Hallo ihr Lieben,
Danke Aurora und Renate fuer eure Beitraege.
Also mein Vater hat schon mal gesagt, dass sie vl irgendwann heiraten wollen, also dass sie irgendwann aufjedenfall heiraten wollen. Aber das war einfach eben mal so gesagt. Ich fand das auch nicht schlimm. Im Gegenteil, ich verstehe mich mit der Partnerin meines Vaters gut.
Und dennoch fand ich diese Mitteilung per SMS eben sehr unangekuendigt und ja wie du sagst befremdlich, da es eben eine SMS war. Ich hab es sogar an dem Abend einfach wieder vergessen und erst am naechsten Tag als eine naechste SMS von ihm kam ueber die Uhrzeit der Trauung hab ich wieder daran gedacht.
Ich finde es im Grunde schoen, dass sie heiraten, ich bin wohl grade auch sehr angeschlagen und fasse die Dinge deshalb vielleicht anders auf. Aber es mir per SMS mitzuteilen fand ich total unangemessen.. Zumal wir auch die Tage vorher mal telefoniert haben etc... Verstand es einfach nicht so richtig... Aber gut. Jetzt ist es so und ich fahre auch zur Hochzeit hin.
Ein anderes Thema bleibt hierbei, inwiefern ich darueber mit meiner Mutter sprechen kann. Meine Mutter bezieht bis heute Ehegattenunterhalt von meinem Vater, was den ganzen Hass auf Seiten meines Vaters bis ins Unendliche geschuert hat. Nun glaube ich zu wissen (da mein Vater es auch schon mal angedeutet hat), dass meine Mutter mehr Anspruch auf Geld hat, wenn mein Vater wieder verheiratet ist, weil dann das Gehalt seiner Partnerin zu dem Gehalt meines Vaters sozusagen dazu gerechnet wird. Es wuerde also bedeuten, wenn ich meiner Mutter davon erzaehle, dass die dann reintheoretisch mehr Geld beantragen koennte. (und ich waer dann ja der 'Verraeter' aus Sicht meines Vaters, er hat zwar nichts gesagt, dass man es nicht sagen darf, aber ich weiss, dass er schon oft gesagt hat "WENN wir mal heiraten sollten, dann werd ich noch mehr Geld bezahlen muessen, dann sagen wir es keinem..." etc.)
Aber ich kann mir auf anderer Seite nicht vorstellen naechste Woche heimzufahren und zur Hochzeit zu gehen und meine Mama weiss davon nichts. Meine Mama ist familiaer meine engste Bezugsperson und ich habe fast taeglich guten und intensiven Kontakt zu ihr......
Das ist irgendwie schwierig. Und mit meiner Schwester darueber zu sprechen und mich auszutauschen darueber wird auch schwierig, weil da nochmal ein ganz anderes Verhaeltnis zu dem jeweiligen Elternteil besteht.... Mhhh...
Zu meiner Schwester.
Meine Schwester empfindet glaube ich meine Veraenderung als am Ngativsten von all den Menschen in meinem Umfeld.
Die Problematik zwischen meiner Schwester, dass sie sich unwichtig fuehlt und vernachlaessigt, die besteht schon Jahre, bzw. auch auf vaeterlicher Seite war ich immer so eine Person, der die Familie nicht so wichtig war. Aber im Grunde habe ich mich an der ein oder anderen Stelle nur eben manchmal emotional "gewehrt".
JEtzt, da ich ja doch ziemlich die Reissleine am Ziehen bin, was mein Leben angeht, wird das von dieser vaeterlichen Seite als sehr negativ wahrgenommen. Es wird gesagt, man mache sich Sorgen etc.
Und fuer meine Schwester habe ich mich einfach nur negativ veraendert, sie stellt meinen, so wie sie es nennt "aktuellen Lebensentwurf" auf den Level der Gleichgueltigkeit und meint, dass ich mir ja was vormachen wuerde, wenn ich mich so abkapseln wuerde.
Dazu muss man sagen, dass ich eigentlich voellig angemessen Kontakt habe. Ich rede mindestens einmal pro Woche mit jedem, ob nun per Telefon, SMS oder Mail. (Also mit vaeterlicher Seite:Vater,Oma) und eben mit meiner Schwester.
Ich empfinde das ganze so. Ich versuche nun aus jahrelang gelebten Mustern auszubrechen und das macht gerade die mir am naechsten stehenden Menschen, mit denen ich diese Muster voll ausgelebt habe, bzw. die mich gerade was das angeht ja auch gepraegt haben, wuetend und sie koennen das nicht nachvollziehen und da sie es nicht verstehen bewerten sie es als negativ, emotionslos und gleichgueltig.
Sehe ich das richtig??
Meine Schwester hat auch teilweise meinen XY fuer alles verantwortlich gemacht und gemeint "Seit dem du... bist du so und so"
Und ich habe das Gefuehl, sie hat voellig verdraengt, was eigentlich schon jahrelang vor sich geht.
Ich will ihr das auch garnicht uebel nehmen, denn ich weiss, wie verstrickt ihre Gedanken sind.
Andererseits beginne ich auch hier, an meine reigenen Wahrnehmung zu zweifeln (so wie es ja auch immer mit dem XY passiert) und zweifle daran, ob ich Recht habe und denke mir halt so, dass doch nicht ICH alles wichtig sehen kann.... Denn meine Schwester z.B. ist eben komplett anderer Meinung und meint, dass ich dann halt meine Unabhaengigkeit leben sollte... Und versteht in dem Moment glaube ich ueberhaupt nicht, was genau dieses Wort "Unabhangigkeit" eigentlich bedeutet...
Ich habe ihr gestern versucht nahezulegen, warum ich mich so verhalte und habe ihr im Grunde das erste Mal seit Jahren gesagt, was fuer mich so schwierig ist im Bezug auf sie. Sie war sehr geschockt von meinem Statement. Ich hab ihr eigentlich nur gesagt, dass ich der Meinung bin, dass es eben Diskrepanz (?) gibt zwischen ihren und meinen Erwartungen, also eigentlich, dass es so ist, dass sie schon immer Wuensche und Erwartungen hatte, die ich nicht erfuellt habe und es deshalb immer wieder zu so einer Grundenttaeuschung kommt auf ihrer Seite....
Es ist schwer zu beschreiben......
Aber eigentlich glaube ich, wisst ihr genau, um was es hier geht.
Ich habe gesagt, dass ich meine jahrelang gelebten Muster ablegen will, weil sie mich in meinem Alltag behindern und ich gerne ein normales Leben fuehren will. (Im Grunde hat sie genau das gleiche Problem.)
Und ich habe gesagt, dass sie nicht meiner Meinung sein muss, aber das ich eben nur drum bitten kann, dass man mich so akzeptiert, wie ich bin und dass man eben auch akzeptiert, dass ich jetzt eben Dinge anders mache, weil es mir damit besser geht.
Denn eigentlich koennte ich ihr ja auch Egoismus vorwerfen, in dem Moment, in dem sie ueberhaupt nicht zu bedenken scheint, was das alles eigentlich fuer mich heisst.. Aber auch das moechte ich ihr nicht vorwerfen.
Mir ist das Verhaeltnis wichtig und gerade deshalb hab ich es ja auch nun thematisiert, was sicher auch haette schon vor 3 Jahren passieren muessen.
Es ist schwierig, da meine Schwester immer wieder darauf behaart, dass vorher ja alles in Ordnung gewesen waere und erst dieses Jahr alles so "schlecht" geworden waere und sie das ueberhaupt nicht zu sehen scheint, dass ICH eben eine Veraenderung durchgemacht habe / durchmache und dass Sie eigentlich mit dieser Veraenderung nicht so richtig klarkommt.
Oder sehe ich das falsch?
Und auf meinen XY bezogen meint sie ja auch, dass ich nur wegen ihm jetzt so anders bin und er mir ja auch immer soo wichtig war und ich ja auf einmal (also gestern) sage, ich wolle anders leben, aber noch bis vor 2 Wochen mit ihm zusammen war und jetzt nach 2 Wochen wieder einen neuen Lebensentwurf habe.
Was sie eben nicht sieht ist der Prozess, den ich durchgemacht habe und dass dieser mit Rueckfaellen etc. verlaeuft und dass es harte Arbeit ist, sich aus so einem Muster und auch aus bestimmten Beziehungen zu befreien.
Sie scheint das so ganz banal zu betrachten, ich habs ja auch mit XY so lange gemacht, und jetzt auf einmal gebe ich mich stark...
Sie kann natuerlich nicht wissen und verstehen, was das alles eigentlich fuer mich bedeutet hat/bedeutet und welche Schritte ich alle gehen musste um ueberhaupt so "weit" zu sein, auch wenn sie im Bezug auf XY gerade denkt, wir warn ma wieder zusammen und sind jetzt ma wieder getrennt, so ganz lari fari halt.
Tut mir leid wenn ich wirr schreibe. Es ist schwer zu erklaeren.
Chaotisch und irgendwie anstrengend und irgendwie schade, dass es so ist.
Aber ich werde nicht von meinem Weg abkommen, denn es ist einfach MEINS. Und darauf hab ich ein Recht. Verdammt nochmal. Wieso will mir das jemand, der mich doch liebt, absprechen?
Mit lieben Gruessen
Miriel