Hallo ihr Lieben,
danke fuer eure klaren Antworte, ich glaube, das habe ich wirklich gebraucht, um mal wieder ein wenig Klarheit in dem ganzen Dunst zu sehen....
Zimttee
ja, dass auch hier der telefonische Kontakt wohl einfach nur NICHT GUT ist, das ist einfach so.
Ich merke das ja auch. Ich begebe mich mit Kontakt sofort wieder in den Kreislauf hinein...
Ich denke mal ich rufe ihn an, weil ich den Druck nicht aushalte.
Renate
Ja habe auch angefangen, Sachen aufzuschreiben, am PC, abzuspeichern, ruhen zu lassen, und dann zwei Tage spaeter will ich die Sachen garnicht mehr lesen, weil es mich alles irgendwie anstrengt. Diese ganzen Gruebeleien und Gedankenkreise um ihn.... 
Ja. Wenn ich ehrlich zu mir selbst bin, ist immer irgendwie noch meine Hoffnung dabei. Und das ist natuerlich klar, dass es dann auch immer wieder zu einer Enttaeuschung kommt...
sarawen
Also, bei uns laufen die Gespraeche ungefaehr so ab:
Er: Was willst du denn noch von mir, ich bin nutzlos.
Ich: Ich finde es einfach traurig, dass wir es nicht geschafft haben und dass es am Alkohol gescheitert ist.
Er: Du hast Recht, aber du hast eine Entscheidung getroffen und ich glaube, dass du schon die richtige Entscheidung getroffen hast.
Ich: Und dennoch finde ich es unglaublich schade, dass du nicht mal versucht hast, etwas an dem Problem ernsthaft zu veraendern.
Er: Ich kann dir eben nicht versprechen, dass ich es schaffe.
Ich : Es geht ja nicht darum, irgendetwas zu versprechen, sondern darum es zu versuchen, und zwar ernsthaft, es zu wollen.
Er: Ich hab es ja versucht, aber eben nicht geschafft.
Ich: Aber wieso hast du nicht mit mir geredet?
Er: Wenn ich mit dir rede, fuehle ich mich immer ganz unten, weil du ja mit allem Recht hast, was du sagst.
Ich: Ich hab auch nicht mit allem Recht und es geht ja auch nicht drum, wer Recht hat und wer nicht.
Er: Aber du hast mit allem Recht, ich trinke und habe dich damit verletzt. Ich bin der Schlechte, du die Gute.
Ich: Im Grunde verletzt du DICH damit, nicht mich..
Er: Es tut mir sehr leid, dass ich dich so enttaeuscht habe.
Ich: Es geht doch nicht darum,... blablabla
Er: Es tut mir leid. Aber ich koennte dir nie versprechen, dass ich es schaffe, weil ich nicht weiss, ob ich es schaffe und ich moechte so auch nicht leben, dass ich immer Angst haben muss, dass wenn ich es nicht schaffe, dass du mich dann verlaesst.
Ich: ...............
So und so aehnlich laufen unsere Gespraeche ab.
Es ist eigentlich bei uns eher umgekehrt. Er macht sicher eher klein und spielt mir die maechtige Rolle zu, zieht sich im Grunde aus der Verantwortung und macht es sich irgendwie sehr leicht, was ich ihm auch immer wieder sage.
Mit viel Verstaendnis, Geduld und Spucke laufen diese Gespraeche. Es sind teilweise unglaublich ruhige und gute Gespraeche, aber alles in allem eben sehr anstrengend und sehr viel Gehirnarbeit, jedenfalls meinerseits. Und ich weiss im Grunde immer schon waehrenddessen, dass ich wieder viel zu viel sage und therapiere.... was ich garnicht kann und was auch nicht meine Aufgabe ist.
Er hat mir nie wirklich irgendwas versprochen und tut es auch jetzt nicht.
Weihnachten alleine zu sein.. Letzte Weihnachten haben wir auch nicht zusammen verbracht von daher wird es vl garnicht all zu schlimm.. und dennoch denk ich natuerlich daran... Und dass "mein Partner ja anders ist" Ja das kenne ich und immer wenn der Gedanke kommt, ruf ich mir die 100 Geschichten ins Gedaechtnis, die ich hier schon gelesen habe und dann weiss ich, dass es eben doch nicht so ist, dass es gerade bei mir und meinem XY was anderes ist.... Auch wenn natuerlich jeder Fall individuell ist. Die Muster sind trotzdem die Gleichen.
Lindi
so wie du das beschreibst, was mir der Kontakt bringen "Soll".. ja so ist es vermutlich auch. Der Moment fuehlt sich dann ganz gut an. Ein bisjen ueber das Problem reden, hier und da, wenns grade gut laeuft. Hoffen, dass er es dann doch irgendwie checkt und so irgendwie alles laeuft und schon wird. Erstmal alles ungezwungen, wie du sagst, Freundschaft dazu sagen....... Und ja, ich verliere mich aus den Augen. Allein die letzten drei Tage.. Ich war so viel mit Telefonieren beschaeftigt, obwohl ich wirklich genug anderes zu tun hatte und ich auch echt volle Tage habe, dass ich aber wirklich so wie neben mir stand. Staendig InPut und OutPut am Telefon zusaetzlich zu meinem normalen Alltagsgeschehen. Kommunikation wieder von 0 auf 100. Das kann nicht normal und auch nicht gesund sein.
Funkstille. Die muesste her. Und ich muss mir eingestehen, dass ICH diejenige bin, die es nicht schafft, nicht er.
Und wie fuehre ich nun wieder Funktstille herbei? Ist jetzt mein erster Gedanke, jetzt wo es doch grad wieder so "angenehm vertraut" ist.
Es ist auch nicht fair gegenueber ihm, was ich mir abhalte. Wobei das natuerlich zweitrangig ist.
Aber genau deshalb meine Sehnsucht nach einer Auszeit. Nach Wegkommen. In Ruhe Verarbeiten koennen. Weil ich eben genau dieses Gefuehl habe, dass ich es nicht schaffe. Wie du schon sagst, zu Hause ist Stress, ich bin ueberfordert, habe 4 Wochen lang keine Sitzung gehabt, und schon kann ich meinem inneren Drang und Druck nicht mehr standhalten, bin labil und unkontrolliert. Ich weiss nicht, wie ich dagegen angehen soll...
Und ja, mit der Annahme, dass mein XY in der naechsten Zeit (oder vl auch nie) nichts aendern wird, hast du sicherlich auch Recht.
Du sprichst auf einen anderen Mr.Right an. Ja. Vermutlich ist da Angst, Angst vor Unbekanntem. Angst vor Aufgabe des Alten. Usw.
Habe ja sogar jm kennengelernt. Und grade heut hab ich ihn wiedergesehen und wir haben uns auch unterhalten. Aber mir ging es ganz seltsam damit. Kennengelernt hab ich ihn, als die Funkstille zu XY gerade war, da war es angenehm. Heute, in dem Kontext der letzten drei Tage mit viel Kontakt zu XY, empfand ich es als irgendwie falsch und eben nicht angenehm, mit der Person zu reden... voellig krass, was da einfach im Gehirn vor sich geht.
@Herze
Ja, dieses VOLLKOMMENE Streichen aus meinem Leben ist wohl so ein Knackpunkt.
Meine Frage ist dann, warum sollte ich, er ist doch ein wichtiger Mensch fuer mich. Dann wieder, warum sollte ich nicht, wir koennen nicht zusammen sein. Dann wieder, warum gibt es nur schwarz weiss? Wir koennten doch auch eine Freundschaft haben ? (Aber dafuer ist es eben wenn ueberhaupt jetzt definitiv zu frueh)
Ich habe keine Geduld. Habe vielleicht Angst, wirklich mal zu MIR zu kommen, unterbreche diesen Prozess immer wieder mit dem Kontakt zu XY.
Das ist schaebig, aber es ist ganz schwer zu stoppen. Aber das weisst du ja sicher selbst, Herze.
Ich bin bereit was zu aendern, merke aber auch, wie schwierig und steinig das alles ist.
Er ist nicht mal bereit, etwas wirklich zu aendern, wenn er es je sein sollte, hat er auch hundert Steine zu ueberwinden, an denen ich ja auch gerade immer wieder scheitere.
Realistisch gesehen werden wir es nie schaffen, wirklich irgendwie auf gleiche Hoehe zu kommen. Und das sollte ich mir vor Augen halten.
nochmal Renate
Was du in deinem letzten Beitrag beschreibst... Ja, das Muster ist wohl so. Und es gibt ja auch wirklich genug Co's, die es aushalten, bis es einfach garnicht mehr geht, wobei auch dieses "garnicht mehr gehen" eine sehr individuelle Sache ist..
Es kostet Kraft. Und ich merke auch jetzt, dass mich die Gespraeche der letzten Tage einfach nur sehr viel Energie kosten, wenngleich ich es auch als angenehm empfinde, die Gespraeche zu fuehren. Paradox. aber vielleicvht auch das Gleiche wie mit dem Alkohol.
PAradox. Denn eigentlich schade ich mir damit.
Und wieder schliesst sich der Kreislauf in meinem Kopf und ich komme zu dem Satz: Es ist eine Sucht. Und davon will ich mich befreien.
Ich wuerde schon sagen, dass ich meinen XY sehr gern habe. Ich empfinde wirklich ein positives Gefuehl fuer ihn, trotz der ganzen Ereignisse, Verletzungen und Enttaeuschungen. Ihm als Mensch stehe ich wohlwollend gegenueber und das drueckt sich eben auch in meinem Gefuehl aus, dass ich habe, wenn ich an ihn denke.
Und dennoch weiss ich, dass das aber eben nicht reicht und dass das auch ueberhaupt nicht bedeutet, dass ich ihn liebe.
Ich finde es unglaublich lustig, mit ihm zu quatschen (also wirklich zu "quatschen"), denn auch das kann man sehr gut mit ihm und ich reduziere ihn nicht auf den Alkohol.
Und dennoch weiss ich, dass er ein guter Mensch, ABER Alkoholiker ist.
Ich wuerde es gerne loslassen. Denn ich habe auch noch so viel Liebe fuer ihn, dass ich sagen kann, ich moechte ihn in LIEBE loslassen.
Aber ich weiss einfach nicht so richtig wie mir das gelingen kann.
Vielen Vielen Dank fuer all eure Worte. Das hilft mir wirklich sehr. Ich war sehr am Rotieren die letzten Tage und war so ziemlich kontrolllos irgendwie so am Karussellfahren, gedanklich, emotional.
Jetzt nach dem Lesen und Schreiben fuehlt es sich alles schon wieder ein wenig geordneter an. Danke dafuer!!
Heute war ein bewusst kontaktfreier Tag. Ich habe gestern dann gesagt, dass es anstrengend ist und wir am besten heute nicht reden. Das ist so auch passiert. Und es ist genauso auch gut.
Danke fuer eure Gedanken und Meinungen.
Mit vielen lieben Gruessen
Miriel