Guten Morgen ihr Lieben,
Frozen Tears
Ja stimmt schon, dass ich ihn als Leidenden in den Vordergrund gestellt habe, manchmal immernoch stelle.
Und du hast mit allem Recht, was du sagst, wobei deine Worte fast hoffnungsvoller klingen, wie ich gerade fuer mich selbst denke.
Ich will im Grunde garkeine Hoffnung, Erwartung mehr haben, weder darauf, dass unsere Wege wieder zusammenfuehren koennten, noch dass wir vielleicht irgendwann freundschaftlichen Kontakt haben koennen.
Ich habe sehr sehr hart gekaempft gegen mich selbst, ihn so anzunehmen und zwar mit dem Alkohol, als ich soweit war, bin ich aber dennoch zu der Entscheidung gekommen, dass ICH das aber nicht will, weder als seine Partnerin, noch als seine Freundin, weil er mich immer wieder mit involviert hat in seine Trinkausbrueche, durch Anrufe, Nachrichten, etc.. oder eben vor Ort.
Ich habe realisiert, dass ich die Beziehung nicht auf die Ebene Freundschaft verlagern kann, dafuer ist zuviel passiert und selbst wenn er nur ein Freund waere, wuerde es mich stoeren, auch an einer Freundin, wenn sie sich so gegenueber mir verhalten wuerde.
Darueber habe ich viel nachgedacht und das hat letztendlich zur Trennung gefuehrt, dass ICH schlicht und ergreifend MEIN Leben nicht mit dem Alkohol teilen moechte, auf welche Art und Weise auch immer.
Aber natuerlich habe ich auch erkannt, dass ICH krank bin.
Und deshalb war fuer mich die Trennung und der erneute Kontaktabbruch jetzt auch der einzige Weg, der MIR helfen kann, wieder leben zu koennen.
Ich habe sehr frueh erkannt, dass mein XY krank ist und habe mich viel mit der Krankheit beschaeftigt, was natuerlich typisch Co ist und noch mehr dazu gefuehrt hat, dass ich dem ganzen auch viel Verstaendnis entgegen brachte. Falsch natuerlich, denn ob krank hin oder her, man kann etwas dagegen tun! Diese Erkenntnis kam mir eben erst wieder ein Stueck weit spaeter, dass er nicht ganz hilflos ist und ich eben mindestens genauso leide, wenn nicht sogar, wie du auch sagst, die einzig wirklich Leidende war.
Ich kenne mich ein wenig und ich weiss, dass ich ganz tief innen noch einen kleinen Funken Hoffnung aufbewahre, gegen den ich mich fast wehre, weil ich, genau wie du sagst, nicht mehr enttaeuscht, wenn ueberhaupt, nur noch ueberrascht werden will.
Im Grunde will ich garkeine Erwartungen mehr haben und so hab ich mich ihm gegenueber auch verabschiedet. Ich warte nicht. Weder auf ihn noch auf sonstwas. Eigentlich verbiete ich mir selbst, weder Gutes noch Schlechtes von ihm zu wissen.
Ich goenne ihm Gutes, ich wuensche ihm nichts Schlechtes, aber ich will es nicht mehr wissen, nein ich darf es sogar nicht mehr wissen, weil es nur wieder meine Sucht fuettern wuerde.
Und einen Rueckschlag, so egoistisch es klingt, moechte ich nicht mitbekommen, weil ich auch weiss, dass ICH ihm nicht helfen kann und MEINE Gesellschaft ihm da auch nur schadet, mal abgesehen davon, schadet es mir.
Wie du sagst, wir stehen uns gegenseitig im Weg und das sehe ich auch so und habe es auch gegenueber ihm genauso formuliert.
Miteinander kommen wir an dieser Stelle einfach nicht mehr weiter. Das ist klar, aber natuerlich unglaublich schmerzhaft.
Schwierig war eben nach der Trennung jetzt, dass ich mich ja garnicht mehr meldete aber eben doch zu schwach war, seine Anrufe nicht entgegenzunehmen. Er erzaehlte mir eben dann alle 2 Tage, was er alles vorhat und berichtete mir auch von Schritten, die er schon gegangen sei.
Ich habe mich oft zurueckgehalten, nicht wieder was belehrendes zu sagen, etwas, was ich noch besser weiss und was er doch anders machen koennte.
Aber dennoch habe ich dadurch gewusst was er tut und gemerkt, dass mir das NICHT gut tut.
Und auch das habe ich gesagt.
Ich bin froh, dass ich so weit bin und sagen kann, dass mir das nicht gut tut und dementsprechend gehandelt habe, trotz des Schmerzes... denn sehr sehr lange habe ich immer nur den Schmerz vermeiden wollen, der entstehen koennte, wenn wir getrennt sind, anstatt mal ueber den Schmerz nachzudenen, der existiert, jeden Tag wenn wir zusammen sind.
Die Traurigkeit darueber ist gross, aber ich kann dennoch sagen, dass die Begegnung mit ihm bei mir bewirkt hat, dass ICH mich veraendert habe und veraendern will und dass ich viele viele Dinge erkannt habe, die es gilt aufzuarbeiten.
Ja, ich versuche, meinen Tag einfach zu gestalten, ohne eben an ihn zu denken, ohne zu ueberlegen, das gelingt mir eben nicht immer, aber ich arbeite daran, Tag fuer Tag.
Danke fuer deine Worte. Sie helfen immer wieder, klar zu sehen und nach vorne zu schauen! 
Mary Lou
Ja.. das mit der Ablenkung ist wirklich so eine Sache.. Ich denke ich habe sie ganz gut eingesetzt, da fuer mich die ersten Tage immer die schwersten sind und meine "Rueckfallgefahr" die groesste, so glaube ich zumindest.
Ich weiss aber was du meinst, dass der Suchtdruck durch falsche Ablenkung erst Recht groesser werden kann und deshalb versuche ich jetzt auch, mich mit MIR allein abzulenken, da kann ich im Grunde nicht in ein Loch fallen, da ich mich ja selbst nicht allein lassen kann 
Ich muss mir inzwischen eigentlich nicht mehr sagen oder vorstellen, wie es waere, wenn ich mich wieder melden wuerde, weil das einfach schon ganz klar ist. Es ist ganz klar, dass der Kontakt nicht sein darf (jedenfalls denke ich das, vielleicht bin ich auch zu streng mit mir selbst, aber ich glaube, dass das der einzige Weg ist..) und deswegen versuche ich einfach nur meinen Tag zu fuellen und der Gedanke ihn anzurufen kommt nur selten, vielmehr kommt eben die grosse Traurigkeit ueber all das und darueber, dass ich nichts machen kann.
Oft ueberlege ich eben, ob ich ihn jetzt nicht doch im Stich lasse, jetzt wo er so klar sagt, er will was tun... das zerreisst mich immer mal wieder.
Danke fuer deinen Zuspruch.
Ich empfinde mich selbst eher als hilflos und klein.
Mit vielen Gruessen, ich wuensche euch einen schoenen Tag
Miriel