Beiträge von TimeIsAHealer

    Hallo ihr Lieben,

    mein XY hat sich wieder gemeldet. Er meinte, er wusste nicht, wie er mit mir reden solle und er hätte Angst gehabt, nachdem ich mich auch nicht gemeldet hatte, dass ich vielleicht wieder meine Handynummer geändert haben könnte, usw. Erklärungen, die ich keinster Weise einschätzen kann. Er scheint sich sehr zu bemühen, einen Weg zu finden, dass ich darauf vertrauen kann, was er so sagt. Er sagt, dass er nicht trinkt. Aber von Therapie oder Sonstigem spricht er nicht.
    Den Menschen XY mag ich nach wie vor immernoch sehr und betrunken erlebe ich ihn nicht mehr.
    Aber ich bin stets darauf vorbereitet, dass es so sein könnte, obwohl es seit 6 Monaten nicht mehr so war.


    Mir geht es weiterhin gut und ich konzentriere mich auf mich. Habe ihm gesagt, dass ich ihn zu keinen Gesprächen mehr "zwingen" werde und seinen Rückzug unmissverständlich finde. Wenn er sich melden will, kann er sich melden. Mir ist bewusst, dass ich mich weiterhin in der wartenden Position befinde, richtig glücklich bin ich damit nicht, aber es fühlt sich für mich auch nicht richtig an, trotz der Veränderung seinerseits erneut irgendwelche Bedingungen zu stellen. Denn eigentlich verstehen wir uns gut und die ganze Situation hat sich entspannt. Eben bis auf den Punkt, dass wir nicht klar und offen über das Alkoholproblem sprechen. Und ich mutmaßen kann, dass er nichts aktives tut. Ich weiß selbst nicht so richtig, wo ich da ansetzen kann irgendwie. Ich habe viel bei den Alkoholikern gelesen und auch dort gibt es einige, die eben keinen akuten Entzug gebraucht haben, die aufhören und aufgehört haben aber keine richtige Therapie machten/machen und sich eventuell auch erst später dazu entschließen. Vielleicht habe ich zu viel Verständnis und bin zu geduldig.

    Gedanken, was das alles bringt und wozu das führt habe ich, aber ich habe auch sehr viel zu tun und brauche meine Energie für mein Studium. Ich konzentriere mich weiterhin auf mich und arbeite an mir und versuche, nicht immer wieder in sein Leben zu rutschen bzw. reinzuspringen und versuchen zu wollen, irgendwas zu richten, was ich nicht richten kann. In vier Wochen sind meine Prüfungen und ich bin schon ein wenig froh, wenn ich so manches hinter mir habe.

    :)

    Mit vielen lieben Grüßen

    Miriel

    Hallo ihr Lieben,

    vielen Dank für eure Beiträge!

    Katharsis

    Deine Worte haben für mich das ganze nochmal aus dieser Perspektive klar gemacht. Ich stimme vielem was du schreibst zu.

    Ich selbst bin in einer realen SHG und dort werden überhaupt garkeine Ratschläge gegeben oder Dinge bewertet, es sei denn es finden Gespräche außerhalb der Gruppe statt. Das war für mich zu Anfang sehr ungewohnt, aber mit der Zeit habe ich verstanden, um was es geht.

    Ich kann geben in Form von eigenen Erfahrungen und Perspektiven. Und ich kann mir von den Worten anderer eben das Nehmen, was ich für mich verwenden kann und das lassen, was nicht. In meiner Selbsthilfegruppe steht eine Bewertung des Verhaltens anderer wirklich sehr weit hinten an und es kommt nur in äußersten Fällen zu solchen Auseinandersetzungen.

    Dennoch schätze ich die etwas andere Rückmeldung hier im Forum sehr, da ich mich hier doch nochmal um einiges mehr über meine eigene Situation austauschen kann. Das ist sehr hilfreich aber natürlich ist man verleitet, und so geht es ja auch vielen gerade zu Beginn - auch mir ging es so - nur beim XY zu sein und über diesen zu reden und über das, was genau er grade tut und Ratschläge zu wollen, wie er sich ändern könnte.

    Ich bin froh, dass ich dieses Forum habe und auch aus den harten Rückmeldungen oder Auseinandersetzungen nehme ich immer auch einen Teil für mich mit.

    Aber trotzdem bleibt eben der Fakt, dass jeder sein eigenes Tempo und seine eigene Art und Weise hat, wie er seinen Weg geht. Ich empfinde meine eigene Geschichte nicht als stagnirend, weil sich ständig etwas tut, vor allem in mir.

    Danke für deine Worte.

    Aurora

    Ja. Ich kann zwar nicht sagen, dass mein XY gerade nüchtern geworden ist. Darüber kann ich im Grunde garkeine Aussage machen.

    Aber die Qualität des Kontakts hat sich eben insofern geändert, dass der Alkohol in dieser Zeit keine (aktive) Rolle mehr spielt und das natürlich sehr angenehm ist.

    Ja es stimmt schon. Hier in meinem Leben, mit meinem Studium, mit allem drumherum bin ich "alleine", kann tun und lassen was ich will und mache dies, im Gegensatz zu früher, auch nicht mehr abhängig von dem was XY gerade tut. Aber allein bin ich ja eben doch nicht, weil er ja doch da ist.

    Deine Worte, dass er dich behinderte, dein Leben zu genießen. Die erinnern mich an meinem XY und mich. Aber da habe ich sogar das Gefühl, dass wir uns im Grunde gegenseitig behindern. Auch ich ihn. Daran, wirklich was zu verändern und vorwärtszukommen.

    Du schreibst, du warst froh, wenn er nicht da war. Auch diese Gefühle kenne ich. Auf der einen Seite ist die Hoffnung, wenn er da ist, und dann auf der anderen Seite die Erleichterung wenn er weg ist.

    Man kann sicher sagen, dass es da Ähnlichkeiten gibt zwischen deiner und meiner Situation. Die "Theorie" ist immer einfacher als diese auch in der Praxis umzusetzen....

    Die Angst vor der Konsequenz ist bei mir sicher auch ein ausschlaggebender Punkt. Aber im Grunde habe ich ja auch Angst vor der Konsequenz, die kommen wird, wenn ich ewig so weitermache. Dies zwei "Konsequenzen" sozusagen stehen sich gegenüber und gerade ist die Angst vor dem Verlust der Person und der damit verbundenen Wünsche wohl immernoch größer. Vielleicht.

    .... Die Situation hat sich gerade wieder etwas verändert, was für mich gerade aufjedenfall auch eine Rolle spielt. Seit dem sogenannten "Rückzug" seinerseits, nachdem ich das Alkoholthema nochmal ziemlich klar und deutlich angesprochen habe, hat er sich nicht mehr gemeldet. Und ich mich auch nicht.

    Es ist ein seltsames Gefühl, da wir uns ja beide jederzeit melden könnten. Es aber nicht tun. In den ersten Tagen dachte ich eigentlich so, naja, er hat sich zurückgezogen, dann lass ich ihn mal, er wird sich wieder melden, wenn er bereit ist.

    Nachdem er sich nun aber fast eine Woche nicht mehr gemeldet hat, weiß ich, dass das schon etwas mehr ist, also nur ein abweisendes Verhalten seinerseits. Was es ist für ihn, keine Ahnung, und darum kümmer ich mich auch nicht. Aber ich merke eben auch bei mir, dass sich was tut, auf Grund dieser Kontaktpause gerade.

    Anfänglich war ich mehr wütend und dachte mir, dass sein Rückzug ja eben eine klare Ansage ist auf meine klare Ansage bezüglich des Alkohols. Er will nichts wirklich ändern und sich auch nicht wirklich mit seinen Problemen auseinandersetzen - ok, dann ist das eben seine Sache. Und deshalb hab ich mich auch nicht gemeldet. Er will gern den Kontakt haben, dann vielleicht lieber nochmal einen Gang zurück, sowas "freundschaftliches", wie er sagt, damit ich auch sozusagen ja keine "Ansprüche" mehr erheben kann, irgendwelche unangenehmen Themen anzusprechen. Gut, dachte ich, wenn das seine Ansicht ist, ist sie das, aber meine ist eben eine andere.

    Gestern hat sich dann aber doch auch ein Gefühl der Traurigkeit angekündigt.

    Er will nichts ändern, jedenfalls nicht aktiv.

    Und das kann ich auch akzeptieren. Meine Konsequenz nun ist eben, dass ich mich auch nicht melde, denn ich habe ihm ja auch nichts zu sagen und ein nettes Pläuschen geht halt eben grade auch nicht mehr.

    Ich habe keine Ahnung, was er tut oder nicht tut und was in seinem Kopf vorgeht, aber ich konzentriere mich auf mich. Ich grüble auch nicht wirklich darüber, was nun genau die Beweggründe sind für ihn. Ich sehe die Fakten, ich habe die Wahrheit gesagt und er schiebt diese eben weg (inklusive mir).

    Das muss dann wohl so in Ordnung sein und ich habe nun auch keine Lust dem noch irgendwelche Vorwürfe oder Sonstiges obendrauf zu setzen, was ich sicherlich früher gemacht hätte, mit erneuten Anrufen und erneuten Vorträgen.

    Ich habe nun drei ziemlich lange und anstrengende Tage hinter mir, in denen ich jeweils 12 - 14 Stunden unterwegs war, was mir sicherlich auch gut tat. Ich hatte auch keine Zeit, um mich großartig irgendwelchen Gedanken zu widmen, auch das war gut. Heute ist mein freier Tag und da holen mich die Gedanken ein wenig ein, aber ich denke, auch heute werde ich den Tag für mich nutzen. Dinge tun, die wichtig sind und auch Dinge, die gut für mich sind.

    Nur für heute. Und nur für mich.

    Mit vielen herzlichen Grüßen

    Miriel

    Hallo ihr Lieben,

    vielen Dank für eure Beiträge!

    Lindi

    Ja, mit meiner Schwester liegst du richtig. Und ja, es ist wirklich ein Punkt, der bei mir sehr wichtig ist. Und stimmt, danke, dass du mich darauf aufmerksam machst, dass ich es in diesem Fall hier im Forum geschafft habe, mich klar und sachlich dazu zu äußern. Das tut auch gut und ich merke auch, dass ich das auch in Bezug auf Familie immer mehr lerne. Kleine Schritte, aber immerhin.

    :)

    @ Sarawen

    Danke für deinen Beitrag, ja von deinen Gedanken passte einiges.
    Und in einem Punkt hast du aufjedenfall Recht. Dass der Mensch sich mit negativen Dingen ungern auseinandersetzt und sie deshalb immer wieder gerne und gut verdrängen kann. Und zu dieser Art von Mensch gehöre ich mit Sicherheit auch.
    Dennoch bin ich nicht der Meinung dass sich nur andere trennen sollen und ich mich nicht.
    Ich habe mich getrennt. Ich habe die Beziehung beendet, aber das was viel wichtiger ist, ich habe mich innerlich distanziert. Wenngleich ich Kontakt habe und auch zu Besuch bei ihm war, all das ändert nichts daran, dass ich eine innere Distanz aufgebaut habe zu seinem Problem. Dass das alles nicht vollkommen klar und perfekt läuft und ich in jeder Situation vollkommen co-frei agieren, das möchte ich garnicht behaupten.
    Ich habe gelernt und lerne immernoch. Kleine Schritte zu machen. Grenzen zu spüren. Innere Distanz zu wahren. Mich immer und immer wieder in den Fokus zu stellen. Dass auf dem Weg - und das durchaus vermehrt IM Kontakt mit XY - immer wieder Stolpersteine auf mich warten, das weiß ich. Und damit versuche ich umzugehen.

    Das Beenden der Beziehung habe ich gemacht. Eine räumliche Trennung musste ich nicht durchführen, weil es sie eh gab.

    Ich habe die negativen Dinge nicht ausgeblendet, die passiert sind und auch im Hier und Jetzt habe ich das Problem nicht ausgeblendet.

    Ja, ich habe es vorgestern noch einmal klar und deutlich bei ihm ausgedrückt, was mein Standpunkt ist. Und auch wenn es schon oft Thema war, war es genauso für mich jetzt wieder notwendig, es zu sagen. Eigentlich gerade weil ich eben dieses "Wir machen nur Nette Dinge und der Alkohol ist kein Thema" - Spiel fallen möchte. Das war schon vor meiner Reise zu ihm in meinem Kopf Thema und bis vorgestern habe ich das Thema immer wieder auf den Tisch gebracht, aber immer sehr vorsichtig, ihn umtänzelnd, nicht zu forsch, nicht zu fordernd, etc.
    Und vorgestern eben klar und sachlich.
    Ich habe Druck ausgeübt auf andere in Bezug auf HandyNummer ändern, ja, genau aus den gleichen Gründen wie wohl andere eben gewissen Druck auf mich ausüben. Weil ich in der Situation damals genau gespürt habe, wie gut es funktionierte, wie viel besser es mir damit ging, weil ich freier war in dem Moment, weil ich mich der unguten Situation mit einem mich ständig betrunken anrufenden XY endlich entzogen hatte. In dem Moment war für mich nichts klarer, als dass DAS die Lösung ist. Und deshalb habe ich das dann natürlich auch sofort weitergegeben. Momentan gebe ich keine Ratschläge, sage weder, dass sich alle anderen trennen sollen, noch, dass ich nun den Weg gefunden habe, wie man mit einem XY umzugehen hat.
    Überhaupt nicht. Ich teile mich mit, wenn ich das Bedürfnis habe und bin froh, wenn ich Rückmeldung bekomme und bin mir meines Verhaltens sehr bewusst. Und trotz allem sehe ich in mir eine riesige Veränderung, auch wenn für andere mein Verhalten bedeutet, dass ich kilometer zurück gehe.

    Ich spüre Fortschritt. In mir. Auch wenn XY gerade wieder da ist. Den Fortschritt spüre ich auch nicht erst jetzt seit wir wieder Kontakt haben (man könnte ja dann annehmen, es sei das allgemein bekannte "Hoch", dass einen sich gut fühlen lässt)
    Nein - ich habe grundsätzliche Dinge angefangen zu ändern, ändere sie noch weiter, habe mich entwickelt und arbeite jeden Tag daran.

    Aurora

    Danke für deine Worte. Ja, ich habe es ihm klar und deutlich gesagt. Seine Reaktion war ruhig. Im zweiten Moment (am nächsten Tag, also gestern) war nun Rückzug seinerseits angesagt. Er war gestern völlig abweisend und hat sich auch seither nicht mehr gemeldet.

    Und auch ich habe mich nun heute nicht gemeldet. Und es ist einfach ok. Es war für mich sehr angenehm heute den Tag für mich zu haben, ohne Zeit mit Gesprächen mit ihm zu verwenden. Das habe ich klar gespürt. Ich kann sagen, ich bin fast froh, dass er sich nicht gemeldet hat. Ich hätte mich melden können, aber auch das habe ich eben nicht getan. Ich hab auch irgendwie nichts zu sagen gerade.
    Sein klarer Rückzug ist für mich eine klare Reaktion und im Grunde auch eine klare Position, die er vertritt. So klar hat er in den ganzen letzten zwei Monaten - in meinen Augen - nicht reagiert.

    Für mich hilfreich. Und der Tag heute war ein normaler, arbeitsreicher Studentenalltag für mich, der auch ohne ihn ablief. Und dieses Gefühl gibt mir Sicherheit. Nämlich die Sicherheit, dass ich mit mir alleine auch in Ordnung sein kann. Ich weiß, dass ich so weit vor einem halben Jahr einfach nicht war. Und es tut gut, zu wissen, dass sich diese Dinge einfach geändert haben. So einfach ja auch nicht, denn es war enorme Arbeit so weit zu kommen, dass ich gerade nicht durchdrehe, weil ich Angst habe, er könnte trinken. Dem ist absolut nicht so und das schreibe ich auch nicht, weil ich denke, ich müsse es schreiben. Nein, es ist wirklich so. Ich bin völlig ruhig. Ich hänge jetzt noch meine Wäsche auf und übe ein wenig Klavier, morgen haben wir Klassenvorspiel :) Dann gehe ich schlafen.

    Ich wünsche euch eine gute Nacht

    Mit vielen Grüßen

    Miriel

    Hallo ihr Lieben,

    die Gruppen von Al Anon kenne ich auch, sie nennen sich ALATEEN, findet man so auch im Internet.
    Da sind dann immer Erwachsene dabei, die das anleiten, aber eben keine Professionellen soweit ich weiß. Ich glaube, dass es eine gute Sache ist, vor allem für die Kinder, zu spüren, dass es noch andere Kinder gibt, die in der gleichen Situation stecken. Die Scham ist in jungen Jahren ja doch meist sehr groß.

    Liebe Grüße Miriel

    Hallo ihr Lieben,

    nun habe ich ihn heute Abend erneut sehr klar auf das Alkoholproblem angesprochen.

    Ich habe gesagt, dass es für mich täglicher Begleiter ist in Gedanken und ich über seinen "Zustand" nichts weiß, er mir keine Möglichkeit gibt, überhaupt in irgendeiner Weise etwas zu "wissen". Ich sagte ihm, dass er weiß, dass es für mich keine Zukunft mit Alkohol gibt und dass ich über eine Zukunft mit ihm eben nur nachdenken kann, wenn er sich zu dem Alkoholproblem äußert.

    Zusammengefasst sagte er, dass er nicht wisse, ob er abhängig sei oder nicht, dass er im Moment ok sei und dass er manchmal garnicht mehr ans Trinken denken würde, dass er aber weiß, dass es sich jeden Tag ändern könne. Und dass er weiß, dass dieses Problem bis an sein Lebensende bestehen würde.

    Ich habe ihn gefragt, ob er für sich Möglichkeiten hat, falls es sich "ändern" (so wie er vorher sagte) könnte und wieso er sich keine Hilfe gesucht hat, wenn er sich unsicher ist über sich selbst ist und Angst hat (seine Aussage).


    Alles in allem noch immer schwammige Aussagen seinerseits und das weiß ich.

    Ich habe versucht, ehrlich zu sein und ihm gesagt, dass ich der Meinung bin, dass er Alkoholiker ist.

    Das Gespräch verlief sehr ruhig.

    Es hat mich trotz dem ich es oft irgendwie angesprochen habe hier mal da, Überwindung gekostet, es wieder so deutlich auszusprechen. Aber für mich war es gut. Und es war wie gesagt, nicht das erste Mal, dass ich es gemacht habe.

    Ich habe meine Aussagen neutral gehalten, da ich einfach nicht ein Gefühl von "Wenn du das und das tust, dann geb ich dir das und das" erzeugen will. Ich habe versucht, einfach nur mit ihm über sein Problem zu reden.

    Ich wünsche euch eine Gute Nacht

    Miriel

    Hallo ihr Lieben,

    nachdem nun erneut in einem anderen Thread über mich geschrieben und mich bewertet wurde, wirft sich mir die Frage auf, ob die Meinung von Renate so wie sie es ausdrückt auch von euch geteilt wird.

    Bin ich wirklich so realitätsfern mit dem was ich gerade geschrieben habe? Wenn Renate mit all ihren Vermutungen Recht haben sollte, dann sollte ich mich ja schnellst möglich einweisen lassen!?

    Hallo ihr Lieben,

    ich bleibe trotz aller Diskussion hier und möchte auch weiterschreiben, auch wenn solche Konfrontationen für mich sehr schwierig sind.

    Ich bin weiterhin dankbar für jegliche Beiträge.

    Kinder-Familienwunsch. Ja, ich würde sagen, den habe ich sicher. Momentan noch nicht so aktuell, weil ich mich noch mitten in der Ausbildung befinde, aber es wird schon stärker. Mir wird auch da natürlich immer wieder klar, wie wichtig ein zuverlässiger und selbstverständlich suchtfreier Partner ist.

    Die Realität ausblenden. Es stimmt, dass ich das Thema Alkohol bei meinem XY nicht täglich auf den Tisch bringe. Aber ich blende es nicht aus. Ich sage immer wieder klar, dass das für mich DIE Problematik ist und ich nicht glaube, dass es OHNE darüber Reden überhaupt funktionieren kann, ein normales Verhältnis zu haben. Und ja, es stimmt. Ich akzeptiere immer und immer wieder, dass er sich nicht darüber ausspricht, dass er keine klare Aussage macht, dass er sich nicht positioniert.

    Ich habe die Miriel, die im schwarzen Kleid durch den Regen tappte nicht vergessen. Im Gegenteil, ich werde diese Nacht niemals vergessen.

    Da ist Liebe für diesen Mann. Ich habe das Gefühl, dass er sich verändert und dass er was tut. Aber eine Garantie dafür habe ich nicht. Das Einzige was ich tun kann, ist, weiterhin etwas für mich zu tun und mich nicht darauf zu konzentrieren ob er nun was tut oder nicht. Ich hab das Gefühl, dass es nicht mein Recht ist, immer und immer wieder Antworten von ihm zu verlangen oder zu erzwingen, zumal er momentan für meine Augen "trocken" zu sein scheint. Aber ich kann eben nur das beurteilen, was ich mitbekomme.

    Ich fühle mich was ihn angeht ein wenig in der Luft hängend, weil ich weder den "nassen XY" noch den "trocken werdenden XY" habe.

    Aber ist es nicht auch das Ziel von uns eben genau garnicht mehr abhängig zu sein von der "Aktion" des XY ?

    Ich habe auch meinem Psychologen die Frage gestellt bzgl. meiner "Stagnation". Dieser sieht das aber keinesfalls so und im Grunde sehe ich es auch selbst nicht so. Ich fühle eine große Veränderung und für mich geht es auch weiter. Ob XY in dieser Veränderung mit drin sein wird, das weiß ich nicht.

    Auf Grund meiner Gefühle, die ich noch immer zu ihm habe, würde ich mir wünschen, dass er auch für sich so weit kommt und sich selbst näher kommen kann.

    Eine Frage bleibt für mich. Ist es letztendlich nur so "dumm" den Kontakt zu ihm zu halten, weil die Aussage "Ich mache eine Therapie und bin jetzt in einer Klinik" fehlt ?

    Trotz dem er dies nicht sagt, finden ja Gespräche statt, die den Alkohol ganz klar als Thema haben und in denen er sich sehr klar darüber zu sein scheint, dass Alkohol nicht (mehr) für ihn ist.

    Ich kann nicht mehr tun, als zu vertrauen, dass er das, wenn überhaupt für sich, auch wirklich so sieht.

    Aber wer kann mir denn die Garantie geben?
    Die Qualität unserer Gespräche haben sich verändert. Und der Kontakt auch.

    Ich weiß, dass es immer wieder auf die Frage zurückkommen wird, was mir die Beziehung bringt, was mir der Kontakt bringt, welche Lücke er füllt.

    Ich habe Gefühle zu dem Mann und die sind real. Wenngleich es abhängige Anteile geben mag. Die Liebe zu ihm ist denke ich das Futter für die Energie, die ich darein stecke, momentan "zu warten" und seinerseits keine Antworten zu verlangen.

    Ein akutes Trinken, dass ich mitbekomme und über das ich sagen könnte, ich will, dass er es lässt, ist seit einem halben Jahr nicht mehr passiert. (betrunkene Anrufe oder Besuche) Dass das nicht bedeutet, dass er nicht mehr trinkt, ist mir klar. Aber wie sollte ich herausfinden, dass seine beschriebene Änderung seines kompletten Lebensstils eben auch beinhaltet, dass er nicht mehr trinkt.

    Ich fühle mich nicht berechtigt in dem Verhältnis das wir gerade haben, zu sagen, dass ich aber gewiss sein will dessen, dass er wirklich nicht trinkt und professionelle Hilfe in Anspruch nimmt. Dann ginge das Spiel doch von vorne los, dass ich etwas fordere, was er aber letztlich nur selbst entscheiden kann.

    Ich gebe mich damit zufrieden, weil ich weiß, dass es zwei Optionen gibt. Kontakt haben oder eben nicht.

    Ich habe mir das Szenario des erneuten Kontaktabbruchs schon vorgestellt, weil ich nicht erst einmal überlegt habe, es wieder zu tun. Nicht auf Grund von akutem Stress, nein, weil ich weiß, dass das Problem eben existiert.

    Mein Standpunkt wäre im Grunde, dass ich den Kontakt abbrechen würde, weil es mich im Kontakt mit ihm doch immer wieder beschäftigt, ob er wirklich aufhören will, ob er noch trinkt oder nicht, ob er sich professionelle Hilfe sucht, etc. Das heißt also, ich breche den Kontakt ab, wegen etwas, dass ich nicht wirklich beurteilen kann, weil ich es garnicht weiß. Und das ist für mich nicht stimmig irgendwie.

    Vielleicht ist das alles sich im Kreis drehen. Ich habe versucht, auszudrücken, was in mir vorgeht.

    Es belastet mich ein wenig, dass er nicht offen mit mir redet, zumal ich eben das Gefühl habe, dass er gerade versucht, Dinge zu ändern. Aber den Kontakt abbrechen würde für mich auch bedeuten, dass ich traurig wäre darüber, dass ich einen Freund verloren habe, der vielleicht doch grade auf dem richtigen Weg ist.

    Konfus?

    Miriel

    Hallo.

    Ich lasse das so stehen und akzeptiere das natürlich.

    Deinen Beitrag in dem anderen Thread sehe ich mit anderen Augen, aber das ist mein Problem und auch damit werde ich zurecht kommen.

    Meine Gedanken sind meine und niemand hat das Recht sie völlig umzuinterpretieren und auszulegen, so wie er sie eben gerade auslegen will.

    Ich weiß nicht, ob du Renate die einzige bist, die das Gefühl hat, ich veräppele hier alle. Aber auch das ist letztendlich DEIN Gefühl. Und nicht meins.

    Professionelle Hilfe habe ich schon lange in Anspruch genommen und mein Psychologe ist nicht der Meinung, dass ich ihn veräppele. Aber ich denke, ich werde genau das am Dienstag mal ansprechen bei ihm.

    Ich fand deinen Beitrag von vorher nicht zu hart oder zu krass. Es war deine Meinung, und die habe ich zur Kenntnis genommen.

    War noch nicht dazu gekommen zu antworten, auch nicht auf die anderen Beiträge und nun ist eben dein neuer Beitrag und auch das in dem anderen Thread dazwischen gekommen.

    Ich lass das erstmal so stehen.

    Vielleicht antworte ich heute Abend auf die anderen Beiträge, danke schonmal dafür! Aber natürlich lösen diese Worte auch bei mir was aus und ich finde verschiedene Aussagen einfach nicht in Ordnung.

    Liebe Grüße Miriel

    Hallo ihr Lieben,

    nachdem ich durch den Beitrag von Renate in meinem Faden auf diesen Beitrag hier aufmerksam geworden bin, habe ich mir das auch mal durchgelesen.

    Es berührt mich natürlich, was Renate schreibt und ich muss ehrlich sagen, dass es faktisch zu wertend finde.

    "mal ehrlich, vielleicht veräppelt die uns alle"

    Wenn man das mal objektiv betrachter, könnte man es als Mobbing bezeichnen. Klingt überspitzt. Im übertragenen Sinne ist es genau das.

    Mir war nicht klar, dass es auch in einem anonymen Forum letztendlich so weit geht.

    Deine letzten Worte, Nys, finde ich sehr richtig.
    Aber ich habe ja nun fast "Angst" noch irgendwas zu schreiben, weil es mir dann so ausgelegt wird, dass ich vorher bei jemand anderem zu was anderem genau das Gegenteil geschrieben habe usw.......

    Liebe Grüße

    Mira

    Liebe Nys

    vielen Dank für deine Worte.

    Mein Beitrag soll nicht Kapitulation bedeuten, vielmehr bedeutet es im Grunde genau die Annahme meiner selbst, die du beschreibst und das momentane damit verbundene, meineswegs "verharren".

    Ja, es tut mir gut, zu wissen, dass jemand da ist, dem ich sehr wichtig bin. Dass ich jemandem etwas geben kann mit meiner Liebe.

    aber ja: ICH muss MIR gut tun. Damit hast du sehr recht. Und darauf will ich mich konzentrieren.

    Ich habe deinen Worten nicht viel hinzuzufügen, da sie sehr behutsam ausdrücken, was Sache ist.

    Dein Vorschlag, das stelle ich mir sehr schwierig vor, wirklich herauszufinden, was ich an mir selbst nicht liebe. Aber ich denke, es ist möglich, auch da zu einer Antwort zu kommen.

    Ich fühle mich nicht wie in einem Wettbewerb, auch wenn es ja schon des Öfteren Diskussionen gab und gibt, die man dementsprechend interpretieren könnte. Sicher auch der Grund, warum ich nicht geschrieben hatte, bevor ich zu XY reiste. Ich wollte keinen Druck, und ich wusste, dass ich ihn spüren würde. Ich wollte das nur für mich tun und wollte beides selbst spüren, das Positive und das Negative daran. Und das habe ich gespürt, und zwar sehr deutlich. Es mir aber immer eben nur aufzeigen zu lassen durch andere, heißt noch lange nicht, dass ich es auch selbst so spüren kann, deshalb empfand ich es als besser, es nicht totzubesprechen, warum und ob ich diese Reise tun werde.

    Und wie gesagt, auch wenn es so scheinen mag, dass alles um XY kreist. Ich beschäftige mich mit mir, ich schaue auf mich, ich wahre Distanz, ich spüre meine Grenzen, auch im Bezug auf andere, und selbst wenn ich Hoffnung empfinde, das bedeutet ja nicht, dass ich nicht trotzdem für mich selbst sorge und auf mich achte und auf mich schaue.

    Vielen Dank fürs Lesen

    Vielen Dank.

    Hey Sarawen, es freut mich von dir zu lesen!

    Abstand und Kontaktabbruch hatten wir, ganze drei Monate. Wurde erstmals durch seinen überraschenden Besuch im März unterbrochen, dann nochmals 6 Wochen Kontaktpause. Dann fing der Kontakt wieder an.

    Der Punkt, das wir uns gegenseitig blockieren, den find ich ziemlich wichtig und damit könntest du auch ziemlich richtig liegen.

    Ich weiß grad keine Lösung außer, dass ich den Kontakt wieder abbrechen müsste, um dann endgültig frei zu sein, mir der Kontakt gerade aber (meiner Meinung nach) garnicht schadet. Vielleicht auch das ein Trugschluss. Er ist mir ein wichtiger Mensch und die positive Veränderung in unserer Kommunikation finde ich schön und angenehm und sehe dadurch eben keinen Grund, dass ich den Kontakt nun abbrechen müsste.

    Mein Lebenszweck ist es nicht, zu warten. Mein Lebenszweck ist es aber auch nicht, auf Biegen und Brechen einen Partner zu finden, der zu mir passt. Mein Lebenszweck ist es, im Reinen mit mir Selbst zu sein und Glück zu empfinden und Zufriedenheit. Und darauf arbeite ich hin. XY hin oder her.

    Noch ein Zusatz bzgl. der Klicks und dem geschlossenen Bereich.

    Ich möchte mich momentan nicht für eine weitere monatliche Summe verpflichten. Auch wenn sie gering ist, finanziell muss ich sehr aufpassen, vor allem was meine monatlichen Fixkosten angeht.

    Die Anzahl der Klicks. Ich muss ehrlich sagen, dass ich darauf nicht achte, wieviele Menschen nun schon auf meinem Thread waren. Es ist eine Zahl, die angezeigt wird, die für mich nichts aussagt. Ich bin froh und dankbar über Beiträge und nehme immer etwas mit und freue mich sehr, dass es einige wenige die gleichen gibt, die immer wieder vorbeischauen.

    Mit herzlichen Grüßen

    Miriel

    Mh. ich weiß auch nicht, was ich dazu sagen soll.

    Ich glaube ich bin gerade auf einem Level, in dem ich das genieße was ist, und ihn einfach lasse.

    Ich habe ihn besucht, ja. Aber ich mache doch garnichts weiter. Wir führen keine Beziehung, weder er terrorisiert mich, noch ich ihn. Er ruft mich nicht betrunken an und auch nicht, um mir zu sagen, wie sehr er mich liebt und dass er alles ändern wird. Er verspricht mir nicht die heile Welt und ich will sie auch nicht von ihm versprochen bekommen.

    Unser Kontakt ist weder romantischer, noch verzweifelter Natur.

    Eigentlich habe ich aufgehört, den Alkohol in den Mittelpunkt zu stellen. Das mag sinnlos klingen, und so, als würde ich den Alkohol ausblenden. Aber das tue ich nicht, und das weiß auch er. Ich habe nur aufgehört, den Mann ausschließlich über sein Alkoholproblem zu definieren. Ist das verwerflich?

    Ich habe nichts akzeptiert, und das weiß er - das habe ich mehr als einmal deutlich gemacht.

    Die Fragen, die du Lindi mir gestellt hast, habe ich versucht zu beantworten, fiel mir schwer, weil ich auch nicht genau wusste, was du meinst, damit, was die Beziehung symbolisiert und was sie für mich bedeutet. Dass das nun das Bild hergibt, ich würde glauben, zwischen XY und Mir würde Vertrauen und Liebe vorherrschen, ist schlichtweg ein Missverständnis. Weil dem nicht so ist. Ich habe versucht, Fragen zu beantworten.

    Was die Beziehung für mich bedeutet, das kann ich auch so beantworten, dass die Beziehung für mich viel bedeutet, da sie mit einem Menschen ist, dem ich mich nah fühle. Es ist eine Beziehung zu einem Menschen, der mir etwas wert ist und bei dem ich mich immer wieder sehr wohl, angenommen und ernstgenommen fühle. Es bringt mir unglaublich viel Freude mit ihm zu lachen und seinen Geschichten zuzuhören, mit ihm zu philosophieren und zu diskutieren. Das alles sind nun die positiven Dinge.

    In negativer Hinsicht bedeutet die Beziehung für mich Unsicherheit, Misstrauen und Angst. Was wird sein, was ist, was bringt es mir, wozu führt es, welchen Sinn hat es?

    Die Beziehung steht vielleicht als Symbol für mein Unvermögen mich selbst so zu lieben, dass ich es nicht brauche, von jemandem geliebt zu werden, der mir im Grunde nicht gut tut.

    Die Dinge die ich nun aufgeschrieben habe, sind genauso auch in meinem Kopf, es ist nicht sehr einfach, diese in Worte auszudrücken.

    Das Verhältnis mit XY hat sich völlig geändert. Es ist nicht mehr so wie es war. Ich spüre doch Veränderung, oder ist es nun auch so, dass auch dieses Gefühl der Veränderung nur noch Illusion ist und nichts mehr mit der Wirklichkeit zu tun hat?

    Natürlich, viele, auch in meinem Umkreis würden sagen, was mir das bringt, was ich mir davon erhoffe, diese Frage kommt immer, meine Mutter sagt, sie würde sich damit nicht zufrieden geben. Aber, wo ist die Messlatte, wenn wir doch nicht mal eine Beziehung führen? Wir sind weder zusammen, noch haben wir irgendwelche konkreten Beziehungspläne. Was also sollten meine Erwartungen sein, wenn der Kontakt im Grunde über einen freundschaftlich innigen Kontakt nicht hinaus geht? Was bringt es mir denn, weiterhin zu erwarten, dass er gewisse Dinge tut, oder auch nicht tut. Ich habe ihm Grenzen gesetzt, z.b. alkoholisiert nicht mit ihm reden zu wollen. Diese Grenze hält er ein. Was er in meiner Abwesenheit - wenn wir gerade nicht nüchtern miteinander sprechen - tut, das kann ich doch nicht wissen, auch wenn ich es gerne manchmal würde, aber sollte ich das wissen wollen???

    Ich fühle mich ungefähr so - ich empfinde, sofern ich das beurteilen kann - Liebe für den Mann, ein sehr schönes, warmes und wohlwollendes Gefühl, welches ich fühle zu vielen kleinen Dingen, die ihn betreffen, wie er spricht, sich verhält, welche Auffassungen er hat, wie er mit mir umgeht, ...
    Alkoholisiert liebe ich diesen Mann nicht, das kann ich durchaus so stehen lassen, denn dann ist er ein anderer Mann.
    Ich bin mir durchaus bewusst, dass er auch im nüchternen Zustand Seiten an sich hat, die unglaublich schwierig sind und die vielleicht teilweise auch mit Alkohol zusammen hängen.

    Aber, dass was ich gelernt habe, hier und anderswo ist, dass ich ICH ihn nicht ändern kann, nicht will und auch nicht sollte. Wenn er etwas ändern will, dann wird er das tun, wenn nicht, dann nicht.

    Ich habe ihm klar gesagt, dass ich in meinem Leben keinen Alkohol haben will und auch nicht werde. Ich habe ihm klar gesagt, dass ich mir nicht anschauen werde, wie er sich kaputt macht mit Alkohol. Ich habe ihm klar gesagt, dass ich mein Leben selbst gestalten will und nicht kontrolliert sein werde, von einer Substanz.

    Das heißt, ich arbeite weder darauf hin mit ihm ein Leben zu verbringen, noch schließe ich dies ganz aus. Mein Leben ist jetzt und ich führe es auch im Jetzt. Und ich mache meine Planung auch nicht von ihm abhängig. Ich treffe meine Entscheidungen, z.b. was das Studium angeht oder sonstiges völlig unabhängig von ihm.

    All diese Dinge waren vorher anders und ich spüre diese Veränderung deutlich, auch wenn sicher viele der Meinung sind, dass ich durch den Kontakt mit ihm unfrei bleibe, fühle ich mich freier als vorher und vor allem aber, spüre ich eben deutlich, dass ich eine Wahl habe. Auch wenn es mir schwerfällt, ihn ganz loszulassen.

    Danke fürs Lesen

    Hallo ihr Lieben,

    alles was ihr schreibt ist KEIN Bulls... !

    Dies sind alles Gedanken, die ich mir auch selbst mache.

    Um ein paar Fragen zu beantworten.

    Renate

    Ist er gerade trocken? Das kann nur er beantworten, und diese Frage habe ich ihm nicht gestellt. Ziemlich blöd vielleicht. Aber ich weiß, dass dadurch dass er so in der Ferne ist, ich im Grunde absolut keine Ahnung habe, was er zwischenzeitlich macht, und eine Aussage von ihm, dass er gerade nicht trinkt, würde an meinem Unvertrauen nicht viel ändern.

    Ich blende den Alkohol nicht aus, im Gegenteil. Er ist da, sehr present, für mich. Und wir haben auch über Alkohol und auch über das Problem geredet. Er macht keine klaren Aussagen, ich stelle keine klaren Fragen.

    Er sagt, Alkohol sei ein Problem und er versuche alles, um ok zu sein und er hätte Angst, dass er es nicht schafft. Wie und was er genau tut oder getan hat, weiß ich nicht.

    Fakt ist, er spricht sich nicht klar aus, er bekennt sich zu nichts und positioniert sich auch nicht, was das angeht.

    Lindi Was bedeutet die Beziehung für mich? Ich glaube, sie bedeutet für mich sehr inniges Gefühl, Zuneigung, Teamarbeit, Natürlichkeit und Liebe. Was sie symbolisiert? Mh. Das kann ich irgendwie nicht beantworten. Vielleicht ist sie ein Symbol für Zweisamkeit und eben keine Einsamkeit und ein Symbol für Geliebt werden und Lieben. Oder so. Welche Lücke sie füllt? Vermutlich die "Liebes-Lücke" und die "Sich mit mir selbst auseinandersetzen -Lücke" .... Aber eigentlich kann ich nicht sagen, dass ich mich mit mir selbst nicht auseinandersetze, gerade das hab ich ja begonnen zu tun. Und das hat auch nicht durch den Kontakt zu ihm aufgehört.

    Renate

    Ja, warum kann ich ihn nicht loslassen. Vermutlich weil ich hoffe, dass wir doch irgendwann ein gemeinsames Leben haben könnten.

    Zimttee

    Ja, ich habe schon oft über den erweiterten Bereich nachgedacht. Vielleicht sollte ich das nochmal tun. Bei meinem Psychologen muss ich sagen ist es aber auch jetzt gerade seit zwei Sitzungen soweit, dass ich wirklich angefangen habe, mal über meine Baustellen zu reden. Also über meine wirklichen Baustellen, die nur zu mir gehören. Es ging bisher fast nur um meinen Vater, der aber wohl die größte "Baustelle" darstellt bzw. mit den größten Baustellen in mir in Verbindung steht.

    Mh.

    Ich möchte das Rad nicht neu erfinden, und ich denke auch nicht, dass es mit meinem XY anders ist als mit anderen. Ich kann nur das beurteilen was ich sehe. Was ich sah, war ein ruhiger gewordener XY, der über Alkohol sprechen kann, ohne sofort auszurasten, sondern in einem normalen Ton. Und eine Miriel, die sich wohl fühlte und die Seins immer mehr Seins lassen sein kann.

    Ich habe selbst den Gedanken bzw. stelle mir die Frage, ob es nicht - anstatt die "normalen schönen" Dinge wie Eis essen etc. - zu machen, sinnvoller gewesen wäre, wenn ich ihn konfrontiert hätte, eine klare Antwort von ihm verlangt hätte.

    Ich bereue es fast, dass ich es nicht getan habe. Aber ich habe es in dem Moment nicht gespürt, das Verlangen, ihn zu konfrontieren, weil ich eher gespürt habe, dass ich dann wieder Kontrolle haben will, was aber letztendlich eben sinnlos, nicht möglich und kontraproduktiv ist. Jedenfalls schien es mir so.

    Danke fürs Lesen.

    Hallo ihr Lieben!

    Danke für eure Beiträge.

    Ich habe lange nicht geschrieben, aber gelesen habe ich immer wieder.

    Ich habe am Wochenende XY besucht. Ich habe diese Reise geplant, war aber bis zum Ende nicht sicher, ob ich es machen werde oder nicht. Auch ein Grund, warum ich hier nicht mehr geschrieben habe, ich habe es auch nur sehr wenigen Menschen erzählt. Ich wollte diese Entscheidung nicht von so vielen Meinungen abhängig machen, das hätte vermutlich zum Chaos geführt in mir, da ich mir über die Gegenargumente sehr bewusst war und bin.

    Aber es fühlte sich richtig an. Ich habe ein Hotel gebucht direkt bei ihm in der Nähe und auch in dem Hotel geschlafen.

    Wir hatten uns nun drei Monate nicht gesehen und haben sehr viel geredet, vieles ausdiskutiert oder auch so stehen lassen.

    Gefühle waren da, sind es noch immer.

    Ich habe ihn nun im Persönlichen NICHT gefragt, ob er eine Therapie macht oder Sonstiges. Es fühlte sich nicht richtig an, nachzufragen, weil ich der Meinung bin, dass wenn er etwas dergleichen machen sollte, dann würde er mir das schon sagen.

    Alkohol war Thema, ich hab ihm dabei aber mehr zugehört als dass ich selbst geredet habe.

    Das Treffen war angenehm und ich hatte das Gefühl wir treffen uns eher auf einer Ebene als vorher. Das war sehr schön, die Gespräche hatten eine andere Qualität. Ich habe es gesagt, wenn es über meine Grenzen ging und bin auch an einem Abend dann vorzeitig in mein Hotel, weil mir die Unterhaltung zu viel wurde. Das war schwer für ihn zu akzeptieren, aber er hatte keine Wahl und das war auch gut so. Im Endeffekt konnten wir dann am nächsten Tag nochmal neu ansetzen und das ganze wieder neutraler betrachten.
    Die Tage waren einfach schön und haben für mich einiges klarer gemacht, was ich vorher nur mit vernebelten Augen sah. aber vor allem wurde mir klar, dass er sein Leben lebt, so wie er es möchte und das auch das in Ordnung so sein muss. Und ob es eben je wieder ein Zusammentreffen unserer Leben bzw. Wege gibt, das kann nur die Zeit sagen. Vielleicht wird es das nie geben und auch das ist uns denke ich beiden klar.

    Ich war das erste Mal mit ihm zusammen, ohne irgendetwas zu erwarten. Das habe ich mir immer wieder bewusst gemacht. Und das tat unglaublich gut. Und ich hatte keine Angst. Ich habe mich frei gefühlt und zum ersten Mal hatte ich das Gefühl, dass wir uns einfach nur "normal" begegnet sind. Neben all dem Reden, haben wir auch einfach schöne Sachen gemacht. Schöne normale Sachen. Eis essen, Einkaufen, Spazieren, Grillen, ... .

    Der Gedanke, es könnte alles nun nur eine Phase sein und dass er ohne Therapie etc. das nicht in den Griff bekommen wird, der ist da.
    Aber es liegt nicht in meiner Hand. Ich muss schauen, dass es mir gut geht. Und das geht es mir gerade, mit dem, was ist. Der Gedanke, wozu das denn führen soll und dass ich mir was vormache, auch der ist da. Ich möchte auf mich achten, ich sorge für mich, ich konzentriere mich auf mich. Ich bin nicht zu ihm gereist, weil ich ihm eine Freude machen wollte, nein, ich habe es für mich getan.

    Nun bin ich wieder zuhause, mein Alltag hat mich wieder und auch das ist gut so. Mein Studium wartet auf mich, bis Ende Juli wird es viel viel zu tun geben und ich habe Prüfungen, aber das heißt auch, es geht voran und darauf freu ich mich :) Ich will einfach auch irgendwann mal fertig werden...

    Danke fürs Lesen, danke fürs Teilen.

    Mit ganz herzlichen Grüßen

    Miriel

    Hallo ihr Lieben,

    ja, sehr interessantes Thema, mit dem ich mich auch schon selbst beschäftigt habe.

    Ich würde - in Verbindung mit meinem eigenen Verhalten - aufjedenfall sagen, dass ich durch mein Suchtverhalten bezüglich meines XY in jedem Fall auch "einer Sache" entfliehen wollte/will. Nämlich der Auseinandersetzung mit mir selbst und mit meinem eigenen Leben und meinen Baustellen. Mein XY fungiert in diesem Fall als ein Spiegel meiner selbst, bei dem ich all die "Fehler" versuche zu bearbeiten, die ich im Grunde an mir selbst bearbeiten müsste.

    Des Weiteren würde ich mich selbst aufjedenfall auch in Bezug auf andere Bereichen als Suchtpersönlichkeit bezeichnen. Ich selbst habe vor über einem Jahr meinen letzten Tropfen Alkohol getrunken - natürlich war XY der Auslöser dafür - aber auch ich habe diesen Stoff in der Vergangenheit missbraucht und hatte nicht selten Kontrollverluste was das angeht. Nachdem ich mit Alkohol komplett aufhörte im letzten Jahr haben mir Rückmeldungen seitens Familie und Freunden nochmals verstärkt aufgezeigt, dass mein Verhalten diesbezüglich auffällig war. Und ich glaube heute zu wissen, dass ich suchtgefährdet bin und es das Beste für mich ist, dass ich keinen Alkohol mehr trinke. Ich fühle mich manchmal seltsam, weil ich eben auch zum "ersten Glas" immer nein sage, obwohl ich mich was das angeht ja nicht als suchtkrank bezeichnen würde. Dennoch weiß ich, was es oft mit mir gemacht hat und dass ich die Kontrolle oft verloren habe. Aus diesem Grund lasse ich seit über einem Jahr auch das erste Glas immer stehen.

    Neben Alkohol gibt es auch viele andere "Stoffliche" Dinge, bei denen ich zu süchtigem Verhalten tendiere. Es fängt beim Essen an und hört beim Sport auf. Vieles was ich tue, tue ich in Extremen, entweder ganz oder garnicht. Und ich finde eben nur selten ein gesundes Mittelmaß. Das macht es umso schwerer, Dinge kontinuierliche gesund zu leben.

    Ich empfinde dieses Verhalten als süchtig, weil ich mich selbst entweder als sehr konsequent oder eben als sehr "rückfällig" erlebe.

    Und viele Dinge wie Essen, früher Alkohol, etc. habe ich gemacht oder mache ich in Verbindung mit Stress.

    Mir sind diese Muster bewusst, aber es ist sehr sehr schwierig, es zu bearbeiten, weil sich das Verhalten eben durch alle Lebensbereiche zieht.

    Grenzen zu kennen, eine Balance zu finden, ein gesundes Maß zu kennen, das alles fehlt mir aufjedenfall, ob nun bezüglich Stofflichen Dingen oder bezüglich Menschen.

    Was den Aspekt angeht, dass man "immer mehr" will, auch das kann ich bei mir nur bestätigen, da ich auch in Bezug auf XY, sobald dann wieder Kontakt da ist, nur schwer ein gesundes Maß einhalten kann. Ich neige sofort dazu, es "überzudosieren".

    Ich habe viel gelernt und bin auf dem Weg, aber dieses Abhängigkeitsverhalten ist bei mir definitiv nicht nur auf den XY bezogen.

    Vielen Dank für diesen hoffentlich lehrreichen Thread, ich werde dazu jetzt mal ein bisjen was lesen :)

    Mit vielen lieben Grüßen

    Miriel

    Hallo liebe Lindi,

    danke für deinen Beitag.

    Ja. Deine Worte zeigen mir einiges auf.

    Ja, ich bin wirklich so, dass ich mich noch immer danach sehne, dass mir jemand sagt " So ist es richtig/falsch, wie du es gerade machst - mach es so" Dieses Gefühl ist immernoch da. Auch wenn ich inzwischen mehr auf meine eigene Wahrnehmung zu achten gelernt habe, ist dieses kindliche Verlangen nach einer Wertung von Außen nicht verschwunden.... Vielleicht sollte auch diese "Baustelle" mal Beachtung finden..

    Meine Beziehungsliste. Ich möchte es im Grund garnicht so bewerten.. weil es einfach Teile von meinem Leben, meiner Persönlichkeit und vor allem auch meiner Entwicklung waren und sind.
    Es ist aufjedenfall sicher zu sagen, dass ich auch schon bei meiner ersten Beziehung ein Problem mit dem Loslassen und eine riesige Verlustangst hatte, damals hab ich aber das Thema Beziehung und was alles damit zusammenhängt, noch nicht so ernst genommen, aber die Ängste waren auch damals schon groß. Ich hab mich an die Männer gefesselt, ich konnte nicht loslassen, auch wenn es offensichtlich war, dass es nicht mehr geht, auch wenn sie mich schlecht behandelten. Es gab starke verbale Abweisungen, Ignoranz, Resoektlosigkeit, wobei ich dazu sagen muss, dass dies nicht einfach so im Alltag so war sondern hauptsächlich schon nach der Trennung und meinen zwanghaften Versuchen, irgendwas aufrechtzuerhalten, was es nicht mehr gibt.
    Dennoch möcht ich die Schuld hierfür nicht ausschließlich bei mir sehen, da immer zwei Menschen an so einer BeziehungsTrennungsdynamik beteiligt sind. Es waren alles Beziehungen mit "den großen Gefühlen", den Extremen, der enormen Leidenschaft, großes Glück sowie große Wut und Trauer auf beiden Seiten.
    Mir ging es dann körperlich sowie psychisch sehr schlecht jedes Mal innerhalb und auch nach der Beziehung und ich dachte, ich könnte ohne diese Männer nicht. Ich habe mich beide Male damals wieder gefangen, aber es brauchte viel dazu.

    Erst heute im Laufe der Beziehung mit XY und meiner Arbeit an mir selbst habe ich Dinge realisiert, die Jahre zurückliegen. Gerade meine zweite der Extremen Beziehungen hat mich meiner Meinung nach mehr Kraft gekostet als die erste. Die Trennung liegt heute 5 Jahre zurück und erst innerhalb des letzten Jahres habe ich viele Dinge verstanden und klarer gesehen, die damals unklar waren für mich. Ich habe schon oft das Gefühl gehabt, mich bei diesem ExPartner entschuldigen zu wollen. Auch wenn er seinen Teil dazu beigetragen hat, so wurde mir doch klar, dass ER damals die Entscheidungen getroffen hat und den klaren Schlussstrich zog, obwohl ich völlig starr an ihm und unserer Beziehung festzuhalten versuchte. Er war damals irgendwann sehr hart und kalt und machte einen Cut, den ich dann auch akzeptierte irgendwann.
    Heute habe ich das Gefühl zu wissen, wie er sich gefühlt haben muss, denn er sagte mir Jahre später mal, dass es sehr schlimm für ihn gewesen war, diese Schritte so zu gehen, aber dass er es nicht anders hätte machen können.
    Wenngleich ich an meinem XY hänge, so fühle ich mich doch in der Entscheidungsrolle, jedenfalls in der Vergangenheit. Und manchmal sitze ich da und fühle und denke und mir wird klar, wie verquer ich damals war und wie dankbar ich meinem damaligen Partner eigentlich sein muss, dass er es damals beendet hat. Weil ich es niemals getan hätte.

    ...

    Und ob diese Verlustängste, dieser Zwang, Drang etwas aufrechtzuerhalten, was vorbei ist, dieses Festhalten und nicht loslassen können, etwas mit meinen Eltern zu tun hat. Es liegt ja eigentlich auf der Hand. Ob es nun wirklich daher rührt, weiß ich nicht. Ich war auch als Kind schon sehr fixiert auf Personen, an die ich mich gerne heftete und die loszulassen mich immer und immer wieder Kraft kostete.
    Meine erste Verliebtheit in der Grundschule ging nicht nur ein paar Monate, sie zog sich bis in die Sekundarstufe hinaus, so konnte ich auch hier nicht loslassen. Meine zweite "Liebe" dauerte ebenfalls mehrere Jahre, ohne dass ich mit dieser Person je zusammenkam. Zwischendurch waren da immer andere Interessen etc. Aber mein "Versprechen" galt immer nur einer Person und dem widmete ich mich in meinen Gedanken komplett.

    Diese Dinge sind sicherlich auch normal, zum Teil, aber wenn ich zurückdenke, dann ist es vielleicht wirklich so, dass ich einfach nie gelernt habe jemanden in Liebe loszulassen, weil meine Eltern es mir so eben vorgelebt haben, dass sich trennen und loslassen bedeutet, dass man sich dann hasst.

    Das alles niederzuschreiben, löst wirklich viele Gedanken bei mir aus.

    Vielen Dank fürs Lesen.

    Mit lieben Grüßen

    Miriel

    Hallo ihr Lieben,

    danke für eure Beiträge.

    Nys

    Ja, es ist wirklich so. Es beruhigt mich, es gibt mir irgendwie ein wenig "Halt", dass er wieder da ist. Aber genau das ist ja die Abhängigkeit, oder?

    Ja, meine eigenen Grenzen und meine Bedürfnisse sind mir wichtiger geworden als seine. Aber dennoch heißt das nicht unbedingt, dass Kontakt zu ihm das Beste ist. Sicherlich nicht. Ob nun richtig oder falsch, weiß ich nicht.
    Ein Flügelschlag in die Freiheit. Ich vermute fast, der einzige Weg in die wirklich Freiheit ist noch immer nur komplett ohne ihn.
    Ich fühle mich gerade nicht gefangen, und auch nicht belastet durch den Kontakt. Wobei es doch teilweise immer wieder Momente gibt, die ich sicher nicht hätte, wenn ich keinen Kontakt zum XY hätte.

    schnuffig

    Schön, dass du hier vorbeischaust :) Ich konnte deinen Eintrag nicht so richtig verknüpfen, habe nochmal nachgelesen, bei dir und bei mir, aber ich habe irgendwie nichts gefunden, was sich darauf bezieht, ob es schlecht oder gut ist noch mit Ex-Partnern zu schreiben oder Kontakt zu haben...

    Einen intensiven Kontakt, also regelmäßig und auch ab und zu zu skypen habe ich nur mit meinem XY.

    Ungefähr alle drei Monate schreibe ich mal eine E-Mail mit einem meiner Ex-Partner, bei dem ich mich auch sehr abhängig verhielt damals und er sich auch. Dieser Kontakt war aber lange Zeit komplett eingestellt und beschränkt sich nun auf diese eine E-Mail, in der entweder er oder ich mal fragt, wie es einem so geht, oder eben zu einem Anlass schreibt.


    Meine Jugendliebe, also mein allererster Freund (auch eine dramatische Beziehung mit Abhängigkeitsverhalten damals) meldet sich auch vier mal im Jahr, oder ich mich bei ihm, wenn wir in unserer Heimatstadt sind. Dann gehen wir gemeinsam Kaffee trinken und reden über alte Zeiten, das ist immer sehr schön und da ist auch nichts emotionales oder sexuelles dabei. Er ist heute noch immer mit der Frau zusammen, mit der er damals nach mir zusammenkam. Ich finde es einfach schön, dass wir es geschafft haben, den Kontakt so zu erhalten. Auch da gab es einen großen Cut und lange keinen Kontakt damals.

    Weiterhin hab ich noch zwei männliche Freunde/Bekannte, die ich ca. seit 10 Jahren kenne. Mit dem einen fahre ich ca. zweimal im Jahr auf irgendein Konzert, weil das so das ist, was wir beide gerne tun und wir haben den gleichen Musikgeschmack. Und mit dem anderen treffe ich mich wenn es hochkommt ein oder zweimal im Jahr, wenn ich zuhause bin für eine Stunde. Das sind solche "festen" Kontakte.

    So.. das war es auch schon. ;)

    Sollte mir das zu denken geben? Also ich hab eigentlich nicht das Gefühl, dass das übertrieben wäre... Lieg ich da vielleicht falsch? Ich hatte immer viele Kontakte, auch zu Männern, die freundschaftlich waren. Ich war früher unglaublich gesellig, im Gegensatz zu heute und hatte unglaublich viele "Bekannte".. Die "wichtigsten" oder eben die, die auch Wert darauf legen, sind eben übrig geblieben. Die, bei denen der Kontakt eben von beiden Seiten genau so wie er ist, gewollt ist. Also auch bei den beiden Ex-Partnern, da gibt es weder Erwartungen noch irgendwelche Gefühlsgespräche oder Sonstiges. Das ist einfach ok, wenn man sich schreibt und wenn nicht (und das kann auch mal ein Jahr sein), dann ist es auch ok.

    Du hast nach dem Warum gefragt. Das ist eine gute Frage. Also, ich denke, mit diesen vier Personen habe ich Kontakt, weil sie diesen Kontakt in der gleichen Art wollen, wie ich und weil uns eben etwas verbindet. Erinnerungen, Erlebnisse, und natürlich auch die damaligen Gefühle und was alles damit zusammehing.

    Die Verbindung ist glaube ich für mich der Grund. Für mich ist es einfach schön, mit einer Person, die mir einmal sehr nahe stand, frei und gelassen sprechen zu können. Ich war schon immer der Meinung ,dass ich es schade finde, wenn man im Schlechten auseinander geht mit Menschen, denen man sich mal so nahe gefühlt hat. Und deshalb war es mir wohl immer ein Anliegen, das so nicht zu haben.

    Meine Eltern z.B. reden bis heute kein Wort mehr miteinander und mein Vater hasst meine Mutter, und das tut er wirklich und äußert er auch verbal. Für mich ist das unvorstellbar und ich sehe es als Geschenk an, es anders zu haben. Und vielleicht bin ich natürlich aber auch davon sehr geprägt und konnte und wollte es nie ertragen, bin meinen Ex-Partnern im Krieg zu sein. Und die anderen beiden Personen würde ich schlichtweg als Freunde aus meiner Jugendzeit bezeichnen.


    So, jetzt hab ich das mal zusammengeschrieben, jetzt darfst du gerne was dazu sagen :)


    sarawen

    Vielen Dank für deinen Eintrag.. Ja, dich lese ich hier nur noch selten, umso mehr freut es mich :)

    Ja, es ist schwer zu gehen, aber du hast es geschafft - für dich! Und es war die Entscheidung, die dir dazu verhalf, sich wieder zu finden. Den Schlussstrich, also den richtigen Schlussstrich zu ziehen, das ist sehr schwierig. Ich musste realisieren, dass ich es noch immer nicht getan habe. Obwohl ich einen kompletten Kontaktabbruch veranlasst und auch durchgezogen hatte, ich war auch in der Kontaktstille nie ganz frei. Und nun ist der Kontakt wieder da und ich muss schauen, ob das alles so in mein Leben passt und ich das will oder nicht. Aber ich kann nicht sagen, dass alles umsonst war oder ich wieder um ein Jahr zurückgeworfen bin, weil ich nun wieder Kontakt habe. Ich bin noch immer co-abhängig. Denke ich.

    Aber ich habe gelernt, meine Grenzen zu spüren und auch zu verbalisieren. Ich habe gelernt, dass es das Wichtigste ist, mich um MICH zu kümmern und auf MICH zu schauen und für Mich zu sorgen und ihm Seins zu lassen. Und es geht mir ganz gut gerade damit, ich lebe mein Leben und der Kontakt zu XY schränkt mich nicht ein, wenngleich es natürlich im Kontakt mit ihm auch Momente gibt, die mich belasten. Und in diesen Momenten da spüre ich ganz deutlich meine Grenzen und weiß, dass an dieser Stelle der Kontakt eben zu viel ist.

    Und klar, da sitzt ständig was auf meiner Schulter, das mir sagt "Miriel, was bringt dir der Kontakt? Warum tust du das? Eigentlich solltest du den Kontakt wieder abbrechen!" Und so weiter...

    Und ich weiß nicht, ob es das Beste ist, was ich gerade tue. Aber es fühlt sich nicht total falsch an. Und deshalb will ich es nicht verdammen.

    Es ist wie es ist. Der Mann ist mir wichtig. Da sind Gefühle. Ob er was unternimmt wg seiner Sucht, ich weiß es nicht. Ich kriege es weder mit, noch frage ich ihn. Er redet nicht darüber. Und ich erzwinge keine Gespräche darüber. Und das geht eben so lange gut, bis ich vielleicht davon belastet bin, dass er nichts dazu sagt. Und natürlich beschäftigt es mich und ich frage mich manchmal, ob er trinkt, oder eben nicht.
    Und dann komme ich immer wieder zu dem Schluss - es ist seins und ich habe meins und damit habe ich genug zu tun. Und es funktioniert gut.

    Aber dann gibt es natürlich Menschen um mich herum, die mitbekomemn, dass wir wieder Kontakt haben und die sagen:

    "Du machst dir doch was vor, ihr macht euch was vor! Der hat doch nichts geändert, er trinkt doch immernoch! Das ist doch eine einzige Lüge! "

    Und dann frage ich mich: Ist es eine Lüge, gute Gespräche mit dem Mann zu führen, der mir sehr viel Wert ist, mich auszutauschen und Dinge zu teilen?

    Die Lüge ist ja die: Ich habe ein Wort-Paket in meinem Kopf zusammengestellt, das so ungefähr lautet

    "Miriel, ich bin Alkoholiker, ich möchte aufhören zu trinken und tue ...., und gehe zu .... und mache ..... und werde .... und will trocken bleiben und sehe alles ein und ... "

    Dieses WortPaket ist das, was ich gerne von ihm hätte, um mich besser zu fühlen. Aber ich frage mich, ob es wirklich etwas ändern würde. Aber vielleicht mache ich mir wirklich was vor. Er hat es einmal gemacht letztes Jahr, dass er mir sagte, er will aufhören zu trinken, er war am Boden zerstört und fest entschlossen, er erzählte seiner Mutter davon, etc. Und er ist hart gescheitert.

    Ich bin inzwischen so weit, dass ich diese Worte garnicht mehr hören will. Ich würde mich für ihn wirklich freuen, wenn er sein Leben so lebt, dass es ihm gut geht und ich würde ihm wünschen, dass es ein Leben ohne Alkohol ist.

    Aber ich habe das nicht in der Hand und es ist auch nichts besser, wenn er mir oben genannte Worte auf dem Silbertablett serviert.

    Aber wie gesagt, vielleicht mache ich mir wirklich etwas vor. Ich gebe mich zufrieden, mit einem guten Kontakt. Der Alkohol schwebt oft für mich in der Luft, also die Fragen über sein Trinkverhalten etc. Aber ich sage mir immer wieder, dass es allein seine Entscheidung ist, was damit tut und was nicht. Ich genieße die guten Gespräche sehr. Und ja, auch manchmal thematisiere ich Alkohol, und das nicht zu wenig. Es kam einmal vor, dass ich sehr deprimiert nach Hause kam, weil ich durch Massen von alkoholisierten Menschen gelaufen war, die zu einem Festival strömten. Das hatte mich sehr runtergezogen. An diesem Abend hatte er sich bei mir gemeldet und wir skypten noch. Ich war sehr unter Spannung und hatte das Gefühl, er könnte vielleicht was getrunken haben. Ich habe das dann auch ausgesprochen, er hörte sich aber weder betrunken an, noch hatte ich Anlass ihn deshalb anzuschuldigen. Er redete sehr ruhig mit mir und er versuchte auf eine sehr schöne Art und Weise herauszufinden, warum ich gerade so extrem reagierte. Im Verlauf des Gesprächs erzählte ich ihm von meiner Situation mit den alkoholisierten Leuten und dass das in mir vieles ausgelöst hatte. Er zeigte ziemlich großes Verständnis, obwohl ich mir sicher bin, dass ihn das in dieser Situation verletzt hat (jetzt wo ich das schreibe, denke ich, er könnte auch nur Verständnis zeigen aus taktischen Gründen!?!?!?!?! )
    Er hatte eben wirklich nichts getrunken und es war meinerseits etwas, dass nur in meinem Kopf stattgefunden hatte.

    Wie er reagierte in diesem Moment, es war eben genau richtig, er flippte nicht aus, noch machte er mir Vorwürfe, dass ich spinne oder Sonstiges. Er war einfach da und redete mit mir über das, was ich fühlte. Wir redeten an dem Abend viel, darüber, dass die Dinge, die passiert sind, traumatisierend sind (für beide) und dass diese Erinnerungen da sind.

    Solch eine Situation ist nicht wieder passiert und ich weiß auch, dass ich meine Gefühle und meine Baustelle nicht auf ihm abladen kann. Aber klar, hängt diese Alkoholbaustelle ja mit ihm zusammen. Inwiefern es dann aber sinnvoll ist, darüber gemeinsam zu reden, das weiß ich nicht. Aber es tat an diesem Abend gut und half mir, mich zu beruhigen.

    Aber klar ist mir auch, hätte ich nicht den Kontakt zu ihm, wäre diese Situation so nicht entstanden. Auch wenn immer wieder Situationen mit alkoholisierten Menschen in der Öffentlichkeit bei mir sehr negative Gefühle auslösen.
    Aber ich möchte natürlich nicht, dass er wieder Mittelpunkt wird, um den ich mich kreise. Und das ist er nicht.

    Ist es so abwegig, dass der Kontakt zu XY gerade ein guter ist und ich nicht das Gefühl habe, es sei falsch?

    Vielen Dank fürs Lesen.

    Mit herzlichen Grüßen

    Miriel