Hallo ihr Lieben,
danke für eure Beiträge.
Nys
Ja, es ist wirklich so. Es beruhigt mich, es gibt mir irgendwie ein wenig "Halt", dass er wieder da ist. Aber genau das ist ja die Abhängigkeit, oder?
Ja, meine eigenen Grenzen und meine Bedürfnisse sind mir wichtiger geworden als seine. Aber dennoch heißt das nicht unbedingt, dass Kontakt zu ihm das Beste ist. Sicherlich nicht. Ob nun richtig oder falsch, weiß ich nicht.
Ein Flügelschlag in die Freiheit. Ich vermute fast, der einzige Weg in die wirklich Freiheit ist noch immer nur komplett ohne ihn.
Ich fühle mich gerade nicht gefangen, und auch nicht belastet durch den Kontakt. Wobei es doch teilweise immer wieder Momente gibt, die ich sicher nicht hätte, wenn ich keinen Kontakt zum XY hätte.
schnuffig
Schön, dass du hier vorbeischaust
Ich konnte deinen Eintrag nicht so richtig verknüpfen, habe nochmal nachgelesen, bei dir und bei mir, aber ich habe irgendwie nichts gefunden, was sich darauf bezieht, ob es schlecht oder gut ist noch mit Ex-Partnern zu schreiben oder Kontakt zu haben...
Einen intensiven Kontakt, also regelmäßig und auch ab und zu zu skypen habe ich nur mit meinem XY.
Ungefähr alle drei Monate schreibe ich mal eine E-Mail mit einem meiner Ex-Partner, bei dem ich mich auch sehr abhängig verhielt damals und er sich auch. Dieser Kontakt war aber lange Zeit komplett eingestellt und beschränkt sich nun auf diese eine E-Mail, in der entweder er oder ich mal fragt, wie es einem so geht, oder eben zu einem Anlass schreibt.
Meine Jugendliebe, also mein allererster Freund (auch eine dramatische Beziehung mit Abhängigkeitsverhalten damals) meldet sich auch vier mal im Jahr, oder ich mich bei ihm, wenn wir in unserer Heimatstadt sind. Dann gehen wir gemeinsam Kaffee trinken und reden über alte Zeiten, das ist immer sehr schön und da ist auch nichts emotionales oder sexuelles dabei. Er ist heute noch immer mit der Frau zusammen, mit der er damals nach mir zusammenkam. Ich finde es einfach schön, dass wir es geschafft haben, den Kontakt so zu erhalten. Auch da gab es einen großen Cut und lange keinen Kontakt damals.
Weiterhin hab ich noch zwei männliche Freunde/Bekannte, die ich ca. seit 10 Jahren kenne. Mit dem einen fahre ich ca. zweimal im Jahr auf irgendein Konzert, weil das so das ist, was wir beide gerne tun und wir haben den gleichen Musikgeschmack. Und mit dem anderen treffe ich mich wenn es hochkommt ein oder zweimal im Jahr, wenn ich zuhause bin für eine Stunde. Das sind solche "festen" Kontakte.
So.. das war es auch schon. 
Sollte mir das zu denken geben? Also ich hab eigentlich nicht das Gefühl, dass das übertrieben wäre... Lieg ich da vielleicht falsch? Ich hatte immer viele Kontakte, auch zu Männern, die freundschaftlich waren. Ich war früher unglaublich gesellig, im Gegensatz zu heute und hatte unglaublich viele "Bekannte".. Die "wichtigsten" oder eben die, die auch Wert darauf legen, sind eben übrig geblieben. Die, bei denen der Kontakt eben von beiden Seiten genau so wie er ist, gewollt ist. Also auch bei den beiden Ex-Partnern, da gibt es weder Erwartungen noch irgendwelche Gefühlsgespräche oder Sonstiges. Das ist einfach ok, wenn man sich schreibt und wenn nicht (und das kann auch mal ein Jahr sein), dann ist es auch ok.
Du hast nach dem Warum gefragt. Das ist eine gute Frage. Also, ich denke, mit diesen vier Personen habe ich Kontakt, weil sie diesen Kontakt in der gleichen Art wollen, wie ich und weil uns eben etwas verbindet. Erinnerungen, Erlebnisse, und natürlich auch die damaligen Gefühle und was alles damit zusammehing.
Die Verbindung ist glaube ich für mich der Grund. Für mich ist es einfach schön, mit einer Person, die mir einmal sehr nahe stand, frei und gelassen sprechen zu können. Ich war schon immer der Meinung ,dass ich es schade finde, wenn man im Schlechten auseinander geht mit Menschen, denen man sich mal so nahe gefühlt hat. Und deshalb war es mir wohl immer ein Anliegen, das so nicht zu haben.
Meine Eltern z.B. reden bis heute kein Wort mehr miteinander und mein Vater hasst meine Mutter, und das tut er wirklich und äußert er auch verbal. Für mich ist das unvorstellbar und ich sehe es als Geschenk an, es anders zu haben. Und vielleicht bin ich natürlich aber auch davon sehr geprägt und konnte und wollte es nie ertragen, bin meinen Ex-Partnern im Krieg zu sein. Und die anderen beiden Personen würde ich schlichtweg als Freunde aus meiner Jugendzeit bezeichnen.
So, jetzt hab ich das mal zusammengeschrieben, jetzt darfst du gerne was dazu sagen 
sarawen
Vielen Dank für deinen Eintrag.. Ja, dich lese ich hier nur noch selten, umso mehr freut es mich 
Ja, es ist schwer zu gehen, aber du hast es geschafft - für dich! Und es war die Entscheidung, die dir dazu verhalf, sich wieder zu finden. Den Schlussstrich, also den richtigen Schlussstrich zu ziehen, das ist sehr schwierig. Ich musste realisieren, dass ich es noch immer nicht getan habe. Obwohl ich einen kompletten Kontaktabbruch veranlasst und auch durchgezogen hatte, ich war auch in der Kontaktstille nie ganz frei. Und nun ist der Kontakt wieder da und ich muss schauen, ob das alles so in mein Leben passt und ich das will oder nicht. Aber ich kann nicht sagen, dass alles umsonst war oder ich wieder um ein Jahr zurückgeworfen bin, weil ich nun wieder Kontakt habe. Ich bin noch immer co-abhängig. Denke ich.
Aber ich habe gelernt, meine Grenzen zu spüren und auch zu verbalisieren. Ich habe gelernt, dass es das Wichtigste ist, mich um MICH zu kümmern und auf MICH zu schauen und für Mich zu sorgen und ihm Seins zu lassen. Und es geht mir ganz gut gerade damit, ich lebe mein Leben und der Kontakt zu XY schränkt mich nicht ein, wenngleich es natürlich im Kontakt mit ihm auch Momente gibt, die mich belasten. Und in diesen Momenten da spüre ich ganz deutlich meine Grenzen und weiß, dass an dieser Stelle der Kontakt eben zu viel ist.
Und klar, da sitzt ständig was auf meiner Schulter, das mir sagt "Miriel, was bringt dir der Kontakt? Warum tust du das? Eigentlich solltest du den Kontakt wieder abbrechen!" Und so weiter...
Und ich weiß nicht, ob es das Beste ist, was ich gerade tue. Aber es fühlt sich nicht total falsch an. Und deshalb will ich es nicht verdammen.
Es ist wie es ist. Der Mann ist mir wichtig. Da sind Gefühle. Ob er was unternimmt wg seiner Sucht, ich weiß es nicht. Ich kriege es weder mit, noch frage ich ihn. Er redet nicht darüber. Und ich erzwinge keine Gespräche darüber. Und das geht eben so lange gut, bis ich vielleicht davon belastet bin, dass er nichts dazu sagt. Und natürlich beschäftigt es mich und ich frage mich manchmal, ob er trinkt, oder eben nicht.
Und dann komme ich immer wieder zu dem Schluss - es ist seins und ich habe meins und damit habe ich genug zu tun. Und es funktioniert gut.
Aber dann gibt es natürlich Menschen um mich herum, die mitbekomemn, dass wir wieder Kontakt haben und die sagen:
"Du machst dir doch was vor, ihr macht euch was vor! Der hat doch nichts geändert, er trinkt doch immernoch! Das ist doch eine einzige Lüge! "
Und dann frage ich mich: Ist es eine Lüge, gute Gespräche mit dem Mann zu führen, der mir sehr viel Wert ist, mich auszutauschen und Dinge zu teilen?
Die Lüge ist ja die: Ich habe ein Wort-Paket in meinem Kopf zusammengestellt, das so ungefähr lautet
"Miriel, ich bin Alkoholiker, ich möchte aufhören zu trinken und tue ...., und gehe zu .... und mache ..... und werde .... und will trocken bleiben und sehe alles ein und ... "
Dieses WortPaket ist das, was ich gerne von ihm hätte, um mich besser zu fühlen. Aber ich frage mich, ob es wirklich etwas ändern würde. Aber vielleicht mache ich mir wirklich was vor. Er hat es einmal gemacht letztes Jahr, dass er mir sagte, er will aufhören zu trinken, er war am Boden zerstört und fest entschlossen, er erzählte seiner Mutter davon, etc. Und er ist hart gescheitert.
Ich bin inzwischen so weit, dass ich diese Worte garnicht mehr hören will. Ich würde mich für ihn wirklich freuen, wenn er sein Leben so lebt, dass es ihm gut geht und ich würde ihm wünschen, dass es ein Leben ohne Alkohol ist.
Aber ich habe das nicht in der Hand und es ist auch nichts besser, wenn er mir oben genannte Worte auf dem Silbertablett serviert.
Aber wie gesagt, vielleicht mache ich mir wirklich etwas vor. Ich gebe mich zufrieden, mit einem guten Kontakt. Der Alkohol schwebt oft für mich in der Luft, also die Fragen über sein Trinkverhalten etc. Aber ich sage mir immer wieder, dass es allein seine Entscheidung ist, was damit tut und was nicht. Ich genieße die guten Gespräche sehr. Und ja, auch manchmal thematisiere ich Alkohol, und das nicht zu wenig. Es kam einmal vor, dass ich sehr deprimiert nach Hause kam, weil ich durch Massen von alkoholisierten Menschen gelaufen war, die zu einem Festival strömten. Das hatte mich sehr runtergezogen. An diesem Abend hatte er sich bei mir gemeldet und wir skypten noch. Ich war sehr unter Spannung und hatte das Gefühl, er könnte vielleicht was getrunken haben. Ich habe das dann auch ausgesprochen, er hörte sich aber weder betrunken an, noch hatte ich Anlass ihn deshalb anzuschuldigen. Er redete sehr ruhig mit mir und er versuchte auf eine sehr schöne Art und Weise herauszufinden, warum ich gerade so extrem reagierte. Im Verlauf des Gesprächs erzählte ich ihm von meiner Situation mit den alkoholisierten Leuten und dass das in mir vieles ausgelöst hatte. Er zeigte ziemlich großes Verständnis, obwohl ich mir sicher bin, dass ihn das in dieser Situation verletzt hat (jetzt wo ich das schreibe, denke ich, er könnte auch nur Verständnis zeigen aus taktischen Gründen!?!?!?!?! )
Er hatte eben wirklich nichts getrunken und es war meinerseits etwas, dass nur in meinem Kopf stattgefunden hatte.
Wie er reagierte in diesem Moment, es war eben genau richtig, er flippte nicht aus, noch machte er mir Vorwürfe, dass ich spinne oder Sonstiges. Er war einfach da und redete mit mir über das, was ich fühlte. Wir redeten an dem Abend viel, darüber, dass die Dinge, die passiert sind, traumatisierend sind (für beide) und dass diese Erinnerungen da sind.
Solch eine Situation ist nicht wieder passiert und ich weiß auch, dass ich meine Gefühle und meine Baustelle nicht auf ihm abladen kann. Aber klar, hängt diese Alkoholbaustelle ja mit ihm zusammen. Inwiefern es dann aber sinnvoll ist, darüber gemeinsam zu reden, das weiß ich nicht. Aber es tat an diesem Abend gut und half mir, mich zu beruhigen.
Aber klar ist mir auch, hätte ich nicht den Kontakt zu ihm, wäre diese Situation so nicht entstanden. Auch wenn immer wieder Situationen mit alkoholisierten Menschen in der Öffentlichkeit bei mir sehr negative Gefühle auslösen.
Aber ich möchte natürlich nicht, dass er wieder Mittelpunkt wird, um den ich mich kreise. Und das ist er nicht.
Ist es so abwegig, dass der Kontakt zu XY gerade ein guter ist und ich nicht das Gefühl habe, es sei falsch?
Vielen Dank fürs Lesen.
Mit herzlichen Grüßen
Miriel