fall finde ich es gut, dass du dich dazu entschlossen hast.
    Eine Frage: Hast du vielleicht einfach nur Angst vor einer Reaktion deines XY, die dir, wenn du sie schon nicht direkt empfängst, deine Familie mitteilen könnte? Ich denke, dass wir Cos schon überdurchschnittlich Angst vor Ablehnung haben. Damit habe ich auch sehr zu kämpfen, siehe das Posting über abc.

    Wenn das so ist, könntest du deine Familie impfen, ihm keine Auskunft zu geben oder lediglich "Will keinen Kontakt mehr, da ihr dieser nicht gut tut und du bekommst die neue Nr nicht" und dir dann eben nichts davon mitteilen.

    Jedenfalls meinte ich meine Nachricht sachlich, nur auf den Inhalt beschränkft. Wenn ich sauer, wütend etc bin, lese ich nicht in anderen Threads, da ich dann mit Rumgeiere nicht unbedingt umgehen kann.

    Alles Liebe,
    Natalie

    Hallo Grazia!

    Herzlichen Glückwunsch zur bestandenen Prüfung.

    Mir war nicht bewusst, dass es sich bei deinem Sohn auch um Alkohol handelt. Dann sind getrennte Wohnungen wirklich das beste!
    Ich stelle es mir sehr sehr hart vor, wenn es das eigene Kind betrifft.
    Ist er denn einsichtig? Lohnt sich ein Gang zur Suchtberatung?

    Alles Liebe,
    Natalie

    Hallo Fatima,

    da die Therapie anscheinend nicht geholfen hat, ist nun die Frage, was ihr damit macht? Welche Konsequenzen ziehst du, oder bleibt nun auch für dich alles beim Alten?

    Wie sich dein Vater verhält, ist seine Sache. Wenn er meint, dass er weiterhin bei ihr bleibt, dann ist das seine Entscheidung und seine Verantwortung, wenns dann am Mittagstisch nicht mehr angenehm ist.

    Alles Liebe,
    Natalie (auch EKA)

    Zitat von Flor


    Ich habe ueber Baldrian gelesen, das er im Verdacht steht ein bisschen suechtig zu machen, d. h. es kann schon zu verschiedenen Beschwerden kommen, wenn man den Tee nach laengerer Einnahme wieder weglaesst in Form von Unruhe oder Nervositaet. Nicht dramatisch, aber fuer uns vielleicht schon relevant...


    Das Problem wird hier wohl sein, dass Baldrian nicht die Ursache bekämpft, sondern nur das Symptom betäubt.
    Wenn ich unruhig bin und Baldrian nehme, spüre ich die Unruhe nicht mehr. Denke ich dann, dass alles überstanden ist und setze Baldrian wieder ab, ist die Unruhe natürlich wieder da.

    Hallo Miriel,
    schön von dir zu lesen. Ich bin sehr erstaunt darüber, dass du die Nr gewechselt hast und die alte Karte zerstört. Es wird dir gut tun.

    Zu Anfang, als ich " mit mir nicht" sagte, hatte ich immer Angst, was nun für eine Reaktion folgt. Bei meinen Eltern hat es früher immer eine verbale Strafe gegeben, sobald ich "nein" sagte. Auf die warte ich nach einem "Nein" Freunden, Kollegen, Bekannten gegenüber immer noch ^^
    Mein Vater akzeptiert meinen eigenen Willen immer noch nicht- sobald ich dort von seinem Kurs abweiche, empfinde ich die Situation wieder so, als ob er mich erziehen möchte. Aber ich habe gelernt, dass dies eine Eigenheit meiner Eltern sind- bei anderen Menschen muss ich nicht so sein, wie meine Eltern mich gerne hätten und was sie mir als "Prämisse" für ein gelingendes Leben mitgegeben haben. Andere Menschen sind nicht so drauf wie meine Eltern und empfinden mein Verhalten als unangemessen. Wenn ich in der Schule den Mund nicht aufkriege und mich nicht durchsetzen kann, bin ich fix auf dem absteigenden Ast und brauche an Unterricht nicht mehr zu denken.
    Diese "Anweisung" ist nun 3 Jahre her- und damals ging mir langsam ein Licht auf. In der Zwischenzeit merke ich, dass andere Menschen auf ein "nein" anders reagieren. Manche auch mit Verwunderung und Bewunderung.

    Was Freundschaften betrifft, hast du recht. Wirklich gute und gesunde Freundschaften betrifft meine Veränderung nicht. ABER eben diese Freundschaften mit ungesunden Strukturen wie die mit abc- die passen nicht mehr. Weil abc mir und auch allen anderen Freundinnen eine Funktion zugeschrieben hat, die sich nur um sie dreht. Quasi ein Rückgriff auf meine Co-Anteile. Und wenn die nicht mehr zur Verfügung stehen, erfülle ich ihre Funktion nicht mehr und werde unbequem. Auch sie hat ein Repertoire an Strategien, mich wieder zu kriegen. Das zieht nicht mehr.
    Also fehlt uns die Basis. Ist es das, was du meinst?

    Danke Jürgen.
    Dass ich nun geheilt bin, würd ich nicht so sagen.
    Mir geht es nun gut, ich bin auf mich selbst fokussiert (meistens) und habe Distanz aufgebaut. Aber ich merke schon, dass Besuche zu Hause mir immer noch nicht wirklich gut tun (bis auf wenige Ausnahmen) und man ganz fix wieder in die volle Co-Abhängigkeit rutschen kann, wenn man seine eigenen Grenzen nicht achtet.

    Meine Antworten helfen auch mir selbst wieder, indem ich nochmal die Beziehung zu meiner Mutter reflektieren kann oder mir immer wieder vor Augen führe, warum und dass es gut ist, den Kontakt eingeschränkt zu haben.
    Manchmal hilft es auch, anderen zu ihrer Situation zu schreiben und nachher dann festzustellen, dass sie auch zur eigenen passt ;)

    Es gibt auch süchtige Alkoholiker, die irgendwann ganz tief unten angekommen sind, ihre Sucht nicht mehr abstreiten und an sich arbeiten wollen. Da sollen aufrichtige Gespräche möglich sein. Das hab ich allerdings noch nicht zu Hause erlebt, sondern nur im Forum gelesen.

    Nach dem Gespräch mit der Freundin und ihrer heftigen Abwehrhaltung habe ich für mich den Schluss gezogen, dass meine Reaktion ganz anders ausgefallen wäre, sollte jemand mit einem vergleichbaren Anliegen zu mir kommen. Von daher zeigte mir ihre Reaktion, dass ich mit meiner Vermutung schon richtig liege und habe daher die Konsequenzen gezogen, diese Freundschaft zu beenden.
    Die Gespräche habe ich immer unangekündigt geführt. Die Freundin kam sogar auf mich zu und wollte etwas anderes klären- daher hab ich das gleich mit angesprochen. Über mein Fehlverhalten konnte sie auch bereitwillig reden, aber als ich dann meine Gründe anbrachte, warum ich auf Distanz gehe, war die Redebereitschaft nicht mehr so konstruktiv.
    Bei meiner Mutter habe ich darauf geachtet, einen "guten Moment" zu erwischen.. Also nicht betrunken, nicht genervt oder gestresst.

    Ah, das habe ich überlesen. Ich war noch auf dem Stand von vor ein paar Wochen, als sie dann schrieb, dass sie die Karte zwar gekauft, aber nicht eingesetzt hat.

    Das tut mir leid, dass ich das übersehen habe.
    Dann hoffe ich, dass Seite 101 nun die Basis zur Kertwende ist!
    Ich hoffe, dass es dir damit nun besser geht.
    Mach dir keine Sorgen um den XY, der kommt schon klar.

    Alles Liebe,
    Natalie

    Zitat von schmerzhafte_Erkenntnis


    Ich weiß, man muss bei so etwas sensibel vorgehen. Ich habe gelernt, dass ich zunächst über meine Gefühle sprechen muss. Anschließend kann ich versuchen mit offenen Fragen, die weder wertend noch kritisierend sind, herauszufinden, wie es um ihren Alkoholkonsum klingt. Das klingt einfach, ist aber sicherlich sehr sehr schwer.

    Vielleicht ist jemand hier, der solche Gespräche auch schon geführt hat -vielleicht sogar erfolgreich?- und dadurch die Lage besser einschätzen konnte.

    Für zahlreiche Antworten wäre ich sehr dankbar.

    Hallo Unbekannter!

    Deinen Text können wir hier nicht alle sehen, deswegen könntest du ihn einkopieren, wenn du magst.

    Sarawen hat schon einiges dazu geschrieben.
    Wichtig ist, dass du dich auf dich konzentrierst und nicht beginnst, für sie die Verantwortung zu übernehmen. Es zählt allein, wie du dich fühlst und wie ihre Erkrankung auf dich wirkt.
    Es ist ein schmaler Grad von der anfänglichen Unterstützung bis zur Selbstaufgabe.
    Wenn du körperliche Beschwerden verspürst wie schlechter Schlaf oder Angst, würd ich für mich eine Grenze ziehen, wie weit ich nocht (mit)gehen würde. Solche Probleme treten immer auf, wenn man sich zu sehr in die Co-Abhängigkeit begibt- in der Steigerung kommen irgendwann Aggressionen, Wut, Depressionen und Panikattacken hinzu. Irgendwann "kann man nicht mehr".
    Auf der anderen Seite ist es so, dass man erfahrungsgemäß auch als Co tief unten sein muss, um zu begreifen, dass es so nicht mehr weitergeht.

    Zitat von schmerzhafte_Erkenntnis


    Seit einigen Wochen bin ich mir sicher, dass sie ein Alkoholproblem hat. Das hat mich zunächst sehr aus der Bahn geworfen, aber ich habe dann sofort angefangen mich zu informieren und auch das Gespräch mit ihr zu suchen.


    Richtig gehandelt. Mir hat es ungemein geholfen zu wissen, was Alkoholismus ist, dass man als Angehöriger keinen Einfluss hat und vor allem, dass man auf sich selbst achten muss. Lies dir hier die Erfahrungsberichte durch; du wirst dich und deine Partnerin in vielen wiedererkennen und auch diese typischen Anworten (=Ausreden).

    Zitat von schmerzhafte_Erkenntnis


    Leider war ich dabei etwas unsensibel und ich wurde daraus nicht wirklich schlauer.

    Wieso nimmst du die Schuld auf dich? Wenn es dich beruhigt: Ich habe nirgendwo hier im Forum gelesen, dass ehrliche, tiefe und aufrichtige Gespräche über Alkoholismus möglich sind, solange der Erkrankte sich die Probleme nicht wirklich eingestanden hat. Da wird gelogen, verdrängt und beschönigt ohne Ende. Und die Angehörigen klammern sich an diese unehrlichen Strohhalme.
    Ich habe ein paar Gespräche mit meiner Mutter hinter mir, auch mit einer damaligen Freundin. Dazu muss ich sagen, dass ich ein Studium im Bereich Pädagogik absolviere. Ich kenne als die ganzen Tipps zur Gesprächsführung, wie man über Konflikte redet etc zu genüge. NICHTS, gar nichts hat bei diesen Gesprächen geholfen. Die Damen haben direkt dicht gemacht; mir wurd die Schuld zugeschoben (Du hast ein Problem, weil du zu sensibel bist. Ich habe kein Problem. Es ist nur eine Phase/normal/kontrollierbar. Ich kann machen, was ich will, lass mich in Ruhe. Oder es gab kein Gespräch, weil Mutter einfach weggegangen ist.). Wunder dich nicht, wenn die Gespräche keine Erfolge mit sich bringen- es liegt nicht an dir.

    Zitat von schmerzhafte_Erkenntnis


    Fazit des Gesprächs zwischen ihr und mir war eigentlich, dass sie etwas weniger trinken wollte, was aber bisher nicht der Fall ist.


    Sie hält dich hin. Kann man hier im Forum zu genüge nachlesen- in solchen Gesprächen wird dann, um das Gespräch schnell zum Ende zu bringen, das gesagt, was der Partner hören möchte. Und da diese Inhalte nur Mittel zum Zweck sind und nicht das Ergebnis einer wirklichen Einsicht und Überzeugung, ändert sich danach auch nix. Lass dich nicht veräppeln!
    Fakt ist, dass Alkoholiker ihren Konsum auch nicht kontrollieren können. Es ist eine Sucht- und Süchte sind nicht kontrollierbar. Entweder - oder heißt es dort. Entweder ganz aufhören, oder wie gewöhnlich weitertrinken mit langsam steigender Trinkmenge.

    Zitat von schmerzhafte_Erkenntnis


    Mein Problem ist, dass ich mir über ihren "Status" nicht sicher bin. Meine Einschätzung ist, dass ihr Alkoholkonsum definitv im Risikobereich liegt.


    Wieso musst du dir da sicher sein? Fakt ist doch, dass es dir schlecht geht. Du kannst nicht schlafen, du grübelst, du machst dir Sorgen, bist appetitlos und unausgeglichen. Dich bedrückt ihr Zustand. Das sollte Grund genug sein, dass du etwas für dich änderst, damit es dir wieder besser geht.
    Aus eigener Erfahrung: In der ersten Risikophase eines Alkoholikers merkt niemand etwas, der Konsum kann immer noch als "normal" verkauft werden und Angehörige, die doch schon was ahnen, schaffen es erfolgreich, sich alles schönzureden und als normal zu argumentieren. Wenn der Angehörige dann wirklich stutzig wird und den Zustand nicht mehr schönreden kann, ist da gewaltig was im Busch. Die Aussagen, dass deine Freundin zur Entspannung trinke, dass du schon sicher bist, dass ihr Konsum nicht mehr normal ist, dass sie zu Gesprächen nicht wirklich bereit ist, dir als "Lösung" (nein, es ist keine Lösung!) anbietet, weniger zu trinken und dann doch normal weitermacht- das erweckt für mich den Anschein, dass sie nicht nur eine Person im Risikobereich ist, sondern das Kind bereits in den Brunnen gefallen. Das klingt nach Suchtverhalten.

    Zitat von schmerzhafte_Erkenntnis


    Ich kenne aber ihre Motive für das Trinken nicht. Ist es nur Gewohnheit oder kann sie nicht anders?


    Es gibt keine klassischen Motive. Suchtkranke finden zig Gründe, warum sie trinken dürfen. Weil Freitag, Samstag oder Sonntag ist, weil sie sich freuen oder ärgern, zur Entspannung, als Belohnung, weil sie verdrängen wollen und und und. Obermotiv ist: weil sie süchtig sind. Du kannst da gar nichts ändern. Wir haben als Kinder versucht, unserer Mutter keine Gründe zu liefern und sind wie auf Eierschalen rumgelaufen, total angepasst, haben krampfhaft versucht, jegliche "Fehler" zu vermeiden. Aber sie fand immer einen Pseudo-Grund. Wenns auch nur der Wochentag oder Urlaub war.
    Alkoholiker können nicht mehr anders.

    Zitat von schmerzhafte_Erkenntnis


    weiß aber nicht, ob sie das nur sagte, um mich zu beruhigen oder ob sie das tatsächlich denkt.


    Solange, wie sie das Versproche nicht ansatzweise in die Tat umsetzt, ists doch völlig egal, was sie denkt.

    Zitat von schmerzhafte_Erkenntnis

    ... zweites Gespräch... Das ist für mich wichtig, weil ich daraus auch ableiten werde, ob es eine Zukunft für uns gibt.


    Das ist ein guter Ansatz. Aber was soll sich bei einem zweiten Gespräch ändern? Wieso sollte sie plötzlich aufrichtig sein? Mein Tipp: Ich finde ein weiteres Gespräch gut. So hab ich es bei meiner Mutter auch gehandhabt, um abschließen zu können. Mach dir aber vorher Gedanken, wieviel du investieren möchtest, wo deine Grenze liegt und welche Konsequenzen du ziehst, wenn es wieder unbefriedigend endet. Bei meiner Mutter war mir klar, dass es das letzte Gespräch darüber sein wird. Ich habe ihr nochmal Unterstützung angeboten, gesagt, was ich denke und fühle. Dann war das Gespräch auch beendet, weil sie weggelaufen ist. Für mich war die Konsequenz, dass der Kontakt stark eingeschränkt wird und ich keine Energien mehr investieren werde. Wäre sie nicht meine Mutter, sondern eine Freundin oder mein Partner, wäre die Sache beendet. Die Freundschaft zu der alkoholkranken Freundin (oben erwähnt) habe ich beendet.
    Du solltest aber konsequent sein und Konsequenzen, die du ihr ankündigst, auch durchziehen. Sonst wirst du unglaubwürdig und diese "Schwäche" hemmungslos ausgenutzt.

    Zitat von schmerzhafte_Erkenntnis


    Ich weiß, man muss bei so etwas sensibel vorgehen. Ich habe gelernt, dass ich zunächst über meine Gefühle sprechen muss. Anschließend kann ich versuchen mit offenen Fragen, die weder wertend noch kritisierend sind, herauszufinden, wie es um ihren Alkoholkonsum klingt. Das klingt einfach, ist aber sicherlich sehr sehr schwer.

    Vielleicht ist jemand hier, der solche Gespräche auch schon geführt hat -vielleicht sogar erfolgreich?- und dadurch die Lage besser einschätzen konnte.


    So habe ich alle Gespräche aufgebaut. Meine Gefühle in Ich-Botschaften wurden als Vorwürfe und Kritik aufgefasst, offene Fragen waren schon zuviel des Guten für meine Mutter. Das waren mehrere Gespräche mit meiner Mutter und der Freundin. Mein Fazit: Ohne Einsicht des Kranken, wenn er nicht von sich aus Gespräche beginnt, bringt sowas gar nichts. Nutze dieses Gespräch, um für dich Klarheit über die Zukunft zu finden.
    Außerdem solltest du eure Beziehung nicht von ihrem Alkoholkonsum abhängig machen, sondern davon, wie du dich in der Beziehung fühlst und was du für sie fühlst. Gib dem Alk nicht soviel Macht!
    Beende die Beziehung, wenn sie dir nicht gut tut.

    Alles Liebe,
    Natalie

    Hallo Nys,

    auf dem Gebiet kenne ich mich nicht soo gut aus.
    Als "klassische" Persönlichkeitsstörung kenne ich nur Borderline- und zumindest das kann ich definitiv ausschließen.
    Ich werde gleich mal nachlesen.
    Wie ich auf den Selbstliebepfad gekommen bin?
    Also, als Kind finde ich, hat man noch eine natürliche Einstellung zum Thema. Zumindest in meiner Familie war es so, dass bis ca. 1 Jahr nach der Geburt meines mir nachfolgenden Geschwisters die "Welt noch in Ordnung" war. Zumindest bis dahin ist mir nix negativ in Erinnerung. Ich bekam viel Aufmerksamkeit, hatte ein Nest und fühlte mich geliebt. Auch behandelte mich mein Vater damals noch anders- für ihn standen Kinder bis dahin immer an erster Stelle. Erst jetzt, als potentielle Konkurrenz, sollen wir uns unterordnen. Als Kinder waren wir anscheinend keine "Gefahr".
    Irgendwann ging das mit Mutter los, dass sie negativ auf mich einwirkte, mich mit Sticheleien und richtigen Beleidigungen zu einem Verhalten bringen wollte, welches für mich selbstschädigend gewesen wäre. Sie wollte, dass ich keine Entspannung habe, nur arbeite, alles zu wichtig und erdrückend finde und mich von anderen Dingen wie bspw. Noten abhängig mache, um mich darüber zu definieren. Ab einem späteren Zeitpunkt ging es dann los, dass mir verwandte Kinder vorgehalten wurden- die sind auch so. Meine Mutter hatte wahrscheinlich Panik, dass ich im Familienranking mit den anderen Töchtern an Wert verliere, wenn ich mich in der (es war nichts anderes als) Selbstzerstörung nicht weiter vorantreibe. Genau gleiches betrieb sie ja auch und fand anscheinend keinen anderen Weg, als den damit verbundenen Stress mit Alkohol zu betäuben.
    Mir kam das, aufgrund meiner vorherigen Erziehung und den Empfindungen aus der Zeit, als falsch vor.
    Nur wie das mit diesen eindringlichen Gehirnwäschen ist, zeigen sie irgendwann doch Wirkung. Wenn ich das Verhalten auch nicht als richtig empfand, hab ich mich dennoch angepasst, um beim Familienbild nicht aus dem Rahmen zu fallen. Mit steigendem Alter habe ich nämlich immer mehr mit den ständigen Vergleichen zu kämpfen gehabt.
    Dann kam eine Zeit, in der mich Menschen aus Vaters Familie unter die Fittiche genommen haben. Der Kontakt war bisher nie ausgeprägt, da sie in einem anderen, südlichen Land und dort in einer Metropole wohnen. Ich habe sie öfters immer für eine Woche besucht. Diese Zeit war sehr prägend, denn ich bin dort, einfach nur mit einem U-Bahn-Plan durch die Metropolstadt gefahren, habe gelernt, dass ich im "Dschungel" auch alleine zurecht kam. Meine Eltern hätten wahrscheinlich ein Magengeschwür bekommen, hätten sie davon erfahren. Die Mentalität der Leute dort war völlig anders- auch meine Familie dort hatte eine ganz andere Lebensart wie hier. Dort ist alles lockerer, auf den Menschen zentrierter.. weniger auf die Leistung. Denn die kommt ganz von alleine, wenn man die Pflänzchen nur gedeihen lässt. Dort hab ich gelernt, dass man genießen darf, dass man entspannen darf, dass man sich Zeit nehmen darf.
    Das hat mir wahnsinnig gut getan und war ein erster Schritt, um zu mir selbst zu finden. Damals war ich 14 oder 15. Und es zeigte mir, dass mein Gefühl meiner Familie gegenüber, korrekt ist.
    Das waren die Keimlinge der Selbstliebe. So richtig haben sie begonnen zu gedeihen, als ich vor 2 Jahren mein Leben richtig angepackt habe. Mit verantwortungsvollem Job, Ernährungsumstellung und Sport. Dann kam noch mein Partner dazu und im Mai das Forum. Seitdem läufts.
    Meiner Erfahrung nach erkennt man Menschen, die mit sich im Reinen sind, an deren Fotos. Von den meisten Menschen meiner Verwandtschaft gibts gar keine Fotos.. Die wehren sich, sobald eine Kamera in der Nähe auftauscht, mit Händen und Füßen und rufen im gespielten quängeligen Kinderjammerton "nee, ich will nicht nicht fotografiert werden". Aber Leute, die mit sich im Reinen sind, posieren, sobald sie die Kamera sehen und strahlen bereitwillig aus tiefem Herzen.

    Natalie

    Aus Erfahrung kann ich dir sagen, dass du auf deine Intuition hören solltest. Im Laufe der Co-Zeit hat man so feine Antennen entwickelt, die alle Regungen/Entwicklungen schon vorab wahrnehmen.

    Wenn er verbal stichelt, würd ich aufhorchen. Das ist ein Verhalten, welches man auch in einer trockenen Beziehung nicht dulden sollte. Beziehungen gründen auf gegenseitigen Respekt. Verbale Sticheleien sind kein Zeichen von Respekt.

    Du wirkst in deinem Posting sehr stabil, gefasst und sortiert. Möglicherweise ist nun ein guter Zeitpunkt, nochmal in dich reinzuhorchen?

    Alles Liebe 2013,
    Natalie

    Wie alt ist dein Sohn denn?

    Die klassische Antwort wäre, aus der Ferne, dass deinem Sohn anscheinend von dir und deinem XY vorgelebt wurde, wie Beziehungen ablaufen, wie man sich arrangiert. Das ist leider die Falle, wenn Kinder in der Beziehung vorhanden sind. Kinder orientieren sich am Verhalten der Erwachsenen, um für das eigene Leben zu lernen. Wenn er sah, dass dein XY mit einem gewissen Verhalten Erfolg hat, wird er das auch selbst übernommen haben. Es manifestiert sich, wenn er selbst mit seinem Verhalten bisher Erfolg hatte. So funktioniert Sozialisation.

    Ich würde es nun erstmal sacken lassen und danach die Kommunikation mit dem Sohn suchen. Weiß er, was das Verhalten deines XY für dich bedeutet hat?
    Ich würde die danach nächsten Schritte vom Alter des Sohnes abhängig machen. Wenn er noch relativ jung ist, lohnt es sich vielleicht, das Ganze zusammen aufzuarbeiten. Ansonsten ist es eventuell eh an der Zeit, dass ihr getrennte Wohnungen habt. Aber ich würde ihm auf jeden Fall einen Brief schreiben und mich erklären, sobald sich alles etwas gesetzt hat. Ansonsten wird es für deinen Sohn schwierig sein nachzuvollziehen, warum du ihn für ein Verhalten, was bisher immer okay war und welches auch dein XY erfolgreich benutzte, aus der Wohnung wirfst.

    Alles Liebe,
    Natalie

    Zitat von TimeIsAHealer

    denke ich, ob es nicht auch einfach nur wichtig und gut ist, wenn ich MICH in den Fokus nehme und versuche, obwohl er in meinem Leben ist, dennoch MEINS meins zu lassen und seins eben seins.

    Ich denke, mit dieser Sichtweise verklärst du deine Situation ziemlich und spielst runter, wie sehr du von ihm abhängig bist bzw. wie sehr sein Handeln dich beeinflusst und wie sehr eine Beziehung/Kontakt dir doch wieder schaden wird.

    Hier setzt wieder der "kontrolliertes Trinken Gedanke" ein. Du meinst, du könntest dich kontrollieren, wieder nicht zu viele Emotionen in ihn zu stecken bzw. sich seiner nicht anzunehmen.
    So lässt du dir ein Hintertürchen offen, mit dem eine Beziehung doch zu legitimieren wäre. "So lange ich seins seins sein lasse, ist alles okay und wir passen wieder zusammen".
    Ist aber nicht so. Sein Problem macht eine Beziehung und auch eine Freundschaft zwischen euch unmöglich. Deine Co-Abhängigkeit verhindert das auch.
    Aber selbst, wenn du dich noch so zurücknimmst, ihn normal behandelst, nicht kontrollierst und dein Wohlergehen nicht von seinem Zustand abhängig machst, ist aus meiner Sicht keine gesunde Beziehung möglich. Weil er in Gedanken nicht bei dir ist, nur seinen Konsum im Fokus hat, sich selbst der nächste ist und kognitiv gar nicht zur Beziehung fähig ist, weil er mit sich selbst nicht im Reinen ist.
    Was ist denn mit dem Bild von der Miriel, die eines abends auf hochhackigen Schuhen im Kleid durch den Regen lief, weil XY betrunken war? Das ist doch das Sinnbild des Dilemmas. Hast du das schon vergessen?

    Nee, du nervst mich schon nicht. Wenn ich merke, dass ich grad nicht gut drauf bin oder Postings mancher Art nicht ertragen kann, lese ich nicht im Forum, sondern lese Unibücher ^^ Ist immer eine Frage, was ich selbst zulasse.

    Wie stehts um dein Studium? Wie lange brauchst du eigentlich noch?
    Was machst du denn sonst in deinem Alltag? Sport, Freunde- wie stehts um diese Freizeitaktivitäten?

    Hallo Schnuffig,
    ja, es ist schon bitter :( So ist es in meiner Familie auch, 1 zu 1. Es drehte sich alles um meine Eltern, mir wurde jedoch eine weiche geistige Verfassung zugeschoben, die dann zur Anschuldigung rausgekramt wurde, wenn ich wg der familiären Zustände aufmuckte.
    Von außen hat auch niemand geholfen.

    Aber sag mal, deine Mutter hat dir Alkohol unter Erdbeersaft gemischt? Und nun hat sie ein weiteres Kind, was sie zum Alkkonsum nötigt?
    Kannst du da nicht einspringen? Das sind schon Zustände, die wirklich dem Jugendamt gemeldet werden sollten, falls sie noch aktuell sind.

    Alles Liebe,
    Natalie

    Zitat von Zimttee


    - edit, bitte hier nicht über Dritte schreiben! danke, Linde -

    Danke, Linde.
    Also, umformuliert stand dort, dass ich nun in meinem Verhalten zu einer Freundin (abc) meine, Fortschritte gemacht zu haben. Eine andere Freundin hat quasi ein Treffen mit abc organisiert, aus dem ich nicht rauskam.
    Zum Schluss fühlte ich mich ziemlich unwohl, abc hat mir jedes Wort rumgedreht. Letztendlich bin ich nun froh, dass ich nicht wieder die Rolle wie früher eingenommen habe und mir den Schuh anzog, sondern zu dem Schluss kam, ich in der Situation an mich denke. Bei allem Mitleid mit abc, ich achte ihr Schicksal (mit Nys' Worten), aber spreche ihr keinen Mitleidsbonus zu. Sie hat sich mir gegenüber unmöglich verhalten, das sollte für mich an erster Stelle stehen.. Und nicht irgendwelche Ausreden, warum abc so handelt. Ich fühle mich unwohl. Also habe ich der Freundin mitgeteilt, dass ich zu solchen Treffen nicht mehr zur Verfügung stehe und in Zukunft nicht mehr eingespannt werden möchte.
    Vielleicht hat das auch damit zu tun, dass ich dieses Selbstbewusstsein "mit mir nicht" zu sagen, früher nicht hatte.

    Zitat von TimeIsAHealer

    Dennoch finde ich den Vergleich, dass das wirklich genau das Gleiche waere, wie wenn ein Alkoholiker kontrolliert trinkt, irgendwie doch zu krass.

    Doch, daran dachte ich neulich auch. Wie bei mir, was ich eben Nys in meinem Faden geantwortet habe.
    Wie der Alkoholiker nach einer Trinkmenge sucht, mir der er umgehen kann, suchen manche Cos (an manchen, schlechten Tagen zähle ich mich da gewiss auch zu) nach einer Portion Nähe, die sie verkraften können und die noch gut tut.. Nicht merkend, dass jegliche Nähe zum Alkoholiker Gift ist. Zumindest in einer Phase, in der sie noch labil sind.