Hallo Thalia,
ich bin nun seit knapp 5 Jahren trocken. War von Anfang an hier im Forum und habe mich da natürlich auch mit den Grundbausteinen auseinander gesetzt.
Mein - für mich - wichtigster Grundsatz ist auch heute noch das alkoholfreie Zuhause! Es käme für mich auch nie in Frage, für Gäste Alkohol zu kaufen, auch nicht alkoholfreies Bier etc. Mein Zuhause ist komplett alkoholfrei und wird es auch immer bleiben. Das ist mein Rückzugsort, mein "sicherer Hafen".
In der ersten Zeit (so vielleicht 1-2 Jahre?) hab ich einen riesengroßen Bogen um alles gemacht, was irgendwie mit Alkohol zu tun hatte. Einfach, weil ich Angst hatte, dadurch Suchtdruck zu bekommen. Und auch, weil ich Alkohol einfach abstoßend empfand, seit ich nicht mehr getrunken hatte.
Heute gehe ich (nicht wahnsinnig häufig, aber doch ab und zu) in Restaurants - dass dort Alkohol getrunken wird, macht mir inzwischen nichts mehr. Anders sieht es bei klassischen "Sauf-Kneipen/Bars" aus - da gehe ich auch heute nicht hin.
Zu Veranstaltungen/Feiern, bei denen der Hauptzweck im Trinken liegt, gehe ich nicht - ist mir zu riskant und macht mir auch ganz einfach keinen Spaß...
Ich war dieses Jahr das erste Mal, seit ich trocken bin, wieder auf der Geschäfts-Weihnachtsfeier. Ich bin dann relativ früh gegangen, als es zu alkohollastig wurde. Solche Abende hatte ich in den 5 Jahren vielleicht 2-3 Mal (auch aufgrund einer gewissen beruflichen "Verpflichtung", für die ich einen für mich akzeptablen Kompromiss gefunden habe - indem ich nur zu wenigen gehe und dann nur so lange bleibe, wie es sich für mich angenehm anfühlt).
Ich fühle mich nach den 5 Jahren gefestigt genug, dass mir ein Bummel über den Weihnachtsmarkt z. B. nichts ausmacht - dennoch suche ich mir schon Unternehmungen/Freizeitaktivitäten aus, bei denen Alkohol keine (oder eine sehr geringe) Rolle spielt.
Alkohol ist überall präsent in unserer Gesellschaft und ich denke, es ist Quatsch, dem komplett aus dem Weg gehen zu wollen. Denn das ist, in meinen Augen, schlicht und einfach nicht möglich, es sei denn, ich würde mich zu Hause einschließen... (z. B. einkaufen muss ich ja und in einem Supermarkt gibt es nun mal Alkohol - also das einfach mal als Beispiel).
Durch meine Risikominimierung habe ich mittlerweile ein zufriedenes Leben, Alkohol gehört einfach nicht mehr dazu! Ich empfinde das auch in keinster Weise als Einschränkung, ganz im Gegenteil - erst durch die Trockenheit habe ich etwas erlangt, was ich als wirkliches "Leben" bezeichnen würde!!
Daher betreibe ich auch weiterhin meine Art der Risikominimierung - denn wieso sollte ich mich unnötigerweise Situationen aussetzen, die mir "gefährlich" werden könnten?
lg Sue