Beiträge von lütte69

    Hallo Lilli,

    das war für mich der einzig gangbare Weg. Wenn ich mit ihm darüber gesprochen hätte, wäre ich immer wieder eingeknickt. Wir waren über 20 Jahre verheiratet und 23 Jahre zusammen - er kannte mich und wusste (vielleicht auch nur instinktiv), welche Knöpfe er drücken muss. Selbstverständlich hat er mich mit Anrufen bombardiert und wollte mich ständig treffen. Es hat mich enorm viel Kraft gekostet, eine 4-wöchige Kontaktsperre durchzusetzen. Ich bin sehr harmoniesüchtig und mein ganzes Handeln hat diesem Wesenszug widersprochen. Das war eine super anstrengende Zeit und sicher war ich in seinen Augen kaltherzig, egoistisch, böse .... - die ganze Palette halt. Und ich hab mir das rein gezogen. Ich wollte doch nie die Böse sein und nun war ich es für den Menschen, den ich doch liebte :( . Der Sommer 2012 war emotional eine Katastrophe für mich. Zum Glück hatte ich das Forum, hier hab ich ne Menge Hilfe bekommen.

    Informiert war nur meine engste Familie. Ich wollte das nicht an die große Glocke hängen, habe aber auf Nachfragen ehrlich geantwortet.

    Wir haben beide begonnen, unsere Einstellungen zu überdenken und unser Leben zu ändern und leben wieder zusammen. Ohne meinen Auszug wäre es aber niemals dazu gekommen. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass, wenn ich mich ändere, sich auch meine Welt ändert. Daher kann ich Dir nur raten, zu tun, was für Dich gut ist, auch wenn es nicht immer "fair" (wer immer das auch einordnet) ist. Für meine Entwicklung war dieser Sommer ausschlaggebend und enorm wichtig, aber ich möchte nicht noch mal durch dieses Gefühlschaos.

    ich wünsche Dir für Deinen Weg viel Kraft und Geduld
    Lütte

    Hallo Lilli,
    Ich habe still und heimlich meine Sachen gepackt, während er auf Montage war, einen Brief geschrieben und bin gegangen, bevor er zurück war. Anders hätte ich es nicht geschafft.

    Sonnige Grüße
    Lütte

    Hallo Bine,

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    Und dann kommt das fehlende Verständnis von meiner Seite, wie dieser verdammte Alkohol so wichtig für ihn sein kann. Darum kreisen meine Gedanken, ich hoffe dass das mit der Zeit aufhört und ich ihn einfach aus meinem Herz raus bekomme.

    Das ging mir damals genau so. Ich wollte ihn verstehen, um ihm helfen zu können. Mit Hilfe des Forums wurde meinem Kopf damals klar, dass das nicht funktioniert - das Herz kam da lange nicht mit. Nach über einem Jahr, konnte ich sogar körperlich spüren, dass das endlich durch all meine Instanzen durch war - ich konnte das auch fühlen. Das war ein ganz wichtiger Schritt.

    Ich finde es gut, dass Du was für Dich tust und Dich ablenkst. Das hilft, den Fokus neu einzurichten - weg von ihm, hin zu Dir.

    sonnige Grüße
    Lütte

    Liebe Schnitzel,

    als ich hier vor ca. 8 Jahren aufgeschlagen bin, hatte ich die gleichen Fragen wie Du, wollte ihm helfen, ihn unbedingt verstehen. Aber weißt Du, darum geht es gar nicht. Es geht um Dich. All die Fragen, die Du hier stellst, sollte er stellen und zwar seinem Hausarzt auf eigene Initiative. Da erhält er kompetente, auf ihn zugeschnittene Antworten. Hier sind ganz viele Erfahrungen und Beispiele, aber die nutzen alle nix, so lange Dein Partner nicht einsieht, dass er mit Alkohol nicht mehr umgehen kann und ins Handeln kommt. Dir sollte es um Dich gehen. Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass Du niemanden trocken legen kannst. Ich dachte auch, ich muss ihn nur verstehen, ihm sagen, was er machen soll und dann sind alle unsere Probleme gelöst - das hat so gar nicht funktioniert. Ich durfte hier lernen, dass ich nur mich und nicht ihn verändern kann. Also hab ich damit begonnen, mich zu verändern und siehe da, die Welt um mich herum änderte sich auch. Das passierte langsam - Stück für Stück. Manchmal dachte ich, ich trete auf der Stelle oder renne immer im Kreis, aber meine Trippelschrittchen wurden zu meinem Weg, der mich zu meinem zufriedenen Leben führte. Ich bin der Schlüssel zu meinem Glück. Ich bin nicht für meinen Partner verantwortlich, sondern jeder ist für sich verantwortlich und muss für sich einstehen und handeln.

    Wie geht es Dir? Welche Wünsche, Träume, Ziele hast Du? Was tust Du, damit es Dir gut geht?

    Zu Anfang hab ich mich an den Spruch gehalten: "Wenn sich jeder um sich sorgt, ist für jeden gesorgt."

    sonnige Grüße
    Lütte

    Liebe Schnitzel,

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    Ja,ich weiss ich bin schon länger im Forum unterwegs,und komme nicht weiter.
    Ich finde nichts,niemand der mir hilft.

    Doch, Du findest jemanden, der Dir hilft - ist gar nicht so weit weg. Unsere Posts können eine Hilfe sein, der Therapeut kann eine Hilfe sein, aber gehen musst Du allein. Du hast alles in Dir, was es braucht um zufrieden und glücklich zu leben. Ich habe in der letzten Woche diese Zeilen gelesen:

    Wenn nichts mehr sein kann, wie es war.
    Nichts ist, wie du es dir wünschst und
    nichts sein wird, wie du es dir erträumst.
    Dann ist es an der Zeit, alles zu vergessen was war
    und neue Wege zu gehen.

    Ich hab auch immer gedacht, es liegt an ihm - ja, er hat getrunken, aber ich habe es jahrelang ertragen. Als mir das ganze Ausmaß bewusst wurde, war mein erster Impuls auch - er muss was ändern, er muss aufhören zu trinken. Hat er aber nicht, obwohl ich versucht habe, mit ihm zu reden. Dann wollte ich ihn verstehen, damit ich Argumente für unsere Diskussionen hatte. Meine Welt hat sich also weiter nur um ihn gedreht, ich hab mich aufgerieben, war unglücklich und er hat getrunken :roll: . Als ich es nicht mehr ausgehalten habe, hab ich das letzte Bisschen an Stolz und Mut zusammen gerafft und bin gegangen. ICH habe mich bewegt und siehe da meine Welt bewegte sich. Was ich dir sagen möchte (auch wenn dein Herz es vielleicht nicht versteht) ist, dass Du gar nichts machen kannst, wenn er saufen will/muss. Das ist die traurige Wahrheit. Es ist auch völlig irrelevant, ob du ihn verstehst. Das musst Du gar nicht. Du musst Dich um Dich kümmern. Fang mit kleinen Schritten an. Mach Dinge, an denen Du Freude hast und was er darüber denkt, ist völlig Banane. Er hat auch die Möglichkeit, sich gutes zu tun. Er ist erwachsen und für sich selbst verantwortlich, so wie Du auch.

    Liebe Schnitzel, es sollte Dir um Dich gehen und nicht um ihn. Du bist mit Deinem Leben unzufrieden, also musst Du was für Dich ändern.

    Ich wünsche Dir viel Kraft und Geduld für Deinen Weg
    sonnige Grüße
    Lütte

    Hallo Sonnenblume,

    es war für mich damals auch ein gutes Gefühl, als ich die ersten Reaktionen auf meine Posts bekam. Ich war ungefähr in deinem Alter als ich hier aufschlug. Das ist jetzt fast 8 Jahre her.

    Er hat die ersten 3 Jahre keinen Alkohol angerührt. Dann dachte er wohl er hat alles im Griff und war ganz schnell bei 2 Flaschen Wein die Woche. Das haben wir dann in ein paar schwierigen Gesprächen klären können und heute trinkt er ab und zu auf einer Feier ein Glas Wein. Das ist für mich in Ordnung.

    Zitat

    Also wenn man von einem Zurück spricht, ohne ihm reinzureden in seinem Konsum.

    Hm, ich kann mir vorstellen, dass das sehr schwierig, in meinen Augen unmöglich ist. Mich triggern diese Auswirkungen von Alk total - die Stimme, die Augen, die Stimmung - dann kommen die alten Gefühle, der Bauchknoten wieder hoch und das will ich nicht mehr. Ich will auch nicht daneben sitzen und ihn ignorieren - würde ich auch nicht schaffen. Das Gedankenkarussell würde wieder anspringen und ich hätte keine Ruhe. Mir würde es nicht gut gehen mit der Situation und da bin ich dann bei der Verantwortung für mich.

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    Bei meinem Ex ist es ja nicht nur das trinken allein, sondern sein unangebrachtes, schon ziemlich krankhaftes Verhalten, Kontrolle, verbale Attacken etc.. Das würde sich ja nicht ändern,
    wenn der Alkohol nicht verschwindet. Falls es an dem Alkohol liegt, kann natürlich auch sein Charakter sein.

    Der Alk hat unsere Beziehung damals schon sehr belastet, aber in allen anderen Bereichen waren und sind wir ein gutes Team. Er ist trocken ein aufmerksamer, liebevoller Partner. Wie gesagt, wir sind beide zufrieden mit unserem Leben. Das sieht bei Dir ja nicht so aus. Mir war bei meinem Auszug erstmal egal, was wird, ich wollte nur weg. Ich denke, du solltest dir die Zeit nehmen, mit dir ins Reine zu kommen. Diese Chance hat er ja genauso. Dann kannst Du deine und seine Entwicklung beobachten und entscheiden, ob es für Dich passt oder nicht. Mir war das damals vielleicht nicht so bewusst und zu Anfang hab ich mir auch mehr Gedanken um ihn als um mich gemacht, aber ich durfte erfahren, dass er für sich Verantwortung übernehmen kann. Ich kann dir nur empfehlen, dir Zeit für dich zu nehmen. Alles andere wird sich zeigen.

    sonnige Grüße
    Lütte

    Hi,

    es geht auch nicht um Vorwürfe, es geht um Deine Gefühle, die sollen da hinein. Vielleicht ist dieses Aufschreiben an sich schon ein wichtiger Schritt. Alles einmal in Worte fassen, formulieren, aufschreiben - das ist noch was anderes als nur Gedanken haben. Ich habe es als anstrengend empfunden. Aber es war wichtig, dass alles zu sortieren. Und wie Dante schon schreibt, er trinkt, weil er es will. Das war meine Kapitulation - einzusehen, dass es völlig egal ist, was ich mache, wie ich bin (ich könnte die perfekte Frau/Tochter/Mann/Sohn sein - ein Grund zu trinken oder das mieseste Schwein ever - auch ein Grund zu trinken) - er trinkt den Alkohol. Ich stehe nicht mit der geladenen Waffe hinter ihm und zwinge ihn dazu. Was hast Du alles schon versucht? Und wie es scheint, hat es nix genutzt. Wir können den anderen nicht ändern, wir können uns ändern. Das Gute daran ist, dass jeder diese Möglichkeit hat. Es ist an uns, sie zu nutzen.

    sonnige Grüße
    Lütte

    Hallo Sonnenblume,

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    Erster Schritt war das melden in der Beratungsstelle

    Super! Das hat mir damals auch sehr geholfen. Das Forum ist toll, hat aber eben auch in bestimmten Dingen seine Grenzen. Ich habe bei Beiden viel Hilfe erfahren und durfte Menschen kennen lernen, bei denen ich froh bin, dass es sie in meinem Leben gibt.

    Ich glaube, viele nasse Alkoholiker wollen sich mit dem Thema nicht auseinander setzen. Ich hab lange versucht, zu verstehen, warum das so ist, warum sie nicht einfach die Flasche stehen lassen können. Heute weiß ich, dass ich das nicht verstehen kann und am Ende bringt es mich ja auch nicht weiter. Ich muss gucken was und wer mir gut tut und damit will ich mich umgeben.

    Ich lebe wieder mit meinem Mann zusammen. Nach einem knappen halben Jahr bin ich wieder zurück gezogen. Wir haben vieles in unserem Leben geändert und neu zueinander gefunden. Das war nicht leicht, denn dieses "in Liebe los lassen" musste ich ja trotzdem umsetzen. Das konnte ich nach etwa einem Jahr wirklich körperlich spüren. Mir war der berüchtigte Stein vom Herzen gefallen. Ich wusste und spürte, dass ich nicht für sein Leben, seine Stimmungen verantwortlich bin. Es ist nicht immer alles gut bei uns, aber wir haben neue Ansätze gefunden, unsere Probleme zu lösen und ich bin mit meinem Leben sehr zufrieden.

    Aus meiner Erfahrung heraus kann ich Dir nur sagen, dass es wichtig ist, dass Du dich wieder in den Fokus rückst, dass Du wieder lernst, auf dich zu schauen. Alles andere findet sich. Das ist kein leichter Weg, wie schon gesagt, werden Zweifel, Tränen, Kämpfe dich begleiten, aber es lohnt sich.

    sonnige Grüße
    Lütte

    Hallo Schnitzel,

    ich bin auch ganz schlecht im Reden, weil mir auch immer die Tränen kommen. Hast Du mal über einen Brief, in dem du dir in Ruhe alles von der Seele schreibst, nachgedacht?

    sonnige Grüße
    lütte

    Guten Morgen liebe Sonnenblume,

    willkommen im Forum. Das kommt mir alles so bekannt vor was Du schreibst.

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    Ich gebe auf und lasse los. Ich bin einfach machtlos dagegen. Ich drehe mich mit ihm im Kreis.

    Das ist eine ganz wichtige Erkenntnis. Bei mir war es so, dass der Kopf in vielem schon weiter war, als das Herz und dadurch fühlte ich mich innerlich so sehr zerrissen. Ich brauchte damals auch ca. 1 Monat um eine Kontaktsperre durchzusetzen. Als er diese dann wirklich akzeptierte, ging es mir die ersten paar Tage richtig mies. Meine Gedanken, meine Gefühle, mein Leben drehte sich doch nur um ihn. Aber diese Funkstille war wichtig für mich, denn so gelang es mir, meinen Fokus endlich mal auf mich zu richten. Ich musste ja auch in mir einiges gerade rücken. Ich war ja auch in gewisser Weise abhängig und mein Suchtmittel meldete sich nicht mehr. Jetzt ist deine Zeit. Er ist erwachsen und verantwortlich für sein Leben. Für meinen Mann war mein Auszug damals der Schuss vor den Bug, den er brauchte um mal über sein Leben nachzudenken. Mir war kurz vor meinem Auszug egal, wie das alles endet. Ich wusste nur, dass ich untergehen, wenn ich bei ihm bleibe.

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    Er stellt mich hin, als würde ich ein Problem erschaffen was es nicht gibt. Nach dem lesen
    hier im Forum, hat er wohl recht. Ich hab das Problem und ich kann/muss es ändern, für mich. Aber es tut dennoch wahnsinnig weh und
    dieser Schritt ist so so schwer durchzustehen. Aber ich versuche weiterhin stark zu bleiben und durchzuhalten.

    Wie ein ganz lieber Forumsteilnehmer hier immer schreibt, "ein Apfel vom Baum der Erkenntnis". Ja, es tut weh, aber nichts tun, bleiben und aushalten wird am Ende viel schmerzhafter. Wir sind alle für unser Leben verantwortlich, wir müssen dafür sorgen, dass es uns gut geht. Aus eigener Erfahrung kann ich dir sagen, dass der Schmerz vorüber geht. Je mehr ich für mich da war um so weniger tat es weh. Ich habe hier im Forum ganz viel geschrieben, habe Bücher zum Thema gelesen, ein Psychotherapie gemacht, neue Freunde gefunden und alte Hobbies ausgegraben. Der Weg war nicht leicht, es gab viele Tränen, Zweifel, Einsamkeit, aber er war so immens wichtig, um zu meinem heutigen zufriedenen Leben zu finden.

    Wenn ich deine Zeilen so lese, hab ich den Eindruck, dass dir klar ist, wie der Hase läuft. Du weißt, dass Du ihn nicht retten kannst und du weißt, dass Du mit untergehst, wenn Du bleibst. Jetzt ist vielleicht der Zeitpunkt, dem Kopf zu vertrauen, das Gefühl zieht irgendwann hinterher.

    Ich wünsche Dir für Deinen Weg viel Kraft und Geduld
    sonnige Grüße
    Lütte

    Hi, ich habe ihm einen Brief da gelassen, in dem ich versucht habe, mich zu erklären. Ich brauchte erstmal Abstand und Ruhe, was er in den ersten Wochen nicht akzeptierte. Es hat einen Monat gedauert, bis ich wirklich eine Kontaktsperre durchsetzen konnte. Danach fiel es mir leichter, mich auf mich zu konzentrieren. Wirklich reden konnten wir erst wesentlich später. Er hörte auf zu trinken und begann über alles, was passiert war nachzudenken und ich hatte auch meine Zeit für mich und dann konnten wir anfangen über uns zu reden. Wenn ich das so aufschreibe, hört sich sich sehr straight und konsequent an, war es aber nicht. Es war eine beschi**ene Zeit voller Tränen, innerer Zerrissenheit, Verzweiflung für beide, aber wir haben es geschafft.
    sonnige Grüße
    Lütte

    Hallo Schnitzel,

    für mich war dieses Raus aus der Wohnung ein ganz wichtiger Schritt. Ich konnte auch nicht mit meinem Mann reden, da ich ständig nur geheult habe und auch Angst vor seinen Reaktionen hatte. Mein Leben drehte sich nur um ihn, aufpassen, nix falsches zu sagen, ihm Ärger vom Leib halten, Alk anschleppen .... Für mich war klar, dass ich in dieser Umgebung mein Verhalten nicht ändern kann, dass ich raus muss. Mein Auszug war auch für ihn ein gewaltiger Schuss vor den Bug. Für uns beide war es ein Neubeginn. Die erste Zeit allein war der Horror, meine Gedanken und Gefühle habe ich ja mitgeschleppt, damit musste ich ja erstmal klar kommen. Ich war zur Psychotherapie, habe ganz viel gelesen und hatte dieses Forum mit Menschen, die sich bei diesem Thema auskannten. Ich glaube, den Mut zum Auszug hab ich auch hieraus gezogen. Es hat schon eine Weile gedauert, bis ich mich wieder um mich gekümmert habe. Das ging bei mir auch nach diesem gewaltigen Schritt Auszug nur ganz langsam in kleinen Etappen. Habe mir eine Sportgruppe gesucht, wieder mit einem verschütteten Hobby begonnen, alte Kontakte reaktiviert .... wie gesagt ganz langsam Schritt für Schritt und manchmal auch einen Schritt rückwärts. Das gehört alles dazu. Du musst für dich raus finden, was dir gut tut, wie du am besten mit der Situation umgehen kannst und dein Leben für dich lebenswert gestalten.
    Ich wünsche Dir viel Kraft und Geduld
    Lütte

    Hallo Anonymia,

    Zitat

    argh.. wie stellt man dieses Kopfkarussell ab?

    Lieblingsmusik an und ganz laut mitsingen - wenn man singt, kann man nicht denken :lol:
    Du bist jetzt dran. Mach Pläne für heute, morgen oder übermorgen - etwas, was Dir Spaß macht, worauf du dich freust. Du hast die Freiheit über Dein Leben zu entscheiden. Ich habe z.B. ein altes Hobby von mir wieder ausgegraben. Ich weiß, dass es nicht leicht ist, dieses Gedankenkarussell abzustellen, daran hatte ich auch enorm zu knabbern, aber mit der Zeit wird es besser.

    sonnige Grüße
    Lütte

    Liebes Bagelinchen,

    lass Dich mal in den Arm nehmen, ich wohne ganz nah am Meer. Heute ist ein sonniger klarer Morgen und wir beide machen mal einen Spaziergang am menschenleeren Strand entlang und gucken in die Unendlichkeit des Wassers, mal weg von dem ganzen Sche*ß. Du kennst sicher das Bibelzitat "Liebe deinen Nächsten wie dich selbst." Was hältst du davon, wenn Du heute damit anfängst. Du liebst Deinen Partner sehr, Du willst ihn vom Alkohol wegbringen, Du willst ihn retten. Aber wie sehr liebst Du dich? Willst Du dich nicht auch retten - vor ihm? Es sieht so aus, als wäre er Dein Alkohol. Du weißt, dass er Dir nicht gut tut und du kannst nicht von ihm lassen. Ich kenne diese Situation - ich stand nach 22 Jahren Ehe vor diesem Problem. Ich konnte sein nasses Denken "verstehen", hab ihn bedauert und Bierkästen gekauft. Ich spürte, dass irgendwas falsch war, dass es mir immer schlechter ging, konnte es aber nicht benennen. Mein Kind hat dann irgendwann zu mir gesagt, Papa trinkt zu viel Alkohol. Das musste ich dann erst mal für mich sortieren und leider hatte mein Kind ja recht. Also hab ich erstmal recherchiert und hab mit ihm geredet, wollte ihn zur Therapie schicken und dachte dann wird alles gut. Es hat so leider nicht funktioniert. Erst als ich Konsequenzen gezogen habe und ausgezogen bin, fing es bei ihm an zu rattern und er war in der Lage, was zu unternehmen. Also ich habe daraus gelernt: verändere dich, dann verändert sich deine Welt. Wir leben wieder zusammen, aber ich hätte auch eine Trennung in Kauf genommen. Alles wäre besser, als das neben einem nassen Alkoholiker dahin zu vegetieren.

    Ich wünsche Dir viel Kraft und Geduld für Dich
    sonnige Grüße
    Lütte

    Hallo Bagelinchen,

    ich hoffe, Du konntest einigermaßen schlafen und Dich ein bisschen ausruhen. Wenn Du den Absprung nicht für Dich schaffst, dann für Dein Kind. Dein Baby braucht eine ausgeglichene, entspannte, zufriedene Mutter. Es ist zu 100% auf Dich angewiesen. Dein XY ist erwachsen und kann, muss, darf selbst Verantwortung für sein Tun und Handeln übernehmen - Du bist nicht seine Mutter und schon gar nicht für seine Gefühle verantwortlich. Darauf hast Du keinen Einfluss. Das war damals für mich eine grandiose Erkenntnis. Mir ist eine riesige Last von den Schultern gefallen. Solange wie er nass ist, kannst Du ihn auf Händen tragen, er wird einen Grund zum Saufen finden und glaub mir, der bist meist Du. Kümmere Dich um die beiden Menschen, die Dir am nächsten sind - Du und Dein Zwerg.

    sonnige Grüße
    Lütte

    Hi Flummi,

    kann es sein, dass Dein Ex das vielleicht gar nicht mehr übersieht und Dir deswegen nicht Bescheid gesagt hat? Du sagst ja, dass er weiter trinkt - ist keine Entschuldigung - könnte aber ein Grund sein für sein Verhalten. Das mit Deinem Sohn ist natürlich schwierig. Vielleicht öffnet dieses Ereignis ihm ja die Augen und er tritt nicht in die Fußstapfen seines Vaters. Meiner Meinung nach kannst Du ihm immer wieder nur signalisieren, dass du für ihn da bist, aber das hast Du ja bestimmt schon gemacht.

    LG Lütte

    Hallo Wiesenmeer,

    ich glaube, meine Geschichte ist auch eher die Ausnahme. Und glaub mir, es hat enorm lange gedauert, bis ich diesen Schritt gehen konnte und wenn ich an diese Zeit zurück denke, bekomm ich immer noch Bauchschmerzen. Ich hab im Kopf angefangen mich zu verändern - daran hatte das Forum hier einen großen Anteil - aber mein Herz und meine Gefühle kamen lange nicht hinterher. Also erstmal gemacht, was der Verstand (funktionierte noch teilweise :D ) gesagt hat und gehofft, dass die Gefühle irgendwann nach kommen. Es hat ungefähr 4 Wochen gedauert, bis mein Mann die Kontaktsperre akzeptiert hatte. Das war so wichtig für mich, damit ich gedanklich von ihm weg komme und nicht immer neues Futter für's Kopfkino bekam. Aber die Zeit war trotzdem beschi**en. Viel Zeit für Gefühle - Wut, Trauer, diese innere Zerissenheit. Aber extrem wichtig - heute bin ich dankbar für diese Zeit, möchte sie aber nicht noch mal durch machen.

    Dein Weg sieht anders aus, aber du wirst ihn gehen, auch ohne diesen Mann.

    Wünsche Dir viel Kraft und Geduld
    sonnige Grüße
    Lütte