Beiträge von sue05

    Hallo Moony,

    ich verstehe die Frage nicht ganz? Laut dem, was Du schreibst, will Dein Freund offenbar doch gar nicht (dauerhaft!) aufhören zu trinken, oder verstehe ich das falsch? Also ich beziehe mich jetzt auf:

    "...laß mich doch einfach trinken, ich geh doch dann ein paar Tage später sowieso entgiften" oder
    "...ich denk mir immer, es muss doch möglich sein, dass ich mal 1 Jahr trocken bleib damit ich meinen Führerschein wieder bekomme"

    Wo siehst Du da denn Bereitschaft für dauerhafte, ernstgemeinte Abstinenz?
    Du schreibst, Du willst Dich aus der Beziehung lösen. Wo liegt das Problem? Also wieso trennst Du Dich dann nicht?
    Irgendwie versteh ich Dich nicht - oder steh ich auf dem Schlauch??

    lg Sue

    Hallo Lunki,

    ich finde es toll, dass Du Deine Gedanken hier schreibst - das ist so viel wert!
    Ja, es gibt Tage, da fühlt man sich echt mies, aber die gehen vorbei, auch wenn es abgedroschen klingt...
    Zu Deiner Jobsituation: ich kann das gut nachvollziehen, wenn man sich nicht wohl fühlt bei den Kollegen, sich nicht verstanden und integriert fühlt. Und es tut gut, sich das mal von der Seele zu schreiben. Aber dann solltest Du etwas unternehmen, denn vom Jammern alleine wird sich ja nichts ändern :wink: (ist nicht böse gemeint!). Ich kann mich auch an viele Situationen erinnern, in denen ich sehr unzufrieden und unglücklich war (unabhängig davon, in welchem Bereich, also ob privat oder beruflich). Und erst mal bleibe ich da oft "hängen" und "suhle mich ein bisschen im Selbstmitleid" (wie ich das gerne bezeichne). Ich habe aber im Laufe der Jahre gelernt, dann auch mal aus diesem Loch rauszukommen und in Aktion zu gehen. Denn ohne, dass ich selbst etwas ändere, wird sich kaum etwas an der Situation ändern. Ja, das ist unbequem und manchmal denkt man, man hat die Kraft dazu nicht - aber aus meiner eigenen Erfahrung kann ich sagen, wenn man den ersten Schritt gemacht hat, ist viel mehr möglich, als man denkt!
    An erster Stelle steht jetzt erst einmal das Trockenwerden! Wie stark wirkt sich die berufliche Situation denn auf Dein allgemeines Befinden aus? Entweder Du kannst die nächsten Monate überstehen nach dem Motto "Augen zu und durch" und Dich voll und ganz auf das Trockenwerden konzentrieren? Oder - falls die berufliche Situation da eine Schwierigkeit darstellt, die das Trockenwerden gefährden könnte - dann solltest Du Dich aktiv um eine andere Stelle bemühen? Ist schwierig gerade, das kann ich mir vorstellen. Aber Du solltest überlegen, was nötig ist, um trocken zu werden.

    Den Arztbrief ungeöffnet liegen zu lassen, wird es nicht besser machen :wink: Vielleicht ist das Ergebnis ja gar nicht so schlimm, wie Du befürchtest? Wenn Du den Brief öffnest, weisst Du zumindest woran Du bist und kannst entsprechend handeln! Nur Mut!

    Mein erster Besuch in einer (realen) SHG hab ich auch noch gut in Erinnerung - ich hab mich so geschämt und es war mir unglaublich "peinlich". Und soll ich Dir was sagen: es tat so unglaublich gut!! Es war ein wichtiger Schritt, mich mit meiner Abhängigkeit auseinander zu setzen, es stärkt, man bekommt Rückhalt und fühlt sich nicht so "abartig" (zumindest war es bei mir am Anfang so), sondern sieht, dass es da ganz viele andere, "normale" Menschen gibt, die das gleiche Problem haben. Ich bin mir sicher, Du wirst es als positive Erfahrung wahrnehmen!

    Ich wünsch Dir schon mal ein schönes 2. Adventswochenende,
    lg Sue

    Hallo Lunki,

    herzlich willkommen hier im Forum! Schön, dass Du den ersten Schritt geschafft hast und Dir hier und in der Beratungsstelle Hilfe suchst!
    Ich weiss aus eigener Erfahrung, dass einem am Anfang viele Schritte, die hier empfohlen werden, erst mal irgendwie erschreckend wirken, viel zu "hart". Aber ich kann Dir nur raten, befolge die Schritte wirklich konsequent, denn damit hast Du eine reelle Chance trocken zu werden!
    Und ein alkoholfreies Umfeld / Zuhause ist - meiner Meinung nach - der allerwichtigste Schritt. Und ja, dazu gehört dann auch, mit den in Deinem Haushalt mitlebenden Personen darüber zu sprechen und zu verdeutlichen, dass es Dir ernst ist mit dem Aufhören und dass dazu eben vor allem auch ein komplett alkoholfreies Umfeld gehört. Wer kein Problem mit Alkohol hat und etwas an Dir liegt, wird das verstehen und Dich unterstützen. Ich halte mich seit 6 1/2 Jahren strikt an das alkoholfreie Zuhause und es gab - gerade in der Anfangszeit - einige Situationen, in denen mich das vor einem Rückfall bewahrt hat (bzw. mit Alkohol im Haus die Gefahr, dass ich doch wieder getrunken hätte, um ein so Vielfaches höher gewesen wäre).
    Es geht hier um Dein Leben - daran solltest Du denken! Und da ist Selbstfürsorge (manche sprechen von Egoismus, das ist etwas, was ich damals angefangen habe umzuformulieren...) unentbehrlich!

    lg Sue

    Hallo Feldmaus,

    ich freu mich für Dich, dass Du einen Weg gefunden hast (in dem Alkohol keine Rolle spielt), die Trauer zuzulassen und mit ihr umzugehen. Trauer ist ein langer Prozeß, mal mehr, mal weniger intensiv. Ich habe inzwischen gelernt, dass das alles so seine Richtigkeit hat, dazugehört und vor allem auch wichtig ist! Denn nur so kann man Trauer bewältigen.

    lg Sue

    Hallo Feldmaus,

    ich melde mich aus der "Geschlossenen". Es tut mir sehr leid, dass Dein Onkel gestorben ist.
    Du hast geschrieben, dass Du überlegt hast, den Wein zu trinken, um mit der Trauer klar zu kommen. Wie hätte denn der Wein dazu beitragen können? Er hätte doch an der Trauer nichts geändert. Du hättest Dich vielleicht kurzzeitig in einen Zustand versetzt, in dem Du die Trauer verdrängt hättest - aber sie wäre ja trotzdem noch da und durch den Wein auch nicht geringer...
    Gut, dass Du Dich für den Tee entschieden hast! Denn dadurch bewahrst Du einen klaren Kopf um der Trauer den Raum zu erlauben, den sie benötigt! Ich wünsch Dir viel Kraft für die kommende Zeit.

    lg Sue

    Hallo Feldmaus,

    jetzt schau ich auch mal bei Dir rein - herzlich willkommen auch von mir hier im Forum! (Ich schreibe normal nur in der "Geschlossenen", daher war ich noch nicht hier bei Dir..).
    Anhand Deines Nicknames vermute ich mal stark, dass wir beide gleich alt sind :lol: Ich bin seit über 6 Jahren trocken und habe auch oft gedacht (und denke es heute manchmal noch), dass ich doch irgendwelche Leidenschaften entdecken bzw. entwickeln "muss"... Fast jeder hat (in meinen Augen) schließlich irgendwelche Hobbies, Leidenschaften, die er/sie gerne macht. Ich hatte sowas im Prinzip nicht mehr seit ich Anfang 20 war - damals hab ich die Berufsausbildung begonnen (und dann nicht mehr viel Zeit neben der Arbeit) und damals hatte auch der missbräuchliche Alkoholkonsum begonnen, der sich dann - wie bei den meisten - kontinuierlich gesteigert hat und irgendwann gab es einfach nix anderes mehr ausser arbeiten und trinken... :roll: Keine Hobbies, Interessen, etc...
    Inzwischen würde ich vielleicht sagen, dass Yoga ein "Hobby" von mir ist (das mache ich so gut wie täglich), aber das war's eigentlich auch schon! Ich bin gerne in der Natur und schaue, dass ich oft draußen bin (das war ich nie, als ich noch getrunken hatte - da hatte ich überhaupt keinen Spaß dran).
    Ob ich irgendwann mal noch so "richtige" Hobbies haben werde? Keine Ahnung, aber mittlerweile finde ich das auch gar nicht mehr so schlimm.

    Ich wünsche Dir einen schönen Feiertag und bleib weiter auf Deinem Weg!
    lg Sue

    Hallo Hull,

    vielleicht ist dann eben das Forum einfach nicht das Passende für Dich (also ganz individuell)? Ich bin seit gut 6 Jahren hier (und seitdem trocken). Mittlerweile dreht sich das, was ich schreibe, in den meisten Fällen nicht mehr um Alkohol, sondern ganz einfach um mein Leben. Um die Dinge, die mich in meinem Leben beschäftigen, positiv wie negativ. Dafür bräuchte ich das Forum im Prinzip nicht, da hast Du Recht. Bei mir ist es allerdings so, dass ich die Dinge, die ich über meine Alkoholabhängigkeit geschrieben habe (also vor allem die Schwierigkeiten in der Anfangszeit, die Zusammenhänge zu Themen aus meiner Vergangenheit, etc.), sonst in keiner vergleichbaren Form irgendwo oder irgendwem offenbart habe. Das Forum hier ist (für mich!!) meine erste Anlaufstelle - hier "kennen" mich viele, die mich seit 6 Jahren begleiten, besser als die meisten mir nahe stehenden Personen. Durch das Forum bin ich bis heute trocken geblieben. Das so gut wie tägliche Lesen (Schreiben ist bei mir auch ganz unterschiedlich oft) ist für mich einfach ein fester Bestandteil meiner Trockenheitsarbeit! Sozusagen eine kontinuierliche Auseinandersetzung mit meiner Krankheit. Und damit meine ich jetzt nicht, dass ich täglich vor mich hindenke "ok, Du bist Alkoholikerin, also sei wachsam" (oder so in der Art), sondern einfach ein Begleiter auf meinem Weg.
    Und auch bei den Alltagsproblemen, die mich - wie jeden anderen auch - beschäftigen, finde ich hier im Forum oft ein besseres Verständnis als bei Nicht-Betroffenen. Denn ich für mich würde schon sagen, dass ich mit vielen Dingen/Konflikten/Problemen anders umgehe oder sie anders empfinde als Nicht-Alkoholiker. Kann ich schwer erklären, aber ich nenne es einfach mal "anders ticken" als Nicht-Alkoholiker. Würde jetzt zu weit führen, das im Detail aufzuzeigen, was genau ich da meine.
    Wie auch immer - ich denke, mit so einem Forum ist es einfach auch wie mit vielen anderen Dingen: dem einen gefällt es und er/sie kann etwas davon mitnehmen und für den/die anderen ist es halt nicht das Passende oder sie haben sich was anderes davon versprochen. That's life...

    Viele Grüße
    Sue

    Hallo Thalia,

    ohje, ich hab ganz vergessen, Dir noch zu antworten... Entschuldige, das war keine Absicht!
    Danke, mir geht es gut! Die neue Ausbildung läuft seit Anfang April - alles neu (Wohnen, Schule, Arbeiten), ziemlich anstrengend, vieles sehr interessant, eine komplette Umstellung. Macht Spaß und ich bin wirklich froh, dass ich den Schritt gewagt habe! Bin gespannt, wie es weiter geht - langweilig wird es mir auf jeden Fall nicht.
    Auch ansonsten geht es mir gut - im Juli bin ich 6 Jahre trocken, kaum zu glauben!!

    Danke für den Artikel, fand ich sehr gut geschrieben.

    Ich lass Dir liebe Grüße hier und wünsch Dir eine gute Zeit,
    lg Sue

    Liebe Thalia,

    da klink ich mich doch mal in Dein TB ein :D
    Ich finde mich da total wieder in dem, was Du geschrieben hast!! Diese Finden "meines ICH's" hat bei mir auch sehr lange gedauert, bzw. ich würde sagen, ich bin immer noch auf dem Weg (also teilweise immer noch nicht ganz sicher, ob das jetzt wirklich ICH bin...). Und auch diese Angst, dass ich mich irgendwie wieder verliere im (näheren) Kontakt mit anderen, ist oft noch da.
    Danke für Deine Formulierungen - das trifft es genau!

    Ich hoffe, es geht Dir gut?! Ich lasse Dir mal viele Grüße hier!
    Sue

    Hallo Hartmut,

    also ich habe die Flaschen versteckt (vor meinem damaligen Partner und meiner Schwester, die im gleichen Haus gelebt hatte), weil es mir peinlich war. Nicht, weil ich nicht wollte, dass sie sich Sorgen machen (soweit sind meine Gedanken gar nicht gegangen), sondern nur aus Scham..

    LG Sue

    Liebe Lena,

    da husch ich doch auch mal aus der "Geschlossenen" bei Dir vorbei und gratuliere Dir von Herzen zu den 6 Jahren!! Toll! Du liest Dich sehr "bei Dir angekommen", das find ich klasse. Mach weiter so!

    Viele Grüße
    Sue

    Hallo Thalia,

    ich bin nun seit knapp 5 Jahren trocken. War von Anfang an hier im Forum und habe mich da natürlich auch mit den Grundbausteinen auseinander gesetzt.
    Mein - für mich - wichtigster Grundsatz ist auch heute noch das alkoholfreie Zuhause! Es käme für mich auch nie in Frage, für Gäste Alkohol zu kaufen, auch nicht alkoholfreies Bier etc. Mein Zuhause ist komplett alkoholfrei und wird es auch immer bleiben. Das ist mein Rückzugsort, mein "sicherer Hafen".
    In der ersten Zeit (so vielleicht 1-2 Jahre?) hab ich einen riesengroßen Bogen um alles gemacht, was irgendwie mit Alkohol zu tun hatte. Einfach, weil ich Angst hatte, dadurch Suchtdruck zu bekommen. Und auch, weil ich Alkohol einfach abstoßend empfand, seit ich nicht mehr getrunken hatte.

    Heute gehe ich (nicht wahnsinnig häufig, aber doch ab und zu) in Restaurants - dass dort Alkohol getrunken wird, macht mir inzwischen nichts mehr. Anders sieht es bei klassischen "Sauf-Kneipen/Bars" aus - da gehe ich auch heute nicht hin.
    Zu Veranstaltungen/Feiern, bei denen der Hauptzweck im Trinken liegt, gehe ich nicht - ist mir zu riskant und macht mir auch ganz einfach keinen Spaß...

    Ich war dieses Jahr das erste Mal, seit ich trocken bin, wieder auf der Geschäfts-Weihnachtsfeier. Ich bin dann relativ früh gegangen, als es zu alkohollastig wurde. Solche Abende hatte ich in den 5 Jahren vielleicht 2-3 Mal (auch aufgrund einer gewissen beruflichen "Verpflichtung", für die ich einen für mich akzeptablen Kompromiss gefunden habe - indem ich nur zu wenigen gehe und dann nur so lange bleibe, wie es sich für mich angenehm anfühlt).

    Ich fühle mich nach den 5 Jahren gefestigt genug, dass mir ein Bummel über den Weihnachtsmarkt z. B. nichts ausmacht - dennoch suche ich mir schon Unternehmungen/Freizeitaktivitäten aus, bei denen Alkohol keine (oder eine sehr geringe) Rolle spielt.
    Alkohol ist überall präsent in unserer Gesellschaft und ich denke, es ist Quatsch, dem komplett aus dem Weg gehen zu wollen. Denn das ist, in meinen Augen, schlicht und einfach nicht möglich, es sei denn, ich würde mich zu Hause einschließen... (z. B. einkaufen muss ich ja und in einem Supermarkt gibt es nun mal Alkohol - also das einfach mal als Beispiel).

    Durch meine Risikominimierung habe ich mittlerweile ein zufriedenes Leben, Alkohol gehört einfach nicht mehr dazu! Ich empfinde das auch in keinster Weise als Einschränkung, ganz im Gegenteil - erst durch die Trockenheit habe ich etwas erlangt, was ich als wirkliches "Leben" bezeichnen würde!!

    Daher betreibe ich auch weiterhin meine Art der Risikominimierung - denn wieso sollte ich mich unnötigerweise Situationen aussetzen, die mir "gefährlich" werden könnten?

    lg Sue

    Hallo Karsten,

    ja, in meiner nassen Zeit gab es leider auch sehr viele Weihnachtsfeste, an die ich sehr "unschöne" Erinnerungen habe und die sich emotional bis heute auswirken.
    Trotzdem (oder gerade deshalb?!) bin ich sehr dankbar, dass ich mich heute damit auseinandersetzen kann und trotz dieser negativen Erlebnisse Weihnachten und die Vorweihnachtszeit auch genießen kann. Das wäre definitiv nicht möglich, wenn ich noch trinken würde!

    lg Sue

    Liebe Fleur,

    habe gerade erst entdeckt, dass Du ja hier geschrieben hast :D Ich hoffe, es geht Dir gut - ja, mach das und hör in Dich rein. Vielleicht kommst Du ja wieder in die Geschlossene :wink:

    Auf jeden Fall lass ich Dir liebe Grüße hier,
    Sue

    Hallo Hans und hallo Alle :wink:

    Ja, kaum zu glauben - wo ist dieses Jahr nur hin???
    Ich freue mich auf mein 5. Weihnachten, das ich trocken erleben darf und auch auf die dazugehörende Vorweihnachtszeit.
    Wie Elly bin auch ich sehr dankbar, dass ich es geschafft habe und nicht noch mehr Jahre meines Lebens im vernebelten Zustand vergeuden muss...

    Allen eine schöne Vorweihnachtszeit!

    lg Sue

    Hallo Antje,

    hast Du vielleicht jemanden, den Du anrufen kannst? Oder Dich mit irgend etwas ablenken? Wasser trinken ist schon mal sehr gut!

    Saufdruck wird immer mal wieder auftauchen - da ist es wichtig, dass Du Dir für den Notfall Dinge bereit hältst, auf die Du dann zurück greifen kannst!

    Hier zu schreiben ist schon mal sehr gut!!

    lg Sue