Beiträge von Zimttee

    Es tut mir leid für dich, dass dein Vater den Absprung nicht geschafft hat.

    Es scheint eher so, als ob er damals merkte, dass er es sich nicht bei dir gemütlich machen kann, also ist er, um dich milde zu stimmen, erstmal auf deine Forderung eingegangen. Danach ist er wieder in den alten Trott gefallen und du bist ihm wieder an der Angel.
    Soll heißen, er hat den Entzug nicht aus eigener Überzeugung gemacht.

    Du kannst der Freundin deines Vaters keine Vorwürfe machen- für sein Verhalten ist wirklich nur er selbst verantwortlich. Sie hat ihn auch gefragt- er hat ihr sein Okay gegeben. Wenn es ihm wirklich ernst gewesen wäre, hätte er sich anders verhalten.
    Misch dich da nicht ein. Achte auf dich selbst und belaste dich nicht mit seinem Verhalten. Für sich selbst ist immer noch er verantwortlich.

    Alles Liebe,
    Natalie

    Hallo Mieni,

    das klingt ziemlich heftig.
    Ich denke, es würde dir helfen, wenn du zu deinem Arzt gingest und ihm alles so erklärst.
    Ich meine, davon gehört zu haben, dass es Antidepressiva gibt, die man auch schwanger nehmen kann.
    Vielleicht wäre es eine gute Idee, wenn du bei deinem Partner ausziehst und irgendwo eine Stelle in einer Einrichtung für Mütter mit Babies bekommst? Die Hilfe bräuchtest du sicher dringen, vielleicht geht das in deiner Situation?

    Bleib stark!

    Alles Liebe,
    Natalie

    Hallo Miriel,

    danke für deine Rückmeldung.
    Ich habe mir erstmal ein paar Tage Abstand genommen, weil es im Moment für mich schwierig ist, mich mit meiner Mutter auseinander zu setzen.
    Es wühlt mich sehr auf. Meine letzte Prüfung ist nun 4 Wocher her und ich brauchte Zeit, um Kraft zu schöpfen.
    Zwischendurch war wieder so ein Tag, an dem ich mit Mutter sprach. Der Vater von einer Kommilitonen war schwer chronisch krank und ist vor einiger Zeit daran gestorben. Sie guckte mich ganz bedröppelt dabei an, als ich von dem Vater sprach. Ich merkte, dass sie mit mir über sich reden wollte.. Es muss sie ganz schön belasten, dass sie weiß, dass es für sie kein zurück mehr gibt und sie mit niemandem darüber reden kann. Die Grenze setzt sie sich ja selbst.
    Beim Gedanken daran, dass sie früh sterben wird, könnte ich durchdrehen- obwohl ich nie eine Tochter-Mutter-Beziehung zu ihr hatte. Ich bin früh auf Distanz gegangen, weil ich mit ihren Stimmungsschwankungen nicht klar kam. Wir haben auch nie was gemeinsames unternommen, keine wirklichen Gespräche über uns geführt- sie weiß nicht, was ich denke, was ich fühle und umgekehrt.
    Aber wenn ich dran denke, dass sie bald sterben wird, fühle ich schon diese Leere in mir.. Leere und Kälte.

    Aber ich kann daran nix ändern, es wird nicht besser werden. Und wenn ich mich da zu sehr emotional drauf einlasse, dann zieht mich das wieder runter. Ich sehe es ja bei meiner Verwandtschaft, wo es endet, wenn man sich aus diesem Dunstkreis nicht entfernt.
    Meine Mutter hat ein Geschwister, welches natürlich auch EKA ist. Diese Person ist selbst nicht alkoholkrank; hat ein eigenständiges Leben, verheiratet, ein paar Kinder. Diese Kinder sind durch das Elternteil so in Watte gepackt und behütet worden, dass sie ein schlechtes Selbstwertgefühl haben, alles kontrollieren müssen, nichts genießen können.. Immer "ich muss aber noch..." denken und sich so nie Entspannung gönnen. Sie sehen sich immer als unzulänglich, hängen total an diesem Elternteil und schaffen es nicht, sich zu lösen. Bisher verkorkste Leben. Auf dem Perso längst erwachsen, aber führen immer noch das Leben eines Kindes. Beide führen die gleichen Leben wie vor 10 Jahren. Keine Beziehungen bisher gehabt, beides Eigenbrödler.

    So will ich niemals leben!! Nie nie nie. Auf kurz oder lang wird es auch knallen. Ich habe etwas die Befürchtung, dass zumindest eine dieser Personen in der selben Schiene landet wie Mutter.

    Ja, ein Nein wird hier auch nicht akzeptiert. Daher habe ich mich entfernt.
    Mir graut es ein wenig vor Weihnachten in 4 Wochen. Da sehe ich alle erstmals seit langer Zeit wieder. Ich werde mir wahrscheinlich anhören können, warum ich denn immer noch studiere, dann wird das Kinderthema aufkommen.. Wann ich denn noch Mutter werden möchte? Dann werde ich bestimmt wieder auf Mutter angehauen. Dieses Mal werde ich dann ungehalten; ich habe das Thema schon mind. 1 Mal deutlich abgewiesen.
    Ich habe mal überlegt, ob ich als Antwort auf die Frage nach Nachwuchs sagen werde, dass ich keine eigenen Kinder bekomme, so lange, wie ich noch mit meinen Eltern auf Weihnachtstour zur Verwandtschaft fahre. Mal gucken ^^

    Redest du mit deiner Familie deutlich, oder sagst du nicht direkt, was dich stört?

    Was studierst du eigentlich, wenn ich fragen darf?

    Alles Liebe,
    Natalie

    Das dachte ich auch. Hier im Forum wird immer davor gewarnt, jemanden schon nach ein paar Wochen als "trocken" zu bezeichnen.
    Das ist wohl auch der Grund, wieso man in einem bestimmten Bereich erst nach 1 Jahr schreiben darf.

    Ist sie immer noch mit dem anderen Typen zusammen?
    Ich würde dies als sehr kritisch sehen. Sicher, dass du sie jetzt schon sehen willst?

    Hallo Brummbär,

    die Gedanken, die du nun hast, hatte ich auch.
    Aber das Problem bei Suchtkranken ist, dass man dazu neigt, sie wie Krebskranke (als Beispiel) zu behandeln. Krebskranken würd es sicher helfen, wenn man sie unterstützt und ihnen hilft, gesund zu werden.
    Das große Problem ist, dass man den Leidensweg von Alkoholikern durch Hilfe nur verlängert. Der Alkoholkranke würd gerne weitertrinken- er ist schließlich süchtig und macht sich so lange, wie du dabei bist, alles noch läuft, etwas vor.. Nämlich, dass sein Verhalten so okay ist, es alles weiterhin funktioniert und er ja eigentlich keinen Grund hat, aufzuhören. Der Alkoholiker braucht seinen Tiefpunkt, der ihn zum Umdenken zwingt.

    Daher das "in Liebe fallen lassen". Nur so zeigst du auf, dass es so nicht mehr weitergeht.

    Ich dachte auch immer, es müsse doch in Mutters Sinne sein, aufzuhören. Es ist eine Sucht, die einschränkt- da sagt mir doch mein Verstand, dass man davon loskommen muss? Ich dachte, dass das Problem bestimmt "nur" ist, dass sie sich der Sucht nicht bewusst ist und ich ihr zeigen müsse, dass sie ein Problem hat.

    Falsch gedacht!
    Sie weiß es- aber sie duldet ihren Verfall.
    Und je mehr ich ihr zeigte, dass es so nicht geht, desto mehr geht sie auf Abstand, wird böse und gemein. Wie deine Mutter. Du weißt doch, was sie davon hält? Sie sagte, dass es dich nichts angehe.
    Im Prinzip hat sie recht- ein Recht zu trinken, ein Recht sich damit auf Dauer umzubringen.. Sie ist erwachsen und kann über ihren Körper selbst entscheiden.

    Auch sie sieht an ihrem Kontostand, dass da was falsch läuft. Sie ist sich dessen, was du ihr sagen willst, bewusst. Aber sie schickt dich weg, weil sie das nicht hören will. Denn sie hat sich fürs Trinken entschieden.

    Jetzt ist es bei dir, zu überlegen, was du willst.
    So wie früher wird es wohl vorerst nicht mehr.. Setzt du dich zu ihr ins sinkende Boot oder gehst du ans rettende Land?
    Momentan sitzt du noch im Boot.
    Du kannst ihr leider nicht helfen. So lange du bei ihr bleibst und damit ihren Konsum duldest, trinkt sie weiter.
    Du kannst nur auf dich aufpassen.
    Die härteste Art "Stopp- so gehts nicht weiter" zu sagen, ist, sie erstmal fallenzulassen. Mehr kannst du nicht tun. Und es muss auch nicht sein, dass es sie wachrüttelt. Aber es ist das wirksamste, das es gibt.

    Warum sie das macht.. Gute Frage. Ich weiß nicht, ob es einen einzigen Grund gibt. Ich frage mich auch immer, warum meine Mutter das macht. Bisher habe ich keinen Grund gefunden und es ist mühselig, das rauszufinden.
    Lies mal die Geschichten hier im Forum. Viele Alkoholiker machen sich was vor und schieben anderen Menschen die Schuld zu. Meine Mutter gibt meinem Vater die Schuld daran. Er sei ja so schlimm. Jetzt vor kurzem habe ich erfahren, dass sie schon vorher grenzwertig getrunken hat, bevor sie ihn kennenlernte.
    Es ist das einfachste zu sagen, dass andere Menschen Schuld an irgendwas sind. Schwieriger wäre es zuzugeben, dass einem manche Dinge über den Kopf gewachsen sind, dass es nicht DEN Auslöser gab, sondern man begann zu trinken, weil es sich gut anfühlte.

    Stress auf der Arbeit hatte ich auch schon so oft deswegen. Da gab es so viele Dinge, auch gesundheitlich, die mir aufgezeigt haben, dass ich langsam an mich selbst denken muss und nun Schluss damit ist, zu ihr zu halten- weil es eh nichts bringt, sondern mich nur Belastung aussetzt.
    Ich bin ein paar Jahre älter als du, aber sie trinkt schon, seitdem ich 3 oder 4 war.
    Ich dachte immer so, wie du. Irgendwann hab ich gemerkt, dass sie es sich immer schön bequem macht und trank, während ich beschäftigt war, mir Gedanken zu machen.
    Die Anstrengung war also der Mühe nicht wert. Sie trinkt immer noch; laut meinem Arzt ist es nun auch zu spät zum Aufhören. Ich denke oft darüber nach, was passiert wäre, hätte Papa mal wirklich durchgegriffen und sie vor die Tür gesetzt.. Aber jetzt ist es zu spät.

    Zu Hause schlafe ich auch nicht mehr gut, aber ich bin dann auch mit Anfang 20 ausgezogen, weil ich merkte, dass es keinen Zweck mehr hat. Seitdem geht es mir besser. Sie trinkt immer noch, aber das würde sie auch, wenn ich da geblieben werde. Mitlerweile bin ich ernsthaft dadurch krank geworden und habe die ärztliche Anweisung, dass ich mich nicht mehr damit auseinander setzen sollte. Meine Krankheit ist seitdem nicht mehr fortgeschritten; ich hoffe, dass es so auch bleibt.

    Ich war neulich bei einer Suchtberatungsstelle, die haben mir sehr geholfen. Vielleicht würde es dir auch helfen, dort mal unverfänglich hinzugehen?
    In Charlottenburg gibts einige Angebote. Die können dich über deine Möglichkeiten aufklären bzw dir Tipps geben, wie du Gespräche mit deiner Mutter am besten führen kannst.

    Wenn du sonst Fragen hast, kannst du sie hier stellen.

    Alles Liebe,
    Natalie

    Wut auf andere kann ich scglecht zulassen.
    Ich bringe für alles und jeden Verständnis auf, entschuldige zu viel und gebe mir für vieles selbst die Schuld, obwohl dies die Schuld anderer sein sollte.

    Das ist mein Problem.

    Natalie

    Hallo Suzy!

    Wie wäre denn Weihnachten -realistisch betrachtet- mit deinem trinkenden Mann?
    Wäre er nüchtern, glücklich und zufrieden, würde er dich mit Respekt behandeln, die Stimmung harmonisch, alle Mann zusammen unterm Christbaum und der Himmel voller rosa-roter Wolken?
    Wahrscheinlich nicht, oder?

    Mamas Tod ist der Punkt, vor dem ich riesige Angst habe. Er ist nicht umgänglich und wird eines Tages kommen. Momentan ist ihr Bauch ja schon riesig, wird immer größer.. Sie immer dünner. Ich mag gar nicht daran denken. Es wird wohl dann nicht nur darauf hinauslaufen, dass ich mit ihrem Tod fertig werden muss, sondern auch, dass mein Vater alleine bleibt und alleine nicht klarkommen wird/will und dass ich dann wohl den Vorwürfen der Verwandtschaft ausgesetzt bin.
    Momentan bin ich nur noch alle drei Wochen bei meinen Eltern, zu Familienfeiern gehe ich bis auf Weihnachten nicht. Zu ihrem Alkoholkonsum beantworte ich keine Fragen mehr. Wir sind damit "verblieben", dass ich mich bei ihnen melden werde, sobald sie einen Entzug gemacht hat.. Wer es glaubt, dass dieses Gespräch je stattfinden würde..
    Einfach nur, um Ruhe vor ständigen Fragen zu haben, sobald sie bei Familienfeiern nur Wasser oder Saft trinkt. Dann denken ja alle, sie hätte aufgehört zu trinken, wäre nun trocken und wollen die Bestätigung von mir hören.

    Es klingt für mich so, als gäbe es in deiner (weiteren) Familie auch mehrere Alkoholiker? Wie wird dort denn mit Alkoholismus umgegangen?
    Ebenso wie in meiner, oder sind deine Angehörigen aufgeklärter?

    Danke!
    Natalie

    Hallo Je suis!

    Ich meinte damit, dass es komisch ist, dass er nicht stutzig wird, wenn du den Kontakt eingestellt hast.

    Ich habe für mich die These gefunden, dass Alkoholiker weder sich selbst lieben (sonst würden sie sich nicht im Laufe der Jahre vergiften) noch in der Lage sind, andere Menschen richtig zu lieben. Das würd dann auch seine widersprüchlichen Aussagen erklären. Womöglich hat er nun durch den Familienbesuch gemerkt, wie nett es ist, jemanden um sich zu haben und wollte dich wieder einlullern, damit du deinen alten Part übernimmst?
    Nun.. Das ist nun eh wurscht.

    Ich finde es gut, wie realistisch du die Situation siehst.
    Ja, nach Trennungen gibt es immer Aufs und Abs. Vielleicht hilft es dir, für das nächste Ab vorzusorgen?


    Alles Liebe,
    Natalie

    Hallo Martin,

    ich bekomme es seit 23 Jahren bei meinen Eltern mit, wie eine Beziehund zwischen Alkoholikerin und Co-Abhängigem läuft.
    Auch kann ich mir vorstellen, dass es sehr schwierig ist, sich aus dieser Verwobenheit zu lösen.
    Ich kann dir aus dieser Erfahrung sagen, dass es nichts ist, womit Mann oder Frau glücklich werden wird.
    Laut neuster Statistik sterben Alkoholiker deutlich früher. Die Frauen mit Mitte 60. Meine Mutter wird es so lange nicht mehr schaffen, sie ist nun Mitte 50 und es sieht schon sehr schlecht aus.
    Seit 23 Jahren hat sich das Familienleben zum bloßen Horror entwickelt. Meinem Vater geht es da wohl wie dir. Letztendlich wird er mit Mitte 60 Witwer sein und sitzt dann vorm Scherbenhaufen.
    Dies hat dir deine Frau abgenommen. Sie wird sich nicht ändern und der neue Partner nicht mit ihr glücklich; ebenso, wie du es nicht geworden wärest. Für deine Frau ist es eh gleich, mit wem sie zusammen ist.. So lange der Alk bleibt.

    Nun hast du aber die Chance, nochmal von vorn anzufangen und dann, egal, ob in naher oder ferner Zukunft, eine wirkliche Chance auf eine gute Zukunft im Alter zu haben.

    Vielleicht hilft es dir, für die kommenden Tage einen Aktivitätenplan aufzustellen oder zu sammeln, was du alles nun machen möchtest?

    Alles Liebe,
    Natalie

    Hallo Suzy,

    es freut mich für dich, dass du die Überweisungen zur Kur und zur Therapie bekommen hast- das wird dir gut tun.

    Auch ich habe mich gefragt, warum du dich immer wieder in diese Situation bringst, dass du dich "angreifen lassen" musst?
    Man greift niemanden an, das ist nicht in Ordnung. Gesunde Menschen wissen das. Aber ich möchte diese Vernunft einem nassen Alkoholiker nicht zusprechen. Also sorge ich mich selbst um mich und vermeide diese Situation.

    Meine Mutter ist auch so jemand, der gerne mal fies und verletzend wird.
    Sie ist krank, das Gehirn in der Zeit geschädigt.
    Ich denke, es ist zwecklos, einem Alkoholiker vorzuhalten, welchen Schaden er damit anrichtet und mich mit meiner Mutter auf solche Diskussionen nicht mehr einlassen. Ich meine, er säuft sich doch selbst zu Tode und akzeptiert dies. Wenn er das für seine eigene Gesundheit selbst akzeptiert- was schert er sich dann um die Gesundheit anderer?
    Zieh dir den Schuh nicht an; es ändert doch eh nix und seine Argumentation zeigt doch vielmehr, dass mit ihm diese Gespräche auf der Ebene nicht möglich sind.

    Ich kann nur für mich die Konsequenzen ziehen und selbst auf mich aufpassen.
    Sonst wäre es so, als ob du immer wieder auf die heiße Herdplatte langst und dich beschwerst, dass du dich verbrennst.

    Ich hoffe, dir werden Kur und Therapie helfen! Das ist schonmal ein guter Schritt.

    Alles Liebe, Natalie

    Was willst du denn für Ratschläge?
    Was willst du denn für dich? Was wünschst du dir, wie fühlst du dich?

    Weißt du, das Problem von Co-Abhängigen ist, dass sie sich selbst vergessen, um den Suchtkranken kreisen und ihre eigenen Wünsche und Gefühle vergessen. Dass sie es zu ihrem Lebensinhalt machen, den Suchtkranken trocken zu legen. Aber sie gar nicht daran denken, dass manche Menschen, wie deine Mutter anscheinend auch, gar nicht daran denken, einen Entzug zu machen und trocken zu werden.
    Für uns Angehörige ist es logisch, einen Entzug zu machen und vom Alk loszukommen- für Suchtkranke gehört es zur Sucht, nicht davon loskommen zu wollen.

    Deine Mutter macht dir deutlich, dass sie ihre Ruhe will und du sie damit nicht behelligen sollst. Es ist ihr Wunsch. Wenn sie nicht will, musst du das akzeptieren.
    Mein Rat ist, dein eigenes Leben anzugehen. Wenn dich die Situation belastet, solltest du eher ausziehen, als sie zum Entzug bringen zu wollen. Vielleicht kannst du prüfen, ob du Beihilfe zur Ausbildung oder Wohngeld beanspruchen kannst, um alleine über die Runden zu kommen.
    Für deine Mutter könnte dein Auszug wiederum ein Warnschuss sein, der sie zum Nachdenken bringt.

    Konzentrier dich mehr auf dich. Du schreibst ausführlich, welchen Kontostand sie hat, was sie bevorzugt trinkt und was nicht, wie schwer sie es hatte. Aber kein Wort über dich.

    Deine Mutter ist erwachsen- wenn sie trinken will, kann sie trinken. Wenn sie sich dafür verschulden will, macht sie das. Es ist wiederum deine Entscheidung, wie du damit umgehst.
    Es tut mir leid, dass sie ein schweres Leben bisher hatte. Ich denke, wir alle haben Probleme; aber es ist unsere Entscheidung, wie wir damit umgehen.

    Pass auf dich selbst auf.
    Wenn du an meiner Geschichte interessiert bist, findest du meine Vorstellung im anderen Forenbereich- Co-Abhängige und Angehörige oder über mein Profil.
    Meine Mutter jedenfalls trinkt schon seit 23 Jahren. Daher mag das, was ich schreibe, manchmal etwas heftig klingen. Es ist jedoch meine eigene Erfahrung und nicht böse gemeint.

    Alles Liebe,
    Natalie

    Ja, mir gehts momentan auch sehr so.
    Wir sehen uns ja alle 3 Wochen für 2 oder 3 Tage- aber dennoch. Ich kann einfach nicht auf sie zugehen und normale Gespräche sind auch nicht möglich.
    Sie hat so gar keine Ahnung, was in mir vorgeht. Woran ich denke, was ich wünsche. Und ich weiß auch nicht, was in ihr vorgeht. Auch wenn wir uns treffen, steht wohl die Sucht immer zwischen uns.

    Als ich zuletzt bei ihr war, hab ich von einer Bekannten gesprochen, deren Vater lange sehr krank war. Sie hat ihn noch gepflegt, dann ist er gestorben.
    Da war meine Mutter plötzlich sehr bedröppelt und in sich gekehrt.. Mir war klar, woran sie denkt, erstmalig mal wieder und dann an das.
    Dazu ist zu sagen, dass Mutter >20 Jahre trinkt und nun auch schon schwer gezeichnet ist. Ihr Bauch ist unübersehbar, der restliche Körper immer dünner. Sie weiß wohl, wie es um sie steht. Ich gehe von einer Leberzirrhose aus, das ist auch die Vermutung des Arztes, mit dem ich über sie sprach. Sie wiederum hat einen anderen Arzt, war dort vor 2,5 Jahren oder so zum Check und wird daher wissen, was Sache ist. Nur sagt halt nichts.

    Heute ist zum ersten Mal seit langem wieder so ein Abend, an dem mir sehr zum Heulen ist. Ich vermisse so sehr ein normales Leben; mit Eltern im Hintergrund, die mich stärken, zu denen ich immer hinkommen kann, dich mich dann auffangen. Meine müssen selbst aufgefangen werden, da ist kein Platz für meinen Fall. Ich würde gerne mal wieder unbeschwert und glücklich bei ihnen anrufen oder vorbeikommen. Ohne vorher zu grübeln, ob ich es mir leisten kann, dort aufzuschlagen und dann eine kleine Hölle zu erleben. Im Moment muss ich wg meines Studiums durchhalten, noch bis März. Die Besuche machen mich total fertig.
    Ich würde gerne auch wissen, dass meine Eltern glücklich sind.. Unbeschwert sein, mal entspannen.
    Gerne würde ich mal zusammen mit ihnen glücklich sein.

    Das ist alles nicht möglich. Mir graut es schon wieder vor Weihnachten. Mutter wird bedrückt sein, getreu "möglicherweise das letzte Weihnachten" und Vater wird krampfhaft so tun, als wäre nichts und alles super und in Ordnung.

    Heute ist ein Tag zum früh ins Bettgehen.

    Solidarische Grüße,
    Natalie
    (ich hab so eine Sche*ßangst :( )

    Hallo Thea66,

    ich habe, wie auch Renate, spontan gedachte, dass es nicht unbedingt Co-Abhängigkeit ist. Du scheinst ihn sehr zu kontrollieren und ihm damit zu zeigen, dass du ihm doch nicht vertraust.
    Kontrollzwang gehört mitunter zur Co-Abhängigkeit, muss es aber nicht. Ich lege durchaus auch bei meiner Co-Verhalten an den Tag, obwohl ich mich in ihren Alkkonsum nicht mehr einmische und sie "machen lasse". Ändern kann ich es eh nicht.
    Aber auf der anderen Seite ist nicht jeder kontrollsüchtige Mensch co-abhängig.

    Mein Vater ist zum Beispiel der Co in Person. Er kontrolliert Mutter auf Schritt und Tritt. Ob sie getrunken hat, was sie eingekauft hat, wieviel Geld sie ausgibt, wen sie anruft. Wenn irgendwas runterfällt, sei es nur eine Gabel, steht er direkt in der Tür und muss nachschauen, was es war und warum.
    Ich finde es schon sehr bedenklich, wenn er sie so kontrolliert, auch wenn er meint, in ihrer Sucht einen Grund zu haben, der das legitimiert. Wäre ich an ihrer Stelle, würde ich es nicht ertragen und ihm klare Grenzen setzen.
    Jetzt ist es aber auch so, dass er meint, mich zu kontrollieren, wenn ich da bin. Ich könnte ja ebenso werden wie Mutter. Also wird jedes Glas Alkohol, was ich irgendwo in der Hand habe, kritisch beäugt. Auch wenn ich so gut wie nie etwas trinke. In der Pizzeria wird zum Schluss ein Glas Marsala gereicht- auch das muss ich ablehnen, wenn er dabei ist. Als ich einer Freundin, die ihr Studium beendet hat, eine Flasche Sekt kaufte, wurde ich gefragt, ob es denn sein müsse. Jetzt war er mal in der Wohnung meines Freundes, der hier den ein oder anderen Schnaps rumstehen hat- das meiste rührt er eh nicht an, es sind Geschenke von der Familie oder von Freunden- und ist dann den Rest des Tages mit großer Leidensmiene rumgelaufen. Wenn ich angerufen werde, will er auch wissen, wer dran war, wenn ein Paket kommt, was drin ist. Wenn mir irgendwas runterfällt, dann rennt er; wirklich, er rennt- innerhalb von Sekunden steht er hinter mir. Wenn es also nach ihm ginge, dann weiß er immer, was mein Partner oder ich machen, mit wem wir sprechen und am liebsten würde er uns verbieten, Alkohol zu trinken und uns sowieso vor uns selbst schützen und in Watte einpacken.

    Man kann jetzt sagen, dass er viel durchgemacht hat und sich deswegen Sorgen um mich macht. Aber das geht nicht! Er kann mir nicht ständig misstrauen, mir zeigen, dass er meint, ich könne nicht für mich selbst sorgen und mir meine Freiheit nehmen, indem er über mich bestimmt.
    Und so sehe ich das auch bei dir und deinem Partner.
    Wie soll er es für den Rest seines Lebens bei dir aushalten, wenn er über jeden Schritt oder jedes Getränk Rechenschaft ablegen muss? Sei es nur ein Multivitaminpräparat. Wo hört es dann auf? Wenn er es einmal zulässt und dich über alles informiert- wärest du dann damit zufrieden, wenn er sagt, dass du alles weißt, mitbekommen hast, dass alles in Ordnung ist und er dir nun nichts mehr mitteilt? Nein, das würde dich dann erst recht beunruhigen.

    Ich weiß jetzt nicht, was schlimmer ist- dass man mir ständig die Freiheit nehmen will, ich zu Hause keine Privatsphäre habe- oder dass er mir jedes Mal damit zeigt, dass er mir nicht vertraut und mir keine Eigenständigkeit zuspricht.

    Ich halte das Verhalten meines Vaters jedenfalls nicht mehr aus. Er ist nicht einsichtig; daher hab ich die Konsequenzen gezogen, bei aller Liebe den Kontakt einzuschränken und schließe es auch für die Zukunft aus, dass er zu mir zieht, sobald Mutter tot ist.
    Wenn du weiterhin mit deinem Partner zusammenbleiben möchtest, solltest du an dir arbeiten und dich ändern. Klar, kann er zu Beginn Rücksicht nehmen- aber es scheint mir, als wäret ihr schon länger zusammen. Wenn du sogar mitbekommst, wenn er Präparate online bestellt, wohnt ihr schon zusammen, oder? Und da hört es dann irgendwann auch auf.

    Alles Gute!
    Natalie

    Hallo Kristina!

    Ja, es ist bitter, wenn man sich an das Gesagte der Suchtkranken geklammert hat, ihren Worten Glauben schenkte und irgendwann dann doch von der Wahrheit eingeholt wird.
    Ich kenne das Gefühl der Verzweiflung nur zu gut. Diese Endgültigkeit macht auch mich manchmal fertig.

    Könnt ihr sie besuchen?
    Vielleicht fehlt ihr momentan die Kraft, ans Telefon zu gehen, aber sie würde sich durch eure Nähe gut fühlen?
    Ich kann nachvollziehen, dass du nun nicht weißt, wo dir der Kopf steht. Das ist ziemlich viel auf einmal, was dich ins kalte Wasser stürzt und überfordert.

    Wie geht es denn deinem Mann?
    Vielleicht hilft es euch, euch im Krankenhaus zu erkundigen, mit den Ärzten zu sprechen. Manchmal hilft es, über die Situation zu sprechen. Dann wisst ihr, wo ihr dran seid und die Ungewissheit macht euch nicht noch mehr fertig.

    Kennt ihr einen der letzten Wünsche der Schwester, den ihr ihr noch erfüllen könnt? Vielleicht wäre es für euch eine Möglichkeit, mit dem baldigen Tod umgehen zu können.
    Ihr könntet auch zu einer Suchtberatungsstelle gehen oder zu AlAnon, um über die Gegenwart zu sprechen.

    Alles Liebe,
    Natalie

    Hallo Miriel,
    ja, so ist es auch bei uns. Zwar ist das Verhältnis zu meinem Geschwister gut, aber auch der Rest meiner Familie, mit dem ich früher einigermaßen zu tun hatte, schießt nun quer.
    Ich habe das Gefühl, dass sie mit meiner Rolle zufrieden waren und es ihnen angenehm war, dass ich die Verantwortung trug. Ich sollte Mutter mit meinem Fernbleiben/Besuchen konditionieren und auf sie aufpassen. Dadurch, dass ich diese Rolle verlassen habe, sehen sie sich nun in der unangenehmen Position und versuchen nun, mich mittels schlechtem Gewissen wieder zurückzudrängen. Das ist aber nicht möglich... Dort will ich nicht wieder landen- daher habe ich den Kontakt nun beendet und wir sehen uns zu Weihnachten nur noch. Zu anderen Treffen komme ich zwischendurch nicht mehr mit. Einladungen bekomme ich aber auch nicht von den Feiernden persönlich; daher habe ich auch nicht das Gefühl, dass meine Freiheit, nicht mehr jede freie Minute zu Hause zu verbringen, von ihnen akzeptiert wird. Meine Mutter weist mich auch nicht auf Feiern hin. Auch gut.

    Ich bin mal gespannt, wie meine Familie in sechs Wochen auf meine Figur reagiert. Prinzipiell sind sie alle schlank, aber sie fokussieren sich sehr auf ihre Makel, die ja jeder Mensch irgendwo hat. Selbst Models werden ja noch gefotoshopped, um perfekt zu sein. Trotz Konfektion 36 fühlen sich die Damen der Familie noch minderwertig und rennen rum wie graue Mäuse. An Fotos ist nicht zu denken. Mir hat man versucht, meine Diät ab Größe 40 auszureden; meine Kleidung, mit der ich meinen Körper betonte, wurde kritisch mit angezogenem Mundwinkel beäugt. Ich werde mich Weihnachten schick anziehen und habe seit dem letzten Treffen weiter abgenommen und bin mit mir im Einklang; das passt ihnen gar nicht, weil sie sich nun neben der ehemals dicken, unzufriedenen Natalie nicht mehr besser fühlen können.
    Zu der Liebe-Frage: nein, solches Verhalten zeugt nicht von Liebe. Es zeugt davon, jemanden zu seinem eigenen Vorteil zu benutzen. Wenn ich jemanden liebe, dann verbringe ich um seiner selbst Willen Zeit mit ihm.. Und nicht, um für mich auf seiner Kosten etwas rauszuschlagen. Leider geraten in von Alkohol geprägten Familien Zwecke und Abhängigkeiten in den Fokus, als Motor des Handelns. Weil die eigenen Bedürfnisse nicht befriedigt werden, werden andere dazu instrumentalisiert, damit man sich besser fühlt.
    Eine Verwandte, mit der ich länger zu tun hatte, trug mir mal einen Termin hinterher, der für mich nicht relevant war. Der Kontakt schlief dann auch etwas ein. Ich hatte mich an Termine zu halten, von denen ich nicht ausging, dass sie für sie wichtig wären. Später kam raus, dass sie sie verpasst hat, weil sie sich nicht darum gekümmert hat. Wer war Schuld? Ja genau, Natalie. Die hat das ja mit Absicht verschwiegen :D Schließlich sei ich in der Pflicht gewesen, sie zu informieren (obwohl ich von ihren Plänen diesbezüglich gar nichts wusste), da sie mich zuvor mit dem anderen Termin auch zugemüllt habe. Da wiederum habe ich festgestellt, dass ihre zuvor vorgeschobene Nächstenliebe nichts mit Liebe zu tun hat, sondern mit Egoismus in Reinkultur.
    Nun. So ist das leider.
    Ich bin aus dem kranken Familiensystem, das mir nicht gut tat, ausgestiegen und es fühlt sich besser an.

    Viele Grüße,
    Natalie

    Einen Job musst du wg einer Schwangerschaft nicht aufgeben; wenn er mit dem (ich weiß grad nicht genau, wie es heißt.. Es schützt jedenfalls Schwangere) nicht kompatibel ist.. dh, wenn du schwer heben musst oder Schichtdienst hast, länger als 8 Stunden oder über 20Uhr hinau arbeiten musst, dann muss man dir entweder eine andere Stelle anbieten, die zum Gesetz passt, oder dich arbeitsunfähig schreiben und dann kriegst du einen Großteil des Geldes über die Krankenkasse. Meine ich jedenfalls.

    Was willst du denn? Wie stellst du dir ein Leben vor, was hast du für Wünsche und Vorstellungen für die Zukunft? Hast du Hobbies oder irgendwas, was dich am Tag erfüllt?

    Alles Liebe, Natalie

    Mein Gedanke ist, dass es völlig egal sein wird, ob er nun Alkoholiker ist oder nicht- wenn er cholerisch ist und du schon jetzt das Gefühl hast, dass es nicht passt, ihr nach 2 Monaten nebeneinander herlebt und du dich wieder verbrennst... Was zählt dann noch, ob er Alkoholiker ist? Von einem solchen Partner würde ich mich auch trennen, wenn er nicht Alkoholiker ist.

    Ich bin Tochter eines Cholerikers und einer Alkoholikerin und kann dir sagen, dass das beides Dinge sind, die ein Kind, was heranwächst, sein Selbst durch die Eltern bildet und ausprägt, nicht braucht.

    Du solltest dir im nächsten 1/4-Jahre Gedanken darum machen, ob du wieder ausziehst (mein Rat dazu wäre "unbedingt"), wenn das Baby erstmal da ist, wirst du solche Möglichkeiten nicht mehr haben.. Dann brauchst du seine Hilfe und bist seinen Launen ausgeliefert.

    Sehr schön, ich freu mich für dich, Melanie!
    Ich denke, dass Menschen, die diese Arbeit mit Motivation und Freude erledigen, genau das sind, was unsere Gesellschaft braucht.

    Manchmal passieren eben negative Dinge, auf die man so keinen Einfluss hatte. Es ist nicht schlimm, wenn es passiert- es würde erst dann schlimm, wenn du nicht richtig handelst. Und das hast du ja nun getan.

    Ich würde es so sehen, dass so ruhige Kinder wie deine Tochter manchmal nicht wissen, wie sie sich verbal mitteilen sollen. Ich würde ihr SVV als Hilferuf sehen, den du gehört hast.
    Ansonsten hatte ich ja schon vor ein paar Tagen dazu geschrieben =)

    Hallo Prinzessin,

    macht euch da keine Vorwürfe.
    Meine Mutter trinkt seit knapp 23 Jahren; ein Großteil der Verwandtschaft hat es nach eigenen Angaben auch nicht mitbekommen.
    Alkoholiker sind die Meister im Lügen, Vertuschen und Verstecken. Wenn sie nicht wollen, dass du es mitbekommst, dann wirst du auch nichts erfahren.
    Wir sehen sie hier auch nicht mit Alkflaschen rumhantieren- betrunken ist sie dennoch ständig. Wobei ich mich jetzt auch nicht dafür verantwortlich sehe, ihre Flaschen wegzuschmeißen, bevor sie sie trinken kann. ABER manchmal findet man sie doch zufällig- unter seinem eigenen Bett, wenn man es beziehen will oder hinter den Blenden der Einbauküche.

    Ich wünsche euch für die kommende Zeit viel Kraft!
    Hat sie Familie/Kinder?

    Alles Liebe,
    Natalie

    (Ich glaube nicht, dass ihr da etwas hättet ändern können. Dass sie nicht wollte, dass ihr es erfahrt, zeigt, dass sie nicht aufhören wollte. Man kann davon ausgehen, dass sie schwieg, um in Ruhe weitertrinken zu können. Selbst, wenn ihr davon gewusst hättet, hättet ihr sie nicht zum Aufhören zwingen können. Wenn sie nicht will, ist es zwecklos. Und sie war sich bestimmt über die Konsequenzen im Klaren.)