Beiträge von Zimttee

    Wenn du Lust auf eine Kirschtorte hast, würde ich dir Rezepte mit Kirschen und Mascarponecreme empfehlen.. Ein paar Schokoladensplitter kannst du ja auch noch drüberstreuen.
    Rezepte findest du auf den Rezepteseiten im Internet

    Ich hatte mal ein Rezept, bei dem man Butterkekse zerkrümelte und mit Butter und Zucker mischte und als Boden in die Form gab. Darüber kam eine Mascarpone-Creme aus Mascarpone, Quark und Zucker. Dadrauf gab man Himbeeren, die man mit Götterspeise Himbeergeschmack und -natürlich- Zucker übergoss.
    Ich denke, du kannst die Himbeeren und die Himbeergötterspeise gegen Kirschen und Kirschgötterspeise tauschen.
    Wahnsinnig lecker!

    Hallo Nikada!

    Ja, meine Meinung und Wünsche werden hier nicht akzeptiert. Schon als ich ein Kind war, bekam ich Antworten wie "Kinder haben nichts zu wollen"- ich wurde quasi von klein auf zum Co herangezüchtet. Keine eigenen Wünsche, keine eigene Meinung, kein eigener Wille. Nur um andere sollte ich mich kümmern.
    Als ich meinem Vater sagte, dass ich ausziehen und studieren werde, fing er an, herzzerreißend zu heulen und sagte unter Tränen, dass ich mir mein eigenes Grab schaufle.
    Er ist in der Beziehung meiner Eltern der Co, Mutter die Alkoholikerin. Er erwartet von mir, dass ich bei ihnen bleibe, mich kümmere, damit alles nicht so schlimm wird.
    Manipulation, wohin man nur schaute.
    Das hat sich nicht wirklich geändert und ich gehe nicht davon aus, dass das noch geschehen wird.

    Meine Beraterin dort sagte, dass sie eine ausgebildete Therapeutin sei, aber die Beratung laut Träger keine Therapie sein dürfe.
    Aber dennoch hat diese Beratung, wie du schon sagtest, Züge einer Therapie. Bei vielem habe ich auch das Gefühl, die Dame spricht aus Erfahrung.
    Also wir sind jetzt so verblieben, dass man bei meiner Mutter wohl nichts mehr retten kann.. Auch wenn ein Entzug noch ein paar Monate mehr bescheren könnte- ABER ich hab ehrlich gesagt auch keine Kraft mehr, noch länger auf sie einzureden. Es ist jetzt knapp 3 Jahre her, dass ich ein letztes Gespräch versucht habe. Hab mir eine Vertrauensperson meiner Mutter an die Seite genommen und Mutter zusammen mit ihr besucht. Wir haben ihr gesagt, was wir fühlen, dass sie Unterstützung und Hilfe hätte bla bla bla. Mutter hat das Gespräch dann auch direkt abgebrochen und ist weggelaufen. Wollte nicht reden und hat das Gespräch auf unbestimmte Zeit verschoben, weil sie einen anstrengenden Tag hatte *Ausrede*.
    Was meinen Vater betrifft, meinte die Beraterin, könnte ich mal versuchen, ihn zu einem Gespräch bei einer Beratung zu begleiten.. Damit er eine Stelle findet, wo er professionelle Hilfe hätte und nicht alles auf mich abwälzt.
    Das wird dann auch mein letzter Versuch sein, ihm zu helfen. Wenn er das auch ablehnt, weil er sich zu fein für eine externe Beratungsstelle ist und nur mit seinen Kindern darüber reden will, hat sich das Thema auch für mich erledigt.
    Mal schaun, wann der nächste geeignete gute Moment dazu ist.

    Hallo Sally!

    Ja, hier wirst du richtig viele Parallelen finden. Auch wenn wir unterschiedliche Menschen sind, unterschiedlichen Generationen angehören- aber System und Mechanismen sind die gleichen.
    Wenn ich mir meine Familie angucke, hat von meinen Urgroßeltern bis zu meinen eigenen Eltern niemand das System überwunden. Alle sind drin kleben geblieben und haben es weitergegeben.
    Ich wette, dass alle soooo eine schlechte Kindheit hatten- ich auch. Aber das legitimiert es noch lange nicht, dass ich mich auch an der Flasche festhalte und meinen Kindern später das Leben zur Hölle mache. Da ist jeder selbst verantwortlich und in der Lage gewesen, es besser zu machen. Das wollten sie aber nicht- also braucht es dir für sie nicht leid zu tun, weil es ihre Entscheidung war und ihr Weg, den sie gemeinsam gegangen sind.
    Jeder wusste, was es für Konsequenzen für die Kinder haben wird- aber das war dann eben nur zweitrangig.

    Ich war vor einem Jahr im Sommerurlaub. Ich habe ihn mir selbst erarbeitet und es war das erste Mal, dass ich mit einem Flugzeug in Urlaub geflogen bin. Aber am Abend zuvor saß ich echt mit meinem Freund auf der Couch und konnte es nicht ertragen, dass ich in Urlaub fliege und meine Eltern hier weiterhin in ihrem Elend sitzen. Aber- man kann ihnen noch so viele Hilfen und Auswege bieten... Ihr Elend wollten sie bisher nicht verlassen. Dann müssen sie lernen, damit zu leben. Ich hatte die Chance und habe sie genutzt.

    Hallo Melanie!
    Danke für deinen Beitrag.
    Ich habe auch erst überlegt, ob ich es einfach durchziehen soll, die Stelle dort annehmen und dann eben bei meinen Eltern dicht machen.
    Ich gebe schon seit Jahren Paroli, sage ihnen, wenn mein Vater angerannt kommt und von mir hören will, ob sie getrunken hat, dass ich in ihre Spielchen nicht reingezogen werden will, dass er mich damit in Frieden lassen soll. Aber es nützt nichts.
    Jedes Mal fragt er mich aufs Neue, will mich auf seine Seite ziehen, dass ich ihm "helfe" und dabei den Streit der beiden noch weiter antreibe.
    Er begreift nicht, dass es mir damit nicht gut geht, sondern sieht sich als das große arme Opfer. Ich bin ja ausgezogen und habe ihn alleine gelassen.
    Ich glaube, würde ich dorthin zurückziehen, müsste ich mir einen Papageien anschaffen, der dann für mich plappert und wiederholt.
    Die Leute im Ort reden auch und wahrscheinlich wird mein Vater dann auch auf die Tränendrüse drücken.. Ganz zu schweigen von mit Leidensmiene vor der Tür stehen.
    Meine Verwandtschaft überhäuft mich auch schon mit Vorwürfen, was ich hätte tun sollen und was ich nun noch tun soll. Als ob Mutter ein dressierbares Schoßhündchen wäre, bei dem man den richtigen Knopf finden muss, dass es klappt.

    Ich ahne schon, dass mich das alles sicher auch später noch einholen wird- keine Frage. Aber ich denke, dass räuml. Abstand bis dahin ganz gut für mich sein wird. Sobald ich im Ort meiner Eltern bin, bin ich total nervös, neben der Spur und stopfe alles essbare in mich rein. Ich falle direkt in alte Muster zurück.
    Soviel zur Erkenntnis der letzten Tage.

    Respekt, dass du das so hinkriegst, aber ich glaube, das ist nichts für mich.

    Danke für deine Rückmeldung!

    Natalie

    Hallo Arwen,

    mein Gedanke geht in eine ähnliche Richtung wie Lindis Gedanke.
    Du bist 35, dein Mann wahrscheinlich auch in dem Dreh.
    Ich halte es für unwahrscheinlich, dass er mit Anfang 60 frisch und fröhlich auf die Rente wartet. Wenn du bis dahin noch mit ihm zusammen bist, wirst du eh für die Kredite alleine aufkommen UND zusätzlich seine Pflegerin werden. Falls er die 60 überhaupt noch erlebt. Aber dann stehst du mit 60 alleine. Ich möchte behaupten, dass es mit Mitte 30 einfacher wird.

    Ich finde es super, dass du so verantwortungsvoll handelst und in diese Beziehung keine Kinder setzt. Wenn es dich sehr beschäftigt, könntest du mit deinem Gyn darüber sprechen. Mit einem Bluttest kann er dir sagen, ob deine biologische Uhr schon tickt und du dich beeilen musst.

    Ansonsten bin ich der Meinung, dass 35 nicht zu spät ist. Es ist die Zeit, in der du noch umspringen und neustarten kannst. Mag sein, dass es auch Frauen gibt, die mit Anfang 30 in die Wechseljahre kommen- ABER es gibt auch Frauen (ich kenne eine), die haben mit Ende 40 das erste Zwillingspärchen bekommen und nun mit knapp 52 Jahren das zweite. Ist zwar nicht unbedingt mein Plan, wäre aber eventuell möglich. Und bis dahin hast du noch 20 Jahre Zeit ;)

    Nur Mut! Du wirst dich zu Tode ärgern, wenn du irgendwann deinem Mann beim Dahinsiechen zugucken musst.

    Hallo Sally!

    Meine Mutter ist seit über 22 Jahren Alkoholikerin (seitdem ich ein Kleinkind war) und mein Vater eine sehr dependente, unselbständige Persönlichkeit. Er kommt alleine nicht klar und setzte Mutter deswegen keine Grenzen. Die einzige Möglichkeit, sich als Co nicht auf der Nase rumtanzen zu lassen, ist, wenn alles andere nicht mehr fruchtet, den Partner vor die Tür zu setzen. Das hätte er meiner Meinung nach tun müssen, schon alleine, um uns Kinder zu schützen. Hat er aber nicht, da dies bedeutet hätte, dass er sich selbst versorgen muss.

    Also hat er uns schon als Kleinkinder die Verantwortung für Mutter zugeschustert, hat sie immer wieder ergebnislos unter Druck gesetzt, ihr körperliche Gewalt angetan, um sie zum Aufhören zu zwingen- alles vor unseren Augen. Für uns war es die Hölle.

    Ich hatte auch lange sehr sehr starke Schuldgefühle. Uns wurde immer eingeredet, dass wir Schuld an Mamas Zustand wären, weil wir nicht gut genug halfen, weil wir zu anstrengend waren und ihr die Nerven nahmen, undankbar waren und und und. Dabei waren wir Kinder, durften aber nie Kind sein. Schließlich hatten wir auch nie Freunde zu Hause, weil niemand erfahren durfte, was zu Hause abgeht. Da konnte man nie jemanden mitbringen, was einen auch in der Schule zum Außenseiter machte und sozial isolierte.
    Meine Schuldgefühle erdrückten mich, dass ich kaum traute, mein eigenes Leben in Angriff zu nehmen. Keine Zusatzkosten verursachen, weil die armen Eltern mit ihren beiden Gehältern so schlecht dran sind und Mutter davon überzeugt war, dass das ein oder andere den finanziellen Ruin bedeuten würde. Keine Forderungen stellen, weil dies überfordert und Kinder nichts zu fordern haben.
    Boah, es war grauselig.. Mich schüttelts, wenn ich nun darüber nachdenke.
    Ich dachte nicht mehr an mich, war gedanklich nur bei den Eltern, wie ich sie entlasten könnte und wie schlimm es ihnen doch geht. Diese Rolle wurde mir von Vater jedenfalls schon früh zugeschoben. Als Kind hat man auch kaum eine andere Wahl.

    Vor drei Jahren hatte ich ein Schlüsselerlebnis.
    Richtig gut ging es mir schon lange nicht mehr; ich existierte eher, als dass ich lebte. Aber dann bekam ich in einer Klinik die Diagnose, dass meine Sehnerven mangels Durchblutung sehr angegriffen sind und ich ohne lebenslange Therapie und Lebensumstellung erblinde. Niemand konnte sich erklären, warum es mich mit Anfang 20 trifft- sind doch sonst nur 2% der über 50-Jährigen betroffen. Und dann- schwupps.. Mein Geschwister hats auch. Großes Fragezeichen bei den Ärzten, meine Eltern haben sich gar nicht drum geschert.
    Ich habe mich informiert, in Fachliteratur eingelesen. Ergebnis: psychische Belastung und Stress als Auslöser. Nunja, davon hatten Geschwister und ich genug für 2 bis 3 Leben.
    Das war so der Moment, in dem ich dachte, dass es so nicht weitergehen kann. Sonst gehe ich im wahrsten Sinne des Wortes selbst mit drauf und das kanns doch nicht sein?
    Nunja, ich habe nun mein ganzes Leben geändert- Ernährung, viel Gewicht verloren, ganz viel Sport. Ich fand so endlich etwas zu mir. Schon alleine dadurch, dass ich meine Wünsche, Bedürfnisse und Ängste zuließ und nicht mit Essen unterdrückte. Das war so die glücklichste Zeit in meinem Leben und genua deswegen ging es mir plötzlich wieder schlecht.
    Wie kann ich nur glücklich sein, wenn es meinen Eltern so schlecht geht? Ich fühlte mich, als würde ich sie im Stich lassen.
    Und wiederum in der Situation wurde mir klar, dass sie für sich selbst verantwortlich sind. Dass sie ja auch selbst nichts für sich machen- wie soll ich dann was ausrichten? Zudem ließ ich dann mal den Gedanken zu, was sie mir mit ihrem Verhalten alles angetan haben. Wie sehr ich gelitten habe als Kind, wie oft ich mich in den Schlaf geheult habe. Ich war ständig als Kind dauernervös, hatte Konzentrationsschwierigkeiten, womit ich schon in der Grundschule aneckte. Später, mit 14, kamen dann ständige Magenschleimhautentzündungen hinzu, ich futterte mir 20kg Übergewicht an, knibbelte meine Fingernägel, verletzte mich selbst, meine Kopfhaut war vor lauter Stress total entzündet und dann noch der Grüne Star. Das war der Moment, in dem ich zum ersten Mal kein Mitleid mit meinen Eltern spürte, sondern richtige Wut, weil sie mich diesem Sche*ß ausgesetzt haben, mich mit der Verantwortung überforderten, die sie selbst nicht tragen wollten, mir ein dauerhaft schlechtes Gewissen und Schuldgefühle einredeten und sich immer noch selbstgefällig als gute Eltern hinstellen, die ja alles machen, sodass es uns nie an irgendwas fehlte.
    Das war der Moment der Erkenntnis, in dem ich merkte, dass nicht ich diejenige bin, die Schuldgefühle haben sollte- schließlich habe ich nichts verbockt. Ich war ein Kind, konnte mich nicht wehren und war auf den Schutz der Eltern angewiesen.
    Meine Eltern sollten sich hingegen mal Gedanken machen, was sie so versäumt haben. Jedenfalls bin ich die letzte, die sich schlecht fühlen kann.

    Autogenes Training habe ich auch gemacht.. Seitdem ich auf räumlichen Abstand achte und autogenes Training mache, habe ich meine Nervosität im Griff.

    Als Rat würd ich spontan geben, dass du versuchen solltest, dich auf dich selbst zu konzentrieren, Beschäftigungen zu finden, die dir gut tun und zugleich zu überlegen, wie genau deine Eltern gehandelt haben, wie es dir dabei ging, was du dir stattdessen gewünscht hättest und welche Konsequenzen du ertragen musstest.
    Vielleicht kannst du so auch die Schuldgefühle überwinden.

    Alles Liebe,
    Natalie

    Ich kann nachvollziehen, wie es dir geht.
    So geht es mir ja auch häufig. Aber mir hilft es dann immer, mir vor Augen zu halten, was ich alles einstecken muss und dass es das eben nicht wert ist.
    Es schleicht sich im Laufe der Zeit so viel ein, was man gar nicht so wahr nimmt.. Aber wenn man dann mal genauer überlegt, merkt man erst, wie lang die Liste schon ist.

    Vielleicht ist deine Muskulatur sehr verspannt, das äußert sich bei mir immer in Nacken- und Schulterschmerzen. Hast du eine Badewanne in der Nähe, in der du ein Bad nehmen kannst? Mir hilfts dann auch, schwimmen zu gehen.

    Ich weiß jetzt nicht, was du für ein Handy hast..
    Aber eigentlich war es bei meinem 5 Jahre alten Modell schon möglich, manche Nummern einfach (temporär) zu sperren.
    So siehst du erst gar nicht, was von ihm für Nachrichten gekommen sind, gerätst nicht in Versuchung, sie doch noch zu lesen oder grübelst nicht drüber, ob nicht doch was nettes drinstand. Was du nicht weißt, macht dich nicht heiß ;)

    Wozu soll der Kontakt denn überhaupt noch möglich/bestehen bleiben?

    Ich bin zwar keine Alkoholikerin, aber ich habe einen sehr empfindlichen Magen.
    Neulich haben mich auch ein paar Fruchtgummis im Supermarkt angelacht; statt, dass ich zwei genommen ;) habe, sind es ein paar mehr geworden und mir war am nächsten Tag hundselend. Meine Erklärung war, dass mir eben die Fruchtsäure auf den Magen geschlagen ist. Das passiert ab und an mal, wenn ich vorher nichts im Magen hatte.
    Ich bevorzuge Schokolade ^^

    Hm, wo du das so sagst, Miriel.
    Der Unterschied ist wohl, dass diese Damen ohnehin keine ernsthaften Gespräche mehr führen. Wenn ich mich zu zweit mit denen unterhalte, dann geht es meistens nur um sie. Zu Beginn werd ich mal gefragt, wie es geht und was die Uni macht. Meine Antwort wird mit einem unspezifischen Satz abgefrühstückt und das wars dann. Naja, mit den Mädels hab ich nichts mehr zu schaffen, eben aus den Gründen. Aber auf der einen Geburtstagsfeier sind auch noch andere da, die ich gern wiedersehen würde und die nicht so drauf sind.
    Ich würde nicht von den Leuten erwarten, dass sie auf Alkohol verzichten, wenn man mit ihnen in einer Kneipe ist. Sie verstehen den Zusammenhang eh nicht und merken wohl auch nicht, dass sie sich unter Alkoholeinfluss so verändern.
    Was spricht denn dagegen, mit ihnen in ein Café zu gehen? Aber direkt verbieten würd ich nix, ist ja deren "Bier". Im wahrsten Sinne.

    Wieso bist du denn für deinen XY noch erreichbar? Das führt doch eh zu nix :/ So lässt du dir nur in dein Leben reinpfuschen. Du bist zwar nicht mehr mit ihm zusammen, hast keine Zukunft mit ihm, aber lässt dir dein Leben dennoch von seiner Sippe und ihm schwer machen. Das ist viel zu viel Einfluss/Macht für jemandem, der es nicht wert ist, oder?

    So fehlt dir nun die Arbeitszeit heute, du bekommst weniger Lohn am Ende des Monats, dir tun die Knochen weh, du bist in Gedanken sonstwo, aber nicht in der Uni und und und. Und wofür? Was hast du davon? Warum ist dir dein Leben so wenig wert, dass du es dir so schwer machen lässt von irgendwelchen verkorksten Leuten?

    Natalie

    Soo, mitlerweile sind wieder ein paar Tage vergangen, in denen wichtige Entscheidungen getroffen werden mussten.

    Ich hab den Schreck dieser einen Prüfung verdaut und freue mich, dass es dennoch glatt gegangen ist. Es hätte schlimmer werden können ^^
    Meine Examensarbeit kann ich jetzt endlich anmelden, mein Prüfer war direkt mit dem ersten Exposé zufrieden und ich kann sie jetzt Montag einreichen- mit den anderen beiden Anträgen zu meinen letzten zwei Prüfungen an der Uni =) Unglaublich, ich hätte nie gedacht, dass es so gut klappen könnte.

    In der Uni hab ich mich sehr wohl gefühlt, hatte hier nun ein nettes Leben mit einem festen Job, mit dem ich mein eigenes Geld verdient habe und meinem Freund, der hier auch studierte. Alles in allem sehr bequem, auch wenn es stresste, Teilzeitjob und Ausbildung unter einen Hut zu bringen.
    Er ist nun mit seinem Studium fertig, ich auch (fast). Also werde ich diesen Lebensabschnitt aufgeben und irgendwo anders ins kalte Wasser springen.
    Prinzipiell habe ich Lust auf die Schule, aber der Wechsel ist mit großer Ungewissheit verbunden. Ich werde in meinem Bundesland irgendwo eingesetzt; auf den Ort habe ich eigentlich keinen Einfluss.

    Wahrscheinlich werde ich in einer ganz anderen Stadt landen als mein Freund, der sich nun bewerben muss. Ich werde erst im Januar erfahren, in welchen Teil meines Bundeslandes es mich verschlägt und kann das so leider nicht mit meinem Freund koordinieren.

    Jetzt muss ich meine Bewerbung abschicken; ich habe von einer meiner Praktikumsschulen eine Anfrage bekommen, ob ich bei ihnen mein Referendariat absolvieren möchte. Sie würden mich beim Land anfordern. Die Direktorin war echt super, die Schüler auch.. Die Schule hat einen guten Ruf UND mir gefällt es, dass die Schule Lehrerunterrichtsräume hat und keine Klassenzimmer.
    ABER- die Schule ist in meiner Heimatstadt und ich könnte jeden Tag bei meinen Eltern vorbei. Wahrscheinlich würde Vater auch erwarten, dass ich dann seinen Haushalt schmeiße und ihn versorge, wenn Mama tot ist. Mit letzterem muss man leider rechnen. Ich rechne nicht damit, dass sie meinen 30. noch erlebt.
    Die Beraterin der Suchtberatungsstelle war entsetzt, wie Papa sich bedienen lässt. Er lebt zu Hause wie im Hotel mit Wäscheservice und eigenem Butler. Er lässt sogar abends, wenn er noch Obst isst, seinen Müll und Verpackungen auf dem Wohnzimmertisch liegen und Mama räumt es am nächsten Morgen weg, bevor sie seine Brote schmiert. Natürlich steht sie vor ihm auf, obwohl sie ausschlafen könnte.
    In den Augen meiner Beraterin ist er eine extrem unselbständige, dependente Persönlichkeit, der wahrscheinlich alleine wirklich nicht klarkommt. Neulich war er mal in der Wohnung von meinem Freund und fragte mich, warum das Waschbecken dreckig sei- was soll mein Freund nur für einen Eindruck von mir haben, wenn auf dem Edelstahl der Schwarzteeflecken zu sehen sind?
    Meine Antwort "Sein Schwarztee, seine Wohnung, seine Küche. Zudem arbeite ich 20h/Woche, arbeite an meinem Abschluss. S. ist bereits fertig und gammelt hier von morgens bis abends rum. Das kann er sicher selbst erledigen."
    Meinen Dreck mache ich weg, aber ich bin nichts S' Putzfrau. Daraufhin meinte mein Vater, dass ich da natürlich putzen könne, nach dem Motto, dass S nicht mit mir zusammenziehen wird, wenn ich ihm hier nicht den Hintern abwische.

    Unglaublich.. Das alles, auch das Gespräch mit der Beraterin, hat mir die Augen geöffnet, dass es ein ganz großer Fehler wäre, das Angebot der Direktorin anzunehmen. Auch wenn die Stelle perfekt wäre und ich die Stunde Fahrt in Kauf nehmen würde, würden S und ich hier in unserer Studienstadt wohnen bleiben.. Aber mir wird die Nähe zu meinen Eltern nicht gut tun. Mein Vater wird nicht verstehen, dass ich mich auf meine weitere Ausbildung konzentrieren muss und der Job in der Schule mit Unterrichtsbesuchen und -vorbereitungen ein Knochenjob sein wird, der mich nachmittags bis abends am Schreibtisch sitzen lässt.

    Sondern er wird sich denken, dass ich an der Schule nur 45Min pro Stunde reden muss und den Rest des Tages frei habe und dann meiner Rolle als Tochter nachkomme, die Mamas Position einnimmt. Das glaubt er ja schon, wenn Mutter mal auf einem Ausflug ist.. Dann soll ich eben kochen und putzen, damit er die Finger nicht krumm zu machen braucht.
    Naja, also habe ich nun schweren Herzens auf die Stelle verzichtet und habe mich für ganz andere Bezirksregierungen beworben. Auch wenn das bedeutet, dass ich sonstwo landen werde.

    Die Würfel sind nun gefallen und ich bin gespannt, wo es mich hinverschlägt.

    Zitat von TimeIsAHealer

    Oder empfindet ihr es von ihr als unangebracht, sich so anzutuedeln, zumal sie von meinem XY weiss, da ich da inzwischen sehr offen damit umgehe.

    Warum sollte deine Freundin auf ihren Alkoholkonsum achten, nur weil du einen Freund hattest, der Alkoholiker ist?
    Auf diesen Zusammenhang wäre ich nie gekommen- wahrscheinlich macht sich jemand, der aus einem solchen Umfeld nicht kommt, erst recht keine Gedanken um seinen eigenen Konsum in einer vergleichbaren Situation in einer Kneipe oder Bar.
    Ich erwarte dies nicht von Freundinnen; jede/r soll das trinken, was er/sie will.
    Ich habe auch ein paar Freundinnen, deren Alkkonsum in einem bedenklichen Bereich ist.
    Sie benutzen Alk defitiv als Stimmungsaufheller (ihrer Depressionen), schießen sich auf Partys ab, benehmen sich dann im Anflug guter Laune total daneben, kot**n über die Tische in Kneipen.. Ist ja alles ganz lustig. Naja, mit 15 hat man drüber gelacht, mit knapp 30 find ichs einfach nur peinlich. Da ist es dann meine Aufgabe zu überlegen, ob ich mit diesen Menschen feiern gehe. Also überlegen brauche ich da eigentlich nicht, sondern lehne direkt ab.
    Jetzt plant eine Dame ihren Geburtstag zu feiern und sagte schon beim letzten Treffen, als ich nach dem 2. Glas Sekt ablehnte, dass ich aber auf ihrem Geburtstag mitbechern "müsse". Sie wolle sich so richtig betrinken, um ihren Geb zu feiern. Den kann ich natürlich nicht so einfach "schwänzen" und werde wohl hinfahren, aber eben meine Grenze einhalten. Weder verlange ich von ihr, ihren Alkkonsum runterzuschrauben, noch werde ich mich zum Trinken von ihr zwingen lassen.

    Alles Liebe!
    Natalie

    Melanie, manchmal tut es gut, richtig viel zu schreiben.

    Ja, Miriel, ich denke schon, dass sie genügend Verstand haben. Den verliert man, Mutter Natur sei Dank, nicht so fix. Vielleicht ist es eine vermeintliche Selbstschutzhaltung? Hier sagte doch mal jemand im Forum, dass er ohne Alk Angst hatte, nicht leben zu können. Weiß man, was in diesen Köpfen vorgeht?
    Mutter hatte mal Anwandlungen, sich ihr Problem einzugestehen. Einen Morgen hielt sie das aus, nachdem sie aus dem Krankenhaus kam, und hatte kritische Gedanken. naja, wer weiß, was man ihr dort gegeben hat. Aber sie war klar.

    Ich habe wahnsinnige Prüfungsangst, ich habe dadurch bestimmt 1,5 Jahre meines Studiums verloren. Ich dachte auch, die Hausarbeit/Klausur/Prüfung schaffst du nicht. Habe es immer geschafft, sie aufzuschieben und dachte, ich sterbe in der Situation, weil es so grausam wird. Bin in so eine Starre verfallen, in der ich es aushalten konnte, wenn ich nichts für die KLausur tat. Letztlich habe ich, überzeugt, dass ich das nieeee packen werde, diese Prüfungen aufgeschoben. Ich habe daran keinen Moment gezweifelt, dass ich dazu unfähig bin.
    Und nun? Es war hart und die Hölle, da durchzugehen und es auszuhalten- aber danach merkte ich, dass es doch geht, ich gute Rückmeldungen bekomme =) Alles super! Es hat sich gelohnt.
    Aber vllt ist es bei Suchtkranken ebenso. Verstand potenziell da, aber der Selbstschutz zwingt sie, sich der Wahrheit nicht zu stellen.
    Was ich aber daraus gelernt habe, ist, dass mir jeder sagen kann, dass doch alles gut wird und ich das bestimmt schaffe- dieser Zuspruch machte es für mich noch schlimmer.. Weil ich dachte, dass ich mich bloßstelle, wenn ich den anderen die Illusion von mir nehme, wenn ichs doch nicht packe.
    Fazit: Verstand da, aber der "Selbstschutz" siegte. Und so lange, wie ich mich der Situation nicht stellen will, kommt da niemand an mich ran, sondern macht alles nur schlimmer.

    Wie tief kann man nur sinken?
    Nun, das zeigt mehr als deutlich, welchen Zweck Freundschaft und körperliche Nähe für deinen Ex-XY haben.
    Problem: Du weißt, wie er dir seine Zweckfreundschaft (oder was auch immer) mit der Dame erklärt. Weißt du auch, wie er eure Ex-Beziehung ihr gegenüber erklärt, sodass sie das Spielchen mitspielt und ihm unterschlupf bietet?

    Es ist gut, dass du den Schritt der Trennung gegangen bist.
    Nur warum lässt du dich denn wieder auf diese elendigen Diskussionen ein? Er hat es vor dir nicht begriffen, er hat es in den Anfängen eurer Beziehung nicht begriffen, er hat es kurz vor, während und nach eurer Trennung nicht begriffen. Das sind doch alles Situationen, in denen es "Klick" machen sollte; Momente, in denen jeder gesunde Mensch denkt "verdammt, ich habs verbockt".
    Warum meinst du, dass er es ausgerechnet nun begreift?

    Man kann sich damit auch selbst kaputt machen, obwohl XY außer Landes ist. Weißt du, meine Eltern haben solche Gespräche immer noch, obwohl nun seit 20 Jahren klar ist, dass Mutter säuft.
    Da hört man immer noch Gespräche nach dem Motto "Du hast schon wieder gesoffen, du bist Alkoholikerin" "Nein, hab/bin ich nicht", "Doch, hast/bist du", "Nein", "Doch".

    Was meinst du, bringen dir diese Gespräche? Die große Erkenntnis seinerseits?

    Hallo Fatima,

    "das ist überhaupt mein krankheitsbild: kopf in den sand stecken und wenn
    es doch hart auf hart kommt und ich die realität nicht verleugnen kann,
    bin ich paralysiert, lasse mich komplett hängen, selbst morgens
    aufstehen kann dann zur harten probe werden."

    Das wäre für mich ein Grund, eine Therapie zu beginnen. Schlimmer kann es doch nicht werden?

    Ich gehe momentan zu einer Beratungsstelle und spreche dort mit jemandem. Die Gespräche sind danach nicht schlimm. Es ist etwas anstrengend, so intensiv nachzudenken, aber mir geht es nach den Terminen besser als vorher.
    Du kannst das ja für einen Versuch mal angehen und wenn es absolut nicht funktioniert, lässt du es eben sein. Wenn es dir gut tut, gehst du öfters hin.

    Ich hätte Angst davor, dass es ohne Therapie für dich und die Kinder schlimmer wird als mit Therapie.
    Und wenn du schon soweit bist, dass du keine Kraft zum Aufstehen hast, glaube ich kaum, dass das Selbstheilen funktioniert.

    Alles Liebe,
    Natalie

    Ich habe auch jahrelang entsetzt daran gedacht, wie jemand das Wohl seiner Familie, seiner eigenen Kinder, seine ganze Existenz so auf's Spiel setzen kann.

    Nunja. Anscheinend wird viel verdrängt, ignoriert, schön geredet, nicht ernst genommen, aufgeschoben. Und wenn es dann irgendwann zu spät ist, ist es eh egal. Dann kann man auch weitertrinken.
    Oder muss man sogar, um die Situation zu ertragen.
    So würd ich das Verhalten meiner Mutter erklären.

    Uns geht es um Lebenserhaltung, deinem Mann in erster Linie um die Fortsetzung seiner Sucht. Also die Perspektiven sind grundverschieden.
    Das war die Erklärung, die ich für mich gefunden habe. Ob es nun stimmt, weiß ich nicht. Aber damit hab ich es dann auch drangegeben.

    Hallo Miriel,

    nach diesem Text habe ich das Gefühl, dass du wirklich hinter der Trennung stehst.
    Vielleicht braucht es manchmal einen Rückfall, um wirklich zu begreifen, dass alles zwecklos ist und sich -egal wieviel Kraft man reinsteckt- nichts ändern wird.

    Wie ist dein neues Semester gestartet? Was machst du nun für dich?

    Alles liebe,
    Natalie

    Meine Mutter trinkt, wie schon öfters erwähnt ;), seit ca. 23 Jahren.
    Verwandte haben mit ihr darüber gesprochen, Ärzte, falls sie mal wieder im Kh landete. Pflegepersonal.
    Gespräche gab es in diesen Jahren genug, aber sie trinkt immer noch.
    Ich kann dir sagen, dass es noch tiefer gehen kann- es geht genau bis ca. 1m50 unter die Erde.

    Sie hat nun eine Leberzirrhose mit Wasserbauch.
    Ich habe akzeptiert, dass sie suchtkrank ist und diese Sucht anscheinend so stark, dass alles andere nicht unbedingt egal ist, aber in der Hierarchie unter dem Alkohol steht. Der Alkohol hat dieses Spiel gewonnen.
    Nachvollziehen möche ich es nicht mehr- es ist, wie es ist und ich stecke da keine Energie mehr rein.