Beiträge von Zimttee

    Liebe Babe,

    ich wünsche dir auch mein herzliches Beileid zum Tode deines XY.
    Ich hoffe, dass du dir keine Vorwürfe machst- als Außenstehender hat man ja keinen EInfluss.

    Wie geht es dir nun?

    Ich denke, es ist für deinen XY eine große Erlösung- das Leben mit einer Sucht, die man nicht im Griff hat, ist für mich die Hölle. Ich hoffe, dass du nun auch etwas zur Ruhe kommen kannst.

    Liebe Grüße und fühl dich gedrückt,
    Zimttee

    Hallo Hanni,

    verbale Gewalt, was bei euch der gute Umgangston ist, ist eine Vorstufe von körperlicher Gewalt. Die er aber anscheinend in Form von stoßen und vor den Kopf hauen, auch ausführt.

    Ich bin auch als Tochter einer Alkoholikerin aufgewachsen. Wenn ich das hier lese, dreht sich mir der Magen um.
    Weil ich weiß, wie grausam es ist, so aufzuwachsen. Weil das, was dein Mann mit den Kindern macht, psychische Quälerei ist. Psychische Quälerei wird von Opfern als schlimmer als körperliche Quälerei beschrieben. Ich muss sagen, dass ich es auch schlimmer empfand- weil diese Art von Gewalt die Persönlichkeit trifft. Sie ist weniger gut zu verarbeiten.
    Ich finde es schlimm, dass du beschreibst, wie deine Kinder reagieren, du aber nicht erkennst, welche Schäden sie durch ihre Worte und Handlungen offenbaren- und du hilfst und beschützt nicht. Sondern schiebst die Verantwortung deinem Mann zu.

    Hm.
    Glaubst du, dass aus Kindern, die sowas erleben müssen, noch selbstbewusste, selbständige Menschen werden? Kinder, deren Alltag von Gewalt geprägt ist? Entweder, weil Mama vor den Kopf gestoßen, angeschrien oder sie selbst psychisch so gequält werden?

    Glaubst du, dass dein Mann zum Arzt geht? Alle anderen gehen zum Arzt- aber er selbst nicht.
    Er macht doch gar keine Anstalten.

    Viele Grüße,
    Zimttee

    Hallo Romila,

    puuuh.
    Wie geht es dir denn dabei?
    Kümmerst du dich auch um dich?

    Ich denke, du weißt, dass du deiner Mutter nicht helfen kannst. Und der alkfreie Sekt war ja auch schon der zu erwartende Rückfall- trocken ist sie ja keines Falls :(

    Was machst du denn für dich?

    LIebe Grüße
    ZImttee

    Also ich finde, dass es gut war, dass du ihn angesprochen hast :)

    Mund halten, aussitzen und mitspielen ist Co-Verhalten- eigene Wünsche (wobei, du hast mit deiner Tochter argumentiert) mitteilen und "sich auflehnen" ist die Befreiung aus dem Co-System. Deswegen reagiert er auch ungehalten. Das will er nämlich nicht- für ihn sollen sich die Systemrädchen einfach so weiter drehen.
    Außerdem, glaube ich, ist es auch für dich gut, wenn er laut wird. Dann kannst du nämlich nicht mehr weg gucken.
    Wenn du nichts anmeldest, er ruhig ist, funktioniert das System und suggeriert "Alles gut". Ist es aber nicht. Und das merkst du gerade.

    Was ist denn dein konkreter Vorsatz?

    Liebe Grüße!
    Zimttee

    So, jetzt schreibe ich vom Laptop, das macht alles etwas einfacher.

    Also, wäre ich an deiner Stelle, würde ich mich erstmal informieren, welcher Arzt sich mit Suchterkrankungen/Alkoholismus auskennt.
    Da würd ich mir eine Telefonnr raussuchen und damit zur Mutter fahren.
    Sie darauf ansprechen, wie sie sich nun fühlt.. Wie es ihrer Meinung nach weitergehen soll.. Ihr, je nach Reaktion, nochmal die Leberwerte erörtern..
    Und sie reden lassen. Du kannst ihr von dem Arzt, den du in Erfahrung gebracht hast, berichten.. Dass der auf die Erkrankung spezialisiert ist, er tausend dieser Fälle bisher gesehen hat, sie sich nciht schämen muss und du ihr bei allem hilfst, wenn sie Hilfe braucht.

    Also irgendwie würd ich versuchen, jegliche Ängste und Scham abzubauen und sie nicht zu verurteilen.
    Dann merkst du ja schon, wie sie reagiert. Entweder, es ist eine Erleichterung für sie und sie geht darauf ein.. Oder sie wird ausweichen und mehr oder weniger direkt ablehnen.
    Dann weißt du, wo du dran bist.
    Ich hatte ein ähnliches Gespräch vor mehreren Jahren mit meiner Mutter- das Ergebnis war, dass sie auswich total hektisch wurde und zig Ausreden erfand, warum sie heute nicht reden möchte.
    Ich bin mit ihr so verblieben, dass ich sie nicht mehr ansprechen werde, sie wissen soll, dass sie meine Unterstützung hat, wenn sie etwas ändern möchte.. und dass das ansonsten für mich erledigt ist.

    Fazit: Seit Jahren hat sich nichts getan, sie hat mich nicht mehr um Hilfe gebeten- ich habe abgeschlossen und das Thema, sie zu "bekehren", ist erledigt.
    Es war für mich das Gespräch, mit dem ich loslassen wollte- und ich konnte nun loslassen.
    Ich würde es so jederzeit wieder machen.

    Liebe Grüße,
    Zimttee

    Als meine Mutter in ähnlichem Zustand im kh landete, schien es auch so zu laufen, dass sich niemand wirklich kümmerte und mit ihr sprach.
    Erst ein Arzt sagte, dass sich ein Pfleger den Mund fusselig redete und Mutter gar nichts davon annahm, sondern nur über ihre Ehe schimpfte.

    Das lief aber nachts.Man teilte uns dann auch mit, dass sie Therapie und Entzug ablehnt.

    Hätte uns der Arzt nichts davon mitgeteilt, wùrden wir bestimmt bis heute davon ausgehen, dass sich niemand kümmerte.

    Tja ansonsten kannst du wirklich nicht viel machen.

    Vielleicht nochmal mit ihr reden?

    Ich kann für mich sprechen, dass ich eher klare Worte bevorzuge und glaube, dass klare Worte mehr bringen als drumherum reden.

    Meine Mutter ist seit ich denken kann Alkoholikerin... In meiner Familie wird nur relativiert, entschuldigt und schön geredet. Wenn ich eins nicht mehr hören kann, ist es das.
    Ich denke nur manchmal, wie es wohl gekommen wäre, wenn sie früher mal angefangen hätten, Klartext zu reden. Denn durch dieses Schönreden helfen Sie ja eher, dass alles so bleibt und niemand etwas ändern muss- 80% reichen ja vielleicht zum glücklich sein.

    Ist also nicht böse gemeint!

    Ja, eklisee hat recht. Du schriebst an keiner Stelle konkret, dass dein Partner betroffen ist und du darunter leidest. . Sondern von Partnern, die suchtkrank sind.

    Auf der anderen Seite schreibst du aber dann, dass du eigentlich zufrieden bist, 80%... und er alles für dich macht. Das passt ja eigentlich nicht zusammen. Die Situation, die du vorher konkret genannt hast, entschuldigst Du.

    Daher sollte meine Frage nicht der Rechtfertigung dienen, sondern eher ein Impuls sein, dass du in dich hineinhorchst.
    Wenn doch alles gut ist- worüber willst du schreiben? Klar ist nicht alles gut, das ahne ich. Aber wenn du Austausch möchtest, braucht der ja auch eine Basis, die du aber so nicht bringst.

    Wenn du mich fragst, könnte ich so nicht leben. Alkoholismus ist eine chronische Erkrankung, die immer schlimmer wird und mit dem Tod endet. Ich bin in einer solchen Familie groß geworden und möchte nun ein ruhiges, entspanntes Leben führen, was sicher an manchen Stellen noch stressig genug ist. Ein Leben mit einem alkoholkranken Menschen ist eher ein Leben auf dem Pulverfass- das brauche ich nicht mehr.
    Ganz davon ab, was da noch für Folgeerkrankungen warten.

    Wie alt bist du denn? Wenn ich fragen darf?

    Zimttee

    Ja ich sagte ja, dass Weihnachten bei mir nicht so der Knaller wird ;)

    Dennoch denke ich, dass niemand so mit mir und anderen Menschen umspringen darf. Egal, was für Rahmenbedingungen herrschen. Man kann die Tür öffnen, nochmal um Ruhe bitten und fertig. Gewalt darf keine Lösung sein. Dafür gibt es keine Entschuldigung.

    Ich selbst würde auch nicht auf die Idee kommen und denjenigen, der mit mir wohnt, so derbe einschränken, dass er wie auf Eierschalen laufen muss.

    Inwiefern hat er Weihnachten ruiniert?

    Du hast ja beschrieben, dass du glücklich warst und deinen Kalender aufgehangen hast und er dich dann zusammengefaltet hat, weil du zu laut warst.
    Das meinte ich. Und er dann drohte, bei weiteren Geräuschen würde es richtigen Zoff geben.

    Ich denke, solche Situationen kannst du beschreoben.
    Aber ich würde mich mit Infos zurückhalten, die dich verraten können. Also Namen, Berufe, spezielle Situationen. .

    Hallöchen Tautröpfchen,

    hmmm.. Du hast ein paar Situationen beschrieben, wie er dich behandelt. Die Sache mit dem Adventskalender zum Beispiel.
    Als ich von "psychisch fertigmachen" schrieb, meinte ich nicht die psychische Belastung. Die hat man auch mit einem Krebskranken.
    Ist dir eigentlich bewusst, dass das, was er dir da antut, eine Form der psychischen Gewalt ist?
    Gewalt, ob physisch oder psychisch, geht gar nicht und dient in der Regel dazu, den co bei der Stange zu halten. Gesunde
    Partner würden dann nämlich gehen und sich mit Menschen umgeben, die Ihnen besser tun. Co-Abhängige aber beißen sich nun fest, ordnen sich unter um dann wieder wertgeschätzt zu werden.

    Du schriebst im geschlossenen, dass es dir schlecht wird, wenn du die ganzen Geschichten liest, die deiner so gleichen
    Wie wäre es, wenn du deine hier mal reflektierst und dir anhörst, was außenstehende dazu sagen?
    Wegmauscheln ist hier auch nicht nötig, da doch eh keiner kennt und wir alle im gleichen Boot sitzen.
    Manchmal ist die eigene Wahrnehmung so gestört, dass es nicht schlecht ist, wenn andere rückmelden, wie die Situation auf sie wirkt.
    Und ob du co bist, ist eh deine Wertung.

    Ich fand deine Gedanken in geschlossenen Bereich ziemlich gut. Und richtig.

    Viele grüße,
    Zimttee
    Ahja- soll Weihnachten nun die kommenden 50 Jahre so ablaufen?

    Gesunde Menschen mit einem gesunden Selbstwertgefühl lassen es erst gar nicht so weit kommen und zeigen dem Alkoholiker schon viel eher den Vogel.

    Also von mir die Frage: wieso lässt du dasmit dir machen?

    (Kinder, Geld, Haustiere, Haus sind keine Argumente)

    Und letztendlich ist der co nicht in der Lage, sich selbst zu schützen und seine Würde zu wahren.
    Der Schein soll gewahrt werden, alle sollen noch an die tolle Partnerschaft glauben; aber der Co geht psychisch und physisch drauf.
    Und das ist Co-Sein in Reinform.

    "Und alles, was dieses Thema angeht, so wie wohl auch viele andere co-Abhängige, weggemauschelt. Es soll ja keiner wissen, was zu Hause an Schwierigkeiten so los ist und es soll ja kein schlechtes Licht auf den Partner ( in meinem Fall) fallen."
    Das klingt schon ziemlich co, liebe Tautröpfchen.
    So wie du kommen viele Angehörige hier an, sind fertig und wissen nicht mehr weiter. Und nach einem Tag wird dann relativiert, alles nicht so schlimm... Ist ja in anderen Familien auch so, mit Krebskranken zum Beispiel.

    Ein Alkoholiker ist aber kein krebskranker.
    Und in dem Moment, wenn ich anfange zu begründen, warum ich mit jemandem zusammen bleibe, der mich psychisch und physisch fertig macht, läuft etwas gewaltig schief: weil ich mich selbst jemandem ausliefere, der mir schadet. Weil ich es zulasse, dass derjenige mich fertig macht und das billigend in Kauf nehme. Wenn ich darauf angesprochen werde, kommen so Dinge wie "kann den armen Partner nicht alleine lassen, das Kind soll keine Trennung mitmachen, aber die Haustiere..." blabla.
    Die wirklichen Motive sind aber andere.

    Hey Ko,

    Wie alt ist deine Tochter denn?
    Ich gehe mal davon aus, dass sie minderjährig ist. Also ist sie aus deinen Schutz angewiesen.
    Irgendwie bin ich gerade überrascht, dass du nicht weißt, wie du ihr helfen sollst. Du bist doch ihre Mutter; wenn du sie nicht beschützen kannst, wer denn dann?

    Sorg für klare Grenzen- was willst du und was nicht? Ich meine, ihr seid doch eineFamilie.. was sind denn das für Zustände, wenn der Vater sich an Weihnachten betrinkt und die Tochter vorm Baum weinen lässt?
    Ist das dann noch etwas, woran man festhalten sollte?

    Katha hat dazu ein paar treffende Worte geschrieben :)

    Sorg dafür, dass ihr ein tolles Fest habt! :)
    Liebe Grüße,
    Zimttee

    Hallo Ko,
    ich fürchte, du kannst nur wenig tun. Gäbe es einen Plan b, wo ihr hin könnt, wenn er wieder betrunken ist?

    Ansonsten könntest du einen Plan fassen, was du machen kannst, damit es nächstes Jahr schöner wird.

    Was gibt es denn für Möglichkeiten, deine Situation zu ändern? Wären sie angemessen?

    Liebe Grüße, Zimttee