Beiträge von Zimttee
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Ich hab da mal drüber nachgedacht.
Einen XY hatte ich nie, aber meine Mutter ist ja seit 23 Jahren etwa Alkoholikerin.
Solche Phasen hat sie auch manchmal. Meinst du, dass er dann kein Wort spricht, sehr in sich gekehrt ist, frech und zickig reagiert und eigentlich "total ungenießbar" ist?
So ist Mutter manchmal drauf. Aber was da genau mit ihr los ist, weiß ich nicht. Ich würde drauf tippen, dass sie dann entweder eine Depri-Phase hat oder eine "Trinkpause" macht.
Durch dieses ewige Hin und Her haben wir keine Mutter-Tochter-Beziehung. Andere beschreiben es wie einen Schleudergang in der Waschmaschine- so kommt es mir auch vor. Ich habe mich selbst irgendwann von ihr distanziert, weil ich es nicht ertragen konnte. Mal ist sie frech, zickig und gemein, dann ist sie angeschickert bis total besinnungslos betrunken und manchmal kann man ganz normal mit ihr reden. Letzteres ist für mich zu ertragen, aber alle anderen Situationen kann ich nicht ertragen; die Schwankungen machen mich fertig. Daher meide ich den Kontakt zu ihr.
Wir konnten auch nie darüber reden- so brach die Mutter-Tochter-Beziehung.Wenn er nicht dazu bereit ist oder nicht daran arbeitet, hast du keine Chance.
Wenn ich hier lese, welche Paare es geschafft haben, dann waren dies immer die Paare, die sich "nüchtern" kennengelernt haben, wo sich der Alkohol erst im Laufe der Zeit einschlich.
Ich glaube, ich an deiner Stelle würde das sinkende Schiff schnellstmöglich verlassen. Sowas, wie ich mit meiner Mutter erlebt habe, möchte ich nie nie nie wieder erleben. Auch, weil ich weiß, dass es nicht besser wird.
Und wenn er seit 20 Jahren trinkt- das klingt gar nicht gut. Da hätte ich keine Hoffnung. Du wirst nicht die einzige Frau sein, die sich die Zähne ausbeißt, er spricht anscheinend nicht von sich aus darüber. Wo will man da ansetzen?Warum machst du dich schon so fertig, obwohl ihr "nur" 4 Monate zusammen seid?
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Hast du denn das Gefühl, dass ihr eine vernünftige Basis habt?
Grundsätzlich komisch finde ich, dass du dich nicht traust, ihn auf einen möglichen Saufdruck oder andere Aspekte des Alkoholismus anzusprechen. Man sollte schon über alles reden können- wie will man sich sonst nicht verlieren? Und wie soll das sonst -im Idealfall- ein Leben lang so weitergehen?
Während ich den Text las, dachte ich, dass du schon ewig mit deinem Partner zusammen bist. Es gibt ja oft mal solche Momente in langen Beziehungen, in denen "die Luft raus" ist, aber irgendwann kriegt man die Kurve ja doch wieder, weil man als Paar schon eine solide Basis hat. Dann habe ich gesehen, dass ihr erst 4 Monate zusammen seid und dachte spontan, dass mindestens im ersten Jahr einer guten Beziehung schon noch der Himmel voller Geigen hängen sollte. Aber der Alltag nicht von Distanziertheit geprägt ist.
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Hm, ich komme aus einer Familie, in der man sich nur mit anderen vergleicht und sehr defizitorientiert denkt. Ich lebte auch lange so, machte mir Druck, mich mit anderen zu vergleichen und bei negativer Bilanz schmollend in der Ecke zu sitzen.
Irgendwann machte es Klick, dass es nur darauf ankommt, dass ich glücklich bin und mit mir im Reinen. Es kommt auf die Entwicklung an, die man hinlegt und nicht auf die Position, in der man sich befindet.
Dann begriff ich auch, dass ich für meinen Erfolg verantwortlich bin. Wenn ich mich mal wieder eine Woche durch den Vorrat gefuttert habe, dann darf ich hinterher nicht jammern, wenn ich ein Kilo mehr wiege, statt abgenommen zu haben. Damit komme ich gut klar. Neid und Hass kenne ich nicht. Eigentlich bin ich soweit mit mir im Reinen und habe mich, so wie ich bin, akzeptiert und freue mich über meine Erfolge in letzter Zeit. Für andere ist das vllt selbstverständlich und manche ärgern sich darüber, nicht die Bestnote abgeräumt zu haben. Ich kann mich über meinen soliden Abschluss freuen, weil ich mit solch einer Leistung an der Uni nach meinem missglückten Abi niemals nie gerechnet habe.Wut ist allerdings ein großes Problem. Wut darüber, in welche Situation mich meine Eltern gebracht haben. Dass sie mir keine Chance auf einen guten Lebensstart gaben, mich für Dinge verantwortlich erklärten, die sie jedoch ausgelöst haben, dass ich keine leichte, ausgelassene Kindheit hatte, sondern sie schon im Grundschulalter die Verantwortung auf mich abluden.
Und dass ich das alles nun auslöffeln darf, eine eingeschränkte Lebensqualität habe und dadurch wohl mein Traum zu Nichte gemacht wird, für den ich mich nun 5 Jahre lang abrackere.
Das ist dann so der Punkt, an dem ich mir das Weiterdenken verbiete und mit irgendwas ablenken muss, sonst ende ich wohl irgendwan noch ziemlich verbittert. -
Hey Fatima,
es tut mir leid, wie sich der Zustand deiner Mutter verschlechtert hat.
Ich fürchte, dass die Spirale immer weiter abwärts gehen wird.Ich kann mir nicht vorstellen, dass nasse Alkoholiker in der LZT erwünscht sind. Soweit ich weiß, kommen sie dort mit trockenen Alkoholikern zusammen; alle Anwesenden sind ja rückfallgefährdet. Daher ist es wohl gefährlich, sie mit Alkohol und nassen Menschen zu konfrontieren. Von daher kann ich mir vorstellen, dass sie da besonders auf die Nüchternheit achten. Das ist aber deren Aufgabe. Sollen sie machen, wie sie es für richtig halten.
Eigentlich halte ich mich aus dem Gesundheitszustand meiner Mutter raus, soll sie trinken, wie und was sie mag- würde sie aber plötzlich Menschen wie ihre Putzfrau nicht mehr wiedererkennen und "verrückt" wirken, wäre es mir wohl aber einen Anruf beim Hausarzt oder bei einem Verantwortlichen der LZT wert. Nicht, dass da schlimmeres im Anmarsch ist.
Ansonsten ist es definitiv besser, sich zu distanzieren. Ändern oder verbessern kann man eh nichts- nur sich selbst schützen.Alles Liebe,
Natalie -
Hallo Heyzel!
Ich bin 26 Jahre alt und meine Mutter trinkt auch schon über 20 Jahren. Sie hat irgendwann angefangen, als ich im KiGa war und wird wohl im selben Stadium sein wie deine Mutter- Wasserbauch samt Leberzirrhose, Schmerzen und Gewichtsverlust. Man sieht es ihr also deutlich an.
Wieviel Zeit sie noch hat, weiß ich nicht. Aber da ich noch keine Kinder habe und dies auch in den kommenden 3-4 Jahren nicht geschehen wird, gehe ich davon aus, dass sie ihre Enkel nicht kennenlernen wird. In Familien mit Alkoholproblemen gibt es viele verquere Ansichten und verquere Selbstwahrnehmung- jeder einzelne ist von diesen Dynamiken geprägt- nur mit falscher Selbstwahrnehmung und falschen Ansichten bleibt das System für Alkoholiker bestehen- mit gesunder Wahrnehmung und gesunden Ansichten würden sich die Angehörigen selbst befreien und in Sicherheit bringen.
Inwieweit das auf dich und deine Familie zutrifft, kann ich natürlich nicht sagen- aber in meiner Familie ist das natürlich der Fall. Es gibt soo viele Alkoholiker und noch mehr Co-Abhängige um die Alkoholiker geschart.. Daher möchte ich erst dann Kinder, wenn ich selbst aus dem System ausgestiegen bin und nicht alles an meine Kinder weitergeben, um dem System die nächste Generation zu liefern, die weitere Alkoholiker trägt und betüddelt. Ich möchte raus aus dem Kreislauf.Ich bin mit dem Wissen aufgewachsen, dass meine Mutter krank ist. Meine Eltern haben ihre Kämpfe immer direkt vor unseren Augen ausgetragen, sodass wir wussten, was Sache ist. Auch wenn wir als Kinder nicht wussten, was das konkret für Konsequenzen hat.
Diese heftigen Sorgen, wie du sie beschreibst, mit Schlafstörungen habe ich nicht. Vermutlich, weil mir schon lange klar ist, dass sie daran sterben wird und wir nie eine Mutter-Tochter-Beziehung in dem Sinne aufgebaut haben. Ich brauche sie nicht, weil ich schon immer ohne sie klarkommen musste. Aber manchmal sehne ich mich natürlich nach einer richtigen Familie mit "richtigen" Eltern und einem normalen Familienverhältnis.Ich will nicht sagen, dass es mir mit der Situation gut geht. Es ist belastend. Aber ich habe mich zumindest davon lösen können, mich um sie zu sorgen und die ganze Zeit darüber zu grübeln, wie es nun weitergehen soll. Zumindest, so lange sie noch lebt.
Auch wenn es hart klingt- aber sie hat jetzt über 2 Jahrzehnte getrunken, hat alle Gespräche und Unterstützungsangebote in den Wind geschlagen, hat ihren Alkohol über das Wohl ihrer Kinder gestellt, hat gar nichts dagegen unternommen, sondern nur die Ohren auf Durchzug gestellt, jegliche Therapie verweigert und hat weitergetrunken. Sie hatte selbst einen alkoholkranken Vater, der auch früh gestorben ist. Daher wusste sie um die Gefahr und was sie uns damit antut- aber alles hat sie in Kauf genommen. Es war ihre Entscheidung, weiterzutrinken und dafür früh zu sterben und das akzeptiere ich. Ändern kann ich es eh nicht.Vor drei Jahren hatte sie wieder eine Alkoholvergiftung und lag im Krankenhaus. Das war das erste Mal, dass ich ihre Entscheidung gegen eine Therapie mitbekommen habe. Bisher hatte ich nie darüber gesprochen; das Thema war zu Hause tabu und unter Strafe gestellt. Ich habe mir vorgenommen, nur einen Versuch zu starten, um irgendwas zu erreichen und ansonsten damit abschließen zu können. Also bin ich zum Hausarzt und habe mit ihm darüber gesprochen, habe mich über Alkohol- und Co-Abhängigkeit informiert.. Habe diese Infos an meinen Vater weitergegeben, weil er hilflos wie ein Käfer auf dem Rücken lag und sich beklagte, sich nicht informieren zu können, habe die Familie meiner Mutter informiert.
Ergebnis beim Hausarzt: Wenn sie nicht will, können Sie nichts machen. Sie muss einsichtig sein- wenn sie das nicht ist, ist jeder Entzug zwecklos. Abgesehen ist der (Ent-)Zug bei einer Leberzirrhose eh schon abgefahren.
Ergebnis beim Vater: Meine Informationen sind bloß theoretisches Geschwätz, ich soll nicht so klug daherreden, sondern ihm dabei helfen, Mutter trockenzulegen. Er hat gar nichts verstanden und will auch nichts verstehen, sondern sich weiterhin als armes Opfer, was der Sauferei seiner Frau hilflos ausgeliefert ist, im Selbstmitleid suhlen. Da kann ich leider auch nicht mehr weiterhelfen- er hat alle Möglichkeiten, sich helfen zu lassen. Das will er aber nicht. Dann halt nicht. Aber ich lasse mich nicht mehr von ihm weiter runterziehen, sondern schütze mich nun selbst.
Ergebnis bei der Verwandtschaft: Obwohl das Thema schon innerhalb der Familie auf den Tisch gekommen ist, taten Schwester und Schwägerin meiner Mutter so, als wäre es die große Überraschung. Meine Oma (Mamas Mutter) wusste explizit bescheid, die anderen beiden angesprochenen waren schon öfters dabei, als sich Mutter im Suff das Gesicht aufgeschlagen hat oder aus dem Fenster gesprungen ist. Dass es mit Alkohol zu tun hatte, wollen sie aber nicht bemerkt haben. Natürlich nicht! Sie haben wahrscheinlich den Kopf in den Sand gesteckt und alles verdrängt. Daher konnten sie mir dann wunderbar die Schuld zuschieben und mich dafür verantwortlich machen, dass Mutter nun so lange trinkt und ihre Erkrankung hat auch gar nichts mit der Sucht meines Opas zu tun, weil Alkoholismus ja nicht erblich ist, sondern mein Vater ist schuld. (das ist natürlich alles falsch, Alkoholismus ist wirklich ein Familienproblem; 30% aller Kinder von Alkoholikern werden selbst Alkoholiker. Aber meine Familie sucht einen Sündenbock.)
Anscheinend haben sie erwartet, dass ich als Kindergartenkind meine Mutter in den Entzug geschickt hätte. Bei AlAnon habe ich gelernt, dass die Reaktion meiner Familie eine typische Reaktion einer Suchtfamilie ist. Die Verantwortung an der Situation bekommt nicht der Suchtkranke aufgebürdet, sondern ein Sündenbock, der sich den Schuh wiederum auch anzieht.Nunja. Also Ergebnis: Mutter trinkt immer noch, die Familie ist zerrüttet und der Kontakt zur Familie meiner Mutter besteht nur noch an Weihnachten. Dafür hab ich nun mit der Sache abgeschlossen und verweigere weitere Gespräche mit der Familie meiner Mutter über dieses Thema.
Nun kümmere ich um mich selbst. Ich weiß nicht, wie es für dich ist, da du erst als Erwachsene richtig etwas davon mitbekommen hast. Aber bei uns drehte sich seit jeher alles um die Sucht und um meine Mutter. Wir Kinder waren nur nebensächlich und auch nur auf Mutter fokussiert. So habe ich nie zu mir selbst gefunden. Was will ich eigentlich? Was tut mir gut? Was darf ich verlangen, was steht mir zu? Ich war absolut selbstlos, eine formbare Hülle und dachte immer, es wäre gut, so bescheiden zu sein. Ist es aber nicht. Momentan finde ich also zu mir selbst- wie will ich sonst selbstbewusst im Beruf stehen, wenn ich kein Selbstvertrauen, Selbstwertgefühl und zu nix eine Meinung habe?
Also, mich zu positionieren und mich um mich selbst zu kümmern- das ist momentan mein Ziel. Meine Selbstwahrnehmung ist auch recht schlecht.
Zudem bin ich durch die ständige Belastung chronisch erkrankt und arbeite nun daran, mich um mich zu sorgen- also eine Grenze zu merken, wann der Stress genug ist. Eben damit diese Belastung die Erkrankung nicht weitervoran treibt.Wie du abends zu Ruhe kommen kannst?
Befreie dich von der Verantwortung, die du gar nicht hast. Du kannst für deine Mutter NIX machen- ob du dich nun sorgst oder nicht- es kommt für deine Mutter aufs selbe hinaus. Womöglich will sie deine Sorge auch nicht, weil sie weitertrinken möchte. In dem Fall ist eine besorgte Tochter eher lästig. Du tust dir und deinen Kindern damit nichts gutes.
Und jetzt, zum Zeitpunkt der Leberzirrhose, ist es eh zu spät.
Ich bin mal zu einem Coach gegangen und habe dort die "Stoppschild-Methode" gelernt. Das bedeutet, sobald dieses Gedankenkarussel beginnt, entziehe ich mich dem, "stelle ein Stoppschild auf".
Ich habe mit autogenem Training begonnen, achte auf bewusste Entspannung, habe ein paar Hobbies angefangen und baue meinen Freundeskreis aus.Zudem schreibe und lese ich hier im Forum, was mir schon sehr geholfen hat. Aber ich merke, dass es nicht genug ist. Also war ich nun bei der Caritas zur Suchtberatung und habe mich nun auf 5 Sitzungen mit der Beraterin geeinigt. Die Erstsitzung tat mir schon sehr gut.
Vielleicht ist das auch etwas für dich? Dort wirst du über Sucht, Suchtverhalten und Familiendynamiken aufgeklärt.Ich hoffe, mein Text ist nachvollziehbar.
Wie ist denn euer Familienzusammenhalt? Was sagt dein Partner dazu? Und dein Vater?Alles Liebe,
Natalie -
So, ein paar Tage sind vergangen. Die Prüfung hab ich hinter mir; sie war der Horror. Ich hab zwar bestanden, aber stand zwischendurch total neben mir, zum Schluss hab ich total dicht gemacht- aber dann war die Zeit auch schon vorbei. Der Rest war nicht so pralle. Nun, egal. Die Prüfung ist vorbei und ich konnte eben 15kg Bücher in die Bibliothek schleppen. Mein Freund war so nett und hat mir dabei geholfen.
Jetzt habe ich erstmal etwas Luft. Zwar muss ich jetzt nur einen Haufen Anträge in den nächsten drei Wochen stellen, aber die nächsten Prüfungen sind erst im Februar/März.
Aus dem Grund bin ich dann endlich zur Suchtberatung gegangen. Bisher hatte ich Angst, dass es mich zu sehr aufwühlt.. Der letzte Besuch bei meinen Eltern hatte mir keine Ruhe mehr gelassen.
Es tat ganz gut, mit jemandem darüber reden zu können. Auch sie sagte nach kurzer Zeit, dass die Vergangenheit starke Spuren hinterlassen hat, die ich jeden Tag merke. Dazu zählt bspw. meine Dauernervosität, die mir schon seit der KiGa-Zeit vorgehalten wird. Daher sagte sie, wäre ich definitiv therapiebedürftig. Ja, ich weiß. Allerdings möchte ich nicht, dass eine Therapie irgendwo in meinen Akten auftaucht. Da prüfe ich momentan, wie ich das hinkriege.Ein paar gute News gibt es noch:
Mein Gewicht hab ich nun erstmalig in der Prüfungsphase halten können =) Sonst hab ich Frustfuttern betrieben, bin aber dieses Mal nicht ins alte Muster gefallen; sondern habe mit Sport kompensiert.
Und: Mein Freund hat mich neulich darauf angesprochen, dass er nun auch festgestellt hat, dass sein Vater zu viel trinkt. Ich war sehr erleichtert- bisher hatte ich Angst, er würde diesen Konsum als normal betrachten.Meinen nächsten längeren Termin habe ich Dienstag.
Heute war eben nur eine kurze Sprechzeit möglich. Ich habe meine Geschichte erzählt, ein paar Fragen zur Familie beantwortet und dann eben meine Ziele festgehalten. Meine persönliches Ziel ist zu erfahren, was bei mir alles so im Argen liegt. Das Problem ist ja, dass sich so vieles als "normal" eingeprägt hat, dass man gar nicht weiß, was sich so alles eingeschlichen hat.
Damit gehts also nächste Woche weiter..Euch einen schönen Abend,
Natalie -
Hey!
Was hindert dich daran, den Kontakt komplett abzubrechen?
Kannst du seine Handynr. und die E-Mail-Adresse sperren lassen, sodass dich seine Nachrichten nicht mehr erreichen?Sowas braucht doch kein Mensch!
Und wieder die Betreuung übernehmen- schmeiß doch dein Leben nicht so weg! Investier lieber was in eine neue Telefonnummer.Alles Liebe,
Natalie -
Was ist denn genau passiert?
Heute war die MPU, oder?
Naja, und danach hat er wieder getrunken, nehme ich an? -
Guten Morgen Renate,
ja, jeder Mensch hat diese schlechten Anteile in sich, jeder kann anders. Aber ist die Frage, ob er es auch auslebt?
Auf der anderen Seite ist natürlich die Frage, ob es auch Menschen gibt, die mein Verhalten als "nicht angenehm" empfinden; sowas ist ja immer subjektiv.
Ich habe für mich die Erkenntnis gezogen, dass mir Menschen mit manchen Verhaltensweisen eben nicht gut tun und ich daher auf sie verzichte; ändern werden sie sich ja wahrscheinlich nicht. Sofern ichs merke
Aber die Erkenntnis ist schonmal da.Jap, wenn ich gestresst bin, sieht man es direkt an der Wohnung. Auch wenn ich sonst Ordnung liebe.
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Aus meiner eigenen Erfahrung musste ich feststellen,
dass es leider gar nicht so leicht zu unterscheiden ist.Ich habe viel Zeit mit Menschen verbracht, die eben jene Knöpfe drückten, die schon gut bei meinen Eltern funktionierten und die mich ebenso schlecht behandelten. Ich wars ja gewöhnt, es fiel mir nicht auf und dachte, dass diese Freundschaft so toll ist, weil sie schon seit 18 Jahren besteht.
Im Nachhinein hat mir diese Person mindestens 10 Jahre nicht gut getan, ohne dass es mir auffiel.
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Hallo ihr!
Danke, Lea, für die Tipps.
Es liegt noch eine Prüfung vor mir, die ist diese Woche. Momentan gehe ich durch die Hölle.
Alle bisherigen Prüfungen sind bestanden (sogar ganz gut), aber diese nun anstehende macht mich fertig. Hab meinem Freund schon einmal alles erzählt, daraufhin hat er ein paar gute Rückfragen gehabt, die mich auch weiterbrachten.Aber ich hab solche Versagensangst. Es gäbe wohl nichts schlimmeres, als dann vor den Professoren zu sitzen und ein "hat nicht gereicht, Sie waren zu schlecht" zu hören.
Hilfe
Meine Selbstwahrnehmung ist so mies. Ständig habe ich Angst davor, irgendwelche Aufgaben nicht zu schaffen oder zu schlecht zu sein. Jedes Mal quäle ich mich dann dadurch und dann klappts doch irgendwie. Ich hoffe, dass dies bei dieser Prüfung auch so ist- aber dann ist der Gedanke "Dieses Mal aber wirklich schlimm".
Ich habe vor den Prüfungen meine Gedanken/Ängste aufgeschrieben und werde dann zum Schluss ein Fazit ziehen, wenn ich Angst und Ergebnis vergleiche. Was besseres fiel mir dazu nicht ein. Mal gucken, ob es hilft, wenn ich mir meine Realitätsabweichungen vor Augen halte. Ich kann ja nicht ewig über meiner Mutter jammern, die mir das Lernen früher nicht gerade einfach gemacht hat, indem sie mir Angst einredete, weil ich ihrer Meinung nach zu locker war. Mich bringt die Erkenntnis über den Auslöser der Angst in diesem Fall nicht weiter. Denke, das Vorgehen ist nun konstruktiver.
Hat jemand noch bessere Ideen?Momentan halte ichs so, dass lerne, lerne, lerne.
Letzte Woche war mein Freund nicht da. Die ersten Tage war noch ganz okay, weil ich dann auf der Arbeit unter Menschen war. Dann kamen drei Tage, an denen ich dachte, ich gehe durch die Hölle. Ich bin fast die Decke hochgegangen.
Ich hab mich zu Hause erkundigt, an welchen Tagen Mutter arbeiten muss- ihr Arbeitsplan passte so, dass sie sich keine Kapriolen hätte leisten können. Ich bin dann erstmal unverbindlich für zwei Übernachtungen hin- das hat super geklappt. Ich bin beim Lernen weitergekommen, konnte mich gut mit ihr unterhalten.. Sie hat gebacken, es war ganz harmonisch. Da dachte ich dann, dass ich dann auch noch einen Tag länger bleiben könnte, da sie an diesem Tag das Haus schon gegen 7Uhr verlassen muss. Tja, böser Fehler. Am Vorabend war sie ab 21Uhr nicht mehr ansprechbar, um 22 Uhr ging sie wortlos ins Bett.
Mein Vater hat nichts mitbekommen, er war nicht zu Hause. Ich hab Beruhigungstabletten genommen und konnte sogar weiterlernen, es war immerhin ruhig. Irgendwann kam er dann nach Hause und ist ausgeflippt. Er wird, wenn er merkt, dass sie trinkt, übelst aggressiv, dass ich ihn nicht mehr beruhigen kann und geht auf sie los.
Ich hörte es nur poltern, bin dann ins Schlafzimmer, wo er sie aus dem Bett halb raus auf den Boden gezerrt hat. Die Beine lagen noch im Bett.
Sie am Heulen, total betrunken, sie habe ja nichts gemacht.. Womit sie das verdient habe?Was würdet ihr in der Situation an meiner Stelle machen? Euch raushalten? Polizei rufen? Mache ich mich strafbar, wenn ich nichts unternehme? Dazwischengehen machen meine Nerven nicht mehr mit und Mutter hilft sich auch nicht mehr selbst, sondern trinkt danach halt noch einen Schluck.
Ich hab mal gedroht, die Polizei zu rufen. Danach haben mir beide gedroht, dass ich dann merken würde, was ich davon habe. Also halten sie zusammen und ich bin dann die Dumme, die dann noch als Lügnerin hingestellt werden würde.Nachts hatte ich dann noch eine Diskussion mit meinem Vater, der sich mal wieder darüber beklagte, wie schlimm das doch für seine Nerven wäre und dass mein Geschwister und ich damals seinen Weisungen (auf sie aufpassen, Flaschen suchen etc.) hätten folgen sollen, dann wäre es wohl nicht so gekommen. Ich dachte, ich höre nicht mehr. Mir ist zum ersten Mal die Hutschnur hochgegangen.
1. Ob er überhaupt merke, was er uns mit solchen Aussagen angetan habe? Wir waren damals in der Grundschule, als er uns zum Flaschensuchen nötigte. Dass er uns schade, wenn er uns für den Scheiß die Verantwortung zuschiebe, dass mein Coach sein Verhalten als "Misshandlung" bewerte.
2. Dass er sich wohl als letzter zu beklagen habe, er konnte immer rausgehen, wir saßen bei Mutter abends im Haus und haben die volle Breitseite abbekommen. Eine Wahl hatten wir nicht.
3. Dass die Erkrankung meines Geschwisters und mir als psychosomatische Ursache verbucht wird und meine Ärzte davon ausgehen, dass die jahrzehntelange Belastung die Ursache ist.Ich war sooo wütend über sein widerliches Verhalten.
Er tat dann ganz überrascht, dass es uns so schlecht ging. Wir hätten ihm ja nie was gesagt. So hätte er ja nichts machen können. Und überhaupt- kleine Kinder erinnern sich doch nicht an sowas.Ach? Es sprach doch alles Bände. Meine Adipositas, dauernde Unruhe, Konzentrationsprobleme, Probleme in der Schule etc. Wenn es mir damals schlecht ging, dann wurde mir gedroht, dass er mich wohl mal zum Arzt schicken müsste, damit der feststellt, dass ich nicht normal wäre. Soviel zum Thema Hilfe.
Da war ich ja schon baff.
Dann kam der Satz "Ja, aber jetzt weiß ich das ja. Wir reden mal mit Mama, dann wird sich was ändern. Der Zug ist nicht abgefahren". Was zum Teufel?
Die hat eine Leberzirrhose mit Wasserbauch. Ja, er wüsste das mit dem Bauch. Da hat er sie auch schon drauf angesprochen, aber sie sagt, das hätten alle Frauen in ihrem Alter.Das war nur ein kleiner Auszug aus dem Gespräch und nein, er hat auch kein Internet, als dass er den Beitrag hier finden könnte.
Aber das Gespräch ging noch weiter. So schlimm sich das anhört, mir tun diese Gedanken zwar sehr leid, aber ich dachte, dass Mamas Tod zum einen schrecklich wäre, aber dann vllt alles etwas berg auf ginge. Aber nach dem, was er von sich gab, gehts danach so weiter. Dann wird er wohl der nächste sein, er wird alleine nicht klar kommen. Und ich weiß, dass es viele Menschen gibt, die es dann alleine doch hinkriegen. Aber was ich in diesen Tagen mitbekommen habe, das bereitet mir ernsthafte Sorgen. Wirklich!
Er hat geistig so abgebaut, dazu diese unkontrollierbare Aggression, diese Realitätsverzerrungen und die dauernde Unruhe, die er verbreitet und aus-/ablassen will.Mir ist schon klar, dass ich ihm nicht helfen kann, wenn er nicht will. Aber mir gruselts wirklich vor der Zukunft, wenn er dann auch noch querschießt.
Danke fürs Lesen..
Ich werds mir morgen nochmal durchlesen, fühle mich jetzt schonmal strukturierter.Schönen Abend, Natalie
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Hallo Irini,
ich trinke bei Magenschmerzen immer Magentee. Der hilft sehr gut.
Meistens Tees auf Basis von Süßholzwurzel oder mit möglichst wenig Kamille und Pfefferminz.Alles Liebe,
Natalie -
Lieber Himmel, ich hoffe, dass die Polizei schnell arbeitet.
Hat das auch Auswirkungen auf deine Familie/Mutter, wenn die Polizei von den Anschuldigungen deines XY erfährt?
Was für ein Widerling, dich damit zu erpressen!Ich wünsche dir ganz viel Kraft; dein XY kann nur verlieren!
Halte durch!
Natalie -
Klar bekommt man diese direkten Geständnisse nicht- der Alkoholiker will seinem Co ja keine Gewissheit geben. Sonst hat der Co ja keine Hoffnung mehr und die Hoffnung ist der Motor für die Co-Beziehung.
Aber du siehst doch an seinem Handeln, was ihm wirklich wichtig ist. "Actions speak louder than words".Wenn er immer noch rumeiert, ihn all deine Abgrenzungen nicht interessieren und er dich dich weiter distanzieren lässt, ohne für sich selbst Konsequenzen zu ziehen- dann ist das doch deutliches Handeln seinerseits?
Wenn du richtig vorbereitet bist, dann ist seine Reaktion auch nur halb so schlimm. Wichtig wäre, dass du Kaufnachweise für Möbel oder Gegenstände hast, die du mit eingebracht hast. Dass du Kopien von allen wichtigen Dokumenten vorher bei Freunden deponierst, dass du deinen Ausweis, Führerschein in der Tasche hast.
Dass vorher schon ein kleiner Koffer griffbereit steht.
Ansonsten halte ich auch eine schriftliche Notiz für deinen Mann völlig legitim, wenn du Angst vor Gewalt hast. Du hast vorher schon öfters angekündigt, dass du gehen wirst; dann sollte ihn der Auszug auch nicht mehr so überraschen.Der richtige Moment- der kann jeden Tag sein. Eigentlich brauchst du keine konkrete Rechtfertigung mehr. Manche warten, bis das Fass mal wieder überläuft, andere nutzen einen ruhigen Moment.
Konfliktscheu bin ich auch
Aber irgendwann geht es nicht mehr da ohne.Alles Liebe,
Natalie
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Bei meiner Familie bin auch ich die Schuldige.
Aber da denke ich, wenn ich doch alles nur schlimmer mache, dann überlasse ich ihnen doch gerne den Kampfplatz. Dann sollen sie es gut machen
Bittesehr.Ich lasse mich da nicht mehr mit reinziehen und erst recht nicht als Schuldige darstellen.
Es muss Klick machen. Dann ist man nicht mehr bereit, sich dieses undankbare Verhalten bieten zu lassen.
Was sagt denn dein Mann zu deiner Familie? Wird er noch hinfahren?
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Hey Miriel,
was hast du denn für euren Neustart erwartet?
Liebe Grüße!
Natalie -
Hey Topas,
du hast doch schon einiges gemacht!
Für mich klingt das so, als ob du einen Auszug vorbereitet hast. Für den Fall der Fälle kennst du deine Rechte, hast dich finanziell unabhängig gemacht, indem du eure Finanzen getrennt hast. Hast dich schonmal zurükgenommen, was die Kontrolle betrifft. Das ist alles der Beginn- ohne diese Schritte kannst du dich nicht befreien.Dass du nun gemerkt hast, dass da immer noch ein Funken Hoffnung war- ja, das ist wohl noch Co-Verhalten. Aber ist es nicht häufig hier im Forum nachzulesen, dass diese Ablösungen noch unter dem Namen "ihn wachrütteln" geschehen? Irgendwann stellen diese Frauen dann fest, dass es ihn nicht interessiert, solange er seine Flasche "behalten darf". (lies mal den heutigen Beitrag von Renate in ihrem Faden!)
Dann kommt die Erkenntnis, dass es alles nichts bringt. So wie bei dir. Ich denke, an der Schwelle befindest du dich nun.
Und nun? Trennung oder so weiter?Zitat "Er hat doch wohl keine andere?"
Naja, die andere in Flaschenformat hat er doch schon länger. Wegen der er letztendlich eure Beziehung riskiert.Zitat: "Und das nach dem was ich alles wegen ihm durchmache!!"
Sollte er dir dafür danken?Wie gehts nun für dich weiter?
Liebe Grüße,
Natalie -
Ja, je suis.
Er macht zig mal diese halben Sachen (Entzug ohne Hilfe). Da ist schon klar, dass er zum Scheitern verurteilt ist, weil er danach nur Trinkpausen haben wird.Seine Wahl ist, wie er mit seiner Krankheit umgeht- ob er sie entweder einmal richtig bekämpft oder immer wieder nur halbherzig.
Deine Entscheidung ist, ob du sowas dann unterstützen möchtest. Du unterstützt ihn, solange du mit ihm zusammen bist. Oder ob du dann die Beziehung beendest, weil du nicht dein Leben lang einen Alkoholiker dabei begleiten möchtest, wie er sich zu Tode trinkt. Jede Sucht endet im Tod.
Bei einem Alkoholiker laut offizieller Statistik durchschnittlich mit Mitte 60. Und bis dahin ists unschön.Hast du dir Grenzen dabei gesetzt, oder wie geht es für dich nun weiter?
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Dass er nun die Zettel hervorholt, bedeutet ja auch, dass er sie (bewusst?) die ganze Zeit aufgehoben hat. Mit diesem (Hinter-)Gedanken?
Gruselig.