Hallo Lindi,
ich habe nochmal für mich sortiert und schreibe dir ausführlicher auf, an welchem Punkt bei mir die Veränderung kam - denn es kam nicht alles auf einmal und über Nacht, und es gab verschiedene Auslöser für die "Aufschieberitis".
Ich habe damals zuerst ein Fach studiert, von dem meine Eltern zwar sehr begeistert waren, ich selbst aber nur mäßig. Da hat es wirklich angefangen, mit dem "Spiel", nenne ich es mal, ob es mit minimalem Einsatz funktioniert. Es hat, aber irgendwann kam der Punkt, an dem ich gegen großen Widerstand das Fach gewechselt habe, weil ich gemerkt habe: das will ich eigentlich nicht. So weit, so gut.
Das "Spiel" hatte sich da aber schon verselbstständigt, und ich habe das im neuen Fach auch so gemacht, bis ich gemerkt habe, dass mich das enorm stresst - da hat es das erste Mal richtig "klick" gemacht, und ich habe mich anders organisiert und es wurde viel besser.
Das nächste Mal hatte ich eine Phase kurz vor dem Abschluss - da lag es rückblickend daran, dass meine (berufliche) Zukunft völlig in der Schwebe war (d.h., ich wusste nicht wirklich, was ich machen will) und ich das Ende eigentlich noch hinauszögern wollte.
Dann hat sich ohne mein aktives Zutun etwas ergeben und ich konnte das Studium gut zu Ende bringen.
Der größte "Durchbruch" kam aber erst vor ein paar Jahren, als mir klar wurde, dass der damalige berufliche Weg, der mir zugefallen war, eine Sackgasse werden würde.
Und da habe ich wirklich überlegt, was ich machen will und dieses Ziel dann auch verfolgt. Da drohte das alte Muster dann wieder zu kommen, diesmal aus Angst, Fehler zu machen und meinen Berufswunsch nicht umsetzen zu können, weil mir wirklich sehr viel daran lag. An dem Punkt habe ich mir sehr lange und intenisv einen Plan B überlegt, falls es nicht klappt - und dann alles gegeben, was mir möglich war und versucht, aus den Fehlern, die ich natürlich gemacht habe, zu lernen - und seitdem "flutscht" es, das ist ein tolles Gefühl.
Ich stelle dir einfach mal eine Frage, die mir beim Lesen deiner Beiträge gekommen ist:
Wenn du wüsstest, du hättest bis an dein Lebensende genügend Geld (Erbschaft, etc.), soviel du brauchst: wie würdest du leben wollen?