Hi inbetween,
was denkst du denn was es war, das dich dazu veranlasst hat NEIN zu sagen ??
Kannst du das noch nachvollziehen ?
Marion
Hi inbetween,
was denkst du denn was es war, das dich dazu veranlasst hat NEIN zu sagen ??
Kannst du das noch nachvollziehen ?
Marion
Ja, das kann ich - aber wenn ich heute mit dem Abstand drauf zurückblicke, war mein Verhalten damals zugleich selbsterhaltend und selbstschädigend. Ich weiß, das klingt kompliziert, ich versuche es mal zu erklären.
Aufgrund bestimmter Aspekte meiner Biographie war bei mir manches von Anfang an "anders" und nicht so selbstverständlich wie bei anderen. (Genauer möchte ich es hier nicht beschreiben, ich hoffe, es wird auch so deutlich, was ich meine).
Ich habe das Außenseitertum dann ab einem gewissen Zeitpunkt in der Pubertät akzeptiert und auch in einem gewissen Sinne kultiviert. Ich hatte immer einige wenige sehr gute Freunde, war aber eben nie in irgendeiner Clique. Die Sehnsucht, dazuzugehören, war trotzdem immer sehr groß. Aber ich wusste auch, dass ich dafür nicht jeden Preis zahlen wollte. Ich hatte wirklich das große Glück, dass es noch andere Menschen in meiner Umgebung gab, von denen ich dafür Anerkennung bekommen habe.
Aber - ehrlich gesagt - hat es damals etwas damit zu tun gehabt, dass ich aus der Not eine Tugend gemacht habe.
Und vielleicht noch ein Aspekt, gerade was den Alkohol angeht: mir war unbewusst sehr früh klar, dass ich auf eine bestimmte Art gefährdet bin. Ich habe Alkohol und Drogen in der Pubertät gemieden wie die Pest. Heute kann ich Alkohol trinken oder es auch lassen ("härtere" Drogen habe ich nie probiert), da liegt mein "Suchtpotential" nicht. Ich habe auch sehr lange mit meiner ersten Beziehung gewartet - und da hat sich dann gezeigt, wo bei mir die Gefahr wirklich liegt: in einer Disposition zur Co-Abhängigkeit, die allerdings nur in den allerintimsten Beziehungen, bzw. der Paarbeziehung zutage tritt, weil ich daran so viele Hoffnungen und Sehnsüchte geknüpft habe.
Hallo inbetween, danke für deine Offenheit.
Das was du schreibst bringt mich wieder einmal an den Punkt, an dem ich sagen kann, es gibt keine wirkungsvollere Suchtprävention als die Liebe, und eine Erziehung die dem jungen Menschen die Werkzeuge in die Hand gibt, die ein selbstbestimmtes, freies und zufriedenes Leben möglich machen.
Der Feind mit Namen "Sucht" lauert überall und wie sagte der Sucht-Therapeut im Film so schön.
"Wir müssen nur selbst schön genug singen, dann können die Sirenen ( die aus dem Meer/ griechische Mythologie ) uns nicht in´s Verderben stürzen.
Wir müssen etwas dagegen setzen, gegen diese Versuchung.
Darin sehe ich meine Aufgabe als Mutter.
Liebe Grüße
Marion
Liebe Marion,
gern geschehen. Ja, Erziehung zu einem selbstbestimmten, freien und zufriedenen Leben - das ist eine Herausforderung. Die Balance zwischen Orientierung geben und eigene Erfahrungen machen lassen finden - in Konflikten standhalten - Anderssein akzeptieren. Einfach ist das nicht.
Ich rechne es meinen Eltern hoch an, dass den Konflikt mit mir nicht gescheut und sich immer mit mir auseinandegesetzt haben. Damals fand ich das nicht toll, klar. Aber sie hatten ein ehrliches Interesse an mir, auch wenn sie mich nicht immer verstanden haben in allem, was ich so denke und fühle.
Ob Vorleben allein reicht? Ich weiß es nicht. Am Anfang bestimmt. Aber es ist ja oft so, dass in der Pubertät gerade Dinge ausprobiert werden, die mit dem elterlichen Vorbild so gar nichts zu tun haben, bloß um sich abzugrenzen.
Ich denke, was ganz wichtig ist: den Kindern die schönen Dinge des Lebens zu zeigen und diese schätzen zu lehren. Bei mir war es z.B. die Musik.
Klar, ich bin trotzdem CO - aber ich habe damit eine Möglichkeit, zu meinen Gefühlen, egal in welcher Situation, in Kontakt zu kommen.
Das war für mich sehr wichtig.
Aber ich glaube, ein Patentrezept gibt's für Erziehung nicht, denn jedes Kind ist anders.
Liebe Grüße
Lea
P.S.: Aber ich glaube, meine Beiträge haben ein bisschen vom eigentlichen Thema weggeführt.
Um mal wieder dorthin zurückzukommen:
Ich habe das Vereinsleben ebenfalls als ziemlich alkohollastig empfunden, und zwar sowohl in Bezug auf Volleyball als auch in Bezug auf Leichtathletik.
Wenn wir da mit dem Bus am WE zu Wettkämpfen gefahren sind, wurden auf der Rückfahrt die Flaschen rumgereicht.
Mit ein Grund, warum ich das nicht lange gemacht habe.
Vielleicht noch ein Paar etwas abseiteige Positivbeispiele für meine Erfahrung mit Sport und Alkohol:
im Ballett hat Alk nie einer Rolle gespielt beim Schach (gilt ja auch als Sport, oder? auch nicht.
Bei den Reitern konnte man was trinken oder es auch lassen, da gab es für mein Empfinden keinen Gruppenzwang.
Beim Fechten: auch kein Alk.
hallo zusammen,
ich hab gott sei dank in der Discount Muckibude wo ich zur Zeit trainiere, noch nie was alkoholisches Gesehen und auch noch nie bewusst wen mit einer Fahne angetroffen.
Mit Alkohol bringt man sich um den kompletten Trainingserfolg, ich bin sehr froh das dem so ist. Auch in den Studios wo ich früher angemeldet war, gabs nie Alkohol zu kaufen.
Vor kurzen bin ich auch wieder bei meinem alten Trainier vorstellig geworden und lasse mir jetzt wie früher, wieder 2 mal die Woche auf der Matte den Hintern versohlen.
Bei der Selbstverteidigung wird auch überhaupt nicht getrunken.
Die Leute die dort sind, sind teilweise etwas Sport verrückt, da wird das komplette Leben nach dem Sport ausgerichtet.
Meiner Erfahrung nach da wo Sport ersthaft betrieben wird, sollte eigentlich nicht getrunken werden, wie bereits gesagt passt das nicht zusammen.
Liebe Grüße
Mario
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