Hallo,
herzlichen Dank für eure Glück-Wünsche - danke Matthias, Lütze, venezia, NNGNeo, Linde und zerfreila. Ich freue mich sehr darüber.
Ja, es ist ein schönes Gefühl, auf ein Jahr ohne Alkohol zurückblicken zu können.
Ich lege keinen Wert darauf zu vergessen, wie es mir in meinen Saufzeiten gegangen ist, aber ich lege Wert darauf, ein lebenswertes Leben zu führen.
Es hat eine ganze Weile gedauert, bis meine Angst nachgelassen hat und bis ich mir selbst wieder "über den Weg" traute. Am Anfang hatte ich sinnbildlich ständig das Gefühl, mich auf einem sumpfigen Gelände zu befinden, traute mich kaum mich zu bewegen. Ich glaube, das war auch gut so. So konnte ich erstmal sitzen bleiben, bis ich mich nicht mehr so wackelig fühlte und dann langsam aufstehen, ganz langsam, bis ich in der Lage war, erste Schritte zu machen. Inzwischen schätze ich die kleinen Schritte sehr, ich, die gerne große Sprünge gemacht hat.
Einfach war sie nicht, die erste Zeit, aber nur weil ich mit mir konfrontiert war, mit mir und meinen Gefühlen. Ja, was soll ich sagen? Es lohnt sich total, mich mit mir zu beschäftigen und mir wieder näher zu kommen. Einfach war sie nicht, die erste Zeit, weil ich mich total an den Abgrund gesoffen habe. So sehe ich das. Frage mich gerade, wo ist denn nun dieser Abgrund? Wie weit bin ich weg? Ich habe keine Ahnung, wo der ist und wie weit er weg ist, ich weiß aber mit tödlicher Sicherheit, wie ich da wieder hinkomme.
Mein Halt ist das Forum geworden. Vielleicht hört sich das seltsam an, wo ich mir sozusagen wieder üder den Weg traue, sprich, mir vertraue, empinde ich es nicht so, dass ich in mir den Halt habe, an dem ich mich festhalten kann. Ich fühle mich stabil, das ja, aber ich brauche etwas, woran ich mich festhalten kann, und dieser Halt ist für mich das Forum geworden.
Ich schreibe und schreibe, schreibe das, was mir in den Sinn kommt, schreibe das, was mich belastet, schreibe das, was mir Spaß macht, schreibe mir praktisch alles von der Seele. Viele der TeilnehmerInnen sind mir inzwischen sehr vertraut, und das tut gut.
Das Forum ist meine Selbsthilfegruppe, und ich bin eine aktive Teilnehmerin dieser Gruppe geworden. Darüber bin ich froh und dankbar.
Liebe Grüße von Wacholderfrau