Beiträge von lütte69

    Hallo Wiesenmeer,

    ich war Mitte 2012 für fast 5 Monate ausgezogen - einfach so von heut auf morgen, hatte nur einen Brief da gelassen, weil es für mich nicht anders ging. Die Zeit war echt hart für mich, weil sich die Dinge anders entwickelten als ich dachte, sich mein Leben anders anfühlte als ich dachte - tja und meine Gedanken und Probleme hab ich ja auch mitgenommen. Aber die Zeit war für uns beide enorm wichtig. Ich bin ja der Meinung, dass in einer kranken Beziehung jeder für sich gesunden sollte und dann kann man schauen, ob es auch wieder zusammen geht. Bei uns hat's funktioniert. Dafür bin ich sehr dankbar. Es war ein steiniger Weg und es ist nicht immer eitel Sonnenschein, aber ich bin zufrieden.

    sonnige Grüße
    Lütte

    Hallo Wiesenmeer,

    Hut ab vor Deinen konsequenten Schritten, die sehr wichtig für dein Leben sind.

    Zitat

    Im Grunde gehen die Demütigungen in so fern weiter. :-|
    Das ist doch ein Schlag ins Gesicht..


    In meinen Augen ist das immer eine Frage der Einstellung - Du hast doch die Möglichkeit anders an die Sache ran zu gehen. Es ist einfach nicht mehr Deine Baustelle. Er hat sein Leben - Du hast Deins - 2 getrennte Wege, die nicht mehr zusammen laufen. Ich weiß, dass das schwer zu realisieren ist. Den anderen in Liebe los lassen - das war für mich der Weg für den inneren Frieden. Auch wenn ich mit meinem Mann wieder zufrieden zusammen bin, konnte ich ihn los lassen. An den Moment kann ich mich auch noch gut erinnern. Mir ist eine Last vom Herzen gefallen, es war ein befreiendes Gefühl. Auch heute ist mir bewusst, dass wir beide freiwillig unser Leben teilen und jeder das Recht hat, sich anders zu entscheiden, auch wenn es schmerzhaft werden würde. Die Kontaktsperre hast Du schon prima umgesetzt, jetzt muss er nur noch aus Kopf und Herz - so dass Du Dich irgendwann noch an die schönen Momente erinnern kannst, aber keine tiefen Gefühle - welcher Art auch immer - dabei sind.

    Wünsche Dir viel Kraft und Geduld
    sonnige Grüße
    Lütte

    Hallo Angel,

    Zitat

    Bei dem Gespräch war ich nicht dabei, das hat er mir vorhin erzählt

    Du warst nicht dabei und weißt nicht, was sie wirklich gesagt hat und was bei ihm angekommen ist. Schau auf Dich und nicht auf ihn. Es ist dir zuviel und basta - was anderes zählt nicht und vergleichen bringt gar nichts. Bleib konsequent - Du musst auf keinen Fall Bier für ihn holen.

    Hab leider gerade nicht so viel Zeit, aber das wollte ich Dir noch fix da lassen.

    sonnige Grüße
    lütte

    Hallo Stern,

    Zitat

    Wie viel ich an mir arbeiten muss, um frei zu werden, macht mir etwas Angst, oder eher Sorgen, es nicht zu schaffen.

    Auch Du kannst/wirst es schaffen, in Deinem Tempo, auf Deine Art und Weise. Es geht in vielen kleinen Schritten oft vorwärts und manchmal ein bisschen zurück. Das gehört eben dazu. Du darfst dich nur nicht entmutigen lassen und solltest gaaaanz viel Geduld mit dir haben.

    sonnige Grüße
    Lütte

    Guten Morgen Stern,

    Zitat

    ich hab klar alles nicht für ihn gemacht.... für uns, für mich, für ihn, für die kinder gesamt und für je einen einzelnen nach bedarf... wie so immer im leben. für die Familie so habe ich es gesehen.

    und jetzt fühlst Du Dich schlecht - höre ich zumindest raus. Für mich war dieses sich um andere kümmern, ständig da zu sein, immer dieser Drang helfen zu wollen meine Daseinsberechtigung. Ich darf aber auch da und sogar glücklich und zufrieden sein, wenn ich nicht helfe und mich für andere aufgebe. Das war eine wichtige Lektion für mich. Auch meine Gedanken kreisten in den ersten Monaten ständig um ihn und versperrten die Sicht auf mich und mein Leben.

    Hier wird oft von "in Liebe loslassen" gesprochen. Dieses Gefühl durfte ich erleben. Es gab diesen Moment, wo ich gemerkt habe, dass ich ihn innerlich los gelassen habe und mein Herz wurde leicht. Ich höre aus Deinen Posts Traurigkeit, Wut und Eifersucht heraus, dass er jetzt mit der neuen Frau glücklich sein könnte und ihr es am Ende nicht mehr ward. Das kann ich verstehen, aber es bringt dich ja nicht weiter. Du weißt nicht, wie es wirklich ist zwischen den beiden, denn Du bist nicht dabei und am Ende kann es Dir auch piep egal sein. Wichtig ist Dein Leben. Du hast jetzt die Chance, es neu auszurichten so wie Du es möchtest. Ich denke, wenn Du mit dir und deinem Leben zufrieden bist, strahlst Du das auch aus und wer weiß, vielleicht gibt es jemanden, der diese Stern lieben möchte. Ich möchte Dir damit Mut machen, auf Dich und Deine Bedürfnisse zu schauen. Lass die anderen beiden machen - es sollte dich nicht kümmern.

    Ich weiß, dass dies einfacher gesagt als getan ist, aber ich schicke Dir mal ein Kraftpaket und ganz viel Geduld für Dich
    Lütte

    Hallo Stern,

    das Gefühl, wenn ein Lebenstraum platzt kenne ich. Du darfst traurig, wütend sein und Selbstmitleid haben. Das sind Gefühle, die meiner Meinung nach dazu gehören.

    Zitat

    Alles wie früher...und doch es wird nie mehr wie früher, der Mann den ich liebte ist nicht mehr erreichbar...und der Gedanke, dass ich Rest des Lebens Alles, was mich glücklich macht, das Familiare, nicht mehr mit dem Vater meiner Kinder teilen kann, das macht mich so unendlich traurig... so, dass ich auch an allen diesen Dingen die Freude verliere.


    Wenn ich das richtig in Erinnerung habe, war es doch seine Entscheidung. Du hast dies alles doch nicht nur für ihn gemacht, sondern auch weil Du es so wolltest.

    Zitat

    Dankbar sein für das was man hatte, los lassen und dankbar sein für das was JETZT DA IST!!!! Das wäre das Richtige.

    Es wird bestimmt die Zeit kommen, wo Du das fühlen kannst. Bei mir hat das über ein Jahr gedauert. Das ganze ist ja ein Prozess - das geht nicht von heut auf morgen. Bei mir gehörten ganz viele Tränen, Wut, innere Zerrissenheit und so viel mehr Gefühle dazu. Wichtig ist, wieder sich selbst zu spüren, rauszufinden, was Du willst, was dich aufbaut und dir gut tut.

    Ich wünsche Dir viel Kraft und Geduld.

    sonnige Grüße
    Lütte

    Hallo Osiri,

    ich musste damals weg. Mir war klar, dass ich es in einer "WG" nie schaffen würde, wirkliche Veränderungen herbei zu führen. Mir ging es schon in meinem neuen Domizil nur durch seine Anrufe und Nachrichten sehr schlecht. Mit ihm unter einem Dach wäre ich wieder eingeknickt, da ich meiner Wahrnehmung ja eh nicht mehr traute und mein Selbstwertgefühl bei 0 lag. Wo vor hast Du im Frauenhaus konkret Angst?

    sonnige Grüße
    Lütte

    Liebe Nadless,

    diese Schuldgefühle, diese Angst, die Böse zu sein, kenne ich zu gut, aber ich kann dir sagen, dass ich das überwunden habe. Ich nehme dich mal virtuell in den Arm und geb Dir mein Mitgefühl, aber ich will dir auch Kraft geben und Dein Therapeut hat ja Recht, wenn er dir aufzeigt, was Dich umbringen würde. Gefühle entstehen ja im Kopf und äußern sich körperlich - das heißt, dass ich ja einen Einfluss habe auf das, was in meinem Kopf vor sich geht. Wenn es mit rationalen Argumenten nicht besser wird, dreh deine Lieblingsmusik laut und sing mit oder zähle irgendwelche banalen Dinge, dann kommst Du wenigstens kurzzeitig vom Grübeln weg. Und geh nur deine Dinge an. Er hat die gleichen Möglichkeiten wie Du, sich um sich zu kümmern.

    sonnige Grüße
    Lütte

    Hallo FreeWell,

    mir war am Anfang des ganzen Prozesses Abstand ganz wichtig. Ich wollte einfach keinen Kontakt, weil ich eh fast nur in Gedanken bei ihm und seinem Problem war. Bei ständigem Kontakt wäre ich nie dazu gekommen, mich mit mir und meinem Problem zu beschäftigen. Wir wollen immer so gern glauben, aber wie sunshine ja schon schreibt, ist beim Thema "nasser Alkoholiker" ne Menge Skepsis angesagt. Als ich gegangen bin, war mir alles egal, ich hätte wohl auch ne Scheidung in Kauf genommen. Ich glaube, das hat mein Mann gespürt, nachdem die ersten Manipulationsversuche von du bist die Beste bis zur eiskalten Egoistin ins Leere gelaufen sind und für sich eine Entscheidung getroffen, so wie auch ich meine Entscheidungen treffen musste. Versuch einfach auch in Gedanken von ihm weg zu kommen und kümmere dich um dich. Er ist erwachsen, er kann auch auf die Idee kommen aufzuräumen oder Hilfe in Anspruch zu nehmen. Die Zeit wird zeigen, wie ernst er es meint und diese Zeit solltest du dir auch nehmen.

    sonnige Grüße
    Lütte

    Hallo FreeWell,

    Zitat

    Man müsste neue Verhaltensmuster auf beiden Seiten üben und leben, aber ob das auf die Dauer geht ohne rückfällig zu werden ? Wahrscheinlich müssten beide Partner erst über Monate gesund werden, bevor sie es nochmal miteinander versuchen könnten.

    So hab ich es bei uns erlebt. Wir mussten beide an unsere Muster ran. Das ist kein leichter Weg und manchmal kann man halt nicht aus seiner Haut und altes, vertrautes bricht sich seine Bahn, aber ich habe Mittel und Wege an der Hand, damit umzugehen. Bei uns gab es einen Rückfall nach 6 Jahren - ein einmaliger Vorfall. Wir mussten nicht wieder bei Null anfangen, aber es ist schon ein anstrengender Weg.

    sonnige Grüße
    Lütte

    Hallo Morgenroth,

    Zitat

    Der Satz: Liebe deinen nächsten den kennt sicher jeder, aber das ist nur der erste Teil, der Satz geht ja weiter.
    Den letzten Teil habe auch ich immer "überlesen" und "überhört" wie dich selbst.

    Mir ging es ähnlich, obwohl ich ja nicht in einem religiösen Umfeld groß geworden bin. Aber in unserem System ging es ja auch nicht um den einzelnen sondern um das Wohl der Masse. Gefühlt habe ich meine Entscheidungen immer danach gerichtet, wie sie auf's Umfeld wirken könnten und nicht danach ob ich mich damit wohl fühle :roll: . Das wirkt natürlich bis heute und bedarf ner Menge Arbeit, dass zu ändern.

    sonnige Grüße
    Lütte

    Hallo Veilchen,

    herzlich willkommen im Forum. Das mit dem Vertrauen ist so eine Sache. Ich glaube, nachdem, was wir erlebt haben, ist es schon schwierig, dem Partner im Bezug auf Alkohol bedingungslos zu vertrauen. Zumindest bei mir sind da doch immer noch Zweifel und Ängste - nicht stets und ständig, aber doch ab und zu. Tu dir mal ab und zu was gutes und schau, wie ernst er es wirklich meint.

    sonnige Grüße
    Lütte

    Hallo FreeWell,

    "wenn sich jeder um sich selbst sorgt, ist für jeden gesorgt" - das hat mich auf meinem Weg begleitet. Meine Erfahrung hat mir gezeigt, dass es besser war, dass jeder für sich gesundet und dann ein neuer Beginn möglich ist. Ich möchte Dir Mut machen, Dein Leben in die Hand zu nehmen, Dich in deinen Fokus zu stellen und dich um dich zu kümmern - ein anderer macht es erstmal nicht wie es aussieht. Die Anderen in deiner Umgebung haben die gleichen Möglichkeiten. Jetzt bist erstmal Du wichtig. Was tut dir gut, was macht dir Spaß, was zieht dich runter, was möchtest Du - das könnten Wegweiser für Dich sein.

    Ich wünsche Dir Kraft und Geduld
    sonnige Grüße
    Lütte

    Liebe Wiesenmeer,

    es gibt da 2 Sprüche, die ich sehr mag - zum einen: "liebe Dich selbst, wie Deinen nächsten" und "wenn jeder für sich sorgt, ist für jeden gesorgt". Ich hab mich nicht mehr selbst geliebt damals. Ich hab mich fast bis zum Anschlag verbogen, damit alles um mich rum harmonisch ist. Hab mich gekümmert, dass es keinen Anlass zur Kritik gibt und bin mit Angst und Bauchschmerzen abends nach Hause gekommen. Dein XY erpresst dich auf das gemeinste. Du musst dich ja nicht grundsätzlich von Deinem Lebenstraum verabschieden, nur von dem Teil mit dem nassen Alkoholiker. Damit wird dein Traum niemals in Erfüllung gehen. Auch wenn das Herz sich dagegen sträubt, er ist für sein Leben ganz allein verantwortlich - lass Dir da nichts überstülpen. Ich kann mich meinen Vorschreibern nur anschließen, dass es genug Hilfsangebote gibt bei uns, die er in Anspruch nehmen kann - es liegt allein an ihm.
    Du hast genug damit zu tun, Dich um Dich zu kümmern, denn das wurde wahrscheinlich in letzter Zeit sträflich vernachlässigt. Du solltest in Deinem Fokus stehen. Das ist nicht kalt oder egoistisch (wie mir damals gesagt wurde) das ist gesund und lebensnotwendig.

    Ich wünsche Dir viel Kraft und Geduld
    Lütte

    Hallo Wiesenmeer,

    das ist echt krass. Stell Dir mal vor, Deine Tochter, eine Freundin oder eine Bekannte kommt zu Dir und berichtet genau das, was Du bis hier her aufgeschrieben hast. Was würdest Du ihnen sagen? Kannst Du dich so behandeln wie Deine Tochter, deine Freundin oder deine Bekannte? Was ich ganz schnell lernen musste um meinen Weg gehen zu können, ist, dass wir nur für unser Leben Verantwortung tragen und nicht für das unserer trinkenden Partner. Meinem Kopf war das klar, aber mein Herz hat gelitten. Was könnte Dir denn im schlimmsten Fall bei einer Trennung passieren, dass Du Dich wieder frei fühlst, Spaß am Leben hast ohne Angst, was Dich bei ihm wieder erwartet?

    Wovor hast Du Angst? Wie bereits gesagt, er muss sein Leben leben und nur er ist dafür verantwortlich. Wenn er sich zu Tode saufen will, dann darf er das, auch wenn wir das anders sehen.

    Ich denke, dass Dir eine lange Auszeit ohne Kontakt gut tun würde. Du könntest Dich in Ruhe um Dich kümmern und Deine Lebensfreude wieder finden.

    Dafür wünsche ich Dir viel Kraft und Geduld
    sonnige Grüße
    Lütte

    Hallo Destiny,

    was, wenn er zu dem Termin geht und dir dann erzählt, sie hätten ihm gesagt, er ist kein Alkoholiker? :shock: Das ist meine Erfahrung. Ich war bei dem Gespräch auch nicht dabei, hab es ihm aber geglaubt und wieder meine Wahrnehmung bezweifelt. Meine Erfahrung sagt mir, dass ich zusehen muss, dass es mir gut geht, auch wenn das erst mal eine Trennung bedeutet. Er hat doch auch die Möglichkeit dann ohne Ablenkung durch dich, den Fokus auf sich und sein Leben zu richten und seine Entscheidungen zu treffen. Die Zeit wird dann zeigen, wie es weiter geht. Uns hat mein Auszug am Ende wieder zusammen geführt. Er hat gesehen, dass ich es ernst meine und alkoholisiert nicht mehr mit ihm zusammen leben will. Das hat ihn zum Nachdenken und Handeln gebracht. Wir konnten beide für uns wieder auf die Reihe kommen und dann auf einem anderen Niveau wieder zusammen finden.

    Ich bin auch ein Mensch, der über seine Probleme reden möchte und ich bin auch froh, wenn es Menschen gibt, die mich verstehen, aber am Ende musst Du eine Entscheidung treffen. Die Ex-Frau Deines Freundes hat sich schon entschieden und sieht das alles mit Abstand und sorgt für das Wohlergehen der Kinder, indem sie sie nicht zu ihm gibt. Du musst für Dein Wohlergehen alleine sorgen.

    Sicher ist eine Trennung nicht das Allheilmittel, aber dieses Abwarten und dieses "wenn, dann" kostet meiner Meinung nach wertvolle Zeit. Wie Du schreibst, trinkt er ja nicht erst seit gestern und es gab ne Menge Chancen schon mal was zu ändern. Ich seh da bei ihm einfach nicht den absoluten Willen, dem Alk zu entsagen. Ich glaube dieser Wille ist Voraussetzung für diesen schweren Weg. Du kannst ihn doch später nach Kräften unterstützen, aber den Entschluss muss er selber fassen. Das kannst Du ihm nicht abnehmen. Und in der Zwischenzeit sorgst Du dafür, dass es Dir gut geht.

    sonnige Grüße
    lütte

    Hallo Biene,

    Zitat

    "Sei anders (als Du bist), dann ist alles besser"

    Dazu möchte ich mal ein paar Gedanken hier lassen. Wer definiert besser oder schlechter? Wer definiert anders? Als ich hier ankam, war ich felsenfest davon überzeugt, dass, wenn mein Mann eine Therapie macht und nicht mehr trinkt, mein Leben perfekt wird - naja, vielleicht nicht perfekt, aber wieder gut. Ich kann dir verraten, dass das nicht eingetreten ist. Ich/wir sind an diesem Punkt gelandet, weil wir so waren, wie wir waren - das hieß für mich, es muss was geändert werden. Einfacher für mich wäre gewesen, mein Mann hätte sich geändert :roll: - hat er aber nicht. Hier hat man mir dann auch noch zu verstehen gegeben, dass er mit seinem Leben machen kann, was er will und wenn er saufen will, dann darf er das. An dem Drops hatte ich lange zu lutschen. Also, er muss sich nicht ändern, wenn er nicht will, hatte ich 2 Möglichkeiten - ich ändere mal ein bisschen was oder ich eben nicht. Wohin es mich führt, wenn ich alles beim Alten belasse, hatte ich ja schon gesehen. Ich glaube auch, dass ich nicht bewusst den Vorsatz gefasst hatte mich zu ändern, sondern ich hatte das Gefühl, dass ich mich so langsam auflöse, wenn ich nicht anfange, irgendwas anders zu machen. Ein gewaltiger Schritt war mein Auszug. Es hat mich fast zerrissen, denn mein Herz hat gehofft, ich wollte nicht die Böse, Egoistische. Kaltherzige sein - mein Verstand hat gesagt, es ist der richtige Schritt. Ich hab viele Bücher gelesen, bin zur Therapie gegangen und hab hier geschrieben. So nach und nach hab ich aus dem großen Berg, der vor mir lag, meinen Weg gestaltet.

    Was hieß für mich "sei anders"? Ich glaube es war wichtig, mich wieder wahrzunehmen, mich zu spüren, herauszufinden, was ich mag, was ich nicht mag und mir zu sagen, dass ich das auch darf, dass ich mich nicht verbiegen muss, damit andere eventuell zufrieden sind (da bin ich immer noch am üben). Im Grunde sind wir in Ordnung so wie wir sind - eben alle verschieden und auf die ganz eigene Art speziell. Aber wir sind nicht starr, wir können denken und uns an unsere Umwelt anpassen oder unsere Umwelt anders gestalten. Wir haben die Chance dazu. Manchmal fällt es schwer, die zu sehen oder die Konsequenzen - aus dem was wir sehen - zu ziehen.

    Du musst nicht anders sein - meine Meinung. Nur, du bist mit Deinem Leben derzeit unzufrieden und wichtig ist doch herauszufinden, was Du machen kannst, damit Du wieder zufrieden bist, denn dass wir den anderen nicht ändern können, steht - denke ich - fest. Wenn ich etwas verändern will, muss ich eben ein paar Dinge mal anders machen als bisher. Das heißt nicht, dass aus einem eher introvertierten Menschen ne Rampensau wird. Es sind so Kleinigkeiten, die ich gestern so gemacht habe, aber heute eben mal anders mache, um zu sehen, ob mir das Resultat eventuell besser gefällt.

    Und noch was habe ich aus meiner Vergangenheit gelernt "Ich kann dem anderen nicht hinter die Stirn schauen". Du kannst Dir den ganzen Nachmittag das Hirn über deine Lauf-Bekannte zermartern oder Du gehst alleine Laufen und hast einen schönen Tag. Vielleicht kommt irgendwann eine Entschuldigung, die Du auch nachvollziehen kannst, aber Dein Nachmittag war "versaut", wenn Du nicht losgelaufen bist. Das sind so die Kleinigkeiten, die Du anders machen könntest.

    Ich wünsche Dir Mut, Dinge anders zu machen
    sonnige Grüße
    Lütte