Hallo alle zusammen,
ja, ich bin noch da. Nein, ich bin nicht nur am laufen, schon gar nicht vor mir selbst weg. Bei mir hat sich schon einiges getan. Darüber im offenen Bereich zu schreiben ist aber nicht möglich. Ich danke euch allen für die Berichte. Mutmachen ist lieb von euch. Dankedankedanke.
Zimttee . Dein Bericht bei sarawen war auch sehr hilfreich für mich.
In deinem Beitrag bin ich vorhin beim Lesen hängengeblieben. Denn ich suche mir auch immer die falschen raus.
Nun, es waren nicht Alkoholiker allesamt, dennoch waren sie meinem Vater ähnlich. Nicht im Aussehen, aber von der Art her.
Ich denke bei der Auseinandersetzung mit meiner Co-Erkrankung werde ich bei der Kindheit ansetzen müssen.
In diesem Zusammenhang fiel mir ein, das ich in frühester Kindheit mehrmals am Tag ihn gefragt hatte, "Papa, hast du mich lieb?" Ich ließ nicht locker, bis er es bestätigte.
Ich brauchte Bestätigung, das er mich liebt, mehrmals am Tag.
Beim stöbern im Forum las ich auch mal vor längerer Zeit schon, das ein Teilnehmer schrieb, als Kind nur einschlafen zu können, wenn er/sie immerwiederkehrende monotone Bewegungen vollzog.
Auch das hatte ich.
Für mich war es seit ich denken konnte normal, das Alkohol im Haus war. Wir hatten sogar eine Kellerbar im Haus. Sogar eine sehr große. Das mein Vater täglich Alkohol trank, war völlig normal für mich. Das er häufig übertrieb, das bekam ich nur vage am Rande mit. Aber ich hinterfragte natürlich nicht. Warum auch. Ich war die Prinzessin auf der Erbse. Materiell ging es uns sehr gut und ich bekam Würfelzucker aus der Spraydose wenns sein mußte. Auch das schon sehr früh Eheprobleme bei meinen Eltern vorhanden sein mussten wurde mir nie deutlich. Als ich 12 war ließen sie sich scheiden und ich hatte lange keinen Kontakt zu ihm. Meine Mutter heiratete wieder und erst als ich mein erstes Kind hatte, meldete er sich wieder bei mir. Meine Mutter war gerade gestorben und in so einer Zeit ist man sehr empfänglich für solcherlei Kontaktaufnahmen. Man hatte wieder Kontakt zusammen, auch zu meiner Großmutter, die ich Jahre nicht sah. Sie hatte imensen Einfluß auf meinen Vater. Auf Feiern, gemeinsamen Aktionen wurde seinerseits viel Alkohol getrunken und jetzt im Nachhinein wurde mir bewußt, das er eigentlich nie nüchtern war. Er hielt es auch nie länger als eine Stunde bei mir zu Hause aus, dann mußte er angeblich nach Hause. Nun, jetzt weiß ich ja warum. Bei einer Feier in meinem Haus war dann auch der letzte Kontakt vor 6 Jahren mit ihm. Da hab ich ihn aus dem Haus verwiesen, weil er hässlich und gemein wurde. Das letzte was ich von ihm danach hörte war, das er betrunken in seinem Haus die Treppe herunterstürzte und starb. Mein Mann war geschockt darüber, das ich so extrem gehandelt hatte damals und mich nie mehr meldete bei meinem Vater. Er machte mir auch mal Vorwürfe darüber in einem seine wortreichen Tiraden, ich wäre so hart geworden, seit dem ich meinen Vater rausgeschmissen hatte und er würde es so gerne sehen, das ich ihn anrufen oder Kontakt zu ihm aufnehmen sollte, dann würde ich auch nicht mehr so unbarmherzig durch die Welt gehen. Ich hab es nicht getan!!
Um eine Co- Erkrankung so zu festigen, bedarf es, glaube ich, mehrere Schlüsseleffekte. Und die gilt es zu lösen wie einen Knoten. Diese Ko-Knöpfe, so wie wir sie nennen, sind solche Auslöser. Sie bewirken diesen Schlüsseleffekt. Man dreht am Schlüssel und Klakk geht das Tor auf und das Gegenüber ist drin im Hirn und kann mit uns machen was er will. Also Schloß auswechseln und nicht den Schlüssel verleihen.
Wie seht ihr das? Freue mich schon auf Berichte.