Beiträge von inbetween

    Lyni,

    du bist zwar noch nicht lange "offiziell" erwachsen, aber erwachsen bist du. Was du tust, entscheidest du.
    Es haben schon so viele versucht, dir ihre Wahrnehmung mitzuteilen, dass der Alkohol nur ein Mosaiksteinchen vom ganzen Bild ist.

    Es gibt viele Wege der Selbstzerstörung und viele Spielarten der Selbstverachtung.

    Liebe Grüße
    Lea

    Zitat von Carpenter

    Bin ich eigentlich der Einzige, dem dieser Thread hier etwas skurril vorkommt ?

    Nein, Andreas, du bist nicht der Einzige.
    Ich habe auch schon große Augen gekriegt. :shock:
    Mal abwarten.

    Wie geht es dir inzwischen? Hat sich die Unzufriedenheit verkrümelt?

    Viele liebe Grüße
    Lea

    Hallo Karl,

    die Frage, die du uns hier eigentlich stellst, lautet aus meiner Sicht:

    - darf ich meiner Wahrnehmung trauen? ("sie trinkt weniger als vorher, aber sie hat Ausrutscher, eigentlich glaube ich ja nicht, dass das möglich ist, die Mengen werden auch schon wieder mehr, 1 Ouzo :arrow: eine Flasche Wein, was meint Ihr, darf ich hoffen?")

    Du darfst hoffen und du wirst hoffen - bis du es irgendwann von allein nicht mehr tust, weil dich die Realität eines Besseren belehrt hat; oder - bis du dir sicher genug sein kannst, dass du dem Frieden wirklich trauen darfst ...

    Da können wir keine Vorhersagen machen, nur Vermutungen anstellen, die auf unserer eigenen Erfahrung beruhen.
    Meine ist: es kann lange Trinkpausen geben. In denen konnte ich viel Kraft und Hoffnung sammeln ... seine Trinkpausen waren meine Verschnaufpausen. Und dann ging die Menge langsam wieder hoch.
    Das ist der Versuch - den du ja auch erkannt hast - sich zu beweisen, dass kontrolliertes Trinken möglich ist. Ist es nicht.

    Vielleicht hilft es dir, dich zu fragen, was dich eigentlich tief im Innern daran zweifeln oder zumindest vorsichtig sein lässt, dass jetzt alles auf einmal wieder gut ist ...?

    Viele liebe Grüße
    Lea

    Hallo Engelchen, hallo zusammen

    "Engel sind auch nur Geflügel" ... dieser dumme Spruch kam mir gerade, als ich deine Frage gelesen habe, Rhein.

    Aber nein, zum Lachen ist deine Situation sicher nicht, Engelchen.
    Wenn ich auf mich selbst zurück blicke, dann war mir eigentlich klar, dass ich mich tief innen trennen möchte, als ich hier anfing zu schreiben - ich wusste nur nicht genau, wie ich das anstellen sollte. Wie du, Engelchen, habe ich mich auf meine Loyalität und auf mein Mitgefühl verpflichtet und verpflichten lassen, obowhl ich schon lange kein gutes Gefühl mehr hatte.

    Was mir sehr geholfen hat, waren ein paar Richtlinien:
    - Es zählen Taten, nicht Worte.
    - Wenn ich ein Verhalten nicht verstehe, muss das nichts mit meinem mangelnden Einfühlungsvermögen zu tun haben - es kann auch einfach das willkürliche Verhalten eines Suchtkranken sein; will ich das aushalten müssen?
    - Ich darf meiner Wahrnehmung trauen, auch wenn mir der Suchtkranke das Gegenteil erzählt (ich bin nur "müde" - den Spruch kenne ich auch ...)

    Letztendlich wirst du selbst an den Punkt kommen müssen, an dem du kapitulierst und sagen kannst: du bist machtlos. Das tut weh. Und es macht sehr traurig.
    Ich habe nach dieser Erkenntnis und nach der Trauer wieder zu meiner alten Lebensfreude zurückfinden können. Ich hätte früher gehen können - oder auch nicht.
    Der Punkt wird für dich kommen - oder auch nicht.

    Ich wünsche dir jedenfalls, dass du deiner eigenen Wahrnehmung wieder mehr trauen lernst als den Worten deines Partners.
    Ich wusste, dass etwas grundlegend schief geht.
    Ich konnte es aber erst ab einem gewissen Punkt in Handeln umsetzen.

    Ganz klar würde ich aber auch sagen: sag' die Hochzeit ab. Das gibt dir mehr Abstand. Wenn "alles gut" wird, kannst du ihn ja immer noch heiraten - wenn nicht, musst du dann nicht auch noch eine Scheidung hinter dich bringen .... und vielleicht Unterhalt zahlen .. und ... und ... und.

    Viele liebe Grüße
    Lea

    Hallo Kaleu,

    ja, ich entdecke es auch gerade für mich, dieses Gefühl - dass man sich nicht mehr verbarrikadieren muss, weil einem niemand etwas wegnehmen, den Boden unter den Füßen wegziehen kann, dass man den Moment genießen kann, weil er eben gerade da ist, um ihn dann loszulassen, dass man den Ausschließlichkeits- und Ewigkeits-Anspruch an die Dinge fallen lässt, denn selbst wenn sie in Bernstein eingeschlossen sind, sind sie dann tot ...

    Auch von mir vielen Dank für deinen Text.

    Viele liebe Grüße
    Lea

    Hallo Frank, hallo alle zusammen,

    Zitat von s.z.

    Nun wollen sich hier auch schon Leute mit Dir verabreden, denk mal drüber nach ob Du nicht evtl. dabei bist die Leute Co abhängig zu machen, mit Deinem pitsch nassen, halb besoffenem gelaber ...

    Ich find's auch problematisch, mit dem Angebot eines Treffens auf einen Rückfall zu reagieren - aber es gehören zwei dazu, dass Co-Abhängigkeit entsteht. Und Schuldzuweisungen, schlechtes Gewissen machen und unter Druck setzten sind die andere Seite der Co-Medaille. Das ist heute meine Meinung als Co-Abhängig(-Gewesen)e.

    Im einen wie im anderen Fall hilft wohl nur Kapitulation.

    Viele Grüße
    Lea

    Hallo zusammen,

    ich finde eigentlich die Frage spannender, warum viele Kinder von Alkoholikern nicht selbst zu Alkoholikern werden. - Denn die gibt es ja offensichtlich auch, auch wenn sie statistisch nicht erfasst werden und man nicht so viel von ihnen spricht.

    Und "lernen" im positiven wie im negativen Sinn kann man ja als Kind nicht nur von den Eltern, da gibt es ja schon noch ein paar "signifikante Andere" drumherum.

    Ich kann bei mir ziemlich genau sagen, wo der Punkt war, an dem ich mich das erste Mal entscheiden musste, ob ich dazugehören will oder nichts trinken. - Das war bei der Konfirmation. Ich habe mich für das Nicht-Dazugehören entschieden und kann das auch seither ganz gut aushalten - obwohl alle in meiner Umgebung "nichts dabei gefunden" hätten, wenn ich da mitgetrunken hätte, es mir im Gegenteil sogar vorgelebt haben, dass bei manchen Anlässen der Alkohol quasi unwidersprochen "dazugehört". Mir war das aber nicht logisch. Außerdem hat's mir nicht geschmeckt.

    Für mich hat der Einstieg in den Alkohol daher viel mit Gruppendruck zu tun.

    Liebe Grüße
    Lea

    Hallo heinmueck,

    sei erst einmal herzlich willkommen hier im Forum :)

    Ich glaube, es ist halbwegs "normal", dass man nicht jeden Gedanken, der einem so spontan durch den Kopf schießt, in einem Gespräch zur Sprache bringt - da hätte man ja ganz schön was tu tun ;)
    Manchmal habe ich auch so einen Gedankenblitz, dann nimmt das Gespräch aber eine andere Wendung und ich vergesse den Gedanken wieder, denke aber hinterher - ach mensch, das hätte ich noch sagen wollen/können.

    Eine andere Sache ist, dass du da ein Muster siehst und es dich belastet, bzw. deine Partnerin dich dadurch anders wahrnimmt als du dich selbst, was wiederum dich an deiner Wahrnehmung zweifeln lässt (was bei mir selbst und vielen anderen, die hier schreiben, ein großer Knackpunkt ist).

    Was ist dagegen zu tun? Wenn du die Gedankenblitze festhalten willst, könntest du in solch einem Moment das Gespräch kurz unterbrechen und dich auf diesen Blitz konzentrieren (was ist das für ein Gedanke, warum kommt er jetzt ... usw.) und dann kannst du entscheiden, ob du ihn mitteilen willst. Es gibt auch Situationen, in denen es gut ist, seine Gedanken für sich zu behalten.

    Hast du denn das Gefühl, der Gedanke mit dem Kranz war dir so wichtig, dass du ihn unbedingt hättest aussprechen müssen/wollen?

    Und: Wie nimmst du dich selbst sonst wahr? Sagst du (bei Dingen, die dir wichtig sind und die dich selbst betreffen) was du möchtest?

    Viele liebe Grüße und einen guten Austausch wünscht
    Lea

    Hallo Lindi,

    nee, keine Angst, der ist unter wachsamen Augen in festen Händen und schon ein bisschen was älter, mit Kindern in meinem Alter :)
    Ich glaube, der freut sich, dass sich jemand für so etwas interessiert, seine Kinder haben nämlich kein Interesse an der Landwirtschaft - zudem liegt das meiste Land ohnehin brach, und ich mache es ja für den Spaß und die Erfahrung. Irgendwann möchte ich schon auch einen eigenen Garten haben :)

    Das mit der Thermos-Kanne könnte aber wohl hinkommen :lol:

    Dein Thread-Titel-Vorschlag gefällt mir auch, nur bin ich noch nicht ganz so zuversichtlich wie du, ob das wirklich ein ganz neues Leben sein wird, in das ich da so hineinwachse - schön wäre es ja, aber ich glaube, es ist schwieriger als man denkt. - Der Teufel ist ein Eichhörnchen.
    "Level 2" bedeutet für mich, dass es auch wieder zurück auf "Level 1" gehen könnte, wenn ich nicht aufpasse ("gehen Sie nicht über 'Los', ziehen Sie keine 2000 Mark ein ...") - aber da will ich nicht mehr hin zurück!
    "Level 2" bedeutet aber auch, dass danach vielleicht sogar "Level 3" kommen könnte (nicht, dass ich größenwahnsinniglebensmutig geworden wäre ... ;)

    Liebe Grüße
    Lea

    Hallo Andreas

    Zitat von Andreas

    ...aber Du würdest Dich wundern, wie lange sich z.B. Kartoffeln oder auch Äpfel in einem kühlen Raum oder idealerweise einem Felsenkeller halten können.

    Was mache ich, wenn ich momentan keinen Felsenkeller zur Verfügung habe ? :lol:
    Für Karotten soll ja auch eine Kiste Sand zum Lagern sehr gut sein.

    Okras sind so schotenartige Gewächse, die mediterrane Küche verwendet sie recht häufig und ich mag die einfach sehr gerne, aber zu kaufen gibt es sie nicht oft, deshalb werde ich mal selbst zum Spaten greifen :)

    Lustig, dass du die Kräuterschnecke erwähnt hast, die ist auch auf meiner Liste!

    Ich wünsche dir auch einen schönen Tag!
    Viele liebe Grüße
    Lea

    Hallo Linde (bzw. alle Admins) - ich hätte eine Bitte - könntet Ihr diesen Faden bitte tatsächlich in

    Inbetween - Level 2

    umbenennen?
    Ich glaube, das trifft den momentanen Zustand gerade ganz gut ;)
    Vielen Dank schon einmal.

    Hallo Lindi,

    ich habe mich sehr über deinen Besuch in meinem Fädchen gefreut! Ich überlege schon länger, ob ich nicht langsam mal einen neuen Thread aufmachen sollte zum Thema "das Leben danach" oder doch zumindest "Inbetween - Level 2" :) Wenn mir ein guter Titel eingefallen ist, werde ich mal Linde fragen (huhu Linde ;) ), ob sie diesen Faden hier umbenennen kann.

    Tja - Platz für ein Gärtchen - was soll ich dir sagen? Mir hat ein Landwirt hier, wo ich immer mit dem Hund spazieren gehen, ein Stückchen Land angeboten (ganz für umsonst!) wo ich mich nach Herzenslust austoben kann :) :) :) Ich habe schon einen kleinen Pavillon bestellt, von dem aus ich all den schönen Dingen beim Wachsen zuschauen kann. Am Pavillon möchte ich übrigens Kapuzinerkresse haben :)

    Ich habe auch schon fleißig gelesen und gesucht, was ich da sonst noch alles drin haben möchte. Ich werde berichten!

    Finde ich ja genial, dass du aus einer Gärtnerfamilie kommst! Ich liebe den Geruch in Gärtnereien!!

    Ich glaube, 2014 wird ein gutes Jahr :) Das wünsche ich dir auch!

    Viele liebe Grüße von
    Lea, die ab und zu nachschauen wird, ob der Daumen langsam grün wird ;)

    Hallo Andreas,

    Zitat von Carpenter


    ich hätte Dir gerne früher geantwortet

    da brauchst du dich nicht zu stressen, ich bin auch mal öfter, mal weniger oft hier :)

    Dass du gerne draußen bist, kann ich absolut nachvollziehen - mir geht es genauso, insofern beneide ich dich um deinen Beruf, meiner lässt das leider nicht zu, trotzdem bin ich jeden Tag min. 2-3 Stunden draußen mit dem Hund. Könnte aber ruhig noch mehr sein ;)

    Bei der Auto-Diskussion schließe ich mich an - was für mich zählt sind Verbrauch, einfache Reparatur (was es ja kaum noch gibt bei den neuen Autos - da muss man ja schon für eine Scheinwerferbirne den halben Motorraum abmontieren ...) und - dass es fährt!
    Ich glaube, selbst wenn ich mehrfacher Millionär wäre, käme mir kein Auto für 25 000 + Euro ins Haus. - Zumal das nach dem ersten Jahr gleich nur noch die Hälfte wert ist! (Wie kann sowas übrigens sein? Keine ernst gemeinte Frage ...)

    Stichwort Lebensmittel: Ich muss immer schmunzeln, wenn ich in Frankreich bin und in den Einkaufswagen der Leute schaue oder die Summen sehe, die da an der Kasse für die Lebensmittel zu Buche schlagen. In Deutschland undenkbar.
    Was mir allerdings Kopfzerbrechen macht ist, wie kompliziert es inzwischen geworden ist, sich ökologisch sinnvoll zu ernähren - denn der regional und ökologisch angebaute Apfel kann im Frühjahr viel mehr CO2 verbraucht haben (wegen der Lagerung/Kühlung) als ein im Ausland frisch geernteter und mit dem Flieger importierter ...

    Bleibt fast nur noch die Selbstversorgung. Jedenfalls habe ich mir für das neue Jahr u.a. vorgenommen, einen kleinen Gemüsegarten anzulegen.
    Und was ich da unter anderem gerne ziehen würde, sind Okras :)

    Mal schauen.

    Dir und allen anderen einen schönen Sonntag wünscht
    Lea

    Hallo Andreas,

    warum bist du denn gerade so unzufrieden mit dir selbst (Aufarbeitung und Laufen)? Warum erlaubst du dir bzw. deinem Körper nicht einfach, sich etwas langsamer auf die (neuen) Herausforderung einzustellen? (Du schreibst zwar, dass du das Trainingsprogramm anpassen willst, aber das klingt etwas "zähneknirschend").

    Liebe Grüße
    Lea

    Hallo allerseits,

    Andreas, da bin ich völlig deiner Meinung. Natürlich können - sowohl durch Vergiftungserscheinungen während der Schwangerschaft als auch durch alkoholbedingte Erziehungsstile - Probleme auftreten.
    Aber ein pauschales Pathologisieren nach dem Motto: da kann ja nur was "Krankes" bei herauskommen, finde ich sehr bedenklich :shock:
    Zumal es eine sich selbst erfüllende Prophezeiung werden kann, wenn sich Kinder von Alkoholkranken diesen Schuh dann auch noch anziehen.

    Mein Stand der Dinge ist, dass viele Faktoren (erworben wie angeboren) die Entwicklung eines Kindes negativ beeinflussen KÖNNEN, aber nicht zwangsläufig MÜSSEN.
    Genauso viele Faktoren (erworben wie angeboren) gibt es, die die Entwicklung eines Kindes positiv beeinflussen KÖNNEN, aber nicht zwangsläufig MÜSSEN (wie etwa erlernte Coping-Strategien, etc.)

    Welcher Teil Anlage, welcher Umwelt ist, dazu kann es außerdem keine sinnvollen Studien geben, da keine "Versuchsanordnung" denkbar ist, die jeweils den einen oder den anderen Einflussfaktor komplett ausschließen bzw. isolieren kann!
    Und - die Frage nach "Erbfaktoren" führt zwangsläufig immer zu eugenischen Überlegungen, denn die sind ja nun mal nicht veränderbar. Das heißt, wenn man sie nicht will, muss man sie eben "verhüten".

    Fakt ist auch, dass es weitaus mehr "schädliche" Faktoren gibt, die die Entwicklung eines Kindes negativ beeinflussen können, als (die Begleiterscheinungen des) Alkoholismus.
    Und dann wird die Diskussion ganz schnell absurd. Dann dürfte man am besten auch kein Kind mit - sagen wir - extrem launischen Menschen großziehen, denn auch da ist wohl ein inkonsistenter Erziehungsstil vorprogrammiert, der einem Kind das Leben schwer machen kann. Mal abgesehen von der Frage, ob auch Persönlichkeitsanteile vererbbar sind. :roll: - Und wenn ja, mit welchen Folgen.

    Das soll kein Plädoyer gegen verantwortungsvolles Handeln sein, im Gegenteil. Aber eugenische Überlegungen finden auch meinen Zuspruch nicht.

    Viele Grüße
    Lea