Beiträge von lütte69

    Hallo Zabou,

    die Gedanken kenne ich sehr gut. Ich habe eine neue Sichtweise darauf. Sicher wäre in dem Moment, da ihm was passiert, mein Problem auf den ersten Blick für eine kurze Zeit gelöst. Aber das ist nur oberflächlich. In mir findet ja keine Veränderung statt. Ich hab mal bei mir im geschlossenen geschrieben, dass die Veränderung meines Partners ja für mich einfacher wäre, als wenn ich durch diesen ganzen Schmerz müsste. Ich bin dabei, durch diesen Schmerz zu gehen und so wie sich das anfühlt, du auch. Es bleibt uns nichts anderes übrig. Wir gehen da hindurch und wir erarbeiten uns gesündere Mindsets und dann ist meine Hoffnung, dass mehr Leichtigkeit und Freude wieder Einzug in mein Leben hält und vielleicht mal eine neue Liebe auf gesunder Basis.

    Ich wünsche Dir Mut und Kraft.

    sonnige Grüße Lütte

    Hallo Yuna,

    mir stellen sich die Nackenhaare auf beim Lesen Deiner Geschichte. Ich kann mich Mairiexy und Alexa nur anschließen. Du bist doch die Hauptmieterin. Kannst du nicht das Schloss auswechseln, wenn er nicht da ist? Ansonsten bleibt wirklich nur gehen, damit du und deine Kinder zur Ruhe kommen. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass sich nichts ändern wird, solange der Tiefpunkt nicht erreicht ist.

    Ich wünsche Dir viel Kraft und Menschen, die an deiner Seite sind.

    sonnige Grüße Lütte

    Hallo Api,

    bin auch in einer ähnlichen Situation wie du. Mein Auszug ist jetzt 9 Wochen her und so langsam fühle ich, dass es ein kleines Stückchen besser wird. Wir hatten uns auf eine freundschaftliche Trennung geeinigt, aber wir haben beide extrem unterschiedliche Vorstellungen von freundschaftlich und Trennung. Ich hab auch das Gefühl, nicht ernst genommen zu werden. Sie hat ein bisschen Midlifecrisis/Wechseljahre und irgendwann kriegt sie sich schon wieder ein, so wie vor 12 Jahren. Da heißt es jetzt konsequent sein. Ich weiß auch genau, was in ihm vor geht. Es war ja lange Jahre meine Aufgabe zu scannen, wie es ihm geht und mich dann entsprechend zu verhalten. Das nicht mehr zu tun, zu scannen wie es mir geht und mich danach zu verhalten, ist eine enorme Herausforderung für mich.

    Ich denke, sie wollen diese Trennung einfach nicht wahrhaben und wenn sie sie ignorieren, passiert sie auch nicht.

    sonnige Grüße Lütte

    Hallo Gundi,

    ich (ü50, 33 Jahre verheiratet) habe mich vor 9 Wochen auch räumlich getrennt. Innerlich ist der Prozess wohl im vergangenen Frühjahr gestartet, aber bis ich den Mut hatte, ihm zu sagen, dass ich gehe, hat es eben noch lange gebraucht. Es ist eine sehr herausfordernde Zeit, aber ich habe eine Familie, die zu mir steht und Freunde, die mich auffangen. Es ist mit dem Auszug nicht alles gut, aber das Gefühl der Freiheit begleitet mich.

    Wovor hast Du denn konkret Angst? Vielleicht hilft das Aufschreiben ja beim Sortieren und Erkennen, wo Lösungen sind.

    sonnige Grüße Lütte

    Hallo Toni,

    gut, dass Du den Weg hierher gefunden hast. Für mich ist die Unterstützung hier unbezahlbar. Das mit den getrennten Kühlschränken, Zimmern und Konten ist schon mal ne Superidee.

    Wie fühlt es sich für dich an, wenn du dir vorstellst, dass die anstehende Entgiftung und Reha nichts bringen und es eher weiter bergab mit ihm geht? Möchtest Du so die nächsten Jahre verbringen? Ich bin Mitte 50 und vor 2 Monaten aus dem Haus (was auch beiden gehört) ausgezogen. Es gab bei uns nicht diese verbalen Entgleisungen, aber sehr viel Kontrolle und Manipulation. Jetzt wohne ich in einer kleinen Wohnung und es wird ruhiger in mir.

    sonnige Grüße Lütte

    Hallo Cat-Mom,

    hier mal ein Spruch, der viel in mir bewegt hat "wenn jeder für sich sorgt, ist für jeden gesorgt". Hast du das Vertrauen, dass er das für sich hinbekommt? Es ist nämlich seine Verantwortung. Von daher kannst du den Fokus auf dich und dein Leben richten. Komm für dich zur Ruhe. Weißt Du, was du vom Leben möchtest, mal völlig unabhängig von ihm? Ich hab mein Leben, meine Wünsche auch jahrelang nach seinen Befindlichkeiten ausgerichtet. Es hat aber nicht gereicht. Es hat nicht gereicht ihn trocken zu legen und es hat nicht gereicht, unsere Ehe aufrecht zu erhalten. Es hat dafür gereicht, dass ich mich verbogen hab, nicht auf mein Bauchgefühl gehört habe, nur noch wenig Selbstwertgefühl habe. Jetzt sorge ich für mich und mein Mann hat die gleiche Chance. Was er draus macht ist nicht mein Problem.

    sonnige Grüße Lütte

    Hallo Momo,

    ich habe Ende letzten Jahres auch gemerkt, dass mein Lachen und meine Fröhlichkeit verschwunden sind und das war für mich der Punkt an dem es ernst wurde. Da hab ich begonnen darüber nachzudenken, was ich vom Leben will und warum ich all die Dinge, die passiert sind, geschehen lasse. Und nun stehe ich genau wie Du im Chaos, aber es ist mein Chaos und ich hab die Chance Ordnung rein zu bringen - im Innen wie im Außen.

    Wünsche dir auch ein gemütliches Wochenende

    Lütte

    Oh ja, eiskalt und egoistisch bin ich auch. Auch mein Mann kann sich nicht vorstellen, dass ich alleine auf die Idee gekommen bin auszuziehen. Da muss es einen anderen Mann/Frau? geben oder gar eine Sekte? Am Ende ist es auch egal, was er denkt. Dieses egal ist immer noch nicht leicht für mich, weil mir sein Denken und sein Fühlen ja immer so wichtig war, wichtiger als meins.

    Dann lass ihn sich doch ändern, soll er machen, aber du machst dein Ding. Du kümmerst dich mal ausschließlich um dich. Wenn das Universum euch als das Paar sieht, dann kann das später immer noch was werden, aber jetzt erstmal nur jeder für sich. Ich denke, dass 2 "Kranke" sich nicht gegenseitig heilen können. Ich gelange so nach und nach zu sehr vielen Erkenntnissen, die meinen Umgang mit mir und mein Verhältnis zu mir betreffen. Da liegt ganz viel im Argen und da sehe ich momentan meine Prioritäten. Ich weiß, dass ich Zufriedenheit nur in mir finden kann. Um mir wieder einen gesunden Umgang mit mir aufzubauen, brauche ich keinen Mann.

    Was mit der Wut kommt, weiß ich auch nicht. Aber ich wohne 20 km weit weg und es sind immer Menschen in der Nähe. Außerdem ist er nie handgreiflich geworden. Vielleicht müssen ein paar Dinge dran glauben, aber das meiste was mir wichtig ist, hab ich bei mir und alles andere lässt sich ersetzen. Ich mach mir Gedanken, wenn es so weit ist.

    LG Lütte

    Hallo Zabou,

    ja, der Bauchknoten ist ein wichtiges Indiz. Ich habe ihn viel zu oft ignoriert und weg gedrückt und weiter gemacht. Was der große Unterschied zu meinem ersten Auszug vor 12 Jahren ist: Ich bin für mich gegangen. Es sind keine Hintergedanken da, dass er sich vielleicht doch ändert. Das war beim ersten Mal nämlich so. Da hab ich gehofft, dass er sich ändert, also aufhört zu saufen und mein Leben dann wieder in Ordnung ist. Habe lernen dürfen, dass das nicht funktioniert.

    Was bedeutet um des lieben Friedens willen denn am Ende für uns? Wir geben gegen unser inneres Gefühl (Bauchknoten) nach. Wir verbiegen uns und leiden. Mag sein, dass es eine Zeit lang gut geht, aber ich für mich weiß, dass ich spätestens in einem Jahr wieder an der gleichen Stelle stehe. Und ganz wichtig - ich liebe ihn nicht mehr. Eine Freundschaft zwischen uns kann ich mir vorstellen und er wird auch immer ein Teil meines Lebens sein, aber ich möchte nicht mehr die Frau an seiner Seite sein. Er ist wie er ist, mit seinen guten und sehr guten und doofen Seiten, wie jeder andere auch, nur habe ich mich über die Zeit so entwickelt, dass ich uns nicht mehr als Paar sehe.

    Er sieht das anders, er möchte mich zurück, weiter mit mir leben. Ich denke, dass ich mir meine Freiheit erkämpfen muss im Inneren wie im Äußeren. Ich bin bereit dazu und ich habe mir ein Netz geschaffen, dass mich auffängt und an meiner Seite ist. Noch ist er im Opfer-Modus, bin gespannt, was passiert, wenn die Wut kommt.

    sonnige Grüße Lütte

    Hallo Franzi,

    Ich finde es irgendwie heftig, da deine Geschichte irgendwie wie eines dieser seltenen „Happy Ends“ gewirkt hat, bei denen der Partner schließlich doch trocken wurde und man als Paar wieder zusammen gefunden hat.

    Ja, das hab ich mir so von Herzen gewünscht und stand mir damit selbst im Weg. Er hat längst nicht so massiv getrunken wie vor meinem Auszug, wir haben auch ein bisschen was geändert in unserem Leben und es fühlte sich zwischenzeitlich auch richtig gut an, aber Alkohol spielte dann immer wieder eine Rolle und sie war mal stärker und mal schwächer. Hab versucht, mich so weit wie möglich anzupassen und nur das Gute zu sehen. Aber nur die Rosinen raus picken funktioniert halt nicht. Du bekommst immer das ganze Paket.

    Ich bin zwar ausgezogen, aber ich hab mich ja mit genommen. Ich funktioniere noch gut, wenn er Knöpfe drückt, fühle mich schuldig und manchmal sehr allein, habe Selbstzweifel und wenig Selbstwertgefühl. Die guten Teile unserer Beziehung fehlen mir. Trotzdem ist mir klar, dass dies der richtige Schritt gewesen ist. Ich freue mich auf das, was kommt.

    sonnige Grüße Lütte

    Guten Morgen, aus "...alles nicht so schlimm?" wurde vor 7 Wochen ein "ES REICHT". Ich bin ausgezogen. Ich habe es nach meinem Aufschlagen hier vor 12 Jahren wirklich immer und immer wieder versucht. Es sind Dinge passiert, die mir die Augen geöffnet haben. Ich habe mich gefragt, warum ich das alles mit mir machen lasse. Antwort: weil ich keinen Selbstwert mehr besitze. Ich bin nach außen schon taff, hab einen guten Job, Hobbies und Freunde und verbiege mich bis zum letzten, damit mein Mann zufrieden ist. Weil ich enorm angepasst und harmoniesüchtig bin, Angst vor Konflikten habe. Ich habe mir die Situationen schön geredet, nur um nicht handeln zu müssen, nicht in diesen Schmerz zu müssen. Jetzt bin ich mitten drin, denn es ging für mich nicht mehr anders. Eigentlich waren wir gerade in einem ruhigen Fahrwasser, aber ich hatte angefangen, mich mit mir selbst zu beschäftigen, hab viel über mich erkannt und mir wurde bewusst, dass ich in dieser Beziehung nicht heilen kann. Nun stehe ich mit ü50 und mehr als 30 Jahren Ehe vor einem Neuanfang. Ich freue mich drauf auch wenn die Herausforderungen enorm sind. Alte Muster und mein Mann ziehen und zerren an mir und das Gute neue ist noch nicht wirklich da, aber ich habe die beste Familie, die besten Freunde der Welt und ich kann hier schreiben. Es ist nicht immer leicht, aber ich bin zuversichtlich.