Beiträge von lütte69

    Hallo Maggy,

    Deine Fragen sind für mich schwierig zu beantworten. Bei mir war es so, dass ich z.B. viele Ratgeber verschlungen habe, mir hier User zum Vorbild genommen habe und dachte, wenn ich so handle, dann erziele ich die gewünschten Ergebnisse. Aber gemerkt hab ich davon nicht so richtig was. Nach ca. einem Jahr haben sich die ersten Veränderungen für mich bemerkbar gemacht. Andererseits bin ich auch dabei, zu lernen, mich mit meinen Macken zu akzeptieren. Ich denke, wenn Du auf Dein Gefühl hörst, bist Du auf dem richtigen Weg.

    Ich denke nicht, dass Du jemals weißt, was Dein Freund wirklich will. Du kannst ihm nur bis vor die Stirn schauen, nicht dahinter. Und am Ende ist das auch zweitrangig, weil es um Dein Leben geht für das Du die Entscheidungen triffst.

    sonnige Grüße
    Lütte

    ach so ... und geduldig sein musste ich auch lernen, gerade in Bezug auf mich.

    Hallo Maggy,

    ich hab den Eindruck, dass Du noch sehr um seine Aussagen, um ihn kreist. Es ist doch alles passiert und kann nicht mehr geändert werden. Du lebst heute und hast die Chance, Dein Leben zu gestalten. Mit oder ohne ihn, wird die Zeit zeigen. Wichtiger wäre meines Erachtens nach, dass Du rausfindest, was Du möchtest, welche Träume/Ziele Du hast. Dann kannst Du immer noch schauen, ob Du sie mit ihm verwirklichen kannst/möchtest.

    Ich kenne diese Gedankenkarussells. Hab jeden Satz von ihm zerpflückt und versucht zu analysieren und zu interpretieren. Heute weiß ich für mich, dass das nicht wirklich wichtig war. Was nutzen die Worte, wenn Taten fehlen. Wir haben beide - jeder für sich - getan und dann hat es wieder funktioniert. Ich hab mir bei meinem Auszug keinerlei Gedanken gemacht ob das für immer oder auf Zeit ist, ich musste nur erst mal weg. Auch bei Euch wird die Zeit zeigen, ob es ein "Wir" gibt oder nicht. Lass Dir die Zeit die Du brauchst und hab Geduld mit Dir.

    sonnige Grüße
    Lütte

    Hallo Maggy,

    ich bin ausgezogen, weil ich meinen ewig angetrunkenen Mann nicht mehr ertragen habe. Das fatale daran war, dass nach außen hin alles normal war. Wir haben Haus und Hof. Er hat alles bewirtschaftet, ging arbeiten und trotzdem war ich tot unglücklich. Er hat meinen Auszug auch nicht verstanden und natürlich versucht, mich mit vielen Mitteln zur Umkehr zu bewegen. Das ging vom Bitten über Anschuldigungen bis zu den Manipulationen. Ich war innerlich total zerrissen, Kopf und Herz waren meilenweit auseinander. Ich wusste nicht mehr was richtig und was falsch war. Irgendwann hab ich dann eine 4wöchige Kontaktsperre durchgesetzt und da bin ich dann etwas zur Ruhe gekommen. Es war eine schwere, tränenreiche Zeit für mich. Nach 4 Monaten ist dann etwas Schlimmes passiert, was nichts mit ihm zu tun hatte, aber da war er an meiner Seite. Zu dem Zeitpunkt trank er schon nicht mehr. Und da hab ich mich entschlossen, zu ihm zurück zu gehen. Es hat aber noch ca. 1 Jahr gedauert, bis es wirklich gut wurde zwischen uns. Anfangs hatte ich immer das Gefühl, dass er mir die Schuld gibt, nicht mehr trinken zu dürfen. Das war echt schwierig für mich bis ich das alles innerlich loslassen konnte. Da war es dann in meinem Gefühl angekommen: egal was ich mache oder nicht, ich kann ihn nicht ändern und ich bin nicht für ihn verantwortlich. Das war dann eine kolossale Erleichterung für mich. Dadurch dass er nicht mehr trank, änderte sich auch was in seinem Denken. Und irgendwann konnten wir auch über all das reden. Er ist nicht den hier beschriebenen Weg gegangen, was auch ein schwieriger Punkt für mich war, aber es ist sein Weg und bis heute funktioniert er (der Weg). Die Veränderungen kamen bei mir eher sehr schleichend. Da brauchte es schon eine Menge Geduld. Manchmal war es eine bekannte Situation z.B. in der ich mich anders verhalten habe oder die Gefühle in bekannten Situationen waren andere.

    Die Erkenntnis aus diesem ganzen Schlamassel ist für mich, dass ich erst mal dafür sorgen muss, dass es mir gut geht, soll heißen, dass ich im Gleichgewicht bin. Dann kann ich mich auch entsprechend um meine Umwelt kümmern.

    sonnige Grüße
    Lütte

    Hallo Maggy,

    ich war 4 Monate ausgezogen und wir haben wieder zusammen gefunden. Wir haben uns aber beide entwickelt und er trinkt nicht mehr. Ich denke auch, dass er nur versucht, Dich zu manipulieren um seine Komfortzone nicht verlassen zu müssen. Mir hat es wirklich geholfen, nur mal an mich zu denken, auch wenn es ähnliche Manipulationsversuche und Vorwürfe gab. Es war gut, diese inneren Kämpfe durchzustehen.

    Wünsche Dir Geduld und Kraft
    sonnige Grüße
    Lütte

    Hallo Such,

    ich weiß, dass es schwer ist, das Gedankenkarussell zu stoppen, aber wie wär es, wenn Du über Dich nachdenkst statt über ihn. Was tust Du Dir heute Gutes? Was würdest Du gern mal wieder tun?
    Du kannst nur die Kontrolle über Dein Leben haben. Abgeben, loslassen ... keine einfachen Dinge für einen Co - jedenfalls nach meinen Erfahrungen. Mach kleine Schritte und sei gut zu Dir. Ich war sehr ungeduldig mit mir und dachte, ich krieg das nie hin, aber nach und nach, ganz leise kamen die Veränderungen.

    Wünsche Dir einen schönen Tag.
    LG Lütte

    Hallo Such,

    Du hast ihm doch nicht die Waffe an den Kopf gehalten und gesagt "Trink" oder? Er hat/hatte doch immer die Möglichkeit, das Glas/die Flasche an die Seite zu stellen. Du hast ihn kritisiert - ok, das kommt vor. Du wurdest sicher auch schon von Menschen, die Du liebst, kritisiert. Bist Du deshalb zum Alkoholiker geworden bzw. trinkst ohne Ende? Wenn Du mal bei den Alkoholikern hier liest, wirst Du feststellen, dass ein kritisierender Partner sehr gelegen kommt, weil man dem ja toll den schwarzen Peter zuschieben kann, so wie Dein X es getan hat. Der einzige Grund, dass er trinkt ist der, dass er es will/muss. Er greift zum Glas, er hebt es an, er trinkt. Wo bist Du da in der Kette? Ich bin auch überhaupt gar nicht schlank und nicht immer glücklich darüber, aber deswegen trinke ich nicht.

    Was ich schnell aus meinem Kopf hatte, war die Frage nach der Schuld. Es gibt für mich in diesem Fall keine Schuld. Wir sind wie wir sind, Menschen, die Fehler machen, die Dinge gut machen .... . Und würde es Dich weiter bringen, wenn 10 Leute jetzt sagen, dass Du schuld bist? Es ändert doch an der Situation nichts.

    Wenn Du Dir den Status quo jetzt anschaust. Wie fühlst Du Dich? Welche Wünsche hast Du? Wie stellst Du Dir Dein Leben vor? Für mich war es wichtig, erst mal raus zu bekommen, was ich wirklich will, wie ich weiter leben möchte. Mein XY hat das damals nicht verstanden, aber die 4 Monate, die ich nicht zu Hause war, haben mir trotz der Ängste und Zweifel, die ich hatte, gut getan. Es war ein erster Schritt zu mir.

    Zitat

    Ich würde mir im Moment wünschen, dass er eine andere Frau trifft, die für ihn da ist, weil ich die Kraft nciht habe....

    ... oder weil Du dann nicht mehr die Böse bist? Das hat mir nämlich sehr zu schaffen gemacht. Ich bin ausgezogen, ich wollte dieses Leben nicht mehr, ich war die Böse, die alles zerstört. Dabei wollte ich doch nur Harmonie um mich rum und die Gute sein, die wusste, was gut ist und alles im Griff hat.

    Ich wünsche Dir Kraft und Geduld
    LG Lütte

    Hallo Such,

    herzlich willkommen im Forum. Ich wünsche Dir einen guten Austausch hier.

    Dein X hat sich für den Alkohol entschieden. Für uns vielleicht eine krasse, nicht nachzuvollziehende Entscheidung, aber er ist erwachsen und hat jedes Recht über sein Leben zu entscheiden. Genauso hast Du das Recht, über Dein Leben zu entscheiden. Wie geht es Dir? Hast Du Dich in letzter Zeit auch um Dich gekümmert? Ich hatte damals auch so viele Fragen, die meinen XY betrafen. Heute weiß ich, dass das die falschen Fragen waren, denn so wie Dein X sich für den Alk entschieden hat, so muss er auch mit den Konsequenzen leben. Du kannst ihn nicht ändern. Als diese Erkenntnis, von meinem Kopf auch ins Gefühl über ging, war ich innerlich befreit. Denn ich hatte mir doch so viel Mühe gegeben und sie war vergebens. Als ich dann räumlich und gedanklich von ihm weg kam, den Fokus auf mich richtete, ging es mir besser. Heute sind wir wieder zusammen und glücklich ohne Alkohol.

    LG Lütte

    Liebe Seerose,

    hatte Dir gestern schon einen Post geschrieben, aber heute seh ich, dass der wohl nicht angekommen ist.

    Der Plan Deines Partners hört sich ja vernünftig an, aber es ist sein Plan und er muss ihn durchziehen. Ob er süchtig ist oder nicht, kann er nur selbst sagen. Mein Mann kam auch mit einer ähnlichen Antwort von der Beratungsstelle wie Deiner und für mich brach eine Welt zusammen, ich fühlte mich wieder falsch, weil meine Einschätzung ja nicht bestätigt wurde und ich, die Böse ja immer noch meinte, er trinkt süchtig und ich wollte so nicht weiter mit ihm zusammen leben.

    Ich finde es gut, dass Du den Fokus auf Dich richtest und Dir Hilfe suchst. Er hat doch die selben Möglichkeiten.

    Danke, dass Du mein altes Tb ausgegraben und gelesen hast. Wenn ich so darin lese, sind die Gefühle von damals doch noch sehr präsent in mir.

    Wünsche Dir ein entspanntes Pfingstfest
    LG Lütte

    Liebe Seerose,

    das mit der Beratungsstelle ist ne gute Idee. Ich habe dort eine ganz tolle Freundin kennen gelernt.
    Nicht umsonst hab ich Dir viel Geduld - und zwar mit Dir - gewünscht. Zu Anfang hab ich Ratgeber gelesen und gedacht, wenn ich die 1:1 umsetze, dann ist alles wieder gut - Pustekuchen hat nicht funktioniert. Es braucht wirklich viel Zeit und Geduld, bis bestimmte Gedanken und Erkenntnisse vom Kopf in den Bauch (sprich ins Gefühl) wandern. Aber irgendwann passiert das still und leise und fühlt sich richtig gut an. Mein Mann hat sich für mich entschieden, dafür bin ich sehr dankbar. Ich war aber an dem Punkt wo mir das alles egal war und ich nur noch was für mich ändern wollte. Dadurch, dass ich angefangen habe, mich zu bewegen, hat auch er angefangen, sich zu bewegen - GsD in meine Richtung. Ich kann Dir nur immer wieder sagen, dass es gut war, mich in meinen Fokus zu stellen. Er muss seins machen. Schwerer Brocken - ich weiß - aber wenn der durch ist, geht es Dir sicher besser.

    Ich war auch ein "normaler" Konsument. Ich hab mir vorher nie Gedanken um das Thema gemacht, war alles ein schleichender Prozess (denke so eine Entwicklung von 10/12 Jahren). Nach außen lief auch alles paletti und trotzdem ging es mir schlecht. Da die Ursache zu finden und dann zu handeln, war kein einfacher Prozess.

    Also horch in Dich rein, was Dein Bauch sagt - er hat meistens recht.

    LG Lütte

    Liebe Seerose,

    ich war nach 20 Jahren von zu Hause ausgezogen - eine ganz bescheidene Zeit. Innerlich war ich total zerrissen, es ging mir zu Hause nicht mehr gut und mein Auszug war mein letzter Strohhalm. Dazu kam, dass mein Mann das Ganze nicht gut fand und mir viele und große Vorwürfe gemacht hat. Das hat meine Unsicherheit noch vergrößert. Hab oft verzweifelt auf dem Bett gesessen und geweint, weil ich mich auch total falsch fühlte und ich wollte nicht die Böse sein, ich wollte immer nur Harmonie um mich und die Gute sein. Nach 4 Monaten bin ich wieder zu Hause eingezogen, weil er in einer schmerzhaften Situation, die nichts mit ihm zu tun hatte, an meiner Seite war und ich uns eine Chance geben wollte. Wir haben sie gemeinsam genutzt und führen jetzt eine tolle Beziehung. Es hat sich jede Träne gelohnt. Es war aber auch ein hartes Stück Arbeit, denn die eigenen Veränderungen sind schmerzhaft und brauchen Zeit - bei uns noch ca. 1 Jahr. Meine Erfahrung ist, dass es zum einen für mich wichtig ist, zu wissen, was ich will und zum anderen die Erkenntnis, dass ich ihm nur bis vor die Stirn schauen kann, was dahinter abgeht, weiß ich einfach nicht. Als ich dieses "in Liebe loslassen" innerlich zulassen konnte, war ich befreit, konnte ich sein und mich neu auf meinen Mann einlassen. Er hat seinen eigenen Weg gefunden, den ich heute auch akzeptieren kann, der aber völlig von meinen Vorstellungen abwich.

    Ich denke es ist einfach wichtig, dass Du Dich um Dich kümmerst und er sich um sich kümmert. Alles andere ergibt sich - meine Erfahrung.

    Ist es nicht auch egal, ob Du Dich als co-abhängig bezeichnest oder nicht. Wichtig ist doch, wie Du Dich in der Beziehung fühlst und ob Du so weiter leben möchtest. Du entscheidest für Dein Leben.

    Wünsche Dir viel Geduld und Kraft
    LG Lütte

    Liebe Seerose,

    Zitat

    Tja, ich kann jetzt wohl erst einmal gar nichts machen außer in mich hineinzuhorchen und herauszufinden, was ich eigentlich will. Im Moment bin ich einfach nur ratlos


    .. das hört sich nach einer guten Alternative an - zumindest der erste Satz. Darauf kommt es für Dich an. Die Ratlosigkeit wird dann schon nachlassen. Bei Deinem Post hab ich das Gefühl, dass Du Dir schon sehr klar bist darüber, was Du willst. Vielleicht noch ein bisschen Angst vor den eigenen Gedanken, der eigenen Courage? Mir ging es von dem Moment an besser, als ich meinen Mann und seinen Alkohol wirklich innerlich loslassen und mich ohne Gewissensbisse mir zuwenden konnte. Am Ende ist es für uns gut ausgegangen, aber dieser Schritt zum eigenen "Ich" war für mich immens wichtig.

    Ich wünsche Dir ein paar warme Sonnenstrahlen
    LG Lütte

    Liebes Clärchen,

    ich freu mich riesig, dass Du hier noch schreibst und cool, dass Du Deine Qualifizierung machst. Hab ich eh von Anfang an gewusst, dass es klappt.

    Die Entwicklung von Deinem Mann ist sehr konsequent. Gut, dass Du in Bewegung gekommen bist (dicker Schulterklopfer!!!).

    Uns geht es auch supi, wir sind glücklich miteinander.

    Ganz herzliche Grüße
    Elke

    Hallo Maggy,

    hab mal so quer gelesen bei Dir und Du fragst Dich, ob es richtig war, Dich zu trennen oder? Diese quälenden Gedanken kenne ich von meiner Trennung. Ich hatte meine Vorstellungen, wie "er" sich verhalten sollte und "er" hat sich komplett anders verhalten. Da hatte mein Kopf wieder so viel neuen Stoff zum analysieren und die Gedanken kreisten wieder nur um ihn. Wie wär es denn, wenn Du die Zeit für Euch arbeiten lässt? Du kümmerst Dich erst mal um Dich und er sich um sich. Ich hatte unter Tränen und viel schlechtem Gewissen eine 4-wöchige Kontaktsperre durchgesetzt. In dieser Zeit waren meine Gedanken nicht mehr permanent bei ihm. Ich konnte Dinge entspannter für mich machen und bin nicht bei jedem Telefonklingeln panisch geworden. Das hat mir gut getan. Wir haben wieder zueinander gefunden und Alk spielt keine Rolle mehr bei uns. Ich möchte mir nicht ausmalen, was ohne meinen Auszug aus mir geworden wäre. Also zu dem Zeitpunkt war dieser Schritt richtig und wichtig. Wir beide wollen diese Beziehung immer noch und wir beide waren/sind bereit etwas dafür zu tun. Für mich war diese Auszeit aber sehr wichtig, um wieder zu mir zu finden. Du kannst ihn nicht ändern, aber Du kannst auf Dich schauen, darauf achten, dass es Dir gut geht. Hab Geduld mit Dir und kümmere Dich um Dich. Dann kannst Du Dir auch irgendwann die Frage beantworten, ob Du Euch die 2. Chance geben möchtest, wenn Du Dir über Deine Wünsche und Bedürfnisse klar bist.

    LG Lütte

    Liebe Power,

    die Worte von sunshine sind hart und direkt und wären sie vor 2,5 Jahren an mich gerichtet worden, hätte ich jede Palme erklommen. Aus meiner eigenen Erfahrung kann ich ihr aber nur Recht geben. Für diese Erfahrung brauchte ich ungefähr ein Jahr. Im Kopf war mir klar, dass ich ihn nicht ändern kann, dass ich mich um mich kümmern sollte, aber das Gefühl/der Bauch haben das so nicht verstanden. Er trank nicht mehr und trotzdem fühlte ich mich nicht wohl, weil er dies und er jenes. Ich verbog mich, verfolgte weiter meine Harmonie-Strategie und nichts änderte sich. Dann sass ich eines Tages auf meiner Couch und konnte es spüren: egal was ich tue oder nicht, er denkt und tut was er will. Es war ein gewaltiges Gefühl, was da über mich hereinbrach. Zum einen ein grosses Verlustgefühl - meine Aufgabe war fort und zum anderen eine grosse Erleichterung- ich musste mich nicht mehr abstrampeln und verbiegen, konnte lernen, ich selbst zu sein. Und es hat funktioniert. Wir sind heute ein glückliches zufriedenes Paar mit Höhen und Tiefen in der Beziehung, aber wir lieben einander so wie wir sind - ohne Alk.

    Wie fühlt es sich denn für Dich an, mal 4 Wochen komplett auf ihn und sämtlichen Kontakt zu verzichten? Willst Du das wirklich oder ist Dein Interesse/Deine Neugier stärker? Das ist keine Werting von mir, sondern soll ein Anstoss sein, in dich reinzuhorchen. Am Ende ist es Dein Weg, den Du gehst und gestaltest. Auch das war eine wichtige Erkenntnis für mich, als sie denn endlich meinen Bauch erreicht hatte.

    Liebe Power, ich wünsche Dir für diesen Weg Geduld mit Dir selbst, Gelassenheit, Kraft und Mut.

    Herzliche Grüsse
    Lütte

    Hi,

    das halbe Jahr ist wieder um und es ist Zeit, mal wieder ein paar Gedanken hier zu lassen. Das Jahr 2014 hinterließ ein gutes Gefühl in mir. Ich fühl mich wohl in meinem Zuhause, in meiner Ehe. Ich fühle mich wieder frei. Ich denke, das hat viel mit meinen Veränderungen zu tun, aber auch mit den Veränderungen meines Mannes. Er trinkt weiterhin nicht und das ist für uns ganz normal geworden. Wir haben gemeinsam viele schöne Erlebnisse und sind in schlechten Momenten füreinander da. Mein Bauchknoten ist verschwunden, ich kann wieder Dinge für mich tun ohne schlechtes Gewissen, hab ein Stück weiter zu mir gefunden. Wichtig für mich ist hierbei zu schauen, wie es mir mit bestimmten Situationen ging/geht und was mir wichtig ist. Allein herauszufinden, was ich möchte und was nicht, ist nicht immer einfach. Das war auch hier so. Vieles aus diesem Forum hat gepasst, anderes aber nicht. Das für mich rauszufinden und meinen Weg auf meine Art zu gehen, ist ein große Aufgabe für mich, die sich auf alle Fälle lohnt.

    Ich wünsche Euch allen für 2015 Gesundheit, Achtsamkeit Euch selbst gegenüber, Geduld, Mut und Kraft für Euren Weg

    Liebe Grüße
    Lütte

    Hallo Ko,

    von mir auch ein verspätetes Willkommen hier im Forum.

    Zitat

    Angst macht mir nicht nur sein Verhalten, sondern auch der Gedanke, was ich so alles die letzten Jahre getan habe.Eigentlich habe ich ihn ein Stück weit behandelt, wie ein kleines Kind, in dem ich alles kontrollieren wollte,...javascript:emoticon('Verlegen')versucht habe, alles zu regeln,..
    Auf der anderen Seite bin ich immer geblieben, obwohl es mir nicht gut tut, ich habe zugelassen, dass die Kinder leiden

    Mit diesen Gedanken/Angst habe ich mich auch rumgeschlagen. Sie haben mich aber nicht weiter gebracht. Ich konnte mich irgendwann damit abfinden, dass es gewesen ist, ich aber meine Kraft brauchte, um die anstehenden Aufgaben zu lösen. Die Trennung (auch wenn sie zeitlich begrenzt war) hat mich schon an die Grenzen meiner Belastbarkeit gebracht. Dazu kam diese innere Zerissenheit. Der Kopf, dem klar war, welche Schritte zu tun sind, nur das Gefühl hat rebelliert. Es hat bei mir fast 2 Jahr gedauert, bis ich das, was dem Kopf klar war, auch fühlen konnte. Kannst Du mit Deinen Kindern über die Situation reden? Ich kann mir vorstellen, dass sie lieber mit Dir gehen, als bei einem alkoholisierten Elternteil zu bleiben. Es ist gut, dass Du in Deiner Ursprungsfamilie Unterstützung und Verständnis hast.

    Ich wünsche Dir ein entspanntes Wochenende
    LG Lütte

    Hallo Angel,

    ich finde es gut, dass Du ihm keinen Alk besorgst und ihm das auch gesagt hast. Damit hätte ich vor 2,5 Jahren noch ein richtiges Problem gehabt.

    Zitat

    Er war ja einmal anders, und etwas muss ihn ja so verändert haben, dass er im Trinken die Erfüllung sieht.

    Du warst auch mal eine andere. Wir verändern uns doch alle im Laufe der Zeit. Das ist doch auch unsere große Chance, dass wir uns ändern können. Sicher spielen äußere Faktoren eine Rolle bei unseren Veränderungen und einiges wird uns auch gar nicht bewusst. Nur was versprichst Du Dir davon, wenn Du das "etwas" kennst. Mein Mann hat mal gesagt er trinkt, weil ich mich zurück gezogen habe und ich hatte mich zurück gezogen, weil er getrunken hat. Das Spiel könnten wir heute noch spielen.

    Zitat

    Warum geht jemand zu einem Therapeuten, der kann seine Patienten auch nicht ändern, aber er muss etwas tun, dass diese sich ändern wollen.

    Ich bin damals zum Therapeuten weil ich etwas ändern wollte, aber nicht wusste wie. Ich dachte auch: Jetzt geh ich dahin, erzähl mein Problem und der sagt mir dann machen sie dieses oder jenes, sagen sie ihrem Mann folgendes.... Ich mach das dann und meine Probleme sind beseitigt und ich bin ein besserer Mensch - da hatte ich mich kräftig verdacht. Ich habe in den Stunden ganz viel geredet, geweint, war sprachlos, war wütend und hab angefangen, mein Leben anders zu betrachten. Mein Mann hat einen anderen Weg gewählt, aber heute kann ich sagen, dass wir uns entgegen gekommen sind. Wir beide wollten was ändern und das hat in unserem Fall funktioniert.

    Zitat

    Ich würde ihm aber gerne die Hilfe anbieten und das tun was ich tun kann, dass er sich ändern will und wird.

    Aber wenn er -aus welchem Grund auch immer- mit Deiner Hilfe nichts anfangen kann oder sie gar nicht will. Ich war mal an dem gleichen Punkt wie Du, dass ich dachte ich könnte, müsste dieses oder jenes tun. Ich hab's versucht, es hat alles nix gebracht. Und verstanden hab ich auch nicht, dass er von meinen ganzen Aktionen nichts wissen wollte. Dann hab ich begonnen hier zu lesen und zu schreiben, hab Bücher verschlungen und irgendwann war meinem Kopf klar, ich kann ihn nicht ändern. Mein Gefühl ist da noch lange nicht mit gegangen. Das hat noch ein ganzes Jahr gebraucht, zu verstehen, dass ich meinen Mann (oder wen auch immer) nicht ändern kann. Das hatte auch was befreiendes für mich.

    Denk auch mal an Dich und tu Dir was Gutes.
    LG Lütte

    Hallo Angel,

    wenn ich Deinen Post so lese, hinterlässt er ein Gefühl der Traurigkeit bei mir. Du hängst in so vielen wenn und aber und bist ständig im Vergleich, aber was ist mir Dir, wie sehen Deine Wünsche aus - unabhängig von Deinem XY.

    Zitat

    Aber wer will das schon mitmachen?

    Du anscheinend. Was mich lange von der Trennung abgehalten hat war das Gefühl: Jetzt bin ich für alle die Böse, die ihren Mann verlässt. Das wollte ich auf keinen Fall sein, da hat alles in mir rebelliert. Der Preis dafür waren ständige Bauchknoten, ich wollte nicht mehr nach Hause, ständige Angst ... so lange bis ich nicht mehr konnte und die "Böse" zu sein das kleinere Übel war.

    Zitat

    Er tut mir einfach Leid, das er es sich und uns so schwer macht. Wir hatten wirklich schwere Zeiten zusammen überstanden und jetzt wo es uns wirklich gut gehen könnte, da kommt er von der Flasche nicht weg. Ich suche immer nach der Ursache, war gerade wieder heute, was ist passiert das es ihn wieder so erwischt hat?

    Uns ging es nach außen gut, es lief alles in geregelten Bahnen, keine gravierenden Ausfälle. Da stand doch echt die Theorie im Raum, dass es mir zu gut geht und ich mir Probleme aus Langeweile schaffe. Die Ursache für sein Trinken ist: er will trinken, da gibt es 1000 Begründungen für.

    Zitat

    Wenn ich jetzt gehe, habe ich das Gefühl ihn im Stich zu lassen. Ich frage mich immer würde er mich so hängen lassen, würde er nicht auch kämpfen.

    Wärst Du dann in Deinen Augen die Böse und hättest kein Recht auf ein zufriedenes Leben? Was er tun würde, kannst Du nicht wissen. Wir können dem anderen nur bis vor die Stirn schauen, was dahinter passiert ist privat. Das hat lange gebraucht, eh ich das für mich akzeptieren konnte. Ich bildete mir immer ein zu wissen, was mein Mann denkt und fühlt. Manchmal passiert mir das heute noch und ich finde es spannend, wenn ich mich dabei erwische.


    Zitat

    Man kann mehr ertragen als man glaubt.

    Müssen wir alles tun nur weil wir es können?

    Zitat

    Wer hat es, wie geschafft, seinem Partner die Augen zu öffnen und ihn oder sie von der Flasche zu befreien? Was auch immer ich tun kann, werde ich tun.

    Mit meinem Auszug habe ich meinem Mann die Augen geöffnet, von der Flasche befreien konnte er sich nur selbst. Er hat sich dafür entschieden, weiter mit mir zu leben, ohne Alkohol. Ich hatte es glaube ich schon mal geschrieben. Die Veränderungen begannen, als ich mich veränderte, mich mehr um mich kümmerte und anfing, an meinen Defiziten zu arbeiten. Wieder so ein Brocken den ich schlucken musste, ich kann nur mich ändern, nicht meinen Partner. Das hat ca. 1 Jahr gedauert, bis das bei mir durch war, von da an ging es meinem Gefühl nach bergauf.

    Ich möchte Dir Mut machen, Dich mal um Dich zu kümmern und Deinen erwachsenen Partner eigenverantwortlich handeln zu lassen. Ich hab lange geübt, bis ich das ohne schlechtes Gewissen konnte, aber es hat super bei mir gewirkt.

    Herzliche Grüße
    Lütte