Beiträge von inbetween

    Zitat von schnuffig

    die meisten werden sich halt bei dem was ich mache denken, dass sie das auch können.

    Lass sie denken, sie wissen nicht, wie der Kirchturm steht. :wink:

    Ich glaube, viele Menschen haben tatsächlich Angst davor, sich lächerlich zu machen, oder vor dem, was sie da über sich selbst herausfinden könnten, wenn sie kreativ sind oder sich einfach mal unkontrolliert in eine Situation hineinbegeben, in der alles möglich ist (z.B. Theater).
    Schade für sie!
    Aber davon musst du dich doch nicht abhalten lassen?
    Ist doch nicht wichtig, ob sie das, was du tust, wirklich (an-)erkennen und wertschätzen und sich mit dir daran erfreuen können.

    Was ich nicht ganz verstehe, ist, warum dir das so zu schaffen macht - bzw. ich habe schon verstanden, dass dir ein Mensch fehlt, mit dem du Kreativität auf Augenhöhe teilen kannst. Aber dafür können die Ängstlichen, die dich abhalten wollen, ja nur indirekt was. Auf die musst du ja nicht warten, wenn du nicht willst. Oder? :wink:

    Hey schnuffig,

    befremdet es dich, dass die anderen Menschen nicht wie du alles lieber selbst machen, sondern lieber mit einem anderen zusammen, oder dass du das Gefühl hast, sie benutzen dich als Zugpferd - und dabei geht es nicht um dich als Person, sondern um die Funktion, die du dabei übernimmst?
    Da wäre ich auch befremdet!

    Es gibt für mich aber nix Schöneres, als tatsächlich mit anderen kreativ zu sein - aber nicht in dem Sinne, dass ich andere mitziehe, sondern eher so wie bei einer Jazz-Impro - jeder übernimmt mal, ohne dass die anderen unwichtig werden.
    Oder im Theater: der Diener macht den König zum König.
    Kon-Genialität :)

    Viele Grüße
    Lea

    "Gewalt" hat ja viele Gesichter. Mir sind bei der Beschäftigung mit der Double-Bind-Theorie bzw. Doppelbindungstheorie ein paar Lichter aufgegangen.
    Kurz gefasst sind das widersprüchliche Anforderungen, Aufforderungen etc., die niemals gleichzeitig erfüllbar sind und .
    Meine Mutter macht so etwas gern - und auch in der Beziehung mit meinem XY gab es davon reichlich.
    Man muss vielleicht nicht gleich schizophren davon werden - aber es hält einen erstmal eine Weile im Hamsterrad ...

    Liebe Lindi, vielen Dank für deine Antwort, das hilft mir gerade sehr beim Sortieren.
    Ich werde es wohl so machen müssen, dass ich mich erst mal zurückziehe ... auch wenn ich mich vielleicht ab und an dabei hartherzig fühle.
    Ich kann und will einfach nicht dabei hilflos zusehen müssen, was da passieren wird - es kommt mir vor wie ein einziger irrer Kamikazeflug.
    Ich kenne diese Freundin von einem gemeinsamen Hobby her - das wäre also auch weiterhin ein Berührungspunkt, wenn sie nicht in letzter Zeit auch noch extrem unzuverlässig geworden wäre (ohne ins Detail gehen zu wollen, ist das bei diesem Hobby wichtig). Und auch beim Job scheint sie gerade einiges so schleifen zu lassen, dass es auffällt. Kurz: lange wird es nicht mehr dauern, bis sie sich überall ins Off geschossen hat ... :(
    Selbst ich habe in meinen "besten" Zeiten nicht so eine Selbstgefährdung betrieben. Es ist schlimm, da zusehen zu müssen.

    Aber es stimmt: sie ist erwachsen und ich auch.
    Und jeder Mensch muss, so schmerzhaft sie sind, seine Erfahrungen selbst machen.

    Danke, Lindi :!:

    Vielen Dank für Eure Antworten, Aurora und Lindi.

    Tja, woran zweifele ich - mein Bauch gibt mir klare Ansagen, zweifeln lässt mich also vielleicht gerade mein eigener Anspruch, für eine Freundin in einer solchen Situation "da" sein zu wollen (was auch immer das dann genau heißt - das versuche ich gerade zu definieren).

    Fakt ist, dass es im Moment relativ sinnlos ist, an ihren Verstand zu appellieren und ihr von meinen eigenen Erfahrungen zu berichten - sie ist dann kurz einsichtig und zwei Minuten später verabredet sie sich!
    Ich finde es extrem krass, das einmal so von außen mitzubekommen, diesen "Wahnsinn", nenne ich es jetzt mal ... das Forum hier habe ich ihr empfohlen, aber vom Tiefpunkt ist sie meilenweit entfernt, die Verliebtheit lässt sie alles andere ausblenden.
    Das ist beängstigend.

    @ Lindi: eine "Taschentuchfreundin" ist sie nicht, ich kannte sie damals noch nicht. -
    Was ich gerade so absurd finde von außen zu beobachten (obwohl ich es ja von mir selbst kenne!) ist, dass sie genau merkt, dass etwas grundlegend falsch läuft - aber sie kann die Konsequenz nicht ziehen!! Das ist wohl Sucht.

    Ich sehe halt gerade keinen Sinn darin, mit ihr zu reden - ich möchte aber auch nicht das Jammern hinterher anhören (und auch nicht sagen "siehste ...").

    Ich fühle mich halt etwa kalt und herzlos gerade (Stichwort Jammern), aber vielleicht hilft ihr das schneller zum Tiefpunkt?

    Jedenfalls fallen bei mir gerade noch einmal so viele Groschen, dass ich mir ein Denkmal draus bauen kann ... :?

    ... edit ...

    Ich habe gerade ein Problem.
    Eine gute Freundin von mir ist gerade auf dem besten Weg in eine Beziehung mit einem cholerischen Alkoholiker.
    Die ersten Übergriffe haben schon stattgefunden, sie entschuldigt ihn, er habe Stress, usw. usw.
    Es gibt immer wieder Situationen, in denen sie Angst vor ihm hat, dann ruft sie mich an und fragt mich, was sie machen soll - ich sage ihr dann, das muss sie selbst entscheiden, versuche ihr die unguten Situationen vor Augen zu führen ... vergeblich.
    Heute habe ich ihr gesagt, sie soll mich mit dem Thema in Ruhe lassen.
    Mein Bauch sagt mir, das war richtig - hier im Forum kann ich auf Fragen antworten, bei der Freundin bin ich zu nah dran. Ich will das Elend einfach nicht aus der Nähe miterleben. :roll:

    Kennt Ihr das?

    Viele liebe Grüße
    Lea

    edit Martin, bitte keine Zitate einstellen, danke

    Auch für die "andere Seite" ist es angenehmer "ohne" - selten so blöde und geschmacklose Anmachen erlebt wie unter dem Einfluss bzw. den Nachwirkungen des "Vatertags" ... erst gestern wieder. No thanks.

    Liebe Herze,

    ich kann nur von mir sprechen - ich glaube, diese Sehnsucht, anderen zu sagen, dass alles gut ist, dass wir sie annehmen, wie sie sind, ist eigentlich Ausdruck der eigenen tiefen Sehnsucht, selbst angenommen zu werden, wie man ist. Ich versuche also einem anderen das Gefühl zu schenken, das ich mir selbst sehnlichst wünsche.

    Gleichzeitig scheine zumindest ich aber vor der zumindest teilweisen Erfüllung dieser Sehnsucht (denn ein Mensch müsste schon ein gottähnliches Wesen sein, wenn er mich immer so annehmen könnte, wie ich bin) eine ungeheure Angst zu haben - denn sonst hätte ich mir doch nicht genau solch einen Menschen ausgesucht, der dazu am wenigsten in der Lage ist ...

    Woher kommt diese Sehnsucht? Wer weiß, vielleicht aus einem Defizit in der Kindheit, vielleicht einfach aber auch aus einem Kindheitstraum, aus geheimen Versprechen, wie das Leben sein sollte oder könnte.
    Peaches and Cream.

    Die Erfüllung der Sehnsucht eines unbedingten Angenommenseins suche ich nicht mehr - und wenn das Gefühl kommt, dann versuche ich mit mir allein zu sein, um mir bewusst zu werden, dass es meine Sehnsucht ist und mich um mich selbst zu kümmern.

    Ich glaube, manche Sehnsüchte machen unglücklich.

    Sei gut zu dir selbst, Herze.

    Viele liebe Grüße
    Lea

    Liebe Aiko,

    bei mir hat es viele, viele Anläufe bzw. Enttäuschungen gebraucht, bis ich für mich sagen konnte - ich gebe die Hoffnung auf. Und selbst jetzt tut es noch manchmal weh.
    Wie es bei dir/Euch sein wird, kann sicher niemand vorhersagen.

    Aber sorge bitte gut für dich und Eure kleine Tochter. Es klingt nicht schön, wenn du beschreibst, dass du dich aus Angst vor der schlechten Laune eines anderen Menschen am liebsten unsichtbar machen willst ...

    Viel Kraft und Sichtbarkeit wünscht dir
    Lea

    Liebe Lindi,

    was hindert dich daran, dich mal für eine Zeit nur auf dich selbst zu verlassen und zu sehen, was dabei herauskommt? Ist doch egal, wer dabei zuschaut. Es geht doch um dich.
    Denn so richtig wohl fühlst du dich in der Ecke auch nicht, wenn ich das richtig verstehe?
    Vertsteck dich nicht.

    Ich war nach der Schule ein Jahr im Ausland - so weit weg wie möglich von zuhause. Das war einerseits gut: ich war weit weg von allem und fühlte mich außerdem, als hätte ich eine Tarnkappe auf - das fing schon mit dem Sprechen und Leben in einer Fremdsprache an, dadurch bekam ich eine gewisse Distanz zu mir selbst und zu den Verhältnissen zuhause.
    Geschärft hat das meinen Blick und auch mein Selbstbewusstsein. Aber irgendwann wusste ich, dass ich die tiefer liegenden Probleme so nicht lösen werde und bin zurück und habe mich und andere mit mir konfrontiert. War nicht immer einfach, aber es ging alles gut ;)

    Eigentlich würde dich doch auch nichts daran hindern, dir in Spanien eine neue, unabhängige Existenz aufzubauen, wenn du wirklich sagst, Spanien ist dein Land und du willst dort nicht weg.

    Aber - das klingt aus dem was du schreibst nicht heraus. Sondern eher, dass du nach einem Anker suchst, mit dem du dein Boot irgendwo festmachen kannst. Aber das Ankern auf hoher See stelle ich mir nur bedingt schön vor ...
    Und: Während du den Anker suchst, ist dein Boot ein Spielball der Wellen.
    Du kannst aber auch die Segel setzen, Landkarten lesen - und dann den Punkt ansteuern, den du möchtest. Vielleicht findest du nicht auf Anhieb das Paradies - aber du kannst segeln, das heißt im Zweifel auch weitersegeln; den Kurs bestimmst du, egal wer zuschaut.

    Viele liebe Grüße
    Lea

    Ich habe auch Fristen gesetzt, Druck ausgeübt, dann wieder versucht Verständnis zu zeigen, nüchterne Tage mit schönen Unternehmungen zu "belohnen". Schlimm.
    Mein Ex-Partner hat Streit angefangen, um ungestört trinken zu können und mir öfter das gesagt, was ich gerne hören wollte.

    Ja, contemplation, es wird viel Porzellan zerschlagen in dieser Zeit. Was mich an deinem Post etwas nachdenklich macht: warum meinst du, deine Freundin wäre der "Verlierer", wenn die Beziehung auseinandergeht? Wenn du nichts mehr zu verlieren bzw. bei ihr nichts mehr "verloren" hast nach deinem Gefühl, dann trenne dich - das klingt zwar härter als "gehen lassen", aber mir persönlich wäre das lieber, als man hält die Beziehung aufrecht, damit der andere kein "Verlierer" ist.

    Mit vielen Grüßen
    Lea

    Oldie, warum Nick ändern?
    Klar, Hiob musste eine Menge ertragen - aber am Ende ging's nur noch bergauf und es ging ihm doppelt so gut wie vor den Katastrophen. ;)

    Hiob, ich freue mich sehr zu lesen, dass sich die Wellen so geglättet haben und dass vor allem auch deine beiden Töchter alles so gut überstanden haben.

    Das mit dem Hausverkauf wird auch noch, wirst sehen. :arrow::!:

    Liebe Miriel,

    ich denke, ja, das Auf-und-ab ist normal. - Und auch, dass es einen verunsichert, wenn man bei anderen liest: es gab doch einen Weg.
    Nur: den gibt es ausschließlich dann, wenn auch XY sich bewegt. Das hat er bei dir nicht. Und auch bei mir nicht.
    Irgendwann konnte und wollte ich nicht mehr darauf warten, ich habe so lange gewartet, war mal mehr, mal weniger geduldig.
    Aber mein Leben ist jetzt. Ich möchte es nicht damit verbringen mir zu überlegen, in welchem Zustand ich meinen "Partner" zuhause antreffe. Ich hatte keine Lust mehr auf die Unzuverlässigkeit, die Beleidigungen ... usw.
    Und weißt du - natürlich habe ich auch manchmal Sehnsucht, auch jetzt noch. Aber die hatte ich auch, als wir noch pro forma ein Paar waren ... und sogar stärker. Und ich habe mich noch nie von einem Menschen so enttäuscht und allein gelassen gefühlt.

    Du bist jetzt frei, dir zu überlegen, was du mit deinem Leben tun willst. Freiheit ist nicht immer nur schön. Sie verlangt Entscheidungen ab, sie verunsichert manchmal, wenn sich mehrere Wege auftun. - Aber ich finde sie herrlich.

    Liebe Grüße
    Lea

    Ich persönlich kann mit abwertenden Aussagen auch nichts anfangen. Bei mir hat es sehr geholfen, wenn auf meine "eiernden" Beiträge gar nicht reagiert wurde - beim Wiederlesen dieser Beiträge habe ich mir dann selbst oft genug an den Kopf gefasst.
    Aber so verschieden jede/r ist, so verschieden ist sicher auch das, was im Einzelfall zum Durchbruch verhilft.

    Was mir allerdings noch weniger gut gefällt, ist das Stellen von Diagnosen, die dann auch noch zur Abwertung einer Person herangezogen werden. Mal abgesehen davon, dass Ferndiagnosen ohnehin problematisch sind, ist ein DSM oder ein ICD nicht die Bibel.

    Allen einen schönen Sonntag :)

    Hey Lindi, gerne geschehen, auch wenn's am eigentlichen Problem ja nichts ändert. :wink:

    Hast du denn "nur" Angst vor dem Ungewissen?
    Hatte ich damals auch, als ich nicht wusste, wie es nach dem Studium berufsmäßig weitergehen sollte.

    Was ist denn Deutschland und das, was dich hier erwartet für dich? Das kleinere von zwei Übeln?
    Hast du das nötig? Was willst du selbst denn gerne? (Ich weiß, diese Frage ist nicht leicht zu beantworten ... )

    Hallo Lindi,

    ich habe das nicht en Detail verfolgt mit deinem Pferd, aber ich habe vorhin mit einer Freundin gesprochen, die selbst Pferde hat.
    Kannst du nicht einfach jemanden aus Deutschland dein Pferd pro forma kaufen und bei der FN anmelden und einen (grünen?) Pass ausstellen lassen? Dann müsstest du es doch ganz legal ausführen dürfen? Sie meinte, Abstammung spielt da keine Rolle, Pferd muss nur gechipt sein. Und für die Ausfuhr brauchst du dann evtl. ein Gutachten vom Vet.
    Ich kenne mich zwar nicht aus, aber in meinen Augen machte das Sinn, zumal, wenn man sich überlegt, wie viele Schlachtpferde täglich quer durch Europa transportiert werden.
    Nur so eine Idee.

    P.S.: Ich weiß nicht, ob ich richtig verstanden habe, was du eigentlich nicht willst - nimmst du dein Pfed gerade als Ausrede, auf deinen gepackten Koffern sitzen bleiben zu können? :wink:

    Hallo Lindi,
    ich habe nochmal für mich sortiert und schreibe dir ausführlicher auf, an welchem Punkt bei mir die Veränderung kam - denn es kam nicht alles auf einmal und über Nacht, und es gab verschiedene Auslöser für die "Aufschieberitis".

    Ich habe damals zuerst ein Fach studiert, von dem meine Eltern zwar sehr begeistert waren, ich selbst aber nur mäßig. Da hat es wirklich angefangen, mit dem "Spiel", nenne ich es mal, ob es mit minimalem Einsatz funktioniert. Es hat, aber irgendwann kam der Punkt, an dem ich gegen großen Widerstand das Fach gewechselt habe, weil ich gemerkt habe: das will ich eigentlich nicht. So weit, so gut.

    Das "Spiel" hatte sich da aber schon verselbstständigt, und ich habe das im neuen Fach auch so gemacht, bis ich gemerkt habe, dass mich das enorm stresst - da hat es das erste Mal richtig "klick" gemacht, und ich habe mich anders organisiert und es wurde viel besser.

    Das nächste Mal hatte ich eine Phase kurz vor dem Abschluss - da lag es rückblickend daran, dass meine (berufliche) Zukunft völlig in der Schwebe war (d.h., ich wusste nicht wirklich, was ich machen will) und ich das Ende eigentlich noch hinauszögern wollte.
    Dann hat sich ohne mein aktives Zutun etwas ergeben und ich konnte das Studium gut zu Ende bringen.

    Der größte "Durchbruch" kam aber erst vor ein paar Jahren, als mir klar wurde, dass der damalige berufliche Weg, der mir zugefallen war, eine Sackgasse werden würde.
    Und da habe ich wirklich überlegt, was ich machen will und dieses Ziel dann auch verfolgt. Da drohte das alte Muster dann wieder zu kommen, diesmal aus Angst, Fehler zu machen und meinen Berufswunsch nicht umsetzen zu können, weil mir wirklich sehr viel daran lag. An dem Punkt habe ich mir sehr lange und intenisv einen Plan B überlegt, falls es nicht klappt - und dann alles gegeben, was mir möglich war und versucht, aus den Fehlern, die ich natürlich gemacht habe, zu lernen - und seitdem "flutscht" es, das ist ein tolles Gefühl.


    Ich stelle dir einfach mal eine Frage, die mir beim Lesen deiner Beiträge gekommen ist:
    Wenn du wüsstest, du hättest bis an dein Lebensende genügend Geld (Erbschaft, etc.), soviel du brauchst: wie würdest du leben wollen?