Liebe MaryLou,
es tut gut, dass du mich da verstehst. Heute abend ist es ganz schlimm.
Ich bin hundemüde vom Heulen.
Zum Glück weiß ich, dass es morgen schon wieder besser sein wird.
Gute Nacht und danke.
Lea
Beiträge von inbetween
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Ich bin gerade unglaublich traurig. Loslassen tut weh.



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Ich habe in den letzten Tagen ziemlich viel darüber nachgedacht, wie Risikominimierung bei COs aussehen könnte.
Bei mir persönlich ist die CO-Abhängigkeit stark an die Paarbeziehung gebunden. Alleine komme ich gut zurecht, kleiner, aber feiner Freundeskreis, ich bin auch gern mit mir allein, aber irgendwann kommt dann doch der Punkt, dass ich mich nach einem festen Partner sehne.
Wenn ich mir meine letzten 4 Beziehungen anschaue, hatten alle ein CO-Element, obwohl nur bei der letzten Alkohol im Spiel war und es da dann besonders deutlich zutage getreten ist.
Nach jeder Beziehung habe ich gedacht: jetzt habe ich begriffen, was ich NICHT mehr will – und durch die „Hintertür“ kamen dann doch wieder die alten Probleme und Gefühle herein.Daher meine Frage: geht es mit diesen „Rückfällen“ nur mir so, oder kennen andere das auch?
Und bei denjenigen, die nach der Trennung eine andere Art von Partnerschaft erlebt haben: was war der „Schlüssel“?Danke für Eure Antworten!
Lea
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Hallo Miriel,
das klingt wirklich nach einem sehr schönen Tag!
Achte einfach auf dich. Wenn dir was zuviel wird oder du merkst, deine Knöpfe werden gedrückt und du springst an, Gespräch abbrechen.
Und - du MUSST auch später nicht drangehen, wenn deine Stimmung nicht danach ist.Liebe Grüße,
Lea -
Liebe Herze,
auch von mir herzlich willkommen - wir sitzen gerade beide in einem ähnlichen Boot.
Mit ist, seit ich hier schreibe, schon einiges klarer geworden, ich hoffe, auch für dich ist viel Hilfe hier im Forum.
Was ich aus deinen Zeilen herausgelesen habe, ist vor allem, dass du oft das Gefühl hast, deine Wünsche an ihn sind unverhältnismäßig groß. Ich würde sagen, ja und nein. Verstanden werden, respektiert werden, geliebt werden - das sind sicher keine utopischen Wünsche. - Aber ich glaube tatsächlich, dass er sie angesichts der vielen Baustellen auch in absehbarer Zeit nicht wird erfüllen können. Und weil das so ist (einfach aufgrund der Situation, dass er am meisten mit sich selbst zu tun hat), wird es auch in absehbarer Zeit kein Gleichgewicht von Geben und Nehmen bei Euch geben können.Ich kann dir aus eigener Erfahrung sagen, die Entscheidung ist nicht einfach, aber du hast die Möglichkeit:
- (vielleicht dein Leben lang) zu warten, dass er endlich dazu in der Lage ist, dir das zu geben, was du dir wünschst, oder
- du ziehst einen Schlussstrich und verwirklichst eine Partnerschaft mit jemandem, der dazu in der Lage ist.Wenn du die Befürchtung hast, deine Wünsche sind unverhältnismäßig und ebenfalls "untauglich" für eine Partnerschaft auf Augenhöhe (kurz, wenn du meinst, zur CO-Abhängigkeit zu neigen), dann such dir professionelle Hilfe, ganz unabhängig davon, was dein Partner macht oder nicht macht.
Erhole dich gut zuhause! Und überlege dir, ob du nicht vielleicht in eine eigene kleine Wohnung oder zumindest in eine WG ziehen könntest, solange deine Gefühlslage noch nicht geklärt und die Situation deines Partners in der Schwebe ist.
Und - versuche, zwischendurch einfach mal "locker" zu lassen. An andere Dinge zu denken, es dir schön zu machen, abzuschalten.
Wenn die Gefühle kommen, lass sie kommen und gehen. Es sind starke Gefühle, aber eben auch "nur" Gefühle.Ich wünsche dir viel Kraft!
Lea -
Beim Fechten: auch kein Alk.
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Vielleicht noch ein Paar etwas abseiteige Positivbeispiele für meine Erfahrung mit Sport und Alkohol:
im Ballett hat Alk nie einer Rolle gespielt beim Schach (gilt ja auch als Sport, oder? auch nicht.
Bei den Reitern konnte man was trinken oder es auch lassen, da gab es für mein Empfinden keinen Gruppenzwang. -
P.S.: Aber ich glaube, meine Beiträge haben ein bisschen vom eigentlichen Thema weggeführt.
Um mal wieder dorthin zurückzukommen:
Ich habe das Vereinsleben ebenfalls als ziemlich alkohollastig empfunden, und zwar sowohl in Bezug auf Volleyball als auch in Bezug auf Leichtathletik.
Wenn wir da mit dem Bus am WE zu Wettkämpfen gefahren sind, wurden auf der Rückfahrt die Flaschen rumgereicht.
Mit ein Grund, warum ich das nicht lange gemacht habe. -
Liebe Marion,
gern geschehen. Ja, Erziehung zu einem selbstbestimmten, freien und zufriedenen Leben - das ist eine Herausforderung. Die Balance zwischen Orientierung geben und eigene Erfahrungen machen lassen finden - in Konflikten standhalten - Anderssein akzeptieren. Einfach ist das nicht.
Ich rechne es meinen Eltern hoch an, dass den Konflikt mit mir nicht gescheut und sich immer mit mir auseinandegesetzt haben. Damals fand ich das nicht toll, klar. Aber sie hatten ein ehrliches Interesse an mir, auch wenn sie mich nicht immer verstanden haben in allem, was ich so denke und fühle.
Ob Vorleben allein reicht? Ich weiß es nicht. Am Anfang bestimmt. Aber es ist ja oft so, dass in der Pubertät gerade Dinge ausprobiert werden, die mit dem elterlichen Vorbild so gar nichts zu tun haben, bloß um sich abzugrenzen.
Ich denke, was ganz wichtig ist: den Kindern die schönen Dinge des Lebens zu zeigen und diese schätzen zu lehren. Bei mir war es z.B. die Musik.
Klar, ich bin trotzdem CO - aber ich habe damit eine Möglichkeit, zu meinen Gefühlen, egal in welcher Situation, in Kontakt zu kommen.
Das war für mich sehr wichtig.
Aber ich glaube, ein Patentrezept gibt's für Erziehung nicht, denn jedes Kind ist anders.Liebe Grüße
Lea -
Ja, das verstehe ich, was du meinst. Aber sei nicht für ihn, für sein Trockenwerden stark und konsequent, sondern für dich selbst.
- Wie er das ganz sieht oder empfindet, das ist seine Sache. Welche Konsequenzen er daraus zieht, auch.
Und wenn du doch noch mal ans Telefon gehst, dann mache dir keine Vorwürfe. Ich glaube nicht, dass der echte Wille, nicht zu trinken, davon beeinflusst wird.
Ich habe aus den gleichen Überlegungen heraus auch einige Male unter Aufbietung meiner ganzen Kraft den Kontakt abgebrochen. Den Schritt zur Therapie hat er in einer ganz anderen Situation gemacht.
Diesmal ist es bei mir anders. Keinen Kontakt zu ihm zu haben, ist diesmal nicht mit Anstrengung verbunden, sondern mit dem klaren Gefühl, dass ich die Dinge nicht in der Hand habe. Ich konzentriere mich auf mein Leben. Auf mein Problem. Das doch noch größer ist, als ich eigentlich dachte. -
Ja, Respektlosigkeit ist quasi der Begleiter vom Alkohol ...
Eine wichtige Sache ist auch noch wichtig, ich hoffe, du verstehst mich nicht falsch: miss dem, was du ihm gegenüber tust oder nicht tust, nicht so viel Bedeutung bei.
Sein Erfolg, trocken zu werden oder nicht, wird nicht von deinen Anstrengungen abhängen. - Wenn das so wäre, wäre auch seine Trockenheit abhängig von dir, das kann nicht gut gehen, und das ist auch nicht möglich.Und vergiss nicht, auch für dich selbst andere Lichtlein anzünden.
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Klar, das kann sein - dass er dich ohne Alkohol in einem ganz anderen Licht sehen würde.
Bei mir war es so, dass in der trockenen Zeit tatsächlich der Mensch (wieder) zum Vorschein kam, den ich so sehr mag. Das Hauptproblem in dieser Zeit war weniger, dass er mich in einem anderne Licht gesehen hätte, sondern dass viel an Respekt und auch Vertrauen verloren gegangen war. -
Ja, ich denke auch, das Trauern ist ein wichtiger Schritt. Und ich glaube, für mich persönlich ist er auch nachhaltiger als einfach alles zu entwerten und im Nachhinein als "unwahr" hinzustellen.
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Wenn mir in den letzten Tagen hier ein besonders großes Licht aufgegangen ist, dann das, dass ich auch mein Leben lang die Tendenz zur Co-Abhängigkeit in Beziehungen haben werde und die Arbeit daran nie aufhören wird.

Ich dachte auch schon mal, ich wäre da weiter ... -
Ich scheibe nur kurz hierzu was, weil es eine Frage ist, die mich auch beschäftigt hat (und ich lasse jetzt mal dahingestellt, ob ich das "sollte" oder nicht, es war einfach so)
Zitat von TimeIsAHealer*hab ich mir unsere ganzen Gemeinsamkeiten nur eingebildet?
Es gibt sicher Projektionen - Dinge, die man sich am Partner wünscht, die aber eben nur Wunschdenken sind.
Es gibt aber sicher auch "objektiv" überprüfbare Dinge, wie z.B. gleiche Bücher im Bücherschrank (von Roman bis Reiseziel) ... usw.Bei meinem Partner und mir reichte es bis hin zu einer vergleichbaren Bauweise und Innenausstattung der Elternhäuser (KEIN WITZ!) - darauf haben wir nun wirklich nicht kurzfristig Einfluss nehmen können, um uns aneinander anzupassen.
Dass das so war, kann man sicherlich auch mit kultursozioligischen Theorien erklären.
(Und: natürlich gab es auch jede Menge Unterschiede - das ist ja auch gut so! Man will ja keine Kopie von sich selber haben).Unsere größte Gemeinsamkeit aber, denke ich, waren tatsächlich ähnliche Kindheitserlebnisse/Beziehungskonstellationen und eine tief verwurzelte Sehnsucht nach Anerkanntsein, Liebe, Geborgenheit. Eigentlich ja auch ein ganz "normaler" Wunsch, bei uns beiden nur eben extrem ausgeprägt und mit extrem kuriosen Versuchen der Umsetzung/Unterdrückung verbunden ... deswegen haben wir uns extrem "getriggert".
Traurig. Aber so ist es.
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Ja, diese Klarheit und Ruhe fühlen sich sehr gut an - und ich spüre sie in dieser Form tatsächlich nach all den Jahren auch zum ersten Mal.
Die Distanz, die zu früheren Zeitpunkten immer wieder "geschafft" habe, war kopfgesteuert und ohne wirkliche "innere Beteiligung".
Das ist diesmal anders. Es löst aber auch große Gefühle der Traurigkeit in mir aus. Vielleicht muss das so sein.Jetzt gehe ich mal raus in die Sonne.
Dir auch viel Kraft, vor allem erst einmal für morgen!
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Guten Morgen, Lito
Zitat von Litertourin jedem süchtigen Menschen steckt ein Wunsch nach Anerkennung, Geborgenheit, und Liebe.
Das ist sehr wahr - so geht es auch mir als CO.
Und deswegen "funktioniert" es oft auch so lange zwischen Alki und CO, obwohl eigentlich gar nichts wirklich funktioniert - auf beiden Seiten.
...Lieber Gruß,
Lea -
Vielleicht habe ich es falsch oder nicht klar formuliert (was daran liegen kann, dass ich es selbst erst schrittchenweise immer klarer sehe).
Es gibt einfach zwei Möglichkeiten. Ich bewege mich und er bewegt sich und wir schauen dann, ob wir uns beide - jeder in seine Richtung, aber trotzdem gemeinsam - weiterbewegen wollen. (Kann ja auch sein, dass ER dann gar nicht mehr gemeinsam weitergehen will).
Oder er bewegt sich nicht, aber ich bewege mich, dann bewegen wir uns sicher nicht gemeinsam weiter.
Dass ICH mich so oder so bewegen werde, steht mittlerweile außer Frage.
So klar, wie dieses Gefühl mittlerweile ist, war es allerdings vorher noch nicht. -
Bei mir ist das - glaube ich jedenfalls - nicht so.
In allen anderen Beziehungen habe ich ein sehr gutes Auge dafür, ob Geben und Nehmen im Gleichgewicht sind. Ich habe dann auch kein Problem mit Abgrenzung oder Selbstbehauptung.
Wenn ich was nicht will, sage ich das und mache auch etwas nicht nur, damit ich Anerkennung bekomme, obwohl es mir eigentlich zu viel ist. Anerkennung von anderen ist mir im beruflichen Bereich zum Beispiel nicht besonders wichtig, wichtig ist mir, ob ich selbst mit dem Ergebnis zufrieden bin. Ich arbeite da wirklich in erster Linie für "mich".Bei mir hängt das meiste "Suchtpotential" an der Paarbeziehung. Da hängen die meisten Hoffnungen und Sehnsüchte dran ... nach wie vor, leider.
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Und vielleicht noch ein Aspekt, gerade was den Alkohol angeht: mir war unbewusst sehr früh klar, dass ich auf eine bestimmte Art gefährdet bin. Ich habe Alkohol und Drogen in der Pubertät gemieden wie die Pest. Heute kann ich Alkohol trinken oder es auch lassen ("härtere" Drogen habe ich nie probiert), da liegt mein "Suchtpotential" nicht. Ich habe auch sehr lange mit meiner ersten Beziehung gewartet - und da hat sich dann gezeigt, wo bei mir die Gefahr wirklich liegt: in einer Disposition zur Co-Abhängigkeit, die allerdings nur in den allerintimsten Beziehungen, bzw. der Paarbeziehung zutage tritt, weil ich daran so viele Hoffnungen und Sehnsüchte geknüpft habe.