Hallo Angel,
wenn ich Deinen Post so lese, hinterlässt er ein Gefühl der Traurigkeit bei mir. Du hängst in so vielen wenn und aber und bist ständig im Vergleich, aber was ist mir Dir, wie sehen Deine Wünsche aus - unabhängig von Deinem XY.
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Aber wer will das schon mitmachen?
Du anscheinend. Was mich lange von der Trennung abgehalten hat war das Gefühl: Jetzt bin ich für alle die Böse, die ihren Mann verlässt. Das wollte ich auf keinen Fall sein, da hat alles in mir rebelliert. Der Preis dafür waren ständige Bauchknoten, ich wollte nicht mehr nach Hause, ständige Angst ... so lange bis ich nicht mehr konnte und die "Böse" zu sein das kleinere Übel war.
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Er tut mir einfach Leid, das er es sich und uns so schwer macht. Wir hatten wirklich schwere Zeiten zusammen überstanden und jetzt wo es uns wirklich gut gehen könnte, da kommt er von der Flasche nicht weg. Ich suche immer nach der Ursache, war gerade wieder heute, was ist passiert das es ihn wieder so erwischt hat?
Uns ging es nach außen gut, es lief alles in geregelten Bahnen, keine gravierenden Ausfälle. Da stand doch echt die Theorie im Raum, dass es mir zu gut geht und ich mir Probleme aus Langeweile schaffe. Die Ursache für sein Trinken ist: er will trinken, da gibt es 1000 Begründungen für.
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Wenn ich jetzt gehe, habe ich das Gefühl ihn im Stich zu lassen. Ich frage mich immer würde er mich so hängen lassen, würde er nicht auch kämpfen.
Wärst Du dann in Deinen Augen die Böse und hättest kein Recht auf ein zufriedenes Leben? Was er tun würde, kannst Du nicht wissen. Wir können dem anderen nur bis vor die Stirn schauen, was dahinter passiert ist privat. Das hat lange gebraucht, eh ich das für mich akzeptieren konnte. Ich bildete mir immer ein zu wissen, was mein Mann denkt und fühlt. Manchmal passiert mir das heute noch und ich finde es spannend, wenn ich mich dabei erwische.
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Man kann mehr ertragen als man glaubt.
Müssen wir alles tun nur weil wir es können?
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Wer hat es, wie geschafft, seinem Partner die Augen zu öffnen und ihn oder sie von der Flasche zu befreien? Was auch immer ich tun kann, werde ich tun.
Mit meinem Auszug habe ich meinem Mann die Augen geöffnet, von der Flasche befreien konnte er sich nur selbst. Er hat sich dafür entschieden, weiter mit mir zu leben, ohne Alkohol. Ich hatte es glaube ich schon mal geschrieben. Die Veränderungen begannen, als ich mich veränderte, mich mehr um mich kümmerte und anfing, an meinen Defiziten zu arbeiten. Wieder so ein Brocken den ich schlucken musste, ich kann nur mich ändern, nicht meinen Partner. Das hat ca. 1 Jahr gedauert, bis das bei mir durch war, von da an ging es meinem Gefühl nach bergauf.
Ich möchte Dir Mut machen, Dich mal um Dich zu kümmern und Deinen erwachsenen Partner eigenverantwortlich handeln zu lassen. Ich hab lange geübt, bis ich das ohne schlechtes Gewissen konnte, aber es hat super bei mir gewirkt.
Herzliche Grüße
Lütte