Beiträge von inbetween

    Hallo Andreas, hallo Forum

    Zitat von Carpenter

    da könnt ich heut, wenn ich denn wollte, den ganzen Tag mit Kopfschütteln verbringen. Seltsamerweise ist mir heut grad nicht danach :)

    diese Haltung wird aus vielen deiner Beiträge deutlich, weshalb ich sie sehr gerne lese.

    Da ich merke, wie gut mir das - trotz teilweisem Unverständnis - getan hat, mir das mal von der Seele zu schreiben, noch eine kleine Ergänzung, die mein Handeln zwar nicht weniger bizarr, aber vielleicht doch ein bisschen verständlicher macht.
    Es war nicht die Art von Handgreiflichkeiten, die man so aus schlechten Filmen im Fernsehen kennt, à la: "das Essen schmeckt mir nicht, dafür kriegst du mal eine ...". Das wäre ja einfach gewesen.
    Es waren eher paranoide/psychotische Episoden, die immer nachts, wahrscheinlich aus einem (alkoholisierten) Traum heraus sehr unvermittelt entstanden sind, die nichts mit mir als Person zu tun hatten (ich war halt einfach "da") und auf die ich dann entsprechend reagiert habe - so gut ich das damals konnte.
    Ich stehe zu meiner Handlungsweise damals. Diese Zeit gehört zu mir und es hilft mir nicht, da etwas zu beschönigen.

    Viele Grüße
    Lea

    Hallo Andreas,

    als ich die Geschichte mit dem Jungen bei dir gerade las, habe ich mich gefragt, ob wohl ein Großteil der Kinder so eine Erfahrung macht?
    Ich hatte eine ähnliche Begegnung mit fremden Jungs, die ohne Vorwarnung ziemlich große Steine auf meine Freundin und mich geschmissen haben, ich habe heute noch eine Delle im Schienbein davon.

    Wie gut, dass dein Messer nie zum Einsatz kommen musste - bei Messern funktioniert auch die beste Selbstverteidigungstechnik nicht mehr!

    Danke dir auch, dass du meinen Eintrag im "Egoismus"-Thread einfach mal so stehen lassen konntest.

    Viele Grüße
    Lea

    Um noch einmal zum Ausgangsthema zurückzufinden:

    Liebe Schnuffig,

    ich wollte noch schnell sagen: ich finde es sehr offen und hilfreich, dass du Andreas auf dieser Ebene geantwortet und deine zwischenzeilige Wahrnehmung mit eingebracht hast. Meine Wahrnehmung hat mir Ähnliches gesagt, ich bin da aber manchmal noch zu vorsichtig, auf diese Ebene zu gehen, auch wenn es einige Prozesse wohl enorm verkürzen könnte.

    Viele Grüße
    Lea

    Hallo Weidenkätzchen,

    Zitat von Weidenkätzchen

    War jemand vor seiner Alkoholsucht authenthisch ?

    ich kann das nur aus meiner eigenen Erfahrung/Wahrnehmung heraus beantworten, wobei die Frage vielleicht zu klären wäre, was ist authentisch?

    Im Einklang oder zumindest in Kontakt mit sich und seinen Gefühlen und in der Lage, dies auch zu formulieren/zu zeigen und in Handlung umzusetzen, so würde ich es mal umschreiben.

    Ich habe bei meinem Ex-Partner beides erlebt. Allerdings war er während der einjährigen Trinkpause öfter "authentisch" im oben genannten Sinn.
    Was ich allerdings während der ganzen Zeit wahrgenommen habe, war ein großes Bedürfnis seinerseits, authentisch sein zu dürfen.

    Viele Grüße
    Lea

    Hallo Katha,

    ich frage mich bei deinen nachträglichen Posts oft: warum schreibst du das nicht gleich so? Das in deinem letzten Post ist so ungefähr das Gegenteil von der Aussage davor.

    Und: von meiner Seite aus brauchst du dir nicht im Vorhinein einen Kopf zu machen, ob mich etwas aufregt oder nicht. Ich sag's dir dann schon. Ich kann Karate, weißt du ... :P

    Viele Grüße
    Lea

    Hallo alle miteinander,

    ich habe das schon gerade im Empathie-Thread geschrieben - wenn ich da nur auf mein Bauchgefühl höre, dann hat mich das in Bezug auf das Trigger-Wort sehr an Situationen erinnernt, in denen ich darauf hingewiesen wurde, welche Verantwortung ich gegenüber meinem Ex-Partner trage, damit er nicht trinken muss.
    Und wenn ich jetzt ohne es zu wissen ein falsches Wort schreibe, dann bin ich quasi mit-schuldig, wenn jemand wieder mit dem Trinken anfängt.
    Da sagt etwas in mir: das kann nicht sein - diese Verantwortung kann ich nicht haben, dass ich jetzt auf jedes Wort achten muss. - Und komischerweise habe ich so einen Hinweis (Trigger-Wort) auch noch nie an einen Trockenen gerichtet gelesen.
    Das sind nur gerade meine Gedanken dazu.

    Viele Grüße
    Lea

    P.S.: Und es ist ja nun auch kein Geheimnis, dass Stärken immer auch Schwächen sind. Ich zum Beispiel (Stichwort "Eigensicherung") würde auch jemanden aus einer Gefahrenlage herausholen, wenn ich das Risiko für mein eigenes Leben dabei kalkulieren kann.
    Und in der Tat: auf diesen Teil meiner Persönlichkeit möchte ich nicht verzichten, selbst wenn ich mich in manchen Situationen verschätze.

    Zitat von Katharsis


    Selbstverteidigungstechniken zu lernen in einer Beziehung mit einem gewalttätigen Partner erscheint mir weder empathisch noch klingt es für mich nach „gesundem Egoismus“. Es klingt für mich nicht einmal gesund, sondern eher wie der Versuch, sich selbst glauben zu machen, man hätte auf irgendeine Art und Weise noch etwas unter Kontrolle. Ich habe auch hier versucht, mich in diese Situation hineinzuversetzen. Die Frage, die ich mir als erstes stellen würde, wäre: „Würde ich auch so hartnäckig an dieser Beziehung festhalten und versuchen, den Anderen quasi „mit Gewalt zu verstehen“, wenn es sich um eine(n) x-beliebige(n) Freund(in) handeln würde?“ Eventuell würde ich dann unvermittelt bei dem Gedanken an Co-Abhängigkeit landen und mich dann selbst fragen, ob diese Hartnäckigkeit, die ein Teil meiner Persönlichkeit ist und ja nicht per se eine schlechte Eigenschaft, in diesem Fall vielleicht verhindert, dass ich loslassen kann, was losgelassen werden muss.

    Liebe Katha,

    du musst es nicht verstehen, du musst es aber auch nicht bewerten, oder?
    Dass du das alles anders machst und viel besser kannst, ist doch prima für dich, hab's schön da.
    Und: ja - mir war auch zum damaligen Zeitpunkt bewusst, dass das zumindest mal nicht "normal" ist, was da abläuft.

    Wenn du auf meine Persönlichkeit zu sprechen kommen willst, die du anscheinend besser kennst als ich, kann ich mich nur wiederholen, wenn ich schreibe: ja, ich habe damals diese Entscheidung getroffen, daneben stehen zu bleiben und abzuwarten, mit allen Begleiterscheinungen und so wie ich es mit mir noch vereinbaren konnte. Genauso wie ich nach einer weiteren Weile die Entscheidung getroffen habe, aus der gemeinsamen Stadt wegzuziehen und mich beruflich weiter zu entwickeln. Genauso wie ich die Entscheidung getroffen habe, als dann anstand, dass er zu mir in die neue Stadt zieht, das nicht mehr zu tun und mich zu trennen, weil die immer wieder angekündigte Veränderung seinerseits nicht eingetreten ist. So schwer es auch war.
    Den Zeitpunkt des Loslassens, den musst du schon mir überlassen. Darüber habe ich in der Tat entschieden, auch darüber, mir für den Prozess des Loslassens hier Unterstützung zu suchen.

    Wenn du das krank findest, dann lasse ich dir das gern.

    Zumindest räume ich anderen nicht die Macht ein (oder schiebe ihnen die Verantwortung zu?) mich mit einem geschriebenen Wort triggern zu können. Das kann ich nämlich nicht nachvollziehen.


    Viele Grüße
    Lea

    Hallo Andreas,

    ja, das finde ich auch eine spannende Frage - und es ist eine, mit der ich mich lange beschäftigt habe.
    Ich finde, "Egoismus" und Empathie sind dann keine Gegensätze, wenn Egoismus die Fähigkeit zur Abgrenzung und Empathie nicht symbiotisches Erleben meint, sondern eines, das zwischen "ich" und "du" unterscheiden kann.

    Weil mich die Beziehung zu meinem letzten XY in dieser Hinsicht sehr an die Grenze geführt hat, möchte ich kurz ein Beispiel nennen, das haarscharf auf dieser Grenze ist, wenn ich so im Nachhinein darüber nachdenke.

    Meine Empathie und mein "gesunder Egoismus" haben mich in dieser Beziehung dazu veranlasst, Selbstverteidigungstechniken zu erlernen, denn leider sind ja Handgreiflichkeiten unter Alkoholeinfluss nicht gerade selten. Und so schrecklich es klingt: ich habe diese Technik nicht nur einmal anwenden müssen.

    Dass auf dieser Basis keine Beziehung möglich ist, ist wohl sonnenklar. Aber es war aus damaliger Sicht für mich die einzige Möglichkeit, mein Gefühl der Empathie, also das Nachfühlen seiner Situation und der damit einhergehenden Begleiterscheinungen mit meinem "gesunden" Selbsterhaltungsbedürfnis zu kombinieren.

    Ich habe mich nicht als Opfer in dieser Beziehung gesehen habe - sondern ich habe auch da für mich gesorgt, was jedoch bei Licht betrachtet sehr bizarre Formen angenommen hat.
    Aber das war meine Entscheidung damals. - Abzuwarten, ob eine Änderung möglich ist, mich aber gleichzeitig bestmöglich zu schützen.
    Ich würde das weitgehend als "gesunden" Egoismus bezeichnen, wenngleich ich ganz ehrlich keinen Wert darauf lege, diese Extremform noch einmal zu leben - ich würde heute dem Menschen gegenüber die gleich Empathie empfinden, aber ich würde mir erlauben, das aus der Ferne zu tun und mich nicht mehr daneben zu stellen.

    Keine Ahnung, ob klar ist, wie ich das alles gemeint habe?

    Viele Grüße
    Lea

    Hallo Matthias, hallo Schnuffig,

    danke für deine Antwort, schnuffig. Es geht mir dabei ja auch nicht um Listen von Getränkesorten, sondern darum, ob einzelne Worte, die dies bezeichnen, dich triggern können.
    Das ist wirklich eine ehrliche Frage, denn wie kann jemand Risikominimierung betreiben, wenn es schon das Lesen eines Wortes sein kann, das zum Rückfall führt.
    Wie oft wird hier von vorweihnachtlichen Heißgetränken geschrieben usw. usf., an denen man heute vorbeigeht, es früher aber nicht getan hätte.
    Kann sowas triggern?

    Viele Grüße
    Lea

    P.S.: Was ist Realität?
    Ich denke, wo Menschen sich über etwas austauschen, ist es wichtig, gelten zu lassen, dass jeder eine eigene Wahrnehmung bestimmter Ereignisse hat.
    Da ist dann weder die eine noch die andere "richtig" oder "falsch" - sondern sie ist für denjenigen "Realität".
    Sich darüber auszutauschen schult die Empathie, wie ich finde. Ich weiß, das ist ein Modewort. Ich mag das Konzept trotzdem. Auch wenn ich mittlerweile NICHT mehr ALLES verstehen können will.

    Liebe Grüße
    Lea

    Hallo Matthias und hallo alle,

    ja, die Frage mit dem Trigger beschäftigt mich auch. Gibt es das, dass einzelne Worte triggern? Z.B. von Getränken? Das würde ich wirklich gerne wissen.
    Du schreibst ja sowas, schnuffig. Aber in Kombination mit dem "nur", und dass du damit dann nichts zu tun haben möchtest - mit dem Gedanken, dass es dieses "nur" allgemein vielleicht geben könnte oder was lässt dich da Abstand nehmen?

    Ich kann mal nur von mir schreiben - im CO-Bereich habe ich eigentlich noch nie das Gefühl gehabt, "getriggert" worden zu sein. Klar hat es mir manchmal einen kleinen Pieks versetzt (am Anfang) wenn jemand geschrieben hat, dass es mit einem alkohokranken Partner doch gut ausgegangen ist. Aber das hat mich dann eher traurig gemacht. Weil mein Kopf schon wusste, dass das bei mir nicht zutreffen wird.

    Schwierig.

    Viele Grüße
    Lea

    Hallo Frank,

    ja, so ähnlich sehe ich das auch. Nur stelle ich mir auch die Frage "warum habe ich mich zum Spielball machen lassen" nicht, denn das passiert bei so einer "Versuchsandordnung" fast zwangsläufig, sondern ziehe inzwischen einfach Konsequenzen, wenn sich mir gegenüber jemand so unberechenbar verhält - und erlaube mir, meinen eigenen Anspruch an Loyalität und Verständnis in solch einem Fall nicht einzulösen, wie groß die Gefühle sonst auch sein mögen.

    Ich habe das mit der Hilflosigkeit aufgrund deines "aber irgendwas fehlt. Keine Ahnung was." und aufgrund deines Kommentars in Lenas Thread (Abschlusstreffen) gepostet.

    Umso besser, wenn du mit meinen Gedanken in dazu nicht so viel anfangen konntest. :)

    Viele Grüße
    Lea

    Hallo Garcia,

    da du das Verhaltensmuster deiner Ex-Partnerin ähnlich beschreibst, wie ich es bei meinem Ex-Partner erlebt habe (nämlich als unberechenbar und willkürlich), wollte ich dir kurz ein paar Gedanken dazu hierlassen.

    Es gibt in der Psychologie das Konzept von der erlernten und der positiven Hilflosigkeit - beide "Hilflosigkeiten" können in eine Art Resignation führen.

    Kern ist, dass das Erleben von Willkür, vor allem die willkürliche und undurchschaubare Belohnung (in einer Beziehung z.B. Nähe) oder Bestrafung (z.B. Distanz/Liebesentzug) von Verhaltensweisen ein Gefühl der Macht- und Hilflosigkeit auslöst, das in Resignation münden kann, weil einfach nicht nachvollziehbar ist, welches Verhalten nun welche Reaktion zur Folge hat - weil es keinen Zusammenhang gibt, die Kopplung Verhalten-Belohnung/Verhalten-"Bestrafung" ist willkürlich und kann morgen schon wieder anders sein.

    Das muss deine Ex-Partnerin gar nicht bewusst getan haben - aber mich hat die Suche nach einem nachvollziehbaren Muster hinter dieser Willkür relativ lange beschäftigt - und weil es keines gab, hätte ich das wahrscheinlich bis zum St. Nimmerleinstag tun können.

    Ich weiß nicht, ob ich es nachvollziehbar erklärt habe?
    Sonst hilft vielleicht noch einmal Tante G**gle.

    Liebe Grüße
    Lea