Ah ok, danke! Jetzt ist es verständlicher für mich.
Beiträge von sue05
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Gebe ich nicht einen Teil meiner gefühlten Kontrolle an die äußere Welt ab
Kannst Du erläutern, wie Du das genau meinst? Irgendwie verstehe ich das nicht 🤔
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Ich hab es so gehandhabt, dass ich von Anfang an abgewogen habe, wem ich von meiner Sucht erzähle und wem nicht.
Der Arztbesuch war, nachdem ich hier die entsprechende „liebevolle Aufforderung“ dazu erhalten hatte 😅, obligatorisch und im Nachhinein ein für mich ganz wichtiger Schritt.
Meine engste Familie (das sind bei mir nur meine Geschwister) habe ich von Anfang an informiert, das war mir wichtig. Bei meiner damaligen Arbeitsstelle wurde oft Alkohol getrunken, daher habe ich damals direkt meiner engsten Kollegin Bescheid gesagt, die dann dafür gesorgt hat, dass es diese regelmäßigen Alkohol-Umtrunks (Umtrunke?) nicht mehr gab.
Wir waren dort ein sehr kleines Team von Kollegen, da wäre es nicht möglich gewesen, unbemerkt diesen Umtrunken fernzubleiben. Daher lieber in die Offensive gehen.Ich habe vielleicht den „Vorteil“, dass ich (auch bedingt durch die Sauferei) keinen Freundeskreis hatte, daher stand das „Outing“ für mich nicht zur Diskussion.
Ein paar wenigen Kontakten / Freundschaften, die ich seit damals geschlossen hatte, hatte ich von Anfang an Bescheid gesagt.
Wo ich mich zurückhalte, ist mein jetziger Arbeitsplatz. Es sind sehr viele Mitarbeiter und leider gibt es auch viel Getratsche und das Bekanntgeben meiner Alkoholabhängigkeit hätte unter Umständen negative Auswirkungen auf meine Position. Spielt hier aber auch keine Rolle, da dort überhaupt kein Alkohol konsumiert wird. Daher auch für mich keine Veranlassung das jemandem zu erzählen. Es sind auch nur berufliche Kontakte - wäre ich mit jemandem dort enger befreundet, würde ich von meiner Sucht erzählen.
Ich mache es also davon abhängig, ob es für meine Trockenheit wichtig ist. Sicher spielt da auch eine Rolle, dass ich mittlerweile eine sehr stabile Trockenheit erlangt habe und ich in den seltenen Situationen, in denen es irgendwo Alkohol gibt, mit “Ich trinke keinen Alkohol“ keine Probleme habe.Grüße Sue
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Hallo Paul,
das leben neu erobern. das heißt: ich versuche immer mehr bereiche trocken zu besetzen. gestern habe ich zum ersten mal wieder fußball in kleiner runde geschaut. weil ich das eben gerne mache. es hat problemlos funktioniert, auch wenn die anderen bier und wein getrunken haben. solche
Was genau ist dabei Dein Ziel? Ich frage, da es für mich so ein bisschen danach klingt, dass Du im Prinzip das Leben von früher wieder leben möchtest, nur eben ohne Alkohol. Ist das so?
Manche Dinge, die ich früher gerne gemacht habe, mache ich auch heute, nach über 12 trockenen Jahren, immer noch nicht (und habe nicht vor, das zu ändern). Einfach deshalb, weil dabei zu viel Alkohol im Umfeld im Spiel ist. Das passt für mich nicht mehr zu meinem trockenen Leben. Und es wäre mir auch zu riskant, selbst wenn ich mich als stabil trocken bezeichne.
Das ging mir nur beim Lesen Deiner Fußball-Schilderung durch den Kopf, da Fußball ja schon mit ziemlich viel Alkohol verbunden ist.
Viele Grüße
Sue -
Das freut mich, dass alles gut gelaufen ist 🙏
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Alles Gute, Iwona 🍀🍀
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Ich habe mich auch oft geschämt und selbst verurteilt. Sowohl als ich noch getrunken hatte (und mir durchaus schon bewusst war, dass ich Alkoholikerin bin), als auch nachdem ich aufgehört hatte.
Eine Zeitlang hatte mir das auch ziemlich zu schaffen gemacht. Im Laufe der Jahre ist das ganz verschwunden. Mittlerweile sehe ich es einfach als Teil von mir, ein Teil, der in der Vergangenheit liegt (also meine nasse Zeit liegt in der Vergangenheit - nicht mein Alkoholismus, denn Alkoholikerin bin ich natürlich immer noch).
Also vertraue darauf, dass sich diese Gefühle verändern können und werden. Das mit dem Brief finde ich eine gute Idee. Gerade am Anfang, wenn diese Gefühle noch so präsent sind.
VG Sue
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Bei mir war es auch so, dass ich mich überhaupt nicht für diese Alkoholiker-Typen interessiert hatte. Ich wusste ganz lange überhaupt nicht, dass es das gibt.
Für mich war nur wichtig, dass ich abhängig war. Dass ich Alkoholikerin bin. Und dass ich die Sucht stoppen wollte.
Vielleicht ist es einfacher für Dich, wenn Du Dich nicht so sehr mit irgendwelchen Studien oder Typisierungen auseinander setzt? Oder würde es irgendetwas bei Dir ändern, wenn Du Dich jetzt konkret einem Typ zuordnen könntest?VG Sue
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Hallo Seb,
ich bin auch EKA (und Alkoholikerin), meine Mutter lebt seit mittlerweile 18 Jahren nicht mehr. Die Erfahrungen, die man als Kind eines Alkoholiker-Elternteils macht, sind natürlich unterschiedlich. Aber es ist möglich, irgendwann zu verzeihen und seinen eigenen Frieden damit zu schließen. So ist es zumindest bei mir. Aber es hat Zeit gebraucht.
Heute habe ich fast ausschließlich Erinnerungen an die tollen Seiten meiner Mutter. Manchmal bin ich immer noch traurig, dass ich diesen Menschen so früh an die Sucht verloren habe. Aber Wut oder Enttäuschung ist keine mehr da.
Die Auseinandersetzung mit Deiner Vergangenheit scheint für Dich ein guter Weg zu sein, soweit ich das herauslese. Bleib dran!
VG Sue -
Hallo KaDett,
von den sogenannten „alkoholfreien“ Varianten raten wir dringend ab. Zum einen, weil oft tatsächlich doch eine geringe Menge Alkohol enthalten ist und zum anderen, weil es eben stark an Alkoholgetränke erinnert - schon der Name (Bier, Secco, Wein…), die Form der Flaschen, etc.Ich konsumiere nichts, was aussieht, heißt, riecht, schmeckt wie oder auch nur erinnert an Alkohol!
Wenn Du so ein Getränk zu Dir nimmst, springen im Gehirn ja gleich Verknüpfungen zu Deinen vorherigen Trink- Gewohnheiten an. Du verhältst Dich dann quasi immer noch so wie vorher, nur in der (oft nicht mal) alkoholfreien Variante…
Um dauerhaft zufrieden trocken/abstinent zu sein, reicht es nicht, „nur“ nicht zu trinken.
Da müssen die Verknüpfungen zum Alkohol gekappt werden… Da sind unsere Grundbausteine eine tolle Unterstützung. Hast Du sie schon gelesen?
Viele Früße Sue
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Da war es wirklich gut, dass Du bei Deiner Freundin warst und ihr direkt von Deinem Saufdruck erzählt hast 👍Alleine zu Hause wäre vielleicht anders ausgegangen.
Frohes neues Jahr!
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Das tut mir sehr leid! Ich wünsche Dir viel Kraft.
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Hallo Stef,
für mich persönlich (und meinem Suchthirn) haben solche gedanklichen Spielereien keinerlei Bedeutung.Mir war auch während der Jahre, in denen ich getrunken habe, bewusst, wie gesundheitsschädlich es ist und wie viel Geld es mich kostet (war ja nicht zu übersehen). Aber ich wollte und musste ja (da süchtig) trinken, da war mit gesundem Menschenverstand nix auszurichten… 🤷♀️
Auch jetzt würden mir diese Gedanken nicht helfen in meiner Abstinenz. Die absolute Kapitulation war das Ausschlaggebende. Das Anerkennen meiner Abhängigkeit. Und dann das Handeln, also der Gang zum Arzt, die Grundbausteine, die Risikominimierung, die Trockenheitsarbeit.
VG Sue -
Er kennt meine Bedingung.
Entweder ich oder der Alkohol.
Da kann ich (Alkoholikerin) Dir direkt sagen: der Schuß geht nach hinten los. Wenn Dein Mann (uneinsichtiger) Alkoholiker ist - und so wie ich Deine Schilderungen verstanden habe, ist er das - wird er sich für den Alkohol entscheiden. Das ist einfach so, das ist die Sucht.
Ich kann es einfach nicht fassen, dass er immer wieder versucht,mich für so dumm zu verkaufen
Und das wird dann noch häufiger vorkommen, denn er wird vermutlich versuchen, Dich hinzuhalten oder Dir etwas vorzumachen.
Ist das das Leben und die Beziehung, die Du Dir vorstellst? Da hilft auch kein „er hat aber auch tolle Seiten, wenn er nüchtern ist“ - denn im Vordergrund wird immer seine Alkoholabhängigkeit stehen.
VG Sue
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Hallo Schwesti,
das ist sicher sehr schwer und Du hast bestimmt viele Fragen im Kopf. Die Antworten wirst Du leider wohl nie bekommen 😒Ich könnte mir vorstellen (bin selbst Alkoholikerin), dass Dein Bruder seinen Gesundheitszustand einfach verdrängt hat und vielleicht auch einfach nie zum Arzt gegangen ist trotz eventueller Symptome. Wenn ich an meine nasse Zeit zurück denke, bin ich auch lieber nicht zum Arzt gegangen aus Angst, es könnte etwas gefunden werden.. (und meine Alkoholabhängigkeit könnte entdeckt werden).
Nach außen hin etwas vorspielen- das beherrschen die meisten Alkoholiker sehr gut. Schließlich geht es ja darum, die Sucht zu verheimlichen und auch darum, sich selbst das Ausmaß der Abhängigkeit klein zu reden. Zumindest war es bei mir so.
Ich wünsche Dir, dass Du irgendwann das Kapitel für Dich abschließen kannst.
Du hättest nichts tun können! So traurig die Situation auch ist.VG Sue
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Das liest sich sehr schön. Ich freu mich für Dich!
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Wer sind denn „diese Menschen“? Meinst Du damit Alkoholiker? Das liest sich sehr abwertend.
Und was sollen „diese Menschen“ Euch (wer genau ist „uns“??) angetan haben? Sich falsch verhalten oder jemanden verletzt haben?
Das wären dann Eigenschaften, die es bei jedem Nichtalkoholiker auch geben kann. Genau so wie es Alkoholiker gibt, die niemanden verletzt haben oder sich falsch verhalten haben.
Oder Co-Abhängige, die andere verletzen oder sich falsch verhalten.
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Eigentlich wollte ich hier nichts mehr schreiben, da das offensichtlich keinen Sinn macht.
Da Du mich aber zitiert hast:
Ich weiß nicht, wo Du das mit sozialer Isolation und Rückzug gelesen zu haben glaubst, bei mir jedenfalls nicht.
Und davon ist ja auch überhaupt nicht die Rede, das ist Deine Interpretation.
Es handelt sich bei Alloholsucht um eine tödlich verlaufende Krankheit und nicht um einen Schnupfen.
Daher spielt hier die Risikominimierung, auf die wir hier,gerade auch aus eigener Erfahrung, immer wieder anspielen, eine ganz entscheidende Rolle.
Du fühlst Dich offenbar extrem persönlich angegriffen. Wie heißt es so schön: Da wo es piekt, da geht der Weg entlang.
Du erwähnst die Selbstreflexion, vielleicht auch etwas, wo Du ansetzen könntest?😉
Niemand will Dir hier irgendetwas vorschreiben, das hier ist ein Selbsthilfe-Forum. Wer möchte, kann sehr viel für sich mitnehmen.
Oder eben, wie Hartmut schon schrieb, in die Tonne kloppen.
So, ich bin dann hier raus.
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Hallo Naira,
Du stehst noch ganz am Anfang. Deine Vorsätze „Ich werde Wasser oder Saft oder Cola trinken.“ „Ich werde immer keinen Alkohol trinken.“ sind sicher gut gemeint und ich glaube auch, dass Du das tatsächlich möchtest.Ich denke, Du hast aber noch nicht verstanden, was es wirklich heißt süchtig zu sein, wie Sucht funktioniert.
Es gibt den Satz „Nur nicht trinken reicht nicht.“, den Du hier vielleicht schon gelesen hast.Bezogen auf das, was Du geschrieben hast: nur der Vorsatz nicht mehr trinken zu wollen, reicht nicht aus um aus der Sucht zu kommen. Dazu gehört vor allem die Risikominimierung. Auch, wenn Du denkst, Du „schaffst“ das, bei diesen Feiern dabei zu sitzen und nichts zu trinken, kann das definitiv nach hinten los gehen und Dich zum Rückfall führen.
Nicht einmal unbedingt an diesem Abend, aber das kann der Anfang vom Rückfall werden. Deine Synapsen sind noch nicht „trocken“. Da springen sofort alle möglichen Assoziationen im Kopf an, gewohnte Muster wollen bedient werden.
Es geht beim Trockenwerden darum, die Schritte einzuleiten, die zu einer dauerhaften und stabilen Trockenheit führen mit dem Ziel, irgendwann nicht mehr „kämpfen“ oder etwas „schaffen“ zu müssen, sondern kapituliert zu haben und die Sucht voll und ganz akzeptiert zu haben. Und vor allem der Trockenheit die oberste Priorität einzuräumen. Keine Risiken einzugehen.
Die Grundbausteine und Erfahrungen, die Dir hier von den länger und Langzeit-Trockenen mitgegeben werden, sind der Schlüssel dazu.
Wie gesagt, Du stehst noch am Anfang. Und wie die meisten, scheinst Du es auch mit der „Ich mach das aber so, das „funktioniert“ bei mir“ - Methode versuchen zu wollen,
Ich gebe Dir - als eine der Langzeit- Trockenen hier - die Empfehlung: nimm Dir die Grundbausteine und Ratschläge zu Herzen.